Restgasanalysator und EUV-Lithographiesystem mit einem Restgasanalysator
Bezugnahme auf verwandte Anmeldung
Diese Anmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung DE 102020209157.9 vom 21. Juli 2020, deren gesamter Offenbarungsgehalt durch Bezugnahme zum Inhalt dieser Anmeldung gemacht wird.
Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Restgasanalysator zur Analyse eines Restgases, insbesondere eines Restgases in einem EUV-Lithographiesystem, umfassend: ein Einlasssystem zum Einlass des Restgases aus einer Vakuum-Umgebung in den Restgasanalysator, sowie einen Massen-Analysator, der einen Detektor zur Detektion von ionisierten Bestandteilen des Restgases umfasst. Die Erfindung betrifft auch ein EUV-Lithographiesystem mit einem solchen Restgasanalysator.
Bei dem EUV-Lithographiesystem kann es sich um eine EUV- Lithographieanlage (EUV-Scanner) zur Belichtung eines Wafers oder um eine andere optische Anordnung handeln, die EUV-Strahlung verwendet, beispielsweise um ein EUV-Metrologiesystem, z.B. zur Inspektion von in der EUV-Lithographie verwendeten Masken, Wafern oder dergleichen, um einen EUV-Test-Aufbau, etc.
Ein EUV-Lithographiesystem wird mit EUV-Strahlung bei einer Betriebs- Wellenlänge im EUV-Wellenlängenbereich zwischen ca. 5 nm und ca. 30 nm betrieben. Die Betriebs-Wellenlänge kann beispielsweise bei 13,5 nm oder bei 6,8 nm liegen. Aufgrund der geringen Transmission aller Gase bei
2019P00667WO 14.07.21 SZ00247PCT
Wellenlängen im Bereich von 13,5 nm - oder auch bei 6,8 nm - ist es erforderlich, die optischen Elemente einer solchen optischen Anordnung in einer Vakuum-Umgebung zu betreiben, in der ein Restgas vorhanden ist. Aufgrund der geringen Transmission von praktisch allen Festkörper-Materialien bei diesen Wellenlängen werden in einem EUV-Lithographiesystem in der Regel reflektierende optische Elemente (z.B. Spiegel) verwendet.
Durch die Wechselwirkung der EUV-Strahlung mit dem Restgas wird im Betrieb des EUV-Lithographiesystems ein Plasma gebildet, d.h. es entstehen ionische, radikale oder neutrale (angeregte) Bestandteile des Restgases. Die Kenntnis der genauen Zusammensetzung dieser Gas- bzw. Plasma-Atmosphäre in EUV- Lithographiesystemen ist von entscheidender Bedeutung für den Betrieb dieser komplexen technischen Geräte: Für den Fall, dass im Betrieb des EUV- Lithographiesystems die bei der Auslegung spezifizierte Zusammensetzung des Restgases nicht eingestellt ist, sind insbesondere die EUV-Spiegel von Degradationseffekten durch Oxidation und/oder Kontaminationen betroffen, die zur Reduzierung der Lebensdauer der EUV-Spiegel und somit des gesamten EUV-Lithographiesystems führen.
Das Restgas in der Vakuum-Umgebung eines EUV-Lithographiesystems weist in der Regel molekularen Wasserstoff (H2) mit einem vergleichsweise großen Partialdruck auf. Der molekulare Wasserstoff wird der Vakuum-Umgebung in der Regel als Spülgas zugeführt, um eine Reinigungswirkung zu erzielen. Zusätzlich sind in dem Restgas in der Regel geringe Sauerstoff- und/oder Stickstoffbeimischungen sowie Edelgase, z.B. Ar, He, ..., enthalten.
Es ist bekannt, zur Analyse des Restgases eines solchen EUV- Lithographiesystems Restgasanalysatoren zu verwenden. Bei bekannten Restgasanalysatoren besteht das Hauptproblem in der Anforderung an den dynamischen Messbereich aufgrund der hohen Wasserstoff-Partialdrücke in dem Restgas: Die typische Messsituation erfordert einen hochempfindlichen
Nachweis vor relevanten neutralen Restgas-Bestandteilen (z.B. H2O, N2, O2,...
), von Bestandteilen des Restgases, die auf das so genannte „hydrogen- induced outgassing“ (HIO) zurückzuführen sind (z.B. Silan, SihU), sowie von Plasma-Bestandteilen (z.B. N2I- ) des Restgases mit Partialdrücken bis in den Bereich von weniger als ca. 1014 mbar in einem Matrixgas, typischerweise in Form von Wasserstoff (H2), das einen Partialdruck in der Größenordnung von 102 mbar aufweist. Die Dynamik eines solchen Restgasanalysators muss daher mindestens 12 Größenordnungen abdecken, was von den derzeit eingesetzten Restgasanalysatoren nicht geleistet werden kann: Der Dynamikbereich und somit auch die Nachweisgrenze insbesondere für Bestandteile des Restgases wie O2, H2O, CXHY, ... ist daher unzureichend.
Zur quantitativen Analyse, d.h. zur Bestimmung von absoluten Analytmengen, werden zudem Referenzmessungen mit Hilfe von Kalibriergasen (z.B. Dodecan, N2, O2) durchgeführt, die über Eichlecks in die Vakuum-Umgebung eingelassen werden. Dennoch ist die Zusammensetzung des Restgases, insbesondere des im Betrieb des EUV-Lithographiesystems erzeugten Plasmas, derzeit lediglich aus Simulationen und Modellexperimenten bekannt.
In der WO 2010/022815 A1 ist eine EUV-Lithographieanlage mit einem Restgasanalysator beschrieben, der eine Speichereinrichtung zur Speicherung eines kontaminierenden Stoffes aufweist, der in einer Restgasatmosphäre der EUV-Lithographieanlage enthalten ist. Die Speicherung, z.B. in einer lonenfalle, soll die Detektion von sehr geringen Mengen an kontaminierenden Stoffen auch bei hohen Restgasdrücken ermöglichen. Der Restgasanalysator kann eine lonisierungseinrichtung zur Ionisierung des kontaminierenden Stoffes aufweisen, die in einem Innenraum der EUV-Lithographieanlage angeordnet ist. Über eine Zuführungseinrichtung, die ein Vakuumrohr mit einer lonenoptik aufweist, kann der ionisierte kontaminierende Stoff der Speichereinrichtung zugeführt werden.
Aufgabe der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Restgasanalysator und ein EUV- Lithographiesystem bereitzustellen, welche den Nachweis sehr geringer Mengen von Bestandteilen des Restgases bei hohen Restgasdrücken, insbesondere während des Betriebs des EUV-Lithographiesystems, ermöglichen.
Gegenstand der Erfindung
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Restgasanalysator der eingangs genannten Art, weiter umfassend: eine lonentransfereinrichtung zum Transferieren der ionisierten Bestandteile des Restgases zu dem Massen- Analysator, wobei die lonentransfereinrichtung eine lonenfiltereinrichtung aufweist, die zur Filterung von mindestens einem ionisierten Bestandteil des Restgases ausgebildet ist.
Die Erfinder haben erkannt, dass es zur Erreichung des geforderten hohen Dynamikbereichs sowie der geforderten hohen Sensitivität des Restgasanalysators nicht ausreichend ist, einen einstufigen Massen-Analysator z.B. in Form eines Quadrupols zu verwenden.
Mehrstufige Systeme, z.B. Systeme mit mehreren in Serie geschalteten Quadrupolen oder Flybrid-Systeme sind u.a. in den Life Sciences in Form von Systemen zur Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung („Liquid chromatography-mass spectrometry“) bekannt und bieten den Vorteil, dass sich die Selektivität der kombinierten Stufen multipliziert. Derartige Systeme sind aber in der Regel für den Betrieb bei Atmosphärendruck ausgelegt; diese Betriebsart ist bedingt durch das nötige Versprühen von Flüssigkeiten aus der Chromatographie. Die fluiddynamischen Gegebenheiten (Einlassöffnungen/Geometrien, Abpumpstufen) lassen keinen Betrieb solcher
Geräte bei den EUV-üblichen Drücken zu. Somit entsteht für die in der EUV- Applikation typischerweise vorhandenen Randbedingungen (Partialdruckmessungen bis zu 1014 mbar, 102 mbar Rezipientendruck) eine Applikationslücke, die mit der vorliegenden Erfindung geschlossen werden soll. Die lonentransfereinrichtung weist in der Regel mehrere hintereinander angeordnete (kaskadierte) lonenoptiken auf.
Die lonentransfereinrichtung hat zwei Aufgaben: 1.) Ionisierte Bestandteile des Restgases (Ionen), die in der Vakuum-Umgebung, z.B. in einem EUV Plasma einer EUV-Lithographieanlage, gebildet werden (native EUV Ionen) mit maximaler Effizienz aus dem Plasma-Raum bzw. aus der Vakuum-Umgebung in den Massen-Analysator zu überführen. 2.) Native EUV Ionen, die in sehr großer Dichte im Plasma-Raum gebildet werden, während des Transferprozesses herauszufiltern, um so den dynamischen Bereich des Massen-Analysators um die Filtergüte zu multiplizieren. Auf diese Weise können gezielt einzelne Bestandteile des Restgases - entsprechend bestimmten Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen - gefiltert werden. Bei den gefilterten Bestandteilen des Restgases kann es sich insbesondere um Ionen des Matrix- bzw. Hintergrundgases handeln, welches einen hohen Partialdruck aufweist, beispielsweise um in dem Restgas enthaltenen Wasserstoff (H2) sowie Stickstoff (N2).
Es hat sich als günstig erwiesen, wenn die lonentransfereinrichtung einen möglichst engen Bereich von Masse-zu-Ladungs-Verhältnissen filtert, d.h. wenn die Sperrwirkung auf eine vergleichsweise geringe Bandbreite von Masse-zu- Ladungs-Verhältnissen begrenzt ist. Die lonentransfereinrichtung kann ausgebildet sein, das Intervall der gesperrten Masse-zu-Ladungs-Verhältnisse zu verändern, um eine Sperrwirkung für unterschiedliche ionisierte Bestandteile des Restgases zu erzeugen, dies ist aber nicht zwingend erforderlich.
Bei einer Ausführungsform ist die lonenfiltereinrichtung als Kerbfilter („Notch Filter“) ausgebildet. Bei dem Kerbfilter handelt es sich um einen besonders schmalbandigen Typ von Bandsperrfilter, der nur einen schmalen Masse-zu- Ladungs-Bereich filtert, der einem einzelnen ionisierten Bestandteil des Restgases, d.h. nur einem Masse-zu-Ladungs-Verhältnis, entspricht.
Bei einer Ausführungsform ist die lonenfiltereinrichtung als RF-only Quadrupol, als RF-only-Flexapol oder als RF-only-Oktopol ausgebildet. Wird an einen Quadrupol (oder einen Flexapol, Oktopol, ...) eine Wechselspannung aber keine Gleichspannung angelegt, spricht man von einem RF-only-Quadrupol, Flexapol, Oktopol ... bzw. von einem RF-only-Betrieb. In diesem Betriebszustand ist der Quadrupol grundsätzlich durchlässig für alle Arten von Ionen. Mit FHilfe einer zusätzlich angelegten Wechselspannung kann gezielt ein einzelnes Masse-zu-Ladungs-Verhältnis angeregt werden, um den zugehörigen ionisierten Bestandteil des Restgases bzw. gezielt ein bestimmtes Ion auszufiltern. Ein Beispiel für einen solchen Transfer-Quadrupol, der als Kerbfilter dient, ist in der US 5,672,870 beschrieben, welche in ihrer Gesamtheit durch Bezugnahme zum Inhalt dieser Anmeldung gemacht wird. Auch RF-only- Flexapole oder RF-only-Oktopole können zur gezielten Filterung einzelner ionisierter Bestandteile des Restgases ausgebildet sein.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist der Massen-Analysator als Time-of- Flight(TOF)-Analysator ausgebildet. Ein TOF-Analysator hat den Vorteil einer hohen Kompaktheit bzw. einer geringen Baugröße und ggf. einer Massenauflösung m/Am > 8000. Zudem erlaubt ein TOF-Analysator die Durchführung von schnellen Messungen. Der TOF-Analysator dient zur Flugzeitmessung von ionisierten Bestandteilen des Restgases, die von einem Detektor detektiert werden. Die Flugzeit der ionisierten Bestandteile hängt von deren Masse-zu-Ladungs-Verhältnis ab, weshalb der TOF-Analysator eine massenspektrometrische Analyse ermöglicht.
Um einerseits den erforderlichen Dynamikbereich von mindestens 1012 und andererseits eine geringe Baugröße zu gewährleisten, kommt für die Kaskade aus lonentransfereinrichtung und Massen-Analysator neben einem TOF- Analysator auch ein Quadrupol-Analysator in Frage.
Der Detektor kann ausgewählt sein aus der Gruppe umfassend: Sekundärelektronenvervielfacher und Mikrokanalplatten. Der Sekundärelektronenvervielfacher kann aus diskreten Dynoden aufgebaut sein. Auch ein Sekundärelektronenvervielfacher in Form eines Kanalelektronenvervielfachers mit kontinuierlicher Dynode kann als Detektor dienen. Weiterhin können Mikrokanalplatten, insbesondere mehrere kaskadierte Mikrokanalplatten, als Detektor verwendet werden. Alle genannten Detektortypen können um eine diskrete Konversionsdynode/elektrode erweitert werden. In diesem Fall vervielfachen die genannten Detektoren den durch die Konversionsdynode erzeugten Elektronenstrom. Es versteht sich, dass auch andere als die hier genannten Typen von Detektoren in dem Massen- Analysator verwendet werden können.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist der Massen-Analysator an einem austrittsseitigen Ende des Einlassystems eine lonen-Zuführungseinrichtung zur Zuführung von ionisierten, durch die lonenfiltereinrichtung nicht gefilterten Bestandteilen des Restgaseszu dem Detektor auf. Die lonen- Zuführungseinrichtung weist typischerweise eine lonen-Optik auf, die z.B. in Form eines Quadrupols ausgebildet sein kann, der ggf. eine zusätzliche lonenfilterfunktion aufweist. Die lonen-Zuführungseinrichtung dient typischerweise der Zuführung von nativen transferierten EUV Ionen in den Massen-Analysator bzw. in den Detektor. Zur Analyse der von der EUV- Strahlung ionisierten Bestandteile des Restgases wird in der Regel keine eigene lonisierungsquelle in dem Restgasanalysator benötigt.
Bei einer weiteren Ausführungsform weist der Restgasanalysator mindestens eine lonisierungseinrichtung zur Ionisierung von neutralen Bestandteilen des Restgases auf, wobei die lonisierungseinrichtung bevorzugt an einem eintrittsseitigen Ende des Einlasssystems angeordnet ist. Die lonisierungseinrichtung dient zur Ionisierung von denjenigen Bestandteilen des Restgases, die bei der Wechselwirkung mit der EUV-Strahlung nicht ionisiert werden bzw. wieder neutralisiert wurden, bevor sie in das Einlassystem bzw. in die lonentransferstufe eintreten. Durch die Ionisierung von neutralen Bestandteilen des Restgases können diese ebenfalls die lonen- Zuführungseinrichtung durchlaufen und in dem Massen-Analysator analysiert bzw. detektiert werden. Die lonisierungseinrichtung ist bevorzugt am eintrittsseitigen Ende des Einlasssystems angeordnet. Die Anordnung der lonisierungseinrichtung am eintrittsseitigen Ende des Einlasssystems hat sich als günstig erwiesen, weil Ionen wesentlich effizienter (durch elektromagnetische Felder) transportiert werden können, als Neutrale. Letztere unterliegen in dem genannten typischen EUV Druckbereich der Molekularströmung und sind somit in ihrer Bewegung grundsätzlich ungerichtet, was zu einem erheblichen Verlust auf dem Weg durch die lonentransfereinrichtung führt.
Grundsätzlich ist es auch möglich, die lonisierungseinrichtung am austrittsseitigen Ende des Einlasssystems bzw. der lonentransfereinrichtung anzuordnen, d.h. an derjenigen Seite der lonentransfereinrichtung, die der EUV Vakuum-Umgebung abgewandt ist. Die neutralen Bestandteile des Restgases treten hierbei durch die lonentransfereinrichtung hindurch, bevor diese von der lonisierungseinrichtung ionisiert werden. In diesem Fall ist es erforderlich, die Geometrie der lonentransfereinrichtung für die Zuführung bzw. für das Sampeln von gasförmigen Neutralteilchen anzupassen. Es ist auch möglich, dass der Restgasanalysator zwei lonisierungseinrichtungen aufweist, von denen eine typischerweise am eintrittsseitigen Ende des Einlasssystems bzw. der
lonentransfereinrichtung und die andere am austrittsseitigen Ende des Einlasssystems bzw. der lonentransfereinrichtung angeordnet ist.
Für die beschriebene Anwendung, bei welcher der lonisierungseinrichtung ionisierte Bestandteile des Restgases zugeführt werden, ist es erforderlich, dass die lonisierungseinrichtung für diese ionisierten Bestandteile des Restgases durchlässig ist. Dieses wird dadurch erreicht, dass die lonisierungseinrichtung ebenfalls ionenoptische Eigenschaften bzw. eine lonenoptikfür den lonendurchflug aufweist.
Bei einer Weiterbildung ist die lonisierungseinrichtung ausgewählt aus der Gruppe umfassend: Elektronen-Ionisierungseinrichtung und Hochfrequenz- Plasma-Ionisierungseinrichtung. Bei der Elektronenstrahl-Ionisation („electron ionization“) wird für die Ionisierung eine Elektronenquelle verwendet, die ein Filament (Glühdraht) aufweist, um durch den glühelektrischen Effekt einen Elektronenstrahl zu erzeugen, der auf das zu ionisierende Gas trifft und dieses ionisiert. Bei einer Plasma-Ionisierungseinrichtung, speziell bei einer Flochfrequenz(RF)-Plasma-lonisierungseinrichtung, wird für die Ionisierung ein hochfrequentes Wechselfeld verwendet, welches zur Zündung eines Plasmas führt, um die Ionisierung zu bewirken. Es versteht sich, dass auch andere als die hier beschriebenen Typen von lonisierungseinrichtungen in dem Restgasanalysator eingesetzt werden können, um Bestandteile des Restgases zu ionisieren.
Bei der Verwendung einer Elektronen-Ionisierungseinrichtung ist es günstig, wenn diese eine optimierte Quellengeometrie aufweist, um einen möglichst großen Druck in dem Behälter zu tolerieren, in dem die Ionisierung erfolgt. Diesbezüglich hat es sich als günstig erwiesen, wenn der bzw. die Filamente, die zur Erzeugung des Elektronenstrahls dienen, außerhalb des Quellvolumens angeordnet sind, um zu erreichen, das die Filamente besser gepumpt werden. Generell ist es günstig, wenn die Filamente eine möglichst große Lebensdauer
aufweisen, damit die Messzeit und die Lebensdauer der Elektronenstrahl- lonisierungseinrichtung nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Der Restgasanalysator kann selbstverständlich weitere Komponenten aufweisen, die nicht weiter oben beschrieben wurden. Auch weist der Restgasanalysator in der Regel mindestens eine Vakuum-Pumpe auf, um in der lonentransfereinrichtung, in dem Massen-Analysator sowie in der lonisierungseinrichtung einen vorgegebenen Druck zu erzeugen.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein EUV-Lithographiesystem, insbesondere eine EUV-Lithographieanlage, die mindestens einen Restgasanalysator zur Analyse eines Restgases in einer Vakuum-Umgebung des EUV-Lithographiesystems aufweist.
Mit Hilfe des weiter oben beschriebenen Restgasanalysators kann die gewünschte Charakterisierung der Vakuum-Umgebung bzw. ein Monitoring der Vakuum-Umgebung insbesondere während des Betriebs des EUV- Lithographiesystems erfolgen. Hierbei können die Bestandteile des Restgases, z.B. N2, H2O, O2, H2 sowie Kohlenwasserstoffe (CXHY) und weitere Bestandteile des Restgases analysiert werden. Insbesondere können hierbei kritische Kontaminanten, die unter den speziellen Plasma-Bedingungen in der Vakuum- Umgebung erzeugt werden, mittels Ultraspurenanalytik detektiert werden. Bei diesen kritischen Kontaminanten handelt es sich typischerweise um Stoffe, die bei der Wechselwirkung von in der Vakuum-Umgebung angeordneten Komponenten mit einem Wasserstoff-Plasma entstehen, das in der Vakuum- Umgebung aufgrund der Wechselwirkung mit der EUV-Strahlung gebildet wird (so genannte HIO-Spezies, beispielsweise Silan S1H4). Die Messung der Konzentration bzw. der Partialdrücke dieser kritischen Kontaminanten mit Hilfe des Restgasanalysators kann in-situ mit einer Messzeit in der Größenordnung von mehreren Minuten erfolgen. Bei den herkömmlichen Messungen, bei denen Adsorptionstargets („witness samples“) in die Vakuum-Umgebung eingebracht
werden, die nachfolgend ex-situ analysiert werden, liegt die Messzeit hingegen typischerweise in der Größenordnung von einigen Wochen.
Bei einer Ausführungsform umfasst das EUV-Lithographiesystem mindestens ein optisches Element zur Reflexion von EUV-Strahlung, wobei ein eintrittsseitiges Ende des Einlasssystems des Restgasanalysators in einem Abstand von weniger als 5 cm, bevorzugt von weniger als 3 cm von einer reflektierenden Oberfläche des optischen Elements angeordnet ist. Da die Oberfläche des optischen Elements, genauer gesagt eine dort aufgebrachte reflektierende Beschichtung, durch die Einwirkung des Plasmas degradieren kann, ist es günstig, wenn das eintrittsseitige Ende des Einlasssystems sich möglichst nahe an der Oberfläche des reflektierenden optischen Elements befindet. Ein jeweiliges optisches Element ist typischerweise in einer eigenen Vakuum-Kammer gekapselt („mini-environment“), in der sich das eintrittsseitige Ende des Einlasssystems befindet. Es ist nicht erforderlich, dass der gesamte Restgasanalysator in der Nähe der Oberfläche des optischen Elements angeordnet ist, beispielsweise kann die Steuerelektronik zwei Meter oder mehr vom einlassseitigen Ende der Einlasssystems entfernt installiert werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer Variante der Erfindung verwirklicht sein.
Zeichnung
Ausführungsbeispiele sind in der schematischen Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer EUV-Lithographieanlage mit einem Einlasssystem eines Restgasanalysators zur Analyse eines Restgases, sowie
Fig. 2a, b schematische Darstellungen des Restgasanalysators von Fig. 1.
In der folgenden Beschreibung der Zeichnungen werden für gleiche bzw. funktionsgleiche Bauteile identische Bezugszeichen verwendet.
Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau einer optischen Anordnung für die EUV- Lithographie in Form einer EUV-Lithographieanlage 1, und zwar eines so genannten Wafer-Scanners. Die EUV-Lithographieanlage 1 weist eine EUV- Lichtquelle 2 zur Erzeugung von EUV-Strahlung auf, die im EUV- Wellenlängenbereich unter 50 Nanometer, insbesondere zwischen ca. 5 Nanometer und ca. 15 Nanometer, eine hohe Energiedichte aufweist. Die EUV- Lichtquelle 2 kann beispielsweise in Form eine Plasma-Lichtquelle zur Erzeugung eines laserinduzierten Plasmas ausgebildet sein. Die in Fig. 1 gezeigte EUV-Lithographieanlage 1 ist für eine Arbeitswellenlänge der EUV- Strahlung von 13,5 nm ausgelegt. Es ist jedoch auch möglich, dass die EUV- Lithographieanlage 1 für eine andere Arbeitswellenlänge des EUV- Wellenlängenbereiches, wie beispielsweise 6,8 nm, konfiguriert ist.
Die EUV-Lithographieanlage 1 weist ferner einen Kollektor-Spiegel 3 auf, um die EUV-Strahlung der EUV-Lichtquelle 2 zu einem Beleuchtungsstrahl 4 zu bündeln und auf diese Weise die Energiedichte weiter zu erhöhen. Der Beleuchtungsstrahl 4 dient zur Beleuchtung eines strukturierten Objekts M mittels eines Beleuchtungssystems 10, welches im vorliegenden Beispiel fünf reflektive optische Elemente 12 bis 16 (Spiegel) aufweist.
Bei dem strukturierten Objekt M kann es sich beispielsweise um eine reflektive Photomaske handeln, die reflektierende und nicht reflektierende oder zumindest
weniger stark reflektierende Bereiche zur Erzeugung mindestens einer Struktur an dem Objekt M aufweist. Alternativ kann es sich bei dem strukturierten Objekt M um eine Mehrzahl von Mikrospiegeln handeln, welche in einer ein- oder mehrdimensionalen Anordnung angeordnet sind und welche gegebenenfalls um mindestens eine Achse bewegbar sind, um den Einfallswinkel der EUV- Strahlung auf den jeweiligen Spiegel einzustellen.
Das strukturierte Objekt M reflektiert einen Teil des Beleuchtungsstrahls 4 und formt einen Projektionsstrahlengang 5, der die Information über die Struktur des strukturierten Objekts M trägt und der in ein Projektionsobjektiv 20 eingestrahlt wird, welches eine Abbildung des strukturierten Objekts M bzw. eines jeweiligen Teilbereichs davon auf einem Substrat W erzeugt. Das Substrat W, beispielsweise ein Wafer, weist ein Halbleitermaterial, z.B. Silizium, auf und ist auf einer Halterung angeordnet, welche auch als Wafer-Stage WS bezeichnet wird.
Im vorliegenden Beispiel weist das Projektionsobjektiv 20 sechs reflektive optische Elemente 21 bis 26 (Spiegel) auf, um ein Bild der an dem strukturierten Objekt M vorhandenen Struktur auf dem Wafer W zu erzeugen. Typischerweise liegt die Zahl der Spiegel in einem Projektionsobjektiv 20 zwischen vier und acht, gegebenenfalls können aber auch nur zwei Spiegel verwendet werden.
Zusätzlich zu den reflektierenden optischen Elementen 3, 12 bis 16, 21 bis 26 weist die EUV-Lithographieanlage 1 auch nicht-optische Komponenten auf, bei denen es sich beispielsweise um Tragstrukturen für die reflektiven optischen Elemente 3, 12 bis 16, 21 bis 26, um Sensoren, Aktuatoren, ... handeln kann.
Die reflektierenden optischen Elemente 12 bis 16 des Beleuchtungssystems 10 sowie die reflektierenden optischen Elemente 21 bis 26 des Projektionsobjektivs 20 sind in einer Vakuum-Umgebung angeordnet. Ein
jeweiliges optisches Element 6, 12 bis 16, 21 bis 26 ist hierbei typischerweise in einer eigenen Vakuum-Kammer angeordnet, die auch als „mini environment“ bezeichnet wird. Beispielhaft ist in Fig. 1 eine solche Vakuum-Kammer 27 dargestellt, in der das vierte reflektierende optische Element 24 des Projektionssystems 20 angeordnet ist. Der Projektionsstrahlengang 5 tritt an einer ersten Öffnung von einer nicht bildlich dargestellten weiteren Vakuum- Kammer in die Vakuum-Kammer 27 mit dem vierten optischen Element 24 ein und an einer zweiten Öffnung in Richtung auf eine weitere Vakuum-Kammer aus, in der das fünfte optische Element 25 des Projektionssystems 20 angeordnet ist. Es versteht sich, dass auch mehrere der optischen Elemente 12 bis 16, 21 bis 26 in einer jeweiligen (gemeinsamen) Vakuum-Kammer angeordnet werden können. Die gesamte in Fig. 1 gezeigte EUV- Lithographieanlage 1 ist zusätzlich von einem nicht dargestellten Gehäuse umgeben, bei dem es sich ebenfalls um eine Vakuum-Kammer handelt.
Das in der Vakuum-Kammer 27 angeordnete optische Element 24 weist ein Substrat 28 aus titandotiertem Quarzglas auf, auf welches eine reflektierende Mehrlagen-Beschichtung 29 aufgebracht ist, die für die Reflexion von EUV- Strahlung 5 bei der Betriebs-Wellenlänge AB von 13,5 nm optimiert ist. Die Mehrlagen-Beschichtung 29 weist zu diesem Zweck alternierende Lagen aus Molybdän und Silizium auf. Die Silizium-Lagen weisen bei der Betriebs- Wellenlänge AB von 13,5 nm einen höheren Realteil des Brechungsindex auf als die Molybdän-Lagen. Abhängig vom genauen Wert der Betriebs-Wellenlänge AB sind andere Materialkombinationen wie z.B. Molybdän und Beryllium,
Ruthenium und Beryllium oder Lanthan und B4C ebenfalls möglich. Zum Schutz der Mehrlagen-Beschichtung 29 ist auf diese eine Schutzlage aus Ruthenium aufgebracht. Die Oberfläche 29a der reflektierenden Mehrlagen-Beschichtung 29, genauer gesagt der Schutzlage, ist einer Vakuum-Umgebung 27a ausgesetzt, die in einem Innenraum der Vakuum-Kammer 27 gebildet ist.
Frei liegende Bereiche der Oberfläche 29a des optischen Elements 24 sind hierbei einem Restgas 30 ausgesetzt, welches sich in der Vakuum-Kammer 27 befindet. Das Restgas 30 weist als Bestandteile typischerweise molekularen Wasserstoff (H2), molekularen Sauerstoff (O2), Stickstoff (N2), Wasser (H2O), Edelgase, z.B. Ar, He, etc. auf. Der molekulare Wasserstoff H2 dient als Spülgas und wird der Vakuum-Kammer 27 bzw. der Vakuum-Umgebung 27a gezielt über eine (nicht bildlich dargestellte) Gaszuführung zugeführt. Der molekulare Wasserstoff H2 in der Vakuum-Umgebung 27 weist einen vergleichsweise großen Partialdruck in der Größenordnung von 10-2 mbar auf.
Durch die Wechselwirkung mit der EUV-Strahlung 4, 5 der EUV- Lithographieanlage 1 , speziell der Wechselwirkung mit dem Wasserstoff H2, wird in der Vakuum-Kammer 27 ein Plasma erzeugt, wobei u.a. ionische Plasma-Spezies (H+) oder radikale Plasma-Spezies (H) gebildet werden. Das Wasserstoff-Plasma dient dazu, von der Oberfläche 29a des reflektierenden optischen Elements 24 Kontaminationen in Form von Kohlenwasserstoffen zu entfernen. Das Wasserstoff-Plasma führt aber auch zu ungewollten Reduktions- Reaktionen an nicht-optischen Komponenten, die in der Vakuum-Umgebung 27a angeordnet sind und die mit dem Wasserstoff-Plasma flüchtige Hydride bilden können. Dies ist beispielsweise bei Komponenten der Fall, die Silizium enthalten, wobei sich bei der Reaktion mit dem Wasserstoff-Plasma u.a. gasförmiges Silan (S1H4) bildet. Silan (S1H4) stellt eine kritische Kontamination für die Oberfläche 29a des reflektierenden optischen Elements 24 dar, da diese Kontamination bei der Reaktion mit dem Material der Oberfläche 29a, z.B. Ru, eine chemische Verbindung bildet, die sich nicht bzw. nur äußerst schwer von der Oberfläche 29a entfernen lässt, was die Lebensdauer des optischen Elements 24 reduziert.
Die Überwachung der Zusammensetzung des Restgases 30 bzw. generell die Kenntnis der Zusammensetzung des Restgases 30, insbesondere der Anteil von kritischen Kontaminanten (z.B. S1H4), ist somit von entscheidender
Bedeutung für den Betrieb der EUV-Lithographieanlage 1. Zur Charakterisierung der Zusammensetzung des Restgases 30, insbesondere der darin enthaltenen ionischen oder radikalen Plasma-Spezies, bzw. der kritischen Kontaminanten wird ein Restgasanalysator 40 verwendet, der nachfolgend anhand von Fig. 2a, b näher beschrieben wird.
Der Restgasanalysator 40 weist ein Einlasssystem 41 mit einem eintrittsseitigen Ende 41a auf, das eine Öffnung zum Einlass des in der Vakuum-Kammer 27 enthaltenen Restgases 30 aufweist. Um die Zusammensetzung des Restgases 30 am Ort des reflektierenden optischen Elements 24, insbesondere an der Oberfläche 29a, möglichst genau zu charakterisieren, ist das eintrittsseitige Ende 41a bzw. die Eintrittsöffnung in einem Abstand A von weniger als 5 cm, insbesondere von weniger als 3 cm von der Oberfläche 29a entfernt angeordnet, wie dies in Fig. 1 schematisch dargestellt ist.
Der Restgasanalysator 40 weist einen Massen-Analysator 43 auf, der einen Detektor 44 zur Detektion von ionisierten Bestandteilen 30a des Restgases umfasst. Der Restgasanalysator 40 weist auch eine lonentransfereinrichtung 42 zum Transferieren der ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 zu dem Massen-Analysator 43 auf. Die Ionisierung von Bestandteilen des Restgases 30 kann bereits in der Vakuum-Umgebung 27a der Vakuum-Kammer 27 der EUV- Lithographieanlage 1 durch die Wirkung der EUV-Strahlung 4, 5 erfolgen. Zur Ionisierung von neutralen Bestandteilen 30b des Restgases 30 weist der Restgasanalysator 40 eine lonisierungseinrichtung 46 auf, die bei dem in Fig.
2a gezeigten Beispiel am eintrittsseitigen Ende 41a des Einlasssystems 41 angeordnet ist. Die lonisierungseinrichtung 46 ist idealerweise transparent für die bereits in der Vakuum-Umgebung 27a gebildeten ionischen Bestandteile 30a des Restgases 30, d.h. diese hat keinen Einfluss auf die bereits ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die lonisierungseinrichtung 46 eine lonenoptik zum Transfer der in der Vakuum-
Umgebung 27a gebildeten ionischen Bestandteile 30a des Restgases 30 aufweist.
Zum Einlass der ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 in den Restgasanalysator 40 weist das Einlasssystem 41 die lonentransfereinrichtung 42 auf, die ein Vakuumrohr sowie eine in dem Vakuumrohr angeordnete lonen- Optik bzw. mehrere in dem Vakuumrohr hintereinander angeordnete (kaskadierte) lonen-Optiken umfasst. Mit Hilfe des Einlasssystems 41, welches die lonentransfereinrichtung 42 aufweist, kann eine kontinuierliche Zuführung von ionisierten Bestandteilen 30a des Restgases 30 in den Restgasanalysator 40 erfolgen, das Einlasssystem 41 kann aber ggf. auch zur gepulsten Zuführung der ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 in den Restgasanalysator 40 dienen und zu diesem Zweck eines oder mehrere steuerbare Ventile aufweisen. Das Einlasssystem 41 , welches die lonentransfereinrichtung 42 umhaust, genauer gesagt das Vakuumrohr, kann eine vergleichsweise große Länge von z.B. mehr als 30 cm aufweisen.
Die Konzentration bzw. der Partialdruck von z.B. Silan und von anderen Bestandteilen des Restgases 30 ist in der Regel deutlich geringer als der des molekularen Wasserstoffs (ca. 10-2 mbar) und kann beispielsweise in der Größenordnung von ca. 10-14 mbar liegen. Um trotz dieses großen Dynamikbereichs auch kleinste Mengen von ionisierten Bestandteilen 30a des Restgases 30 nachzuweisen zu können, kann die lonentransfereinrichtung 42 als Filtereinrichtung betrieben werden und weist zu diesem Zweck eine lonenfiltereinrichtung 45 auf, die als Quadrupol ausgebildet ist. Für die Filterung wird die lonenfiltereinrichtung 45 in Form des Quadrupols im RF-only- Betriebsmodus betrieben, bei dem nur eine Wechselspannung aber keine Gleichspannung angelegt wird, durch zusätzliches Anlegen einerweiteren RF Frequenz, die resonant einzelne m/z-Bereiche oder einen einzigen m/z-Wert filtert, erweitert.
Die lonentfiltereinrichtung in Form des RF-only-Quadrupols 45 wird dazu genutzt, um gezielt einzelne ionisierte Bestandteilte 30a des Restgases 30 zu filtern, so dass diese nicht in den Massen-Analysator 43 eintreten. Der oder die gefilterte(n) ionisierte(n) Bestandteile 30a können genau ein Masse-zu- Ladungs-Verhältnis aufweisen. Die lonenfiltereinrichtung 45 dient in diesem Fall als Kerbfilter, d.h. als besonders schmalbandiger Typ von Bandsperrfilter, der nur einen schmalen Masse-zu-Ladungs-Bereich filtert, der einem einzelnen zu filternden ionisierten Bestandteil 3a des Restgases 30 entspricht, z.B. molekularem Wasserstoff H2 oder molekularem Stickstoff N2. Für die Filterung eines bestimmten ionisierten Bestandteils 3a des Restgases 30 kann das an den RF-only-Quadrupol 45 angelegte Wechselfeld geeignet gewählt bzw. eingestellt werden, wie dies beispielsweise in der eingangs zitierten US 5,672,870 beschrieben ist. Durch die geeignete Einstellung bzw. Veränderung des Wechselfeldes kann festgelegt werden, welcher ionische Bestandteil 30a des Restgases 30 von der lonentransfereinrichtung 42 gefiltert wird.
Die lonentransfereinrichtung 42, welche die lonenfilereinrichtung 45 mit der Filterfunktion eines Kerbfilters erfüllt, kann auch auf andere Weise ausgebildet sein, beispielsweise als RF-ony-Flexapol, als RF-only-Oktopol, etc. Wesentlich ist, dass die lonentransfereinrichtung 42 es ermöglicht, ionisierte Bestandteile 30a des Restgases 30 zu filtern, die einen hohen Partialdruck aufweisen, beispielsweise ionisierten Wasserstoff FT, ... , um auf diese Weise die Konzentration der verbleibenden, nicht gefilterten ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 mit höherer Genauigkeit bestimmen zu können.
Bei den in Fig. 2a, b gezeigten Beispielen ist der Massen-Analysator 43 als Time-of-Flight(TOF)-Analysator ausgebildet. Ein TOF-Analysator 43 hat den Vorteil einer hohen Kompaktheit bzw. einer geringen Baugröße und einer Massenauflösung bis zu m/Am > 8000 bei kleinen Messzeiten. Der TOF- Analysator 43 dient zur Flugzeitmessung der ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30, die über eine lonen-Zuführungseinrichtung 50 des Massen-
Analysators 43, die an einem austrittsseitigen Ende 41b des Einlassystems 41 angeordnet ist, einem Dektektor 44 zugeführt und von diesem detektiert werden. Die Flugzeit der ionisierten Bestandteile 30a hängt von deren Masse- zu-Ladungs-Verhältnis ab, was eine massenspektrometrische Analyse der ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 ermöglicht. Die lonen- Zuführungseinrichtung 50 des Massen-Analysators 43 in Form des TOF- Analysators ist im gezeigten Beispiel als Quadrupol ausgebildet. Die lonen- Zuführungseinrichtung 50 in Form des Quadrupols kann ggf. als zusätzliche lonenfiltereinrichtung betrieben werden, wenn diese im RF-only-Betriebsmodus betrieben wird (s.o.).
Der Detektor 44 ist bei den in Fig. 2a, b gezeigten Beispielen in Form von kaskadierten Mikrokanalplatten ausgebildet. Der Detektor 44 kann aber auch auf andere Weise ausgebildet sein, z.B. als Sekundärelektronenvervielfacher.
In letzterem Fall kann der Detektor 44 eine separate Konversions-Dynode aufweisen, was vor allem bei Verwendung eines
Sekundärelektronenvervielfachers in Form einer kontinuierlichen Dynode von Vorteil sein kann.
Die in Fig. 2a, b dargestellte Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 weist zur Ionisierung des Restgases 30 eine Elektronenquelle auf, die ein Filament (Glühdraht) aufweist, um durch den glühelektrischen Effekt einen Elektronenstrahl zu erzeugen, der auf die zu ionisierenden Bestandteile des Restgases 30 trifft und dieses ionisiert. Die Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 weist eine optimierte Quellengeometrie auf, die es ermöglicht, einen großen Druck in dem Behälter der Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 zu erzeugen, in dem die Ionisierung erfolgt. Zur Erhöhung der Lebendsauer hat es sich als günstig erwiesen, wenn der oder die Filamente, die zur Erzeugung des Elektronenstrahls dienen, außerhalb des Quellvolumens angeordnet sind, da diese dort besser gepumpt werden können.
Der in Fig. 2b gezeigte Restgasanalysator 40 unterscheidet sich von dem in Fig. 2a gezeigten Restgasanalysator 40 dadurch, dass lonisierungseinrichtung 46 in Form einer Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 nicht am eintrittsseitigen Ende 41a des Einlasssystems 41 angeordnet ist, sondern am austrittsseitigen Ende 41b des Einlasssystems 41 vor der lonen-Transfereinrichtung 50 des Massen-Analysators 43. Dennoch weist auch der in Fig. 2b gezeigte Restgasanalysator 40 ein Einlasssystem 41 mit einer lonentransfereinrichtung 42 auf. Über die lonentransfereinrichtung 42 können die von der EUV-Strahlung 4, 5 ionisierten Bestandteile 30a des Restgases 30 dem Restgasanalysator 40 bzw. der Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 zugeführt werden. Über das Einlasssystem 41 gelangen auch neutrale Bestandteile 30b des Restgases zu der Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46 und können von dieser ionisiert werden.
Bei dem in Fig. 2b gezeigten Beispiel weist der Restgasanalysator 40 eine zusätzliche (optionale) lonisierungseinrichtung 47 auf, die am eintrittsseitigen Ende 41a des Einlasssystems 41 angeordnet ist. Die zusätzliche lonisierungseinrichtung 47 ist als Flochfrequenz-Plasma-Ionisierungseinrichtung ausgebildet und dient der Erzeugung von ionisierten Bestandteilen 30a des Restgases 30 durch die Erzeugung eines Plasmas. Die Verwendung von unterschiedlichen lonisierungseinrichtungen 46, 47 kann vorteilhaft sein, um unterschiedliche Bestandteile des Restgases 30 zu ionisieren: Die Plasma- lonisierungseinrichtung 47 ermöglicht typischerweise eine „sanfte“ Ionisierung, bei der nur eine geringe Gefahr der Fragmentierung der zu ionisierenden Bestandteile des Restgases 30 besteht. Die Plasma-Ionisierungseinrichtung 47 kann insbesondere dazu dienen, um aus den Gasbestandteilen des Restgases 30 Wasserstoff enthaltende Ionen zu erzeugen, beispielsweise FT, H3+, IS FT, etc.
Es versteht sich, dass - anders als in Fig. 2b dargestellt - der Restgasanalysator 40 nur eine einzige Plasma-Ionisierungseinrichtung 47 aufweisen kann, die am
eintrittsseitigen Ende 41a des Einlasssystems 41 oder am austrittsseitigen Ende 41b des Einlasssystems 41 angeordnet sein kann.
Bei den in Fig. 2a, b gezeigten Beispielen sind zwischen dem Einlasssystem 41 und der lonen-Zuführungseinrichtung 50 bzw. der Elektronen- lonisierungseinrichtung 46 sowie zwischen der lonen-Zuführungseinrichtung 50 und dem Detektor 44 jeweils nicht bildlich dargestellte lonen-Optiken angeordnet. Die Elektronen-Ionisierungseinrichtung 46, die lonen- Zuführungseinrichtung 50 und der Detektor 44 sind in separaten Gehäuseteilen 49a-c des Restgasanalysators 40 untergebracht und werden mit Hilfe einer Vakuum-Pumpeinrichtung 48 differentiell gepumpt. Im gezeigten Beispiel wird als Vakuum-Pumpeinrichtung 48 eine Turbo-Molekularpumpe verwendet, die als so genannte Split-Flow-Pumpe ausgebildet ist und die zur Erzeugung von drei unterschiedlichen Drücken in den drei Gehäuseteilen 49a-c ausgebildet.
Mit Hilfe des weiter oben beschriebenen Restgasanalysators 40 können die Anforderungen an die Analyse bzw. die Überwachung eines Restgases 30 in der EUV-Lithographieanlage 1 hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Bauraums, der zur Verfügung stehenden Messzeit und insbesondere hinsichtlich des großen Dynamikbereichs erfüllt werden.