AT133174B - Anbauverfahren für Zuckerrüben. - Google Patents

Anbauverfahren für Zuckerrüben.

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Delitzscher Ruebensamenzucht G
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  Anbauverfahren für   Zuckerrüben.   



   Bisher wurde der   Zuckerrübenbau   in der Weise betrieben, dass der   Zuckerrübensamen   im Frühjahr gesät wurde. Dies hat den Nachteil, dass ein nicht unerheblicher Teil der Vegetations- periode durch das Entwickeln der Zuckerrübenpflanzen aus dem Samen in Anspruch genommen wird und deshalb für die Entwicklung und Ausreifung der Rübe selbst verlorengeht. Aus diesem Grunde waren die im Herbst erntereifen, für die industrielle Verwertung   bestimmten   Rüben grösstenteils verhältnismässig geringen Gewichts und deshalb weder in bezug auf die
Gewinnung des Zuckers selbst noch in bezug auf die Gewinnung der verbleibenden, meist zu Futterzwecken dienenden Rückstände (Trockensubstanz) voll befriedigend.

   Der Ernteertrag wurde auch dadurch beeinträchtigt, dass die jungen, empfindlichen   Zuckerrübenpflanzen   unter Schädlingen, Frösten usw. litten, so dass schon aus   diesem Grunde mit Emteausfällen gerechnet   werden musste. 



   Das Anbauverfahren gemäss vorliegender Erfindung ist das Ergebnis langwieriger Versuche zur   Klärung aller einschlägigen Verhältnisse.   Dieses Verfahren ist in seiner Anwendung auf den   Zuckerrübenbau   vollkommen neu. Dasselbe besteht im wesentlichen darin, dass das Säen des Samens bereits im Herbst erfolgt, so dass die beginnende Frühjahrsvegetation schon voll entwickelte Pflanzen vorfindet. 



   Das neue Verfahren setzt die Verwendung eines besonderen, auf   Winterhärte gezüchteten   Samens voraus und ist ohne einen solchen überhaupt nicht denkbar. 



   Dieser Samen wurde in einem mehr als 25 Jahre dauernden Verfahren in der Weise gewonnen, dass zunächst verschiedene Sorten Frühlingsrüben auf etwa einem halben Hektar bestellt und vor Eintritt des Frostes durch eine Decke aus strohigem Stallmist u. dgl. geschützt wurden. 



  Der aus den wenigen, sich entwickelnden Pflanzen gewonnene Samen wurde wiederum im Herbst ausgelegt, u. zw. zusammen mit einer weiteren Menge von gewöhnlichem Frühlingsrübensamen. Unter Anwendung der obenerwähnten Schutzdecke wurden aus dem aus der Vorjahrsernte erzielten Schossersamen mehr Pflanzen gewonnen als aus dem gewöhnlichen   Frühlingsrübensamen.   Es seigte sich also bei Wiederholung der   Herbstaussaat schon einmalig   überwinterter Herbstaussaat eine   Zunahme   der Frosthärte, jedoch   schossten auch   dieses Mal alle überwinterten Rüben schon im ersten Jahr. Die weitere Benutzung des Samens überwinterter Rüben ergab eine fortschreitende Steigerung der Frosthärte.

   Vom sechsten Jahre ab kam keine Schutzdecke mehr zur Anwendung ; zwei Jahre darauf wurde auch noch die Schneedecke entfernt und die   Weiterzüchtung   nur mit Samen betrieben, der aus den schutzlos am Leben gebliebenen 234 Pflanzen gewonnen wurde. Aus diesem Stamm wurde in den folgenden Jahren eine verschärfte Auswahl der frosthärtesten Pflanzenfamilien getroffen und dadurch die Winterfestigkeit des   Zuchtmaterials     dauernd erhöht. Nunmeir begann   erst die Züchtung solcher Familien, die keine Neigung zeigten, im ersten Vegetationsjahr Schosser zu bilden mit dem Ergebnis, dass erst im zehnten Jahr derartige Erstlingspflanzen erhalten wurden. Erst im sechzehnten Jahr hatten diese eine zur   Weiterzucht   geeignete Form. 



   Von diesem Zeitpunkt an wurde durch   systematische Zuchtarbeit dahin gestrebt. die in   den einzelnen Familien in ganz   verschiedenem   Masse in Erscheinung tretenden Eigenschaften der Frosthärte, des   Niehtschossens im ersten Vegetationsja]re, der guten Wurzelausbifdung   sowie eines hohen Zuckerreichtums und hoher Saftreinheit in grösstmöglicher Vervolkommnung 

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 miteinander zu vereinigen. Dieses Ziel wurde erreicht durch weitgehendste Anwendung der Kreuzung einzelner, in den verschiedenen Eigenschaften besonders hervorragender Rüben sowie durch starke Ausnutzung der Inzucht nach erfolgter gegenseitiger Befruchtung. Die zur Kreuzung ausgewählten Rüben wurden dabei, zu zwei oder drei räumlich von andern Samenträgern getrennt, zusammengepflanzt.

   Während der Blütezeit wurden sie ausserdem noch durch Einschluss unter Isolatoren (aus Seide, Mull oder Gazestoffen) vor ungewollter   Fremdbefruchtung   geschützt. In gleicher Weise erfolgte zur Erzwingung der Selbstbefruchtung auch der Einschluss einzelner ganzer Pflanzen oder von Zweigen derselben. 



   Der Zweck des neuen Verfahrens besteht
1. darin, im Frühjahr bereits voll entwickelte, gegen Schädlinge und Froste widerstandsfähige Pflanzen zu haben und
2. darin, aus diesen Pflanzen durchwegs schwere Rüben zu ernten, da deren Entwicklung sofort nach dem Einsetzen der Frühjahrsvegetation beginnt, die Entwicklungsperiode der Rüben also wesentlich länger dauert als bei bisherigen Anbauverfahren. 



   Der Vorteil des neuen Verfahrens liegt also sowohl in der Vermeidung von Ernteausfällen durch Verlust von Pflanzen als auch in der Gewinnung einer wesentlich höheren Ausbeute an Zucker und Trockensubstanz durch die Erzielung durchwegs schwerer Rüben. Die letzteren 
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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Anbauverfahren für Zuckerrüben, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch die Verwendung eines infolge langjähriger Auswahl von im Freien zunächst mit, dann ohne Schutz-und endlich auch ohne Schneedecke überwinterter Rübenpflanzen gewonnener, durch Kreuzungen und Inzucht veredelter Samen im Herbst ausgesät wird, so dass bei Beginn der Frühjahrsvegetation bereits widerstandsfähige Pflanzen vorhanden sind, die bis zur Ernte zu besonders schweren Früchten ausreifen können.
AT133174D 1931-12-07 1931-12-07 Anbauverfahren für Zuckerrüben. AT133174B (de)

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