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Verfahren zur Herstellung von Verbundglas.
Die Erfindung betrifft die Herstel1ung von Verbundglas, hei welchem eine Schichte aus einem Zellulosederivat, z. B. Zellulose-Azetat. zwischen zwei Glasplatten eingefügt und an diese festhaftend befestigt wird.
Beim vorliegenden Verfahren werden zwei Glasplatten dadurch zum Festhaften an ein zwisehengefügtes Blatt eines Zelhilosederivates, wie Zellulose-Azetat, gebracht, dass die Ober- fläche des Blattes mit einem plastisch machenden Mittel oder einem Lösungsmittel von hohem
Siedepunkt angefeuchtet wird und dann erfindungsgemäss die drei Schichten zuerst durch ein neutrales Druckgas in der Kälte zusammengedrückt werden. so dass sie in unmittelbare enge Oberflächenberührung gelangen, worauf schliesslich die Platten der Einwirkung von heissem
Dampf ausgesetzt werden.
Der Dampf besitzt eine Temperatur, die niedriger ist als der Siedepunkt des plastisch machenden oder lösenden Mittels und die Schichten werden dem Dampf in gleicher Weise ausgesetzt. wie sie vorher dem neutralen Gas ausgesetzt waren.
Bevor die Schichten dem Gas-und Dampfdruck ausgesetzt werden, werden überschüssige Flüssigkeit und Luft entfernt. Dies kann dadurch bewirkt werden, dass die Platten zwischen gummibedeckten Walzen hindurchgeführt werden.
Die Behandlung mit Gas-und Dampfdruck kann in einem geschlossenen Behälter bewirkt werden, in welchem Pressluft eingeführt wird, um die erste Pressung hervorzurufen, und dann Dampf, um die zweite Pressung zu bewirken.
Ein geeignetes Mittel zum Plastischmachen bei Verwendung von Zellulose-Azetat als Zwischenschicht ist Triazetin.
In der österreichischen Patentschrift Nr. 119941 ist bereits ein Verfahren vorgeschlagen worden, bei welchem die Glasplatten zunächst mechanisch mit einer Mittelschicht, z. B. aus Zellulose-Azetat, das mit Triazetin befeuchtet ist, durch Pressrollen aneinandergedrückt und hierauf einer direkten Dampfeinwirkung ausgesetzt werden. Nach dem vorliegenden Verfahren kommt aber Dampfeinwirkung erst in Anwendung, nachdem die Platten durch direkten Druck eines neutralen Gases einige Zeit aneinandergepresst worden sind. Hiedurch wird erreicht, dass die Platten sich vollkommen in das plastische Zellulosederivat einbetten, bevor die Dampfwirkung eintritt und ein tadelloses Aneinanderhaften über die ganze Ausdehnung der Glasplatten in sicherer Weise eintritt.
Aus der amerikanischen Patentschrift Nr. 1, 324. 361 ist ein Verfahren bekanntgeworden, bei dem zwei Glasplatten mit einer Mittelschicht aus Zelluloid zwischen zwei biegsamen Platten eingelegt werden und das Zelluloid durch Druck und höhere Temperatur zum Erweichen und nach Kühlung zum Ankleben an die beiden Glasplatten gebracht wird, während die Luft aus den Zwischenräumen der biegsamen Platten gesaugt wird, wodurch die biegsamen Platten dem Atmosphärendruck ausgesetzt werden. Hier gibt es keine direkte Dampfeinwirkung auf die Glasplatten wie bei vorliegendem Verfahren und es erfolgt das Ankleben durch Erweichen des Zelluloidblattes mittels Hitze, nicht unter Zuhilfenahme eines erweichenden oder lösenden Mittels für das Mittelblatt.
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Ein Beispiel zur Ausführung des erfinclungsgernässell Verfahrens ist folgendes :
Ein Blatt aus Zellulose-Azetat, das vorher durch Eintauchen in ein Triazetinbad mit diesem befeuchtet worden ist, wird zwischen zwei Glasplatten eingefügt. Die drei Schichten werden zuerst zwischen Gummiwalzen durchgewalzt, um Luft und überschüssige Flüssigkeit zwischen den Schichten herauszudrücken. Das Plattenpaket wird dann in eine geschlossene Kammer gebracht und dem unmittelbaren Druck von Pressluft bei einer Druckstärke von etwa 3-6 Atm. absolut (50 engl. Pfund absolut auf den Quadratzoll) während einer Dauer von 15 Minuten unterworfen. Nach geringem Nachlassen des Luftdruckes wird Dampf unter einem Druck von etwa 3'6 Atm. absolut (50 engl.
Pfund absolut auf den Quadratzoll) in die geschlossene Kammer eingeführt ; dem Druck und der Temperatur des Dampfes bleibt das Verbundglas während einer Dauer von 15 Minuten unterworfen. Alsdann wird der Gasdruck, aber nicht übermässig schnell, abgelassen und die aneinanderhaftenden Platten werden nun aus der Kammer entfernt.
Die Dampftemperatur bei dem genannten Druck ist unterhalb des Siedepunktes des Triazetins, der sich bei Atmosphärendruck bei 2580 C befindet.
Die genannten Drucke und Behandlungszeiten brauchen nicht genau innegehalten zu werden, ohne dass dadurch das Ergebnis erheblich berührt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Verbundglas, bei dem das Haften von zwei Glasplatten an ein zwischengefügtes Blatt aus einem Zellulosederivat, wie Zellulose-Azetat, unter Befeuchtung der Oberfläche des Zwischenblattes mit einem erweichenden oder lösenden Mittel von hohem Siedepunkt bewirkt wird und die endgültige Verklebung durch die direkte Einwirkung von heissem Dampf erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die drei Schichten oder Platten vor der Dampfeinwirkung durch ein unter Druck stehendes neutrales Gas in der Kälte derart zusammengedrückt werden, dass sie in unmittelbare enge Oberflächenberührung gelangen.