AT106104B - Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von Glas unmittelbar aus dem Glasofen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von Glas unmittelbar aus dem Glasofen.

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AT106104B
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glass
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Heinrich Severin
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Heinrich Severin
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  Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von Glas unmittelbar aus dem Glasofen. 



   Vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Füllverfahren an solchen Glasformmaschinen, welche sich durch Ansaugen mit Glas selbst versorgen. 



   Bei diesen Maschinen wird bekannterweise das flüssige Glas in die unten offene Form eingesaugt. Durch das Eintauchen der Metallform wird aber das Glas in der Umgebung der Füllstelle erheblich abgekühlt und muss bis zur nächsten Füllung erst wieder gewärmt werden, was erhebliche Zeit in Anspruch nimmt. Es ist deshalb ini allgemeinen üblich, Drehwannen zu verwenden, bei welchen die abgekühlte Füllstelle immer wieder der Schmelztemperatur des Ofens zugeführt und der Form eine frisch gewärmte Stelle des Glasspiegels zugeführt wird. 



   Der Betrieb dieser Drehwannen ist unbequem und wegen des erhöhten Kohlenverbrauches auch teuer. Es sind deshalb schon verschiedene   Vorschläge gemacht, durch künstlich   erzeugten Umfluss der Glasmasse im Schmelzofen die Drehwanne   überflüssig   zu machen und das Glas unmittelbar dem Ofen zu entnehmen. Alle diese Versuche sind bisher   fehlgesehlagen   und die verschiedensten Vorschläge haben sich bisher nicht bewährt. 



   Eine andere Massnahme der Entnahme besteht darin, dass man durch eine in üblicher Weise in der Ofenwandung angeordnete Öffnung die Form in den Ofen hineinführt und in die 
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 innerhalb des Ringes oder Schiffchens, welches auf der Glasschmelze schwimmt, und dem geläutertes Glas von unten zufliesst. Es wird dabei, wenn die Form aus der Glasschmelze herausgehoben und das   unten   anhängende Glas durch ein Messer abgetrennt wird, dieser Glasrest nicht in das Innere des Schiffchens, sondern ausserhalb desselben fallen gelassen, so dass eine Verunreinigung der Glasmasse an der Füllstelle durch diesen Glasrest nicht mehr stattfindet. Nach diesem Verfahren arbeiten bekannte Maschinen mit sehr gutem Erfolge. Es eignet sich aber nur für sehr weiche und leicht schmelzende   Glassätze, wie   sie z.

   B. für Glühlampen u. dgl. gebraucht werden. Für hartes Flaschenglas ist dieses Verfahren aus dem Grunde unzu-   länglich,   weil der abgeschnittene Glasrest an die für sein Wiederschmelzen ungünstigste Stelle der Wanne (oder des Hafens) fällt, nämlich zwischen die Ringwandung und die Ofenmauer, eine Stelle, wo er einesteils im Flammenschatten des Schiffchens liegt, andernteils durch die verhältnismässig kalte Ofenmauer und durch die durch die Füllöffnung in der Ofenwandung eindringende Luft abgekühlt wird. Bei der Flaschenherstellung ist es auf diese Weise nicht möglich, mehr als drei Füllungen von etwa je 750 g in der Minute an einer   Füllöffnung   vorzunehmen.

   Bei rascherer Arbeit schmelzen die abgeschnittenen Reste nicht genügend, bilden bald eine kleine Barrikade vor der Füllöffnung und versperren der eingeführten Form den Weg. 



   Allen diesen Übelständen beugt das der Erfindung zugrunde liegende Verfahren dadurch vor, dass das Abschneiden des Glasrestes in der Weise vorgenommen wird, dass dieser nicht zwischen Schiffchen und Ofenwandung, sondern hinter oder seitlich neben das Schiffchen fällt. 



   In begrenztem Umfange kann der Zweck des schnelleren Wiedereinschmelzens erreicht werden, 
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 Weise aber den Nachteil mit sich. dass alsdann der abgeschnittene Glasrest zu nahe an die   Einstrümungsöffnung   des   Schiffchens   fällt, und es entsteht die Gefahr, dass Teile von ihm in 

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 dessen Inneres gelangen, ehe sie ganz durchgeschmolzen sind. Man kann diesen Nachteil   al)-   schwächen, indem man die   Einströmungsöffnung   des Schiffchens möglichst entfernt von der Auffallstelle des Glasrestes    anordnet und unter Umständen   den hinteren Teil des Schiffchens flach überdeckt, so dass der abgeschnittene Rest   auf-diese Abdeckplatte fällt, wo   er der Flamme in besonders intensiver Weise ausgesetzt ist. 



   Für Maschinen mit verhältnismässig geringer Gasentnahme wird dieses Verfahren genügen. 



  Bei stärkerer Beanspruchung ist es aber wesentlich vorteilhafter, den Glasrest seitlich, gegebenenfalls schräg   nach-hinten abzuwerfen.   



   . Dadurch ergeben sich folgende Vorteile gegenüber der bisherigen Methode : Das Schiffchen oder der Ring kann unmittelbar an die Ofenmauer heranverlegt werden ; die Form braucht deshalb weniger weit in den Ofen hineinzugehen, wird weniger erhitzt und ist leichter   abzu-   kühlen. Der abgeschnittene Glasrest kann bei gehöriger Geschwindigkeit des Messers weit von dem Schiffchen seitlich in das Ofeninnere geworfen   werden, - die   Entfernung ist jederzeit den   erforderlichen. Verhältnissen   anpassfähig. In jedem Falle   fällt-der   Glasrest aber nicht an die Ofenwand unmittelbar und auch nicht in den Flammenschatten des Schiffchens, sondern ist immer der unmittelbaren Ofenhitze voll ausgesetzt. Das Entstehen einer Glasbarrikade vor der   Einführungsöffnung'ist unmöglich.

   Dadurch,   dass der Glasrest der unmittelbaren Ofenhitze aus- gesetzt ist, ist ein viel schnelleres Wiedereinschmelzen möglich, als bei den älteren Verfahren. 



  Der Rest schmilzt annähernd in der Hälfte der früher erforderlichen Zeit, also in etwa 10 Sekunden bei der üblichen Schmelzhitze von nicht ganz 1300 Grad fort. Bei Maschinen mit mehreren Arbeitseinheiten kann das Abschneiden abwechselnd nach der einen oder nach der anderen Seite des Schiffchens vorgenommen werden, so dass die doppelte Entnahme von Füllungen an demselben Arbeitsloch möglich   wird.-..   



   Das Verfahren kann mit den aus der Praxis bekannten Mitteln und Anordnungen jederzeit leicht auf verschiedene Weise   durchgeführt   werden. Bei Verwendung des Verfahrens an   Hafenöfen ist   eine zweckentsprechende Ausbildung der an sich bekannten kontinuierlichen
Häfen   wünschenswert,   um mit Sicherheit zu vermeiden, dass der abgeschnittene Glasrest ausserhalb des Hafens fällt. Im übrigen kann die Füllform wie bekannt in wagrechter oder senkrechter Richtung in den Ofen eingeführt werden. Ebensogut kann auch die im Kreise und radial bewegliche Füllform der Westlake-Maschine nach Patentschrift 277469 zur Anwendung kommen. Auch zum seitlichen Abschneiden ist sowohl das an der Owensmaschine übliche
Messer, als auch das an der automatischen Severinmaschine verwendete brauchbar. 



   Die Zeichnungen stellen dementsprechend nur die schematische Anordnung der Schwimmer vor der Entnahmeöffnung des Ofens dar. Die Schwimmer sind im allgemeinen in Form der bekannten Schiffchen ausgebildet, nur dass der obere Rand am vorderen Schiffchenende, d. h. an der Stelle, an welcher das Abschneiden erfolgt, etwas niedriger nach aussen abfallend und abgeschrägt ist. Fig. 1 stellt in Draufsicht die Anordnung von beispielsweise drei solcher je vierarmigen Karussellmaschinen am Wannenofen dar, Fig. 2,3 und 4 sind Draufsicht und
Schnitte des verwendeten Schiffchens, Fig. 5 und 6 sind Draufsicht und Schnitt eines ununter- brochen arbeitenden Hafens, wie er zweckmässig für das neue Verfahren verwendet wird. 



   In Fig. 1 ist 1 der Wannenraum, in welchem in bekannter Weise hinter den Entnahme- löchern 15 die   Schiffchen   2, 3 und 4 angeordnet sind. Vor dem Ofen sind schematisch
3 vierarmige Maschinen 5, 6 und 7 angedeutet, von denen je eine Füllform in den Ofen hineingeführt gezeichnet ist. Die Pfeile 8 zeigen die Richtung an, in der zweckmässig abwechselnd nach rechts und links die Glasreste abgeworfen werden, so dass sie bei 9 auf den Glasspiegel fallen. 10 sind Läuterungsringe, die im Bedarfsfalle so in die Glasmasse des Ofens gelegt werden, dass die Abfallstelle der Glasreste in ihnen liegt. 



   Fig. 2, 3 und 4 stellen das für das Verfahren am Wannenofen zweckmässigerweise zur
Verwendung kommende   Schiffchen   2 in Draufsicht,   Quer-und Längsschnitt   dar. 12 ist das   Einflussloch, 16 die   Entnahmestelle, 14 die Ofenwand, 15 die Öffnung zur Einführung der Form in den Ofen. Das Schiffchen unterscheidet sich von   den üblichen nur dadurch,   dass bei 13 die Wandung etwas nach unten eingezogen und abgeschrägt ist, um das Abwerfen zu erleichern und ein Eindringen des abgeschnittenen Glasrestes in das   Scl1iffchen   zu erschweren. 



   Der in Fig. 5 und 6 in Draufsicht und Längsschnitt dargestellte kontinuierliche Hafen (Hafen für ununterbrochene Arbeit) ist gegenüber den üblichen dadurch unterschieden, dass seine Wandungen bei 17 etwas in die Höhe geführt, gegebenfalls auch etwas seitlich aus- gebogen sind, um das abgeworfen Glas aufzufangen und in den Läuterraum 18 des Hafens zurückzuleiten. 11 sind die Hafenwandungen, 19 der Einlege-, 18 der Läuterraum die in bekannter Weise durch die Öffnung 20 und den Kanal, 21 in Verbindung stehen. Aus dem Läuterraum 18 gelangt das Glas durch die Öffnung   22 in   den Entnahmeraum, in welchem sich bei 23 die Entnahmestelle befindet. 17 sind seitliche Erhöhungen der   Hafenwand,. 35   die Auffallstellen des Glasreste, 24 die   Richtung,   in der abwechselnd das Abwerfen erfolgen kann.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Entahme von Glas unmittelbar aus dem Glasofen, bei welchem nach dem Einsaugen des Glases in die Form und Ausheben der Form aus dem Glase der an der unteren Öffnung der Form abgeschnittene Glasrest ausserhalb einer die Tauchstelle umgebenden und gegen den Zutritt ungeläuterten Glases schützenden Umwallung in das Glas des Ofens abgeworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Glasrest seitlich von oder hinter der Um- walling (3) abgeworfen wird.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Glasrest abwechselnd nach rechts und links von der Umwallung abgeworfen wird.
    3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Auffallstelle des Glasrestes im Wannenofen Läuterungsringe (9, 10) angeordnet sind.
    4. Vorrichtung zur Ausführung des. Verfahrens nach Anspruch 1 mil einer Umwallung für die Tauchstelle in Form eines Schiffchens hinter der Ofenöffnung, dadurch gekennzeichnet, dass der obere Rand des Schiffchens an dem der Ofenwandung zugekehrten Teile (13) etwas niedriger als im übrigen und nach aussen abfallend abgeschrägt ist.
    5. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem Ofen mit kontinuierlichem Hafen, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Entnahme benutzte Hafen an den Seitenwandungen des Läulerraumes mit seitlich ausladenden Randerhöhungen versehen ist, welche den abgeworfenen Glasrest nötigenfalls in den Läuterraum zurückführen. EMI3.1
AT106104D 1924-09-23 1925-09-19 Verfahren und Vorrichtung zur Entnahme von Glas unmittelbar aus dem Glasofen. AT106104B (de)

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