AT1230U1 - Probiotisch wirksame formulierungen - Google Patents

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Abstract

Beschrieben wird eine probiotisch wirksame Formulierung enthaltend durch Trocknung stabilisierte Mikroorganismen und einen lebensmitteltechnischen Trägerstoff, welcher den durch Trocknung stabilisierten Mikroorganismen einen Magensaft-Durchtritt in höherer Keimzahl ermöglicht, wobei die durch Trocknung stabilisierten Mikroorganismen im Trägerstoff eingeschmolzen sind, deren Verwendung als lebensmitteltechnischer Zusatzstoff sowie Lebensmittel, insbesondere Schokomüsli, enthaltend diese Formulierung.

Description


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  Die Erfindung betrifft probiotisch wirksame Formulierungen, insbesondere zur Anwendung im Bereich der Lebensmitteltechnologie. 



    Als"Probiotika"werden   nach einer modernen Definition (Havenaar et al.,"Probiotics : A General View"in :"The Lactic Acid Bacteria, Volume   1",     B. J. B. Wood   Ed. (1992), Elsevier Applied Science, 155/156) Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen bezeichnet, die an Tier und Mensch angewendet werden und den Wirt durch die Verbesserung der Eigenschaften der natürlich vorhandenen Mikroflora vorteilhaft beeinflussen. Das bedeutet, dass 
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 lebende- den Gesundheitsstatus von Mensch und Tier verbessern,   - die   Wirkung im Mund, dem gastrointestinalen Trakt, dem obe- ren respiratorischen Trakt oder dem Urogenitaltrakt entfal- ten können. 



  Der   Begriff "Milchsäurebakterien"   (MSB) umfasst eine Kategorie von Mikroorganismen, die in den letzten Jahren, bedingt durch ihre humanspezifischen und lebensmitteltechnologischen Eigenschaften, in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt ist. 



  Taxonomisch beinhaltet das Spektrum der Milchsäurebakterien derzeit im wesentlichen die Gattungen Lactobacillus, Streptococcus, Lactococcus, Leuconostoc, Enterococcus, Bifidobacterium, Carnobacterium und Sporolactobacillus (Bergey's Manual of Systematic Bacteriology, IX. Aufl. ). Einige dieser Vertreter (Lactobacillus, Bifidobacterium und Enterococcus) gelten als natürliche und nützliche Darmbewohner des Menschen (und auch der Tiere) und treten dort-in Abhängigkeit vom Darmabschnitt, Lebensalter und Ernäh-   rungsgewohnheiten-in   unterschiedlich hohen Keimzahlen auf. Allgemein wird die Wirkung der Milchsäurebakterien in vier Haupteffekte unterteilt : 
1. Biochemische   (u. a.   Verbesserung der Nährstoffverwertung) 
2. Physiologische   (u. a.   Stimulierung der Darmperistaltik) 

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3.

   Antimikrobielle   (z. B.   repressive Wachstumshemmung pathogener Keime) 
4. Kompetitive   (z. B.   Inaktivierung von Enterotoxinen). 



  Die Erhaltung einer ausgewogenen Mikroflora des Darmes durch die Applikation bestimmter MSB über den Nahrungsmittelweg erscheint daher aus den obgenannten Gründen als zielführend. Im Vordergrund stehen heute diätetische, prophylaktische und therapeutische Indikationen, wie   u. a.   bei Reisediarrhoe, Behandlung von Obstipationen, Restitution einer gestörten Darmflora nach Antibiotikaeinnahme, regulierende Funktion bei Stress-Situationen, Erniedrigung des Cholesterinspiegels, Krebstherapie, Zahnfleischentzündungen, Vaginitis, bei diversen Diätformen, etc.. 



  Menschen auf der ganzen Erde haben mit MSB fermentierte Milchprodukte (fMP) als gesunde Nahrung seit sehr langer Zeit zu sich genommen. Seit 1966 wird die Konsumation von fMP von der International Dairy Federation erfasst und aufgezeichnet. Die Konsumation von 
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 in Österreich : 7 kg ; in Deutschland   (West) : 9, 7 kg ; Spanien : 7, 3     kg ; Schweiz : 16, 5 kg ;   Fernandes et al., "Fermented Dairy Products and Health"in :"The Lactic Acid Bacteria, Volume   1",     B. J.   Wood Ed. (1992), Elsevier Applied Science, 298).

   Diese herkömmlichen Lebensmittel   enthaltender   lebende Mikroorganismen jedoch in zu niedriger Konzentration und erfüllen nicht die notwendigen Voraussetzungen, um die für eine effiziente Wirkung unbedingt notwendige hohe Konzentration der Mikroorganismen in den Darm gelangen zu lassen   (Laulund,"Commercial   Aspects of Formulation, Production and Marketing of Probiotic Products"in :"Human Health : The Contribution of Microorganisms",   S. A. W.   Gibson Ed. (19"94), Springer Verlag, 160). 



  Lebende Mikroorganismen sind schwer stabilisierbar, in Präparationen liegen sie daher meist in getrockneter Form vor. Die Darstellung kann durch unterschiedliche Trocknungsprozesse, wie Lyophilisation, Sprühtrocknung, etc. erfolgen. 

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  Insbesondere bei der peroralen Verabreichung lebender Mikroorganismen ist zu beachten, dass je nach Gattung bzw. Stamm der grösste Teil der Bakterien bereits im Magen, dessen Säure eine natürliche und von der Natur gewollte Barriere gegen Mikroorganismen darstellt, zerstört wird. Wenn überhaupt lebende Keime in den Darm gelangen, ist deren Anzahl gering. (Fuller, J. Appl. Bact. 66 (1989), 365-378). 



  Die Verarbeitung zu Tabletten mit magensaftresistenten Filmüberzügen ist problematisch : einerseits ist das Überzugsmaterial   (z. B.   
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 wird die Anzahl der lebensfähigen Mikroorganismen durch den Tablettiervorgang aufgrund der einwirkenden Scherkräfte meist stark reduziert. Eine Verabreichung in magensaftresistenten Hartgelatinekapseln bleibt wegen der speziellen und teuren Technologie auf den pharmazeutischen Bereich beschränkt. 



  Schliesslich sind bei vielen auf dem Markt befindlichen Produkten erhebliche Qualitätsschwankungen festzustellen. Das liegt hauptsächlich daran, dass die grosstechnische Herstellung und Verarbeitung von probiotisch wirksamen Formulierungen aufgrund ihrer biologischen Natur heikel und nur schwer reproduzierbar ist (Brennan et al., J. Food Prot. 46 (1983), 887-892). 



  Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine probiotisch wirksame Formulierung zur Verfügung zu stellen, welche einen hohen Grad an Magensaftresistenz aufweist, einfach als Lebensmittel-Zusatzstoff zu verabreichen und verarbeiten ist und in reproduzierbarer Weise auch grosstechnisch hergestellt und verwendet werden kann. 



  Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch eine probiotisch wirksame Formulierung umfassend durch Trocknung stabilisierte Mikroorganismen und einen lebensmitteltechnischen Trägerstoff, welcher den durch Trocknung stabilisierten Mikroorganismen einen Magensaft-Durchtritt in einer mindestens um das Zehnfache höherer Keimzahl, verglichen mit der reinen, getrockneten MikroorganismenPräparation, ermöglicht, wobei die durch Trocknung stabilisierten 

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 Trägerstoff suspendiert ist. 



  Die Besonderheit der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine mikroorganismenhältige Formulierung hergestellt wird, die einen hohen Grad an Magensaftresistenz aufweist und einfach zu verarbeiten ist. Die Herstellung kann mit hoher Reproduzierbarkeit auch grosstechnisch durchgeführt werden ; die erhaltenen Formulierungen eignen sich hervorragend als Zusatz zu Lebens-und Genussmitteln. 



  Erst die Einbettung in geeignete lebensmitteltechnische Trägerstoffe ermöglicht, dass eine überraschend hohe Anzahl von lebenden Zellen in den Darm gelangen können. Die bisher verwendeten magensaftresistenten Lacke wie Eudragit sind nur zur Verabreichung von äusserst limitierten Mengen erlaubt, sie sind aber nicht Lebensmittel-tauglich und insbesondere ungeeignet bei den Mengen an probiotisch wirksamen Formulierungen, welche zwangsläufig beim Verzehr eingenommen werden. 



  Besonders bevorzugte lebensmitteltechnische Trägerstoffe sind Kakao-Produkte, insbesondere Schokolade, Soja-Produkte oder fetthaltige Cremes. Überraschenderweise haben diese Trägerstoffe einen Magensaftresistenz-verleihenden Effekt auf die Mikroorganismen. 



  Diese Trägerstoffe ermöglichen offensichtlich eine effiziente Schutzhülle, welche durch die Magensäfte nicht oder nur leicht angegriffen wird, um die Bakterien, sodass diese in hoher Keimzahl in den Darm gelangen können. Weiters wird durch das Vorliegen in eingeschmolzener bzw. suspendierter Form die weitere Verarbeitung erheblich erleichtert, da auch hierbei der Trägerstoff den empfindlichen Mikroorganismen diese Schutzhülle bietet. 



  Weiters können diese Trägerstoffe in einfacher Weise in komplexere Lebensmittel eingearbeitet werden. So kann die Schokolade, in welche die getrockneten Mikroorganismen eingeschmolzen worden sind, 
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 auch für Soja-Produkte, wobei in diesem Fall das Anwendungsspektrum noch erheblich grösser ist. Fetthältige Cremen können bei- 

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 spielsweise für Konditoreiwaren oder Füllungen aller Art in der Lebensmittelindustrie Anwendung finden. 



  Die Einbringung der Mikroorganismen in den Trägerstoff kann insbesondere beim Einschmelzen Probleme aufwerfen, da die Mikroorganismen in der Regel nicht allzu hohen Temperaturen ausgesetzt werden dürfen. Als feste Trägerstoffe kommen daher solche Stoffe in Betracht, welche sich schon bei Temperaturen unter 60oC, vorzugsweise unter 50 C oder - noch bevorzugter - unter 40oC, zumindest teilweise verflüssigen lassen. Beim Einschmelzprozess werden nach Möglichkeit grössere Temperaturgradienten vermieden, so dass die Mikroorganismen so schonend wie möglich in den Trägerstoff eingearbeitet werden. 



  Als durch Trocknung stabilisierte bzw. haltbar gemachte Mikroorganismen werden im besonderen Stämme aus den Familien Lactobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen Streptococcus, Lactobacillus, Enterococcus und Bifidobacterium, und Enterobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen Enterobacter und Escherichia in den erfindungsgemässen Formulierungen verwendet, wobei die Arten Lactobacillus delbrückii subsp. bulgaricus, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei subsp. casei, Lactobacillus helveticus, Lactobacillus lactis, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus plantarum, Streptococcus salivarius subsp. thermophilus, Enterococcus faecium, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium infantis, Bifidobacterium longum (sowie weitere Bifidobakterium-Arten) und physiologische Escherichia coli sowie Mischungen dieser Mikroorganismen besonders bevorzugt sind. 



  Bei den erwähnten Arten ist ihre probiotische Wirkung schon hinlänglich beschrieben worden ; ihre lebensmitteltechnisch grosse Bedeutung macht sie zu bevorzugten Mikroorganismen im Rahmen der vorliegenden Erfindung. 



  Die erfindungsgemässe Formulierung umfasst günstigerweise weiters Formulierungshilfsstoffe oder technisch notwendige Hilfsstoffkom- 
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  Die erfindungsgemässe probiotisch wirksame Formulierung umfasst in der Regel -   1 bis   90   Gew.-%   durch Trocknung stabilisierte Mikroorga- nismen und - 10 bis 99   Gew.-%   lebensmitteltechnische Trägerstoffe. 



   - 0 bis 50   Gew.-%   Hilfsstoffe Eine besonders bevorzugte probiotisch wirksame Formulierung umfasst durch Trocknung stabilisierte Mikroorganismen der Art Lactobacillus acidophilus und Schokolade. 



  Besonders bevorzugt sind Formulierungen, welche 10 bis 70, insbesondere 30 bis 55   Gew.-%,   an getrockneten Mikroorganismen aufweisen. 



  Bei diesen Formulierungen konnte die höchste Resistenz gegenüber Magensaft (0, 1 N   HCl)   festgestellt werden. 



  Gemäss einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierungen als Zusatzstoffe für Lebensmittel, insbesondere zur Herstellung einer Präparation oder eines Lebensmittels zur Unterstützung der Behandlung von Störungen der Darmflora. 



  Die Erfindung betrifft selbstverständlich auch Lebensmittel aller Art, welche eine erfindungsgemässe probiotisch wirksame Formulierung umfassen, insbesondere Reformprodukte, welche diätetisch besonders wertvoll sein müssen. Besonders bevorzugt sind Müsliprodukte, Müsliriegel, Ballaststoffprodukte, Sojaprodukte, diätetisch anspruchsvolle Konditoreiprodukte, etc.. 



  Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein Schokomüsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist :
30 bis 90   Gew.-%   Getreideflocken und Nüsse
1 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20   Gew.-%,   Schokolade- komponenten, wobei diese jedenfalls zumindest 1   Gew.-%   einer erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Schoko- 

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 lade-Zusammensetzung enthalten,
0 bis 69   Gew.-%,   vorzugsweise 0 bis 30   Gew.-%,   Fruchtanteile
0 bis 20 Gew.-% Zucker und
0 bis 20   Gew.-%   sonstige Bestandteile. 



  Als Getreideflocken werden hauptsächlich Haferflocken und Weizenflocken eingesetzt, jedoch können auch Roggen-, Soja-, Gerstenund Maisprodukte u. dgl. verwendet werden. Als Nüsse können sämtliche geniessbare Sorten verwendet werden, vorzugsweise natürlich Haselnüsse, Walnüsse, Kokosnüsse, Mandeln, Pecannüsse und Erdnüsse. 



  Schokoladekomponenten sind beispielsweise Milchschokolade, Kochschokolade, Kakao, extrudierte Schokolade, Bitterschokolade, Schokoflocken   oder -streusel,   aber auch geeignete Schokolade-Ersatzstoffe, wie z. B. Carobin, und natürlich eine erfindungsgemässe probiotisch wirksame Präparation, bei welcher die durch Trocknung stabilisierten Mikroorganismen in Schokolade eingeschmolzen sind. 



  Das erfindungsgemässe Müsli kann zusätzlich Früchte aller Art, vorzugsweise getrocknete Früchte, enthalten. Bevorzugt sind dabei Rosinen, getrocknete bzw. gepulverte Pfirsiche, Marillen, Orangen, Zitronen, Äpfel und Birnen. 



  Das Müsli kann zusätzlich noch geeignete Bestandteile, wie   z. B.   



  Aromastoffe, Süssstoffe, weitere Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, enthalten. 



  Ein spezielles erfindungsgemässes Müsli enthält : 
50 bis 70 Gew.-% Getreideflocken und Nüsse
1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese jedenfalls zumindest 1 Gew.-% einer erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Schoko- lade-Formulierung enthalten,
2 bis 15 Gew.-% Fruchtanteile
0 bis 10 Gew.-% Zucker und
0 bis 10 Gew.-% sonstige Bestandteile. 

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 Das erfindungsgemässe Müesli weist eine abgestimmte Komposition der Bestandteile auf, welche eine gute probiotische Wirkung der erfindungsgemässen Schokolade-Formulierung besonders unterstützt. 



  Die Herstellung der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierungen erfolgt vorzugsweise derart, dass die durch Trocknung stabilisierten Mikroorganismen in den Trägerstoff eingeschmolzen bzw. im Falle von flüssiger oder breiiger Konsistenz des Trägerstoffes, in diesem Trägerstoff suspendiert werden und anschliessend der Mikroorganismen enthaltende Trägerstoff mit den übrigen Komponenten der Formulierung gemischt und gegebenenfalls verarbeitet und/oder verpackt wird. 



  Die Erfindung wird anhand der nachfolgende Beispiele, auf die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch weiter erläutert. 



  Beispiele : 1. Schokomüsli mit probiotisch wirksamer Formulierung enthaltend Lactobacillus acidophilus. 



    1. 1 :   Herstellung der probiotisch wirksamen Schokolade-Präparation : Ein L. acidophilus-Lyophilisat mit einem Lebendkeimgehalt von ca. 



  6, 6 x 109 KbE (KbE= Kolonie-bildende Einheiten) pro Gramm wurde mit geriebener Schokolade im Verhältnis von 1 zu 6 vermengt, das Gemisch vorsichtig in einem Wasserbad auf eine Temperatur von   40 C   erwärmt und gerührt. Nach Erstarren der probiotisch wirksamen Formulierung wurde diese mittels Hobel zerkleinert (Partikelgrösse :   0,   5-5, 0 mm). 



    1. 2 :   Herstellung eines erfindungsgemässen Schoko-Müsli Ein Schokomüsli der folgenden Zusammensetzung wurde durch Mischung der angegebenen Komponenten in einem Kubusmischer (Fa. Erweka) hergestellt : 

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 Bestandteile : Gew.-% Getreideflocken und Nüsse 63 Rosinen 5 Milchschokolade 2, 5 extrudierte Schokolade 1, 5 Kochschokolade 7 Schokolade mit L. acidophilus 18 Kakao 1 Zucker 2 Gesamt 100   1. 3 :   Keimgehalte im fertigen   Acidophilus-Schokomüsli :   Die Bestimmung der Keimzahl erfolgte nach dem Koch'schen Plattenverfahren. 



  Der Lebendkeimgehalt an Lactobacillus acidophilus wurde auf Rogosa-Agar mittels Plattierung verschiedener Verdünnungen des Ausgangsmaterials bestimmt. Die Platten wurden für 72 h bei   37 C   im anaeroben Milieu inkubiert und die erhaltenen Kolonien gezählt. 



  Ergebnis :
Lebendkeimzahl in KbE/g L. acidophilus 2, 0- 5, 0 x 107   1. 4 :   Sensorische Beurteilung : Das Schokomüsli mit der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierung wurde einer Gruppe von sechs Testpersonen in einem Blindversuch zur Verkostung vorgelegt. Als Vergleichsprodukt diente das   Standard-Produkt"Haas-Schokomüsli"der   Firma Haas. Beurteilt wurden die sensorischen Eigenschaften der Produkte. Besondere Beachtung wurde auf die Untersuchung nach etwaigem Vorhandensein von Fremdgeschmack im Müsli gelegt. Für die Verkostung wurden jeweils 50 g Müsli mit 100 ml temperierter Milch (ca.   25 C)   gemischt. 

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  Von allen Testern wurde das Schokomüsli mit den erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierungen positiv bewertet. Es wurde als ausreichend und angenehm nach Schokolade schmeckend beurteilt und einhellig   als "Schokomüsli" bezeichnet.   Ein störender Fremdgeschmack wurde von keiner der Testpersonen festgestellt. 



  Das Vergleichsprodukt Haas-Schokomüsli in bestehender Form wurde von den Testern als typisches Müsli, ohne ausgeprägte oder abweichende Geschmackseigenschaften, charakterisiert. 



    1. 5 :   Untersuchungen zur Magensaftresistenz der erfindungsgemässen Schokomüsli : Bestimmung der Überlebenskeimzahl nach Inkubation in 0, 1 N HC1 Zur Simulation einer Magenpassage wird 1, 00 g der Müsli-Probe mit 94, 0 ml 0, 1 N HC1 versetzt und 1 h am Schüttelwasserbad (Firma GFL, Type : 1083) bei   37 C   inkubiert. Anschliessend wird mit 2 ml 5 N NaOH und 3 ml einer wässrigen 1 M   Na. HPO -Lösung   neutralisiert (ca. pH 7-10). Die Bestimmung der Überlebenskeimzahl erfolgte gleichfalls auf Rogosa-Agar (anaerobes Milieu, 72 h,   37 C).   



  Ergebnisse
Keimzahlbestimmung Lyophilisat 6, 6 x 109/g nach Magenpassage negativ in 0, 1 g Probiotisch wirksame   Schokolade-4, 0   x 108/g   - Präparation   nach Magenpassage 1, 0 x 105/g Schoko-Müsli mit prob. wirks.   Schoko-Präp. -3, 0 x 107/g   nach   Magenpassage -1, 0 x 104/g   Schoko-Müsli mit Lyophilisat 9, 0 x 108/g nach Magenpassage negativ in 0, 1 g Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass mit der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Schoko-Formulierung eine erheblich grössere Lebendkeimzahl nach der Magenpassage erreicht werden kann und die in Schokolade eingeschmolzenen Bakterien gegen 0, 1 N HC1 geschützt sind. 

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  Eine Lebendkeimzahl nach der Magenpassage, welche gemäss der vorliegenden Erfindung um das mindestens 10-fache, vorzugsweise um das mindestens 100-fache, insbesondere um das mindestens 1000fache, über den mit der reinen, getrockneten MikroorganismenPräparation liegt, ist also ohne weiteres mit den erfindungsgemässen Formulierungen erzielbar.

Claims (10)

  1. EMI12.1
    Ansprüche : 1. Probiotisch wirksame Formulierung enthaltend lyophilisierte Mikroorganismen und Schokolade, wobei die Mikroorganismen in der Schokolade eingeschmolzen oder, im Falle von flüssiger oder breiiger Konsistenz der Schokolade, suspendiert sind.
  2. 2. Probiotisch wirksame Formulierung nach Anspruhe 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikroorganismen ausgewählt sind aus den Familien Lactobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattun- gen Streptococcus, Lactobacillus, Enterococcus und/oder Bi- fidobacterium, und Enterobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen Enterobacter und/oder Escherichia.
  3. 3. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mikroorganismen aus- gewählt sind aus den Arten Lactobacillus delbrückii subsp. bulgaricus, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus subsp. casei, Lactobacillus helveticus, Lactobacillus lactis, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus plantarum, Strepto- coccus salivarius subsp. thermophilus, Enterococcus faecium, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium infantis, Bifido- bacterium longum und physiologische Escherichia coli sowie Mischungen dieser Arten.
  4. 4. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie - 1 bis 90 Gew.-% Mikroorganismen, - 10 bis 99 Gew.-% Schokolade, - 0 bis 50 Gew.-% Hilfsstoffe umfasst.
  5. 5. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie Mikroorganismen der Art Lactobacillus acidophilus und Schokolade umfasst. <Desc/Clms Page number 13>
  6. 6. Verwendung von probiotisch wirksamen Formulierungen nach einem der Ansprüche 1 bis 5 als Zusatzstoffe für Lebensmit- tel.
  7. 7. Verwendung von lebensmitteltechnischen Trägerstoffen, wie Schokolade, fetthaltigen Cremes oder Soja-Produkten zur Sta- bilisierung von lyophilisierten Mikroorganismen beim Magen- saft-Durchtritt.
  8. 8. Lebensmittel, insbesondere Reformprodukte, welche eine pro- biotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 umfassen.
  9. 9. Schokomüsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist : 30 bis 90 Gew.-% Haferflocken und Nüsse 1 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese zumindest 1 Gew.-% einer probiotisch wirksamen Schokolade-Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 enthalten, 0 bis 69 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-% Fruchtanteile 0 bis 20 Gew.-% Zucker und 0 bis 20 Gew.-% sonstige Bestandteile.
  10. 10. Schokomüsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist : 50 bis 70 Gew.-% Haferflocken und Nüsse 1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese zumindest 1 Gew.-% einer probiotisch wirksamen Schokolade-Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 enthalten, 2 bis 15 Gew.-% Fruchtanteile 0 bis 10 Gew.-% Zucker und 0 bis 10 Gew.-% sonstige Bestandteile.
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