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Alle Kanaltrockenanlagen beruhen bekanntlich darauf, dass an dem einen Kanalende erhitzte Luft eingeführt wird, die den Kanal der Länge nach durchstreicht, dabei mit dem meist auf Rollwagen aufgestapelten Trockengute in innige Berührung kommt, sich auf diese Weise mehr oder weniger mit Feuchtigkeit sättigt und dann am anderen Ende des Kanales ins Freie austritt.
Da das Wasser-Aufnahmevermögen der trockenen Luft mit der höheren Temperatur derselben wohl nicht im gleichen Verhältnis, aber doch erheblich wächst und gleichzeit. ig der Luftbedarf bezw. der Wärmeverbrauch vermindert wird, war es schon immer im Bestreben der Konstruliteure gelegen, die verbrauchte Trockenluft nach Möglichkeit warm und wassergesättigt am Ende des Trockenkanales austreten zu lassen.
Die Erfüllung dieser anscheinend einfachen Bedingung bietet jedoch bei der praktischen Ausführung grosse Schwierigkeiten ; insbesondere dann, wenn zufolge der Empfindlichkeit des Trockengutes eine bestimmte niedrige Temperatur am heissen Ende des Trockenkana ! es nicht über- schritten werden und demzufolge nur eine geringe Erwärmung der Luft platzgreifen darf. Lasst man nämlich die Trockenluft mit einer im Verhältnis zur stattgehabten Erwärmung hohen Endtemperatur austreten, so muss man, um eine starke Abkühlung derselben zu verhindern, kurze Kanäle anordnen und eine rasche Luftbewegung veranlassen.
Dann findet die Luft keine Zeit, viel von ihrer Wärme abzugeben, sie bat aber auch keine Uelegenheit. sich hinreichend mit Wasser zu sättigen, verlässt daher mit einem Feuchtigkeitsgehalte von oft nur 25",,) die Trockenanlage. Zur Erzielung einer bestimmten Trockenleistung sind bei einer solchen Anlage sehr grosse Luftmengen und damit auch grosse Wärmemengen notwendig.
Wird andererseits, um Wärme zu sparen, der Trockenkanal länger gemacht und eine langsamere Luftbewegung eingeleitet, so findet die Trockenluft allerdings (Telogonheit, sich mit Feuchtigkeit zu sättigen, muss aber dabei naturgemäss einen grossen Teil ihrer Wärme an das Trockengut zur Wasserverdampfung abgeben, wodurch eine beträchtliche Temperaturverminderung der Luft eintritt, die dann am Austrittsende des Kanales bereits so weit abgekühlt ist, dass sie nur noch eine geringe Wassermenge im dampfförmigen Zustande festhalten kann, was die Ausscheidung eines Teiles des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes durch Kondensation noch innerhalb des Trockenkanales zur Folge hat.
Der Xutzeffekt solcher Trockenanlagen bleibt sohin stets ein sehr geringer, denn es muss zur Erzielung einer bestimmten Trockenleistung gewöhnlich die vier-bis sechsfache Menge der zur Wasserverdampfung theoretisch notwendigen Wärme aufgewendet und immer eine un- verhältnismässig grosse Luftmengo bewegt werden.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, diesem Übelstande mittels der durch die schematischo Zeichnung erläuterten Einrichtung abzuhelfen. Diese Zeichnung stellt, wenn man sich die Öffnungen bund c wegdenkt, einen gewöhnlichen Trockenkanal im Längsschnitt dar und veranschaulicht gleichzeitig, wie die unterhalb der Sohle des Trockenkanales erhitzte Trockenluft bisher in den meisten Fällen bei a eintrat und bei d am kälteren Kanalende wieder abgeführt wurde. Aus dieser Skizze geht auch ohne weiteres hervor, dass die Temperatur der bei a eintretenden heissen Luft auf dem Wege bis d mit der fortschreitenden Wärmeabgabe an das Trockengut stetig abnehmen muss.
Wenn diese Luft Gelegenheit hatte, auf dem Wege bis b mit beispielsweise 50% Wasser sich zu
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fähigkeit bei dieser niedrigeren Temperatur, fast vollständig gesättigt sein. Auf dem weiteren Wege nach d findet daraufhin nicht nur keine Trockenwirkung mehr statt, sondern die in steter Berührung mit dem kälteren Trockengut bleibende Luft wird sich dabei noch weiter abkühlen, deren Wasseraufnahmefähigkeit im Zusammenhange damit auch weiter vermindern und vor d bereits eine Kondensation des in der Luft enthaltenen, jetzt über- schUssigen Wasserdampfes eintreten und eine Anfeuchtung des Trockengutes platz, greifen.
Der vorliegenden Erfindung nach wird dies dadurch beseitigt, dass die heisse trockene Luft nicht zur Gänze bei a, sondern zum Teil schon früher bei b und c durch Schlitze, wie sie bei Kanaltrocknern mit über die ganze Kanallänge verteilte Abführung der Trockenluft angewendet werden, in den Trockenkana ! eintritt.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die durch die stattgehabte Wärmeabgabe an das Trockengut verminderte Temperatur der bei a eingetretenen heissen Luft durch Zufuhr frischer warmer Luft in b und c immer wieder erhöht, der frühere Wassergehalt derselben gleichzeitig stark vermindert und deren Wasseraufnahmefähigkeit gegen früher erheblich gesteigert wird, so dass die Trockenluft mit einer gegenüber a nur um ein geringes niedrigeren Temperatur in c anlangt, zufolge dieser höheren Temperatur, bei welcher die Luft ungleich grössere Wassprdampfmengon aufnehmen kann, daselbst bei weitem noch nicht gesättigt erscheint und so ohne Schaden noch die Strecke von c nach d zurücklegen und einen Teil ihrer Wärme an das Trockengut abgeben kann,
ohne dorn Taupunkte nahezurücken und noch innerhalb des Trockenkanales Wasser abzusetzen.