AT111252B - Verfahren zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper. - Google Patents

Verfahren zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper. 



    Bei der heute fast allgemein geübten Art der Serumgewinnung gelangt man zu einer Ausbeute von durchschnittlich 100 l Serum pro Jahr und Pferd, wobei das Lebendgewicht eines Pferdes mit zirka 450 kg angenommen ist. Hiebei wird entweder das Blut in sterilisierten Glaszylindern aufgefangen und das Serum nach mehrtägigem Stehenlassen vom Blutkuchen abgehebert oder das Blut wird sofort defibriniert und in einem Separator in Serum- und Blutkörperchen geschieden. 



  Durch den wöchentlichen Aderlass von durchschnittlich 3 l wird dem Organismus eine solche Menge an organischen und anorganischen Substanzen entzogen, dass sie aus der aufgenommenen Nahrung innerhalb einer Woche, soweit es auf die geformten Elemente ankommt, nur unvollständig ersetzt werden kann. Es kommt infolgedessen, wie man es immer wieder beobachten kann, von Aderlass zu Aderlass zu einer allmählichen Abnahme des gebildeten Blutkuchens, u. zw. in dem Ausmasse, dass sich das ursprüngliche Verhältnis von Serum zu Blutkuchen, das in der Regel 3 : 7 ist, in das von 6 : 4, bis 7 : 3 umwandelt. 



  Dieses Verhältnis bleibt dann, eine gleichmässige Kondition vorausgesetzt, durch Jahre hindurch ziemlich konstant stehen. 



  Aus dieser Änderung des Verhältnisses von Serum und Blutkuchen ist einerseits zu ersehen, dass das Tier mit der herabgesetzten Menge an geformten Elementen des Blutes, in erster Linie der roten Blutkörperchen, sein Auslangen findet, anderseits aber, dass es dem Organismus in erster Linie auf die Ergänzung des Gesamtblutvolumens ankommt, um den Blutdruck auf normaler Höhe zu erhalten. 



  Hiezu bedarf es neben dem Wasser hauptsächlich der anorganischen Salze, die zur Erhaltung der richtigen Ionenkonzentration des Blutes notwendig sind. Durch Infusion physiologischer Salzlösungen, z. B. 



  Ringer-Lockeseher Lösung, ist es nun möglich, dieser Forderung des Organismus der Serumtiere nach Ergänzung des Gesamtblutvolumens zu entsprechen und somit eine Steigerung der Aderlassmenge bis auf das Doppelte der bisher erzielten herbeizuführen. Hiebei konnte die Wahrnehmung gemacht werden, dass die so behandelten Tiere trotz des grösseren Aderlasses gegenüber den andern Tieren weder im Nährzustand, noch im sonstigen Wohlbefinden auch nach monatelanger Behandlung bei ganz gleichartiger Fütterung und Pflege schlechter wurden. Die Wertigkeit des Serums blieb auf der gleichen Höhe oder sie erfuhr bei den Tieren, die sich noch nicht auf voller Höhe der Immunkörperbildung befanden, die normale Steigerung. 



  Da jedoch die allgemeine Anwendung dieses Verfahrens bei Serumtieren im Hinblick auf die grössere Zahl derselben wegen der hiezu erforderlichen beträchtlichen Mengen an Infusionsflüssigkeit sowie der damit verbundenen grösseren Kosten und Arbeit praktisch nicht durchführbar ist, so bestand das Problem, diese Mängel zu beseitigen. Die Möglichkeit hiezu ist in der Tatsache gelegen, dass das Leben der Zelle, wie es Hugo de Vries und H. J. Hamburger nachgewiesen haben, von den physikalischen Gesetzen beherrscht wird, die die Grundlage der"Theorie der Lösungen"nach van't Hoff bilden bzw. dass der Organismus immer bestrebt ist, Schwankungen der Ionenkonzentration im Sinne der Theorie von Svante Arrhenius auszugleichen. 



  Diesen Gesichtspunkten entsprechend wurde vom Erfinder die intravenöse Infusion von Salzlösungen in der vielfachen Konzentration der Salzlösung, wie sie im Tierkörper enthalten ist, vorgenommen. Auf diese Art werden dem Organismus die durch den Aderlass verlorengegangenen Blutsalze in einer kleineren Menge der infundieren Flüssigkeit zur Gänze ersetzt und damit die Vorbedingung zur Blutdruckerhaltung auf der erforderlichen Höhe auf einfache Art geschaffen. 



  Die Versuche ergaben, dass derartige Salzlösungen weder unmittelbar noch später irgendwelche Störungen im Organismus hervorrufen, dass sich im Gegenteil die günstigen Wirkungen der einfachen physiologischen Salzinfusion auch bei diesen konzentrierten Lösungen einstellen. Die einzig wahrnehmbaren Wirkungen sind eine leichte Irritation des Pulses, die einige Sekunden nach Beginn der Infusion einsetzt und nur Augenblicke anhält, ferner die Äusserung von Durst bald nach der Infusion. 



  Die Mehraufnahme von Wasser gegenüber solchen Tieren, denen eine Salzlösung überhaupt nicht infundiert worden ist, entspricht fast genau derjenigen Menge, die zur Verdünnung der infundierten Lösung bis auf ihren einfachen physiologischen Grad erforderlich ist. Diese Tatsache sowie die, dass die Harnmenge nach der Infusion und der Wasseraufnahme gegenüber der Norm nicht vermehrt ist, sprechen eindeutig dafür, dass das Salz und das Wasser für die Auffüllung des Blutgefässsystems bzw. für den Ausgleich der Ionenkonzentration verwendet wurden. Eine nachteilige Beeinflussung der Immunkörperbildung konnte auch bei dieser Infusion der konzentrierten Salzlösungen nicht beobachtet werden. 



  Das Allgemeinbefinden und der Nährzustand der Tiere blieb ungeachtet der bis 100% igen Erhöhung der Aderlassmenge auffallend gut und, wie nach den bisherigen längeren Erfahrungen angenommen werden kann, wirkt diese regelmässige Salzinfusion lebensverlängernd. Hiefür spricht der Umstand, dass seit Anwendung dieser Methode von den so behandelten 16 Serumtieren nicht ein einziges an den Folgen der Bakterieinjektionen gestorben ist.   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die Feststellung, dass die intravenöse Infusion einer Lösung von physiologischen Salzen in der vielfachen Konzentration ihrer Lösung im Tierkörper ohne Schaden für das Tier möglich ist, hat erst die praktische Verwendbarkeit dieses Verfahrens zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper ergeben. 



   Bei Anwendung des Verfahrens kann den Serumtieren bei dem allwöchentlichen Aderlass, wie zuvor erwähnt, die doppelte Blutmenge entnommen werden, als es ohne Anwendung dieses Verfahrens allgemein üblich ist, wodurch die Gesamtproduktion pro Jahr und Pferd von   100 l   Serum auf   200 l   Serum gesteigert wird. Diese Erhöhung des Aderlasses auf das Doppelte ist unabhängig von der Konzentrationshöhe der Salzlösung, denn das wesentliche ist, dass die durch den Aderlass verlorengegangenen Blutsalze zur Gänze wieder ersetzt werden.

   Man wird also bei einer Salzlösung, die der 5fachen Konzentration einer physiologischen Salzlösung entspricht und bei einer Aderlassmenge von 6000 cm'Blut, 1200 em3, hingegen bei einer Salzlösung, die der 20fachen Konzentration einer physiologischen entspricht, 300   cm"dieser Salzlosung   infundieren müssen, um die mit den 6000 cm Blut gleichzeitig entnommenen Körpersalze wieder zu ersetzen. 



   Am leichtesten durchführbar ist die Infusion einer Salzlösung, die der 20fachen Konzentration einer pyhsiologischen entspricht, da hiebei mit so kleinen Flüssigkeitsmengen gearbeitet wird, dass die Durchführung des Verfahrens auch bei zahlreichen Serumtieren keine besondere Mehrarbeit mit sich bringt. Anderseits ist die pro Pferd zu infundierende Menge doch so gross, dass Fehler in der Dosierung schwer möglich sind. Bei der Anwendung noch höherer Konzentrationen könnten hingegen Überdosierungen leicht vorkommen. 



   Die Durchführung des Verfahrens bei der Anwendung von Salzlösungen in der 20fachen Konzentration der physiologischen ist die folgende : Die für die Salzlösung von 20facher Konzentration, z. B. Ringer-Lokescher Lösung, erforderlichen Mengen an Kaliumchlorid,   Kalziumchlorid,   Natriumchlorid und Natriumbikarbonat werden in zwei Liter Aqua   destillata-was   einer einfachen RingerLokeschen Lösung von   40 1 entspricht-aufgelöst   und in einem 3-1-Kolben aus Jenaglas im Dampftopf sterilisiert. 



   Man nimmt also für diese Lösung : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> KC1........... <SEP> 8'0 <SEP> g <SEP> (entsprechend <SEP> 0'2 <SEP> g <SEP> pro <SEP> Liter <SEP> einfacher <SEP> Ringer-Lockescher <SEP> Lösung),
<tb> CaCl2 <SEP> ......... <SEP> 8.0g <SEP> ( <SEP> # <SEP> 0.2g <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> ),
<tb> NaCl <SEP> ..........360.0g <SEP> ( <SEP> # <SEP> 9.0g <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> ).
<tb> 
 
 EMI2.2 
 von   2 l   entnommen worden war, das weiters erforderliche Natriumbikarbonat, d. i.   0'1   g pro Liter x 20 = 2-0 g : daher für   2 l 4 g aufgelöst   und mit der übrigen auf 300 gehaltenen Salzlösung vermischt. Die geringe Ausfällung von Kalziumkarbonat, die hierauf eintritt, wird durch Filtrieren entfernt (steril. 



  Filterpapier in steril. Blechtrichtern mit Einsatz). Die ganze Lösung ist sodann gebrauchsfertig. 



     Die Infusion geschieht mit Hilfe des Paltauf-Infusionsapparates,   dessen zirka 30 cm langer Gummischlauch sofort nach dem Aderlass an die noch in der Vene belassene Aderlassnadel angesetzt wird. Mittels einer Klemme werden in kurzen Zeitabständen Mengen von je 5    <    infundiert. Die Temperatur der Infusionsflüssigkeit beträgt zirka 25  C. Bei dieser Temperatur kommt es zu keiner wesentlichen weiteren Ausfällung von Kalziumkarbonat, anderseits wird die so temperierte Flüssigkeit vom Organismus ohne Nachteil vertragen. Die Gesamtmenge der Infusionsflüssigkeit richtet sich nach der entnommenen Blutmenge. Es werden also z. B. im gegebenen Fall 300   cm3   infundiert, wenn beim Aderlass 6000   cm"   Blut entnommen wurden.

   Die Wunde wird so wie sonst üblich behandelt und die Pferde im Schritt in den Stall geführt und kurze Zeit darauf getränkt. 



   Die neuerliche Blutentnahme erfolgt wie bei der gewöhnlichen Methode eine Woche darauf.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper, dadurch gekennzeichnet, dass den Serumtieren Lösungen physiologischer Salze in der 5 bis 25fachen Konzentration dieser Salze im Tierblute intravenös zugeführt werden.
AT111252D 1926-11-26 1926-11-26 Verfahren zur Steigerung der Serumproduktion im Tierkörper. AT111252B (de)

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