AT114844B - Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten. - Google Patents

Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten.

Info

Publication number
AT114844B
AT114844B AT114844DA AT114844B AT 114844 B AT114844 B AT 114844B AT 114844D A AT114844D A AT 114844DA AT 114844 B AT114844 B AT 114844B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
vinyl acetate
sealing
gluing
cementing
polymerization
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Consortium Elektrochem Ind
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Consortium Elektrochem Ind filed Critical Consortium Elektrochem Ind
Application granted granted Critical
Publication of AT114844B publication Critical patent/AT114844B/de

Links

Landscapes

  • Adhesives Or Adhesive Processes (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten. 



   Es ist bekannt, dass die Polymerisations. bzw. Kondensationsprodukte des Vinylacetats als Zelluloidersatz geeignet sind und gleich wie Zelluloid durch Zusatz geeigneter Stoffe weich und geschmeidig gemacht werden können. (Vergleiche österreichisches Patent Nr. 70348.) In dem Patent ist auch erwähnt, dass Stücke aus Polyvinylacetat ebenso wie Stücke aus Zelluloid durch Bestreichen mit einem Lösungsmittel miteinander verkittet werden können. Doch haben die dort beschriebenen Modifikationen des Polyvinylacetats, die durch ihre   Unlöslichkeit   in Benzol und Spiritus charakterisiert sind, so wenig wie Zelluloid den Charakter eigentlicher Klebstoffe. 



   Es wurde nun gefunden, dass gerade die in Spiritus und Benzol löslichen Modifikationen des polymerisierten Vinylacetats ein besonders hohes Klebvermögen besitzen, welches das der früher bekannten Modifikationen bedeutend übertrifft, und dass sie sich deshalb in hervorragender Weise zum Verkleben, Verkitten, Imprägnieren, Dichten u. dgl. eignen. 



   Man kann diese in Spiritus und Benzol löslichen, zähflüssigen bis harten Polymerisationsbzw. Kondensationsprodukte, im Nachstehenden der Einfachheit wegen als polymerisiertes Vinylacetat bezeichnet, im erweichten bzw. geschmolzenen Zustande mit oder ohne Zusatz fester oder   halbfester   Stoffe verwenden. Soweit sich diese Stoffe zerkleinern bzw. pulvern lassen, ist es auch möglich, sie in dieser Form zur Anwendung zu bringen. Sie lassen sich auch in gelöster Form verwenden. Da die Auswahl der geeigneten organischen Lösungsmittel sehr gross ist und ferner sich auch   Lösungsmittelkombinationen   eignen (z.

   B. kommen in Betracht Alkohole, Ketone, Ester, hierunter ist Vinylacetat als solches besonders hervorzuheben, Acetale, Kohlenwasserstoffe, Halogenderivate von Kohlenwasserstoffen,   NItrokohlenwasserstone     usw. ), so ist der Anwendungsform und dem Anwendungszweck ein ausserordentlich weiter   Spielraum gelassen. 



   Hiezu kommt die weiterhin festgestellte Tatsache, dass die mit den verschiedenen
Lösungsmitteln hergestellten Lösungen verschiedene Viskositätsgrade aufweisen. Es lassen sich so beispielsweise durch Auswahl des Lösungsmittels bei gleicher Konzentration weniger oder stärker viskose Leime, Klebmittel u. dgl. herstellen. 



   Es wurde ferner gefunden, dass es vorteilhaft ist, polymerisiertes Vinylacetat zur Anwendung zu bringen, dessen Herstellung in Gegenwart eines Lösungsmittels vorgenommen worden ist, zumal da solche Lösungen mitunter besser kleben als Auflösungen von z. B. als Schmelzfluss gewonnenem Polymerisationsprodukt in demselben Lösungsmittel. Da für die Polymerisation des Vinylacetats im Schosse eines Lösungsmittels oder von Lösungsmittelgemischen eine grosse Auswahl von Lösungsmitteln zur Verfügung steht und sich auch diese Polymerisation in Gegenwart von andern für den Verwendungszweck geeigneten Zusätzen, wie z. B. Weich-   maehungsmitteln,   ausführen lässt, so kann man die Herstellung der gewünschten Lösung direkt mit dem Gewinnungsverfahren des polymerisierten Vinylacetats kombinieren.

   Eine weitere Steigerung des Klebvermögens kann man dadurch erreichen, dass man während der Herstellung des polymerisierten Vinylacetats Weichmachungsmittel zusetzt. Manche   Herstellungskatalysatoren,     wie z. B. Benzoylsuperoxyd, sind gleichzeitig geeignete Weichmachungsmittel. Als Beispiel für die starke Beeinflussbarkeit des Klebvermögens seien Trichloräthylen und Formaldehyd bzw.   

 <Desc/Clms Page number 2> 

   P. l1raformaldehyd. genannt,   von denen das erstere das Klebvermögen stark vermindert, das letztere dagegen   ausserordentlich erhöht.   



   Die Verwendung des polymerisierten Vinylacetats, seiner Lösungen oder Suspensionen lässt sich durch Zusatz von andern klebenden oder nichtklebenden Stoffen weitgehend modifizieren, was z. B. für die Herstellung von festen oder flüssigen Siegellacken oder andern   Kleb-, Kitt-oder   Füllmitteln von Wichtigkeit ist. 



   Bei dem Vereinigen, Verkleben, Verkitten, Dichten, Ausfüllen u. dgl. mit Hilfe vom polymerisierten Vinylacetat lassen sich auch rein physikalische Hilfsmittel, wie Druck und Temperatur oder die vereinte Wirkung beider, zur Anwendung bringen. Es mag dahingestellt sein, ob durch die Anwendung von Druck und Temperatur oder von beiden und eventuell unter dem Einfluss des zu behandelnden Materials eine chemische Veränderung des polymerisierten Vinylacetats vor sich geht, z. B.-in dem Sinne einer Veränderung der Poly-   merisationsstufe.   



   Da sich die Polymerisationsprodukte von Vinylacetat in völlig wasserheller Form darstellen lassen, sind sie besonders für Verklebungen, Verleimungen, Imprägnierungen usw. von durchsichtigen bzw. farblosen Stoffen, von Glas u. dgl. geeignet. 



   Die günstigen elektrischen Eigenschaften machen diese Polymerisationsprodukte besonders geeignet für die Verwendungsgebiete der Elektrotechnik zur Herstellung von Isolationsmaterialien jeglicher Art, von Pressartikeln, zum Imprägnieren u. dgl. 



   Unter den Anwendungsgebieten   für polymerisiertes   Vinylacetat seien als Beispiele folgende hervorgehoben, ohne aber das oben bereits angedeutete weite Verwendungsgebiet damit begrenzen zu wollen :
Beispiel 1. Der Lösung eines auf photochemischem Wege hergestellten geschmolzenen polymerisierten VinylacetÅats in Alkohol wird durch Zusatz von 100/0 Amylcinnamat ein wesentlich stärkeres Klebvermögen verliehen. 



   Beispiel 2. Vinylacetat wird mit   5%   Isobutylphtalat versetzt und durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht polymerisiert. Statt   des'bekannten schwerschmelzenden,   ohne Lösungsmittel nicht als Klebmittel verwendbaren Polymerisationsproduktes entsteht eine erheblich weichere Masse, die bei   130-1500 schmilzt   und in weichem bzw. geschmolzenem Zustande zum Kleben, Kitten, Dichten usw. verwendet werden kann. 



   Beispiel 3. Vinylacetat wird mit 100/0 Benzoylsuperoxyd polymerisiert. Es entsteht ein Polymerisationsprodukt, das nicht nur in Lösung ein stärkeres Klebvermögen als ein mit nur 
 EMI2.1 
 solche zum Kleben, Kitten, Dichten usw. verwendet werden kann. 



   Beispiel 4. Herstellung von aus geschichteten Stoffen, wie Glimmer, Papier, Faserstoffen u. dgl., bestehenden elektrotechnischen Isolationsmaterialien und Gegenständen. Man verwendet hiebei in   bekannter ; Weise   eine   Auflösung   von polymerisiertem Vinylacetat in Spiritus, Benzol u. dgl. oder eine Lösung, wie man sie durch Polymerisation von Vinylacetat in einem Lösungsmittel erhält. Den Verklebungsprozess kann man durch erhöhte Temperatur oder durch erhöhten Druck oder durch die vereinte Wirkung beider befördern. Man kann bei diesem Klebverfahren in ähnlicher Weise wie es bei andern Klebstoffen   üblich   ist, Zusätze anwenden, die sowohl das Haftvermögen modifizieren als auch die mechanischen Eigenschaften des herzustellenden Materials, z. B. hinsichtlich Elastizität, Härte u. dgl., beeinflussen können.

   Durch Gebrauch erhöhter Temperaturen bei Anwendung von Druck bzw. ohne Druck auch durch Zusatz von Füllstoffen lassen sich die Elastizitätseigenschaften abschwächen und härtere und sprödere Produkte gewinnen. 



   Beispiel 5. Ein weiteres Beispiel des Verfahrens, das auch sinngemäss beim vorangegangenen Beispiel Anwendung finden kann, ist die Herstellung von Klebfolien aus Papier, Stoffen u. dgl., z. B. von photographischen Klebfolien. Zu diesem Zwecke werden geeignete Stoffe mit einer Lösung von polymerisiertem Vinylacetat in an sich bekannter Weise behandelt, wobei man den Klebestoff ähnlich wie im vorangegangenen Beispiel durch Anstreichen, Aufspritzen, Tauchen oder Imprägnieren aufbringen kann. Infolge ihrer Farblosigkeit und ferner ihrer Indifferenz gegen Farbstoffe lassen sich mit Hilfe dieser Polymerisationsprodukte farblose, wasserklare oder auch gefärbte Folien herstellen.

   Da man weiche, biegsame Polymerisationsprodukte des Vinylacetats gewinnen kann, deren   Klebvermögen   sich bereits bei relativ niedrigen Temperaturen auswirkt, lassen sich Klebfolien herstellen, die bei ihrer Anwendung relativ niedriger Temperaturen bedürfen, was bei temperaturempfindlichem Material, wie z. B. bei Photographien, von besonderem Vorteil ist. 



   Beispiel 6.. Zum Verkleben von Stoffbahnen aller Art, z. B. von Papier, Mikanit u. dgl., wird polymerisiertes Vinylacetat in Pulverform zwischen die einzelnen Lagen gestreut. Darauf wird unter Anwendung von mässiger oder hoher Wärme unter Druck. gepresst. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Als weiteres Beispiel sei auf die Herstellung von   Schmelz-oder Kaltsiegellacken   und von Kaltleimen hingewiesen. Für die Verwendung zu Kaltleimen eignen sich diese Polymerisationsprodukte des Vinylacetats besonders auch aus dem Grunde, weil ihre Lösungen sich bequem in sparsam wirkenden Tuben aufbewahren lassen. 



   Schliesslich sei noch das grosse Verwendungsgebiet angedeutet, das polymerisierte Vinylacetat zum Dichten bzw. Imprägnieren poröser Stoffe zu benutzen, sei es um die Benetzbarkeit, die Feuergefährlichkeit u. dgl. herabzusetzen, sei es um sie zu appretieren oder sei es aus irgendeinem andern Grunde. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten mittels Polyvinylacetat als Klebmittel, dadurch gekennzeichnet, dass man solche Polymerisations-bzw. Kondensationsprodukte des Vinylacetats, die in Alkohol oder Benzol löslich sind, mit oder ohne Zusatz von andern klebenden oder nichtklebenden Stoffen verwendet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Zusätze solche Weichmachungsmittel wählt, die gleichzeitig als Herstellungskatalysatoren geeignet sind.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass m an die Polymerisations-bzw. Kondensationsprodukte des Vinylacetats in gelöster Form verwendet.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass man die bei der Polymerisation des Vinylacetats in Gegenwart eines Lösungsmittels anfallenden Lösungen verwendet.
AT114844D 1926-05-11 1927-04-28 Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten. AT114844B (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE114844X 1926-05-11
DE114844X 1926-12-24

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT114844B true AT114844B (de) 1929-11-11

Family

ID=29403258

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT114844D AT114844B (de) 1926-05-11 1927-04-28 Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT114844B (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE759390C (de) * 1940-02-29 1953-07-27 Boston Blacking Company G M B Verfahren zur Herstellung von Klebstoffen aus polymerisierten oder polykondensierten, elastischen Filmbildnern
DE971525C (de) * 1938-07-08 1959-02-12 Aeg Mehrlagige elektrische Spule

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE971525C (de) * 1938-07-08 1959-02-12 Aeg Mehrlagige elektrische Spule
DE759390C (de) * 1940-02-29 1953-07-27 Boston Blacking Company G M B Verfahren zur Herstellung von Klebstoffen aus polymerisierten oder polykondensierten, elastischen Filmbildnern

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT114844B (de) Verfahren zum Kitten, Kleben und Dichten.
DE2054503A1 (de) Stift zum Auftragen von Klebestoff auf Unterlagen
DE471278C (de) Klebmittel, bestehend aus polymerisiertem Vinylacetat
DE2422978C3 (de) Grundiermittel zur Erhöhung des Haftvermögens von Leimen beim Verleimen von Holz
DE3500283A1 (de) Klebestift
DE907826C (de) Verfahren zur Herstellung von Sicherheitsglas
DE2730450A1 (de) Trockene, flexible leimverbindung sowie verfahren zur herstellung derselben
EP1430104A1 (de) Weich-abreibbarer klebestift und verfahren zu dessen herstellung
DE724144C (de) Klar auftrocknender Lack zur Herstellung von luftfeuchtigkeitungdurchlaessigen UEberzuegen
DE624462C (de) Verfahren zur Herstellung von splittersicherem Verbundglas
EP0278297A1 (de) Klebestift
DE716323C (de) Verfahren zur Herstellung von Mehrschichtsicherheitsglas
AT160523B (de) Verfahren zur Herstellung von Wäschestücken, insbesondere Kragen.
DE681322C (de) Klebstoff
DE622825C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserdichtem Papier
DE933355C (de) Loesungsmittelfreier, in der Waerme bindender Klebstoff
CH129003A (de) Verfahren zur Herstellung einer mechanisch fest haftenden Verbindung von Materialien unter Verwendung von Polyvinylacetat.
DE672962C (de) Herstellung von Sicherheitsglas
DE693560C (de) Feuerschutzmittel
DE598726C (de) Klebestoffe
DE675958C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten
DE724754C (de) Verfahren zum Einbinden und Einkitten von Haaren und Borsten in Buerstenkoerpern
DE651853C (de) Gasundurchlaessiger Ballonstoff
AT132382B (de) Lacke, Filme, Grundiermaterialien, Klebmittel, Imprägnierungen u. dgl.
DE724158C (de) Verfahren zur Herstellung von Verpackungshuellen aus lackierten Folien aus Cellulosehydrat durch Verkleben unter Druck und Hitze