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Elektromagnetisches Relais, das auf Gleichstrom und auf Wechselstrom bestimmter Frequenz anspricht.
Es sind Fernsprechsysteme bekannt, bei denen ein bestimmter von mehreren an einer gemeinsamen Leitung liegenden Teilnehmern durch Aussendung einer oder zweier bestimmter Frequenzen gewählt wird. Die Anordnung ist in diesen Fällen derart, dass jedem Teilnehmer ein Relais zugeordnet ist, welches in Brücke an der gemeinsamen Leitung liegt. Während einer Verbindung ist dieses Relais durch den von der Zentrale kommenden Gleichstrom erregt und sperrt durch Öffnen bestimmter Kontakte die nichtsprechenden Teilnehmer. Ausser diesen normalen Relaisfedern trägt das Relais eine oder mehrere auf bestimmte Frequenzen ansprechende, aus magnetischem Material bestehende Federn.
Um einen Teilnehmer zu rufen, werden bestimmte Frequenzen in die Leitung geschickt und durch das in dem Relais entstehende Wechselfeld die Federn magnetisch in Schwingung versetzt.
Es hat sich gezeigt, dass die Abstimmung der Federn sieh jedoch durch das Magnetfeld ändert, das durch den die Relaisspulen durchfliessenden Gleichstrom entsteht. Bei stärkerer Magnetisierung wird die Abstimmung der Federn tiefer. Hierin liegt jedoch ein Nachteil, da diese Teilnehmerrelais von der Zentrale verschieden weit entfernt sind und infolgedessen von Gleichströmen verschiedener Stärke durchflossen werden. Die Abstimmung der Federn muss deshalb jeweils der Entfernung von der Zentrale angepasst werden.
Gemäss der Erfindung werden bei Erregung durch Gleichstrom eine Anzahl gewöhnlicher Relaisfedern betätigt und bei Erregung durch Wechselstrom bestimmter Frequenz ein oder mehrere auf die betreffende Frequenz abgestimmte Federn mechanisch in Schwingungen versetzt. Dies hat den Vorteil der grösseren Empfindlichkeit und der Unabhängigkeit der Resonanzeinstellung von dem durch den Gleichstrom entstehenden magnetischen Feld.
An Hand der Fig. 1 wird nun das Prinzip der Erfindung besprochen.
Das Relais betätigt durch seinen Anker A ein normales Federpaket FP. Auf dem Anker sind eine oder mehrere auf bestimmte Frequenzen ansprechende Federn RF angebracht, deren Kontakte fixen Gegenfedern GF gegenüberstehen.
Wird nun in die Wicklung RW Gleichstrom geschickt, so zieht der Anker an und das Federpaket FP wird umgelegt. Auf dem Relaiskern liegt eine gekrümte elastische Feder EF, so dass in angezogenem Zustand der Anker auf einer elastischen Unterlage ruht. Wird nun in die Wicklung Wechselstrom geschickt, so beginnt der Anker infolge der elastischen Unterlage leise zu vibrieren. Diese Erschütterungen übertragen sich auf die abgestimmten Resonanzfedern RF, die im Falle der Resonanz in Schwingungen mit grosser Amplitude geraten und mit der Gegenfeder periodisch Kontakt machen.
Die hiedurch ausgelösten Schaltvorgänge sind für die Erfindung unwesentlich und werden nicht näher beschrieben.
Die elastische Unterlage kann auch in einer andern Form ausgeführt sein, z. B. aus Gummi, Filz od. dgl.
Eine weitere Ausführungsform zeigt Fig. 3, die auf der Grundform des bekannten Flachrelais aufgebaut ist. Das Relais hat vorne einen Polschuh PS, der einen flachen Anker A anzieht. Der Anker betätigt bei Gleichstromerregung ein Federpaket FP.
Der Anker hat zwei seitliche Stützen Bt und zwischen diesen ist ein Stahldraht D, oder ein dünnes Stahlblech ausgespannt. In dem Polschuh befindet sich eine Nut, in der sich bei Anziehen des Ankers der Stahldraht bewegt. Der Anker zieht so lange an, bis der Stahldraht auf der Reguliersehraube RS
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aufsitzt. Die Einstellung ist hiebei so zu machen, dass der Luftspalt zwischen Anker und Polschuh dem eines normalen Relais entspricht. Infolge des Stahldrahtes ist der Anker in angezogenem Zustand elastisch gestützt und bei Einlangen von Wechselstrom gerät er in Vibrationen. Diese übertragen sich auf die an dem Anker angebrachten Eesonanzfedern-RF, die in Schwingungen geraten und mit der Gegenfeder GF Kontakt machen.
Die Erfindung lässt sich auch derart ausführen, dass die Resonanzfedern nicht auf dem normalen Anker befestigt sind, sondern dass ausser dem Gleichstromanker ein zweiter Anker oder ein anderes aus magnetischem Material bestehendes elastisch gelagertes Stück im magnetischen Fluss des Relais liegt. Eine derartige Ausführungsform zeigt Fig. 2. Der normale Anker A betätigt das Federnpaket FP.
Im Joch des Relais ist eine Aussparung, in die ein Eisenstück RA, das auf einer starken Feder LF befestigt ist, hineinragt. Dieses Eisenstück trägt die Resonanzfeder RF. Bei Einlangen von Wechselstrom wird das Eisenstück in leichte Vibrationen versetzt, die sich auf die Feder übertragen und diese zu Schwingungen erregen.
Diese Ausführungsform, bei der der Gleichstromanker und der die Resonanzfeder tragende magnetische Teil voneinander getrennt sind, lässt verschiedene Variationen zu.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Elektromagnetisches Relais, das auf Gleichstrom und auf Wechselstrom bestimmter Frequenz anspricht, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erregung durch Gleichstrom eine Anzahl gewöhnlicher Relaisfedern betätigt und bei Erregung durch Wechselstrom bestimmter Frequenz eine oder mehrere auf die betreffende Frequenz abgestimmte Federn mechanisch in Schwingungen versetzt werden.