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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Reinigen von Schmieröl von Kohlenwasserstoffmotoren durch Abdestillieren der Unreinigkeiten, wobei das Öl während des Betriebes einem am Motor befestigten Apparat zugeführt wird, der durch die Auspuffgase erwärmt wird,
Das Neue des Verfahrens beruht darin, dass der Ölzufluss zur Destillierkammer des Apparats gesperrt ist, solange die Temperatur in dieser Kammer unterhalb einer bestimmten Destillationstemperatur liegt, und dass nach Erreichen dieser Temperatur der Öizunuss in ver- änderlichen Mengen stattfindet und die Regelung des Zuflusses in Abhängigkeit von der Destillationstemperatur erfolgt.
Die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens weist in der Öl-oder Destillierkammer einen thermostatischen Regler und ein Olzuflussventil auf, welches bei bestimmten Temperaturen in der Kammer vom Regler geöffnet, bzw. geschlossen wird und geschlossen bleibt, bis die Temperatur in der Kammer die gewünschte Destillationstemperatur erreicht hat. Wird durch Einführung von verhältnismässig kühlem Öl die Temperatur in der Kammer erniedrigt, so wird der Ölzufluss verringert bzw. ganz abgeschnitten und bei darauffolgender Erhöhung der Temperatur des Öles wird die Zuflussöffnung wieder vergrössert bzw. blossgelegt.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines durch Kohlenwasserstoffe angetriebenen Motors mit dem Destillierapparat ;
Fig. 2 ist ein Schnitt durch den Destillierapparat.
Erfindungsgemäss wird das Schmieröl von dem Kurbelgehäuse in den Destillierapparat gepumpt, der sich nahe dem Auspuff des Motors befindet. Eine Nebenleitung der Auspuffleitung dient zur Erhitzung der Verdunstungskammer, so dass diese auf eine Temperatur gebracht wird, die hoch genug ist, um Gasolin (Benzin) und Wasser zu verdunsten. In der
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zufluss absperrt, ausgenommen, wenn die Temperatur in der Kammer den Destillierpunkt erreicht hat. Dann öffnet der Regler das Einlassventil für die Zufuhr des Schmieröls durch die Pumpe. Ist die Temperatur des Öles in der Kammer durch das zugeführte kühlere Öl genügend herabgesetzt, so schliesst der Regler selbsttätig das Einlassventil und dasselbe bleibt geschlossen, bis die Temperatur sich wieder auf den Destillierpunkt erhöht.
Die Abfuhr des gereinigten und verfeinerten Schmieröls nach dem Kurbelgehäuse wird durch Schwerkraft herbeigeführt. Die Verdunstung in der Kammer findet unter atmosphärischem Druck statt und die Destillationsprodukte 1. önnen in die Atmosphäre entweichen oder an einen Kondensator oder den Vergaser abgegeben werden. Praktisch hat sich herausgestellt, dass eine zufriedenstellende Destillation stattfindet, wenn das Öl bei ungefähr 149 C in die Kammer geleitet wird und die Zufuhr bei 1320 C abgesperrt wird. Obgleich diese Temperaturen hoch genug für die Verdunstung von Benzin und Wasser erscheinen, ist es doch möglich, dass unter bestimmten Bedingungen und bei bestimmten Schmierölen höhere Temperaturen, z. B. bis 204 C verwendet werden.
Der Motor 10 besitzt das übliche Kurbelgehäuse 12, von dem ein Ölrohr 14 nach oben führt, und mit einer Ölpumpe verbunden ist. Eine Abzweigung des Rohres 14 führt nach
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einem Druckmesser am Instrumentenbrett und von dieser Abzweigung führt ein Rohr M nach dem oberen Teil des Destillators 20. Das Öl in dem Rohr 16 steht also unter dem Druck der Pumpe. Der Destillator 20 kann, wie in Fig. 1 gezeigt, an der Seite des Motors, nahe dem oberen Teil desselben und in der Nähe der Auspuffleitung 25 befestigt werden.
Beim vorliegenden Beispiel erstreckt sich der Auspuff der Länge nach am oberen Teil des Motors und führt dann bei 26 nach unten, und schliesslich nach rückwärts. Der Destillator ist nahe dem Ende der Auspuffleitung angebracht, in welchem die Gase am heissesten sind.
Der Destillator besitzt (Fig. 3) eine ringförmige Heizkammer 30, welche unmittelbar mit dem Auspuff 32 durch ein Verbindungsrohr 34 verbunden ist. Das Volumen der Abgase, welches durch die ringförmige Kammer geführt wird, wird durch eine Öffnung 36 in einer Abdichtungsscheibe 38 bestimmt, welche zwischen dem Auspuffrohr und dem Destillator eingeschoben ist. Da durch die Vorsehung von solchen Abdichtungsscheiben mit verschiedenen Öffnungen die Zuleitung der Abgase geregelt werden kann, kann eine und dieselbe Grösse des Destillators für verschieden grosse Motoren benutzt werden. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, besteht der Destillator aus einem Gussstück 40, welches die ringförmige Heizkammer 30 enthält, und die Heizkammer umgibt eine innere Verdunstungskammer 42.
Die Heizkammer wird durch eine Wand 44 vollständig von der Verdunstungskammer getrennt. Von der ringförmigen Kammer 30 werden die Heizgase durch'eine nahe dem Boden des Destillators befindliche Öffnung durch ein Rohr 46 abgeführt. Dieses Rohr kann als unabhängiger Teil nach hinten weiter geführt werden oder er kann in das Hauptauspuffrohr 26 eingeführt werden. Das Ölrohr 16 führt nach dem oberen Teil der Verdunstungskammer und durch eine Hülse 50. welche in eine Kappe 52 eingeschraubt ist. Letztere wird durch Bolzen 54 auf dem Kopf teil des Gussstückes 40 festgehalten. Infolge der Gewindeverbindung der Hülse 50 mit der Kappe 52 kann die Hülse in Längsrichtung in der Kappe eingestellt werden und wird in eingestellter Lage durch eine Mutter 56 gehalten, die auf der Hülse sitzt und gegen den oberen Teil der Kappe geschraubt wird.
Das Einlassende des Ölrohres 16 ist konisch und unmittelbar in die Hülse 50 eingeschraubt. Es kann jedoch die Verbindung auch durch eine Muffe hergestellt werden. Die Hülse 50 ergibt einen senkrechten Durchgangskanal für das Öl von beträchtlicher Grösse und dieser Kanal ist am unteren Ende durch ein Kugelventil 60 abgeschlossen, das auf einem Sitz 62 aufruht, und durch eine Feder 64, die im Kanal auf einem Führungsstift 66 sitzt, dagegen gedrückt wird. Der Sitz des Kugelventil wird von dem oberen Ende eines hohlen Stöpsels 68 gebildet, der in das untere Ende der Hülse eingeschraubt ist und eine Verlängerung des Ölkanals unterhalb des Ventils darstellt. Das untere Ende des Stöpsels 68 verläuft zentral innerhalb der Kammer 42. Die Zuführung des Öles in die Verdunstungskammer wird gemäss der Temperatur der Kammer geregelt.
Die Regelung erfolgt durch einen thermostatischen Regler, welcher das Kugelventil hebt und Öl zufliessen lässt, wenn die Temperatur in der Kammer einen bestimmten Punkt erreicht hat. Der gezeigte thermostatische Regler 70 besteht aus einem nahtlosen, gewellten Rohr aus Kupfer oder ähnlichem Material. Die Enden des Rohres sind abgedichtet und das Rohr selbst ist vorzugsweise mit einem Schmieröl gefüllt, das ähnliche Eigenschaften, wie das zu behandelnde Öl besitzt. Der thermostatisch Regler ist am unteren Ende an einem Kopf 72 befestigt, welcher von der Kappe 52 durch eine Anzahl Schrauben 74 unterstützt wird. Der Kopf 72 besitzt die Form eines Kreuzes mit einer Anzahl radialer Arme, mit welchen die Schrauben verbunden sind. Die Öffnungen zwischen den Armen dienen für den freien Durchgang des Öles.
Der untere Teil des Reglers weist eine Kappe 76 mit einem Bolzen 78 auf, welch letzterer fest in dem Kopf 72 sitzt. Die am oberen Ende des Reglers befindliche Kappe 80 ist mit einer nach oben sich erstreckenden Stange 82 ausgerüstet, welche in die Bohrung des Stöpsels 78 bis zu einem Punkt unterhalb der Kugel 60 hineinragt. Nach Ausdehnung des Reglers bei gewünschter Temperatur tritt die Stange 82 in Berührung mit der Kugel 60 und hebt diese von ihrem Sitz, und Öl wird durch die Ölpumpe in die Kammer 42 geleitet. Der Ölzufluss hält an, bis die Temperatur in der Kammer auf einen bestimmten Grenzwert herabgefallen ist, bei welchem infolge Zusammenziehung des Reglers die Kugel auf ihren Sitz zurückkehrt.
Durch die Wirkung des Reglers findet ein unterbrochener Zufluss des Öles statt. Öl wird nur in die Verdunstungskammer geleitet, wenn die Temperatur die gewünschte Höhe erreicht hat und bei Erniederung dieser Temperatur infolge Zufuhr von kühlerem Öl, wird die Zufuhr unterbrochen. Die Temperatur- grenzen können durch Ein-oder Ausschrauben der Hülse 50 in oder aus dem Kopfstück 52 geregelt werden, wodurch die Lage der Kugel 60 mit Bezug auf das Ende der Stange 82 geändert wird. Das Öl wird ungefähr auf der in Fig. 2 gezeigten Höhe gehalten und das gereinigte Öl läuft über einen Damm 90 in eine Rückkehrleitung 92, welche in die Seite des Füllrohres 9B münden kann. Der Damm 90 wird durch eine Wand eines Gussstückes 94 gebildet, das an dem Gussstück 40 durch Schrauben befestigt ist.
Das innere des Gussstückes 94 ist mit dem Bodenteil der Verdunstungskammer durch einen Kanal 96 verbunden. Das Gussstück 94
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kann mit einer Klappe 98 versehen sein, zwecks Überwachung der Arbeitsweise des Apparats. Der Boden der Verdunstungskammer besitzt eine Schmutzansammlungskammer 100 mit einem darin angeschlossenen Hahn 10. 2. Das verdunstete Benzin und Wasser gehen durch ein Rohr ab, das in dem oberen Teil der Verdunstungskammer eingeschraubt ist. Dieses Rohr kann mit dem Kondensator oder mit dem Vergaser unterhalb der Drosselklappe verbunden sein. Das Rohr ist vorzugsweise mit dem Vergaser nicht in solcher Weise verbunden, dass ein Unterdruck in der Verdunstungskammer entstehen kann.
Wenn die Zufuhr des Öles zum Destillator nicht zu stark ist, kann der Apparat während des Arbeitsganges des Motors ständig in Gebrauch sein. Nach Anlassen des Motors und nachdem die Kammer genügend erwärmt ist, tritt der Destillierapparat in Tätigkeit.
Der thermostatische Regler ist vorzugsweise so eingestellt, dass die Temperatur in der Verdunstungskammer etwas unterhalb des Flammpunktes des Schmieröles gehalten wird Dadurch wird das Öl von sämtlichen Benzinbestandteilen befreit. Ist die Temperatur niedriger, so kann eine allmähliche Ansammlung der schwerfüchtigen Bestandteile des Benzins stattfinden, wodurch die Schmierfähigkeit des Öles herabgemindert wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Reinigen von Schmieröl von Kohlenwasserstoffmotoren durch Abdestillieren der Unreinigkeiten, bei dem das Öl während des Betriebes einem am Motor befestigten Apparat zugeführt wird, der durch die Auspuffgase erwärmt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur in der Destillierkammer innerhalb bestimmter Grenzen gehalten wird, indem der Ölzufluss zum Apparat gesperrt bleibt, bis die Temperatur in der Destillier-bzw.
Erwärmungskammer des Apparats eine bestimmte Destillationstemperatur erreicht hat, worauf das Öl in veränderlichen Mengen der Kammer zufliesst und die Regelung des Zuflusses in Abhängigkeit von der Destillationstemperatur erfolgt.