AT1187U1 - Pyrotechnischer gurtstraffer - Google Patents
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Description
AT 001 187 Ul
Die vorliegende Erfindung betrifft einen pyrotechnischen Gurtstraffer mit einem Kolben, der mittels einer Treibladung im Falle eines Unfalles in einem Zylinder linear verschiebbar ist und der mit mindestens einem Seilende, vorzugsweise mit zwei Seilenden, verbunden ist, wobei das Seil bzw. die Seile durch Verschiebung des Kolbens zurückziehbar ist bzw. sind.
Ein derartiger Gurtstraffer ist aus der EP—A2-625 450 bekannt. Es sind dort die beiden Seilenden eines Seiles im Kolben eingespannt. Die sich so ergebende Schlaufe ist um einen Bolzen des Gurtschlosses gelegt. Bei einem Unfall wird die Treibladung gezündet, der Kolben im Zylinder verschoben und die Seilschlaufe gespannt und zurückgezogen. Damit wird auch der Bolzen des Gurtschlosses und somit das gesamte Gurtschloß zurückgezogen und so der Sicherheitsgurt gespannt.
Die Treibladung ist gemäß diesem Stand der Technik in einer Bohrung untergebracht, die parallel zu dem Zylinder, in dem der Kolben geführt ist, angeordnet ist. Die Bohrung für die Treibladung steht über einen Gaskanal mit dem Raum vor dem Kolben in Verbindung, sodaß die bei der Zündung entstehenden Treibgase in den Raum vor dem Kolben gelangen und auf diesen wirken.
Nachteilig bei dieser Konstruktion ist, daß durch die zusätzliche Bohrung für die Treibladung relativ viel Platz benötigt wird; die Konstruktion wird dadurch relativ hoch.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen Nachteil zu beseitigen.
Diese Aufgabe wird durch einen pyrotechnischen Gurtstraffer der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Treibladung im Zylinder angeordnet ist.
Durch die vorliegende Erfindung wird also vorgeschlagen, die Treibladung im Zylinder unterzubringen, sodaß die Konstruktion sehr schlank ausgeführt werden kann.
Vorzugsweise ist im Zylinder koaxial zum Kolben ein Seilführungselement vorgesehen, das eine Aussparung zur Aufnahme einer Treibladungspatrone aufweist und das im verbleibenden Bereich mindestens ein Durchgangsloch, vorzugsweise zwei Durchgangslöcher zur Führung des Seilendes bzw. der Seilenden aufweist. Dadurch werden die Seilenden sicher an der Treibla- 2 AT 001 187 Ul düng vorbeigeführt. Durch das Seilführungselement wird einerseits die Lage der Seile festgelegt, und anderseits nimmt das Seilführungselement - im Abstand von den Seilenden - die Treibladungspatrone auf.
Es ist zweckmäßig, wenn sowohl die Aussparung als auch der verbleibende Bereich etwa halbzylindrisch sind, wobei die Achsen der Halbzylinder mit der Achse des Zylinders zusammenfallen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß man zur sicheren Führung von zwei Seilenden mit dem halben Querschnitt eines Zylinders üblicher Abmessungen auskommt; den Rest - die zweite Hälfte des Zylinderquerschnittes - kann man daher für die Treibladungspatrone zur Verfügung stellen, deren Form natürlich entsprechend angepaßt sein muß (d.h. sie ist auch halbzylindrisch ausgebildet).
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Seilführungselement mit dem Kolben über Sollbruchstellen (Stege) verbunden. Dies erleichtert die Montage, weil dann der Kolben samt dem mit ihm verbundenen Seilführungselement zusammen mit der eingesetzten Treibladungspatrone in einem Schritt in den Zylinder eingeschoben werden kann. Wenn die Treibladung gezündet wird, brechen die Sollbruchstellen, und der Kolben verschiebt sich unabhängig vom Seilführungselement.
Schließlich ist es zweckmäßig, wenn im Seilführungselement ein oder mehrere Gaskanäle vorgesehen sind, die die Aussparung für die Treibladungspatrone mit dem Raum vor dem Kolben verbinden. Ohne diese Maßnahme müßten die Gase zwischen Seilführungselement und Zylinderwand durchströmen, was - da das Seilführungselement zur optimalen Platzausnützung möglichst groß ausgebildet sein soll - starke Druckdifferenzen und dadurch große Kräfte auf das Seilführungselement mit sich brächte. Durch das Vorsehen eines oder mehrerer Gaskanäle werden die Ansprüche an die Fixierung des Seilführungselementes im Zylinder geringer.
Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung näher beschrieben. Es zeigt: Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Gurtstraffer im Längsschnitt; Fig. 2 eine Ansicht des Seilführungselementes in Richtung des Pfeils II von Fig. 1; Fig. 3 eine Ansicht analog zu Fig. 2 einer etwas anderen Aus- 3 AT 001 187 Ul führungsform; und Fig. 4 eine perspektivische Ansicht eines Seilführungselementes.
In einem Zylinder 1 (siehe Fig. 1) ist ein Kolben 5 verschiebbar angeordnet. Er ist mittels einer Dichtlippe 6 gegen den Zylinder 1 abgedichtet. Damit er nur in eine Richtung (nach links, wie in Fig. 1 gesehen) verschoben werden kann, ist in einer Aussparung des Kolbens 5 eine durch eine Feder 4 nach außen belastete Sperrklinke 3 drehbar gelagert. Diese wirkt mit einer Zahnung 2 des Zylinders 1 zusammen. Es kann aber natürlich auch eine beliebig andere Sicherung gegen Zurückbewegen eingesetzt werden, z.B. die, die in Fig. 4 der EP-A2-625 450 gezeigt ist. Im Kolben 5 sind die beiden Seilenden 10 eines Seiles nebeneinander verankert (zu beiden Seiten der Sperrklinke 3). Die Seilenden- treten an der Stirnseite des Kolbens 5 unterhalb der Achse des Kolbens 5 aus.
Sie verlaufen dann durch Durchgangslöcher 13a, 13b (siehe auch Fig. 2 und 4) eines Seilführungselementes 7. Diese Durchgangslöcher 13a, 13b liegen ebenfalls unter der Achse des Kolbens 5 (bzw. des koaxial dazu angeordneten Seilführungselementes 7). Dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, eine Aussparung 8 für eine Treibladungspatrone vorzusehen, die bis 2ur Achse des Seilführungselementes 7 reicht,sodaß also etwa das halbe Volumen des Seilführungselementes 7 für die Treibladungspatrone zur Verfügung steht. Die Treibladungspatrone muß natürlich in ihrer Form entsprechend angepaßt sein, d.h. sie muß halbzylindrisch sein.
Das Seilführungselement 7 ist mit dem Kolben 5 durch vier Stege 9a-9c (in der Fig. 1 sind nur drei Stege zu sehen) verbunden. Diese Stege 9a-9c sind so dünn ausgeführt, daß sie als Sollbruchstellen wirken. Das Seilführungselement 7 weist auf der dem Kolben 5 zugekehrten Seite einen Gaskanal 11 auf. Auf der gegenüberliegenden Seite ist eine Öffnung 12 für das Zündkabel vorgesehen, das zur Treibladungspatrone führt. Alternativ könnte man natürlich auch die Stirnwände des Seilführungselementes 7 ganz weglassen und die Treibladungspatrone im Zylinder 1 - unabhängig vom Seilführungselement 7 -gegen axiale Verschiebung sichern. Der Zylinder 1 ist mit einer Dichtung 14 abgeschlossen, durch die die Seilenden 10 und 4 AT 001 187 Ul das Zündkabel geführt sind. Die Dichtung kann z.B. gemäß der EP—A2-625 450 ausgebildet sein.
Der Kolben 5 kann in üblicher Weise ebenso wie bei den bekannten Gurtstraffern hergestellt werden. Er unterscheidet 5 sich nur insofern von den bekannten Kolben, als die Seilenden 10 nicht symmetrisch zur Achse austreten, sondern beide unterhalb der Achse. Das Seilführungselement 7 wird zweckmäßigerweise in zwei Teilen durch Spritzguß hergestellt; zwei Möglichkeiten für die Teilung sind in den Fig. 2 und 3 ge-10 zeigt. Die Teilung gemäß Fig. 2 hat den Vorteil, daß die beiden Teile gegeneinander nicht seitlich (quer zur Achse) verschoben werden können und daher beim Verkleben nicht fixiert werden müssen; die Teilung nach Fig. 3 hat den Vorteil, daß die Konturen einfacher sind und daher die Spritzgußform bil-15 liger herzustellen ist.
Der erfindungsgemäße Gurtstraffer wird wie folgt zusammengebaut: Die Treibladungspatrone wird in die Aussparung 8 eingelegt, wobei das Zündkabel durch die Öffnung 12 geführt wird. Dann wird der Kolben 5 samt Seilführungselement 7 und 20 Treibladungspatrone in den Zylinder 1 eingeschoben. Die Lage des Seilführungselementes 7 wird in geeigneter Weise festgelegt, z.B. durch eine Wurmschraube, die in die Wand des Zylinders 1 eingeschraubt wird. Es können aber natürlich auch an der Innenseite des Zylinders 1 und an der Außenseite des 25 Seilführungselementes 7 zusammenwirkende Vorsprünge vorgesehen sein, die ein zu weites Einschieben verhindern. (Der Kolben 5 kann infolge der elastischen Dichtlippe 6 an kleinen Vorsprüngen an der Innenseite des Zylinders 1 vorbeigeschoben werden.) Schließlich wird die Dichtung 14 angebracht, womit 30 die Montage des Gurtstraffers abgeschlossen ist. Zur Verbindung mit dem Schloß des Sicherheitsgurtes muß nur die Seilschlinge um einen Bolzen des Schlosses gelegt werden.
Im Falle eines Zusammenstoßes des Fahrzeuges, der mit Hilfe üblicher Sensoren erkannt wird, wird über das Zündkabel Strom 35 in die Treibladungspatrone geleitet, der die Treibladung zur Detonation bringt. Das dabei entstehende Gas strömt durch den Gaskanal 11 und wirkt dann auf den Kolben 5, sodaß dieser - wie in Fig. 1 gesehen - nach links verschoben wird. Dadurch 5 AT 001 187 Ul werden die Seilenden 10 und damit die Seilschlinge und das Gurtschloß zurückgezogen, sodaß der Sicherheitsgurt gestrafft wird. Eine Zurückbewegung des Kolbens 5 ist infolge der Sperrklinke 3 nicht möglich. 6
Claims (5)
- AT 001 187 Ul ANSPRÜCHE: 1. Pyrotechnischer Gurtstraffer mit einem Kolben (5), der mittels einer Treibladung im Falle eines Unfalles in einem Zylinder (1) linear verschiebbar ist und der mit mindestens einem Seilende (10), vorzugsweise mit zwei Seilenden, verbunden ist, wobei das Seil bzw. die Seile durch Verschiebung des Kolbens (5) zurückziehbar ist bzw. sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Teibladung im Zylinder (1) angeordnet ist.
- 2. Pyrotechnischer Gurtstraffer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Zylinder (1) koaxial zum Kolben (5) ein Seilführungselement (7) vorgesehen ist, das eine Aussparung (8) zur Aufnahme einer Treibladungspatrone aufweist und das im verbleibenden Bereich mindestens ein Durchgangsloch (13a, 13b), vorzugsweise zwei Durchgangslöcher zur Führung des Seilendes (10) bzw. der Seilenden aufweist.
- 3. Pyrotechnischer Gurtstraffer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Aussparung (8) als auch der verbleibende Bereich etwa halbzylindrisch sind, wobei die Achsen der Halbzylinder mit der Achse des Zylinders zusammenfallen.
- 4. Pyrotechnischer Gurtstraffer nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Seilführungselement (7) mit dem Kolben (5) über Sollbruchstellen (Stege 9a-9c) verbunden ist.
- 5. Pyrotechnischer Gurtstraffer nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Seilführungselement' 7 AT 001 187 Ul (7) ein oder mehrere Gaskanäle (11) vorgesehen sind, die die Aussparung (8) für die Treibladungspatrone mit dem Raum vor dem Kolben (5) verbinden. 8
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