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Lagerschale für hohen Druck, insbesondere für Walzwerkslager.
Es ist bekannt, Lagerschalen aus Faserstoffschichten, beispielsweise Papier, mit einem Bindemittel herzustellen. Als Bindemittel werden dabei u. a. Kondensationsprodukte von Phenolen verwendet.
Solche Lager sind beispielsweise in sehlauchartiger Form beschrieben ; sie sind nur für geringen Berührungsdruck zur Lagerung und Führung von Wellen geeignet.
Die Erfindung betrifft Lagersehalen für hohen Druck, insbesondere solche für Walzwerkslager, aus Faserstoffschichten mit einem synthetischen Harz oder Kondensationsprodukt als Bindemittel und besteht darin, dass die unter hohem Druck zusammengepressten Schichten quer zur Richtung des auf die Lagerschale wirkenden grössten Zapfendruckes angeordnet sind. Bei hohen, nach verschiedenen Richtungen wirkenden Zapfendrücken können die Faserstoffschiehten erfindungsgemäss in verschiedenen, jedoch innerhalb einer Schicht gleichlaufenden Schiehtrichtungen zu einer Lagerschale verbunden sein.
Als Faserblatt wird beispielsweise Hartpapier verwendet.
Wenn, wie es bei Walzwerken in der Regel der Fall ist, der Hauptdruck nach unten und oben wirkt, so werden Sehiehtblätter in waagrechter Richtung verwendet. Dies ist die für die meisten Walzwerksbetriebe günstigste Anordnung.
Wenn aber der Druck nach den Seiten einer solchen Lagerschale, an welchen die Stösse senkrecht zum Lagerzapfen stehen, zu gross ist, so können auch Schichtungen waagrechter und senkrechter Art bzw. in irgendeiner Schräglage miteinander verbunden sein.
Für ganz schwere Walzenstrassen, beispielsweise Blechstrassen, bei denen starke Stösse und ausserordentliche Drücke von beispielsweise 50 t und mehr pro Lager auftreten, hat es sich als gewünscht gezeigt, die Wangenform der Walzenlager zu verstärken.
Eine weitere Ausbildung der Erfindung besteht demnach in der Anordnung von das Lager durchdringenden metallischen Nieten, deren Enden bzw. Köpfe in Metallschienen befestigt sind. Die an der Unterseite des Lagers erforderlichen Schienen können zu einer einzigen Grundplatte ausgebildet sein.
Die Anwendung von Lagern dieser Art kann aber auch für Fälle besonders starker Drücke und starker Stösse ermöglicht werden, ohne eine Durchbohrung der Lager vorzunehmen.
Eine Ausführungsform der Erfindung besteht daher in einer Anordnung der Lager dieser Art im Einbaustüek, bei welcher die Lager durch am Einbaustüek, gegebenenfalls lösbar, befestigte Platten unter Druck gehalten sind.
Bei einer Anordnung dieser Art sind die Lager den gleichen Beanspruchungen gewachsen wie die mit eingebauten Nieten und Schienen zusammengehaltenen Lager dieser Art. Die Lager lassen sich mit der Anordnung der Erfindung in solchen Fällen verwenden, wo die Anbringung von Nieten untunlich ist, beispielsweise bei starken Abschrägungen an der Aussenseite der Lagerschale, welche Abschrägungen den Einbaustücke entsprechen. Ein Nacharbeiten vorhandener Einbaustücke und die damit verbundene Schwächung derselben lässt sich somit vermeiden.
Es ist zweckmässig, die Oberfläche des Einbaustückes etwas, etwa 1 mm, unter der Wangenoberfläche der Lagerschale zu halten. Dann kann die Pressplatte mit ausreichendem Pressdruck auf das Lager wirken.
Die Zeichnung stellt eine Reihe von Ausführungsbeispielen der Erfindung dar. Die Fig. 1-3 sind schaubildliche Darstellungen von drei Ausführungsformen der Erfindung ; die Fig. 4 und 6 sind senkrechte
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Ausführungsformen. Die Fig. 7 und 8 sind Schnitte von Anordnungen nach weiteren Ausführungsformen der Erfindung.
Bei Fig. 1 ist a die Lagerschale und b die der Aufnahme des Lagerzapfens dienende Bohrung ; cl, c2 usw. sind die einzelnen, in waagrechter Richtung verlaufenden Sehiehtblätter aus Hartpapier.
Bei Fig. 2 ist das Lager unterteilt. Die einzelnen gleichlaufenden Schichten sind so angeordnet, dass sie stets quer zur Richtung des Walzendruckes verlaufen. /c, ! sind die einzelnen Teile der Lager-
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schienen 01, 02, 03, 04 eingelassen sind. Die unteren Schienen sind in das Lagermaterial eingelassen, um eine gerade Auflagefläche zu bewirken.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 sind die beiden unteren Schienen zu einer zusammenhängenden Metallgrundplatte d vereinigt. Diese bedeckt die ganze Unterseite des Lagers und bildet gleichzeitig die Auflagefläche. Nach Fig. 7 und 8 ist a eine aus Faserstoffschichten, beispielsweise Hartpapier mit einem Bindemittel, hergestellte Lagerschale, welche beispielsweise einen Kreisbogen von 140 umfasst. s und t sind Einbaustücke, deren obere Kanten sl, s2, t1, t2 etwas tiefer abschneiden als die oberen Kanten a3, a4 der Lagerwangen. a, a6 (Fig.
8) sind Abschrägungen an der Aussenseite der Lagerschale, welche gleichen
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mittels Stiftschrauben)-\ und Muttern e, q2 mit dem Einbaustück s bzw. t lösbar verbunden sind.
Die Schrauben werden so fest angezogen, dass ein ausreichender Druck der Platten auf die Lagerwangen erfolgt.
Wenn, wie bei den Fig. 7 und 8, die Schrauben über die Druckplatten hinausragen, werden Lagerschalen verwendet, welche die Lagerzapfen in einem Kreisbogen von weniger als 180 umfassen. Es ist jedoch auch möglich, die Druckplatten p1, p2 mittels an sich bekannter, von der Seite des Einbaustückes her wirkender Schraubvorrichtungen od. dgl. oder durch in die Platten versenkte Befestigungsmittel anzupressen und dann Lagerschalen, welche einen Halbkreis umfassen, für die Anordnung zu verwenden.
Eine Lagerschale'nach der Erfindung kann für sich hergestellt werden ; sie kann aber auch aus einem grösseren Block des zu verwendenden Materials herausgeschnitten werden. Das Fasermaterial, beispielsweise Hartpapier in der Dicke von O'l bis 0'2 mm, wird mit dem Bindemittel getränkt und je nach den spezifischen Eigenschaften des Bindemittels bei Druck von über 100 Atm. und bei einer Temperatur von beispielsweise 1600 gepresst. Ein für die Lagerschale passendes Stück wird, wenn die Pressung im ganzen Block erfolgt ist, aus diesem herausgeschnitten. Die Formung der Schale erfolgt in bekannter Weise durch Sägen, Hobeln, Drehen, Fräsen usw.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lagerschale für hohen Druck, insbesondere für Walzwerkslager, aus Faserstoffschichten mit einem synthetischen Harz oder Kondensationsprodukt als Bindemittel, gekennzeichnet durch die Anordnung der unter hohem Druck zusammengepressten Schichten quer zu dem auf die Lagersehale wirkenden grössten Zapfendruck.