AT103349B - Verfahren zur Gewinnung von Stärke aus stärkehaltigen Materialien. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Stärke aus stärkehaltigen Materialien.Info
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Description
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Verfahren zur Gewinnung von Stärke aus stärkehaltigen Materialien.
Die Verwendung der Elektrolyse bei der Gewinnung von Stärke aus stärkehaltigen Materialien ist zur Durcl1fÜhmng von Teilprozessen bereits bekannt.
Das Verfahren der Société des Produits Amylacés in Paris zur Herstellung von Reisstärke (österr.
Patent Nr. 19 613) benutzt die Tatsache, dass der elektrische Strom imstande ist, Suspensionen zu fällen.
Nach diesem Verfahren wird die Stärke zuerst vom Gluten und den sonstigen Nirhtstärkestoffen durch mehrmaliges Behandeln des stärkehaltigen Materials mit schwefliger Säure und nachherigem Waschen befreit. Sodann wird die Suspension der feinen Stärkekörner durch den elektrischen Strom (Elektrolyse) gefällt.
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die letzten Glutenreste, welche sich noch in der Starkesuspension in Lösung befinden, durch vorübergehende elektrolytische Einwirkung koaguliert, ohne aber durch die Elektrolyse die Stärkesuspension zu zerstören. Das gefällte Gluten wird sodann durch Siebe von der Stärkemüeh getrennt und letztere, wie üblich, durch Fluten oder Zentrifllgieren aufgearbeitet.
Bei beiden Verfahren ist es ebenso wie bei den ändern bisher bekannten Stärkegewinnungsverfahren unbedingt erforderlich, das stärkehaltige Gut mehrmals mit dem der Lösung der Nichtstärkestoffe
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um die Stärke von den Nichtstärkestoffen zu trennen. Dabei sind Stärkeverluste nicht zu vermeiden und wird durch die Verdünnung der Ablaugen auch die Gewinnung der Nichtstärkestoffe unrentabel, da die Konzentration der letzteren in den Ablaugen zu gering wird. Ein Entfallen dieser Behandlung hätte beim ersten der oberwähnten Verfahren (österr. Patent Nr. 19 613) zur Folge, dass im Zeitpunkte der Elektrolyse noch anwesendes Gluten mit der Stärke gefällt und diese verunreinigen würde. Im zweiten Verfahren (österr.
Patent Nr. 7973) würden grössere vorhandene Glutenmengen durch ihr voluminöses Ausfallen Stärkeverluste durch Einschluss und Mitreissen verursachen.
Das vorliegende Verfahren bezweckt, die Trennung der Stärke von den Niehtstärkestoffen, die Sedimentation der Stärke und die Gewinnung der Nichtstärkestoffe iu einer Operation zu vereinigen
EMI1.3
maliges Behandeln mit dpm Lösungsmittel wegen der oben angeführten, aus einer solchen Behandlung resultierenden Übelstände zu vermeiden.
Erfindungsgemäss wird dies erreicht, indem das stärkehaltige Material mit der zur Lösung der Niehtstärkestoffe angewandten Elektrolytlösung der Elektrolyse unter Mitverwendung von Diaphragmen unterworfen wird.
Durch Versnche wurde nämlich konstatiert, dass die Nichtstärkestoffe erst nach längerer elektrolytischer Einwirkung gefällt werden, wenn während der Elektrolyse stets ein schwacher Überschuss an lösendem Elektrolyten über das zur eigentlichen Lösung erforderliche Mass erhalten bleibt. Bei niedrigeren Konzentrationen des lösenden Elektrolyten oder einer durch Zersetzung des Elektrolyten erfolgenden Erniedrigung seiner Konzentration tritt eine rasche Fällung der Nichtstärkestoffe ein. Eine von Nichtstärkestoffen freie Fällung der Stärke durch Elektrolyse erfolgt daher, wenn während der.
Anwesenheit der Nichtstärkestoffe im Stärkesedimentationsraum stets eine ausreichende Konzentration an lösendem Elektrolyten erhalten wird und die Niehtstärkestoffe entsprechend raseh aus diesem Raum entfernt
EMI1.4
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Es wurde dies dem vorliegenden Verfahren entsprechend erreicht, indem der für die Sedimentation der Stärke bestimmte Raum von Diaphragmen begrenzt wird, durch welche die Nichtstärkestoffe vom Anbeginn der Gesamtoperation zum Zwecke der Trennung von der Stärke diffundieren, während gleich-
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zierenden Nachbarraum wird durch Zulauf von Elektrolytlösung erzielt, wodurch auch gleichzeitig eine Erniedrigung der Konzentration des lösenden Elektrolyten im Stärkesedimentationsraum verhindert wird. Im kontinuierlichen Arbeitsprozess wird direkt die zu verarbeitende Stärkeelektrolytlösung zu diesem Zwecke zufliessen gelassen.
DieArbeitsweise des osmotischen Druckgefälles ist an Fig. 1 der beiliegenden Zeichnung ersichtlich.
In dem Raum A, der für die Sedimentation der Stärke bestimmt ist, wird die Elektrolytlösung, welche die suspendierte Stärke und die gelösten Nichtstärkestoffe enthält, gebracht, in den Raum B Wasser. Elektrolyt und Nichtstärkestoffe diffundieren durch das Diaphragma D nach B. Der Ausgleich der Kon-
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Diaphragmen (Fig. 2). oder durch ein zylindrisches Diaphragma (Fig. 4) begrenzt werden.
Der Trennungsvorgang wird ferner befördert, wenn Diaphragmen verwendet werden, welche dem Diffundieren der Nichtstärkestoffe sehr geringen Widerstand leisten, wie vor allem Diaphragmen aus Fasergewebe1f. -
Gleich mit der Aufnahme der Gesamtoperation kann bereits elektrischer Strom durch den Stärke- sedimentationsramn zur elektrolytischen Teilung der Stärke geleitet werden.
Das geschilderte Verfahren wird durch die Fällung der aus dem Stärkesedimentationsraum austretenden Nichtstärkestoffe erweitert. Die Fällung bat dem Zweck, die Nichtstärkestoffe als solche zu gewinnen und die Wirkung des osmotisohen Druckgefalles zwischen Stärkesedimentationsraum und Nachbarraum zu erhöhen. Sie wird erreicht durch Ausdehnung der elektrolytischen Einwirkung auf den Raum, in welchen die Nichtstärkestoffe nach ihrer Trennung von der Stärke treten. Die elektrolytische Fällung der Nichtstärkestoffe in diesem Raume wird durch die daselbst herrschende niedrigere Konzentration an lösendem Elektrolyten sowie die fortgesetzte elektrolytisehe Einwirkung auf die Niehtstärke- stoffe ermöglicht.
Die Elektrodenanordnung erfolgt zu diesem Zwecke entweder so, dass beide Elektroden in die, mit dem Stärkesedimentationsraum durch die Diaphragmen kommunizierenden Nebenräume verlegt werden (Fig. 3), oder nur eine Elektrode ausserhalb des Stärkeraumes zu liegen kommt.
(Fig. 4.) In letzterem Falle wird entsprechend dem auf die Niehtstärkestoffe lösend wirkenden Jon des Elektrolyten die Kathode, wenn das Kation (Na bei NaOH), die Anode, wenn das Anion (SO3.. bei H2 SOs) lösend wirkt, ausserhalb des Stärkesedimentationsraumes verlegt, da an diesen Elektroden eine leichtere Fällung der Nichtstärke- stoffe durch Entzug des lösenden Jons eintritt.
Die osmotische Trennung von Stärke und Nichtstärkestoffen lässt sich durch elektroosmotische Wanderung der Nichtstärkestoffe unterstützen, wenn bei einer der oben geschilderten Elektrodenanordnungen Diaphragmen aus Faserstoffgeweben von erhöhter Durchlässigkeit (grosse Porenanzahl bei dichtem Gewebe) verwendet werden, wobei auch eine Erhöhung der Potentialdifferenz des elektrischen
Stromes günstig einwirkt.
Eine quantitativere elektrolytische Fällung der Nichtstärkestoffe wird erzielt, indem man den letzteren nach ihrer Trennung von der Stärke den Elektrolyten möglichst entzieht. Zu diesem Zwecke werden die Nichtstärkestoffe nach ihrer Diffusion aus dem Stärkesedimentationsraum im Nachbarraum durch ein für sie ganz oder nahezu ganz undurchlässiges Diaphragma aufgehalten, während der Elektrolyt durch dieses Diaphragma abfliesst. Mit Vorteil wird dieses Diaphragma auch mit solchen
Stoffen imprägniert, welche auf den Elektrolyt fällend wirken, z. B. Ba (OH) für H SOs (Fig. 5).
Die Konzentration des Elektrolyten kann ebenso auch herabgesetzt werden, indem in den für die NichtstärkestoffÅallung bestimmten Raum solche den Elektrolyten fällende Chemikalien in fester
Form zugesetzt werden, welche nach ihrer Umsetzung mit dem Elektrolyten weiter in fester Form bleiben und derart keine den Gesamtprozess schädlich beeinflussende Tonen entstehen lassen, z. B. Ba COg oder
Ca COg bei Anwendung von H2 S03 als Elektrolyt. Um eine Verunreinigung der Nichtstärkestoffe zu vermeiden, werden diese Chemikalien vorteilhaft in Leinwandbeuteln, zugesetzt.
Beispiele :
1. Weizenmehlbester Qualitätwurde 6 Stunden mit einer 0#5% NaCl und 0#05% NaOH enthaltenden
Lösung behandelt. Bei der folgenden Elektrolyse (60 Volt, 2 Ampère) wurden mit Alumiumoxyd
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PATENT-ANSPRÜCHE:
1. Verfahren zur Gewinnung von Stärke aus stärkehaltigen Materialien, dadurch gekennzeichnet, dass das stärkehaltige Material mit der zur üblichen Vorbehandlung verwendeten Elektrolytlösung der Elektrolyse bei gleichzeitiger Verwendung von Diaphragmen unterworfen wird, wobei das zur Trennung der Stärke von den Nichtstärkestoffen erforderliche osmotische Druckgefälle durch Zulauf der Elektrolyt- losung aufrechterhalten wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Fällung der Nichtstärkestoffe dieselben auch nach erfolgter Trennung von der Stärke der Elektrolyse unterworfen werden.3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass Diaphragmen aus Faserstoffen verwendet werden.4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass Faserstoffgewebe von erhöhter EMI3.2 stützt wird.5. Verfahren nach Anspruch l, 2,3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrolytisehe Fällung der Nichtstärkestoffe durch Diaphragmen (Filter), welche für die Nichtstärkestoffe ganz oder nahezu ganz undurchlässig sind, oder mit den Elektrolyten fällenden Chemikalien imprägniert sind, unterstützt wird.6. Verfahren nach Anspruch 1, 2,3 und 4, dadurch gekennzeichnet. dass die elektrolytische Fällung der Nichtstärkestoffe durch Zusatz von den Elektrolyten fällenden, in fester Form befindlichen Chemikalien, welche auch nach ihrer Umsetzung mit dem Elektrolyten in fester Form bleiben, wie z. B.Ba COs oder Ca CO3 bei Verwendung von Ha SOs als Elektrolyt, unterstützt wird.
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