Straffvorrichtung für einen Sicherheitsgurt mit einem Leitelement
Beschreibung
Die Erfindung betri ft eine Straffvorrichtung für einen Sicherheitsgurt, mit einem eine Seilumlenkung ausbildenden Umlenkblock, in dem eine sich an die Seilumlenkung anschließende Druckkammer ausgebildet ist, und einem an einen druckgasgetriebenen Kolben anschließbaren Zugseil, welches mit einer in eine Straffbewegung zu versetzenden Sicherheitsgurtkomponente verbindbar ist und von der Seilumlenkung in die Druckkammer eintritt und durch die Druckkammer verläuft, sowie mit einem am Umlenkblock angebrachten Gasgenerator, wobei im Auslösefall das aus dem Gasgenerator austretende Gas durch einen Einleitabschnitt des Umlenkblocks in die Druckkammer strömt.
Eine Straf {Vorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen ist aus
DE 102014 105446 A 1 bekannt, bei welcher zur Verhinderung eines unmittelbaren Auftreffens des aus dem Gasgenerator austretenden Gases au das Zugseil in einem Dichtungsträger ein Ö f n un g s b er e i c h ausgebildet ist, der nach Auslösen des Gasgenerators das Gas zumindest teilweise umlenkt. Durch das unmittelbare Auftreffen des Gases auf das Zugseil würde dieses geschwächt, so dass das Zugseil entsprechend dimensioniert sein muss. Es ist daher wünschenswert, dass auch bei Straffvorrichtungen, die keinen in DE 102014 105446 A 1 beschriebe-
nen Dichtungsträger umfassen, eine unmittelbare Beaufschlagung des Zugseiles zumi ndest verringert ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Straffvorrichtung anzugeben, mit denen die vorgenannten Probleme zumindest teilweise gelöst werden. Insbesondere soll eine Straffvorrichtung angegeben werden, durch welche das Zugseil während des Aus löse Vorganges weniger geschwächt wird.
Gelöst wird di e Aufgabe durch Straffvorrichtungen mit den Merkmalen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen der Straffvorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen und in der Beschreibung angegeben, wobei einzelne Merkmale der vorteilhaften Weiterbildungen in technologisch sinnvol ler Weise beliebig miteinander kombinierbar sind.
Gelöst wird die Aufgabe insbesondere durch eine Straffvorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen, bei der in einem Übergangsbereich von dem Einleitabschnitt in die Druckkammer ein Leitelement ausgebildet ist, welches sich mit einem Steg parallel zu dem Zugseil erstreckt und so den Übergangsbereich in mindestens zwei Durch trittsöffnun gen einteilt.
Bei dieser Lösung wird durch den Steg im Auslösefall ein Strömungsschatten des Gases ausgebildet, in welchem das Zugseil angeordnet ist. Idealerweise teilt der Steg das aus dem Einleitabschnitt anströmende Gas in zwei Teilströme auf, die jeweil s um das Zugseil herumgelenkt sind. Ein größerer Bestandteil des Gases trifft somit in der Druckkammer nicht unmittelbar auf das Zugsei l auf.
Um die Strömung i vorteilhafter Weise in zwei Teilströmungen aufzuteilen, ist insbesondere vorgesehen, dass sich eine Breite des Stegs von dem Einleitabschnitt zu der Druckkammer erhöht.
Die oben genannte Aufgabe wird auch gelöst durch eine Straffvorrichtung mit den eingangs genannten Merkmalen, bei der in einem Übergangsbereich von dem Einleitabschnitt in die Druckkammer ein Leitelement ausgebildet ist, welches sich in den Ubergangsbereich hinein erstreckt und den Übergangsbereich seitlich begrenzt und mit einer dem Einleitabschnitt zugewandten Umlenkfläche zur Ura- lenkung des anströmenden Gases ausgebildet ist.
Insbesondere erstreckt sich also eine Wandung im Bereich des Übergangsbereiches in den Üb ergangsb ereich hinein, so dass eine Strömungsrichtung eines wesentlichen Teils der Gasströmung im Einleitabschnitt von der das Leitelement ausbildenden vorspringenden Wandung umgelenkt wird, so dass der umgelenkte Teil des Gases, wenn überhaupt, erst nach einer längeren Strömungs strecke auf das Zugseil auftrifft. Auf dieser längeren Strömungs strecke kann das umgelenkte Gas abkühlen, so dass der das Zugseil schwächende Einfluss des Gases verringert wird. Die dem Einleitabschnitt zugewandte Umlenkfläche ist dabei insbesondere mit Krümmungsradien ausgebildet, die eine entsprechende Umlenkung sicherstellen.
In einer bevorzugten Aus führ ungs form erstreckt sich das Leitelement von einer der Seilumlenkung zugewandten Seite in Erstreckungsrichtung des Zugseiles in den Übergangsbereich. Der Übergangsbereich weist also auf der Seite der Seilumlenkung eine dem Einleitabschnitt zugewandte Umlenkfläche auf, die so gestaltet ist, dass zumindest ein Teil des aus dem Einleitabschnitt heranströmenden
Gases in Richtung des kolbenseitigen Endes der Druckkammer umgelenkt wird. Das so umgelenkte Gas trifft erst in einem abgekühlten Zustand gegebenenfalls auf das Zugseil. Zudem wird durch die Umlenkung der Bereich des Zugseils, auf den das Gas auf das Zugseil auftri fft, vergrößert, wodurch wiederum der schwächende Einfluss des Gases reduziert wird.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass sich das Leitelement von einer Seite quer zu einer Erstreckungsrichtung des Zugseiles bis zu einer Überdeckung des Zugseiles in den Übergangsbereich erstreckt. Durch eine solche Überdeckung des Zugsei ls soll erreicht werden, dass zumindest ein Teil des heranströmenden Gases in Umfangsrichtung um das Zugseil herum umgelenkt wird. Das Zugseil befindet sich somit in einem Strömungs schatten des von einer Seite in den Übergangsbereich vorspringenden Leitelements.
Die Funktion einer Stra ffvorrichtung und einzelner Bestandteile der Straffvor- riehtung sind in der bereits eingangs erwähnten DE 1 0 2014 1 05 446 A 1 sowie in der EP 2 082 926 B 1 beschrieben, au f welche diesbezüglich vollum fängl ich verwiesen wird. Die Stra fvorrichtung umfasst insbesondere ein Strafferrohr zur
Aufnahme und Führung eines druckgasgetriebenen Kolbens, der mit dem Zugseil verbunden ist.
Gemäß einer Ausführungs form der Erfindung ist das Leitelement einstückig an dem Umlenkblock ausgebildet. Das Leitelement wird also schon bei der Herstellung des Umlenkblockes beispielsweise in einem Zinkdruckgussverfahren ausgebildet.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Leitelement als eigenständiges Bauteil in den Umlenkblock eingesetzt ist. Auf diese Weise kann die Erfindung auch au bereits bestehende Umlenkblöcke angewendet werden.
Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden im Folgenden anhand der Figuren beispielhaft erläutert. Es zeigen schematisch
Fig. 1 : Teile einer Straffvorrichtung gemäß dem Stand der Technik,
Fig.2: einen Querschnitt durch eine Straffvorrichtung gemäß der Erfindung,
Fig.3: ein Leitelement und
Fig.4: einen Längsschnitt durch einen Umlenkblock.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Umlenkblock 1 einer Straffvorrichtung gemäß dem Stand der Technik. Auf der rechten Seite wird von dem Umlenkblock 1 eine Seilumlenkung 2 ausgebi ldet, durch welche sich ein Zugseil 4 erstreckt. Das Zugseil 4 ist auf der in Fig. 1 dargestellten rechten Seite mit einer Sicherheitsgurtkomponente verbindbar. Das Zugseil 4 erstreckt sich nach links durch eine in dem Umlenkblock 1 ausgebildete Druckkammer 3 und ist auf der linken Seite mit einem Kolben (nicht dargestellt) verbunden. In dem Umlenkblock 1 ist ferner ein Gasgenerator 5 angeordnet, aus dem im Auslösefall Gas in einen von dem Umlenkblock 1 ausgebildeten Einleitabschnitt 6 strömt. Der Einleitabschnitt 6 geht in einem Übergangsbereich 7 in die Druckkammer 6 über.
Im Auslösefall tritt das heiße Gas aus dem Gasgenerator 6 in den Einleitabschnitt 6 aus und strömt durch den Üb er gangsb ereich 7 in die Druckkammer 3 und trifft dort unmittelbar auf das Zugseil 4 auf. Durch das unmittelbare Auftreffen des heißen Gases wird das Zugseil 4 in seiner Struktur geschwächt. Das
Gas strömt dann weiter durch die Druckkammer 3 und treibt den an dem Zugseil 4 befestigten Kolben (nicht dargestellt) an, so dass das Zugseil 4 und damit die mit dem Zugseil 4 verbundene Sicherheitsgurtkomponente (nicht dargestellt) beschleunigt werden.
Die Erfindung sieht nun vor, dass in dem Übergangsbereich 7 zwischen dem Ein- leitabsehnitt 6 und der Druckkammer 3 ein Leitelement 8 ausgebildet ist.
Gemäß der in Fig.2 dargestellten Aus führungs form ist das Leitelement 8 als ein sich parallel zu dem Zugseil 4 erstreckender Steg 11 ausgebildet. Durch den Steg 11 werden zwei Durchtrittsöffnungen 9 gebildet. Der Steg 11 weist eine sich von dem Einleitabschnitt 6 zu der Druckkammer 3 vergrößernde Breite auf.
Durch das als Steg 11 ausgebildete Leitelement 8 wird die im Einleitabschnitt 6 vorliegende Gasströmung in zwei Teilströme unterteilt, die jeweils möglichst an dem Zugseil 4 vorbeifließen beziehungsweise dieses nicht unmittelbar mit einem großen Auftreffwinkel beaufschlagen. Vielmehr ist das Zugseil 4 in dem Strömungsschatten des Steges 11 angeordnet. Durch den Steg 11 wird also die Beanspruchung des Zugseiles 4 vermindert.
Soweit der in Fig.2 dargestellte Steg 11 als einstückiges Bestandteil des Umlenkblockes 1 ausgebildet ist, ist gemäß der Fig.3 vorgesehen, dass das Leitelement 8 als eigenständiges Bauteil ausgebildet ist. Das Leitelement 8 umfasst einen Steg 11, der seinerseits zwei Durchtrittsöffnungen 9 begrenzt. Das Leitelement 8 gemäß Fig.3 kann also in bestehende Umlenkblöcke 1 integriert werden.
Eine weitere erfindungsgemäße Aus führungs form eines Umlenkblockes 1 ist in Fig. 4 dargestellt. Der Umlenkblock 1 formt im Bereich des Übergangsbereiches 7 ein Leitelement 8 aus, das mit einer Umlenkfläche 1 0 zu dem Einleitabschnitt 6 gewandt i st. Das Leitelement 8 begrenzt den Einleitabschnitt 7 in Richtung der an dem Umlenkblock 1 ausgeformten Seilumlenkung 2. Das Leitelement 8 ist mit seiner Umlenkfl äche 1 0 so gestaltet, dass zumindest ein Teil des von dem Einleitabschnitt 6 heranströmende Gas nach rechts (gemäß Fig. 4) umgelenkt wird. Durch diese Umlenkung des Gases ist die Fließstrecke vergrößert, nach der das Gas auf das in Fig. 4 nicht dargestellte Zugseil 4 auftrifft. Au f di eser Fließstrecke kann das Gas also weiter abkühlen, so dass die Schwächung des Zugseiles 4 verringert ist.
Bezugszeichenliste
Umlenkblock
Seilumlenkung
Druckkammer
Zugseil
Gasgenerator
Einleitabschnitt
Übergangsbereich
Leitelement
Durchtrittsöffnung
Umlenkfläche
Steg