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Die bisher bekanntgewordenen Kamerakonstruktionen setzen für einen erfolgreichen Gebrauch die Kenntnis der Beziehungen zwischen dem Öffnungsverhältnis (relative Öffnung) und der Belichtungzeit voraus. Bei einem grossen Kreis der Amateurphotographen liegen diese Kenntnisse jedoch nicht vor, wodurch häufig Misserfolge auftreten. Es entspricht daher einem Bedürfnis, eine Kamerakonstruktion so zu gestalten, dass mit ihr auch ohne Voraussetzung der eingangs erwähnten besonderen Kenntnisse stets gleichbleibend richtig durchbelichtete Bilder erzielt werden können. Besonders wichtig ist diese Forderung aber auch beim Gebrauch von Filmbändern (Rollfilmen), die eine zusammenhängende Reihe von Aufnahmen enthalten.
Bekanntlich können diese Filmbänder, besonders im Kleinformat, bei der Tank-oder Dosenentwicklung nur einer einheitlichen Behandlung unterzogen und einzelne Bilder auf dem Filmstreifen, die in ihren Belichtungselementen verschieden (ungleichwertig) sind, nicht genügend berichtigt werden. Bei der Verwendung von Filmbändern ist daher noch das weitere Bedürfnis vorhanden, allen Aufnahmen, auch wenn sie bei den versciedensten Lichtverlaltnissen gemacht wurden, eine vollkommen gleichwertige Durchbelichtung sicherzustellen.
Zur Befriedung des ersten Bedürfnisses wurden bislang Koppelungen zwischen Verschluss und Blende vorgeschlagen, die aber deshalb nicht zu einer vollständigen Lösung der Aufgabe führen konnten, weil dem Amateur auch damit immer noch die Wahl zwischen Blende und Belichtungszeit innerhalb bestimmter Grenzen (grössere Blendenöffnung und kür7ere Belichtung bis zu einer kleineren Blende und längeren Belichtung) zur Entscheidung offen blieb. Wenn innerhalb dieser Grenzen die Belichtungszeiten zwar durchaus richtig sein können, so kann ihnen dennoch in der Ungleichwertigkeit ein Mangel anhaften, der immer dann auftreten wird, wenn Lichtwert und Belichtungszeit sich nicht dauernd auf ein bestimmtes Offnungsverhältnis stützen. Dieser Mangel verrät sich bei den Bildern in der Verschiedenheit ihres Detailreichtums.
Diese Bedürfnisse nach Vereinfachung und Vereinheitlichung der Bedienung des Lichtbildgerätes vor der Aufnahme unterstützen aber noch zwei Erscheinungen, die bei dem heute immer noch unein- geschränkt geltenden Belichtungsverfahren auftreten.
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von der Emulsionsempfindliehkeit, der Aktinität des Lichtes und den übrigen bekannten Faktoren abhängigen Festwert, ö das Öffnungsverhältnis und L das Lichtwirkungsvermögen bedeuten, so zeigt sich, dass die Bilder nicht nur dann zunehmend härter werden, wenn die der Aufnahme zugrunde gelegte Belichtungszeit ständig kürzer als die dem vorhandenen c, öund Lentsprechende gewählt wird (Unterbelichtung), sondern, dass die Härte der Bilder auch zunimmt,
je mehr man die wirksame Öffnung drosselt, selbst wenn die Aufnahmen streng mit den nach dieser Beziehung ermittelten richtigen Zeiten belichtet werden.
Dieser Mangel lässt sich durch eine über die richtige Belichtungszeit hinausgehende Einwirkungsdauer zum Teil beheben, wobei die Überbelichtung mit abnehmendem Blendendurchmesser zu steigern ist. Doch müssen derartige Negative, wegen der ansteigenden Überstrahlung der Elemente hohen Lichtwirkungsvermögens, durch nachträgliche Abschwächung und Wiederverstärkung ausgeglichen werden.
Solche, aus den verschiedensten Kombinationen zwischen Belichtungszeit und Blendenöffnung gewonnenen latenten Bilder sind"ungleiehwertig"und müssen, wenn sie einigermassen berichtigt werden sollen. einer bildweisen Behandlung unterzogen werden.
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Die zweite Erscheinung, die vom Öffnungsverhältnis abhängt, ist die"Plastik"des Objektivs.
Ihre Ursache liegt in der Verschiedenheit der Sehwinkel, unter denen ein und dasselbe Gegenstands- element von verschieden grossen wirksamen Öffnungen abgebildet werden kann. Je kleiner der Blenden- durchmesser wird, um so kleiner wird der Sehwinkel und um so verdichteter und somit härter die Abbildung.
Zusammengefasst treten bei dem zur Zeit geltenden Belichtungsverfahren folgende Mängel in Erscheinung :
1. Unsicherheit bei der Wahl zwischen Belichtungszeit und Blendenöffnung bei jedem Lichtwert,
2. Ungleichwertigkeit der Negative trotz richtiger Belichtung und
3. verschiedene Plastik-der Bilder.
Die Beseitigung dieser Mängel ist nun das Ziel der Erfindung. Dieses Ziel wird durch ein Belichtungsverfahren erreicht, bei dem der Verschluss (Belichtungszeit) und die Blende nicht gleichzeitig, sondern nur aufeinanderfolgend betätigt werden können, so dass man entweder die Belichtungszeit zwischen den vom jeweiligen Verschluss abhängigen Grenzen nur bei voller Blendenöffnung oder die Blende zwischen ihrer grössten und kleinsten Öffnung nur bei der kürzesten Belichtungszeit ändern kann.
Da die Kürzung der Belichtungszeit eine Drosselung der Lichtenergie und die Verkleinerung der Blendenöffnung eine Drosselung des Lichtwirkungsvermögens verursacht, die Wirkungen dieser beiden Belichtungsmittel, die in der Beeinflussung der chemischen Veränderung des Halogensilbers bestehen, also übereinstimmen, so kann die Blende als Fortsetzung des Verschlusses aufgefasst und bedient werden.
Am einfachsten kann der Vorgang folgendermassen veranschaulicht werden :
Trägt man in einem Schaubild als Abszissen Längen von beliebiger Grösse auf und ordnet jeder Länge als Ordinate, beginnend von Null bis zu einem Höchstwert, ständig wachsende Lichtwerte zu, so erhält man den theoretisch möglichen Helligkeitsumfang als ansteigende Linie dargestellt. Bringt man nun die Abszissen mit den Einstellwegen der Betätigungsorgane des Verschlusses (Belichtungszeit) und der Blende in Übereinstimmung, u. zw. derart, dass zuerst der ganze Einstellweg des Verschlusses und daran anschliessend der der Blende aufgetragen wird, und deckt die Ordinaten mit den zu diesen Wegen gehörigen Belichtungszeiten bzw.
Blendendurchmessern oder richtiger mit den zu den Belichtungszeiten und Blendendurchmessern gehörigen Lichtwerten, so erhält man den praktisch möglichen Hellig- keitsumfang oder die Kennlinie der Verbindung eines Verschlusses mit einer Blende.
Irgendwo in diesem Helligkeitsumfang wird nun der bei jeder Aufnahme vorhandene Lichtwert liegen. Entweder noch im Verschlussstellbereich, also bei voller Blendenöffnung, oder im Blendenstellbereich, also bei kürzester Belichtung. Bis zu diesem Liehtwert, der von irgendeinem lichtwertbestimmenden Hilfsmittel angezeigt wird, ist sodann die Einstellung vorzunehmen, und sie wird, je nach der Intensität, entweder bei voller Öffnung nur eine Kürzung der Belichtungszeit oder bei kürzester Belichtung auch eine Blendendrosselung verlangen.
Es ist vorteilhaft, dass die gegenseitige Lage der Verschluss- und Blendenstellorgane durch eine einfach aufsteckbare Kapsel, die nur die Objektivöffnung offen lässt, gegen unachtsame oder zufällige Verstellung eines dieser Elemente gegen das andere gesichert wird, falls man nicht den Einbau dieser Bedienungsmittel in das Kameragehäuse vorzieht.
Zur Durchführung dieses Verfahrens dient die nachstehend in einigen Ausführungsbeispielen beschriebene Vorrichtung.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung bei Verwendung des bekannten Kompurverschlusses, Fig. 2 bei Verwendung eines beliebigen Schlitzverschlusses mit lotrechter Verschlusseinstellwelle und Fig. 3 mit horizontaler Welle, Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform wie Fig. 1, jedoch mit beispielsweiser Übertragung zum lichtwertbestimmenden Hilfsmittel. Diese Übertragung kann auch bei den Einrichtungen gemäss den Fig. 2 und 3 vom'Zahnrad 8 aus in gleicher Weise bewerkstelligt werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 1 ist 1 ein Kompurverschluss, beispielsweise mit Ringeinstellung, 2 der Verschlussstellring, 3 der Blendenstellring, 4 und 5 je ein mit 2 bzw. 3 nacheinander in Eingriff stehendes Zahnsegment, 6 die mit 4 und 5 fest verbundene Einstellwelle (gemeinsame Bedienungswelle für Verschluss und Blende), 7 deren Triebknopf.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 ist 21 eine Objektivfassung, 2 das Verschlussstellzahnrad, 3 der Blendenstellring, 4 und 5 je ein mit 2 bzw. 3 nacheinander in Eingriff stehendes Zahnsegment, 6 die mit 4 und 5 fest verbundene gemeinsame Bedienungswelle für Verschluss und Blende, 7 deren Triebknopf, 8 ein mit der Welle 6 verbundenes Zahn- oder Kegelrad, 22 die mit 2 fest verbundene Verschlusseinstellwelle. Da die Bedienungswelle 6 die Verschlusseinstellwelle 22 unter 90 Grad kreuzt, sind das Zahnsegment 4 und das Zahnrad 2 als Schneckengetriebe ausgebildet.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 entsprechen die Bezeichnungen denen der Fig. 2, nur sind die Elemente 2 und 4, mit Rücksicht auf die parallele Lage der Verschlusseinstellwelle 22 und der Bedienungswelle 6, mit einer Stirnradverzahnung versehen,
Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 entsprechen die Bezeichnungen 1 bis 7 denen der Fig. 1, ist ein mit Welle 6 fest verbundenes Zahn-oder Kegelrad, Sein mit 8 in Eingriff stehendes Übertragungszahn-oder-kegelrad, 10 ein mit 9 dauernd in Eingriff stehendes und mittels einer Welle 11 mit einem beliebigen lichtwertbestimmenden Hilfsmittel in Verbindung stehendes Zahnrad, z.
B. einem Zeiger,
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der an einer für eine bestimmte Emulsionsempfindliehkeit, Aktinität, einem bestimmten Filterfaktor und die übrigen bekannten Einflüsse geeichten Skala spielt. 12 ist ein mittels der Welle 13 mit 9 verbundener Einstellknopf, 14 ein mit 12 fest verbundener Zeiger und 15 beliebig viele dazugehörige, die Emulsionsempfindliehkeit, die Aktinität des Lichtes und die übrigen Einflüsse berücksichtigenden, etwa
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ist eine Druck- und Rastfeder zu 12.
Das neue Belichtungsverfahren besteht nun darin, dass vorerst ein beliebiges lichtwertbestimmendes Hilfsmittel, das übereinstimmend für die gleichen Einflüsse, z. B. mit der vorigen Skala geeicht ist, die ziffermässige Grössenordnung der jeweiligen Helligkeit, zwischen den Grenzen Null und ihrem Grösstwert, angibt. Sodann ist der Triebknopf 12 so lange zu drehen, bis z. B. der mit 11 verbundene Zeiger diesen Wert auf seiner Skala deckt.
Da diese Skala aber so geteilt ist, dass der Zeiger, entsprechend der Wirkung der Triebmittel jM, 9, 8, 5 und 4, zugleich auch die Lichtwerte der jeweiligen Belichtungszeit bzw. des jeweiligen Blendendurchmessers anzeigt, so wird durch die Einstellung des Zeigers, entsprechend dem vom Lichtmesser angegebenen Lichtwert, zugleich die Belichtungszeit bzw. die Blende so eingestellt, dass ihre Wirkungen dem jeweilig vorhandenen Lichtwert entsprechen.
Ändert sich einer oder ändern sich mehrere der Einflüsse (Emulsionsempfindlichkeit, Aktinität, Filterfaktor u. a. ), so werden diese Änderungen dadurch berücksichtigt, dass vor der Belichtung der Stellknopf 12 durch Druck (Pfeilrichtung, Fig. 4) mit der Welle 13 und dem Zahn-oder Kegelrad 9 gekuppelt wird, dieses Rad durch weiteren Druck aus dem Zahn-oder Kegelrad 8 ausrückt und durch Drehung mit Zeiger 14 an den Skalen 15 die gewünschten Einflüsse eingestellt werden.
Nach Freigabe des Knopfes 12 wird durch Federdruck 17 das Zahn-oder Kegelrad 9 in 8 wieder eingerückt, der Knopf 12 durch die Rastfeder 18 mit 13 entkuppelt und in seiner neuen Lage gesichert gehalten. 9 bleibt ständig, auch während dieses Vorganges, mit 10 in Eingriff, jedoch muss bei Verwendung von Kegelrädern für 8 und 9 zur Erzielung des ständigen Eingriffes mit 10 ein eigenes Zahnrad auf der Welle 13 aufgekeilt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzielung gleichwertig durchbelichteter photographischer Negative bei verschiedenen Lichtverhältnissen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ruhestellung der Verschluss auf die längste Belichtungszeit oder auf eine von ihr abweichende, aber ebenfalls vorerst festgelegte kürzere Belichtungzeit und die Blende auf die volle Öffnung oder auf eine von ihr abweichende, aber ebenfalls vorerst festgelegte kleinere Öffnung eingestellt sind und dass bei Verstellung nach Massgabe der Lichtmessung vorerst nur der Verschluss auf die entsprechende Belichtungszeit eingestellt wird und erst bei Erschöpfung der Einstellungsmöglichkeit des Verschlusses oder von einer vorerst festgelegten Belichtungszeit an die allenfalls noch erforderliche weitere Einstellung nur durch Verringerung des Blendendurchmessers erfolgt.
2. Verfahren zur Erzielung gleichwertig durchbelichteter photographischer Negative bei verschiedenen Lichtverhältnissen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Ruhestellung die Blende auf die kleinste Öffnung oder von ihr abweichend auf eine grössere, aber ebenfalls vorerst festgelegte Öffnung und der Verschluss auf die kürzeste oder auf eine von ihr abweichende, aber ebenfalls vorerst festgelegte längere Belichtungszeit eingestellt sind und dass bei Verstellung nach Massgabe der Liehtmessung vorerst nur die Blende auf die entsprechende Öffnung eingestellt wird und erst bei Erschöpfung der Einstellungmöglichkeit der Blende oder von einer vorerst festgelegten Öffnung an die allenfalls noch erforderliche weitere Einstellung nur durch Verlängerung der Belichtungszeit erfolgt.