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Es ist bekannt, insbesondere bei sogenannten Rangierfunkanlagen, Zeichen und Gespräche, die übermittelt werden sollen, durch einen genügend grossen Niederfrequenzverstärker zu verstärken und einer Leitungsschleife aufzudrücken, die aus einem längs der Gleise gezogenen Draht und der Erde als
Rückleitung besteht.
Eine Anlage dieser Art ist in Fig. 1 sehematiseh dargestellt. Das Mikrophon ist mit M, der Ver- stärker mit V bezeichnet. Im Ausgangskreise des Verstärkers liegt, über einen Transformator T ange- koppelt, die Leitung L, die parallel zu den Gleisen gespannt ist. List beim Transformator T und am andern Ende geerdet, so dass eine Leitungssehleife über Erde besteht. Auf der Abdrücklokomotive befindet sich ein Rahmen R, der die Niederfrequenzsignale aufnimmt und einer Empfangsanordnung zuführt.
Dieses Verfahren arbeitet einwandfrei, solange es sich um nicht elektrifizierte Strecken handelt. Sonst treten aus den nachfolgend geschilderten Gründen Schwierigkeiten auf, welche durch die Erfindung vermieden werden.
In Fig. 1 ist ausser der geschilderten Anordnung eine Oberleitung 0 einer elektrifizierten Strecke gezeigt. Die Speisung der elektrifizierten Strecke erfolgt in analoger Weise wie die des Rangierfunks. Im Kraftwerk K wird über einen Transformator H der Wechselstrom (162/3 Perioden) aufgedrückt. Auch hier ist vorhanden eine Leitungsschleife über Oberleitung, Lokomotive und Erde oder Schiene, diese beiden als Rückleitung. Sind Oberleitung 0 und Rangierfunldeitung L parallel oder nahezu parallel zueinander, so sind beide Systeme eng miteinander gekoppelt. Die Grundschwingung des den Bahnbetrieb versorgenden Wechselstromes liegt natürlieh weit unterhalb des Signalbereiches, insbesondere Spraehbereiehes der Rangierfunkanlage.
Durch die verschiedenen Schaltvorgangs im Bahnnetz ist aber der Anteil an Oberschwingungen ausserordentlich stark, und diese Oberschwingungen liegen innerhalb des Sprachbereiehes.
Es kommt hinzu, dass die Amplituden der Obersehwingungen sehr gross sind, da im Bahnbetriebe mit be- trächtlichen Spannungen (15 kV) gearbeitet wird. Es wurde versucht, diese Übelstände zu beseitigen durch Einschalten von Siebketten in die Rangierfunkanlage. Dies ergibt jedoch einen grossen Aufwand an Mitteln und führt trotzdem nicht zu einem vollen Erfolge.
Es wird daher gemäss der Erfindung vorgesehlagen, die beiden Systeme gegenseitig zu entkoppeln.
Dies wird dadurch erreicht, dass für den Rangierfunk eine geschlossene Leitungsschleife verwendet wird, die senkrecht zu den störenden Feldern liegt.
Eine solche Anlage ist in Fig. 2 schematisch veranschaulicht. Der Ausgangskreis der Verstärkers V ist mit einer geschlossenen Schleife verbunden, die aus der Hin- und RÜckleitung 1 und 2 besteht. Die Schleife liegt waagerecht über den Gleisen und demgemäss auch der Lokomotivrahmen R. An dem Rangierfunksystem als solchem ist nichts geändert, da es für dessen Arbeiten gleichgültig ist, welche räumliche Lage die beiden Rahmen (auch die Rangierfunkleitung mit ihrer Rückleitung ist als Rahmen aufzufassen) besitzen. Sie müssen nur miteinander entsprechend gekoppelt sein. Wird die geschlossene Leitungsschleife des Rangierfunks senkrecht zur Bahnschleife gelegt, so sind Rangierfunk und Felder auf das weitgehendste angekoppelt, so dass Störungen des Bahnnetzes nicht mehr auf die Rangierfunkanlage wirken können.
Der zusätzlich notwendige Aufwand besteht lediglich in einer zweiten Leitung, die auszuspannen ist.
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Die Leitungssehleife 1, 2 wird möglichst symmetrisch zu den Gleisen verlegt. In Fig. 3 ist ein eingleisiges System, in Fig. 4 ein mehrgleisiges System im Grundriss gezeigt. Bei dem eingleisigen System erfolgt die Verlegung der Hin- und RÜckleitung 1, 2 rechts und links vom Gleise G, beim mehrgleisigen
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lichst symmetrische Anordnung zu erzielen.
Dieses Verfahren arbeitet einwandfrei und ohne den Aufwand grösserer Mittel, solange die Zeichen- übermittlung von der Leitungsschleife aus zu dem Fahrzeug erfolgt. Die Übertragung wird schwieriger oder nur mit Aufwand grösserer Mittel möglich, wenn vom Fahrzeug aus auf die Leitungsschleife übertragen werden soll, da dann das induzierte Feld wesentlich kleiner ist als im umgekehrten Fall.
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vorzugsweise eine Trägerfrequenz von 7000 bis 8000 Hz. verwendet.
In Fig. 5 ist ein Beispiel einer Anordnung der letzten Art gezeigt. Das Sendemikrophon für die Verkehrsrichtung zum Fahrzeug ist mit M, das für dieVerkehrsriehtung zum Fahrzeug mit M'bezeichnet.
Beide Mikrophone arbeiten über Verstärker V, V. Der Ausgang des Verstärkers V ist mit der waagerecht liegenden Leitungsschleife 1, 2 verbunden. Auf der Lokomotive ist ein Draht 3 gespannt, der mit dem einen Pol des Ausgangstransformators des Verstärkers V'verbunden ist. Der andere Pol ist an Masse und dadurch an Erde gelegt. Parallel zu den Gleisen ist ein Draht 4 gespannt, der über einen Transformator mit den Eingang des Empfängers E verbunden ist. Die Übertragung von 3 nach 4, d. h. vom Fahrzeug aus, erfolgt in an sich bekannter Weise kapazitiv.
Würde man für die Verkehrsrichiung vom Fahrzeug aus ebenfalls eine Leitungsschleife verwenden, so wäre, wie schon angedeutet, ein grösserer Aufwand an Mitteln notwendig. Die kapazitive Übertragung bedarf keiner wesentlichen zusätzlichen Mittel ; sie besitzt jedoch den Nachteil, dass sie Störungen sehr ausgesetzt ist. Es gelten für sie die Überlegungen, die dazu geführt haben, vorzuschlagen, die Leitungschleife senkrecht zu den Störfeldern, d. h. in der Praxis meist waagerecht zu legen. Die auftretenden Störungen können dadurch ausgeschaltet werden, dass eine Trägerfrequenz verwendet wird. Das zu übertragende Spraehband kann, da es sich nur um reine betriebstechnische Verständigungsgespräche handelt, bei 2000 Hz. oder sogar noch darunter abgeschnitten werden.
Für dieses Sprachband wird eine Trägerfrequenz von vorzugsweise 7000 bis 8000 Hz. verwendet, die mit der Sprache moduliert wird. Die durch den elektrischen Bahnbetrieb auftretenden Störungen liegen dann in dem Frequenzbereich unterhalb des unteren bei der Modulation entstehenden Seitenbandes und können infolgedessen durch einfache Siebanordnungen vom Empfänger ferngehalten werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anordnung zum Übermitteln von Zeichen und Gesprächen auf induktivem Weg, insbesondere für Rangierbetrieb, dadurch gekennzeichnet, dass eine geschlossene Leitungsschleife (1, 2) Verwendung findet, die senkrecht zu den störenden Feldern liegt.