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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr 14591.
JOHANNSTUMPFINBERLIN.
DüsefürDampf-oderGasturbinen.
Die den Gegenstand der Erfindung bildende Düse (Fig. 3) ist, so weit der Expansionsteil b und der Ausströmungsteit r in Frage kommt, geradachsig ausgebildet ; der übrige Teil a, welcher im Turbinengehäuse befestigt wird, erfüllt die Aufgabe der Dampfzulleitung, bildet also keinen wesentlichen Teil der Düse und kann somit irgend eine geeignete Form haben. Dr Expansionsteil b der Düse soll in diesem Falle mit einem runden Durchflussquerschnitt ausgeführt werden, an welchen sich geradachsig und konachsial ein Ausflussteil c von rechteckigem Durchströmquerschnitt anschliesst.
Die e wendnng einer solchen Düse, einzein genommen, hat für partiel) beaufschlagte Turbinen den grossen Vorteil, dass (let- expandierte Dampf den rechteckig geformten Ausflusskanal c gleichmässig ausfüllt. Der Dampf besitzt an allen Stellen des Ausflussquerschnittes denselben Druck und, so weit die Wandungsreibung nicht in Betracht gezogen wird, dieselbe Geschwindigkeit. Dies verdient. im Gegensatz zu den in der deutschen Patentschrift Nr. 104805 dargestellten Düsen, hervorgehoben zu werden, bei weichen sich an den Expansionsteil ebenfalls ein rechteckig
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oder weniger grosses Vakuum stattfinden wird ; zwischen beiden Stellen wird sich ein Übergang bilden.
Den verschiedenen Pressungen entsprechend wird der Dampf sehr verschieden in die dem. Ausflussquerschnitt gegenüber befindlichen Schaufeltaschen verteilt : ausserdem stimmen die einzelnen sehr verschieden ausfallenden Geschwindigkeiten nicht mit den Winke1verhältnissen der Düse und der Radsehaufeln. Eine so konstruierte Düse wird demnach eine ungleichmässige Dampfverteilung und ausserdem Stossverluste zur Folge haben. Diese Verluste werden sich bei mehrstufigen Turbinen noch ausserdem in den folgenden Leit-undLaufkränzenbemerkbarmachen.
Zweckmässig können die Düsen in der Weise hergestellt werden, dass man dieselben aus geschmiedetem Stahl geradachsig und durchgehends mit rundem Querschnitt ausführt (wie Fig. 2 veranschaulicht) und darauf den Ansftussteil c vierkantig presst oder zieht : jedoch sind andere Herstellungsweisen nicht ausgeschlossen. Der konische Teil der Düse braucht nicht nach einer geraden Erzeugenden, sondern er kann ebensowohl nach irgend einer anderen Erzeugenden ausgebitdet sein.
Wenn man gemäss Fig. 1 einen Bogenteil des Radkranzes oder aber den ganzen Umfang mit solchen Düsen so besetzt, dass die flachen Seiten der rechteckigen Ausstrom- querschnitte zusammenstossen, so entsteht für den besetzten Bogen bezw. den gesamten Umfang ein gleichmässig verteilter rechteckiger Dampfstrahl, bei welchen sich die einzelnen Teilstrahlen gegenseitig führen. Hiedurch wird eine sehr geordnete Dampfführung ohne Stossverluste oder Streuungsverluste erzielt : ausserdem bleiben alle Vorteile bestehen, die oben für die einzelnen Düsen auseinandergesetzt wurden.
Eine geeignete Form eines Ringgestelles zur Aufnahme der Düsen ist aus Fig. 1 ersichtlich. Der Ringkörper f ist mit so viel geneigt angeordneten Bohrungen vorsehen. als Düsen anzuordnen sind. Nachdem die Düsen die aus Fig. 3 ersichtliche Gestalt erhalten haben, werden dieselben von innen in die Bohrungen des Ringes f eingeschoben.
Die Nasen d stützen sich dabei gegen entsprechende Flächen des Gestelles f, während sie
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abzuschneiden,',
Die Einfügung von einzelnen Düsen in einen Ring bezw. in die Turbinengehäusekonstruktion derart, dass ein geschlossener Gesamtstrahl entsteht, hat gegenüber bestehenden Konstruktionen den grossen Vorteil, dass die Düsen einzeln ausweeltselbar sind ; im Betrieb
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Ein Vorschleiss an dieser Stelle hat eine Veränderung des Expansionsverhältnisses zur Folge, somit auch grösseren Dampfverbrauch der Turbine (absolut genommen). Durch den Verschleiss werden ferner die Wandungen angegriffen und wird aus diesem Grunde der Wirkungsgrad der Düse infolge der erhöhten Wandungsreibung vormindert.
Die Auswechselbarkeit der Düsen ergibt ferner die Möglichkeit, für die DUsen das allerbeste Material zu verwenden, welches zunächst die Herstellung sehr glatter Wandungen behufs Erzielung dos besten Wirkungsgrades und ferner die Erzielung des geringsten Verschleisses zulässt.
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rechteckigem Durchflussquerschnitt geradachsig und konachsial anschliesst.