AT104820B - Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen. - Google Patents

Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen.

Info

Publication number
AT104820B
AT104820B AT104820DA AT104820B AT 104820 B AT104820 B AT 104820B AT 104820D A AT104820D A AT 104820DA AT 104820 B AT104820 B AT 104820B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
nitrogen
pressure
liquefying
heat exchanger
separator
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Ferdinand Rudolf Ing Mewes
Karl Eduard Rudolf Mewes
Original Assignee
Ferdinand Rudolf Ing Mewes
Karl Eduard Rudolf Mewes
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ferdinand Rudolf Ing Mewes, Karl Eduard Rudolf Mewes filed Critical Ferdinand Rudolf Ing Mewes
Application granted granted Critical
Publication of AT104820B publication Critical patent/AT104820B/de

Links

Landscapes

  • Separation By Low-Temperature Treatments (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen. 



   Die Erfindung betrifft eine Verbesserung der bekannten Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen in ihre verschiedene Siedepunkte besitzenden Bestandteile, u. zw. unter Druck und unter Führung von   Leichtsiedendem   und gegebenenfalls auch von Schwersiedendem im Kreislauf. 



   Nach diesem Verfahren wird das zu trennende Gasgemisch, z. B. Luft, unter höherem als Atmosphärendruck in seine Bestandteile getrennt und dann nach Durchgang durch einen   Wärmeaustauscher   unter Arbeitsleistung entspannt. Diese Entspannung erfolgt im Gegensatz zu den bekannten Verfahren nicht an der kältesten Stelle, d. h. unmittelbar hinter dem Trenner oder in diesen hinein, sondern erst nach teilweiser oder fast vollständiger Wiedererwärmung an beliebiger Stelle. Dadurch wird erreicht, die Regelung der Gasmenge nicht an der kältesten, sondern an einer wärmeren Stelle ausserhalb des Trenners mittels eines Drosselventils oder besser mittels einer Entspannungsmasehine vornehmen zu können.

   Ausserdem wird auf diese Weise ein Eindringen von Schmiermitteln aus der Entspannungsmaschine in die   Trennungssäule   und in den Arbeitsgang wirksam vermieden, da solche Schmiermittelteilchen nach aussen abgeführt werden. 



   Die Erfindung besteht insbesondere darin, dass zur Entspannung unter äusserer Arbeitsleistung ein Teil des vom Trenner erzeugten Leiehtsiedenden (weiterhin Stickstoff genannt) verwendet wird, während ein anderer Teil des gleichfalls dem Trenner entnommenen Stickstoffes stets wieder in den Arbeitsgang   zurückgeführt   wird. 



   Um hiebei einen höheren Betrag an mechanischer Nutzleistung als bisher zu erzielen, wird der im Trenner gewonnene, für die technische Verwertung hinreichend reine Stickstoff unter dem Druck des Trenners durch den   Wärmeaustauscher   hindurehgeführt, hiedurch bis nahe auf die Temperatur der rmgebung wieder erwärmt und dann nach weiterer höherer Beheizung unter Arbeitsleistung in einer Expansionsn:aschine (Kolbenmaschine, Rundlaufmaschine oder Druckstickstoffturbine) oder Kraft- 
 EMI1.1 
 etwa bis auf minus   60-70"C. Man erhält   neben der mechanischen Arbeit noch eine bemerkenswerte Kälteleistung, die ebenso wie die erhaltene Arbeit für beliebige Zwecke oder auch im Trennungsverfahren selbst nutzbar gemacht werden kann. 



   Der aus dem   Wäreaustauscher austretende Stickstoff   wird zu diesem Zweck noch weit über seine   Austrittstemperatur durch Wärmezufuhr (Oberfläehenbeheizung)   erwärmt. Zu dieser   Erwärmung   kann zweckmässig auch die   Verdichtungswärme   der zu trennenden Luft und des verdichteten Stickstoffes verwendet werden. Zur   Erwärmung   auf höhere Temperaturen (bis zu   3000 und darüber)   dienen jedoch besondere Erhitzer, welche mit   Abwärme   höherer Temperaturen oder auch durch Feuergase beheizt werden. Dabei kann nahezu die gesamte   Verdichtungsarbeit erspart werden.   



   Dieses Verfahren bietet den Vorteil, dass für die bekannten   Stickstoffverbrennungsöfen   mittels des elektrischen   Flammenbogpns   nicht nur der erforderliche Sauerstoff in gewünschtem Mischungverhältnis mit Stickstoff geliefert wird, sondern dass die abzuschreckenden, aus dem Verbrennungsofen austretenden nitrosen Gase infolge ihrer hohen Temperaturen in besonderen Winderhitzern den Druckstickstoff auf höhere Temperaturen als 300-400  erhitzen können. Dadurch kann   Nutzarbeit   über die   Verdichtungsarbeit hinaus gewonnen werden.

   Dieses Verfahren gewährt also unter günstigen Bedingungen den Vorteil, Sauerstoff und Stickstoff als Nebenerzeugnis gewinnen und daher billig liefern zu können.   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 der Verstärkungssäule g bei e oder auch in den mittleren Teil durch die Zweigleitung A, die durch das Ventil   i   mehr oder weniger geschlossen werden kann. Aus dem oberen Teil der Verstärkungssäule wird der Stickstoff durch Leitung   I   und den Wärmeaustauscher l", dessen Inhalt so gross   bemessen   wird, dass er als Druckausgleicher wirkt, von dem Hochdruckverdichter b abgesaugt. Ein Teil des aus dem   Wärmeaustauscher i !" abziehenden Stickstoffes geht durch   das   Leitungsrohr ',   wo er mittels des   Ventiles'In   
 EMI2.2 
 



   Der vom Hochdruckverdichter b austretende Druckstickstoff gelangt durch den Reiniger   Pli u1,   den   Wärmeaustauscher     Z" und   die Leitung   n   in den Sauerstoffverdampfer k, der unterhalb der Abtriebssäule f angeordnet ist, und   schliesslich   in den Kondensator p. Von hier wird der Stickstoff durch das Entspannungsventil o auf den Trennungsdruck in den Trenner hinein entspannt. Der   flüssig   gewordene Stickstoff fliesst auf die oberste Platte der Verstärkungssäule g, sammelt sich in dem Raume zwischen den   Säulen f und g   an und fliesst schliesslich als sauerstoffreiche Flüssigkeit durch das Überlaufrohr u in den obersten Teil der Abtriebssäule f über, an deren tiefstem Teil bei k sich flüssiger Sauerstoff ansammelt.

   Dieser verdampft teilweise ; der flüssig gebliebene Teil des Sauerstoffes fliesst durch die 
 EMI2.3 
 gelangt durch die Leitung s nach Durchströmung des Gegenstromaustauschers l" zum Verbrauchsort (z. B. Hochofen). Arbeitssäule f und Verstärkungssäule g stehen durch die Leitung t in Verbindung. 



   Statt zweier Verdichter a und b kann man einen richtig bemessenen Mehrstufenverdichter verwenden, dessen zweite oder dritte Stufe Niederdruckstickstoff aus dem Wärmeaustauscher   l"ansaugt.   



   Bei diesem Sonderfall des Verfahrens erfolgt die Entspannung des einen abgetrennten Bestandteiles des Stickstoffes weder vor noch in der kältesten Stelle der Anlage, sondern hinter der kältesten Stelle, u. zw. nach teilweiser oder fast vollständiger, im   Wärmeaustauscher     "erfolgender Wieder-   erwärmung und nach seiner Abzweigung an beliebiger Stelle des Austauschers. Die Entspannungsvorrichtung m wird   zweckmässig   ausserhalb des Austauschers angeordnet. 



   Die in der Entspannungsmaschine v entspann ten kalten Stickstoffgase werden in einen Vorkühler   ?   für den vom Hochdruckverdichter b kommenden hochgespannten Stickstoff geleitet. Ferner ist eine besondere Druckausgleichsvorrichtung vorgesehen, von der verschiedene Leitungsrohre   s, s', z"zum   Anschluss von Arbeitsmaschinen abzweigen. Der   hochgespannte   Stickstoff wird in einer Kühlschlange x zweckmässig im Gegenstrom von entspannten Stickstoffgasen, die eine Temperatur von etwa -60 bis -80  besitzen, stark abgekühlt und dann durch den Austauscher l" und gegebenenfalls durch die Leitung n in den Verdampfer k geleitet.

   Diese Vorkühlung bewirkt einen günstigeren Wärmeausgleich und eine Entlastung des Entspannungsventiles o, so dass im Dauerbetrieb der Hochdruck sinkt und deshalb weniger Verdichtungsarbeit geleistet zu werden braucht. 



   Um die Ausbeute an mechanischer Arbeit zu steigern, die von dem aus dem   Wärmeaustauscher   abziehenden Stickstoff geleistet wird, kann der Druckstickstoffaustauscher durch eine besondere, an sich bekannte, zweckmässig aussen angeordnete Heizvorrichtung auf eine Temperatur von   1500 bis 3500C   oder darüber erhitzt werden. 



   In der Fig. 2 ist noch eine zur Durchführung des Arbeitsverfahrens dienende Vorrichtung schematisch 
 EMI2.4 
 kühlung durch flüssigen Stickstoff allein oder auch zugleich durch flüssigen Stickstoff und an Sauerstoff reicher Flüssigkeit. 



   Der Arbeitsgang ist   folgender : Der Niederdruckverdichter a,   der einstufig oder zweistufig arbeiten kann, saugt gereinigte Luft an, verdichtet sie auf den Trennerdruck (etwa 2-10   Atm.),   treibt sie nach möglichst vollkommener Reinigung und   Vorkühlung   durch den Wärmeaustauscher l" mittels des Rohres   c,   in dem sie sich entweder teilweise oder vollständig verflüssigt, in den mittleren Teil oder den unteren Teil des Raumes e, von wo aus die Flüssigkeit durch die   Abtriebssäule t hindurch nach   dem Boden k herabfliesst und dabei durch aufsteigende Sauerstoffdämpfe vom Stickstoff befreit wird. Die Dämpfe steigen aus dem Raume e nach oben in die   Verstärkungssäule g und   werden durch herabfliessenden flüssigen Stickstoff von ihrem Sauerstoff befreit.

   Oben treten aus der Säule reine Stickstoffdämpfe aus und gelangen in die Leitung l, gehen durch den   Wärmeaustauscher     !"und   dann teilweise zu dem mehrstufigen Stickstoffhochdruckverdichter b, der mit einer Zwischenleitung   b'versehen   ist. Der   Wärmeaustauscher   ist so gross, dass er als Druekausgleicher   ähnlich   dem in Fig. 1 dargestellten wirken kann. Von dem Stick- 
 EMI2.5 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 stoff für die Zwecke der Rektifikation verdampfen. Der überschüssige flüssige Sauerstoff gelangt durch die Leitung   q   nach seiner Entspannung durch das Drosselventil r in den Kondensator p, wo er durch die aus der Rektifikationssäule   g, i abzweigende   Leitung t beheizt wird.

   In dem Kondensator   p   verdampft der Sauerstoff ; die in dem Leitungsrohre t sich bildende Flüssigkeit, die reich an Sauerstoff ist, fliesst zusammen mit den Dämpfen durch das Rohr   h'beI i'in   die Rektifikationssäule. Von der Leitung   n   aus entspannt sich der Stickstoff hinter dem Verdampfer k durch das Drosselventil o auf den im obersten Teil der   Verstärkungssäule   gherrschenden Druck. Der herabfliessende flüssige Stickstoff dient zum Waschen der aufsteigenden Dämpfe. Der aus Leitung l herrührende Rest von   Stickstoffdämpfen   tritt in die Zweigleitung   m'fiber,   wird dann in einem Druckstickstofferhitzer m"erhitzt und dann erst zur   Entspannungs-   maschine   !"'geführt.   



   Zum Schluss sei noch auf die Eignung dieses Verfahrens für das   Hüttenwesen   hingewiesen ; hier kann durch   Abwärmeverwertung   der erforderliche Sauerstoff sehr wirtschaftlich erzeugt werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen, wie Luft, dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Trennungssäule gewonnene Leichtsiedende (bei Luft der Stickstoff) unter dem Druck der Trennungssäule aus dieser durch den Wärmeaustauscher (l") geführt und nach teilweiser oder fast vollständiger Wiedererwärmung in diesem hinter ihm in zwei Teile geteilt wird, von denen der eine unmittelbar oder auch erst nach erfolgter Beheizung vom Trennerdruck unter Arbeitsleistung auf Atmo- sphärendmck oder geringeren Druck entspannt wird, während der andere Teil des nicht entspannten Leichtsiedenden, der im Kreislauf strömt, vom Trennerdruck auf höheren Druck verdichtet und dann nach Wiederverflüssigung in den obersten Teil der Trennungsvorrichtung (g, f) auf Trennerdruck entspannt wird.
    EMI3.1
AT104820D 1923-05-16 1923-05-16 Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen. AT104820B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT104820T 1923-05-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT104820B true AT104820B (de) 1926-11-25

Family

ID=3622643

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT104820D AT104820B (de) 1923-05-16 1923-05-16 Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT104820B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1551562C3 (de) Verfahren zur Gewinnung einer methanreichen unter Druck stehenden Flüssigkeit aus verflüssigtem Naturgas
DE1226616B (de) Verfahren und Einrichtung zur Gewinnung von gasfoermigem Drucksauerstoff mit gleichzeitiger Erzeugung fluessiger Zerlegungsprodukte durch Tieftemperatur-Luftzerlegung
DE4219160C2 (de) Verfahren und Anlage zur Versorgung eines Hochofens mit sauerstoffreicher Luft
DE1112997B (de) Verfahren und Einrichtung zur Gaszerlegung durch Rektifikation bei tiefer Temperatur
DE1007345B (de) Verfahren zum Zerlegen von verdichteter Luft durch Tiefkuehlen, Verfluessigen und Rektifizieren und Vorrichtung fuer das Verfahren
DE1289061B (de) Verfahren zur Tieftemperatur-Kaelteerzeugung
DE1263037B (de) Verfahren zur Zerlegung von Luft in einer Rektifikationssaeule und damit gekoppelterZerlegung eines Wasserstoff enthaltenden Gasgemisches
DE1275076B (de) Verfahren zur Durchfuehrung des Waermeaustausches bei der Tieftemperaturzerlegung von Gasgemischen
DE2163096A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur aufheizung eines gasstromes, der durch vergasung von kohle bzw. kohlenstaub gewonnen wird
DE1234747B (de) Verfahren zur Herstellung von mit Sauerstoff angereicherter Luft
DE1159971B (de) Verfahren zur Gewinnung von gasfoermigem und unter Druck stehendem Sauerstoff durch Zerlegung von Luft
DE1551616A1 (de) Trennverfahren fuer Gase bei niederen Temperaturen
AT104820B (de) Verfahren zum Verflüssigen und Trennen von Gasgemischen.
DE1170435B (de) Verfahren zur Verfluessigung eines im fluessigen Zustand unter niedrigem Druck zu lagernden Gases
DE1235346B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Auswaschung von Verunreinigungen aus wasserstoffreichen Gasgemischen mittels fluessigen Stickstoffs
DE1266773B (de) Verfahren zur Herstellung von mit Sauerstoff auf etwa 60 bis 70% angereicherter Luft
WO2014095111A1 (de) Überhitzung von einem in einem reduktionsprozess genutzten exportgas zum ausgleich von mengenschwankungen und vorrichtung zum dessen
DE725157C (de) Verfahren zur Gewinnung eines tiefsiedenden Gases, insbesondere zur Gewinnung von Wasserstoff aus Koksofengas
DE1274092B (de) Verfahren zur Herstellung von Ammoniaksynthesegas
DE207425C (de)
DE950854C (de) Verfahren zur Teilverfluessigung von Gasgemischen durch Druck und Tiefkuehlung
DE482561C (de) Verfahren zur Abkuehlung von Gasgemischen
DE422472C (de) Verfahren zum Verfluessigen und Trennen von Gasgemischen, insbesondere von Luft
DE1751235A1 (de) Verfahren zur Gewinnung von Helium und Neon
DE88824C (de)