AT127780B - Verfahren zur Darstellung von Äthern der Cellulose, der Stärke od. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Äthern der Cellulose, der Stärke od. dgl.

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  Verfahren zur Darstellung von ithern der Cellulose, der   Stärke od. dgl.   



   Die Darstellung von Äthern der hochmolekularen Kohlehydrate   (CsHOs) n,   wie der Cellulose, der Stärke u. dgl. findet im allgemeinen in der Weise statt, dass man diese Kohlehydrate in Gegenwart von Alkalilösungen verschiedener Konzentration mit alkylierenden Mitteln behandelt (s. z. B. D. R. P. 



  Nr. 322586). 



   Bei Cellulose ist man dabei teils von solchen Produkten ausgegangen, die sich in den Alkalilösungen völlig auflösen (s. z. B. Patentschrift Nr. 91246), teils hat man mechanische Mischungen von Cellulose mit Alkalilösungen verwendet (s. z. B. Patentschrift   Nr.   91246) ; immer war jedoch die Menge der Alkalilösung so bemessen, dass man völlig flüssige bis stark feuchte, sogenannte Alkalicellulose   (Alkalistärke u. dgl. ) mit alkylierenden Mitteln umgesetzt hat. Die Umsetzung wurde so ausgeführt,   dass das alkylierende Mittel in flüssiger Form eventuell unter Druck vorhanden war. 



   Es wurde nun gefunden, dass die Verwendung der alkylierenden Mittel ("Halogenalkyle") in Dampfform besondere Vorteile hat. Zur Ausführung der Reaktion in dampfförmige Zustand ist vor allem eine in geeigneter Weise hergestellte Alkalicellulose erforderlich, u. zw. muss diese in halbfeuchtem Zustand sich befinden. Man erhält solche Alkalicellulose dadurch, dass man Cellulose in Natronlauge geeigneter Konzentration tränkt und die lose anhaftende   überschüssige   Lauge durch Schleudern oder Abpressen entfernt, gegebenenfalls eine Anreicherung an Alkali durch Verdunsten des Wassers im Vakuum oder durch Trockenmittel vornimmt. Die abgeschleuderte, abgepresste Alkalicellulose wird je nach der Arbeitsweise aufgelockert oder lose aufgewickelt und reifen gelassen. 



   Je nach dem Zustand der verwendeten Alkalicellulose werden Alkylierungsprodukte erhalten, die sich hinsichtlich der Löslichkeit in Lösungsmitteln unterscheiden. 



   Wichtig ist weiterhin, dass in gewissen Fällen die Alkalicellulose während der Alkylierung bewegt werden kann. Auf diese Weise ist es dann möglich, besonders hoch alkylierte   Alkylcellulose   zu erhalten. 



   Die Alkylierung geht so vor sich, dass die Alkalicellulose in ein Reaktionsgefäss eingebracht und der Einwirkung eines Halogenalkylgases ausgesetzt wird. Die Alkalicellulose kann in zerfaserter oder in Pappenform angewandt werden. Temperaturen müssen   während   der Alkylierung entsprechend niedrig gehalten werden, damit eine Zerstörung der Alkalicellulose und des Alkylierungsmittels vermieden wird. 



   Die Reaktion kann auf drei Arten ausgeführt werden ; indem man entweder die Alkalieellulose im Reaktionsgas bewegt oder das Reaktionsgas durch die ruhende   Alkalirellulose     durchführt   oder diese beiden Arten kombiniert. Bei diesen Reaktionen können noch verschiedene Bedingungen, wie weiter unten beschrieben, abgeändert werden. 



   Die Reaktion mit dem Gasrundlauf führt man beispielsweise in der Art aus, dass man entweder das gasförmige Alkylierungsmittel, z. B. Chlormethyl oder   Chloräthyl,   selbst mittels einer Pumpe irgendeiner Form (beispielsweise Exhaustor) an einer passenden Stelle in das Reaktionsgefäss drückt und an einer andern Stelle absaugt oder ein indifferentes Gas zirkulieren lässt, dem man den Reaktionsstoff zusetzt. Mit dieser Anordnung ist die Möglichkeit gegeben, die   Rundlaufstrecke   ausserhalb des Reaktionsgefässes an zweckmässiger Stelle zu kühlen, sei es, um dadurch gewisse Stoffe, wie z. B. Wasserdampf, abzuscheiden oder um   überschüssige   Wärme wegzunehmen oder das Gas vor Eintritt in das Gefäss zu erwärmen oder zu kühlen, um den richtigen Temperaturgrad aufrechtzuerhalten.

   Nach diesem Verfahren lassen sich die verschiedensten Derivate der Cellulose darstellen. Eine weitere Abänderung des Verfahrens besteht in der zeitweisen oder stetigen Bewegung der Reaktionsmasse im Reaktionsgas, während des Halogenalkylumlaufes. Hiebei wird durch die dauernde Mischung der   Reaktionsmasse   ein gleichförmiges und auch physikalisch ganz gleichmässiges Produkt erhalten. 

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   Ähnlich wie die   Alkylierung   der Cellulose kann auch die Alkylierung der Stärke durchgeführt werden. Es tritt zwar hier keine so   gasdurchlässige Alkalistärke   auf, trotzdem hat dieselbe das Äussere eines lockeren, trockenen Pulvers und kann in Sturzapparaten alkyliert werden. 



   Beispiele :
1. 60 Gewichtsteile Baumwolle werden mit 600   Volumenteilen 35% iger Natronlauge   getränkt. 



  Nach 24 Stunden wird die Masse auf 180 Gewichtsteile abgepresst, worauf sie fünfmal 24 Stunden stehengelassen wird. Dann wird etwa 17 Stunden lang bei 125-130  Chloräthyl arübergeleitet. Das erhaltene hellgelbe fasrige Produkt ist teilweise in kaltem Wasser, teilweise in einem Alkohol-Benzol-Gemisch löslich. 



  Es wurde nochmals mit 600 Volumenteilen 35% iger Natronlauge getränkt und das Gemisch 24 Stunden stehengelassen, dann abgepresst und nochmals unter den oben erwähnten Bedingungen mit Chloräthyl behandelt. Man erhält 40 Gewichtsteile eines hellgelben Produkts mit einem Äthoxylgehalt von über   43%.   



   2. Die Apparatur besteht aus einem Reaktionsgefäss von ungefähr   700 l Inhalt, Gasumlaufpumpe   mit veränderlicher Leistung bis 36 m3 pro Stunde, Kühler mit Vorlage und   Anheizvorrichtung.   Das Reaktionsgefäss ist gut isoliert. 



   25 kg Cellulose werden in 50% iger Natronlauge ungefähr zwei Stunden bei 30  C getränkt und auf ein Gewicht von ungefähr   60 kg   abgepresst. Die so erhaltene Natroncellulose wird zerfasert und in das Reaktionsgefäss eingebracht. Nachdem die Luft aus der Apparatur durch Chlormethylgas verdrängt ist, wird die Natroncellulose durch das   umlaufende   Chlormethyl vorsichtig   angewärmt   und die Verätherung bei   700 C durch   Regelung der umgepumpten Gasmenge und deren Eintrittstemperatur in das Reaktionsgefäss vorgenommen. Die Apparatur zeigt etwa einen Druck von 6 bis 8 Atm. 



   Die   Veräthenmg   der Cellulose geht in kurzer Zeit vor sich. Ein grosser Teil des in der Natroncellulose enthaltenen Wassers wird durch den Kühler niedergeschlagen. Gasförmige Nebenprodukte, z. B. Methyläther, entstehen nicht und unveränderte Cellulose ist nicht vorhanden. Das noch alkalisch reagierende Reaktionsprodukt wird in geeigneter Weise ausgewaschen und getrocknet. 



   Der Methoxylgehalt der Methylcellulose beträgt in diesem Falle 34-38%. Das Produkt löst sich in kaltem Wasser von   +5  C   klar und viskos auf und ergibt nach dem Verdunsten des Wassers einen klaren durchsichtigen, sehr festen Film. Durch kochendes Wasser wird diese Methylcellulose quantitativ ausgeflockt. Gerbstoffe und deren Ersatzprodukte wirken auch fällend. Die Methylcellulose 
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 auf 125-130 kg abgepresst und zerfasert. Nach dem Einbringen in das Reaktionsgefäss wird mit Chlor- äthyl die Luft verdrängt und die Reaktion wie Beispiel   1,   jedoch bei   110-1150 C, durchgeführt.   



   Die gebildete   Äthylcellulose   hat ihre Faserstruktur behalten, während die bisher bekannten Äthylcellulosen   Korngriessform   haben. Das Produkt zeigt einen Äthoxylgehalt von etwa   44% OC2H5, ist   im Gegensatz zu den bekannten   äthylcellulose   nur in wenigen Lösungsmitteln löslich. So z. B. löslich in Eisessig, Ameisensäure,   leichtlöslich   in Spritbenzol, Spritchloroform und ähnlichen und unlöslich und unquellbar in Wasser, Aceton, Benzol, Methylacetat, Butanol und ändern. 



   Die Äthyleellulose dient zur Herstellung von künstliehen Massen, Fasern, Fäden, Lacken und ähnlichen Kunststoffen. 



   4. Zur Darstellung von Äthyleellulose werden Zellstoffpappen in 70% Lauge getränkt, was vorteilhaft in der Hitze sowie auch im Vakuum geschieht, und auf   2%   Gewichtsteile abgepresst. Nach dem Dazwischenlegen von Drahtnetzen und Einbringen in eine Bombe wird bei 100  C und 5 Atm. ungefähr zwölf Stunden mit Chloräthylgas alkyliert. 



   5. Man stellt eine Natroncellulose dar, indem man 10 kg Sulfitzellstoff mit einem Wassergehalt von ungefähr   5-8% in   Natronlauge von ungefähr   70% NaOH-Gehalt   bei etwa   60-65  zwei Stunden   tränkt, die Natroneellulose auf ein Gewicht von   25 leg abpresst   und in einer schnellaufenden Schlagmühle in feine Verteilung bringt. 



   Die Masse wird nun in einen rotierenden Druckkessel gebracht und in einem Strom von gasförmigem Chloräthyl bei etwa   100-105  und   einem Druck von ungefähr 5 Atm. 7-10 Stunden äthyliert. 



   Nach dem Auswaschen und Trocknen erhält man eine   Äthylcellulose   mit einem Äthoxylgehalt von 51-53%. 



   6.100 kg ungebleichte Sulfitzellstoffpappe mit   90%     &alpha;-Cellulosegehalt   und einer Kupferzahl unter 2 werden zwei Stunden bei 60  C in Natronlauge vom spezifischen Gewicht 1,63   (600 C) getränkt,   auf 250   leg   abgepresst, zerfasert und dann während zwölf Stunden bei 5 Atm. Druck und einer Temperatur von 100-150  C der Einwirkung von Chloräthylgas ausgesetzt. Das Reaktionsprodukt wird in üblicher Weise gewaschen, gebleicht und getrocknet. Die gebildete Äthyleellulose ist klar löslich in Spritbenzol l : 1, unlöslich in Sprit, Benzol, Wasser, Methylacetat, Aceton oder   ändern   einheitlichen Lösungsmitteln. 



   7. Ein Teil Cellulose wird in   60%   Natronlauge ungefähr zwei Stunden bei   500 C getränkt und   auf   2'5   Gewichtsteile abgepresst. Die zerfaserte Natroncellulose wird   ungefähr acht   Stunden bei 70  C und 

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 Atm. Druck mit Chlormethyl behandelt. Das Reaktionsprodukt wird mit heissem Wasser ausgewaschen und   getroeknet.   



   Das Produkt löst sich klar in Spritbenzol 1 : 1 und ist in Sprit oder Benzol allein unlöslieh. 



   8. Man kann das Verfahren auch ohne Anwendung eines äusseren Gaskreislaufs   durchführen.   



  Hiezu verwendet man z. B. folgende Apparatur. die sich sehr einfach gestaltet. Sie besteht z. B. aus einem kleinen   Druekgefäss   zur Aufnahme des flüssigen Alkylierungsmittels (Vorratsgefäss) und einem grösseren   Druckgefäss   zur Aufnahme der Alkalicellulose (Reaktionsgefäss). Dieses ist vorteilhaft mit einem Rührwerk versehen oder drehbar zur Bewegung der Alkalicellulose. Beide Druckgefässe sind mit einem kurzen Verbindungsrohr miteinander verbunden. 



   Man hält nun die Temperatur des grösseren Druckgefässes um einige Grad höher als die des kleinen   Druckgefässes,   so dass das Alkylierungsmittel in dem Reaktionsgefäss lediglich gasförmig auftritt. Man kann auch vor Anheizen der Apparatur das Reaktionsgefäss evakuieren. 



   Mit fortschreitender Reaktion wird Alkylierungsmittel von der Alkalicellulose verbraucht, das infolge des   Sättigungsdruekes   aus dem Vorratsgefäss gleichsam automatisch ergänzt wird. Man lässt die Reaktion fortlaufen, bis kein Alkylierungsmittel mehr aufgenommen wird. Da das Alkylierungsmittel im Vorratsgefäss im   Überschuss   vorhanden ist, arbeitet man nach der geschilderten Weise unter konstantem Druck (dem   Sättigungsdruck)   von Anfang bis Ende der Reaktion. Nicht verbrauchtes Alkylierungsmittel kann nach Beendigung der Reaktion durch Kühlen des Vorratsgefässes zurückgewonnen werden. 



   Nach einer andern Arbeitsweise sperrt man, nachdem das Reaktionsgefäss mit dem Gas bzw. Dampf des Alkylierungsmittels gefüllt ist, das Verbindungsventil zwischen beiden   Druckgefässen   ab, lässt die im Reaktionsgefäss abgesperrten Gasmengen ausreagieren (wobei der Druck naturgemäss fällt), füllt sodann erneut mit dem Gas des Alkylierungsmittels und so fort, bis kein Alkylierungsmittel mehr aufgenommen wird. Dieser Zustand ist erreicht, sobald der Druck im Reaktionsgefäss nicht mehr abfällt. 



  Nach dieser Arbeitsweise alkyliert man stufenweise unter portionsweiser Zugabe des Alkylierungsmittels in einem Arbeitsgange. 



   Es ist auch möglich,   Gefässe   mit Trockenmitteln oder Alkalien zur Trocknung bzw. zum Aufkonzentrieren des Reaktionsgemisches während der Reaktion in dem Reaktionsgefäss einzubauen. 



   9.10 kg Stärke werden mit 30 kg   30% niger   Natronlauge bei   200 C verknetet   bis ein lockeres Pulver von Alkalistärke entstanden ist. Dieses Produkt wird in einen   stützenden   Druckautoklaven   geschüttet   und bei 40  C und   5   Atrn. tberdruck mit Chlormethylgas sechs Stunden methyliert. Nach der Reinigung durch Dialyse erhält man Methylstärke, welche ein hervorragendes Klebmittel für Papier und Kartonagen darstellt. 



   10. 50   Gewiehtsteile   Baumwollwatte werden mit   500   Volumenteilen 35% iger Natronlauge und 50 Gewichtsteilen pulverisiertem Ätznatron   getränkt. Nach   24 Stunden wird die Masse abgepresst, worauf man zwölf Stunden lang Chlormethyl bei 125-130  darüberleitet. Nach dem Auslaugen mit Wasser werden   45   Gewichtsteile Methylcellulose mit einem Methoxylgehalt von über   320"erhalten.   



   Das Produkt zeigt Faserstruktur und löst sieh in einem Alkohol-Benzol-Gemisch ; in Wasser quillt es etwas auf. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Darstellung von   Äthern   hochmolekularer Kohlenhydrate der Formel   (CoH1oOs) x,   wie Cellulose, Stärke u. dgl., durch Einwirkung von Halogenalkylen auf diese Kohlenhydrate in Gegenwart von Alkali bei erhöhter Temperatur und gegebenenfalls erhöhtem Druck, dadurch gekennzeichnet, dass die Halogenalkyle ausschliesslich in   gas-bzw. dampfförmigem   Zustand zur Anwendung gelangen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das Alkylierungsmittel mit ändern Gasen verdünnt anwendet.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man das Gas durch die alkalische Masse pumpt und mittels in diesen Gaskreislauf eingebauter Kühl-und Heizvorrichtung die Temperatur und den Feuchtigkeitsgehalt regelt.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man von den beiden miteinander verbundenen Gefässen das Reaktionsgefäss mit der alkalischen Masse auf einer einige Grad höheren Temperatur hält als das das Alkylierungsmittel enthaltende Gefäss und die Zuführung des Alkylierungsmittels entweder kontinuierlich oder diskontinuierlich bewirkt.
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