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Gegenstand der Erfindung ist eine Fehlerortanzeigevorrichtung für Drehstromnetze, um aus der
Laufzeit eines Distanzrelais vom Augenblick des Ansprechens bis zum Rückgang oder Auslösen des- selben den Fehlerort zu ermitteln und zu registrieren. Es wird hiebei der bekannte Zusammenhang zwischen der Auslösezeit und der Impedanz der fehlerhaften Leitung zugrunde gelegt. Bisher hatte man zu diesem Zweck für jeden Relaissatz der Leitung eine besondere Anzeigevorrichtung anbringen müssen, also bei einer Drehstromleitung drei Anzeigevorrichtungen. Erfindungsgemäss soll für alle drei
Phasen einer Leitung nur eine gemeinsame Anzeigevorrichtung vorgesehen werden.
Diese besteht in einem Zeitwerk, welches im normalen Betrieb gesperrt ist, wobei aber die Sperrung bei einem zwei-oder dreiphasigen Kurzschluss bzw. einem Doppelerdschluss überwunden wird. Die Sperrung kann entweder durch einen besonderen Sperrhebel oder auch durch eine Bremse erfolgen, wobei die Sperrung durch den Einfluss verschiedener vom Netz beeinflussten Wicklungssysteme elektromagnetisch überwunden wird. Eine besonders zweckmässige Anordnung erhält man bei Verwendung eines in bekannter Weise als Zeitwerk arbeitenden, selbstanlaufenden Synehronmotors, bei welchem ein Bremsmoment überwunden werden muss, welches so gross ist, dass der Motor bei normalem Betrieb nicht anläuft.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Figur dargestellt. Es ist a die Motorachse eines selbstanlaufenden Synchronmotor mit den beiden Ankern bl und b2. Auf diese wirken die Elektromagnete el und C2 ein. Sobald die Magnete durch die darauf befindlichen Wicklungen d"d, und < erregt werden, läuft der Synchronmotor an und arbeitet auf das Getriebe e. Dieses wird durch die Bremseinrichtung t gebremst, so dass beim Anlaufen des Motors ein gewisses Drehmoment zu überwinden ist.
Das Getriebe e nimmt über eine Rutschkupplung eine Trommel g mit, die mit einer Skala an dem feststehenden Zeiger h vorbeiläuft und von Hand zurückgestellt werden kann. Die Skala kann in Sekunden oder auch direkt Kilometern geeicht sein. Die Erregung der drei Wicklungen c4, d"d, geschieht folgendermassen : Ein dreiphasiger Stromandler m ist mit den Phasen u, v, w auf einer Seite in Stern geschaltet, während von den andern Klemmen Leitungen zu den Relais U, V, W geführt sind. Der Strom der Phase u wird über die Wicklung cl ! geleitet, während die Wicklung cl2, welche der Einfachheit halber auf demselben Eisenkern wie die Wicklung cl sitzt mit dem Nullpunkt des Stromwandler verbunden ist und im Falle eines Doppelerdschlusses den Unsymmetriestrom führt.
In Fig. 2 ist die Schaltung der Strom- und Spanmmgsspulen der einzelnen Distanzrelais U, V, W gezeichnet. Die Stronispulen der Relais liegen in Serie zu den Wicklungen u, v, w des Stromwandler m.
Die Spannungsspulen sind untereinander in Dreieck geschaltet. Die Eckpunkte des Dreiecks sind mit dem beweglichen Kontakthebel der einzelnen Relais verbunden. Wenn nun ein Fehler auftritt und die Anregeglieder der Relais ansprechen, dann bringen diese die Kontakthebel mit den Anschlussklemmen des Spannungswandlers n in Verbindung.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende : Bei einem Kurzschluss zwischen den Phasen U, V werden die Kontakte der Relais U und V an die entsprechenden Spanmmgsspulen des Wandlers it gelegt.
Die Wicklung d3 wird aber dadurch nicht erregt, da ihr einer Anschlusspunkt geerdet bleibt, während ihr zweiter in keine Verbindung mit dem Spannungssystem gebracht wird. Dagegen ist die Stromspule dt wirksam und setzt das System in Bewegung.
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Bei einem Kurzschluss zwischen den Phasen V, W ist dagegen keine Stromspule wirksam, dafür wird aber die Spannungsspule il3 durch Betätigung der Kontakte k und i an die Spannung zwischen W und Erde gelegt. Die Spannungsspule d, wird also von mindestens der halben Phasenspannung erregt.
Bei einem Kurzschluss zwischen den Phasen U, W wird die Spannungsspule d3 so geschaltet, dass sie ebenfalls von der Spannung zwischen W und Erde erregt wird. Auch die Stromspule il1 wird vom Kurzschlussstrom durchflossen, so dass das System von zwei treibenden Kräften in Bewegung gesetzt wird.
Bei einem dreiphasigen Kurzschluss arbeitet das Relais in derselben Weise wie bei einem Kurzschluss zwischen den Phasen U imd W.
Tritt ein Doppelerdschluss ein, dann wird in allen Fällen die Spule d2 von dem über diese Spule geführten Asymmetriestrom erregt. Die Spannungsspule d3 wird ausserdem noch in den Fällen wirksam, in denen das Relais W zum Ansprechen kommt.
Da. im normalen Betrieb auch die Spule d1 vom Strom durchflossen wird, muss die Bremseinrichtung t so abgestimmt sein, dass erst bei der durch die Spannungsspulen oder der durch den überstrom bewirkten erhöhten Kraftäusserung der Spule d, das System zum Anlaufen kommt. In allen auftretenden Fehlerfällen wird dann erreicht, dass das für alle Phasen gemeinsam vorgesehene Zeitwerk gleichmässig arbeitet, unbeeinflusst von der Art des Fehlers.
PATENT-ANSPRÜCHE :
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Phasen ein gemeinsames Zeitwerk vorgesehen ist, auf das mehrere Wicklungssysteme einwirken, von denen mindestens eines bei einem Fehler so erregt wird, dass das Zeitwerk anläuft.