<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Vorbereitung von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung.
Zum Vorbereiten von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung ist es bekannt, den Grundwasserspiegel zur Oberflächentrockung abzusenken. Zum Trocknen des ausgehobenen Torfes ist ferner dessen Ausbreitung auf der Moorfläche üblich, und dabei pflegt man im Falle der Gewinnung als Breitorf diesen Torf auch in Einzelteile zu zerschneiden, um ihn in bequem handliche Stücke aufzuteilen.
Bekannt ist weiter die Behandlung von Torfmooren mit Dünger zur Umwandlung in Ackerland und anderseits die Behandlung gestochenen Torfes mit Abwässern zur Erhöhung seines Kohlenstoffgehaltes durch die Lebenstätigkeit der in den Abwässern enthaltenen Mikroorganismen. Diese letzte Behandlung im Moore selbst anzuwenden, war nicht möglich, da das Moor nur in dünner Oberschicht Mikroorganismen enthalten kann, aber darunter steril ist.
Die Erfindung besteht darin, dass zur Förderung der Zersetzung des Moores durch Mikroorganismen das säurehaltige Moorwasser entsprechend der Menge des auf das Moor fallenden Regens oder künstlich zugeführten Wassers durch tief in das Moor reichende Schächte abgesaugt und das Moor dabei durch Auflage von Breitorf bis zur genügenden Entsäuerung vor Austrockung geschützt wird. Auf diese Weise wird das Moor bis in die tiefsten zum Abbau bestimmten Schichten von der sterilisierenden Säure weitgehend befreit und durch die Breitorfauflage genügend feucht gehalten, um vollständig von Mikroorganismen durchwachsen zu werden.
Dadurch werden, insbesondere in Verbindung mit der Einwirkung stickstoffhaltigen Regen-und Schneewassers, alle gröberen pflanzlichen Einschüsse schon während der Vorbereitungszeit so wirksam zum Verrotten gebracht, dass nachher ein ungestörter maschineller Abbau des Moores möglich wird.
Vorteilhaft wird bei dem neuen Verfahren die Breitorfauflage und die Mooroberfläche von oben her so zerschnitten, dass sich beim allmählichen Schwinden der Breitorfauflage tief in das Moor hineinreichende Gräben bilden, die eine Lufterneuerung und den Wasserumlauf zur Entwässerung und Entsäuerung fördern.
Mit Vorteil werden weiter dem Moor Mikroorganismen zugeführt, die die Zersetzung fördern.
Diese Mikroorganismen können aus Abwässern, Dünger oder Heu-oder Getreidestöcken stammen. Sie werden dann in die durch den Grundwasserentzug locker und filzig werdenden Moormassen durch den Regen oder sonstiges Wasser allmählich tief hineingespült, so dass sie ihre Tätigkeit beständig nach unten hin ausdehnen. Die fortschreitende Zerklüftung, besonders im Anschluss an die durch Zerschneiden der Oberfläche des Moores erhaltenen Gräben, bringt dabei auch warme Luft in das verhältnismässig kalte Moor, und hiedurch wird die Entwicklung der Mikroorganismen wesentlich unterstützt.
Zur Absaugung des säurehaitigen Grundwassers werden brunnenartige Schächte benutzt, die mit porösen Füllstoffen ausgefüllt werden. Zur Herstellung dieser Schächte werden zunächst Rohre bis auf den Moorgrund eingesenkt, die nach dem Einbringen der Füllstoffe entfernt werden, worauf der freie Raum im Schacht mit brennbaren Stoffen, wie Torfsoden, Koksstücken usw., angefüllt wird.
Die Verminderung des Wassergehaltes von Moorböden durch Dränage unter Anwendung verrohrter brunnenartiger Schächte, die durch Einsenken nachher zu entfernender Schachtrohre gebildet werden, ist an sich bekannt, nicht aber im Zusammenhang mit dem Verfahren der Anmeldung.
Die Zeichnung erläutert ein Beispiel des Verfahrens, u. zw. ist Fig. 1 ein senkrechter Schnitt während der Bearbeitung, Fig. 2 ein gleicher Schnitt nach der Bearbeitung.
Nach dem Entfernen der Erdschicht (Bunkerde) werden auf die zur Bearbeitung vorgesehene Fläche in Abständen von 50 zu 50 m Rohre a von 1-5 m Durchmesser und einer der Moortiefe entsprechenden Länge
<Desc/Clms Page number 2>
aufgesetzt, die infolge ihrer eigenen Schwere in das Moor einsinken. Dann wird der in den Rohren befindliche Torfbrei herausgehoben. In der Mitte des gebildeten Raumes werden Saugrohre b zum Abpumpen eingesetzt, u. zw. so, dass sie mit ihren Saugkörben c auf dem Moorgrunde aufstehen. Über diese Saugrohre werden in ihrer unteren Hälfte geschlitzte oder gelochte Sehutzrohre d gesteckt, welche so weit sind, dass die Saugrohre b bei Verstopfungen durch sie hinaufziehbar sind.
Der freie Raum zwischen den Rohren a und d wird dann bis etwa zur Hälfte mit ganz trocknen Torfstücken, Koks od. dgl. (i) und der weitere Raum bis zur Mooroberfläche mit der ausgehobenen Torfmasse ausgefüllt. Dann werden die Aussenrohre a entfernt.
Danach wird auf die Moorfläche eine Breitorflage e von zirka 250 mm Höhe aufgetragen, nach einigen Tagen glatt getreten und mit runden Scheibenmessern von 1m Durchmesser in Viereck zerschnitten. Die Grösse der Messer bringt es mit sich, dass nicht nur die Torfbreilage, sondern auch die darunterliegende Mooroberfläche/* zerlegt wird.
Mit der fortschreitenden Trocknung und Schrumpfung der Breitorflage ziehen sich deren einzelne Stücke zusammen und nehmen dabei den unter ihnen liegenden Moorgrund f mit, so dass sich Gräben (Fig. 2) bilden.
Sind die Torfstücke e begehbar geworden, so wird das säurehaltige Grundwasser herausgepumpt und aus dem Bereich des Moores abgeleitet. Ist der Grundwasserspiegel bis zu einer gewünschten Tiefe gesunken, so wird Regenwasser mit Mikroorganismen angereichert und dem Moor durch die Gräben g zugeführt. Bei Hochmooren wird Kalk zur Neutralisierung zugesetzt.
Ist die Entwässerung und die Zersetzung des Moores bis zur gewünschten Ausdehnung gelangt, so werden die Torfstücke e und die Rohre b und d entfernt, und das Moor kann durch Bagger oder anderweitig abgebaut werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Vorbereitung von Torfmooren für die Brenntorfgewinnung zwecks Förderung der Zersetzung durch Mikroorganismen unter Anwendung von Schächten, die in die Moorschichten führen, dadurch gekennzeichnet, dass das Moor ausgewaschen wird, derart, dass das stark humussaure freie Wasser aus den tiefsten Moorschichten abgesaugt und durch schwach saures oder säurefreies Wasser mittels Aufguss von oben ersetzt und dass das Moor durch Auflage von Breitorf bis zur Entsäuerung vor Austrocknung geschützt wird.