<Desc/Clms Page number 1>
Flüssigkeitsströmungsgetriebe mit mehreren Kreisläufen.
Es sind Flüssigkeitsgetriebe bekannt, die aus mehreren Kreisläufen bestehen und bei denen in "gewissen Betriebszuständen mehrere Kreisläufe gleichzeitig in Tätigkeit, also mit der Arbeitsflüssigkeit gefüllt sind. Die Füllung der Kreisläufe bzw. die Ergänzung der durch Undichtigkeiten usw. entstandenen Flüssigkeitsverluste geschieht normalerweise durch eine Rüekförderpumpe, die entweder als Kreiselpumpe, Kolbenpumpe oder Zahnradpumpe ausgebildet ist. Bei den bisher bekanntgewordenen Konstruktionen dieser Art versorgt diese Rückförderpumpe jeweils jeden in Betrieb befindlichen Kreislauf mit Arbeitsflüssigkeit. Die Kreisläufe sind also, bezogen auf den Flüssigkeitsstrom, parallelgeschaltet und machen grosse Fördermengen der Rüekförderpumpe erforderlich.
Diese Anordnungen haben alle den Nachteil, dass die Rückförderpumpe verhältnismässig grosse Abmessungen bekommen muss und die zu ihrem Antrieb notwendige Leistung im Verhältnis zur Gesamtleistung des Getriebes recht erheblich wird. Besonders mit Rücksicht darauf, dass die Zeiten beim Füllen und Leeren der einzelnen Kreisläufe möglichst klein gehalten werden sollen, ergeben sich Leistungen für die Rückförderpumpe, die eine erhebliche Gesamtwirkungsgradeinbusse des Flüssigkeitsgetriebes mit sich bringen.
Die neue Erfindung geht davon aus, diese Nachteile dadurch zu beseitigen, dass sie die einzelnen Kreisläufe nicht, wie bisher in allen Konstruktionen üblich, parallel in den Flüssigkeitsstrom der Rüek-
EMI1.1
aus dem einen Kreislauf abfliessende Betriebsflüssigkeit zur weiteren Arbeitsleistung in den nachfolgenden Kreislauf übertritt. Es muss ausserdem berücksichtigt werden, dass die Rückförderpumpe neben der Aufgabe, den Ölkreislauf innerhalb des Getriebes aufrechtzuerhalten, noch die weitere Aufgabe hat, die Kreisläufe unter einen gewissen Druck zu setzen, um an den Schaufeln Ablösungserscheinungen (Kavitation) zu vermeiden.
Die Rückförderpumpe erhält durch die Anordnung gemäss der Erfindung in den verschiedensten Betriebszuständen des Getriebes eine ausserordentlich gleichmässige Belastung durch gleiche Mengenförderung und ist in jedem Fall gut ausgenutzt. Wie wichtig gerade dieser Punkt ist, geht schon daraus hervor, dass besondere, meistens recht umständliche Konstruktionen bekanntgeworden sind, um die Fördermenge der Rückförderpumpe den verschiedenen Betriebszuständen anzupassen, es sei hier nur auf die verschiedensten Zusatzpumpen verwiesen und auf Vorrichtungen, bei denen die Rück- förderpumpe mit verschiedenen Drehzahlen angetrieben wird. Oder die Rückförderpumpe muss in ihrer Leistung schon von vornherein so gross ausgelegt werden, dass sie dem ungünstigsten auftretenden Betriebszustand gewachsen ist.
Dann wird aber beim Normalbetrieb ein grosser Teil des geförderten Drucköls ungenutzt, beispielsweise über ein Überströmventil oder eine sonstige Drosselstelle, in den Tank zurückfliessen und nur dazu beitragen, die Räckförderpumpenleistung dauernd zu vergrössern und den Wirkungsgrad des Getriebes zu verschlechtern. Bei Anwendung des Erfindungsgedankens kann die Pumpe selbst und ihr Antrieb sehr einfach und besonders klein gewählt werden, so dass nur ein sehr kleiner Betrag der Gesamtleistung des Getriebes für die Rüekförderpumpénleistung benötigt wird und der Gesamtwirkungsgrad des Getriebes sich dadurch erhöht.
Ein weiterer, ganz wesentlicher Vorteil dieser Anordnung liegt darin, dass die Betriebsflüssigkeit zwischen den einzelnen Kreisläufen sehr sauber geführt wird. Es ist üblich, den Flüssigkeitsaustausch in Kreisläufen dadurch vorzunehmen, dass die Flüssigkeit nach aussen abgespritzt wird. Dabei wird das Öl sehr fein verteilt und verwirbelt und neigt dabei, wie bekannt, sehr stark zur Schaumbildung.
<Desc/Clms Page number 2>
Bei Flüssigkeitsgetrieben unter Anwendung des Erfindungsgedankens tritt das 01 jedoch, ohne dass es Gelegenheit hat, mit Luft in Berührung zu kommen, aus dem einen Kreislauf in den adern über und erhöht damit die Betriebssicherheit ganz ausserordentlich.
Um den Flüssigkeitsstrom hinter den einzelnen Kreisläufen entweder in einen andern Kreislauf leiten zu können oder ihn in den Ölsammelraum des Getriebes zurückzuführen, sind Steuerorgane angeordnet, die aus Schiebern, Ventilen od. dgl. bestehen können. Es ist dabei möglich, diese Steuerorgane entweder durch willkürliehen Eingriff zu bedienen oder sie durch das Getriebe selbst betätigen zu lassen. Eine Anordnung dieser letzteren Art ist beispielsweise in der Zeichnung gezeigt, in der das Flüssigkeitsgetriebe aus einem dauernd gefüllten Wandlerkreislauf mit schaltendem Leitrad und einem Zusatzkupplungskreislauf besteht, die im Innern des umschliessenden Gehäuses G angeordnet sind.
Der abtriebsseitig angeordnete kombinierte Drehmoment-und Kupplungskreislauf besteht aus dem Pumpenrad PW, dem Turbinenrad TW sowie dem Schaufelrad S, das beim Arbeiten des Getriebes im Wandlerbetrieb sich über die Sperrvorrichtung Kl gegen das feste Gehäuse abstützt und beim Arbeiten des Getriebes im Kupplungsbetrieb über die Sperrvorrichtung K2 mit als Turbine wirkt. Die antriebseitig angeordnete Zusatzkupplung besteht aus dem Pumpenrad PK, das von der Antriebsmaschine über die Welle A angetrieben wird, und dem Turbinenrad TK, das über die Abtriebswelle B mit dem Aehsantrieb des Fahrzeugs in Verbindung steht.
Von der Antriebswelle A wird in dem gewählten Beispiel eine Rück-förderpumpe N durch Kettentrieb 0 angetrieben, die das Betriebsöl des Getriebes aus dem am Gehäuse befestigten Tank V durch die Eintrittsöffnung. E in die Kreisläufe fördert und den zur Schmierung und Kühlung notwendigen Ölumlauf aufrechterhält. Arbeitet das Getriebe lediglich mit dem kombinierten Drehmomentwandler-und Kupplungskreislauf, so füllt die durch die Öffnung E eintretende Betriebsflüssigkeit diesen Kreislauf und verlässt denselben wieder durch den Hohlraum zwischen der Leitapparathohlwelle D und der Turbinenzwischenwelle C.
Der Ringschieber R, der verschiebbar auf der Leitapparathohlwelle D angebracht ist, befindet sich dabei in seiner linken Endstellung, so dass das Öl durch die Abspritzbohrungen d1 in der Mtapparathohlwelle und r im Ringschieber in den Ölabspritzraum und von da durch die Öffnung F wieder in den Tank zurücktritt. Die Umschaltung von dem Wandler-auf den Kupplungsbetrieb erfolgt dabei in bekannter Weise unter Anpassung an die an der Abtriebswelle verlangten Drehmomente vollkommen selbsttätig durch das
EMI2.1