<Desc/Clms Page number 1>
Vorrichtung zur Bestimmung der bleibenden Dehnung von Fäden.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bestimmung der bleibenden Dehnung von Fäden. Bei den bekannten Vorrichtungen zur Messung der Dehnung wird der zwischen zwei Klemmen gespannte Faden durch Gewichts-oder Federbelastung mit geringer Geschwindigkeit bis zum Bruch gedehnt und an einer Teilung die so erhaltene Bruchdehnung abgelesen. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, den zwischen zwei Klemmen eingespannten Faden längere Zeit hindurch absatzweise auftretenden Belastungen zu unterwerfen und ihn so in schwingende Bewegung zu versetzen. Durch diese immer wieder auftretenden Belastungen wird der Faden bis zur Erreichung der Bruchgrenze gedehnt.
Die Vorrichtung nach der Erfindung erlaubt die bleibende Dehnung des Fadens bei dessen Verlängerung um eine bestimmte einstellbare Strecke mit hoher Dehnungsgeschwindigkeit zu messen. Der Faden wird zwischen zwei Klemmen eingespannt, von denen die eine an einer beweglichen Zugstange befestigt ist, welche nach Lösen einer Verriegelung ruckartig von Federn um eine bestimmte Strecke einmal hin-und wieder zurückbewegt wird. Die Bewegung zwecks Dehnung des Fadens wird durch die eine mittels einer Zange mit der Zugstange verbundene Feder bewirkt. Um nun die Stange nach der Dehnung des Fadens zurück- führen zu können, wird die Zange, deren Backen mit zwei Hebeln versehen sind, durch Anstossen dieser Hebel in der Endstellung an Anschlagstifte gelöst und gibt die Zugstange frei.
Gleichzeitig öffnet ein an der Stange befestigter Keil eine weitere Zange, welche an einem Hebel zwei Rückführfeder hält, die mittels des Hebels die Stange in ihre ursprüngliche Lage zurückbewegen. Der Unterschied des Durchhanges des Fadens vor und nach dem Versuche ist ein Mass für die bleibende Deckung.
Auf Grund der Messungen mit der Vorrichtung lässt sich erkennen, wie der Faden bei kurzer und vorübergehender Beanspruchung, wie sie besonders in der Weberei auftritt, im Sinne einer bleibenden Dehnung deformiert wird. Ferner erlaubt die Vorrichtung eine grosse Anzahl Messungen in kürzester Zeit auszuführen und die Dehnung in einfachster Weise abzulesen.
Die Zeichnung stellt den Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen Ausführungsform dar. Fig. 1 zeigt den Dehnungsmesser in Seitenansicht und teilweisem Schnitt vor der Dehnung mit gespannten Federn und Fig. 2 nach der Dehnung mit entspannten Federn, die Fig. 3 ist eine Teilansicht des Messers mit der Zange, Fig. 4 eine Draufsicht und teilweiser Schnitt zu Fig. 3.
Der Dehnungsmesser besteht in der Hauptsache aus zwei im Abstand voneinander angeordneten Klemmen 2, 4. Die aus einem Plättchen mit Schrauben bestehende Klemme 2 ist mittels eines Ständers 1 an einer Grundplatte 18 befestigt, während die Klemme 4 an einer auf vier Rollen 7, 11 leicht verschiebbaren Zugstange 6 befestigt ist. Am andern Ende der Zugstange 6 sind zwei um einen Bolzen 40 drehbare Zangenbacken 35, 36 angeordnet (Fig. 3 und 4), welche zum Festhalten eines an einer Feder 15 mittels einer Lasche 38 befestigten Bolzen J'3 dienen. Dieser ist in Schlitzen 41 zweier Platten 14 geführt und trägt an beiden Enden über die Platten 14 hinausragende Handgriffe 42.
Die Backen 35. 36 der
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
sind, die die Backen 35, 36 federnd in der Schlussstellung zu halten bestrebt sind. Das andere Ende der Feder 15 ist mittels eines Bolzens 16 an einem Ende der parallel nebeneinanderliegenden Platten 14 befestigt,'welche ihrerseits zu beiden Seiten zweier auf der Platte 18 angeordneter Ständer 25, 30 befestigt sind. Der Ständer 25 ruht fest auf der Platte 18, der Ständer 30 kann in einer Gleitführung 27 durch eine Spindel 32 mittels einer Kurbel 33 in der Richtung der Stange 6 bewegt werden. Hiebei gleiten die Platten 14 mit Schlitzen 26 auf zwei'am Ständer. 35 befestigten Bolzen 24, welche gleichzeitig als Lager für die Rollen 11 dienen.
Der Ständer 30 trägt zwei Anschlagstifte 29 und ist bei 31 für den Durchlass der Feder 15 durchbohrt. Die Stange 6 wird durch einen Stift 19, welcher in eine Kerbe der Stange eingreift, gegen eine Bewegung durch die Feder 15 verriegelt. Der Stift 19 ist an einem Ständer 20 befestigt, welcher zwei Platten 5 trägt, die zur Befestigung zweier Rückführfedern 9 dienen. Mit den andern Enden sind die Federn 9 an einem mittels zweier Rollen 22 auf der Stange 6 geführten Hebel 23 befestigt, welcher durch zwei mittels einer Feder 34 verbundene Zangenbacken 10 in der Spannstellung gehalten wird. Auf der Stange 6
EMI2.2
Stangenbewegung vorgesehen. In der Mitte zwischen den Klemmen 2,4 ist ein Massstab 1'7 mit Spiegelablesung zur Messung des Durchhanges des Fadens 3 auf der Platte 18 angeordnet.
Der Faden 3 wird straff, jedoch ohne ihn zu dehnen, zwischen die Klemmen 2,4 eingespannt und die Höhenlage des Fadens am Massstab 17 abgelesen. Nun wird der Riegel 19 durch Herabziehen gelöst und dadurch die Stange 6 freigegeben, welche ruckartig durch die Federn 15 nach links bewegt wird, bis der Bolzen 13 an dem Ständer 30 anschlägt und die Bewegung nach links damit aufhört. Kurz bevor die Stange 6 in ihre Endstellung gelangt, stossen die Hebel 12 gegen die Stifte 29, öffnen dadurch die Zange 28 und geben so die Stange 6 frei ; gleichzeitig stösst der auf der Stange 6 festsitzende Keil 8 gegen die Backen 10 der zweiten Zange-und spreizt diese unter Überwindung der Kraft der Feder 34.
Dadurch wird der Hebel 23 freigegeben und bewegt durch die Federn 9 die Stange 6 ruckartig in die Anfangsstellung zurück, welche durch den Anschlag 21 gewährleistet ist, indem sich der Hebel 23 gegen den Keil 8 stützt.
Infolge der bleibenden Dehnung des Fadens hängt dieser um ein bestimmtes Stück durch, welches auf Grund einer vorhergehenden Eichung unmittelbar ein Mass für die Dehnung ist. Die Strecke, um welche der Faden gedehnt wird, ist gegeben durch den Abstand der Hebel 12 von den Stiften 29 und kann durch Verstellung des die Stifte 29 tragenden Ständers 30 mittels der durch die Kurbel 33 betätigten Spindel 32 geändert werden.
Nach jeder Messung müssen die Federn wieder in die Spannstellung gebracht werden.
Hiefür wird der an der Feder 15 befestigte Bolzen 13 mittels seiner Handgriffe 42 der Federkraft entgegen bewegt, bis er gegen die schrägen Flächen der Backen 35, 36 stossend die Zange öffnet und unter der Wirkung der Federn 37 hinter die Zähne einschnappt, wodurch die Feder 15 gespannt wird. In ähnlicher Weise werden die Federn 9 gespannt, indem der Hebel 23 mittels seiner Handgriffe den Federkräften entgegen bis zum Einschnappen hinter die Zähne der Zange 10 bewegt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Messung der bleibenden Dehnung von Fäden, die zwischen zwei Klemmen eingespannt und einer Zugbelastung unterworfen werden, gekennzeichnet durch eine die bewegliche Klemme ( tragende Zugstange (6), die nach Lösen einer Verriegelung (19) ruckartig von einer Feder (15) bewegt wird und nach Zurücklegen einer einstellbaren Strecke durch gleichzeitiges selbsttätiges Lösen der Feder (15) von der Zugstange (6) und Auslösen einer Rückführfeder (9) und Kuppeln mit der Zugstange (6) in die Anfangslage zurückgeführt wird, wobei eine Teilung die bleibende Dehnung,
beispielsweise durch Messen des Durchhanges des Fadens vor und nach dem Versuch, abzulesen gestattet.