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Futtersilo mit feststehenden Wänden und einem Aufsatzkasten, insbesondere zur Bereitung von
Sauerfutter, und Verfahren zum Einbringen des Futters.
Gegenstand der Erfindung ist ein Futtersilo mit feststehenden Wänden, insbesondere zur Bereitung von Sauerfutter, und ein Verfahren zur Einbringung des Futters in den Silo. Es wurde bereits vorgeschlagen, auf die gemauerten oder aus Beton hergestellten Silos Kasten aufzusetzen, um die Silos in voller Höhe zur Bereitung von Sauerfutter ausnutzen zu können, d. 11. trotz des Zusammensacken des Futters auf 3/4 bis der eingefüllten Höhe während der Gärung einen schliesslich voll mit Sauerfutter gefüllten Silo zu erhalten.
Damit keine Fehlgärungen eintreten, welche durch von aussen in das silierte Gut eintretende Luft verursacht werden könnten, wurden diese Aufsatzkasten sorgfältig abgedichtet und bilden einen schweren Bauteil, dessen Handhabung äusserst schwierig ist und verhältnismässig viel Hilfskräfte erfordert. Erfindungsgemäss wird derselbe Zweck unter Aufwendung weit geringerer Mittel dadurch erreicht, dass der Aufsatzkasten mit Bahnen aus luft-und feuchtigkeits- dichtem Stoff, z. B. Teerpapier, derart ausgekleidet ist, dass das in den Kasten eingefüllte Futter wirksam vor Luftzutritt geschützt ist, dass aber die im Futter noch enthaltene Luft und die sich bei der Gärung entwickelnden Gase unbehindert austreten können.
Die Verwendung dieser Stoffeinlagen ermöglicht, die Kasten aus Brettern roh zu zimmern und ihre Wände mit den einfachsten Mitteln zu verbinden, da die etwa vorhandenen Fugen wegen der Stoffeinlage unschädlich sind. Auch der Transport und das Aufstellen der Kasten ist wesentlich vereinfacht, weil sie in zerlegtem Zustande zur Gebrauchsstelle gebracht werden und dort zusammengefügt werden können, da dies keine besondere Sorgfalt erfordert und von jedem Hilfsarbeiter mit behelfsmässigen Mitteln bewerkstelligt werden kann.
Das Einbringen des Futters in den Silo geschieht in folgender Weise. Auf einem feststehenden Silo wird der mit der Auskleidung versehene Kasten aufgesetzt ; hierauf wird Futter in Silo und Kasten gefüllt und festgestampft oder festgetreten. Dann wird die Futteroberfläche ebenfalls mit Teerpapier od. dgl. bedeckt, u. zw. in der Weise, dass der Rand des Teerpapiers über die Kastenfläche erheblich vorsteht. Auf diese Zwischenlage wird Erdmaterial in solcher Stärke aufgehäuft, dass die Zwischenlage immer fest gegen die Oberfläche des Futters und der Auskleidung des Kastens gedrückt wird.
Die Auskleidung des Kastens und das Belegen der Futteroberfläche geschieht zweckmässig in der Weise, dass sich Bahnen von Teerpapier oder ähnlichem Stoff überdecken, wobei der über den Kasten vorstehende Rand der Zwischenlage so gross ist, dass die aufgeworfene Erde die Kastenauskleidung nicht berührt und Zwischenlage und Erde wie ein Gleitpfropfen wirken. Ist dann das Futter bis in Höhe des oberen Silorandes zusammengesackt und der Pfropfen soweit nachgerutseht, so bereitet eine Entfernung des Pfropfens nach Abnahme des Kastens keinerlei Schwierigkeiten. Zwecks Nachfüllung des Silos wird der Kasten erneut aufgesetzt und der Pfropfen dann wieder hergestellt.
Es ist bekannt, das Futter in Aufsatzkasten mittels eines schmiegsamen Stoffes abzudecken, der entweder mit Gewichten belastet oder zu einem Becken geformt und mit Wasser gefüllt ist. Diese Art von Deckeln hat jedoch den Nachteil, dass sie der lichten Weite des Aufsatzkastens genau angepasst sein müssen, trotzdem aber keinen luftdichten Abschluss gewährleisten. Die zweiterwähnte Art von Deckeln bringt ausserdem die Gefahr mit sich, dass sich das Becken bei ungleichmässigem Setzen des Futters schief stellt, wodurch Wasser ausfliesst und in das Futter gelangt.
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Fig. 1 zeigt einen Silo im senkrechten Schnitt, Fig. 2 eine Einzelheit hiezu und Fig. 3 einen Grundriss zu Fig. 1.
Die Wände 1 des in die Erde 2 eingemauerten oder einbetonierten Silos sind zweckmässig mit einer Abdichtungsmasse 3 versehen. Auf den oberen Rand des Silos ist einpassend ein Kasten 4 aufgesetzt, welcher sich mit den Anschlagleisten 5 auf die Silowände abstützt. Der Kasten kann aus einzelnen Brettern 6 zusammengesetzt sein, welche durch die untere Anschlagleiste 5 und die obere Leiste 7 zusammengehalten werden. Der Kasten kann zwecks platzsparender Aufbewahrung bei Nichtgebrauch zerlegbar aus Einzelwänden zusammensetzbar und an den Stellen 8 verschraubt oder mittels Haken und Ösen oder übereinanderfassender Schlitze zusammengefügt sein.
In diese Kasten bzw. an deren Wände legt man nun Teerpapier 9 od. dgl. und lässt dieses über das untere zweckmässig nach aussen abgeschrägte Ende des Kastens soweit überhängen (Überlappung 10),
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anlegt bzw. andrückt und somit die Abdichtungsschicht 3 des Silos und die abdichtende Papierschicht 9 im Aufsatzkasten einen zusammenhängenden gleichwertigen Siloraum bilden. Wenn der Aufsatzkasten ganz mit Futter vollgetreten ist, wird das Futter mit sich an den Rändern überdeckendem Teerpapier 12 so belegt, dass dieses entsprechend weit, etwa 20 cm über den Querschnitt des Kastens hervorragt.
Darauf wird beliebiges Erdmaterial 13 aufgeworfen, das selbst nicht dicht zu sein braucht, sondern nur die Papierdecke 12 an das Futter 11 angelegt halten soll, so dass die Papierdecke mit der Erde wie ein grosser Stopfen in einem Rohr beim Zusammensacken des Futters an den Kastenwänden heruntergleitet, den Lufteintritt immer verwehrend, dagegen es doch ermöglichend, dass die im Futterstock enthaltene Luft und die sich bildenden Gase heraustreten können. Ist dann das Futter aus dem Aufsatzkasten ganz in den Silo hineingesackt, dann kann man, wenn nötig, den Füllvorgang wiederholen, wobei die wenige aufgetragene Erde leicht zu entfernen ist, und hat schliesslich den ganzen Silo voll und seine Kapazität auch wirklich ausgenutzt.
Während des Vergärungsvorganges wird dauernd eine Gasbewegung aus den Ritzen zwischen dem Deckteerpapier und der Aufsatzkastenwand und zwischen den Stellen, wo sich die Papierbahnen überlappen, nach aussen stattfinden und daher auch eine Diffusionswirkung von Luft in den Futter-
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auch nicht mehr empfindlich und die Abdichtung durch das Teerpapier und die daraufliegende schwache Erdschicht vollkommen genügend.
Gegen Regen und andere Witterungseinflüsse genügt es, den Silo mit einem Deckel aus Brettern mit Pappe u. dgl. zu schützen. Zweckmässig wird der Aufsatzkasten oben schräg gehalten, so dass das Auflegen ebener Bretter eine schräge Dachwirkung herbeiführt. Das in den Aufsatzkasten eingehängte
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am Umfang des Kastens befestigt.
Als Belagmaterial kann Teerpapier od. dgl. dienen ; es eignet sich aber jedes luftdichte Material, das weich, genügend fest, schmiegsam und glatt genug ist.
Bei den gemauerten Silos oder Betonsilos wurde bisher auf das den Silo vorerst vollfüllende
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pritsche dicht gehalten wird. Bei dieser Lehmdeckung, welche etwa l/o n beträgt, macht das Wieder- herausschaffen der Spreu und des Lehms, besonders wenn es öfter geschehen muss, recht erhebliche Schwierigkeiten, und das Herausschaffen verschmutzt auch das Sauerfutter. Um Raumverluste möglichst zu vermeiden, kann man auf die Silos, wenn sie schon fast voll sind, Kasten aufsetzen und das Futter so zusammensacken lassen, dass der Silo annähernd voll gefüllt ist.
Der grosse Mangel solcher Aufsatzkasten ohne Auskleidung besteht aber darin, dass durch deren Bretter und durch die Ritzen zwischen den Brettern Luft zu dem Futter im Kasten gelangen kann und dass dadurch Fehlgärungen eingeleitet werden, die sich dann in der Silage ungünstig bemerkbar machen.
Das eingelegte Teerpapier lässt an den Rändern und dort, wo sich die einzelnen Bahnen überdecken, genug Möglichkeit, dass die Gase entweichen können, was man noch durch Anbringen von Abzugsrohren erleichtern kann, und die leichte Erdschicht, die man zur Aufschüttung auf das Papier verwendet, genügt, dass sich das Papier der Oberfläche des ungleichmässig zusammensackenden Futters immer anschmiegt. Die Überdeckung der Bahnen 12 ist genügend gross zu wählen, damit selbst grosse Oberflächenveränderungen den Luftabschluss nicht aufheben können.
Im Gegensatz zu eisernen Deckeln, welche zur Belastung von Sauerfutter in Silos schon verwendet worden sind, ist die Verwendung von Pfropfen gemäss der Erfindung und ausgekleideten Aufsatzkasten billiger. Ausserdem stösst die Verwendung besonderer eiserner Deckel mit entsprechender Aufzugsvorrichtung bei Landwirten meistens auf Abneigung und Ablehnung, während die Benutzung von Holz und das Bewerfen mit Erde dem Landwirt keine fremden Massnahmen sind. Der erfindungsgemässe Vorschlag wird daher leicht Anklang finden und eine Einsäuerung nach dem vorgeschlagenen Verfahren wird sich sehr bald einführen lassen, was um so wichtiger ist, als durch unsachgemässes Silieren von Grünfutter und Fehlgärungen wertvolles Tierfutter verlorengeht und eine Vermeidung dieser Fehler mit einfachen Mitteln sich unmittelbar in einer Verbesserung der Ernährungslage auswirkt.