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Metall-Asbest-Platte, insbesondere für die Abdichtung von Zylinderköpfen von Brennkraftmasel1inen und ähnlichen hoel1beanspruehten Dichtungsstellen.
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änderungen des Zylinderkopfes zur Folge. Da schon ganz geringe Unebenheiten jede Abdichtung unmöglich machen, ergibt sich daraus die Notwendigkeit, die Dichtungsflächen eines verzogenen Zylinder- kopfes bei Neueinbau einer Dichtung jeweils nachzuarbeiten.
Die Kupfereinfassungen bzw. Umbördelungen der Verbrennungsräume sind nicht geeignet, den i auftretenden hohen Temperaturbeanspruchungen dauernd zu widerstehen. Da Kupfer bereits bei
Temperaturen von annähernd 5000 C rotbrüchig wird, haben die in Betracht kommenden Höchst- temperaturen von 1500 C und darüber ein Abzundern der Einfassungen bzw. Umbördelungen an den
Verbrennungsräumen und damit das Unbrauehbarwerden der Zylinderkopfdichtung nach verhältnis- mässig kurzen Betriebszeiten zur Folge.
Aus diesem Grunde wird auch vielfach bei der Herstellung von hoehbeanspruchten Motoren zwischen die Dichtflansche von Zylinderkopf und Zylinderblock keine
Dichtung eingelegt, sondern es werden beide Dichtflächen miteinander zusammengesehliffen, was nach jedem Abheben des Zylinderkopfes von neuem durchgeführt werden muss.
Die Herstellung von Kupfer-Asbestdichtungen gestaltet sich zeitraubend und kostspielig. Das
Umbördeln bzw. Einfassen der Dichtränder an den Verbrennungskammern und den Öl-und Wasser- durchlässen muss auf eigenen Maschinen vorgenommen werden, was bei der für moderne Vielzylinder- motoren sehr komplizierten Form der Zylinderkopfdichtung einen grossen Arbeits-und Zeitaufwand bedingt.
Für Diehtungszweeke sind auch Dichtungsplatten bekannt, die aus einem bereits auf dem Web- stuhl äusserst dicht, d. h. möglichst wasserundurchlässig, erzeugten Asbest-Metallgewebe und einer den
Mantel für dieses bildenden, aus faserigem Asbest und geeigneten Füllstoffen bestehenden, auf das
Asbest-Metallgewebe aufgewalzten Dichtungsmasse bestehen. Bei diesen bekannten Dichtungsplatten liegen die Deckschichten der Dichtung zufolge der äusserst dichten Beschaffenheit des Asbest-Metall- gewebes im Wesen an der Oberfläche desselben.
Die Deckschichten der Dichtung sind also im Querschnitt an den höchst beanspruchten Öffnungsrändern der Dichtung den zerstörenden Einflüssen der Ver- brennungsgase vollkommen ausgesetzt, und es besteht also die Gefahr, dass die den Mantel des Gewebes bildende Dichtungsmasse an den erwähnten Stellen ausgeblasen und frühzeitig zerstört wird. Ein weiterer
Nachteil der bekannten Dichtungsplatten ist der, dass das bei diesen verwendete Gewebe vegetabilische oder tierische Fasern enthalten muss, die bekanntlich nicht temperaturwiderstandsfähig sind und bei den in einer Brennkraftmaschine auftretenden hohen Temperaturen sofort ausbrennen, was gleichfalls letzten Endes ein beschleunigtes Ausblasen der an ihrer Unterlage ungenügend verankerten Deck- schichten aus Dichtungsmasse zur Folge hat.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Metall-Asbestdiehtungsplatte, die erstens aus gegen die
Betriebsmittel chemisch und gegen die höchsten Betriebstemperaturen und-drücke physikalisch wider- standsfähigen Baustoffen besteht und zweitens gleichmässig hohe Dichte, Festigkeit und Stärke besitzt und die daher insbesondere als Zylinderkopfdichtung Verwendung finden kann.
Die Dichtungsplatte gemäss der Erfindung kennzeichnet sich durch ein Drahtgeflecht aus einem hitzebeständigen und chemisch geeigneten Metall, z. B. einem kohlenstoffarmen Stahl, und durch einen auf das Drahtgeflecht aufgepressten, aus Asbestmasse bestehenden Überzug, der einerseits in dünnen
Oberschichten das Drahtgeflecht bedeckt, anderseits die Maschen des Drahtgeflechte vollkommen aus- füllt, so dass die beiden Deckschichten der Dichtungsplatte durch die die Maschen des Drahtgeflechte ausfüllende Asbestmasse in Verbindung stehen. Bei der Dichtungsplatte nach der Erfindung ist sonach im Gegensatz zu der zuletzt erwähnten bekannten Dichtungsplatte die Dichtungsmasse in dem Draht-
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Einflüsse der Verbrennungsgase geschützt.
Das Aufbringen der Masse auf das Drahtgeflecht erfolgt dabei in der Weise, dass zunächst eine dünne Schicht der Masse ausgewalzt, dann zwischen die Walzen unter weiterer Zugabe von Masse das
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wird. Es wird also nur so viel Masse aufgebracht, dass gerade die Maschen des Drahtgeflechte vollkommen ausgefüllt und die Oberflächen des Geflechtes in vollkommen ebene und glatte Flächen verwandelt werden.
Dieser Arbeitsvorgang wird zweckmässig in einem Walzwerk zwischen einer auf mindestens 140 C geheizten und einer gekühlten Walze vorgenommen. Die Walzen werden hiebei mit hohem Druck von
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zweckmässig nicht mehr als ein Drittel des Gesamtgewichtes des Fertigproduktes vorhanden sein. so dass die Gesamtstärke der Platte diejenige des Drahtgeflechte nur wenig übersehreitet.
Ein Drahtgeflecht ohne eingepresste Masse würde keine zuverlässige Abdichtung bringen. Sobald aber durch die Masse die zwischen den Maschen des Drahtgeflechte befindlichen Hohlräume ausgefüllt und die Unebenheiten der Oberflächen des Drahtgeflechte ausgeglichen sind, wirkt das Drahtgeflecht als Labyrinthdichtung, indem es dem abzudichtenden Mittel an den Dichtungsrändern durch die mit Masse ausgefüllten Geflechtmaschen eine grössere Anzahl gleichartiger Hindernisse in den Weg legt,
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so dass das abzudichtende Mittel auch naeil cvaiger Überwindung einiger dieser Hindernisse jeweils auf weitere Hindernisse auftrifft.
Um diesen Zweck möglichst vollkommen zu erreichen, empfiehlt es sich, ein engmaschiges Drahtgeflecht aus einem zugfesten, bis zu einem gewissen Grade plastischen, hitzebeständigen Metall zu verwenden. Bei der den Gegenstand der Erfindung bildenden Dichtung wird nur die in den um die abzu- dichtende Öffnung herum liegenden aufgeschnittenen Geflechtmaschen befindliche Masse den auftretenden hohen Temperaturen und sonstigen chemischen und physikalischen Einwirkungen ausgesetzt. Die bereits in den nächstangrenzenden Maschen liegende Masse wird gegen die Einwirkungen der Verbrennunggase usw. durch das Drahtgeflecht vollkommen geschützt. Zufolge dieses Umstandes übernimmt das Drahtgeflecht die eigentliche Aufgabe der Abdichtung.
Aus der vorstehenden Beschreibung geht hervor, dass die den Erfindungsgegenstand bildende Dichtung die oben erwähnten, für eine gute Zylinderkopfdichtung erforderlichen Eigenschaften, nämlich chemische und physikalische Widerstandsfähigkeit, aufweist.
Die Verwendung eines engmaschigen Drahtgeflechte hat ferner den Zweck, der Dichtung gemäss der Erfindung ein gutes Wärmeleitungsvermögen zu verleihen. Da die Schuss-und Kettenfäden des Drahtgeflechtes miteinander durch innigen Kontakt verbunden sind, wird die von den Verbrennungsräumen sich auf die Dichtung übertragende Wärme durch das Drahtgeflecht nach aussen hin abgeleitet.
Infolge der durchaus gleichmässig grossen Dichte und Festigkeit und der bis auf O'ou ? ? ? gleich- mässigen Stärke der Dichtung gemäss der Erfindung werden vollkommen gleichmässige spezifische Flächendrücke erzielt und Verwindungen des Zylinderkopfes und alle hieraus sich ergebenden nachteiligen Folgen vermieden.
Der wirtschaftliche Vorteil der Dichtung gemäss der Erfindung liegt in der wesentlich vereinfachten Herstellung der Formstücke, die einen besonderen Schutz der hochbeanspruchten Öffnungsränder durch besondere Metalleinfassungen nicht erforderlich macht. Die gewünschten Formstücke können daher aus Dichtungsplatten gemäss der Erfindung entweder durch Stanzen oder an der Verbrauchstelle durch Ausschneiden mit einfachen, allgemein gebräuchlichen Werkzeugen hergestellt werden. Hiedurch erübrigt sich die Lagerhaltung von besonderen Formstücken für die in sehr grosser Anzahl in Verwendung stehenden Wagen-und Motorentypen.
Fig. 3 zeigt das bei der Dichtung gemäss der Erfindung verwendete Drahtgeflecht d, das aus hitzebeständigem und chemisch geeignetem Metall, z. B. kohlenstoffarmem Stahl, besteht. Fig. 4 zeigt die Dichtung gemäss der Erfindung im Schnitt. e bezeichnet einen Schussfaden und f bezeichnet die Kettenfäden des Drahtgeflechtes, in dessen Maschen die hitzebeständige Asbestmasse g eingepresst ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Metall-Asbest-Platte, insbesondere für die Abdichtung von Zylinderköpfen von Brennlraft- maschinen und ähnlichen hoehbeanspruchten Dichtungsstellen, gekennzeichnet durch ein Drahtgeflecht aus einem hitzebeständigen und chemisch geeigneten Metall, z. B. einem kohlenstoffarmen Stahl, und durch einen auf das Drahtgeflecht aufgepressten, aus Asbestmasse bestehenden Überzug, der einerseits in dünnen Oberschichten das Drahtgeflecht bedeckt, anderseits die Maschen des Drahtgeflechte vollkommen ausfüllt, so dass die beiden Deckschichten des Überzuges durch die die Maschen des Drahtgeflechtes ausfüllende Asbestmasse in Verbindung stehen.