Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patentanmeldung DE 10 2015 200 328.0, angemeldet am 13. Januar 2015. Der Inhalt dieser DE-Anmeldung wird durch Bezugnahme („incorporation by reference") mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie bei- spielsweise integrierter Schaltkreise oder LCDs, angewendet. Der Mikrolithogra- phieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektionsobjektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (= Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) projiziert, um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Substrats zu übertragen.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Projektionsobjektiven, d.h. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm oder etwa 7 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässiger refraktiver Materialien Spiegel als optische Komponenten für den Abbildungsprozess verwendet.
Ein in der Praxis auftretendes Problem ist, dass die EUV-Spiegel nach Ihrer Herstellung bzw. Durchführung des Beschichtungsprozesses fertigungsbedingte geometrische Formabweichungen ihrer optischen Wirkfläche (auch als Passefehler bezeichnet) aufweisen können, welche ohne Korrektur derselben eine Beeinträch- tigung der Abbildungseigenschaften des optischen Systems zur Folge haben.
Um solche Effekte gegebenenfalls kompensieren zu können, aber auch zur gezielten Veränderung der optischen Eigenschaften eines Spiegels z.B. zur Kompensation von im System auftretenden Aberrationen, ist es bekannt, im Betrieb des opti- sehen Systems Spiegeldeformationen im Wege einer z.B. thermischen Aktuierung zu steuern. Derartige Korrekturmaßnahmen sind jedoch häufig aufwändig und können sich zudem bei steigenden Anforderungen an die Genauigkeit der im optischen System einzustellenden Wellenfront auch als nicht mehr ausreichend erweisen.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf WO 2007/033964 A1 , DE 103 60 414 A1 und DE 10 2004 051 838 A1 verwiesen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, bereitzustellen, welches eine erhöhte Genauigkeit der im optischen System eingestellten Wellenfront mit reduziertem konstruktiven Aufwand ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Gemäß einem Aspekt weist ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, folgende Schritte auf:
- Bereitstellen eines Substrats;
- Aufbringen eines Schichtsystems auf das Substrat, wobei eine optische Wirkfläche des optischen Elements ausgebildet wird und wobei das Schichtsystem eine zur Manipulation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche thermisch deformierbare Schicht aufweist; und
- Anlegen eines Temperaturfeldes an das optische Element unter zumindest bereichsweisem Aufwärmen der thermisch deformierbaren Schicht über eine vorgegebene Betriebstemperatur des optischen Systems; wobei vor dem Anlegen des Temperaturfeldes an das optische Element die thermisch deformierbare Schicht derart konfiguriert wird, dass eine beim Anlegen des Temperaturfeldes induzierte Deformation nach Abkühlen des optischen Elements auf die vorgegebene Betriebstemperatur zumindest teilweise erhalten bleibt.
Gemäß einer Ausführungsform weist die thermisch deformierbare Schicht einen Phasenübergang auf, wobei dieser Phasenübergang einen Hystereseverlauf in der Temperaturabhängigkeit der Schichtdicke der thermisch deformierbaren Schicht derart aufweist, dass eine durch Anlegen des Temperaturfeldes an das optische Element erzielte aktive Verformung auch dann noch erhalten bleibt, wenn die betreffende, für die Schichtdickenänderung erforderliche Temperatur nicht mehr gegeben ist.
Der Erfindung liegt insbesondere das Konzept zugrunde, in einem optischen Element noch vor dessen Einbau in das optische System eine (z.B. einmalige) Korrektur einer fertigungsbedingten geometrischen Formabweichung der optischen Wirkfläche dadurch zu realisieren, dass eine eigens zum Zwecke dieser Korrektur in ein Schichtsystem des optischen Elements zuvor eingebaute ther-
misch deformierbare Schicht durch Anlegen eines Temperaturfeldes an das optische Element aktiv verformt wird, und zwar in solcher Weise, dass die induzierte Deformation nach erneutem Abkühlen des optischen Elements bzw. im späteren Betrieb im optischen System bei dessen Betriebstemperatur mindestens teilweise erhalten (also gewissermaßen„eingefroren") bleibt.
Um diese Erhaltung der induzierten Deformation im Betrieb des optischen Systems zu gewährleisten, wird durch eine geeignete vorherige Konfiguration des optischen Elements dafür Sorge getragen, dass es im relevanten Betriebstempe- raturbereich idealerweise keine Schichtdickenänderung gibt, also insbesondere ein wie im Weiteren beschrieben für die Schichtdickenänderung verantwortlicher Phasenübergang nicht in dem relevanten Betriebstemperaturbereich stattfindet.
Dabei geht die Erfindung zum einen von der Erkenntnis aus, dass bei geeigneter Konfiguration der thermisch deformierbaren Schicht ein den besagten Phasenübergang beschreibender Hystereseverlauf in der Abhängigkeit„Schichtdicke vs. Temperatur" so beschaffen ist, dass eine durch Anlegen eines Temperaturfeldes an das optische Element erzielte aktive Verformung auch dann noch erhalten bleibt, wenn die betreffende, für die Schichtdickenänderung erforderliche Temperatur nicht mehr gegeben ist. Infolgedessen kann ein nach Fertigung des optischen Elements ermittelter Form- bzw. Passefehler noch vor Einbau des Elements in das betreffende optische System durch einmalige Beaufschlagung mit einem gezielt berechneten Temperaturfeld korrigiert werden, wobei die hierbei eingestellte, korrigierte geometrische Form der optischen Wirkfläche des Elements infolge der zuvor erfolgten, geeigneten Konfiguration der thermisch deformierbaren Schicht auch im späteren Betrieb des optischen Systems bei Betriebstemperatur bestehen bleibt.
Des Weiteren macht sich die Erfindung die Erkenntnis zunutze, dass das vorste- hend beschriebene Konzept einer Korrektur der geometrischen Form der optischen Wirkfläche über eine in das Schichtsystem eingebaute thermisch deformierbare Schicht unter Ausnutzung eines durch eine Hysterese in der Abhängigkeit„Schichtdicke vs. Temperatur" beschreibbaren Phasenübergangs sich auch
noch bei vergleichsweise großen Substratdicken (z.B. von mehreren hundert Mikrometern (Mm)) als wirkungsvoll erwiesen hat, wobei lediglich beispielhaft Schichtdickenänderungen von mehreren 10nm erzielbar sind. Gemäß einem Aspekt weist ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Herstellen eines optischen Elements für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, folgende Schritte auf:
- Bereitstellen eines Substrats;
- Aufbringen eines Schichtsystems auf das Substrat, wobei eine optische Wirkfläche des optischen Elements ausgebildet wird und wobei das
Schichtsystem eine zur Manipulation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche thermisch deformierbare Schicht aufweist; und
- Anlegen eines Temperaturfeldes an das optische Element unter zumindest bereichsweisem Aufwärmen der thermisch deformierbaren Schicht über ei- ne vorgegebene Betriebstemperatur des optischen Systems; wobei die thermisch deformierbare Schicht einen Phasenübergang aufweist, wobei dieser Phasenübergang einen Hystereseverlauf in der Temperaturabhängigkeit der Schichtdicke der thermisch deformierbaren Schicht derart aufweist, dass eine durch Anlegen des Temperaturfeldes an das optische Element erzielte aktive Verformung auch dann noch erhalten bleibt, wenn die betreffende, für die Schichtdickenänderung erforderliche Temperatur nicht mehr gegeben ist
Gemäß einer Ausführungsform variiert das an das optische Element angelegte Temperaturfeld lokal.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das an das optische Element angelegte Temperaturfeld homogen.
Gemäß einer Ausführungsform wird die thermisch deformierbare Schicht derart konfiguriert, dass durch die beim Anlegen des Temperaturfeldes induzierte
Deformation ein in dem optischen System vorhandener Fehler (z.B. eine optische Aberration oder ein Abbildungsfehler des Gesamtsystems) wenigstens teilweise
korrigiert wird. Falls etwa ein Fehler des gesamten optischen Systems schon von vornherein bzw. vor der Fertigung des optischen Elements bekannt ist, kann in die thermisch deformierbare Schicht bereits eine entsprechende lokal variierende Dotierung eingearbeitet bzw. an der Schicht eine lokal variierende Nachbehand- lung (z.B. durch Tempern oder Anlegen eines Magnetfeldes) vorgenommen werden, wobei dann die gewünschte Korrektur auch durch Anlegen eines homogenen Temperaturfeldes erzielt werden kann. Unterschiedliche Möglichkeiten zum Konfigurieren der thermisch deformierbaren Schicht z.B. durch Dotierung oder durch ein äußeres Magnetfeld werden im Weiteren noch näher erläutert.
Gemäß einer Ausführungsform wird die thermisch deformierbare Schicht aus einem Material gebildet, welches in Abhängigkeit von der Temperatur einen Phasenübergang zwischen einer Martensit-Phase und einer Austenit-Phase aufweist. Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Konfigurieren der thermisch deformierbaren Schicht ein aktives Abkühlen der thermisch deformierbaren Schicht unter eine Sättigungstemperatur für die Martensit-Phase.
Gemäß einer Ausführungsform wird die thermisch deformierbare Schicht aus einer Heusler-Legierung gebildet. Die Heusler-Legierung kann insbesondere aus der Gruppe ausgewählt sein, welche Nickel-Mangan-Gallium und Nickel-Titan enthält.
Die Schicht kann z.B. eine Schichtdicke im Bereich zwischen 100-500nm, insbesondere im Bereich 100-300nm aufweisen. Eine gewünschte Schichtdickenände- rung kann z.B. im Bereich 1 %-2% liegen.
Hierbei macht sich die Erfindung weiter die Erkenntnis zunutze, dass das erfindungsgemäße, im Weiteren noch näher beschriebene Prinzip der Ausnutzung eines etwa bei einer Heusler-Legierung in Abhängigkeit von der Temperatur stattfin- denden Phasenübergangs zwischen einer Martensit-Phase und einer Austenit-
Phase sich auch in Form einer aus polykristallinem Material gebildeten thermisch deformierbaren Schicht realisieren lässt, was insofern relevant ist, als typischerweise etwa bei im Projektionsobjektiv einer mikrolithographischen Projektionsbe-
lichtungsanlage eingesetzten Spiegeln die dort verwendeten Substratmaterialien keine Aufbringung einer einkristallinen Schicht etwa aus einer Heusler-Legierung ermöglichen. Die erfindungsgemäße Konfiguration der thermisch deformierbaren Schicht kann, wie im Weiteren noch näher beschrieben, insbesondere eine geeignete Materialauswahl, -mischung sowie -nachbehandlung umfassen. Hierdurch wird der Umstand ausgenutzt, dass sich hinsichtlich des durch eine Hysterese in der Abhängigkeit„Schichtdicke vs. Temperatur" beschreibbaren Phasenübergangs - insbe- sondere zwischen einer bei vergleichsweise tiefen Temperaturen vorliegenden Martensit-Phase und einer bei vergleichsweise hohen Temperaturen vorliegenden Austenit-Phase - sowohl die Einsatztemperatur als auch die Sättigungstemperatur des Übergangs in die betreffende Phase durch die vorstehend genannten und nachfolgend beschriebenen Maßnahmen manipulieren lassen.
Beispielsweise kann durch geeignete Konfiguration erreicht werden, dass die Werte sowohl der Einsatztemperatur als auch der Sättigungstemperatur für den jeweiligen Übergang in die betreffende Phase für die Martensit-Phase bzw. die Austenit-Phase im Bereich von -10°C bis 10°C bzw. 80°C bis 200°C eingestellt werden können, also in Bereichen, die im späteren Betrieb des optischen Systems (dessen Betriebstemperatur im Falle einer mikrolithographischen Projektionsbelich- tungsanlage z.B. bei etwa 50°C liegen können) von dem jeweiligen optischen Element typischerweise nicht mehr erreicht werden. Gemäß einer Ausführungsform weist das Verfahren vor dem Anlegen des Temperaturfeldes den Schritt auf: Ermitteln einer geometrischen Formabweichung, welche die optische Wirkfläche von einer vorgegebenen Spezifikation bei einer vorgegebenen Betriebstemperatur aufweist, wobei das Temperaturfeld nach Ermittlung der Formabweichung derart ausgestaltet wird, dass eine hierdurch induzierte Deformation der thermisch deformierbaren Schicht eine wenigstens teilweise
Kompensation der ermittelten Formabweichung bewirkt.
Gemäß einer Ausführungsform erfolgt das Anlegen des Temperaturfeldes an das optische Element vor dessen Einbau in das optische System zur einmaligen Korrektur einer fertigungsbedingten Formabweichung. Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Konfigurieren der thermisch deformierbaren Schicht das gezielte Verändern der Materialzusammensetzung der thermisch deformierbaren Schicht, insbesondere durch Dotierung.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Konfigurieren der thermisch defor- mierbaren Schicht das Anlegen eines äußeren Magnetfeldes.
Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Konfigurieren der thermisch deformierbaren Schicht die Durchführung eines Temperprozesses. Das Tempern kann insbesondere direkt nach Beschichtung bei Temperaturen zwischen 400°C-700°C, insbesondere bei Temperaturen um 500°C, erfolgen.
Gemäß einer Ausführungsform wird die thermisch deformierbare Schicht unmittelbar auf dem Substrat aufgebracht. Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element ein Spiegel.
Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element für eine Arbeitswellenlänge von weniger als 30nm, insbesondere weniger als 15nm, ausgelegt. Die Erfindung betrifft weiter ein optisches Element für ein optisches System, insbesondere eine mikrolithographische Projektionsbelichtungsanlage, wobei das optische Element eine optische Wirkfläche aufweist, mit einem Substrat; und einem auf dem Substrat befindlichen Schichtsystem, wobei das Schicht- System eine zur Manipulation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche thermisch deformierbare Schicht derart aufweist, dass durch Anlegen eines Temperaturfeldes an das optische Element unter dessen Er-
wärmung über eine vorgegebene Betriebstemperatur eine Deformation der thermisch deformierbaren Schicht induzierbar ist; wobei die thermisch deformierbare Schicht derart konfiguriert ist, dass diese Deformation nach erneutem Abkühlen des optischen Elements auf die vorgegebene Betriebstemperatur zumindest teilweise erhalten bleibt.
Zu weiteren bevorzugten Ausgestaltungen oder Vorteilen des Elements wird auf die vorstehenden Ausführungen in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Bezug genommen.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung auch ein optisches Element für ein optisches System, insbesondere für eine mikrolithographische Projektions- belichtungsanlage, wobei das optische Element eine optische Wirkfläche aufweist, mit - einem Substrat; und
- einem auf dem Substrat befindlichen Schichtsystem, welches ein Reflexionsschichtsystem aufweist;
- wobei das Schichtsystem ferner eine Formgedächtnislegierung aufweist. Gemäß diesem Aspekt beinhaltet die vorliegende Erfindung das Konzept, im Betrieb eines optischen Elements auftretende Oberflächendeformationen (welche z.B. thermisch induziert sein oder auch in anderer Weise, beispielsweise infolge fassungsbedingter mechanischer Spannungen hervorgerufen werden können) dadurch zu kompensieren, dass dem auf dem Substrat des optischen Elements ausgebildeten Schichtsystem (einschließlich eines Reflexionsschichtsystems) eine Formgedächtnislegierung hinzugefügt wird. Das Vorhandensein dieser Formgedächtnislegierung ermöglicht es, die besagte unerwünschte Oberflächendeformation teilweise oder vollständig über einen Wärmeenergieeintrag in die Formgedächtnislegierung rückgängig zu machen.
Hierbei wird ausgenutzt, dass die Formgedächtnislegierung sich an ihre frühere (d.h. vor der unerwünschten Oberflächendeformation vorhanden gewesene)
Formgebung gewissermaßen„erinnert", so dass durch besagten erfindungsgemäßen, aktiv in Reaktion auf das Auftreten der Oberflächendeformation herbeigeführten Energieeintrag in die Formgedächtnislegierung im Idealfall die ursprüngliche Form der Formgedächtnislegierung bzw. des Schichtsystems und damit der opti- sehen Wirkfläche bis auf etwaige Restfehler vollständig wieder hergestellt werden kann.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Formgedächtnislegierung eine Titan- Nickel-Legierung, eine Titan-Nickel-Kupfer-Legierung oder eine Titan-Nickel- Palladium-Legierung auf.
Gemäß einer Ausführungsform ist die Formgedächtnislegierung in Form einer nur zonenweise in dem Schichtsystem ausgebildeten, strukturierten Schicht ausgestaltet.
Die Erfindung betrifft weiter ein optisches System, insbesondere eine Beleuchtungseinrichtung oder ein Projektionsobjektiv einer mikrolithographischen Projekti- onsbelichtungsanlage, mit einem optischen Element mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen.
Dabei kann in Ausführungsformen der Erfindung eine im Betrieb des optischen Systems auftretende Deformation der optischen Wirkfläche des optischen Elements durch aktive Zufuhr von Wärmeenergie in die Formgedächtnislegierung wenigstens teilweise kompensierbar sein.
Des Weiteren kann in Ausführungsformen der Erfindung eine im optischen System anderenorts vorhandene Wellenfrontstörung durch aktive Zufuhr von Wärmeenergie in die Formgedächtnislegierung wenigstens teilweise kompensierbar sein. Das die erfindungsgemäße Formgedächtnislegierung aufweisende optische Element kann somit auch als Korrekturelement eingesetzt werden, um über die gezielte Einstellung einer speziellen Deformation eine im optischen System anderenorts vorhandene Wellenfrontstörung aktiv zu kompensieren bzw. zu einer Gesamtkorrektur des Systems beizutragen.
Gemäß einer Ausführungsform weist die Deformation der optischen Wirkfläche des optischen Elements eine Ausdehnung in einer bezogen auf die optische Wirkfläche lateralen Ebene von wenigstens 1 mm2 auf (d.h. es handelt sich in diesem Sinne um eine vergleichsweise langwellige Deformation).
Gemäß einer Ausführungsform weist die Deformation der optischen Wirkfläche des optischen Elements in zur optischen Wirkfläche senkrechter Richtung einen Wert bzw. eine Erstreckung im Bereich von (0.01 bis 30) m auf.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen dar- gestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN Es zeigen
Figur 1 eine schematische Darstellung des möglichen Aufbaus eines
sehen Elements gemäß einer Ausführungsform der Erfindung; Figur 2 ein Diagramm zur Erläuterung eines der vorliegenden Erfindung zugrundeliegenden Prinzips;
Figur 3 ein Diagramm einer beispielhaften, bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren eingestellten geometrischen Form der optischen Wirkfläche eines optischen Elements;
Figur 4 eine schematische Darstellung des möglichen Aufbaus eines optischen Elements gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung; Figur 5 ein Diagramm zur Erläuterung eines der Ausführungsform von
Figur 4 zugrundeliegenden Prinzips; und
Figur 6 eine schematische Darstellung des möglichen Aufbaus einer für den Betrieb im EUV ausgelegten mikrolithographischen Projekti- onsbelichtungsanlage.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN Im Weiteren wird zunächst unter Bezugnahme auf Fig. 1 ein möglicher Aufbau eines optischen Elements in Form eines Spiegels anhand einer ersten Ausführungsform der Erfindung erläutert.
Gemäß der schematischen Darstellung von Fig. 1 weist ein optisches Element 100 in Form eines EUV-Spiegels, dessen optische Wirkfläche mit„101 " bezeichnet ist, auf einem Substrat 102 ein Schichtsystem 103 auf, welches u.a. ein Reflexionsschichtsystem 106 aufweist, das in bekannter Weise und lediglich beispielhaft aus einer Aufeinanderfolge von Molybdän (Mo)- und Silizium (Si)-Schichten gebildet sein kann. Mit„105" ist eine Substratschutzschicht bezeichnet, welche zum Schutz u.a. des Substrats 102 vor eindringenden EUV-Photonen dient. Darüber hinaus können in für sich bekannter Weise weitere funktionelle Schichten (z.B. Haftschichten, Anti-Stressschichten etc.) im Schichtsystem 103 vorhanden sein.
Gemäß der Erfindung ist in das Schichtsystem 103 eine thermisch deformierbare Schicht 104 eingebaut, welche über dem Substrat 102 (z.B. durch Magnetron-
Sputtern) aufgebracht und hierbei ebenfalls durch die Substratschutzschicht 105 vor eindringenden EUV-Photonen geschützt ist. Aus Gründen der Schichthaftung
kann z.B. noch eine weitere Haftvermittlerschicht zwischen der thermisch deformierbaren Schicht 104 und dem Substrat 102 vorhanden sein.
Gemäß einer Ausführungsform ist die thermisch deformierbare Schicht 104 aus einem Material gebildet, welches in Abhängigkeit von der Temperatur einen Phasenübergang zwischen einer Martensit-Phase und einer Austenit-Phase aufweist, wie nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 2 näher beschrieben wird.
Dieser Phasenübergang wird nun erfindungsgemäß dazu genutzt, eine nach Fer- tigung des optischen Elements 100 ermittelte, fertigungsbedingte Formabweichung der optischen Wirkfläche 101 im Nachhinein (bezogen auf den Beschich- tungsprozess), jedoch noch vor Einbau des optischen Elements 100 in das optische System (z.B. in das Projektionsobjektiv einer anhand von Fig. 4 beschriebenen mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage) zu korrigieren, indem nämlich ein lokal variierendes Temperaturfeld an das optische Element 100 angelegt wird, welches unter Ausnutzung des in der thermisch deformierbaren Schicht 104 stattfindenden Phasenübergangs eine von diesem Temperaturfeld abhängige lokal variierende Schichtdickenänderung und damit eine hiermit korrespondierende Manipulation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche 101 bewirkt.
Das Anlegen des Temperaturfeldes kann z.B. durch Einleitung von Infrarotstrahlung unter Verwendung einer IR-Laseranordnung erfolgen, wobei darauf zu achten ist, dass in den einzelnen, je nach gewünschter Schichtdickenänderung mit unter- schiedlicher Temperatur zu beaufschlagenden Zonen des optischen Elements die
Einstellung der betreffenden Temperatur möglichst schnell erfolgt, also der sich aus den unterschiedlichen Temperaturen ergebende Temperaturgradient möglichst sofort eingestellt wird und insbesondere schneller realisiert ist, als die zwischen den jeweiligen Zonen einsetzende Wärmedissipation einen signifikanten Temperaturausgleich herbeiführen kann.
Nach Entfernen des Temperaturfeldes bzw. erneutem Abkühlen des optischen Elements 100 bleibt nun erfindungsgemäß die Schichtdickenänderung der defor-
mierbaren Schicht 104 bzw. die geometrische Form der optischen Wirkfläche 101 erhalten, da - wie im Weiteren erläutert - die deformierbare Schicht 104 zuvor gerade entsprechend konfiguriert wurde. Hierunter ist zu verstehen, dass der für die deformierbare Schicht 104 charakteristische Hystereseverlauf in der Abhängigkeit „Schichtdicke vs. Temperatur" so eingestellt bzw. manipuliert wird, dass unter Berücksichtigung der konkret erwarteten Betriebstemperatur des optischen Elements 100 in dem optischen System (z.B. im Projektionsobjektiv) die durch Anlegen des Temperaturfeldes in dem optischen Element 100 aktiv erzielte Verformung im weiteren Betrieb erhalten bleibt, also bei Betriebstemperatur kein Phasenübergang des optischen Systems mehr stattfindet.
Fig. 2 zeigt ein Diagramm zur Erläuterung des der vorliegenden Erfindung zugrundeliegenden Prinzips. In dem Diagramm von Fig. 2 ist für eine beispielhafte, in einem erfindungsgemäßen optischen Element 100 vorhandene deformierbare Schicht 104, welche aus einer Heusler-Legierung mit einem in Abhängigkeit von der Temperatur erfolgenden Phasenübergang zwischen einer Martensit-Phase und einer Austenit-Phase besteht, ein Hystereseverlauf in der Abhängigkeit„Schichtdicke vs. Temperatur" dargestellt, wobei im Weiteren sowohl das Prinzip der in dieser Schicht 104 erfindungsgemäß erfolgenden, thermisch induzierten Schichtdickenvariation als auch die erfindungsgemäß zuvor vorgenommene, geeignete Konfiguration der deformierbaren Schicht 104 beschrieben wird. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Heusler-Legierung zur Ausbildung der deformierbaren Schicht 104 auf das Substrat 102 bei einer vergleichsweise hohen Temperatur abgeschieden wird, bei der die Heusler-Legierung in der Austenit- Phase vorliegt (Position „0" entlang der Hysteresekurve). Von diesem Zustand ausgehend erfolgt ein Abkühlen des optischen Elements 100 bzw. der Schicht 104 bis zur vollständigen Umwandlung des Materials der Schicht 104 in die Martensit-
Phase (Position„1 " entlang der Hysteresekurve), d.h. unter die hierfür geltende Sättigungstemperatur (die in Fig. 2 mit„Mf" bezeichnet ist und für die ein beispiel-
hafter Wert Mf=-20°C angenommen wird). Hierbei wird die die deformierbare Schicht 104 bildende Heusler-Legierung erforderlichenfalls aktiv gekühlt.
Nach anschließendem Aufwärmen auf Raumtemperatur (im Beispiel RT=20°C) er- folgt sodann das erfindungsgemäße Anlegen eines lokal variierenden Temperaturfeldes an das optische Element 100, wobei das optische Element 100 zumindest bereichsweise über die spätere Betriebstemperatur (welche z.B. 50°C oder auch mehr betragen kann) hinaus erwärmt wird mit der Folge, dass je nach Position unterschiedliche Temperaturen und damit unterschiedliche lokale Ausdehnungen bzw. Schichtdickenänderungen entsprechend dem jeweils bei der Aufwärmung erreichten Punkt auf der Hysteresekurve (z.B. die Punkte„3" bzw.„5" in Fig. 2) erzielt werden.
Diese Punkte„3" und„5" liegen jeweils auf der ansteigenden Flanke der Hystere- sekurve, so dass über die entsprechende Temperatureinstellung die lokale Ausdehnung bzw. Schichtdickenänderung der deformierbaren Schicht 104 und damit die Manipulation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche 101 im Wesentlichen kontinuierlich eingestellt werden kann. Fig. 3 zeigt hierzu ein Diagramm einer lediglich beispielhaften, bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingestellten Variation der geometrischen Form der optischen Wirkfläche 101 des optischen Elements 100.
Nach erneutem Abkühlen z.B. auf Raumtemperatur (wobei z.B. in Fig. 2 die Punkte„2", „4" bzw. „6" erreicht werden) findet dann im Wesentlichen keine weitere lokale Schichtdickenänderung mehr statt, so dass die induzierte Deformation mindestens teilweise erhalten bzw.„eingefroren" bleibt.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die in Fig. 2 angegebenen Temperaturen sowie der konkrete Verlauf der Hysteresekurve lediglich beispielhaft sind und gegebe- nenfalls (etwa für eine höhere Betriebstemperatur des optischen Systems) entsprechend angepasst werden können.
Erfindungsgemäß wird zum einen ausgenutzt, dass bei nachfolgendem Betrieb des optischen Systems, in welchem das optische Element 100 eingesetzt wird, die jeweils geltenden Übergangstemperaturen für einen weiteren Phasenübergang nicht mehr erreicht werden, so dass die durch Anlegen des Temperaturfeldes an das optische Element 100 erzielte aktive Verformung im weiteren Betrieb des optischen Systems erhalten bleibt. Dies wird dadurch erreicht, dass das optische Element 100 zunächst in geeigneter Weise derart konfiguriert wird, dass die jeweiligen Übergangstemperaturen in hinreichendem Abstand zur Betriebstemperatur (z.B. wie in Fig. 2 gezeigt) liegen.
Das Konfigurieren des optischen Elements 100 umfasst zunächst das vorstehend beschriebene Abkühlen unter die Sättigungstemperatur zur vollständigen Umwandlung in die Martensit-Phase (Position„1 " entlang der Hysteresekurve), zum anderen jedoch auch z.B. eine geeignete Materialauswahl, -mischung sowie - nachbehandlung der Heusler-Legierung, wodurch sich die jeweiligen Übergangstemperaturen (d.h. in Fig. 2 die für den Phasenübergang in die Austenit-Phase bzw. in die Martensit-Phase geltenden Einsatz- bzw. Sättigungstemperaturen As, Af, Ms und Mf) zusätzlich manipulieren bzw. in je nach Betriebstemperatur geeigneter Weise einstellen lassen.
Konkret kann etwa das Material der deformierbaren Schicht 104 Nickel-Titan (NiTi) als Heusler-Legierung aufweisen, wobei durch Dotierung bzw. partiellen Ersatz von Nickel (Ni) durch Platin (Pt) oder Palladium (Pd) eine Verschiebung der o.g. Einsatz- bzw. Sättigungstemperaturen As, Af, Ms und Mf zu höheren Werten er- reicht werden kann. In weiteren Ausführungsformen kann eine solche Manipulation der o.g. Einsatz- bzw. Sättigungstemperaturen As, Af, Ms und Mf zusätzlich oder alternativ (zur Konditionierung der Schicht direkt nach Deposition) auch über die Durchführung eines Temperprozesses und/oder das Anlegen eines äußeren Magnetfeldes erzielt werden.
Des Weiteren können auch Form und Größe der den Phasenübergang beschreibenden Hysteresekurve von Fig. 2 manipuliert werden. Lediglich beispielhaft kann das Material der deformierbaren Schicht 104 Nickel-Titan (NiTi) als Heusler-
Legierung aufweisen, wobei durch Dotierung bzw. partiellen Ersatz von Nickel (Ni) durch Hafnium (Hf) eine Verbreitung der Hysteresekurve bzw. des Übergangsbereichs zwischen den jeweiligen Phasen erzielt werden kann, um den konkreten Verlauf der Schichtdickenänderung zwischen den o.g. Einsatz- bzw. Sättigungs- temperaturen As, Af, Ms und Mf zu manipulieren.
In weiteren Ausführungsformen kann ausgenutzt werden, dass durch Anlegen eines äußeren Magnetfeldes, z.B. an eine Heusler-Legierung aus Nickel-Mangan- Gallium (NiMnGa), sowohl die Form der den Phasenübergang beschreibenden Hysteresekurve als auch die o.g. Einsatz- bzw. Sättigungstemperaturen As, Af, Ms und Mf manipuliert werden können.
Die Erfindung ist nicht auf die einmalige Einstellung einer Deformation beschränkt. So kann in Ausführungsformen - etwa wenn die eingestellte Deformation im Ergebnis von der gewünschten abweicht oder wenn aus anderen Gründen eine Modifikation der Deformation erforderlich wird - auch eine erneute Überführung der Heusler-Legierung zunächst in die Austenit-Phase (Position„0" gemäß Fig. 2) und anschließend in die Martensit-Phase (Position„1 " in Fig. 2) (gewissermaßen als„Reset") erfolgen, um sodann unter erneutem Anlegen eines Temperaturfeldes eine modifizierte Schichtdickenänderung bzw. aktive Verformung des optischen Elements 100 zu erzielen. Des Weiteren kann auch nach dem Einstellen einer gewünschten Schichtdickenänderung erforderlichenfalls (und auch ohne den vorstehend beschriebenen „Reset") z.B. nach vorübergehendem Ausbau des optischen Elements 100 aus dem optischen System noch ein modifiziertes Temperaturfeld mit dem Ziel einer modifizierten Schichtdickenänderung bzw.
Verformung des optischen Elements 100 angelegt werden.
Die Erfindung ist ferner nicht auf das Anlegen eines lokal variierenden Temperaturfeldes an die thermisch deformierbare Schicht beschränkt. In weiteren Ausfüh- rungsformen kann die thermisch deformierbare Schicht auch derart konfiguriert werden, dass durch die beim Anlegen des Temperaturfeldes induzierte Deformation ein in dem optischen System vorhandener Fehler (z.B. eine optische Aberration oder ein Abbildungsfehler des Gesamtsystems) wenigstens teilweise
korrigiert wird. Falls etwa ein Fehler des gesamten optischen Systems schon von vornherein bekannt ist, kann in die thermisch deformierbare Schicht bereits eine entsprechende lokal variierende Dotierung eingearbeitet bzw. an der Schicht eine lokal variierende Nachbehandlung (z. B. durch Tempern oder Anlegen eines Mag- 5 netfeldes) derart vorgenommen werden, dass dann die gewünschte Korrektur auch durch Anlegen eines homogenen Temperaturfeldes erzielt werden kann.
Im Weiteren werden unter Bezugnahme auf Fig. 4 und 5 Aufbau und Wirkungsweise eines optischen Elements gemäß einer weiteren Ausführungsform der vor- 10 liegenden Erfindung beschrieben.
Gemäß Fig. 4 weist ein erfindungsgemäßes optisches Element 400 (im Beispiel wiederum in Form eines EUV-Spiegels) auf einem Substrat 402 (welches z. B. aus ULE® gefertigt sein kann) ein Schichtsystem 403 auf, welches wiederum ein Rei s flexionsschichtsystem 406 aufweist. Dieses Reflexionsschichtsystem 406 ist im Ausführungsbeispiel als Schichtstapel aus T1O2- und Si02-Schichten ausgestaltet, kann jedoch in weiteren Ausführungsformen auch als Schichtstapel aus Molybdän (Mo)- und Silizium (Si)-Schichten oder auch z. B. als Einzelschicht (beispielsweise aus Ruthenium (Ru)) ausgestaltet sein.
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Des Weiteren weist gemäß Fig. 4 das Schichtsystem 403 eine Schicht 404 aus einer Formgedächtnislegierung auf. Im Ausführungsbeispiel ist diese eine Titan- Nickel-Kupfer-Legierung, wobei die jeweiligen Anteile in geeigneter Weise ange- passt bzw. variiert werden können. Lediglich beispielhaft ist im Ausführungsbei-
25 spiel eine Zusammensetzung Ti5 .9Ni32.5Cui2.6 gewählt. In weiteren Ausführungsformen sind z. B. auch andere Titan-Nickel-Legierungen verwendbar, lediglich beispielhaft etwa Titan-Nickel-Palladium-Legierungen. Gegebenenfalls können auch weitere Elemente in der Formgedächtnislegierung enthalten sein. Die Schichtdicke der Schicht 404 kann lediglich beispielhaft im Bereich von (0.1 bis 80)μηΊ liegen,
30 wobei diese Schichtdicke vorzugsweise bis auf ±1 % konstant ist.
Das Schichtsystem 403 kann zusätzlich zum Reflexionsschichtsystem 406 sowie der die Formgedächtnislegierung aufweisenden Schicht 404 gegebenenfalls auch
weitere (Funktions-)Schichten aufweisen. Dabei kann die die Formgedächtnislegierung aufweisende Schicht 404 auch an anderer Stelle innerhalb des Schichtsystems 403 angeordnet sein. Des Weiteren kann die Schicht 404 vollflächig oder auch nur bereichs- bzw. zonenweise ausgebildet sein. Die zuletzt genannte, zonenweise Ausbildung kann z.B. unter Verwendung einer Maske bei Aufbringung der Schicht 404 erreicht werden. Ein geeignetes Verfahren zur Aufbringung der Schicht 404 ist insbesondere das Magnetronsputtern. Erforderlichenfalls kann zwischen den Schichten (z.B. zwischen der Schicht 404 und dem Reflexionsschichtsystem 406) eine Haftvermittlerschicht (z.B. aus Siliziumnitrid (Si3N )) vorhanden sein.
Im Weiteren wird die Funktionsweise der Formgedächtnislegierung in dem optischen System 400 von Fig. 4 unter Bezugnahme auf die schematische Darstellung von Fig. 5 näher beschrieben. Im Schaubild von Fig. 5 ist mit„510" lediglich stark vereinfacht und beispielhaft eine Gitterstruktur der Formgedächtnislegierung im Zustand der Niedrigtemperaturphase (Martensit in Zwillingsstruktur) dargestellt. Eine im Betrieb des optischen Systems auftretende Deformation führt zu der mit „520" bezeichneten Gitterstruktur („entzwillingte Martensitstruktur"). Die betreffende Deformation kann nun erfindungsgemäß dadurch kompensiert bzw. rückgängig gemacht werden, dass über einen Energieeintrag in die Formgedächtnislegierung und eine damit einhergehende Temperaturerhöhung ein Übergang in die Hochtemperaturphase (Austenit-Struktur) bewirkt wird. Die entsprechende Gitterstruktur in der so erreichten Hochtemperaturphase (Austenit-Struktur) ist in Fig. 5 mit„530" bezeichnet und geht, wie schematisch angedeutet ist, mit einer Rückkehr in die ursprüngliche Form einher, wobei diese Form auch nach Abkühlen, d.h. dem
Übergang zur Gitterstruktur 510 (Martensit) erhalten bleibt.
Der Energieeintrag in die Formgedächtnislegierung kann erfindungsgemäß somit dazu genutzt werden, eine unerwünschte Deformation (welche im Betrieb des optischen Elements bzw. des dieses Element aufweisenden optischen Systems z.B. thermisch induziert oder durch mechanische Spannungen etwa infolge vorhandener Fassungen hervorgerufen sein kann) rückgängig zu machen.
Der vorstehend genannte Energieeintrag in die Formgedächtnislegierung bzw. die Schicht 404 kann z.B. durch Beaufschlagung mit elektrischem Strom (über in Fig. 4 nicht dargestellte Elektroden), in anderen Ausführungsformen auch durch direkte Zufuhr von Wärmeenergie über eine Wärmequelle oder durch Laserbestrahlung erreicht werden.
In der Praxis kann z.B. die Wellenfrontwirkung des optischen Elements 400 von Fig. 4 analysiert werden, um eine im Betrieb des optischen Systems gegebenenfalls auftretende Oberflächendeformation des optischen Elements 400 festzustel- len. In Abhängigkeit von dem Auftreten einer solchen Oberflächendeformation des Schichtsystems 403 einschließlich der Schicht 404 kann sodann die vorstehend beschriebene„Aktivierung" der Schicht 404 über einen entsprechenden Energieeintrag erfolgen, so dass die wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrende Schicht 404 im Ergebnis die Oberflächendeformation rückgängig macht und die Oberflächenform des optischen Elements 400 und dessen Wellenfrontwirkung bis auf etwaige Restfehler wieder dem Idealzustand vor der unerwünschten Oberflächendeformation entspricht. In Ausführungsformen kann auch ein anders ausgeprägtes Wellenfrontbild (auf Basis einer Zernikepolynom-Fitting-Auswertung) eingestellt werden, wobei eine im optischen System anderenorts vorhandene Wellen- frontstörung durch aktive Zufuhr von Wärmeenergie in die Formgedächtnislegierung wenigstens teilweise kompensiert werden kann. Das die erfindungsgemäße Formgedächtnislegierung aufweisende optische Element kann somit auch als Korrekturelement eingesetzt werden, um über Einstellung einer gezielten Deformation eine im optischen System anderenorts vorhandene Wellenfrontstörung aktiv zu kompensieren.
In Ausführungsformen kann die Schicht 404 von vorneherein derart ausgestaltet werden, dass eine gezielte Einwirkung auf bestimmte Deformationen mit gegebenenfalls einer oder mehreren Vorzugsrichtung(en) erreicht werden kann. Hierzu kann die bereits zuvor beschriebene, lediglich bereichs- bzw. zonenweise Aufbringung der Schicht 404 dienen, bei welcher die Schicht 404 von vorneherein in geeigneter Weise (z.B. durch Verwendung einer Maske im Sputterverfahren) strukturiert wird, um z.B. zur Berücksichtigung bestimmter Vorzugsrichtungen der Defor-
mation in solchen Richtungen z.B. ein höheres Biegemoment zu erreichen und in anderen Bereichen möglichst wenig mechanische Spannung einzubringen.
Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften für den Betrieb im EUV ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage, welche ein erfindungsgemäßes optisches Element aufweisen kann. Hierbei kann es sich bei dem reflektiven optischen Element insbesondere um einen der in der Beleuchtungseinrichtung oder im Projektionsobjektiv der Projektionsbelichtungsanlage vorhandenen EUV- Spiegel handeln.
Gemäß Fig. 6 weist eine Beleuchtungseinrichtung in einer für EUV ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage 600 einen Feldfacettenspiegel 603 und einen Pupil- lenfacettenspiegel 604 auf. Auf den Feldfacettenspiegel 603 wird das Licht einer Lichtquelleneinheit, welche eine Plasmalichtquelle 601 und einen Kollektorspiegel 602 umfasst, gelenkt. Im Lichtweg nach dem Pupillenfacettenspiegel 604 sind ein erster Teleskopspiegel 605 und ein zweiter Teleskopspiegel 606 angeordnet. Im Lichtweg nachfolgend ist ein Umlenkspiegel 607 angeordnet, der die auf ihn treffende Strahlung auf ein Objektfeld in der Objektebene eines sechs Spiegel 651 - 656 umfassenden Projektionsobjektivs lenkt. Am Ort des Objektfeldes ist eine re- flektive strukturtragende Maske 621 auf einem Maskentisch 620 angeordnet, die mit Hilfe des Projektionsobjektivs in eine Bildebene abgebildet wird, in welcher sich ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes Substrat 661 auf einem Wafertisch 660 befindet. Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrieben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alternative Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merkmalen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Ausführungsformen von der vor- liegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im
Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalente beschränkt ist.