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Schalter, bei dem durch einen in einem gas-oder flüssiglieitsgefilllten Raum brennenden Hilfslichtbogen die zur Löschung erforderliche Flüssigkeits-oder Gasströmung an der Unterbrechung- stelle erzeugt wird.
Es ist bekannt, mit Hilfe der Stromwärme des abzuschaltenden Stromes Gas zu erwärmen und damit unter Druck zu setzen, wobei dieses Gas dann einer von der Druckerzeugungsstelle getrennten
Löschstelle zugeführt wird und dort die Löschung des Lichtbogens bewirkt. Weiterhin ist es bekannt, in einem ölgefüllten Schalter aus Öl unter Verwendung eines Hilfslichtbogens Dampf oder Gas zu erzeugen und damit eine Ölströmung an der Löschstelle herbeizuführen. Die bekannte Anordnung hat bei Verwendung von Gas den grossen Nachteil, dass das zur Löschung notwendige Gas vorher beim
Unterdrucksetzen erwärmt wurde. Heisses Gas ist aber bekanntlich zur Lichtbogenlöschung sehr ungeeignet. Man hat versucht, diesen Mangel durch Zwischenschaltung von Kühleinrichtungen zu mildern. Der Schalter wird aber dadurch kompliziert und teuer.
Bei Verwendung von Öl ist es sehr nachteilig, dass der Hilfsliehtbogen das Öl ebenfalls, u. zw. während längerer Dauer, zersetzt. Ferner sind bei den bekannten Schaltern immer relativ grosse Ölmengen zur Anwendung gelangt, wodurch die bei Ölschaltern bekannten Gefahren vorhanden sind.
Die Erfindung besteht darin, dass der vom Hilfslichtbogen erzeugte Druck unmittelbar auf den Flüssigkeitsspiegel einer leichtbeweglichen Flüssigkeitssäule geringer Masse wirkt und die Flüssigkeitsströmung durch die Unterbrechungsstelle hindurch gegen einen zweiten gasgefüllten, im wesentlichen geschlossenen Teil des Schaltgefässes erfolgt.
Diese Anordnung hat den Vorteil, dass beim Löschvorgang kein heisses Gas von der Druckerzeugungsstelle nach der Löschstelle gelangen kann und dass infolge der leichtbeweglichen Flüssigkeitssäule von kleiner Masse das System leicht dem Impuls, der von der Druckstelle ausgeht, folgen kann. Bei Verwendung von Öl ist der Umstand vorteilhaft, dass die Flüssigkeitsmenge an sich sehr gering ist.'
Insbesondere kann das Schaltgefäss vollkommen geschlossen sein. Ein besonderer Vorteil besteht dabei darin, dass man das Schaltgefäss unter statischen Überdruck setzen kann, wodurch die Löschung des Lichtbogens begünstigt und die Durchschlagsspannung im Innern des Schalters erhöht wird.
Um bei der Druckerzeugung eine Flüssigkeitszersetzung zu vermeiden, ist es nach der weiteren Erfindung zweckmässig, die Druckerzeugung durch Erwärmen eines Gases herbeizuführen. Das Schaltgefäss umschliesst dann zwei Gasräume, von denen der eine, die Druckerzeugungsstelle enthaltende, als Druckerzeugungsraum, der andere, puffernd wirkende, als Gaspufferraum bezeichnet werden möge.
In diesem Falle ist es vorteilhaft, die beiden Gasräume durch ein U-förmiges Rohr zu verbinden, in dem sich die Flüssigkeitssäule befindet, denn dann wird die Flüssigkeit durch die Schwerkraft nach jedem Schaltvorgang wieder selbsttätig in ihre ursprüngliche Lage zurückgeführt. Um eine möglichst intensive Gas-oder Flüssigkeitsströmung an der Löschstelle zu erzielen, ist es zweckmässig, diese so auszubilden, dass dort der Strömungsquerschnitt an einer oder mehreren hintereinander liegenden Stellen verengt ist. Weiterhin kann man die Lösehwirkung noch dadurch begünstigen, dass man die Löschstelle mit einer an sich bekannten ein-oder mehrstufigen elastischen Expansionskammer umgibt.
Soll der Schalter als reiner Flüssigkeitsschalter arbeiten, so wird nach der Erfindung die Löschstelle so angeordnet, dass sie dauernd in der Flüssigkeit liegt. Soll der Schalter hingegen als Gasschalter arbeiten, so wird man die Löschstelle soweit vom Flüssigkeitsspiegel entfernt anordnen, dass zumindestens während des eigentlichen Unterbrechungsvorganges die Flüssigkeit die Löschstelle nicht
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berührt. Dabei muss selbstverständlich die Löschstelle so ausgebildet sein, dass eine möglichst intensive axiale Gasströmung entsteht (Einfach-oder Doppeldüse u. dgl.).
Zweckmässig kann bei einem Flüssigkeitsschalter nach der Erfindung eine nicht brennbare Isolierflüssigkeit verwendet werden, z. B. chloriertes Di-Phenyl oder Tetrachlorkohlenstoff.
Unter Umständen kann es zweckmässig sein, die Löschstelle nur vorübergehend mit der Flüssigkeitssäule in Berührung zu bringen. Eine besonders günstige Anordnung erhält man z. B. dann, wenn
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Ströme wird dann die relativ kleine Gasströmung genügen, um die Unterbrechung herbeizuführen.
Beim Abschalten von schweren Kurzschlüssen wird es aber notwendig sein, die Lösehstelle mit Flüssig- keit, z. B. mit Öl, zu durchströmen. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass bei den normalen Betriebs- schaltungen eine Zersetzung des Öles überhaupt nicht auftritt. Unter Umständen kann es zweckmässig sein, die Flüssigkeitssäule aus zwei oder mehreren übereinander gelagerten Flüssigkeiten zusammen- zusetzen, z. B.
Wasser, chloriertes Di-Phenyl, wobei das Wasser zur Lichtbogenlösehung benutzt wird, und das nicht brennbare, isolierende chlorierte Di-Phenyl die Löschstelle vorübergehend nach der
Löschung isoliert, bis die Temperatur an der Druekerzeugungsstelle soweit gefallen ist, dass die dort vorhandene Unterbrechungsstrecke der Spannungsbeanspruchung allein standhält. Es ist auch möglich, eine isolierende Flüssigkeit, insbesondere Öl, einer leitenden Flüssigkeit zu überlagern, z. B. Wasser.
Dadurch erhält man einen Schalter mit denkbar geringster Ölmenge. Als Flüssigkeiten kann man bei
Verwendung eines vollkommen geschlossenen Schalters auch solche verwenden, die bei Atmosphären- druck und Raumtemperatur nicht flüssig sind, z. B. Ammoniak, Kohlensäure od. dgl., wobei man in diesem Falle den weiteren Vorteil hat, dass etwa entweichendes Gas selbsttätig aus der Flüssigkeit durch Verdampfung wieder ersetzt wird.
Um das Abschalten kleiner Ströme möglichst auch in ein bis zwei Halbwellen zu bewerkstelligen, ist es zweckmässig, zur Bewegung der Flüssigkeit eine zusätzliche, von der Stromwärme unabhängige Einrichtung vorzusehen. Man kann z. B. in an sich bekannter Weise durch die Ausschaltbewegung einen Kolben betätigen, der die Flüssigkeit in Bewegung setzt. Man kann auch eine bei der Einschaltung gespannte Feder auf die Flüssigkeit einwirken lassen. Ferner ist es möglich, aus dem Gaspufferraum eine kleine Menge Gas abzulassen, wodurch ebenfalls die Flüssigkeit in Bewegung gesetzt wird.
Um den Flüssigkeitsstand kontrollieren zu können, ist es zweckmässig, das Rohr ganz oder teilweise durchsichtig zu gestalten. Meist ist es zweckmässig, den Flüssigkeitskanal ganz oder teilweise als Isolierrohr herzustellen oder in einen Isolierkörper einzubetten.
Wenn durch den Abschaltvorgang eine zusätzliche Gaserzeugung entsteht, z. B. durch Zersetzung von Flüssigkeit oder Aufspaltung von Gasen, so ist es zweckmässig, einen Teil der erzeugten Gase aus dem Schalter zu entfernen. Dies kann in einfachster Weise durch ein entsprechend ausgebildetes Ventil erfolgen. Da bei der Abschaltung meist niedermolekulare Gase entstehen, insbesondere Wasserstoff, so hat man die Möglichkeit, mindestens eine Stelle des allseitig geschlossenen Schaltgefässes so auszubilden, dass die Sehaltgase, insbesondere Wasserstoff, herausdiffundieren können, z. B. als Eisenwand. Wird mit statischem Überdruck gearbeitet, so ist es unter Umständen zweckmässig, den Druck durch Verbindung mit einem Druckgefäss aufrechtzuerhalten. Man kann auch dampf-oder gasabgebende Körper im Innern des Schalters anordnen, z.
B. Kohlensäureschnee. An der Druckerzeugungsstelle wird man zweckmässig ein Gas verwenden, das sich unter dem Einfluss hoher Temperaturen nur vorübergehend verändert, anderseits aber hohe Durchschlagsfestigkeit aufweist, z. B. Stickstoff. Anderseits ist es zweckmässig, an der Löschstelle ein für die Lichtbogenlöschung möglichst günstiges Gas zu haben, insbesondere Wasserstoff. Eine günstige Anordnung erhält man z. B., wenn der Pufferraum mit Wasserstoff abspaltendem Gas, z. B. Ammoniak, gefüllt ist, wobei vorausgesetzt wird, dass die Löschstelle dann in diesem Gasraum liegt. Verwendet man hingegen Öl zum Löschen des Lichtbogens, so ist es zweckmässig, in dem Pufferraum ein möglichst inertes Gas, z.
B. ebenfalls Stickstoff, zu haben, damit explosible Gemische mit dem aus dem 01 entstehenden Wasserstoff nicht auftreten können. In diesem Falle ist es zweckmässig, den Gaserzeugungsraum und den Pufferraum durch ein dünnes Rohr zu verbinden, welches nur einen allmählichen Druckausgleich gestattet.
Durch den Lichtbogen entsteht an der Löschstelle ebenfalls ein Druck, welcher der Bewegung der Flüssigkeitssäule entgegenwirkt. Um eine Beschleunigung der Flüssigkeitssäule in der Richtung von der Löschstelle nach dem Druekerzeugungsraum, d. h. vom Lichtbogen weg, zu verhindern, ist es zweckmässig, den Strömungswiderstand in dieser Richtung grösser zu machen, wie umgekehrt. Die
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ventil anordnet.
Um die Lichtbogenspannung während des Strommaximums an der Löschstelle möglichst klein, die Entionisierung während des Stromnulldurchganges hingegen möglichst gross zu machen, ist es zweckmässig, Inhalt und Druck der Gasräume mit der Masse der Flüssigkeitssäule derart abzustimmen, dass die grösste Strömungsgeschwindigkeit an der Löschstelle während des Stromnulldurchganges und eine möglichst kleine Strömungsgeschwindigkeit zu Zeiten des Strommaximums auftritt.
Diese Massnahme kann noch dadurch unterstützt werden, dass man die Kontakte an der Löschstelle derart aus-
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bildet, dass ihr Abstand von der Strömungsgeschwindigkeit beeinflusst wird und bei grosser Strömungs- geschwindigkeit des Lösehmittels gross, bei kleiner Strömungsgeschwindigkeit klein ist. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden, dass ein oder beide Kontakte federnd ausgeführt sind, wobei durch die
Flüssigkeitsreibung, welche immer abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit ist, diese Feder zusammengedrückt wird. Um Zeit für die Beschleunigung der Flüssigkeitssäule zu gewinnen, ist es im allgemeinen zweckmässig, die Löschstelle so auszubilden, dass auch bei geschlossenem Kontakt bereits eine Strömung möglich ist.
Um die Kraft, mit der die Flüssigkeitssäule in den Lichtbogen hineingepresst wird, zu ver- grössern, kann es zweckmässig sein, an der Druckerzeugungsstelle einen Differentialkolben anzuordnen.
Man wird dabei zweckmässig den Raum unter dem grossen Kolben des Differentialkolbens nach dem
Pufferraum hin entlasten.
Parallel zu den Kontakten an der Druckerzeugungsstelle kann man eine Impedanz (Widerstand, Kapazität, Induktivität) anordnen. Diese Impedanz kann beim Einschalten in bekannter Weise als Vorstufenwiderstand wirken ; beim Ausschalten kann ein Widerstand als sogenannter Schaltersehutzwiderstand Anwendung finden, durch den der Spannungsanstieg der wiederkehrenden Spannung und die Grösse des Abschaltstromes verringert werden. Wird der Widerstand im Innern des Druckerzeugungsraumes angeordnet, so kann er zusammen mit dem Lichtbogen oder auch bei entsprechend kleinem Wert für sich allein die Erwärmung des Druckraumes bewirken.
Es ist zweckmässig, im Falle der Anwendung eines gasgefüllten Druckerzeugungsraumes diesen aus Metall herzustellen, weil dann durch die strahlende Wärme des Lichtbogens keine Verbrennungen entstehen und die Metalldampfbildung unschädlich ist. Es kann von Vorteil sein, den Pufferraum ebenfalls aus Metall herzustellen und die Isolation lediglich auf den Flüssigkeitskanal zu beschränken. Wird als Flüssigkeit für die Löschung eine nicht isolierende Flüssigkeit, z. B. Wasser, verwendet, so hat eine mit Vorkontakt ausgerüstete Druckerzeugungsstelle zwei Vorteile. Einmal vollzieht sich an ihr die Einschaltung, so dass kein Vorstrom durch die Wassersäule hindurchgeht. Ferner wirkt sie im ausgeschalteten Zustand als Lufttrennstreeke, die in Reihe liegt mit dem Löschkontakt.
Wird der Schalter unter statischen Überdruck gesetzt, so kann der Schalthub infolge der dann vorhandenen hohen Durchschlagsfestigkeit sehr klein gemacht werden. Dies ist von ausserordentlichem Vorteil für die Abmessungen und den Preis des Schalters. Um die Isolation über dem offenen Schalter noch zu verbessern und die Trennstrecke sichtbar zu machen, kann man neben den beiden Schaltstellen im Innern in an sich bekannter Weise eine zwangläufig gesteuerte Schaltstelle ausserhalb des Schalters anordnen. Will man grosse Dauerströme übertragen, so ist es zweckmässig, parallel zu der einen oder zu beiden Schaltstellen im Innern noch eine weitere Schaltstelle ausserhalb vorzusehen.
Die vollkommen geschlossene Schalterausführung ist besonders für Räume mit schlagenden Wettern und für Freiluftaufstellung geeignet.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Schalter mit nur einem Gasraum. Die Fig. 2-7 zeigen Schalter mit zwei Gasräumen beiderseits der Flüssigkeitssäule. Fig. 8 stellt einen Schalter mit Aussenkontakten, der beispielsweise für hohe Ströme geeignet ist, dar.
In Fig. 1 ist 1 das Schaltgefäss aus Isolierstoff, welches sieh oben in einen Luftbehälter 2 und unten in einen Flüssigkeitsbehälter 3 erweitert. 4 ist der als Düse ausgebildete Löschkontakt, an dem die Löschung des Hauptlichtbogens vor sich geht. 5 ist ein Gleitkontakt zur Stromübertragung auf den bewegliehen Schaltstift 6. 7 und 8 sind Vorkontakte, welche zur Erzeugung eines druckerzeugenden Hilfslichtbogens dienen. Der Strom wird dem Vorkontakt 8 zugeführt, fliesst von hier über 7, die Leitung 9, den Gleitkontakt 5 und den Schaltstift 6 dem Hauptkontakt 4 zu und wird durch die Leitung 10 abgenommen. Die Bewegung der Kontakte 7, 8 und des Schaltstiftes 6 erfolgt zwangläufig
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Wenn der Strom abgeschaltet werden soll, wird zuerst der Hilfskontakt 7, 8 geöffnet. Hiedurch wird ein Hilfslichtbogen in dem Teil 3 des Sehaltgefässes, welcher der Druckerzeugungsraum ist, unter Flüssigkeit erzeugt. Der Hilfslichtbogen verdampft und vergast die Flüssigkeit und erzeugt eine unter Druck stehende Gasblase, welche die in dem Rohr befindliche Flüssigkeitssäule nach oben beschleunigt.
Hiebei entsteht durch den düsenförmigen Löschkontakt 4 hindurch eine Strömung. Damit diese Strömung schon vor dem Austritt des Schaltstiftes 6 aus dem Löschkontakt 4 entstehen kann, ist dieser durchbrochen ausgebildet, beispielsweise aus einzelnen Lamellen zusammengesetzt. Der Schaltstift 6 öffnet den Kontakt gegenüber dem Vorkontakt 7, 8 nacheilend, so dass der dort entstehende Lichtbogen in einer Strömung gezogen wird, die axial durch die Düse 4 gerichtet ist und infolgedessen den darin brennenden Lichtbogen sehr wirksam kühlt. Der Lichtbogen wird daher mit verhältnismässig kurzer Länge gelöscht, ehe die Gase, die sich in der Druckerzeugungskammer 3 gebildet haben, an die Löschstelle gelangen.
Die Flüssigkeitssäule in dem Rohr 1 bildet nämlich einen Verschluss, welcher verhindert, dass während des Löschvorganges die hocherhitzte heissen Zersetzungsgase, die für die Löschung nicht geeignet sind, an die Löschstelle gelangen. Da die Flüssigkeitssäule nur eine geringe träge Masse hat und daher leicht beweglich ist, kann sie sehr rasch dem im Gefäss 3 erzeugten Druck folgen und den Lichtbogen an der Löschstelle wirksam einschnüren und kühlen.
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die Vorkontakte. Der Antrieb der Kontakte ist nicht dargestellt. Er erfolgt ebenso, wie es bei dem Ausführungsbeispiel Fig. 1 geschildert ist. Der Gasraum 13 ist mit Stickstoff gefüllt, der Gasraum 14 dagegen mit Wasserstoff. Die Flüssigkeitsfüllung 19 besteht aus chloriertem Di-Phenyl, also einer isolierenden, nicht brennbaren Flüssigkeit.
Die Flüssigkeitsfüllung ist so niedrig, dass der Löschkontakt 15 nicht mit ihr in Berührung steht.
Bei der Abschaltung wirkt der mit Stickstoff gefüllte Raum 1. 3 als Druckerzeugungsraum, der mit Wasserstoff gefüllte Raum 14 dagegen als Gaspuffer-und gleichzeitig als Lösehraum. Der ganze Schalter kann unter einem gewissen statischen Überdruck stehen. Unter der Wirkung des vom Hilfslichtbogen an den Kontakten 17, 18 erzeugten Druckes erhält die Flüssigkeitssäule 19 einen Impuls in Richtung auf die Löschstelle und erzeugt dadurch eine Strömung des Wasserstoffes von unten nach oben durch den düsenförmigen Kontakt 15 hindurch. Diese Wasserstoffströmung ist sehr wirksam für die Löschung des Lichtbogens, da der Wasserstoff unter allen Gasen die besten Löscheigenschaften
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entzogen und im Stromnulldurchgang erlischt der Lichtbogen mit kurzer Länge. Gleichzeitig erlischt der Hilfslichtbogen zwischen den Kontakten 17, 18 im Druckerzeugungsraum.
Der Stickstoff in diesem
Raum besitzt an sich eine wesentlich höhere Isolierfähigkeit als der Wasserstoff. Diese Eigenschaft ist allen molekular bleibenden Gasen eines Elementes eigentümlich. Seine Durchschlagsfestigkeit wird noch dadurch gesteigert, dass er von vornherein unter einem Überdruck steht. Infolgedessen kann der Lichtbogen weder in dem Druckerzeugungsraum 13 noch an der Löschstelle 15 wiederzünden. Nach der Löschung wirkt die Unterbrechungsstelle zwischen den Kontakten 17, 18 als eine mit der Löschstelle 15 in Reihe liegende Gasunterbrechungsstelle von besonders hoher Durchschlagsfestigkeit, wodurch der Schalter gegen Rückzündungen gesichert ist.
In Fig. 3 ist ein Schalter dargestellt, bei welchem im Gegensatz zu Fig. 2 die Lichtbogenlöschung an der Löschstelle nicht durch ein strömendes Gas, sondern durch strömende Flüssigkeit erfolgt, wobei die beiden Gasräume 13, 14 mit ein-und demselben Gas, z. B. Stickstoff, gefüllt sind und durch ein Druckausgleichsrohr 20 von geringem Querschnitt in Verbindung stehen. 21 ist eine Wassersäule, welcher auf der Seite der Löschstelle eine Ölsäule 22 überlagert ist. Die Ölsäule besitzt nur eine sehr geringe Höhe, weshalb dieser Schalter ein Mindestmass an Öl enthält. Wenn durch den von dem Hilfslichtbogen in dem Gefäss 1. 3 erzeugten Druck die Flüssigkeitssäule in Richtung auf die Löschstelle 15 beschleunigt wird, strömt durch diese nur das Öl hindurch, welches unter der Wirkung des Lichtbogens zersetzt wird.
Die Zersetzungsgase enthalten Wasserstoff, welcher für die Löschung des Lichtbogens sehr wirksam ist. Nach der Löschung des Lichtbogens tritt eine Erhöhung der Durchschlagsfestigkeit der geschaffenen Unterbrechungsstrecke durch die Isoliereigenschaft des Öles ein. Das Wasser kommt mit der Löschstelle gar nicht in Berührung, da der Löschvorgang beendet ist, bevor das Wasser an den Löschkontakt gelangen konnte. Auch bei diesem Schalter tritt nach der Löschung eine erhöhte Sicherheit gegen Rückzündung durch die hohe Durchschlagsfestigkeit der im Druckraum liegenden Reihenunterbrechungsstelle 17/18 ein. Der Druckausgleich nach vollzogener Abschaltung vollzieht sich durch das Druckausgleichsrohr 20.
Der Schalter nach Fig. 4 arbeitet so, dass die Löschstelle 15 nur vorübergehend in die Flüssigkeitssäule eintaucht. Das Eintauchen kann dabei entweder bei jeder Abschaltung oder nur bei schweren Abschaltungen erfolgen. Die Flüssigkeitssäule besteht aus chloriertem Di-Phenyl 2. 3, welches mit den Kontakten überhaupt nicht in Berührung kommt, sondern lediglich als Abschluss dient und aus Wasser 24, welches sich mit chloriertem Di-Phenyl nicht mischt. Beide Gefässe sind mit einem Gas, z. B. Luft oder Stickstoff, gefüllt. Kleine Unterbrechungsströme können schon durch eine kleine Luftströmung am Löschkontakt sicher gelöscht werden.
Infolgedessen ist die Anordnung so getroffen, und der Spiegel 25 der Flüssigkeit ist von der Löschstelle so weit entfernt, dass bei diesen kleinen Unterbrechungsströmen die Flüssigkeit gar nicht mit der Löschstelle in Berührung kommt. Bei schweren Abschaltungen dagegen erzeugt der Hilfslichtbogen einen grösseren Druck und eine stärkere Beschleunigung der Flüssigkeitssäule, wobei der Lichtbogen an der Löschstelle 15in das Wasser 24 gelangt. Infolgedessen entsteht eine starke Strömung der entstehenden Wasserdämpfe, welche geeignet sind, auch einen starken Lichtbogen mit kurzer Länge zu löschen.
Es kann auch eine solche Anordnung getroffen werden, bei der das chlorierte Di-Phenyl nach jedesmaliger Lichtbogenlöschung vorübergehend, seiner lebendigen Kraftfolgend, in die Unterbrechungstelle gelangt und deren Isolierung bewirkt. Wenn die Di-Phenylsäule wieder zurückläuft, ist eine gewisse Zeit nach Erlöschen des Lichtbogens verstrichen, während welcher sich der Druckerzeugungsraum abkühlen und damit die Durchschlagsfestigkeit der Reihenunterbrechungsstelle 17118 erhöhen konnte.
Bei der in Fig. 5 dargestellten Anordnung befindet sich im rechten Schenkel des Schaltgefässes eine Ölsäule 26, im linken Schenkel dagegen eine Säule von flüssigem Ammoniak. Der statische Druck, unter dem das Gefäss steht, ist entsprechend hoch gewählt. Im Gasraum 14 befindet sich gasförmiges Ammoniak. Etwaige Undichtigkeitsverluste werden immer wieder aus dem flüssigen Ammoniak ersetzt,
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Hebels 56 eingedrückt wird. Hiedurch strömt das in der Dose befindliche Öl durch die Löschstelle hindurch. Eine Strömung in entgegengesetzter Richtung wird durch das Rückschlagventil 62 verhindert.
Fig. 8 zeigt die Seitenansicht eines Schalters, welcher in an sich bekannter Weise zusätzliche aussen angebrachte Unterbrechungsstellen besitzt. 70 ist ein Parallelkontakt zu der Löschstelle 48, und 71 ist ein mit den beiden inneren Unterbrechungskontakten in Reihe liegender Luftkontakt. Der Strom wird hiebei im Innern des Schalters unterbrochen und danach werden die beiden Schaltstellen 70 und 71 geöffnet. Die Schaltstelle 70 braucht nur einen kleinen Schaltweg zu machen, da die Hauptisolierstrecke an der Schaltstelle 71 eingeschaltet wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schalter, bei dem durch einen in einem gas-oder flüssigkeitsgefüllten Raum brennenden
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stelle erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der vom Hilfslichtbogen erzeugte Druck unmittelbar auf den Flüssigkeitsspiegel einer leichtbeweglichen Flüssigkeitssäule geringer Masse wirkt, und eine Flüssigkeits- oder Gasströmung durch die Unterbrechungsstelle hindurch gegen einen zweiten gasgefüllten, im wesentlichen geschlossenen Teil des Schaltgefässes bewirkt.