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Universalsonnenuhr.
Gegenstand der Erfindung ist eine Universalsonnenuhr, das heisst eine solche, die an jedem beliebigen Punkt der Erde aufgestellt werden kann. Gemäss der Erfindung wird dieser Zweck und eine platzsparende Aufstellung bei einer Ablesemögliehkeit, solange die Sonne über dem Horizont steht, dadurch erreicht, dass die Basis keinen Berührungspunkt mit der Stundenscheibe hat, sondern mit einem Arm, mit dem diee Scheibe verbunden ist und an dessen Ende ein Quadrant befestigt ist, um die Scheibe auf die örtliche Breite einzustellen. Ausserdem ist diese Basis mit den Einrichtungen versehen, welche die Einstellung auf den wahren Meridian des Ortes und auf den angenommenen Landesmeridian gestatten.
Da die Stundenlinien für die mittlere Zeit Kurven in länglicher 8-Foim darstellen, deren Breite 30 Minuten überschreitet, würden sich die Linien für die Viertelstunden und sogar die für halbe Stunden gegenseitig in verwirrender Weise überschneiden. Um diesen Übelstand zu vermeiden, sieht die Erfindung die Verwendung von zwei verschiedenen Skalenträgern für die Stundenlinien vor, von denen der eine die Stunden vom
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Skalenträger besteht aus zwei kreisrunden konkaven Tellern, auf denen jeweils % jeder 8-formigen Stunden- linie aufgezeichnet ist. So teilen sich die vier Teller unter sich das Sonnenjahr auf, sie werden der Reihe nach benützt, und zwar einer vom 22. Dezember bis zum 21. März, der nächste vom 21. März bis zum
22. Juni, einer vom 22. Juni bis zum 23. September und einer vom 23.
September bis zum 22. Dezember.
Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar, und zwar zeigt Fig. 1 eine Seiten- ansicht des Apparats mit Schnitt durch die Uhrscheibe, deren beide Platten den Zeitraum vom 22. Dezember bis zum 22. Juni umfassen und für den 42. Breitegrad geneigt bzw. eingestellt sind. Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf den Teller der die Stundenlinienabschnit1e vom 22. Dezember bis 21. März eingezeichnet trägt, während Fig. 2a den Teller für den Zeitraum vom 21. März bis zum 22. Juni darstellt. Fig. 3 ist eine Teilaufsicht von der Schnittebene. A-B in Fig. 1 aus gesehen und zeigt den Nonius und den Zeiger zur Einstellung der Sonnenuhr auf den angenommenen Meridian. Fig. 4 ist eine Draufsicht auf das
Unterteil des Apparats von Schnittlinie C-D in Fig. 1 aus gesehen.
Der Apparat besteht aus einer beispielsweise dreieckigen Basis 1, die man auf einer Mauer, einem
Pfeiler, einer Holz-oder Metallplatte befestigen kann und die in ihrer Mitte eine mit einem Gewinde endigende Achse 2 trägt, auf die eine Mutter. 3 aufgeschraubt wird, um ein auf einer Platte 4 befestigtes
Gestell in seiner Lage zu fixieren, sobald die Platte 4 genau horizontal eingestellt worden ist. In der
Mitte dieses Gestells ist eine drehbare Achse 5 angeordnet, die einen um das Ende der Achse 5'verschwenk- baren Arm 6 trägt, der mit der Uhrscheibe 7 fest verbunden ist. Die Mitte der Scheibe 7 wird von einem
Gnomon 8 durchdrungen, der beiderseits senkrecht aus dem Tellerboden bis zur Ebene des Tellerrandes emporragt. Auf diesen konkaven Tellern sind die ganzen, halben und viertel Stunden in mittlerer Zeit durch Linien markiert, welche der Schatten des Gnomons genau angibt.
Zu didaktischem Zweck sind auch die kosmographischen Symbole eingezeichnet. Die zum Gnomon konzentrischen Kreise markieren die Tage des Jahres, auf der Zeichnung sind sie der Deutlichkeit halber nicht alle angegeben.
Zur Aufstellung der Uhr muss man die dreieckige Fussplatte 1 derart auf ihre Unterlage setzen, dass eine ihrer Spitzen ungefähr gegen den geographischen Pol zeigt, und zwar den Nordpol, wenn die
Uhr auf der nördlichen Halbkugel aufgestellt wird, den Südpol im andern Falle ; dann richtet man die
Platte 1 genau aus und befestigt sie in dauerhafter Weise auf ihrer Unterlage.
'Sodann bringt man das Gestell des Apparates auf, indem man die Platte 4 auf den Zapfen 2 der
Basis setzt und die Spitze der Platte 4 gegen den Pol richtet. Die Mutter. 3 wird auf den Zapfen 2 geschraubt, jedoch ohne sie fest anzuziehen, und erst nachdem man die Platte 4 in allen Richtungen vollkommen
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ausgerichtet hat, zieht man die Mutter an, bis sie auf der Platte 4 fest anliegt. Nunmehr führt man die Achse 5 ins Gestell ein und befestigt auf ihr die Uhrscheibe 7, welche bereits mit den Jahreszeitentellern ausgestattet ist.
Um die Sonnenuhr auf die örtliche Breite einzustellen, verfährt man folgendermassen :
Wenn die geographisch Breite des Ortes bekannt ist, braucht man nur die Scheibe 7 solange um die Schwenkachse 5'zu drehen, bis am Winkelmesser 16 der entsprechende Grad mit der Achse von 5 zusammenfällt ; im gezeichneten Beispiel ist die Uhr auf den 42. Breitegrad eingestellt. Nunmehr fixiert man die Uhrscheibe durch Anziehen der Schraube 17, bis der Winkelmesser 16 gegen die Achse 5 festgeklemmt ist.
Wenn die geographisch Breite unbekannt ist, so stellt man die Uhr in die Sonne und gibt ihr um die Mittagsstunde eine solche Stellung, dass der Schatten des Gnomons auf den Kreis des Tages fällt, an dem die Einstellung erfolgt. Ist es z. B. der 14. April, so verschwenkt man die Scheibe so um 5', dass der Schatten des Gnomons auf den Kreis des 14. April fällt. Damit ist die Uhr auf die örtliche Breite eingestellt, welche am Winkelmesser 16 abgelesen werden kann.
Um die Uhr auf den Meridian des Ortes einzustellen, verfährt man wie folgt :
Man legt auf die breite Seite der Platte 4 die Schiefertafel. H und nachdem man sie nach allen Seiten ausgerichtet hat, befestigt man sie in Punkt 10. Vom Markierungspunkt 12 am Rand der Tafel aus schlägt man zwei oder mehrere möglichst grosse Kreisbögen, dann zieht man in 12 ein senkrecht emporstehendes Stäbchen 13 ein und beobachtet, in welchen Punkten der Schatten der Stäbchenspitze die Kreisbögen beim Eintritt und beim Austritt schneidet. Schlägt man nun um zwei so erhaltene Punkte vier Bogensegmente, so dass man zwei Schnittpunkt erhält, und verbindet diese zwei Schnittpunkt, so gibt die Verbindungslinie den Meridian des Ortes an.
Wenn sich am folgenden Tag der Schatten des Stäbchens 1. 3 der Meridianlinie nähert, so muss man sich zur Beobachtung bereit halten und sobald er genau mit der Linie zusammenfällt, dreht man die Uhrscheibe 7 um die Vertikalachse 5 in eine solche Lage, dass der Schatten des Gnomon 8 auf die Mittagslinie, d. h. auf die Linie 12-24 des Tellers 7'fällt.
Sodann zieht man die Mutter 15 an, so dass die Drehachse 5 festgestellt ist. Hiemit ist die Uhr auf den Meridian des Ortes eingestellt.
Um die Uhr nunmehr auf den in dem betreffenden Lande als für die Landeszeit massgeblich angenommenen Meridian einzustellen, braucht man nur die Uhrscheibe mit der Drehachse 5 um soviel Grade gegen diesen Meridian zu drehen, als die beiden Meridiane voneinander abweichen. Zu diesem Zweck ist die Gradeinteilung 18 und der mit der Drehachse 5 solidarische Zeiger 19 auf der Oberfläche des Gestells vorgesehen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Universalsonnenuhr für die mittlere Orts-sowie auch Landeszeit an jedem beliebigen Aufstellungsorte der Erde, dadurch gekennzeichnet, dass sie im wesentlichen aus einer Uhrseheibe (7) mit auswechselbaren, in der Mitte vom Gnomon (8) durchdrungenen Skalentellern (7', 7") besteht, von denen jeder der Klarheit halber, nur einen Teil der Stundenlinien eingezeichnet trägt, wobei die Uhrscheibe (7) auf einem Arm (6) befestigt ist, der zwecks Einstellung der Uhr auf die örtliche Breite um einen horizontalen Zapfen (5') auf und ab geschwenkt werden kann, während die Zugehörigkeit des Zapfens (5') zu einer vertikalen Drehachse (5)
die Einstellung der Uhr auf den Meridian des Ortes und die Korrektureinstellung auf den angenommenen Landesmeridian gestattet.