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Verfahren und Maschine zum rationellen Säen sowie Streuen von Kunstdünger od. dgl.
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die Inneneinrichtung der Säschar freigelegt werden kann. Der Rahmen läuft nach hinten in Sterzen 10 aus, mittels denen die Maschine am Boden geführt wird. Die Säschar 4 (Fig. 2 und 3) besteht aus den beiden Seitenwänden 7 mit unteren, im wesentlichen waagrechten Führungskanten 9 und einem sie vorne verbindenden häufelpflugartigen Schnabel 8. An der Rückseite der Säschar 4 ist eine heb-und senkbare Vorrichtung vorgesehen, die im, wesentlichen. aus zwei pflugartigen, schräg nach hinten und auswärts gerichteten Ablenkflügeln 24 besteht, die beiderseits über die Breite der Säschar vorstehen.
Diese Flügel sind an einem im Querschnitt U-förmig gestalteten Schlitten 12 angeordnet, der die Schar hinten umfasst und an ihr mittels eines Querbolzens 12'geführt ist, der durch an den Seitenwänden 7 angeordnete Schlitze 11 hindurchgeht. Mit dem Schlitten ist ferner eine Führungshülse 13 verbunden, die an einer am Rahmen 2 befestigten Hülse 14 geführt ist. Beide Hülsen werden von einer am unteren
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ferner eine Feder 16 angeordnet, die sich unten auf dem Boden des Rohres und oben auf eine gelochte Platte 15 stützt. Diese Feder hält den Schlitten 12 samt Flügeln 24 in der tiefsten Stellung, die durch den Anschlag des Bolzens 12'am unteren Ende der Schlitze 11 gegeben ist.
Durch Anziehen des Zugorgans 21 können die Teile 12, 24 entgegen dem Druck der Feder 16 so hoch angehoben werden, dass sie sich über dem Boden befinden und dadurch die Flügel 24 ausser Wirkung kommen. Die Teile 12, 24 können aber vor allem durch die Vorrichtung 20 in verschiedenen Höhenlagen eingestellt werden.
Das mit dieser Maschine auszuführende Verfahren ist folgendes : Beim Fahren mit der Maschine greift die Schar 4 (Fig. 4) bis zu einer gewissen Tiefe in den Boden ein und zieht dabei eine Furche von der Tiefe a, wobei das durch den Schnabel gefurchte Erdreich zu beiden Seiten der Säschar aufgeworfen wird. Befinden sich dabei die Flügel 24 in ihrer tiefsten Lage (Fig. 2 und 4), dann wird durch diese das ganze zu beiden Seiten der Schar 4 befindliche Erdreich von der entstandenen Furche abgedrängt.
Dieses Erdreich kann daher nicht in die Furche rückfallen und wird letztere dadurch verbreitert und offen gehalten, so dass der eingebraehte Samen oder Kunstdünger od. dgl. oder beide am Grund der Furche leicht überseh-und überprüfbar offen zu Tage liegen. An Hand dieses Streubildes können nun alle vorne erwähnten Verstellungen, Einregelungen, Korrekturen od. dgl. vorgenommen werden, die erforderlich sind, um die gewünschten verbesserten Verhältnisse bezüglich Menge und Verteilung des Streugutes zu schaffen.
Sind diese Verhältnisse nunmehr gegeben, dann werden die Flügel 24 auf die erforderliche Höhe eingestellt und das Verfahren ist sodann folgendes : Angenommen, dass die Flügel 24 gemäss Fig. 5 z. B. in der Entfernung b von der unteren Seharkante 9 durch die Vorrichtung 20 eingestellt worden sind, dann drängen sie die oben befindliche trockener Erdschicht, z. B. von der Höhe c, weg, während die tiefer liegende, bodenfeuchte Erde unter den Flügeln 24 in die Furche einfällt und das eingebrachte Streugut in der Höhe b zudeckt, wobei eine seichte, seitlich schräg ansteigende Furche von der Tiefe c verbleibt, deren Boden z. B. durch eine Druckrolle an den Samen angedrückt werden kann.
Die Höhe b dieser Erddecke ist je nach Massgabe der vorhandenen Bodenfeuchte, der verwendeten Menge und Art des Kunstdüngers sowie insbesondere der Samengrösse individuell durch die Einstellung bei 20 regelbar, und bleibt diese Unterbringungstiefe b auch bei zufälligerweise besonders lockerem Erdreich, in welches die Flügel 24 samt der Schar tiefer eintauchen werden, automatisch gesichert.
Die verbliebene Furche von der Tiefe c bleibt zunächst offen und kann, wenn im Jugendstadium der Pflanzen sich nicht genügende Niederschläge einstellen, auch überhaupt offen bleiben, weil sich in Furchen Feuchtigkeit besser hält. Allerdings wird die Furche von den natürlichen Einflüssen (Frost, Sonne, Wind u. a.) allmählich und langsam eingeebnet. Bei ausreichender Bodenfeuchte kann die Furche, sobald die aufgegangene Saat genügend bewurzelt ist, z. B. durch Abeggen, auch früher geschlossen werden, was für die Bestockung sehr vorteilhaft ist.
Es wird bemerkt, dass die vollständige Verdrängung der Erde gemäss Fig. 4 nur einmalig und kurz ist und diagnostischen Zwecken zur Feststellung der Bodenfeuchtigkeit und Tiefenlage, der Menge und der Verteilung des Gutes vor Beginn der eigentlichen Aussaat oder des Streuens von Kunstdünger od. dgl. oder beider dient und dass dann erst die Aussaat oder das Streuen oder beides je nach Bedarf entweder bei irgendeiner Zwischenstellung der Verdränger 24 gemäss Fig. 5 oder bei vollkommen angehobenen Verdrängern 24 stattfindet. Erst wenn ein neues Feld oder eine physikalisch anders beschaffene Fläche zum Ansäen gelangt, wird die kurze und einmalige Feststellung gemäss Fig. 4 wiederholt, um sodann neuerlich das Ansäen wie oben fortzusetzen.
Nach diesem Verfahren ist es also möglich, auch die feinsten Sämereien und auch unter Kunstdüngermitstreuung in nur feuchte, tiefere Bodenschichten zu säen, ohne dieselben mit einer zu hohen Erddecke, welche die feinen Keime nicht durchdringen können, zu bedecken bzw. ist es so vermeidbar, Feinsämereien, die ja sehr seicht untergebracht werden müssen, ungenügender Bodenfeuchte bzw. keimschädigender Einwirkung des etwa mitgesäten, in der oberen trockenen Erdschicht ungelöst bleibenden Kunstdüngers preiszugeben, dessen Beigabe eben erst durch das erfindungsgemässe Verfahren rationell gesichert erscheint.
Wenn z. B. ein kleiner Samen, wie Mohn, Klee od. dgl., angesät werden soll, so ist es der geringen Wachstumsenergie der zarten Keime wegen notwendig, denselben ganz seicht in der Erde unter-
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zubringen, die aber während der Saat sehr oft in der oberen Schicht so ausgetrocknet ist, dass bei der seichten Unterbringung des Samens dieser nur ungenügend Bodenfeuchtigkeit hätte. Wenn kein Niederschlag in der nächsten Zeit erfolgt, wird in einem solchen Falle der Samen leiden und schliesslich zugrunde gehen und ist es bei den bis heute bestehenden Verfahren und Maschinen eben oft nicht möglich gewesen, kleine Sämereien genügend seicht und trotzdem im feuchten Boden unterzubringen.
Diesem Übelstande hilft die Erfindung ab, indem gemäss Fig. 5 durch Verdrängen der oberen, trockenen Erde vermittels der beliebig einstellbaren Verdränger 24 auch der kleine Samen von feuchter Erde und überhaupt jeder Samen gemäss seiner Individualität von einer ihm eben entsprechend hohen, sichergestellt feuchten E-'ddecke bedeckt wird, welche individuelle, genau einstellbare feuchte Erdbedeckung automatisch auch im lockeren Boden gesichert bleibt, indem die Erdverdränger durch das tiefere Einsinken der Schar nur das Plus der oberen trockeneren Erde verdrängen, während die feuchte Erddecke der Saat gleich hoch bleibt.
Werden die Ablenkflügel 24 insbesondere an ihrer unteren Kante mit horizontalen Messern versehen oder zu solchen ausgebildet, dann räumen sie nicht nur die Erde zur Seite, sondern schneiden zugleich das in ihrem Bareieh wurzelnde Unkraut weg, wodurch ausserdem die Wirkungsweise der Erdverdränger erleichtert wird. Die weiteren Erfordernisse für das richtige Gedeihen der Saat, so die Regelung der Menge und der möglichst gleichmässigen Verteilung des Saatgutes oder des Kunstdüngers od. dgl. oder beider in der Furche, werden durch andere Einrichtungen bewirkt, die nicht Gegenstand dieses Patentes sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum rationellen Säen sowie Streuen von Kunstdünger od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass zunächst mit Hilfe von an beiden Seiten der Schar bzw. Scharen angebrachten Ablenkorganen das gesamte, von der Schar aufgeworfene Erdreich beiderseits seitlich abgedrängt und in die somit gegen Einsturz gesicherte Furche das Gut (Saat, Kunstdünger od. dgl.
oder beides) eingebracht wird, so dass die Menge, Verteilung und Unterbringungstiefe des Gutes sowie die Bodenfeuchtigkeit der Furche überprüft und danach die Maschine eingeregelt werden kann, worauf die Furche über dem Gut geschlossen wird, derart, dass bei zu tief erfolgter Unterbringung des Gutes durch entsprechende Höheneinstellung der Ablenkorgane die trockene Oberschicht der aufgeworfenen Erde seitlich abgedrängt und nur die darunter befindliche feuchte Erde in der für das jeweilige Gut erforderlichen Höhe zum Einfallen in die Furche gebracht wird, dagegen bei richtiger Tiefenlage des Gutes das ganze von der Schar aufgeworfene Erdreich durch gänzliches Anheben der dadurch wirkungslos werdenden Ablenkorgane auf das Gut fallengelassen wird.