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Vorrichtung zum Einfüllen von Schüttgut insbesondere Zement in Säcke.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Einfüllen von Schüttgut, insbesondere Zement in Säcke und bezweckt, die Säcke in geeigneter Weise während des Einfüllens zu halten. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf Einfüllmaschinen für an beiden Seiten durch Abschlusssäume geschlossene mehr- wandige Papiersäcke mit tich selbsttätig schliessender vorzugsweise innen liegender Einfüllöffnung.
Die Erfindung besteht darin, dass der zu füllende Sack zumindest während des grössten Teiles des Einfüllens der Ladung sowohl am oberen als auch am unteren Ende getragen wird. Letzteres wird dadurch erreicht, dass die Tragfläche des Sackstuhles in ganz bestimmter Weise ausgeführt wird, insbesondere mit einer mittleren tiefgehenden Nut und seitlich anschliessenden Schultern, und Schultern und Nut allmählich ineinander übergehen, derart, dass der ungefüllte und deshalb die grösste Länge besitzende Sack bis an den Grund der Nut reicht, beim Einfüllen der Ladung und der hiedurch bedingten Aufspreizung des Sackes jedoch der Sack mit seinen Seitenwänden aus der Nut herausgleitet und nunmehr auf den seitlichen Schultern aufliegt, bis die ganze Ladung eingebracht ist.
Ferner wird der Oberteil des Sackes dadurch
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der Abschlusssaum befindet, einwirkt, sondern vielmehr an dieser Stelle eine Aussparung zur Aufnahme des Abschlusssaumes und des über diesen hinausragenden Teiles des oberen Sackendes besitzt, und die Klemmflächen zu beiden Seiten dieser Aussparung angeordnet sind, so dass die Sackwände zu beiden Seiten des Abschlusssaumes von der Klemmvorrichtung gleichmässig erfasst und gegen die Haltevorrichtung gepresst werden. Die letztere ist gewöhnlich gleichzeitig das Einfüllrohr, das durch die sich selbsttätig schliessende Einfüllöffnung vor dem Einfüllen der Ladung in das obere Sackende eingeführt ist.
Die Erfindung sei an Hand des Ausführungsbeispieles der Zeichnung näher erläutert, in der Fig. 1 eine Seitenansicht mit teilweise weggebrochenen Teilen einer Einfüllmaschine in der Ausführung gemäss der Erfindung, Fig. 2 eine Vorderansicht und Fig. 3 eine Einzelansicht, darstellend das Aufsitzen des gefüllten Sackes auf dem Bodenträger, zeigen.
Die Erfindung ist in Anwendung auf eine Einfüllmaschine für Zement dargestellt, wie diese in älteren Vorschlägen derselben Erfinderin bereits beschrieben ist, z. B. im D. R. P. Nr. 409178.
Die Einfüllmaschine umfasst einen Rahmen A, der von einem Wagebalken B getragen ist, während der Sack in einer Schwinge C gehalten ist, die ihrerseits am Rahmen A gelagert ist. Der Rahmen A besteht aus Seitenteilen 10, die auf dem gegabelten Ende 11 des Waagebalkens aufsitzen. Die Seitenteile 10 sind am unteren Ende ausserdem durch ein U-förmiges Bodenstück 12 miteinander verbunden, das mit Augen 13 versehen ist, in denen Zapfen 15 gelagert sind, um welche unten L-förmige Seitenteile der Schwinge C drehbar sind. Diese L-förmigen Teile 14 gehen hinten in senkrecht nach oben reichende Schenkel 16 über, welche letztere bei 17 zusammenlaufen und bei 18 am obersten Teile der Schwinge miteinander verbunden sind bzw. ineinander übergehen.
Die senkrechten Teile der Schenkel 16 sind nahe ihrem oberen Ende hinten miteinander durch eine Brustplatte 19 verbunden, an der der Sack anliegen kann. Ein Joch 20 umgibt ein Einfüllrohr 21 und ist am Rahmen A gehalten in solcher Stellung, dass es mit einem geeigneten Zuführungsapparat für den Zement od. dgl. zusammenarbeiten kann. Ein Sack mit selbst-
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naht 23 am oberen und Abschlussnaht 24 am unteren Ende und besitzt in einer Ecke eine selbsttätig schliessende Einiiülöfinung 25, durch welche das Einfüllrohr 21 durchgeschoben ist.
An den Seiten des Einfüllrohres 21 sind Halter 26 angeordnet, die einen Drehzapfen 28 für eine Klemme 27 tragen, welch letztere den Sack in seiner Einfüllstellung hält. Diese Klemme (Sackbalte- klinke) ist an ihrer unteren Seite in der Mitte mit einer 0Nut 29 versehen, in welcher der obere Saum 23 des Sackes eintreten kann. Im übrigen ist die Klemme zu beiden Seiten der Nut so geformt, dass sie sicher und fest die Seitenwände des Sackes unterhalb des Abschlusssaumes gegen das Einfüllrohr andrückt, so dass also die Sackwand zwischen der Klemme und dem Einfüllrohr eingeklemmt wird.
Unmittelbar unter dem Einfüllrohr befindet sich ein Sackstuhl 30 mit Ohren 31, welch letztere an den Rückseiten der Schenkel 16 anliegen können und Zapfen 32 tragen, die in Nuten 33 an der Vorderseite der Schenkel 16 eintreten, so dass der Sackstuhl durch diese Zapfen gehalten wird. Eine entfernbare Sperrklinke 34 springt normal hinter den Schenkeln 16 vor und verhindert, dass der Sackstuhl relativ zu den Schenkeln 16 kippt.
Es ist eine grössere Anzahl von Nuten 33 vorgesehen, so dass man den Sackstuhl höher oder tiefer in der Schwinge 0 einstellen kann ; dies geschieht in der Weise, dass man die Sperrklinke 34 zurückzieht, hierauf den Sackstuhl hinreichend kippt, so dass die Zapfen 32 aus den Nuten heraustreten, worauf der Sackstuhl gehoben oder gesenkt, die Zapfen 32 wieder in die nächsten Nuten 33 eingeschwenkt und die Sperrklinke 34 in ihre Riegelstellung zurückgeführt wird, wodurch der Sackstuhl in der neu eingestellten Lage festgelegt ist.
Aus den Fig. 2 und 3 ist klar zu ersehen, dass der Sackstuhl eine Tragfläche 35 für den Sack besitzt,
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Schenkeln eine Nut 37 ergibt, in welche das untere Sackende mit dem Abschlusssaum eintreten kann. Wenn der Sack leer ist, wie in Fig. 2 dargestellt, dann liegt das untere Ende 24 des Sackes vollständig in der Nut 37 und am Boden derselben auf. Ist jedoch der Sack gefüllt, wobei die Sackwände auseinandergespreizt werden und die Sacklänge verkürzt wird, dann rutschen die Seitenwände des Sackes über den Flächen 35 nach aussen und ruhen schliesslich auf den Schultern 38, wobei das Sackende 24 selbst hochgezogen ist, wie in Fig. 3 gezeigt.
Eine hakenförmige Sperrklinke 39 ist an dem feststehenden Rahmen der Einfüllvorrichtung angeordnet, und ein mit ihr zusammenarbeitender Sperrhaken 40 ist am oberen Ende der Schwinge 0 befestigt. Ein Kippgriff 41 ist mit einem Lenker 42 an einem festen Punkt oberhalb der Schwinge 0 aufgehängt und durch einen Lenker 43 mit der Schwinge verbunden. Ein Auslöseorgan 44 ist gleichfalls an der Schwinge 0 angeordnet und kann eine Klinke 45 berühren, die an der Klemmvor- richtung 27 gelenkig gelagert ist und diese letztere freigibt, sobald die Schwinge nach vorwärts gekippt wird. Die ganze Vorrichtung arbeitet im wesentlichen in gleicher Weise wie diejenige nach dem D. R. P.
Nr. 409178.
Sie wird in folgender Weise benutzt :
Die Einfüllöffnung des leeren Sackes wird über das Einfüllrohr gezogen, wie in Fig. 1 und 2 gezeigt, und die Klemmvorrichtung 27 greift mit ihrer Aussparung 29 über den oberen Abschlusssaum, so dass die Lage des oberen Endes des Sackes genau über dem Einfüllrohr festgelegt ist und beide Seitenwände des Sackes gleichmässig durch die Last der nunmehr einzufüllenden Ladung beansprucht werden. Würde diese Aussparung nicht vorgesehen sein, so würde der Abschlusssaum auf eine der beiden Sackwände beim Festklemmen niedergelegt werden, wodurch eine Wand des Sackes höher gezogen würde als die andere und daher beim Einfüllen der Ladung auch stärker beansprucht würde als die andere.
Ferner wird durch diese Aussparung erreicht, dass die Klemme selbst beide Sackwände fest an das Einfüllrohr anpresst unterhalb des Abschlusssaumes, so dass ein erheblicher Teil des durch die eingefüllte Ladung auf die Sackwände ausgeübten Zuges durch die Klemme selbst aufgenommen und der Abschlusssaum derart entlastet wird. Sonst aber würde gerade die Beanspruchung der oberen Abschlussnaht während des Einfüllens der Ladung am grössten sein und den Abschlusssaum abreissen oder sonst beschädigen können.
Wird jedoch die Klemmvorrichtung gemäss der Erfindung ausgebildet, so dass sie einen erheblichen Teil der
Zugbeanspruchung aufnimmt und den Abschlusssaum entlastet, ferner aber auch den Sack in genauer
Stellung auf dem Einfüllrohr hält, so dass der Zug durch die Ladung auf beide Sackwände gleichmässig verteilt wird, dann ist die Gefahr der Beschädigung des Saumes beseitigt.
Der Boden des leeren Sackes hängt tiefer herunter als derjenige des gefüllten Sackes. Wenn daher eine Tragvorrichtung unmittelbar unter dem Einfüllrohr angeordnet würde, auf welcher der gefüllte Sack aufruhen kann, dann müsste der leere Sack seitwärts ausgebogen oder verkrümmt werden, damit er in den dann zu kurzen Raum zwischen dem Einfüllrohr und der Tragvorrichtung hineinpasst, und dies wiederum würde das richtige und rasche Füllen des Sackes erschweren. Wird aber anderseits die Tragvorriehtung in so grosser Entfernung von dem Einfüllrohr angebracht, dass der leere Sack gerade ausgerichtet ist, dann würde während des Einfüllens der Boden des Sackes sich vom Träger vollständig abheben und das ganze
Sackgewicht von den oberen Teilen am Einfüllrohr getragen werden.
Durch die besondere Ausbildung der Tragvorrichtung gemäss der Erfindung werden jedoch diese
Nachteile beseitigt, und es kann das Sackende bei fortschreitender Füllung des Sackes nach auswärts aus der mittleren Nut herausgleiten, entlang einer Tragfläche, die so geformt ist, dass während des ganzen Einfüllens stets das Sackunterteil auf ihr aufruhen kann.