Verfahren zur Herstellung einer Katalysatoranordnung für die
Herstellung von Phthalsäureanhydrid
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Phthalsäureanhydrid durch katalytische Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, wobei das Verfahren mittels einer Katalysatoranordnung durchgeführt wird, die eine erste
Katalysatorlage an der Gaseintrittsseite und mindestens eine zweite Katalysatorlage nach der ersten Katalysatorlage in Gasdurchflussrichtung mit unterschiedlicher katalytischer Aktivität aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass bei der
Durchführung der Gasphasenoxidation in der ersten
Katalysatorlage eine niedrigere Maximaltemperatur gebildet wird als in der zweiten Katalysatorlage. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung der
erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung sowie die
erfindungsgemäße Katalysatoranordnung selbst.
Die großtechnische Produktion von Phthalsäureanhydrid wird durch die katalytische Gasphasenoxidation von O-Xylol und/oder Naphthalin erzielt. Zu diesem Zweck wird ein für die Reaktion geeigneter Katalysator in einen Reaktor, vorzugsweise einen sogenannten Rohrbündelreaktor, in dem eine Vielzahl von Rohren parallel angeordnet sind, gefüllt, und von oben oder unten mit einem Gemisch aus dem/den Kohlenwasserstoff/en und einem sauerstoffhaltigen Gas, beispielsweise Luft, durchströmt.
Aufgrund der starken Wärmebildung solcher Oxidationsreaktionen ist es nötig, die Reaktionsrohre zur Vermeidung von
sogenannten Hotspots (heißen Flecken) mit einem
Wärmeträgermedium zu umspülen und somit die entstandene
Wärmeenergie abzuführen. Diese Energie kann zur Produktion von Dampf genutzt werden. Als Wärmeträgermedium dient in der Regel eine Salzschmelze und hier vorzugsweise ein eutektisches
Gemisch aus NaN02 und KNO3.
Heutzutage werden für die Oxidation von o-Xylol und/oder
Naphthalin zu Phthalsäureanhydrid Mehrlagenkatalysatorbetten eingesetzt. Ziel dabei ist es, die Aktivität der einzelnen Katalysatorlagen dem Reaktionsverlauf entlang der
Reaktionsachse anzupassen. Dadurch ist es möglich, eine hohe Ausbeute am Wertprodukt PSA und gleichzeitig eine möglichst geringe Ausbeute an unerwünschten Zwischenprodukten wie z.B. Maleinsäureanhydrid und/oder Phthalid zu erzielen.
Üblicherweise weist die erste Katalysatorlage (= die am nächsten zum Reaktoreingang gelegene Katalysatorlage) die geringste Aktivität auf, da im reaktoreingangsnahen Bereich die höchste Eduktkonzentration und damit die größte
Reaktionsgeschwindigkeit auftreten. Durch die bei der
chemischen Umsetzung frei werdende Wärme wird das Reaktionsgas bis zu der Stelle aufgeheizt, an der die durch die Reaktion erzeugte Energie gerade so groß ist, wie die an das Kühlmittel abgegebene Energie. Diese heißeste Stelle im Reaktionsrohr wird "Hotspot" genannt. Eine zu hohe Aktivität in der ersten Katalysatorlage wird zu einem unkontrollierten Ansteigen der Hotspot-Temperatur führen, die üblicherweise zu einer
Selektivitätsreduktion oder gar zu einem "runaway" führen kann .
Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der bei der Auslegung der Aktivität der einzelnen Katalysatorlagen beachtet werden muss, ist die Position des Hotspots in der ersten Katalysatorlage. Da sich mit zunehmender Betriebszeit die Katalysatoraktivität verringert, verschiebt sich die Position des Hotspots immer weiter in Richtung Reaktorausgang. Dies kann sogar so weit
führen, dass der Hotspot aus der ersten Katalysatorlage in die zweite Katalysatorlage oder sogar in eine noch später folgende Lage wandert. Häufig muss aufgrund der damit einhergehenden signifikant abfallenden PSA-Ausbeute in einem solchen Fall der Katalysator ausgetauscht werden, was zu hohen
Betriebsausfällen führt.
EP 1 084 115 Bl beschreibt eine Mehrlagenkatalysatoranordnung für die Oxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin zu
Phthalsäureanhydrid, bei dem die Aktivität der einzelnen
Katalysatorlagen von der Reaktoreingangs- zur
Reaktorausgangsseite kontinuierlich zunimmt. Dies wird erzielt durch Erhöhung der aktiven Masse in Kombination mit der
Absenkung des Alkalimetallgehalts des Katalysators und zwar derart, dass die Katalysatorlage direkt am Katalysatoreingang den geringsten Aktivmassegehalt und höchsten
Alkalimetallgehalt aufweist.
DE 103 23 818 AI beschreibt eine Mehrlagenkatalysatoranordnung für die Oxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin zu
Phthalsäureanhydrid aus mindestens drei aufeinanderfolgenden Katalysatorlagen, bei denen die Aktivität der einzelnen
Katalysatorlagen von der Reaktoreingangs- zur
Reaktorausgangsseite kontinuierlich zunimmt. Dies wird erzielt durch Einsatz von Ti02 mit unterschiedlicher BET-Oberfläche und zwar derart, dass die BET-Oberfläche des verwendeten Ti02 in der Katalysatorlage am Reaktoreingang geringer ist, als in den nachfolgenden Katalysatorlagen und in der letzten
Katalysatorlage (Reaktorausgang) am höchsten ist.
DE 103 23 461 AI beschreibt eine Mehrlagenkatalysatoranordnung für die Oxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin zu
Phthalsäureanhydrid, bei dem die Aktivität der einzelnen
Katalysatorlagen von der Reaktoreingangs- zur
Reaktorausgangsseite zunimmt, wobei das Verhältnis von V205 zu Sb203 in der ersten Katalysatorlage zwischen 3,5 : 1 und 5 : 1 liegt . DE 103 23 817 AI beschreibt eine Mehrlagenkatalysatoranordnung für die Oxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin zu
Phthalsäureanhydrid aus mindestens drei aufeinanderfolgenden Katalysatorlagen, bei dem die Aktivität der einzelnen
Katalysatorlagen von der Reaktoreingangs- zur
Reaktorausgangsseite kontinuierlich zunimmt, wobei die letzte, den Reaktorausgang am nächsten liegende Schicht mehr als 10 Gew.-% V205 enthält und als einzige Lage Phosphor aufweist.
Nachteilig an den dort angegebenen erfindungsgemäßen
Katalysatoren bzw. Mehrlagenkatalysatorsystemen ist, dass trotz des Einsatzes solcher strukturierter Katalysatoren die Lebensdauer des Katalysators insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Verlagerung des Hotspots in der Richtung des
Gasstroms nicht zufriedenstellend ist. Eine Positionierung des Hotspots in der aktivsten Katalysatorlage weiter zur
Gasaustrittsseite hin beschränkt auch die Möglichkeit der Feineinstellung der Selektivität des Katalysators zur
Vermeidung von unerwünschten Nebenprodukten. Es besteht daher ein ständiger Bedarf nach verbesserten mehrlagigen Katalysatoranordnungen zur Herstellung von
Phthalsäureanhydrid oder anderen durch Partialoxidation von Kohlenwasserstoffen erhältlichen Produkten. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand daher in der Bereitstellung einer Katalysatoranordnung, insbesondere zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, das die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere eine vorteilhafte
Positionierung des Hotspots und eine höhere Lebensdauer der in der Katalysatoranordnung enthaltenen Katalysatoren ermöglicht. Dies soll im Zusammenhang mit einer Erhöhung der
Produktausbeute einhergehen.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur
Herstellung/Optimierung einer Katalysatoranordnung zur
Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen umfassend das
Anordnen einer ersten Katalysatorlage der Länge Li und
mindestens einer zweiten Katalysatorlage der Länge L2 mit jeweils unterschiedlichen katalytischen Aktivitäten bezüglich der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen, wobei die erste Katalysatorlage an der Gaseintrittsseite für ein
Reaktionsgas und die mindestens eine zweite Katalysatorlage nachfolgend zur ersten Katalysatorlage in
Gasdurchflussrichtung angeordnet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Katalysatoranordnung bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen ein Temperaturprofil aufweist, das von der ersten zur zweiten Katalysatorlage ansteigend ist.
Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Katalysatoranordnung zur Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen umfassend eine erste Katalysatorlage Κχ der Länge Li und mindestens eine zweite Katalysatorlage K2 der Länge L2 mit jeweils
unterschiedlicher katalytischer Aktivität bezüglich der
Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen, wobei die erste Katalysatorlage Ki und die mindestens eine zweite
Katalysatorlage K2 zusammen eine Katalysatorlage K mit der Gesamtlänge Li + L2 bilden und wobei die erste Katalysatorlage Ki an der Gaseintrittsseite für ein Reaktionsgas und die zweite Katalysatorlage K2 nach der ersten Katalysatorlage Ki in
Gasdurchflussrichtung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Katalysatoranordnung ein Temperaturprofil aufweist,
das bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen von der ersten zur zweiten Katalysatorlage ansteigend ist.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch katalytische
Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, wobei das Verfahren mittels einer Katalysatoranordnung durchgeführt wird, die eine erste Katalysatorlage an der Gaseintrittsseite und mindestens eine zweite Katalysatorlage nach der ersten Katalysatorlage in Gasdurchflussrichtung mit unterschiedlichen katalytischen Aktivitäten aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Durchführung der Gasphasenoxidation in der ersten Katalysatorlage eine niedrigere Maximaltemperatur (Hotspot- Temperatur) gebildet wird als in der zweiten Katalysatorlage.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen .
Erfindungsgemäß ist es bevorzugt, dass als erste
Katalysatorlage eine Katalysatorlage mit höherer katalytischer Aktivität als der zweiten Katalysatorlage verwendet wird.
Bevorzugt ist dabei, dass das Temperaturprofil derart ist, dass bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen die Maximaltemperatur in der ersten Katalysatorlage um 10 bis 100 °C, mehr bevorzugt 20 bis 90 °C, am meisten bevorzugt 30 bis 70 °C, niedriger ist als in der zweiten Katalysatorlage.
Gemäß einer Ausführungsform ist es bevorzugt, dass nach der zweiten Katalysatorlage in Gasdurchflussrichtung eine dritte Katalysatorlage angeordnet wird, wobei die katalytische
Aktivität von der zweiten Katalysatorlage zu der dritten
Katalysatorlage ansteigt. Dabei ist vorzugsweise das
Temperaturprofil von der zweiten zur dritten Katalysatorlage abfallend. Insbesondere ist das Temperaturprofil derart, dass
bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen die
Maximaltemperatur in der dritten Katalysatorlage um 10 bis 100 °C, mehr bevorzugt 20 bis 90 °C, am meisten bevorzugt 30 bis 70 °C, niedriger ist als in der zweiten Katalysatorlage.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass nach der dritten Katalysatorlage in
Gasdurchflussrichtung eine vierte Katalysatorlage angeordnet wird, wobei die katalytische Aktivität von der dritten
Katalysatorlage zu der vierten Katalysatorlage ansteigt. Dabei ist vorzugsweise das Temperaturprofil von der zweiten zur vierten (und auch zur dritten) Katalysatorlage abfallend.
Insbesondere ist das Temperaturprofil derart, dass bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen die
Maximaltemperatur in der vierten Katalysatorlage um 10 bis 100 °C, mehr bevorzugt 20 bis 90 °C, am meisten bevorzugt 30 bis 70 °C, niedriger ist als in der zweiten und um 1 bis 50 °C, mehr bevorzugt um 5 - 25°C, am meisten bevorzugt um 5 bis 10°C niedriger ist als in der dritten Katalysatorlage.
Es können darüber hinaus weitere Katalysatorlagen nachfolgend in Gasdurchflussrichtung angeordnet werden, wobei vorzugsweise deren katalytische Aktivität vorzugsweise weiter ansteigt. Weiterhin bevorzugt ist dabei, dass die Maximaltemperatur bei der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen ebenfalls niedriger ist als in der zweiten Katalysatorlage. Die
Maximaltemperatur kann auch insgesamt, ausgehend von der zweiten Lage mit der höchsten Maximaltemperatur von Lage zu Lage abnehmen.
Erfindungsgemäß wurde überraschend gefunden, dass wenn
ausgehend von einer Katalysatoranordnung gemäß Stand der
Technik, welche mindestens eine, bevorzugt zwei oder mehr Katalysatorlagen aufweist, ein Teil der ersten, zur
Gaseintrittsseite hin gelegenen Katalysatorlage durch eine vorgeschaltete Lage eines Katalysators mit einer höheren
Aktivität als die der ersten Katalysatorlage der
Ausgangskonfiguration gemäß Stand der Technik ersetzt wird, dies vorteilhaft für die Positionierung und Stabilisierung des Temperaturmaximums ist. Bei dieser Vorgehensweise wird der verbleibende Teil der ersten Katalysatorlage der
Ausgangskonfiguration zur zweiten Katalysatorlage in der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung. Durch die direkt am Reaktoreingang befindliche vorgeschaltete Katalysatorlage mit einer höheren Aktivität als die der darauffolgenden zweiten Katalysatorlage (in der Ausgangskonfiguration der ersten
Katalysatorlage entsprechend) wird die
Reaktionsgeschwindigkeit in einem vergleichsweise kurzen
Bereich am Reaktoreingang, in dem aufgrund der niedrigen
Temperatur üblicherweise nur geringe
Reaktionsgeschwindigkeiten und damit geringe chemische
Umsetzungen auftreten, deutlich erhöht. Daraus resultiert in der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung eine frühere
Positionierung des Temperaturmaximums (Hotspots) näher am Reaktoreingang, als ohne die vorgeschaltete erste
Katalysatorlage gemäß Stand der Technik. Dies ist im Hinblick auf eine lange Lebensdauer (Standzeit) , wie oben beschrieben, von Vorteil und ermöglicht auch eine bessere Feineinstellung der Katalysatorselektivität in den Katalysatorabschnitten, die zur Gasaustrittsseite sich hinter dem oben genannten Hotspot befinden. Dadurch lassen sich auch Ausbeute und Selektivität steigern .
Im Sinne dieser Erfindung wird meist von einer vorgeschalteten bzw. nachfolgenden Katalysatorlage gesprochen, wobei hier die Anordnung der Katalysatorlage immer die Gasdurchflussrichtung in der Katalysatoranordnung gemeint ist. Eine nachfolgende
Katalysatorlage bedeutet also nachfolgend in
Gasdurchflussrichtung zu der vorhergehenden Katalysatorlage.
Die Länge der vorgeschalteten Katalysatorlage sowie die
Aktivität der vorgeschalteten Katalysatorlage sind in erster Linie abhängig von der Lage des Hotspots, das heißt des
Temperaturmaximums, bei der Umsetzung von Kohlenwasserstoffen in einer Gasphasenoxidation . Die Ermittlung des Hotspots kann somit in einer für den gewünschten Zweck geeigneten
Ausgangskatalysatoranordnung ermittelt werden. Diese Lage des Hotspots in der Ausgangskonfiguration, ausgedrückt als Abstand des Hotspots in der ersten Katalysatorlage vom Beginn der Katalysatorschüttung (an der Gaseintrittsseite eines Reaktors) kann als AHs bezeichnet werden und liegt bei vielen
Katalysatoranordnungen des Standes der Technik zwischen 60 und 120 cm, insbesondere zwischen 70 bis 100 cm. Erfindungsgemäß wird nun vorzugsweise ein solcher Teil der ersten
Katalysatorlage der Ausgangskonfiguration ersetzt, wobei die Länge dieser ersetzten Katalysatorlage kürzer ist, als der Abstand AHs (gemessen vom Beginn der Katalysatorlage an der Gaseintrittsseite bis zum Hotspot) , der für die
Ausgangskonfiguration ermittelt wurde. Dadurch soll vermieden werden, dass in der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung der Hotspot in der aktiveren, vorgeschalteten Katalysatorlage liegt. Erfindungsgemäß liegt dementsprechend der Hotspot, d.h. die Maximaltemperatur, vorzugsweise in der zweiten
Katalysatorlage der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung. Dabei wurde überraschend gefunden, dass sich durch die
Verwendung der vorgeschalteten aktiveren Katalysatorlage eine Verringerung des Abstands AHs erzielen lässt, das heißt der Hotspot näher zur Gaseintrittsseite hin liegt, als in der Ausgangskonfiguration. Die damit verbundene Verbesserung der Lebensdauer und der Performance des Katalysators wurden hierin bereits erwähnt.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Länge Li der ersten Katalysatorlage 0,1 bis 0,9 mal AHs beträgt, wobei AHs die Position eines Hotspots (HS) bedeutet, welcher bei einer Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen in einer der zweiten Katalysatorlage entsprechenden
Katalysatorlage KA mit der Länge L (= Li + L2) entsteht, wobei die Position des Hotspots vom Beginn an der Gaseintrittsseite der Katalysatorlage KA in Gasdurchflussrichtung bis zum Hotspot gemessen wird. Die Katalysatorlage KÄ entspricht somit einer ersten Katalysatorlage irgendeiner geeigneten
Ausgangskonfiguration. In dieser Katalysatorlage wird
entsprechend die Position AHs des Hotspots ermittelt und anhand der Position kann die Länge der gewünschten ersten
(vorgeschalteten) Katalysatorlage für die erfindungsgemäße Katalysatoranordnung bestimmt werden.
Wie oben bereits angedeutet, kann als Ausgangskonfiguration somit jegliche im Stand der Technik beschriebene, mindestens eine, bevorzugt mindestens zwei Katalysatorlagen aufweisende Katalysatoranordnung zur partiellen Oxidation von
Wasserstoffen, insbesondere zur Herstellung von
Phthalsäureanhydrid durch Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, eingesetzt werden. Beispielsweise kann hier verwiesen werden auf die Katalysatoranordnungen, wie sie in der DE 10 2004 026 472 und DE 10 2004 026 471 oder in den vorstehend genannten EP 1 084 115 AI, DE 103 23 818 AI, DE 102 23 461 AI, DE 103 23 817 AI offenbart sind. Ebenso können auch andere dem Fachmann aus dem Stand der Technik geläufige, mindestens eine, vorzugsweise mindestens zwei unterschiedliche Katalysatorlagen aufweisende Katalysatoranordnungen als
Ausgangskonfiguration zur Herstellung der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung verwendet werden. Bei den zwei- oder mehrlagigen PSA-Katalysatoranordnungen des Standes der Technik
ist in der Regel vorgesehen, dass die Katalysatoraktivität von der Gaseintrittsseite zur Gasaustrittseite von Lage zu Lage zunimmt. Entsprechend soll der Hotspot in der ersten, am wenigsten aktiven Katalysatorlage, die gleichzeitig eine hohe Selektivität aufweist, positioniert sein.
Erfindungsgemäß wird bevorzugt, dass die Katalysatorlagen unterschiedlich zusammengesetzt sind, wobei sich die
Katalysatorlagen, insbesondere die erste (vorgeschaltete) und die zweite Katalysatorlage der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung, beispielsweise nur durch einen
unterschiedlichen Aktivmassegehalt, zum Beispiel auch bezogen auf ein bestimmtes Reaktorvolumen, unterscheiden können. Wie oben bereits ausgeführt, ist die Länge der Katalysatorlage neben der Aktivität der vorgeschalteten ersten Katalysatorlage wichtig für die Positionierung des Temperaturmaximums.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist, dass das Verhältnis der Länge der ersten Katalysatorlage zur zweiten Katalysatorlage kleiner oder gleich 0,9, bevorzugt 0,1 bis 0,9, insbesondere 0,1 bis 0,7 und besonders bevorzugt zwischen 0,15 und 0,5 liegt.
Dadurch wird sichergestellt, dass die erste Lage nicht zu lang gegenüber der zweiten Lage, in der sich vorzugsweise das
Temperaturmaximum befinden soll, ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist bevorzugt, dass etwa 5 bis 60 % der Gesamtlänge L der Katalysatorlage K aus der ersten Katalysatorlage bestehen. Besonders bevorzugt bestehen etwa 10 bis 50 % der ersten Katalysatorlage,
berechnet von Beginn der Katalysatorschüttung an der
Gaseintrittsseite, aus der ersten Katalysatorlage.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass der erfindungsgemäße Katalysator mindestens
eine dritte Katalysatorlage umfasst, die nachfolgend zur zweiten Katalysatorlage in Gasdurchflussrichtung angeordnet ist. Darüber hinaus können weitere Katalysatorlagen,
beispielsweise eine vierte, fünfte, sechste, siebte oder achte Katalysatorlage und so weiter nachfolgend angeordnet sein.
Im Sinne der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Läge der ersten Katalysatorlage etwa 5 bis 30 %, besonders bevorzugt 10 bis 25 % der Länge aller Katalysatorlagen, bezogen auf die Gesamtlänge der Katalysatoranordnung in Gasdurchflussrichtung, beträgt .
Neben anderen Faktoren spielt bei der Gestaltung der Länge auch die Höhe des axialen Temperaturgradienten im umgebenden Kühlmedium eine Rolle. In jedem Fall ist die Länge der ersten Katalysatorlage kleiner, als es der Position eines fiktiven Hotspots, gemessen als Abstand vom Beginn der
Katalysatorschüttung bis zum Erreichen der maximalen
Temperatur entspräche, der sich ausbilden würde, wenn man anstelle der ersten Katalysatorlage den entsprechenden Bereich auch mit Katalysator der zweiten Lage (entsprechend dem
Katalysator der ersten Lage der Ausgangskonfiguration) füllen würde . Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass die katalytische Aktivität beginnend von der zweiten Katalysatorlage zur dritten und gegebenenfalls weiterer nachfolgender Katalysatorlagen zunimmt. Allgemein sind die Ausdrücke erste (vorgeschaltete) , zweite, dritte bzw. vierte Katalysatorlage, soweit nicht anders angegeben, auf die erfindungsgemäße Katalysatoranordnung bezogen und werden in Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wie folgt
verwendet. Als erste bzw. vorgeschaltete Katalysatorlage wird die zur Gaseintrittsseite hin gelegene Katalysatorlage der
erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung bezeichnet. Zur
Gasaustrittsseite hin sind in der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung bevorzugt noch mindestens zwei weitere Katalysatorlagen enthalten, die als zweite, dritte bzw.
gegebenenfalls vierte Katalysatorlage bezeichnet werden. Die dritte Katalysatorlage liegt dabei näher zur Gasaustrittsseite als die zweite Katalysatorlage. Die einzelnen Katalysatorlagen können mit oder ohne Durchmischung in den Grenzbereichen angeordnet werden, um die erfindungsgemäße mehrlagige
Katalysatoranordnung zu erhalten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die
Aktivität der dritten Katalysatorlage höher, als die der zweiten Katalysatorlage in der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung. Weiterhin bevorzugt ist die Aktivität einer gegebenenfalls vierten Katalysatorlage höher, als die der dritten Katalysatorlage in der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung. Sofern eine fünfte Katalysatorlage vorhanden ist, liegt die Aktivität der fünften Katalysatorlage wiederum vorzugsweise höher als die Aktivität der vierten Katalysatorlage. Es wurde weiterhin gefunden, dass es für die Performance und Lebensdauer des Katalysators besonders günstig ist, wenn die Aktivität von der zweiten Lage bis zur
Austrittsseite des Reaktionsgemisches, das heißt bis zur letzten Katalysatorlage kontinuierlich, das heißt von
Katalysatorlage zu Katalysatorlage in der erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung zunimmt.
Erfindungsgemäß kann die Aktivität der ersten Katalysatorlage durch alle dem Fachmann geläufigen Maßnahmen so eingestellt werden, dass sie höher liegt als die Aktivität der
nachfolgenden zweiten Katalysatorlage. Im Sinne der Erfindung ist demgemäß bevorzugt, dass die unterschiedliche katalytische Aktivität in den jeweiligen Katalysatorlagen bedingt ist durch
unterschiedliche chemische und/oder physikalische
Eigenschaften der in den jeweiligen Katalysatorlagen
enthaltenen Katalysatoren.
Unter physikalischen Eigenschaften der Katalysatoren kann beispielsweise die geometrische Form des Katalysatorkörpers verstanden werden, welches beispielsweise Einfluss auf die Schüttdichte des Katalysators in einem Reaktorrohr oder die Oberfläche oder den Staudruck hat. Unter chemischen
Eigenschaften können beispielsweise Zusammensetzungen,
Anwesenheit von diversen Promotoren und dergleichen der
Katalysatoren verstanden werden.
Beispielsweise kann die erhöhte Aktivität in der ersten
Katalysatorlage erreicht werden durch einen höheren Gehalt an aktiver Masse als in der zweiten Lage, durch eine höhere BET- Oberfläche eines Trägeroxids für die katalytisch aktive Masse als in der zweiten Lage, durch einen höheren Gehalt an
katalytisch aktiver Verbindung, beispielsweise Vanadium und/oder Antimon, als in der zweiten Lage, durch einen
geringeren Alkalimetallgehalt, z.B. Cäsium, als in der zweiten Lage, durch eine Erhöhung der Schüttdichte in der ersten
Katalysatorlage, zum Beispiel durch Einsatz einer anderen Geometrie bzw. Ringgeometrie des verwendeten Formkörpers, durch die Gegenwart bzw. eine größere Menge anderer
aktivitätssteigender Promotoren als in der zweiten
Katalysatorlage, oder durch die Abwesenheit bzw. eine
geringere Menge an aktivitätsdämpfenden Promotoren als in der zweiten Katalysatorlage sowie Kombinationen von zwei oder mehr der genannten Maßnahmen.
Besonders bevorzugt im Sinne dieser Erfindung ist, dass die erste Katalysatorlage im Vergleich zur zweiten Katalysatorlage einen höheren Aktivmassegehalt und/oder eine höhere BET-
Oberfläche aufweist. Da die BET-Oberfläche der Katalysatorlage in erster Linie von der BET-Oberfläche des verwendeten
Trägeroxids abhängt, ist nach einer bevorzugten
erfindungsgemäßen Ausführungsform die BET-Oberfläche des
Trägeroxids in der ersten Katalysatorlage höher als die BET- Oberfläche des Trägeroxids in der zweiten Katalysatorlage.
Die vorstehenden Maßnahmen zur Einstellung einer erhöhten Aktivität der ersten Katalysatorlage gegenüber der zweiten Katalysatorlage können natürlich auch zur bevorzugten
Abstimmung der Aktivitäten der nachfolgenden Katalysatorlagen, zum Beispiel der dritten und vierten, fünften, usw.,
Katalysatorlage, eingesetzt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung liegt die Aktivität der vorgeschalteten Katalysatorlage um
mindestens 5 %, insbesondere um mindestens 10 %, bevorzugt mindestens 20 %, insbesondere bevorzugt mindestens 30 % höher, als die Aktivität der nachfolgenden zweiten Katalysatorlage. Eine Methode zur Bestimmung bzw. zum Vergleich der Aktivität von Katalysatorlagen ist nachstehend im Methodenteil
angegeben. Darüber hinaus ist die Aktivität der ersten Lage in einer Ausführungsform der Erfindung maximal 300 % höher als die der ersten Katalysatorlage, bevorzugt maximal 200 %, mehr bevorzugt maximal 100 % und insbesondere bevorzugt maximal 80 % höher als die Aktivität der zweiten Lage. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Aktivität der ersten
Katalysatorlage im Bereich von 10 bis 30 % höher liegt als die der zweiten Katalysatorlage.
Bevorzugt kann die Zusammensetzung der zweiten und
nachfolgenden Katalysatorlagen der Ausgangskonfiguration unverändert bleiben. Bevorzugt kann auch die Lagenlänge der dritten und ggf. nachfolgenden Katalysatorlagen der
Ausgangskatalysatoranordnung (d.h. ohne vorgeschaltete erste Katalysatorlage) unverändert bleiben.
Insbesondere bevorzugt ist die zweite Katalysatorlage die am wenigsten aktive Katalysatorlage im der gesamten
erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung.
Erfindungsgemäß wird die Länge der ersten Katalysatorlage vorzugsweise derart bemessen, dass der Hotspot unter den gewünschten Reaktionsbedingungen in der zweiten
Katalysatorlage und nicht in der ersten Katalysatorlage selbi auftritt. Aus diesem Grund ist eine bevorzugte Länge der ersten Katalysatorlage bei der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung 20 - 70 cm, besonders bevorzugt 30 - 60 cm. Dabei liegt die übliche Länge von Reaktorrohren, in die beispielsweise die erfindungsgemäße Katalysatoranordnung eingebracht wird, zwischen etwa 2,5 und 3,5 m. Einfluss auf die Länge der ersten Katalysatorlage haben neben dem
Volumenstrom und der Beladung insbesondere auch der axiale Temperaturgradient im umgebenden Kühlmittel (Salzbad) . Bei einem hohen axialen Temperaturgradient, der bei schlechter Kühlmittelumwälzung entsteht, ist die Temperatur des
Kühlmittels am Reaktoreingang um bis zu 10 °C höher, als am Reaktorausgang. In diesem Fall ist die Länge der
vorgeschalteten Katalysatorlänge kürzer und deren Aktivität moderater zu wählen, als bei einem geringen axialen
Temperaturgradient im Kühlmittel.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Katalysatoren in den
Katalysatorlagen umfassen vorzugsweise einen inerten Träger und eine darauf angeordnete katalytisch aktive Masse. Die katalytisch aktive Masse umfasst besonders bevorzugt ein titanhaltiges Trägeroxid und darauf angeordnet, vorzugsweise schichtförmig, eine katalytisch aktive Zusammensetzung.
Die katalytisch aktive Zusammensetzung, bzw. die katalytisch aktive Masse enthält als Aktivkomponente bevorzugt Vanadium, Niob, Antimon, Bor, Calcium, Cäsium, Kalium, Lithium, Natrium, Kobalt, Eisen, Molybdän, Zirkon, Rubidium, Silber, Thallium, Wismut, Wolfram, Zinn, Phosphor und/oder deren Verbindungen und/oder Kombinationen davon. Besonders bevorzugt enthält die katalytisch aktive Masse als Aktivkomponente Vanadium,
besonders bevorzugt in Form von V205 und darüber hinaus auch Cäsium und/oder Antimon, besonders bevorzugt in Form von Sb203. Ebenso bevorzugt ist Phosphor in der katalytisch aktiven
Zusammensetzung enthalten.
Das titanhaltige Trägeroxid besitzt vorzugsweise eine BET Oberfläche von 10 bis 50 m2/g, besonders bevorzugt 15 bis m2/g und insbesondere etwa 20 bis 35 m2/g.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthalten die einzelnen Katalysatoren der Katalysatorlagen jeweils zumindest Titan und vorzugsweise auch Vanadium in der katalytisch aktiven Masse. Es wurde auch gefunden, dass besonders gute Ergebnisse bei der PSA-Herstellung erzielt werden, wenn der Vanadiumgehalt der katalytisch aktiven Masse in der ersten Katalysatorlage, berechnet als V205, bei mehr als 4 Gew.-%, insbesondere bei mehr als 5 Gew.-% liegt. Weiter bevorzugt sind jeweils auch Cäsium und/oder Antimon in den
Katalysatorlagen enthalten. Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform weist zumindest die zweite Katalysatorlage Cäsium auf, wobei bevorzugt die erste
Katalysatorlage einen geringeren Cäsiumgehalt, oder gar kein Cäsium, aufweist. Es wurde gefunden, dass sich dadurch das Zusammenspiel der vorgeschalteten Katalysatorlage mit einer gewünschten Reaktionsgeschwindigkeit zur primären Umsetzung von o-Xylol und/oder Naphthalin, unmittelbar am Beginn der
Katalysatoranordnung zur Gaseintrittsseite, und der zweiten Katalysatorlage mit einer frühen Positionierung des Hotspots näher am Reaktoreingang besonders gut bewerkstelligen lässt. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weisen die einzelnen Katalysatorlagen vorzugsweise kein Molybdän und/oder kein Wolfram auf, insbesondere nicht in einem atomaren
Verhältnis zu Vanadium im Bereich zwischen 0,01 und 2. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird weiterhin kein Nickel oder Kobalt in den eingesetzten Katalysatoren
verwendet. Nach einer noch weiteren Ausführungsform liegt der Natriumgehalt in der aktiven Masse bevorzugt bei weniger als 500 ppm, insbesondere weniger als 450 ppm. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfassen die Katalysatoren in der katalytisch aktiven Masse folgende
Bereiche :
V205 im Bereich von 1 bis 25 Gew.-%, bevorzugt 4 bis 20 Gew.-%, Sb203 im Bereich von 0 - 4 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 3,5 Gew.- %, Cäsium im Bereich von 0 - 1 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,8 Gew.-%, Phosphor im Bereich von 0 - 2 Gew.-%, bevorzugt 0,2 bis 1,5 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der katalytisch aktiven Masse. Der Anteil der katalytisch aktiven Masse am gesamten Katalysator beträgt vorzugsweise 4 bis 20 Gew.-%, mehr bevorzugt 4 bis 15 Gew.-%.
Neben den vorstehenden Komponenten besteht der Rest der
Aktivmasse zu mindestens 90 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 95 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 98 Gew.-%, insbesondere mindestens 99 Gew.-%, weiter bevorzugt 99,5 Gew.-%,
insbesondere 100 Gew.-% aus Ti02.
Es wurde im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch gefunden, dass sich besonders vorteilhafte Katalysatoranordnungen herstellen lassen, wenn der Aktivmassegehalt von der zweiten Katalysatorlage zu der Gasaustrittsseite hin gelegenen
Katalysatorlage abnimmt. Dabei weist nach einer dazu
gehörenden Ausführungsform die zweite Katalysatorlage einen Aktivmassegehalt zwischen etwa 6 und 12 Gew.-%, insbesondere zwischen 6 und 11 Gew.-%, die dritte Katalysatorlage einen Aktivmassegehalt zwischen etwa 5 und 11 Gew.-%, insbesondere zwischen etwa 6 und 10 Gew.-% und die vierte Katalysatorlage (soweit vorhanden) einen Aktivmassegehalt zwischen etwa 4 und 10 Gew.-%, insbesondere zwischen etwa 5 und 9 Gew.-% auf. Es sind jedoch grundsätzlich auch solche Katalysatoren erfasst, bei denen der Aktivmassegehalt von der zweiten Lage bis zur letzten Lage gleichbleibend oder zunehmend ist, das heißt: Aktivmassegehalt 2. Lage ^ Aktivmassegehalt 3. Lage < ... < Aktivmassegehalt letzte Lage.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform liegt zumindest der Aktivmassegehalt der letzten Lage höher als derjenige der zweiten Lage.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Katalysator in der ersten Katalysatorlage einen Aktivmassegehalt zwischen etwa 6 und 20 Gew.-%,
bevorzugt zwischen etwa 7 und 5 Gew.-%, auf.
Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Katalysator vier Katalysatorlagen auf. In diesem Fall liegt die vierte Katalysatorlage an der
Gasaustrittsseite. Die Anwesenheit von zusätzlichen
Katalysatorlagen gasstromab ist jedoch nicht ausgeschlossen. Beispielsweise kann nach einer erfindungsgemäßen
Ausführungsform der vierten Katalysatorlage wie hierin
definiert noch eine fünfte Katalysatorlage nachfolgen.
Unabhängig davon ist bei der Phthalsäureherstellung
gegebenenfalls auch die Verwendung eines sogenannten
Finishing-Reaktors möglich, wie er z.B. in der DE-A-198 07 018 oder der DE-A-20 05 969 beschrieben ist.
Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform nimmt dabei die BET-Oberfläche des eingesetzten Ti02 von der zweiten Katalysatorlage zu der zur Gasaustrittsseite hin gelegenen Katalysatorlage zu. Mit anderen Worten ist bevorzugt, dass die BET-Oberfläche des eingesetzten Ti02 in der zweiten
Katalysatorlage niedriger ist, als die BET-Oberfläche des eingesetzten Ti02 in der zur Gasaustrittsseite hin gelegenen (letzten) Katalysatorlage. Bevorzugte Bereiche für die BET- Oberfläche des Ti02 sind 15 bis 25 m2/g für die mittleren
Katalysatorlagen, und 15 bis 45 m2/g für die zur
Gasaustrittsseite hin gelegene (letzte) Katalysatorlage.
Besonders vorteilhafte Katalysatoren werden auch erhalten, wenn die BET-Oberflächen des Ti02 der mittleren
Katalysatorlagen gleich sind, während die BET-Oberfläche des Ti02 in der letzten Katalysatorlage demgegenüber größer ist.
Die BET-Oberfläche des Ti02 der ersten Katalysatorlage ist vorzugsweise größer oder gleich der BET-Oberfläche des Ti02 der zweiten bzw. der mittleren Katalysatorlagen und liegt
insbesondere im Bereich von etwa 15 bis 45 m2/g. Nach einer erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die BET-Oberfläche des eingesetzten Ti02 wie folgt:
BET-Ti02 2. Lage < BET-Ti02 3. Lage < ... < BET-Ti02 letzte Lage. Noch weiter bevorzugt ist BET-Ti02 1. Lage > BET-Ti02 2. Lage .
Das Temperaturmanagement bei der Gasphasenoxidation von o- Xylol zu Phthalsäureanhydrid ist dem Fachmann aus dem Stand
der Technik hinreichend bekannt, wobei beispielsweise auf die DE 100 40 827 AI verwiesen werden kann.
Im Allgemeinen wird bei der Verwendung des erfindungsgemäßen Katalysators zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid ein
Gemisch aus einem molekularen Sauerstoff enthaltenden Gas, beispielsweise Luft, und dem zu oxidierenden Ausgangsmaterial (insbesondere o-Xylol und/oder Naphthalin) durch einen
Festbettreaktor, insbesondere einen Rohrbündelreaktor, der aus einer Vielzahl parallel angeordneter Rohre bestehen kann, geleitet. In den Reaktorrohren befindet sich jeweils eine Schüttung aus mindestens einem Katalysator. Auf die Vorzüge einer Schüttung aus mehreren (unterschiedlichen)
Katalysatorlagen wurde oben bereits eingegangen. Die
erfindungsgemäße Katalysatoranordnung kann also als mehrlagige Katalysatorschüttung in einem Reaktorrohr verstanden werden. Dabei bildet die Katalysatoranordnung ein Katalysatorbett, bevorzugt ein Festbett .
Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Katalysatoren zur
Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin wurde überraschend
festgestellt, dass mit der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung sehr gute PSA-Ausbeuten bei sehr geringen Anteilen an Phthalid und einer Position des Hotspots nahe am Reaktoreingang erzielt werden, wodurch eine verbesserte
Standzeit der Katalysatoranordnung ermöglicht wird.
Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform weist das eingesetzte Ti02, das üblicherweise in der Anatas-Form eingesetzt wird, eine BET-Oberfläche von mindestens 15 m2/g, vorzugsweise zwischen 15 m2/g und 60 m2/g, insbesondere zwischen etwa 15 m2/g und 45 m2/g und besonders bevorzugt zwischen 15 m2/g und 40 m2/g auf. Weiterhin wird bevorzugt,
dass mindestens 30 %, insbesondere mindestens 40 % und bis zu 80 %, bevorzugt bis zu 75 %, insbesondere bis zu 70 % des gesamten Porenvolumens des T1O2 durch Poren mit einem Radius zwischen 60 und 400 nm gebildet werden. Die Bestimmung der hierin angegebenen Porenvolumina bzw. Porenanteile erfolgt, soweit nicht anders angegeben, mittels Quecksilberporosimetrie (gemäß DIN 66133) . Die Angabe des Gesamtporenvolumens bezieht sich dabei in der vorliegenden Beschreibung jeweils auf das gesamte mittels Quecksilberporosimetrie gemessene Porenvolumen zwischen 7500 und 3,7 nm Porenradiengröße .
Poren mit einem Radius von mehr als 400 nm stellen bevorzugt weniger als etwa 30 %, insbesondere weniger als etwa 22 %, besonders bevorzugt weniger als 20 % des gesamten
Porenvolumens des eingesetzten Ti02 dar.
Weiterhin bevorzugt wird, dass etwa 50 bis 75 %, insbesondere etwa 50 bis 70 %, besonders bevorzugt 50 bis 65 % des gesamten Porenvolumens des Ti02 durch Poren mit einem Radius von 60 bis 400 nm, und vorzugsweise etwa 15 bis 25 % des gesamten
Porenvolumens durch Poren mit einem Radius von mehr als 400 nm gebildet werden.
Bezüglich der kleineren Porenradien wird bevorzugt, dass weniger als 30 %, insbesondere weniger als 20 % des gesamten
Porenvolumens des Ti02 durch Poren mit einem Radius von 3,7 bis 600 nm gebildet werden. Ein hier besonders bevorzugter
Bereich beträgt für diese Porengröße etwa 10 bis 30 % des gesamten Porenvolumens, insbesondere 12 bis 20 %.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das eingesetzte Ti02 die folgende Partikelgrößenverteilung auf: der Dio-Wert liegt vorzugsweise bei 0,5 μιη oder darunter, der D50- Wert (d.h. der Wert, bei dem jeweils die Hälfte der Partikel
einen größeren bzw. kleineren Partikeldurchmesser aufweist) liegt vorzugsweise bei 1,5 pm oder darunter; der D90-Wert liegt vorzugsweise bei 4 pm oder darunter. Bevorzugt liegt der D90- Wert des eingesetzten Ti02 zwischen etwa 0,5 und 20 pm, insbesondere zwischen etwa 1 und 10 pm, besonders bevorzugt zwischen etwa 2 und 5 pm.
In elektronenmikroskopischen Aufnahmen weist das
erfindungsgemäß eingesetzte Ti02 bevorzugt eine offenporige, schwammartige Struktur auf, wobei Primärteilchen oder - kristallite zu mehr als 30 %, insbesondere mehr als 50 %, zu offenporigen Agglomeraten zusammengeschlossen sind. Es wird angenommen, dass durch diese besondere Struktur des
eingesetzten Ti02, die sich in der Porenradienverteilung spiegelt, besonders günstige Reaktionsbedingungen für die Gasphasenoxidation geschaffen werden.
Grundsätzlich kann in dem erfindungsgemäßen Katalysator auch ein anderes Titanoxid mit einer anderen Spezifikation als vorstehend beschrieben, d.h. einer anderen BET-Oberfläche, Porosimetrie und/oder Partikelgrößenverteilung, verwendet werden. Erfindungsgemäß wird besonders bevorzugt, dass
mindestens 50 %, insbesondere mindestens 75 %, besonders bevorzugt das gesamte verwendete Ti02, eine BET-Oberfläche und Porosimetrie wie hierin definiert, und vorzugsweise auch die beschriebene Partikelgrößenverteilung aufweist. Dabei können auch Abmischungen verschiedener Ti02-Materialien verwendet werden .
Je nach vorgesehener Verwendung des erfindungsgemäßen
Katalysators können neben Ti02 die dem Fachmann geläufigen und üblichen Komponenten in der aktiven Masse des Katalysators enthalten sein. Auch die Form des Katalysators bzw. dessen homogener oder heterogener Aufbau ist im Sinne der
vorliegenden Erfindung grundsätzlich nicht beschränkt und kann jegliche dem Fachmann geläufige und für das jeweilige
Anwendungsgebiet geeignet erscheinende Ausführungsform
umfassen .
Zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid haben sich
insbesondere sogenannte Schalenkatalysatoren bewährt. Hierbei wird ein unter den Reaktionsbedingungen inerter Träger, beispielsweise aus Quarz (Si02) , Porzellan, agnesiumoxid, Zinndioxid, Siliziumcarbid, Rutil, Tonerde (A1203) ,
Aluminiumsilikat, Magnesiumsilikat (Steatit), Zirkoniumsilikat oder Cersilikat, oder aus Mischungen der vorstehenden
Materialien verwendet. Der Träger kann beispielsweise die Form von Ringen, Kugeln, Schalen oder Hohlzylindern aufweisen.
Darauf wird in verhältnismäßig dünnen Schichten (Schalen) die katalytisch aktive Masse aufgebracht. Es können auch zwei oder mehrere Schichten der gleichen oder unterschiedlich
zusammengesetzter katalytisch aktiver Massen aufgebracht werden .
Bezüglich der weiteren Komponenten der katalytisch aktiven Masse des erfindungsgemäßen Katalysators (neben Ti02) kann grundsätzlich auf die im einschlägigen Stand der Technik beschriebenen und dem Fachmann geläufigen Zusammensetzungen bzw. Komponenten verwiesen werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Katalysatorsysteme, die neben Titanoxid (en) Oxide des Vanadiums enthalten. Solche Katalysatoren sind z.B. in dem EP 0 964 744 Bl beschrieben. In vielen Fällen kann es bevorzugt sein, dass für die einzelnen Katalysatorlagen des erfindungsgemäßen Katalysators ein V205-Material mit recht kleiner Teilchengröße verwendet wird, um das Aufbringen auf das Ti02 zu begünstigen. Beispielsweise können mindestens 90 % der eingesetzten V205-Teilchen einen Durchmesser von 20 μπι oder
weniger aufweisen. Hier kann z.B. auf die DE 103 44 846 AI verwiesen werden.
Insbesondere sind im Stand der Technik eine Reihe von
Promotoren zur Steigerung der Produktivität der Katalysatoren beschrieben, die im erfindungsgemäßen Katalysator ebenfalls eingesetzt werden können. Dazu gehören u.a. die Alkali- und Erdalkalimetalle, Thallium, Antimon, Phosphor, Eisen, Niob, Kobalt, Molybdän, Silber, Wolfram, Zinn, Blei und/oder Bismut sowie Mischungen aus zwei oder mehreren der vorstehenden
Komponenten. Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen
Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäß eingesetzten Katalysatoren somit ein oder mehrere der vorstehenden
Promotoren. Beispielsweise ist in der DE 21 59 441 A ein
Katalysator beschrieben, der neben Titandioxid der Anatas- Modifikation aus 1 bis 30 Gew.-% Vanadiumpentoxid und
Zirkondioxid besteht. Eine Aufzählung geeigneter Promotoren findet sich auch in der WO 2004/103561, Seite 5, Zeilen 29 bis 37, auf die ebenfalls verwiesen wird. Über die einzelnen
Promotoren lässt sich die Aktivität und Selektivität der
Katalysatoren beeinflussen, insbesondere durch Absenkung oder Erhöhung der Aktivität. Zu den die Selektivität steuernden Promotoren zählen beispielsweise die Alkalimetalloxide und oxidische Phosphorverbindungen, insbesondere Phosphorpentoxid .
Nach einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erste
Katalysatorlage, und bevorzugt auch die zweite Katalysatorlage keinen Phosphor. Es wurde gefunden, dass dadurch eine hohe Aktivität erreicht werden kann, wobei die Selektivität in den nachfolgenden Katalysatorlagen (3. und folgende Lage(n)) z.B. durch die Anwesenheit von Phosphor vorteilhaft eingestellt werden kann. In einigen Fällen kann es vorteilhaft sein, wenn nur die letzte Lage Phosphor aufweist.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform liegt das Verhältnis von Vanadium, berechnet als V205, und Antimon, berechnet als Sb203, im Katalysator der vorgeschalteten Lage und/oder im Katalysator der 2. Lage zwischen etwa 3,5 : 1 und 5 : 1, wie beispielsweise in der DE 103 23 461 A beschrieben.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der
Alkalimetallgehalt, bevorzugt der Cs-Gehalt, im eingesetzten Katalysator gleichbleibend oder abnehmend von der 2. Lage bis zur letzten Lage (an der Gasaustrittsseite) . Mit anderen
Worten gilt:
Cs-Gehalt 2. Lage ^ Cs-Gehalt 3. Lage > ... > Cs-Gehalt letzte Lage. Besonders bevorzugt weist die letzte Katalysatorlage kein Cs auf.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Katalysatoren sind im Stand der Technik zahlreiche geeignete Verfahren beschrieben. Zur Herstellung von Schalenkatalysatoren kann beispielsweise auf das in der DE-A-16 42 938 oder der DE-A-17 69 998
beschriebene Verfahren verwiesen werden, worin eine ein wässriges und/oder ein organisches Lösungsmittel enthaltende Lösung oder Suspension der Komponenten der katalytisch aktiven Masse und/oder deren Vorläuferverbindungen (häufig als
"Maische" bezeichnet) auf das Trägermaterial in einer
beheizten Dragiertrommel bei erhöhter Temperatur aufgesprüht wird, bis der gewünschte Gehalt an katalytisch aktiver Masse, bezogen auf das Katalysatorgesamtgewicht, erreicht ist. Auch lässt sich gemäß der DE 21 06 796 die Aufbringung
(Beschichtung) der katalytisch aktiven Masse auf den inerten Träger in Wirbelschichten durchführen.
Bevorzugt werden sogenannte Schalenkatalysatoren durch das Aufbringen einer dünnen Schicht von 50 bis 500 m der
Aktivkomponenten auf einen inerten Träger hergestellt (z.B. US
2,035,606). Als Träger haben sich insbesondere Kugeln oder Hohlzylinder bewährt. Diese Formkörper ergeben eine hohe
Packungsdichte bei niedrigem Druckverlust und verringern die Gefahr der Bildung von Packungsfehlern beim Einfüllen des Katalysators in die Reaktionsrohre.
Die gesinterten Formkörper müssen innerhalb des
Temperaturbereiches der ablaufenden Reaktion hitzebeständig sein. Wie vorstehend ausgeführt, kommen dabei beispielsweise Siliziumcarbid, Steatit, Quarz, Porzellan, Si02, A1203 oder Tonerde in Frage .
Der Vorteil der Beschichtung von Trägerkörpern im Wirbelbett ist die hohe Gleichmäßigkeit der Schichtdicke, die für die katalytische Leistung des Katalysators eine entscheidende
Rolle spielt. Eine besonders gleichmäßige Beschichtung erhält man durch Aufsprühen einer Suspension oder Lösung der
Aktivkomponenten auf den erwärmten Träger bei 80 bis 200 °C im Wirbelbett, beispielsweise gemäß DE 12 80 756, DE 198 28 583 oder DE 197 09 589. Im Gegensatz zu der Beschichtung in
Dragiertrommeln kann bei Verwendung von Hohlzylindern als Träger in den genannten Wirbelbettverfahren auch die
Innenseite der Hohlzylinder gleichmäßig beschichtet werden. Unter den oben genannten Wirbelbettverfahren -ist insbesondere das Verfahren nach DE 197 09 589 von Vorteil, da durch die überwiegend horizontale, kreisförmige Bewegung der Träger neben einer gleichmäßigen Beschichtung auch eine geringe
Abrasion von Apparateteilen erreicht wird. Für den Beschichtungsvorgang wird die wässrige Lösung oder
Suspension der Aktivkomponenten und eines organischen Binders, vorzugsweise einem Copolymer aus Vinylacetat/Vinyllaurat , Vinylacetat/Ethylen oder Styrol/Acrylat , über eine oder mehrere Düsen auf den erwärmten, fluidisierten Träger
aufgesprüht. Besonders günstig ist es, die Sprühflüssigkeit am Ort der höchsten Produktgeschwindigkeit aufzugeben, wodurch sich der Sprühstoff gleichmäßig im Bett verteilen kann. Der Sprühvorgang wird solange fortgeführt, bis entweder die
Suspension verbraucht oder die erforderliche Menge an
Aktivkomponenten auf dem Träger aufgebracht ist.
Nach einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die katalytisch aktive Masse des erfindungsgemäß eingesetzten Katalysators im Fließbett oder Wirbelbett unter Beihilfe geeigneter Bindemittel aufgebracht, sodass ein
Schalenkatalysator erzeugt wird. Geeignete Bindemittel
umfassen dem Fachmann geläufige organische Binder, bevorzugt Copolymere, vorteilhaft in Form einer wässrigen Dispersion, von Vinylacetat/Vinyllaurat , Vinylacetat/Acrylat ,
Styrol/Acrylat , Vinylacetat/Maleat sowie Vinylacetat/Ethylen . Besonders bevorzugt wird ein organischer polymerer oder copolymerer Kleber, insbesondere ein Vinylacetat-Copolymer- Kleber, als Bindemittel verwendet. Das verwendete Bindemittel wird in üblichen Mengen der katalytisch aktiven Masse
zugegeben, beispielsweise mit etwa 10 bis 20 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt der katalytisch aktiven Masse.
Beispielsweise kann auf die EP 744 214 verwiesen werden.
Soweit die Aufbringung der katalytisch aktiven Masse bei erhöhten Temperaturen von etwa 150 °C erfolgt, ist, wie aus dem Stand der Technik bekannt, eine Aufbringung auf den Träger auch ohne organische Bindemittel möglich. Brauchbare
Beschichtungstemperaturen bei Verwendung der vorstehend angegebenen Bindemittel liegen gemäß DE 21 06 796
beispielsweise zwischen etwa 50 und 450 °C. Die verwendeten Bindemittel brennen beim Ausheizen des Katalysators bei
Inbetriebnahme des gefüllten Reaktors innerhalb kurzer Zeit aus. Die Bindemittel dienen in erster Linie der Verstärkung der Haftung der katalytisch aktiven Masse auf dem Träger und
der Verringerung von Abrieb beim Transport und Einfüllen des Katalysators .
Weitere mögliche Verfahren zur Herstellung von
Schalenkatalysatoren für die katalytische Gasphasenoxidation von aromatischen Kohlenwasserstoffen zu Carbonsäuren und/oder Carbonsäureanhydriden sind beispielsweise in der WO 98/00778 bzw. EP-A 714 700 beschrieben worden. Danach wird aus einer Lösung und/oder einer Suspension der katalytisch aktiven
Metalloxide und/oder deren Vorläuferverbindungen,
gegebenenfalls in Anwesenheit von Hilfsmitteln für die
Katalysatorherstellung, zunächst ein Pulver hergestellt, das anschließend für die Katalysatorherstellung auf dem Träger, gegebenenfalls nach Konditionierung sowie gegebenenfalls nach Wärmebehandlung zur Erzeugung der katalytisch aktiven
Metalloxide schalenförmig aufgebracht und der auf diese Weise beschichtete Träger einer Wärmebehandlung zur Erzeugung der katalytisch aktiven Metalloxide oder einer Behandlung zur Entfernung flüchtiger Bestandteile unterzogen wird.
Geeignete Bedingungen zur Durchführung eines Verfahrens zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid aus o-Xylol und/oder
Naphthalin sind dem Fachmann gleichermaßen aus dem Stand der Technik geläufig. Insbesondere wird auf die zusammenfassende Darstellung in K. Towae, W. Enke, R. Jäckh, N. Bhargana
"Phthalic acid and Derivatives" in Ullmann's Encyclopedia of Industrieal Chemistry Vol. A 20, 1992, 181 verwiesen und diese hiermit durch Bezugnahme aufgenommen. Beispielsweise können für den stationären Betriebszustand der Oxidation die aus der vorstehenden Literaturstelle der WO-A-98/37967 oder der WO 99/61433 bekannten Randbedingungen gewählt werden.
Dazu werden zunächst die Katalysatoren in die Reaktionsrohre des Reaktors, die von außen auf die Reaktionstemperatur,
beispielsweise mittels Salzschmelzen, thermostatisiert sind, gefüllt. Über die so bereitete Katalysatorschüttung wird das Reaktionsgas bei Temperaturen von im Allgemeinen 300 bis 450 °C, vorzugsweise 320 bis 420 °C, und besonders bevorzugt von 340 bis 400 °C und bei einem Überdruck von im Allgemeinen 0,1 bis 2,5, vorzugsweise von 0,3 bis 1,5 bar absolut mit einer Raumgeschwindigkeit von im Allgemeinen 750 bis 5000 h"1 geleitet . Das dem Katalysator zugeführte Reaktionsgas wird im
Allgemeinen durch Vermischen von einem molekularen Sauerstoff enthaltenden Gas, das außer Sauerstoff noch geeignete
Reaktionsmoderatoren und/oder Verdünnungsmittel wie Dampf, Kohlendioxid und/oder Stickstoff enthalten kann, mit dem zu oxidierenden, aromatischen Kohlenwasserstoff erzeugt, wobei das den molekularen Sauerstoff enthaltende Gas im Allgemeinen 1 bis 100, vorzugsweise 2 bis 50 und besonders bevorzugt 10 bis 30 mol-% Sauerstoff, 0 bis 30, vorzugsweise 0 bis 10 mol-% Wasserdampf sowie 0 bis 50, vorzugsweise 0 bis 1 mol-%
Kohlendioxid, Rest Stickstoff, enthalten kann. Zur Erzeugung des Reaktionsgases wird das den molekularen Sauerstoff
enthaltende Gas im Allgemeinen mit 30 bis 150 g je Nm3 Gas des zu oxidierenden, aromatischen Kohlenwasserstoffs beschickt. Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Ausführungsform enthält die Aktivmasse (katalytisch aktive Masse) des Katalysators der vorgeschalteten Katalysatorlage zwischen 5 bis 16 Gew.-% V205, 0 bis 5 Gew.-% Sb203, 0, 2 bis 0,75 Gew.-% Cs, 0 bis 1 Gew.-% P und 0 bis 3 Gew.-% Nb205. Der Rest der Aktivmasse besteht zu mindestens 90 Gew.-%,
vorzugsweise mindestens 95 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 98 Gew.-%, insbesondere mindestens 99 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 99,5 Gew.-%, insbesondere 100 Gew.-% aus Ti02. Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
liegt dabei die BET-Oberflache des Ti02 zwischen 15 und etwa 45 m2/g. Weiterhin wird bevorzugt, dass eine solche vorgeschaltete Katalysatorlage einen Längenanteil von 5 - 25 %, besonders bevorzugt 10 - 25 % an der Gesamtlänge aller vorhandenen
Katalysatorlagen (Gesamtlänge des vorhandenen
Katalysatorbettes) aufweist.
Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Ausführungsform enthält die Aktivmasse des Katalysators der zweiten Katalysatorlage zwischen 5 bis 15 Gew.-% 2O5, 0 bis 5 Gew.-% Sb203, 0,2 bis 0,75 Gew.-% Cs, 0 - 1 Gew.-% P und 0 bis 2 Gew.-% Nb205. Der Rest der Aktivmasse besteht zu mindestens 90 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 95 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 98 Gew.-%, insbesondere mindestens 99 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 99,5 Gew.-%, insbesondere 100 Gew.-% aus Ti02. Nach einer besonders bevorzugten
erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt dabei die BET- Oberfläche des Ti02 zwischen 15 und etwa 25 m2/g. Weiterhin wird bevorzugt, dass eine solche zweite Katalysatorlage einen Längenanteil von etwa 15 bis 60 %, insbesondere 20 bis 60 % oder 20 bis 50 % an der Gesamtlänge aller vorhandenen
Katalysatorlagen (Gesamtlänge des vorhandenen
Katalysatorbettes) aufweist. Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthält die Aktivmasse des Katalysators der dritten Katalysatorlage 5 bis 15 Gew.-% V205, 0 bis 4 Gew.-% Sb203, 0, 05 bis 0,5 Gew.-% Cs, 0 bis 1 Gew.-% P und 0 bis 2 Gew.-% Nb205. Der Rest der
Aktivmasse besteht zu mindestens 90 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 95 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 98 Gew.-%, insbesondere mindestens 99 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 99,5 Gew.-%, insbesondere 100 Gew.-% aus Ti02. Dabei wird bevorzugt, dass das Ti02 eine BET-Oberfläche zwischen 15 und 25 m2/g aufweist. Weiterhin wird bevorzugt, dass diese dritte Lage
einen Längenanteil von etwa 10 bis 30 % der Gesamtlänge aller vorhandenen Katalysatorlagen einnimmt, insbesondere sofern es sich bei der dritten Lage um die letzte, also die dem
Reaktorausgang am nächsten gelegene Lage handelt, so ist ein Längenanteil für die 3. Lage von 20 - 50 % bevorzugt.
Nach einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Ausführungsform enthält die Aktivmasse des Katalysators der vierten Katalysatorlage 5 bis 25 Gew.-% V205, 0 bis 5 Gew.-% Sb203, 0 bis 0,2 Gew.-% Cs, 0 bis 2 Gew.-% P und 0 bis 1 Gew.-% Nb205. Der Rest der Aktivmasse besteht zu mindestens 90 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 95 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 98 Gew.-%, insbesondere mindestens 99 Gew.-%, weiter bevorzugt mindestens 99,5 Gew.-%, insbesondere 100 Gew.-% aus Ti02.
Soweit die vierte Lage die an der Gasaustrittsseite des
Reaktors gelegene (letzte) Katalysatorlage darstellt, wird dabei eine BET-Oberfläche des Ti02 bevorzugt, die etwas höher liegt als diejenige der näher zur Gaseintrittsseite hin gelegenen Schichten, insbesondere im Bereich zwischen etwa 15 bis etwa 45 m2/g. Weiterhin wird bevorzugt, dass eine solche vierte Katalysatorlage einen Längenanteil von etwa 10 bis 50 %, insbesondere bevorzugt 10 bis 40 % der Gesamtlänge aller vorhandenen Katalysatorlagen einnimmt. Eine fünfte
Katalysatorlage ist dann in der Regel nicht erforderlich, jedoch möglich.
Auch wurde gefunden, dass nach einer bevorzugten
Ausführungsform erfindungsgemäße Katalysatoren, die in den mittleren und gegebenenfalls in der vorgeschalteten (ersten) Katalysatorlage kein Phosphor in der katalytisch aktiven Masse aufweisen, bevorzugt gute Aktivitäten bei gleichzeitig sehr hoher Selektivität ermöglichen. Dabei wird weiterhin
bevorzugt, dass mindestens 0,05 Gew.-% der katalytisch aktiven Masse in der vorgeschalteten und den mittleren
Katalysatorlagen durch mindestens ein Alkalimetall, berechnet als Alkalimetall (e) , gebildet wird. Besonders bevorzugt als Alkalimetall ist Cäsium. Die erfindungsgemäßen Katalysatoren werden in üblicher Weise vor dem Einsatz temperaturbehandelt bzw. kalziniert
(konditioniert) . Dabei hat sich als vorteilhaft
herausgestellt, wenn der Katalysator mindestens 24 Stunden bei mindestens 390 °C, insbesondere zwischen 24 und 72 Stunden bei ^ 400 °C, in einem 02-haltigen Gas, insbesondere in Luft, kalziniert wird. Die Temperatur sollte vorzugsweise 500 °C, insbesondere 470 °C, nicht überschreiten. Grundsätzlich sind jedoch auch andere Kalzinierungsbedingungen, die dem Fachmann als geeignet erscheinen, nicht ausgeschlossen.
Nach einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Katalysators wie hierin beschrieben, umfassend die folgenden Schritte: a. Bereitstellen einer katalytisch aktiven Masse wie hierin definiert; b. Bereitstellen eines inerten Trägers, insbesondere eines inerten Trägerformkörpers; c. Aufbringen der katalytisch aktiven Masse auf den inerten Träger, insbesondere in einer Wirbelschicht oder einem Fließbett . Anschließend werden die einzelnen Katalysatoren in der
gewünschten Reihenfolge als Katalysatorlagen in den Reaktor gefüllt, um die erfindungsgemäße Mehrlagenkatalysatoranordnung zu erhalten.
Entsprechend ist ein weiterer Gegenstand der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Katalysatoranordnung wie oben definiert. Das Verfahren beinhaltet das Anordnen einer ersten Katalysatorlage der Länge Li und mindestens einer zweiten
Katalysatorlage der Länge L2 mit jeweils unterschiedlicher katalytischer Aktivität bezüglich der Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen, wobei aus der ersten Katalysatorlage Kl und der zweiten Katalysatorlage K2 zusammen eine
Katalysatorlage K mit der Länge L (L = Li + L2) gebildet wird und wobei die erste Katalysatorlage an der Gaseintrittsseite für ein Reaktionsgas und die zweite Katalysatorlage
nachfolgend zur ersten Katalysatorlage in
Gasdurchflussrichtung angeordnet wird, wobei als erste
Katalysatorlage eine Katalysatorlage mit höherer katalytischer Aktivität als die der zweiten Katalysatorlage verwendet wird.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist, dass als Länge Li der ersten Katalysatorlage die Länge 0,1 bis 0,9 mal AHs gewählt wird, wobei AHs die Position eines Hotspots (HS) bedeutet, welcher bei einer Gasphasenoxidation von Kohlenwasserstoffen in einer der zweiten Katalysatorlage entsprechenden Katalysatorlage KA mit der Länge L entsteht, wobei die Position des Hotspots gemessen wird vom Beginn an der Gaseintrittsseite der Katalysatorlage K? in Gasdurchflussrichtung bis zum Hotspot. Wie der Hotspot ermittelt wird ist oben bereits ausführlich beschrieben
worden .
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung einer
erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung kann sowohl
durchgeführt werden, indem ausgehend von einer im Stand der
Technik bekannten Ausgangskatalysatoranordnung entweder durch Entfernen eines Teils einer vorhandenen
Eingangskatalysatorlage der entfernte Teil durch eine Lage mit höherer Aktivität ersetzt wird, oder indem gleich eine frische
Schüttung entsprechend der erfindungsgemäßen
Katalysatoranordnung hergestellt wird, wobei die Länge
und/oder Aktivität der ersten (vorgeschalteten)
Katalysatorlage wie hierin angegeben gewählt wird.
Für den Fall, dass ein Teil einer ersten Katalysatorlage KA einer Ausgangskatalysatoranordnung entfernt und durch eine vorgeschaltete Katalysatorlage ersetzt wird, wird die
Katalysatorlage KA der Ausgangskatalysatoranordnung nach
Entfernen des gewünschten Längenanteils zur zweiten
Katalysatorlage. Es ist bevorzugt, dass in der
erfindungsgemäßen Katalysatoranordnung 5 bis 60 % der
Gesamtlänge der ersten Katalysatorlage und der zweiten
Katalysatorlage durch die erste Katalysatorlage gebildet werden.
Alternativ zum Entfernen eines Teils der Katalysatorlage KA kann auch eine Katalysatoranordnung gebildet werden, indem die ermittelten Längenanteile für eine unabhängige
Katalysatoranordnung verwendet werden. D.h. die notwendige Menge Katalysator für die erste Katalysatorlage wird in ein Reaktorrohr gefüllt bis die gewünschte Länge Li erreicht ist, gefolgt von der zweiten Katalysatorlage, deren Länge der Länge KA einer Ausgangskonfiguration minus der Länge Li der ersten Katalysatorlage entspricht. Weitere Lagen können entsprechend den notwendigen Anforderungen nachfolgend in
Gasdurchflussrichtung angeordnet werden.
Hinsichtlich der weiteren Bevorzugungen in Bezug auf das erfindungsgemäße Verfahren gilt selbstverständlich das in der Beschreibung oben ausführlich offenbarte.
Nach einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch
Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, wobei eine Katalysatoranordnung, wie oben beschrieben, verwendet wird.
Bevorzugt wird eine drei- oder mehrlagige Katalysatoranordnung wie in der vorliegenden Beschreibung definiert, verwendet. Dabei wird allgemein ein gasförmiger Strom, der o-Xylol und/oder Naphthalin sowie molekularen Sauerstoff enthält, bei erhöhter Temperatur, insbesondere zwischen 250 und 490 °C, über eine drei- oder mehrlagige Katalysatoranordnung wie vorstehend definiert, geleitet.
Nach einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung schließlich auch die Verwendung einer Katalysatoranordnung wie hierin definiert zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid durch Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin.
Nach einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer ersten (vorgeschalteten) Katalysatorlage zur Verbesserung einer vorzugsweise zwei oder mehr
unterschiedliche Katalysatorlagen aufweisenden
Katalysatoranordnung zur partiellen Oxidation von
Kohlenwasserstoffen, insbesondere zur Herstellung von
Phthalsäureanhydrid durch Gasphasenoxidation von o-Xylol und/oder Naphthalin, wobei die Aktivität der ersten
Katalysatorlage höher ist als die Aktivität der ersten
Katalysatorlage des Ausgangskatalysators.
Methoden
Zur Bestimmung der Parameter der erfindungsgemäß verwendeten Katalysatoren werden die nachstehenden Methoden eingesetzt:
1. BET-Oberflache :
Die Bestimmung der BET-Oberflache erfolgt nach der BET-Methode gemäß DIN 66131; eine Veröffentlichung der BET-Methode findet sich auch in J. Am. Chem. Soc. 60, 309 (1938) . 2. Porenradienverteilung:
Die Bestimmung der Porenradienverteilung des eingesetzten T erfolgte durch Quecksilberporosimetrie gemäß DIN 66133;
maximaler Druck: 2.000 bar, Porosimeter 4000 (Firma Porotec DE), nach Angaben des Herstellers.
3. Partikelgrößen:
Die Bestimmung der Partikelgrößen erfolgte nach der
Laserbeugungsmethode mit einem Fritsch Particle Sizer
Analysette 22 Economy (Fa. Fritsch, DE) nach den Angaben des Herstellers, auch bezüglich der Probenvorbehandlung: die Probe wird in deionisiertem Wasser ohne Zusatz von Hilfsmitteln homogenisiert und 5 Minuten mit Ultraschall behandelt.
Die Bestimmung der BET-Oberfläche, der Porenradienverteilung bzw. des Porenvolumens sowie der Partikelgrößenverteilung erfolgte bezüglich des Titandioxids jeweils an dem bei 150 °C im Vakuum getrockneten, unkalzinierten Material.
Auch die Angaben in der vorliegenden Beschreibung bezüglich der BET-Oberflächen der Katalysatoren bzw. Katalysatorlagen beziehen sich auf die BET-Oberflächen des jeweils eingesetzten Ti02~Materials (getrocknet in Vakuum bei 150 °C, unkalziniert , vgl . oben) .
In der Regel wird die BET-Oberfläche des Katalysators durch die BET-Oberfläche des eingesetzten Ti02 bestimmt, wobei durch den Zusatz weiterer katalytisch aktiver Komponenten die BET-
Oberfläche in gewissem Umfang verändert wird. Dies ist dem Fachmann geläufig.
Der Aktivmasseanteil (Anteil der katalytisch aktiven Masse, ohne Bindemittel) bezieht sich jeweils auf den Anteil (in Gew.-%) der katalytisch aktiven Masse an dem Gesamtgewicht de Katalysators einschließlich Träger in der jeweiligen
Katalysatorlage, gemessen nach Konditionierung über 4 h bei 400 °C in Luft.
4. Katalysatoraktivität:
Unter Aktivität des Katalysators in einer Katalysatorlage wir erfindungsgemäß die Fähigkeit des Katalysators verstanden, innerhalb eines definierten Volumens (= Bilanzraum) ,
beispielsweise eines Reaktionsrohres definierter Länge und Innendurchmessers (z.B. 25 mm Innendurchmesser, 1 m Länge), bei vorgegebenen Reaktionsbedingungen (Temperatur, Druck, Konzentration, Verweilzeit) das eingesetzte Edukt umzusetzen. Der betrachtete Katalysator hat demgemäß dann eine höhere Aktivität als ein anderer Katalysator, wenn er in diesem vorgegebenen Volumen und unter den jeweils gleichen
Reaktionsbedingungen einen höheren Eduktumsatz erzielt. Im Falle von o-Xylol bzw. Naphthalin als Edukt bemisst sich die Katalysatoraktivität somit anhand der Höhe des Umsatzes von o Xylol bzw. Naphthalin zu den Oxidationsprodukten . Ursache für eine höhere Katalysatoraktivität kann entweder eine für die gewünschte Umsetzung optimierte Natur/Qualität der aktiven Zentren (vgl. beispielsweise "turn over frequency") oder eine erhöhte Anzahl von aktiven Zentren im gleichen Bilanzraum sein, was beispielsweise dann gegeben ist, wenn eine höhere Katalysatormasse mit sonst identischen Eigenschaften in dem Bilanzraum zugegen ist.
Operationelle Quantifizierung der Aktivität:
Erfindungsgemäß ist die Aktivität der 1. Lage höher als die der 2. Lage. Dies bedeutet zunächst, dass - gemäß der
vorstehenden Ausführung - am Ende eines mit "Lage 1
Katalysator" gefüllten und mit dem Eduktgemisch durchströmten Reaktionsraumes (= Reaktionsrohr definierter Länge und
Innendurchmesser, z.B. 25 mm Innendurchmesser, 1 m Länge) ein höherer Eduktumsatz vorliegt als bei einem sonst identisch durchgeführten Vergleichsexperiment, bei dem der identische Reaktionsraum mit "Lage 2 Katalysator" gefüllt wurde.
Für einen solchen Test werden zweckmäßigerweise Bedingungen innerhalb der nachfolgenden angegebenen Bereiche gewählt:
Länge Reaktionsrohr: 1 m
Innendurchmesser Reaktionsrohr: 25 mm
Temperatur Kühlmedium: 380 - 420°C
Druck: 1 - 1,5 bar absolut o-Xylol Beladung Eduktgemisch: 60 g o-Xylol/Nm3 Luft
Die Quantifizierung der Aktivität der ersten Katalysatorlage im Vergleich zur Aktivität der zweiten Katalysatorlage lässt sich dann wie folgt anhand der nachstehenden erfindungsgemäße Definition eines für Lage 1 verwendeten "Katalysators mit 10 höherer Aktivität" gegenüber einem für Lage 2 verwendeten Katalysators bestimmen:
Der Vergleichskatalysator (= Lage 2 Katalysator mit der vorgesehenen Zusammensetzung) wird unter den oben angegebenen Bedingungen mit dem Eduktgemisch durchströmt, wobei der
Gesamtvolumenstrom durch das Reaktionsrohr so eingestellt wird, dass der o-Xylolumsatz nach Durchströmen des
Reaktionsraumes möglichst nahe an 50 % liegt.
In einem zweiten Experiment wird das gleiche Reaktionsvolumen mit Lage 1 (Test- ) Katalysator gefüllt, der sich vom Lage 2 Katalysator nur dadurch unterscheidet, dass der Anteil der katalytisch aktiven Masse (Aktivmasseanteil) um 10 % höher ist. Im Reaktionsvolumen befindet sich also 10 % mehr aktive Masse als im Falle der Vergleichskatalysatoranordnung. Es wird dann unter den gleichen Reaktionsbedingungen der o-Xylolumsatz nach Durchströmen des mit Lage 1 Katalysator gefüllten
Reaktionsraumes ermittelt. Dieser ist höher als mit dem
Vergleichskatalysator, also höher als 50 %. Die Differenz zwischen dem so erhaltenen o-Xylolumsatz zu den 50 % Umsatz des Vergleichskatalysators wird als relative Maßzahl
verwendet, die einer 10 %igen Aktivitätserhöhung entspricht. Dabei ist es unerheblich, durch welche Änderung am Katalysator ein solcher Effekt erzielt wird. Entsprechend kann z.B. mit einem Katalysator, der sich vom vorgesehenen Lage 2
Katalysator nur dadurch unterscheidet, dass der
Aktivmasseanteil um 20 % höher ist, eine Messzahl für eine um 20 % erhöhte Aktivität des Katalysators ermittelt werden etc.
Als Hotspot wird in der vorstehenden Beschreibung die maximal gemessene Temperatur im gesamten Katalysatorbett bezeichnet. Des Weiteren bestehen noch (Neben-) Hotspots, d.h. maximale Temperaturen jeweils in den weiteren betrachteten
Katalysatorlagen. Die Messung der Temperatur erfolgt bevorzugt über Thermoelemente.
Die Erfindung wird nun anhand der nachstehenden, nicht als beschränkend auf den Umfang der Erfindung zu verstehenden Beispiele näher erläutert:
Ausführungsbeispiele :
Beispiel 1:
Ausgangskatalysator :
Als Ausgangskatalysator wird eine 3-Lagen-Katalysatoranordnung mit nachfolgender Zusammensetzung und Lagenlänge in einem salzbadgekühlten Rohrreaktor mit 25 mm innerem Durchmesser gefüllt. Im Reaktionsrohr befand sich zentrisch angeordnet eine 3 mm Thermohülse mit eingebautem Zugelement zur
Temperaturmessung. Durch das Rohr wurden stündlich von oben nach unten 4 Nm3 Luft mit einer Beladung von 30 - 100 g o- Xylol/Nm3 Luft (Reinheit o-Xylol > 99 %) bei einem Gesamtdruck von ca. 1450 mbar geleitet.
Bei einer Beladung von 60 - 65 g o-Xylol/Nm3 Luft wurde bei Salzbadtemperaturen zwischen 370 und 375 °C der Hotspot in der ersten Lage bei einer Position von 90 - 100 cm gemessen (vom Beginn der Schüttung in Richtung Reaktorausgang) .
Erfindungsgemäße Katalysatoranordnung : Aufgrund der mit der Ausgangskatalysatorkonfiguration
erhaltenen Ergebnisse zur Positionierung des Hotspots (A = 90 bis 100 cm) wurde nun eine erfindungsgemäße
Katalysatoranordnung wie folgt hergestellt:
Die vorstehende Zusammensetzung der 3-lagigen
Ausgangskatalysatoranordnung wurde dahingehend modifiziert, dass 50 cm der Lage 1 der Ausgangskatalysatoranordnung (von der Gaseintrittsseite bzw. Beginn der Katalyatorschüttung) durch eine aktivere vorgeschaltete Katalysatorlage ersetzt wurden. Die Zusammensetzung und Lagenlänge des verbesserten 4- Lagen-Katalysatorsystems gemäß der Erfindung ist aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. Dabei entspricht die Lage 1 der erfindungsgemäß vorgeschalteten Katalysatorlage (erste Katalysatorlage) ; die Zusammensetzung der Lage 2 entspricht (bis auf Lagenlänge) derjenigen der Lage 1 der
Ausgangskatalysatoranordnung. Die Zusammensetzung und
Lagenlänge der Lagen 3 und 4 entsprechen denjenigen der Lagen 2 bzw. 3 der Ausgangskatalysatoranordnung. Die
erfindungsgemäße 4-Lagen-Katalysatoranordnung mit der
nachstehenden Zusammensetzung und Lagenlänge wurden in einem salzbadgekühlten Rohrreaktor mit 25 mm innerem Durchmesser gefüllt. Im Reaktionsrohr befand sich zentrisch angeordnet eine 3 mm Thermohülse mit eingebautem Zugelement zur
Temperaturmessung. Durch das Rohr wurden stündlich von oben nach unten 4 Nm3 Luft mit einer Beladung von 30 - 100 g o- Xylol/Nm3 Luft (Reinheit o-Xylol > 99 %) an und bei einem Gesamtdruck von ca. 1450 mbar geleitet.
Bei einer Beladung von 60 - 65 g o-Xylol/Nm3 Luft wurde bei Salzbadtemperaturen zwischen 365 und 375 °C der vorstehend betrachtete Hotspot bei einer Position von 75 - 85 cm gemessen (vom Beginn der Schüttung in Richtung Reaktorausgang) .
Zusammenset zung Lage 1 Lage 2 Lage 3 Lage 4 :
Länge: 50 cm Länge: 100 Länge: 60 cm Länge: 80 cm cm
V205/Gew. -% 8,0 7,5 7,5 7,5
Sb203/ Gew.-% 3,2 3,2 3, 2 3,2
Cs/Gew. -% 0, 4 0,4 0,2 0,1
P/Gew. -% 0,2 0,2 0,2 0,2
Ti02/Gew. -% Rest zu 100 Rest zu 100 Rest zu 100 Rest zu 100
% % % %
BET Ti02/ (m2/g) 20 20 20 30
Anteil AM/ Gew.-% 10 8 7,5 7,5
Die Hotspot-Lage im erfindungsgemäßen Beispiel ist damit signifikant näher in Richtung Reaktoreingang als im
Vergleichsbeispiel.
Daraus können die folgenden Vorteile für die erfindungsgemäße Katalysatoranordnung abgeleitet werden, die nicht nur für das spezifische Beispiel, sondern allgemein für die vorliegende Erfindung gelten:
Längere Lebensdauer, da der Hotspot bei Reaktionsbeginn und demzufolge auch bei fortschreitender Desaktivierung näher am Reaktoreingang liegt, insbesondere länger in der 2. Lage (vormals 1. Lage) verbleibt.
Geringerer Gehalt an Maleinsäureanhydrid, Phthalid und anderen Nebenprodukten im Reaktionsgas, das den Reaktor verlässt, da die Reaktion weiter nach vorne verlagert ist. Der (Neben-) Hotspot in der 3. Lage ist geringer als bei der Ausgangskatalysatoranordnung in der äquivalenten 2.
Lage, da mehr o-Xylol in den beiden vorhergehenden Lagen 1 und 2 umgesetzt wird als in der
Ausgangskatalysatoranordnung in Lage 1.