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Brückenlager mit nach dem Einbau erhöhbarer Bauhöhe.
Die statische Berechnung einer jeden Brücke hat nur insolange ihre Berechtigung, insolange die Voraussetzungen einer solchen Berechnung erhalten bleiben. Zu den wichtigsten dieser Voraussetzungen gehört die Annahme räumlich feststehender Auflagerpunkte.
In der Nachkriegszeit, in welcher tausende grösserer und kleinerer Brücken rasch ausgebessert oder neu gebaut werden müssen, kann die geologische Untersuchung des für die Brückenfundamente in Frage kommenden Erdgebietes nicht umfassend durchgeführt werden, so dass später völlig unerwartete Setzungen der Brückenlager eintreten können.
Tritt aber eine solche Setzung aus irgend einem Grunde nur um wenige Millimeter ein, dann stimmt insbesondere bei Betonbrücken selbst die sorgfältigste statische Vorausberechnung nicht mehr, da infolge des Verzuges des Brückenkörpers äusserst gefährliche Spannungen in demselben auftreten, die den einwandfreien Bestand des Brückenkörpers aufs äusserste gefährden.
Werden derartige Setzungen festgestellt, dann ist eine Richtigstellung der ursprünglichen Niveauverhältnisse der Brückenlager unerlässlich und auch äusserst dringlich.
Diese Richtigstellung leicht und fachgemäss durchzuführen, ist der Zweck der der Höhe nach erhöhbaren Brückenlager, die durch beiliegende Zeichnung dem Wesen nach festgelegt erscheint.
Derartige verstellbare Brückenlager müssen selbstverständlich sowohl für feste, als auch für bewegliche Brückenlagerbauweisen ausgebildet werden. Ferner müssen dieselben-weil Verziehungen des Brückenkörpers ihre Voraussetzung sind-beliebige Neigungen des Brückenkörpers gegenüber den Fundamentbauten zulassen. Daher bestehen die neu ausgebildeten Brückenlager einerseits aus einem räumlich beliebig einstellbaren Auflagerteil (Punktkipplager) und aus einer verlässlichen und leicht änderbaren Höheneinstellung, die aber auch grosse seitliche Schübe übernehmen können.
Die Fig. 1 und 2 der beiliegenden Zeichnung stellt ein solches festes Brückenlager dar, wobei Fig. 1 zur Hälfte einen Mittel-zur anderen Hälfte einen Diagonalschnitt darstellt, wo hingegen Fig. 2 nur die untere Lagerplatte in Daraufsicht zeigt. Ein derartiges Brückenlager besteht demnach aus der oberen Auflagerplatte 10, die auf einem zu einer Kugelkalotte ausgebildeten gedrehten Zwischenstück 8, 9 aufliegt.
Dieser die Kugelkalotte tragende Lagerteil 9 sitzt ursprünglich mit seinem abgesetzten Flansch ohne Zwischenlage des Ringes 7 auf einem gleichprofilierten röhrenförmigen Stutzen des Teiles 1 (Teil 7 ist somit noch wegzudenken) auf, der bei festen Brückenlagem den Lagerdruck unmittelbar auf die untere Lagerplatte überträgt oder bei beweglichen Brückenlagem, auf dem von den Rollen oder Stelzen gestützten Teil aufsitzt.
Die beiden Lagerplatten 1 und 10 besitzen Randleisten 2 und Mittelrippen 12 die den einwandfreien Unterguss der Auflagerplatte 1 mit Zementmörtel erleichtern und eine Verschiebung der Lagerplatten ausschliessen. Bei der unteren Lagerplatte wird der Ausguss mit Hilfe der zu Trichternäpfen 3 ausgebildeten Versteifungsrippen mit den Füllöchern 4 sichergestellt, während bei der oberen Lagerplatte die Verbindung mit dem eigentlichen Brückenkörper durch die einbetonierten Halteringe 11 und 13 erreicht wird. Die einbetonierten Bolzen 5 dienen nur zur Festlegung des vorbestimmten Montageortes während des Baues. Die Betonschichten 18 und 19 stellen den üblichen Verputz dar.
Senkt sich das Fundament eines solchen Brückenlagers, dann wird vorerst geodätisch die eingetretene Senkung festgestellt und hierauf beim Lieferwerk ein in zwei oder mehr Teilen geteilter Einlegering von erforderlicher Höhe nach 6 und 7 bezogen. Der kritische Brückenteil wird hierauf hydraulisch vom Lager abgehoben und die entsprechenden Ringteile seitlich eingelegt und der Brückenkörper wieder niedergelassen. Infolge seiner Verzahnung kann kein Teil dieses Ringes 6, 7 radial ausspringen und das ganze Lager ist derart befähigt, auch grosse Seitenschübe zu übernehmen.
Senkt sich im weiteren Verlauf der Zeit der Brückenstützpunkt neuerdings, so kann durch neuerliches Einlegen eines weiteren Ringes oder durch Auswechslung des Ringes die Richtigstellung seiner Höhenlage durchgeführt werden.
Infolge der ringförmigen Verzahnung der Ringteile 6, 7 ist auch das mehrmals erhöhte Brückenlager weiterhin befähigt, grosse Horizontalschübe aufzunehmen, was insbesondere beim festen Lager unerlässlich ist.
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Die durchgeführte Auflagererhöhung ist gegen- über den nicht erhöhten Stützpunkten derselben Brücke vollkommen unbemerkbar und stört das Schönheitsbild der Brücke in keiner Weise.
PATENTANSPRÜCHE:
1. Brückenlager mit nach dem Einbau erhöhbarer Bauhöhe dadurch gekennzeichnet, dass dessen Aufbau an geeigneter Stelle horizontal geteilt wird und dessen Bauhöhe durch die seitliche Einlage von geteilten Ringen oder Scheiben mit entsprechender Profilierung gegen radiale Verschiebung erhöht wird.