<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung zur Untersuchung des elektrischen Verhaltens plattenförmiger Körper
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur
Untersuchung des elektrischen Verhaltens von plattenförmigen Körpern, die aus praktisch wasserundurchlässigen elastischen oder plastischen
Massen, insbesondere Gummi-oder Gummi- regeneratmischungen, bestehen. Bei der üblichen Prüfung des Isolationswiderstandes solcher Massen mit beiderseits an den Prüfling unmittelbar angelegten metallischen Elektrodenplatten können wegen der meist unebenen Fläche des Prüfstückes nicht ohne weiters richtige Messergebnisse erzielt werden.
Dadurch, dass der Prüfling unter Druck gesetzt wird, kann wohl die unregelmässige punktweise Berührung zwischen der Prüfstückoberfläche und den Elektroden mehr oder weniger ausgeschaltet und der Stromübergang längs der ganzen Oberfläche vergleichmässigt werden, jedoch ergeben sich dann wieder Schwierigkeiten in der Dimensionsbestimmung des Prüflings während der Untersuchung.
Es ist bereits eine Prüfeinrichtung vor- geschlagen worden, die Quecksilberelektroden besitzt, um ein überall sicheres Anliegen der
Belegungen am Prüfkörper zu erreichen. Diese Einrichtung ist jedoch nicht für wässrige Elektrolyten geeignet, noch ist sie insbesondere bei dünneren weichen Prüfplatten anwendbar, da die Abdichtung der das Quecksilber enthaltenden
Gefässe durch scharfe Kanten erfolgt, die unmittelbar auf der Prüfplatte aufsitzen, so dass die Gefahr besteht, dass die Platten durchschnitten werden und die Behälterwände unmittelbar miteinander in Berührung kommen.
Erfindungsgemäss wird eine ebenfalls mit Flüssigkeitselektroden arbeitende Prüfeinrichtung für elastische oder plastische Massen, die diese Nachteile vermeidet und in der Handhabung bedeutend einfacher ist, dadurch erhalten, dass zur Aufnahme der Flüssigkeitselektroden im wesentlichen schalenartige Behälter dienen, die mit flanschartig verbreiterten Rändern auf beiden Seiten der Prüfplatte unter Druck aufgesetzt werden und dadurch unter Ausnutzung der Plastizität der Prüfmasse einen flüssigkeitdichten Abschluss für den zwischen Prüfplatte und Behälter eingeschlossenen Elektrolyten dar- stellen, der nach Herstellen der Abdichtung durch besondere Einfüllöffnungen in der Schalenwand, die vorzugsweise auch zugleich die Einführung eines Thermometers gestatten, eingebracht wird.
Zur elektrischen Prüfung von Gefässen aus
Isolierstoff ist es auch bereits bekannt, Flüssig- keitselektroden zu verwenden, indem das zu prüfende Gefäss in ein Flüssigkeitsbad eingesetzt und ins Innere des Gefässes Flüssigkeit eingefüllt wird, wobei die ausserhalb und die innerhalb des
Gefässes befindliche Flüssigkeit die beiden Prüf- elektroden bildet. Eine entsprechende Prüf- einrichtung ist bei plattenförmigen Prüfkörpern nicht anwendbar, weil hier der Prüfling selbst als
Behälter und zugleich als Trennkörper der
Flüssigkeitselektroden nicht in Betracht kommt.
Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen
Einrichtung zeigt die Zeichnung im Schnitt.
1 ist die auf ihren Isolationswiderstand zu prüfende Masseplatte, z. B. eine aus Gummi- regenerat bestehende Platte, 2 und 3 sind zu beiden
Seiten der Platte angeordnete schalenartige
Behälter, die mittels der Schraubenspindeln 4 und 5 unter Zwischenschaltung der zu prüfenden
Masseplatte 1 gegeneinandergedrückt werden.
Die Schraubenspindeln 4 und 5 sind in einer kreisringförmigen Zwinge 6 gelagert. Zwischen jeder Schraubenspindel und den zugehörigen Behälterteil sind Isoliereinlagen 7 und 8 angeordnet. Die Hohlräume innerhalb der schalenartigen Behälter, die durch entsprechende Anpressung der Schalenränder an den Prüfkörper nach aussen dicht abgeschlossen sind, sind mit leitender Flüssigkeit, z. B. Salzlösung gefüllt.
Jeder der Behälter 2 und 3 liegt an einem Pol einer Prüfstromquelle 9 ; 10 ist das zur Messung dienende Instrument, z. B. ein Galvanometer.
Die aus der Zwinge 6 und den Schraubenspindeln 4 und 5 bestehende Pressvorrichtung liegt innerhalb eines Parallelstromzweiges zum Messinstrument, der über die Leitung 11 bei 12 an die Zwinge 6 angeschlossen ist. Ein etwa von der geerdeten Elektrode zur Zwinge 6 über die Isolationseinlagen 7 bzw. 8 fliessender Kriechstrom wird daher am Messinstrument 10 vorbeigeleitet und in diesem nicht angezeigt. Sonstige,
<Desc/Clms Page number 2>
die Messung störende Ströme, wie z.
B. vor allem Oberflächenströme zwischen den Behältern und dem Prüfling ausserhalb der Behälterschalen und der Isolationsstrom durch die Prüfplatte im Bereich der metallischen Pressflächen der
Behälterschalen, können, wenn nötig, vor Einfüllen der Flüssigkeit gemessen und vom End- ergebnis abgezogen werden ; für besonders ge- naue Messungen können die Oberflächenströme auf ähnliche Weise wie die über die Isolations- einlagen 7 und 8 fliessenden Kriechströme vom Messinstrument ferngehalten werden. Die Abmessung des Gerätes richtet sich nach der geforderten Empfindlichkeit und nach der Grösse des Isolationswiderstandes der zu untersuchenden Massen.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann neben der gewöhnlichen Widerstandsbestimmung auch z. B. zur Ermittlung der Veränderlichkeit des Isolationswiderstandes in Abhängigkeit von der Temperatur verwendet werden. Zu diesem Zweck werden die Rohransätze 13 und 14 zur Einfüllung der Elektrodenflüssigkeit so ausgebildet, dass auch Thermometer durch sie eingeführt werden können. Ebenso ist z. B. auch die Veränderlichkeit des Isolationswiderstandes des Prüfkörpers bei dauerndem Einfluss von Flüssigkeiten, mit der erfindungsgemässen Einrichtung ohneweiters festzustellen. Die Erfindung ist allgemein anwendbar zur Prüfung von Plattenkörpern aus flüssigkeitsundurchlässigen Massen.
Vor allem eignet sie sich also zur Untersuchung von Massenkörpem aus Kautschuk oder Kautschuk- mischungen, Regeneraten und Regeneratmischungen, thermoplastischen Kunststoffen usw.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Untersuchung des elektrischen Widerstandes von plattenförmigen Körpern, die aus praktisch wasserundurchlässigen elastischen oder plastischen Massen, insbesondere Gummioder Gummiregeneratmischungen besteht, mittels Flüssigkeitselektroden, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufnahme der Flüssigkeitselektroden schalenartige Behälter 3) dienen, die mit flanschartig verbreiterten Rändern auf beiden Seiten der Prüfplatte (1) unter Druck aufgesetzt werden und dadurch unter Ausnutzung der Plastizität der Prüfmasse einen flüssigkeitsdichten Abschluss für den zwischen Prüfplatte und Behälter (2, 3) eingeschlossenen Elektrolyten darstellen, der nach Herstellen der Abdichtung durch besondere Einfüllöffnungen (13, 14)
in der Schalenwand, die vorzugsweise auch zugleich die Einführung eines Thermometers gestatten, eingebracht wird.