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Vorrichtung zum Spreizen oder Nähern zweier Körper mittels an ihnen angeordneter Gelenkstäbe.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Auseinanderspreizen und zum Nähern zweier Körper. Diese Aufgabe ist bereits durch die Verwendung von gelenkig an den Körpern angeordneten Spreizstäben gelöst worden. Bei diesen bekannten Vorrichtungen bewirkt eine an dem einen Körper angreifende Drehkraft das Aufrichten und das Niederlegen der Spreizstäbe und damit das gegenseitige Entfernen bzw. Annähern der Körper. Dabei ist die Abstutzung der zueinander bewegten Körper von deren FÜhrung getrennt, denn der drehbare Körper ist gegen Verschiebung und der verschiebbare gegen Drehung gesichert. Die Art der Abstützung erfordert bei den bekannten Vorrichtungen in der Faltstellung einen erheblichen Raum, was in vielen Fällen hinderlich ist.
Erfindungsgemäss wird nun die gleiche Vorrichtung sowohl zum Führen als auch zum Abstutzen verwendet, wodurch neben der Beseitigung des genannten Mangels zugleich das Konstruktionsgewicht der Vorrichtung verringert wird. Nach der Erfindung ist dies dadurch erreicht, dass an dem einen Körper mindestens an drei Stellen die Scheitel von paarweise angeordneten Streben angreifen und von jedem Strebenpaar die eine Strebe, welche an dem zweiten Körper angreift, reehtsläufig ist, während jeweils die zweite Strebe, die an einem zu den beiden Körpern drehbar angeordneten Hilfsglied angreift, linksläufig ist.
Auf der Zeichnung sind mehrere Ausführungsformen der Erfindung schematisch als Beispiel dargestellt. Fig. 1 ist ein schaubildliches Schema einer Ausführungsform. Fig. 2 ist eine schaubildliche Darstellung einer andern Ausführungsform. Fig. 3 zeigt einen Tisch, bei dem die Erfindung Anwendung findet. Fig. 4 veranschaulicht einen aus mehreren erfindungsgemässen Elementen zusammengesetzten Scheinwerferturm. Fig. 5 zeigt zwei im Sinne der Erfindung ausgebildete und miteinander verschraubt Brückenelemente. Fig. 6 zeigt schematisch einen Teil einer Brücke, deren Träger aus den in Fig. 5 dargestellten Elementen bestehen.
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gleiche Abstände voneinander. Die Fläche C ist gegenüber der Fläche B verdrehbar.
Wird die Fläche C aus der in der Zeichnung dargestellten Lage gegen die Fläche B im Uhrzeigersinne um 1200 gedreht, so klappen sämtliche Streben in eine Ebene zusammen und bilden in der Horizontalen zwei ineinanderliegende gleichseitige Dreiecke (FaltsteIlung). Wird die Fläche C nunmehr im umgekehrten Sinne gegen die Fläche B verdreht, so erfolgt wiederum das Auseinanderspreizen der Flächen Bund A in die auf der Zeichnung dargestellte Lage. In der Spreizstellung sind die statischen Eigenschaften der Schraubenspreize die besten, u. zw. deswegen, weil ein ringförmiges Gebilde entsteht, das von sechs annähernd gleichseitigen Dreiecken gebildet wird, deren sämtliche Winkel sich beim Hub-und Senkvorgang ändern.
Durch Verlegen der Angriffspunkte o, p, q und r, s, t oder M, M der Gelenkstäbe mehr nach den Mittelpunkten der Flächen. B und C bzw. der Fläche. ä entsteht ein pyramidenstumpfähnliches Fachwerk, das in der Querbeanspruehung dem obengenannten zylindrischen Gebilde noch überlegen ist.
Werden die Befestigungspunkte statt auf einem Kreise auf einer andern Kurve, z. B. einer Ellipse angeordnet, so wird die gehobene Fläche il zugleich verwunden. In diesem Falle müssen mehr als drei Spreizen zur Erzielung der gewünschten Verwindung verwendet werden. Auf diese Weise können
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Hohlkörper, z. B. Hohlspiegel, aus in der Faltstellung flachen Körpern entwickelt werden, wobei ein Fixieren einzelner Punkte, z. B. der tief liegenden Punkte, durch eine feststehende oder verstellbare Vorrichtung beliebiger Art (z. B. Zugseile oder Druckstangen) hinzutreten kann.
Werden einer oder mehrere der Punkte , tH, n, auf der Fläche A radial oder peripher verstellbar angeordnet (z. B. mittels Schraubengang), wobei die Verstellung unabhängig oder abhängig von der Spreizbewegung betätigt werden kann, so entsteht statt der Parallelbewegung der gespreizten Flächen A und B eine winklige Bewegung der beiden Flächen zueinander.
Setzt man an die Fläche B einer Spreize nach Fig. 1 spiegelbildlich eine zweite Spreize der in Fig. 1 dargestellten Art, so erhält man die Spreize nach Fig. 2. Bei dieser wird durch eine Bewegung der Hilfsfläche C, welche in der ringartig auszubildenden Fläche B geführt ist, ein System von Spreizen oberhalb und unterhalb der Fläche B gleichzeitig in Tätigkeit gesetzt. Da hiebei die Relativbewegungen oberhalb und unterhalb der Fläche B im umgekehrten Drehsinne erfolgen, laufen die Punkte l, m, n auf der Fläche A und ihre Spiegelbilder l1, m1, n1 auf der nach der entgegengesetzten Seite von der
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Stützfläche nicht erwünscht ist, kann also die Verdrehung der Flächen durch die spiegelbildartige Anordnung zweier derartiger Spreizen vermieden werden (z. B. bei einem Autoheber).
Wird eine grössere Zahl von Konstruktionseinheiten nach Fig. 2 mit ihren Flächen A und aneinandergereiht, dann können die Grundflächen gegenüber den Hilfsflächen z. B. durch in den Spreizen geführte Seile gemeinsam verdreht werden, so dass die Verdrehung nur einer Fläche auch die Verdrehung aller andern Flächen zur Folge hat. Auf diese Weise konnte die Gesamtkonstruktion durch Verdrehung nur einer einzigen Fläche auf ihre ganze Länge oder nur auf einen Teil ihrer Länge gespreizt und wieder zusammengefaltet werden.
In Fig. 4 ist eine Turmkonstruktion dargestellt. Sie besteht aus Elementen 1, 2,. 3, 4. Das
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vorrichtung, die ein Verdrehen des Hilfsringes gegenüber den abgespreizten Ringen verhindert, festgehalten. Auch das Element 2, das auf dem Element 1 mittels Schrauben befestigt ist, ist voll aus-
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und in dieser Lage durch eine Arretiervorrichtung gehalten. Das Element 4 befindet sich noch in der voll zusammengeklappten Lage. Auf dem Element 4 ist ein Scheinwerfer 5 angeordnet. Die Höhe des Turmes kann beliebig eingestellt werden, u. zw. dadurch, dass ein oder mehrere Elemente in dem gewünschten Masse auseinandergespreizt oder zusammengefaltet werden.
Bei Beanspruchung auf Schub, wie z. B. bei der erwähnten Turmkonstruktion oder bei Verwendung der Elemente bei einer Geschützlafette, sind innerhalb des Traggerüstes verspannte Seile zur Aufnahme aussergewöhnlicher Kräfte als Versteifung des Traggerüstes zu verwenden, die sich beim Spreizen von selbst straffen, u. zw. in allen Zwischenlagen. Zur weiteren Verstärkung und bei Beanspruchung auf Druck können mehrere Spreizen konzentrisch angeordnet werden.
In Fig. 5 sind zwei Elemente 6 bzw. 7 dargestellt, die dem Aufbau nach den Elementen 1 und 2 nach Fig. 4 gleichen. Sie unterscheiden sich von letzteren jedoch dadurch, dass der eine Spreizring, näm-
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bzw. 7"sind die Scheitel 8 und 9 der Strebenpaare 10 und 11 verschiebbar und in einer bestimmten Lage feststellbar. Dadurch können die Ringe 6'bzw. 7'zu den übrigen Ringen der Elemente 6 bzw. 7 geneigt werden. Auf diese Weise können gebogene Träger von Brücken zusammengestellt werden (vgl. Fig. 6). Die Schrägstellung der Ringe 6'bzw. 7'kann auch dadurch erfolgen, dass die Scheitel 8 bzw. 9 in Schlitzen verstellt werden, die radial in den Ringen 6'bzw. 7'vorgesehen sind.
In Fig. 3 ist ein Gebrauchstisch veranschaulicht, bei dem wie bei allen vorherbeschriebenen
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bzw. der Hilfsplatte C verbunden sind. Die Platte C ist mit einem radialen Zapfen 12 versehen, mit dem sie gegenüber der Platte B arretiert werden kann. Beim Verschwenken der Platte C erfolgt das Aufrichten bzw. Absenken der Platte B. In der gespreizten Lage legt sich der Arretierzapfen 12 gegen einen nietartigen Anschlag 13, der an der Platte B vorgesehen ist. Zum Antrieb der Platte C dient ein Stift 14, der auf der Unterseite dieser Platte befestigt ist.
Zur Ausschaltung des Gelenkspiels können die Gelenke selbsttätig verkeilt werden.
Die Erfindung kann ausser bei den dargestellten Ausführungsbeispielen in zahlreichen andern Fällen Anwendung finden. Die einfache Spreize ist ausser als Tisch auch als Klappstuhl und Sessel verwendbar. In ihrer Form als Tisch kann sie für jeden beliebigen Zweck, z. B. für sportliche, industrielle und wissenschaftliche Zwecke verwendet werden.
Durch Aneinanderschaltung mehrerer Spreizen kann die Anwendungsmöglichkeit der Erfindung auf weitere verschiedenartigste Gebiete erstreckt werden. Die mehrfache Spreize eignet sich z. B. für Verschwindelafetten bei Maschinengewehren, Scheinwerfern oder Signalstellen, als Stand für Gefechtsleitungen (insbesondere Artilleriebeobachtungen), die auf einem Fahrzeug angeordnet werden können, ferner als Verschwindemast (Gittermast) mit Beobachtungsstand auf Schiffen, wobei eich ein bündiges Verschwinden des zusammengefalteten Mastes unter Deck ermöglichen lässt, als
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Klappturm zur Feuerbekämpfung, zur Montage und zum Gerüstbau, wobei die oben bereits behandelte radiale oder periphere Verschiebung eines oder mehrerer Befestigungspunkte eine Turmneigung oder Turmkniekung ermöglicht,
so dass auch Punkte ausserhalb der Senkrechten über dem Standraum erreicht werden können (stationäres oder transportables Hebezeug für Autos, Aufstellen von Seheinzielen).
Bei Horizontalanordnung mehrerer Spreizen wäre unter anderm die Verwendung für Linsenvorschub, z. B. bei photographischen Apparaten, oder als eingebaute Ladebrücke auf Schiffen möglich.
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können auch Flugzeugflügel zusammengesetzt werden, deren Fläche nach Länge und Breite veränderlich sein soll. Dabei ergibt sich noch der Nebenvorteil, dass man durch Einschaltung eines Einzelsystems in die im übrigen aus Doppelsystemen bestehende Kolonne mit derselben Einrichtung die übliche Verbindung herbeiführen kann. Diese Vorrichtung ersetzt in hervorragendem Masse die bisher angewendeten teleskopartigen Flugzeugflügelausschübe.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Spreizen oder Nähern zweier Körper mittels an ihnen angeordneter Gelenkstäbe, dadurch gekennzeichnet, dass an dem einen Körper mindestens an drei Stellen die Scheitel von paarweise angeordneten Streben angreifen, und von jedem Strebenpaar die eine Strebe, welche an dem zweiten Körper angreift, rechtsläufig ist, während jeweils die zweite Strebe, die an einem zu den beiden Körpern drehbar angeordneten Hilfsglied angreift, linksläufig ist.