Beschreibung
Halbleiterkörper und Verfahren zum Testen eines Halbleiterkörpers
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Halbleiterkörper, einen gehäusten Halbleiterkörper, eine Messanordnung zum Testen und ein Verfahren zum Testen eines Halbleiterkörpers.
Halbleiterkörper können einen Eingangs- oder Ausgangstransistor umfassen, der mit einem hohen Strom beaufschlagt wird. Häufig erfolgt ein Kontaktieren des Halbleiterkörpers mit Bonddrähten. Da der Durchmesser eines Bonddrahtes und damit die durch den Bonddraht fließende, maximal zulässige Strom- stärke limitiert ist, kann zum Versorgen eines Transistors eine mehrfache Bondverbindung vorgesehen werden. Mittels eines einfachen elektrischen Tests kann nur getestet werden, ob mindestens ein Bonddraht einer Mehrfach-Bondverbindung vorhanden ist. Mittels eines Röntgenverfahrens lässt sich das Vorhandensein von mehreren Bonddrähten überprüfen. Ob jeder der Bonddrähte einen elektrischen Kontakt zu den Anschlüssen aufweist, kann jedoch mittels eines Röntgenverfahrens nicht überprüft werden. Der Einschaltwiderstand eines Transistors, der mit hohen Strömen beaufschlagt werden kann, kann Werte im Bereich einiger 10 bis 100 mOhm aufweisen. Eine messtechnische Erfassung derart niedriger Einschaltwiderstände ist aufwändig .
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Halbleiter- körper, einen gehäusten Halbleiterkörper, eine Messanordnung zum Testen und ein Verfahren zum Testen eines Halbleiterkörpers bereitzustellen, die ein genaues Erfassen von Einschaltwiderständen und ein Testen von Bonddrähten ermöglichen.
Diese Aufgabe wird mit den Gegenständen der Patentansprüche 1, 7 und 10 sowie dem Verfahren gemäß dem Patentanspruch 13 gelöst. Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind jeweils Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Erfindungsgemäß umfasst ein Halbleiterkörper ein erstes und ein zweites Halbleiterbauelement. Das erste Halbleiterbauelement weist einen Steueranschluss, einen ersten und einen zweiten Anschluss auf. Entsprechend weist auch das zweite Halbleiterbauelement einen Steueranschluss, einen ersten und einen zweiten Anschluss auf. Der Halbleiterkörper umfasst eine erste und eine zweite Anschlussfläche. Der erste Anschluss des ersten Halbleiterbauelementes ist an die erste Anschlussfläche angeschlossen. Ebenso ist der erste Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes an die zweite Anschlussfläche angeschlossen. Die erste und die zweite Anschlussfläche sind miteinander elektrisch gekoppelt.
Mit Vorteil kann durch das Bereitstellen eines ersten und ei- nes zweiten Halbleiterbauelementes sowie einer ersten und einer zweiten Anschlussfläche eine Stromlast auf zwei Halbleiterbauelemente aufgeteilt werden. Führt beispielsweise ausschließlich das erste Halbleiterbauelement, nicht jedoch das zweite Halbleiterbauelement Strom, so kann ein Einschaltwi- derstand des ersten Halbleiterbauelementes ermittelt werden. Dieser ist höher und damit einfacher zu ermitteln als ein Einschaltwiderstand eines Halbleiterbauelementes, das die addierten Stromlasten des ersten und des zweiten Halbleiterbauelementes tragen kann. Führt ausschließlich das erste HaIb- leiterbauelement Strom, so kann über die elektrische Kopplung der ersten und der zweiten Anschlussfläche ein Potential an der ersten Anschlussfläche mit hoher Genauigkeit mittels Abgreifen eines Potentials an der zweiten Anschlussfläche be-
stimmt werden, da über die zweite Anschlussfläche praktisch kein Strom, vor allem kein Laststrom, fließt und somit keine Verfälschung des zu messenden Potentials aufgrund eines durch einen Stromfluss hervorgerufenen Spannungsabfalls verursacht wird.
In einer Weiterbildung ist die erste Anschlussfläche mit der zweiten Anschlussfläche mittels einer Leiterbahn gekoppelt. In einer bevorzugten Weiterbildung weist der Halbleiterkörper einen ersten Widerstand auf, der die erste Anschlussfläche mit der zweiten Anschlussfläche verbindet.
In einer Ausführungsform umfasst der Halbleiterkörper eine dritte und eine vierte Anschlussfläche, die jeweils mit dem zweiten Anschluss des ersten beziehungsweise zweiten Halbleiterbauelements verbunden sind. Zwischen der dritten und der vierten Anschlussfläche kann eine elektrische Kopplung vorgesehen sein. Der Halbleiterkörper kann die elektrische Kopplung zwischen der dritten und der vierten Anschlussfläche um- fassen. In einer Weiterbildung ist die elektrische Kopplung zwischen der dritten und der vierten Anschlussfläche als Leiterbahn realisiert. Bevorzugt umfasst der Halbleiterkörper einen zweiten Widerstand, der die dritte Anschlussfläche mit der vierten Anschlussfläche verbindet.
In einer Ausführungsform sind ein Widerstandswert des ersten Widerstandes und ein Widerstandswert des zweiten Widerstandes jeweils größer als ein Wert eines Einschaltwiderstandes des ersten Halbleiterbauelementes. Bevorzugt sind ein Wider- standswert des ersten Widerstandes und ein Widerstandswert des zweiten Widerstandes auch jeweils größer als ein Wert eines Einschaltwiderstandes des zweiten Halbleiterbauelementes. Mit Vorteil kann durch eine Widerstandsmessung ermittelbar
sein, ob der Strom bei der Widerstandsmessung durch den ersten und/oder den zweiten Widerstand oder ausschließlich durch die Halbleiterbauelemente fließt.
In einer Weiterbildung sind ein Widerstandswert des ersten Widerstands und ein Widerstandswert des zweiten Widerstandes aus einem Intervall zwischen 100 mOhm und 100 kOhm. Alternativ sind der Widerstandswert des ersten Widerstands und der Widerstandswert des zweiten Widerstandes aus einem Intervall zwischen 1 Ohm und 10 kOhm. Bevorzugt können der Widerstandswert des ersten Widerstands und der Widerstandswert des zweiten Widerstandes aus einem Intervall zwischen 100 Ohm und 1 kOhm sein.
In einer Ausführungsform umfassen der erste und/oder der zweite Widerstand jeweils einen Transistor.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen der erste und/oder der zweite Widerstand jeweils einen integrierten Wi- derstand. Der integrierte Widerstand kann im oder auf dem Halbleiterkörper angeordnet sein. Der erste und/oder der zweite Widerstand enthalten jeweils ein Widerstandsmaterial aus einer Menge umfassend ein Metall, ein Polysilizium, ein Silizid und ein einkristallines Silizium. Der erste und/oder der zweite Widerstand können ein hohes Verhältnis einer Länge des Widerstandes zu einer Breite des Widerstandes aufweisen. Der erste und/oder der zweite Widerstand können als Leiterbahn mit einem hohen Verhältnis einer Länge zu einer Breite der Metallbahn ausgebildet sein. Der erste und/oder der zwei- te Widerstand können jeweils als ein Dünnfilm-Metallschichtwiderstand ausgebildet sein. Der erste und/oder der zweite Widerstand können jeweils als ein Monosiliziumwiderstand ausgebildet sein. Der einkristallines Silizium enthaltende erste
und/oder zweite Widerstand kann jeweils als Wannenwiderstand, insbesondere n-Wannenwiderstand, oder als Diffusionswiderstand realisiert sein. Ein Diffusionswiderstand, welcher auch als diffundierter Widerstand bezeichnet werden kann, kann stark p, schwach p, stark n oder schwach n dotiertes Silizium umfassen. Der erste und/oder der zweite Widerstand können jeweils als Polysiliziumwiderstand realisiert sein.
In einer Weiterbildung umfasst der Halbleiterkörper mindes- tens ein drittes Halbleiterbauelement sowie eine fünfte und eine sechste daran angeschlossene Anschlussfläche. In einer Ausführungsform weist der Halbleiterkörper mindestens zwei weitere Widerstände auf, welche die zweite Anschlussfläche mit der fünften Anschlussfläche und die vierte Anschlussflä- che mit der sechsten Anschlussfläche verbinden. Mit Vorteil kann somit eine große Stromlast auf drei Halbleiterbauelemente verteilt werden, wobei das beschriebene Messprinzip entsprechend angewendet werden kann. In einer Weiterbildung kann der Halbleiterkörper mindestens ein weiteres Halbleiterbau- element und entsprechend zugeordnete Anschlussflächen und Widerstände umfassen.
Die Stromtreiberfähigkeit der verschiedenen Halbleiterbauelemente kann unterschiedlich sein. Bevorzugt ist die Stromtrei- befähigkeit der verschiedenen Halbleiterbauelemente näherungsweise gleich eingestellt.
Das erste und das zweite Halbleiterbauelement können jeweils einen Transistor umfassen. In einer Ausführungsform umfassen das erste Halbleiterbauelement und das zweite Halbleiterbauelement jeweils einen Feldeffekttransistor. In einer bevorzugten Ausführungsform sind der erste und der zweite Feldeffekttransistor vom gleichen Leitfähigkeitstyp. Die beiden
Feldeffekttransistoren können n-Kanal-Feldeffekttransistoren sein. Alternativ sind die beiden Feldeffekttransistoren als p-Kanal-Feldeffekttransistoren ausgebildet .
In einer Weiterbildung umfasst das erste Halbleiterbauelement den ersten Feldeffekttransistor mit einer ersten Kanalweite Wl und einer ersten Kanallänge Ll und das zweite Halbleiterbauelement den zweiten Feldeffekttransistor mit einer zweiten Kanalweite W2 und einer zweiten Kanallänge L2. Ein erstes Verhältnis Wl/Ll der ersten Kanalweite Wl zu der ersten Kanallänge Ll und ein zweites Verhältnis W2/L2 der zweiten Kanalweite W2 zu der zweiten Kanallänge L2 können näherungsweise gleich sein. Mit Vorteil kann eine Stromlast zu gleichen Anteilen auf das erste und das zweite Halbleiterbauelement aufgeteilt sein.
Ein gehäuster Halbleiterkörper nach dem vorgeschlagenen Prinzip umfasst den Halbleiterkörper sowie ein Gehäuse. Das Gehäuse weist eine erste Metallbahn, englisch leadfinger, die mit der ersten und der zweiten Anschlussfläche des Halbleiterkörpers verbunden ist, und eine zweite Metallbahn auf, die elektrisch leitend mit der dritten und der vierten Anschlussfläche des Halbleiterkörpers verbunden ist.
Die Verbindung der Anschlussflächen auf dem Halbleiterkörper mit den Metallbahnen im Gehäuse kann mittels Bonddrähten realisiert sein. In einer Ausführungsform umfasst der gehäuste Halbleiterkörper einen ersten Bonddraht, der die erste Anschlussfläche mit der ersten Metallbahn verbindet, einen zweiten Bonddraht, der die zweite Anschlussfläche mit der ersten Metallbahn verbindet, sowie einen dritten und einen vierten Bonddraht, welche die dritte beziehungsweise die vierte Anschlussfläche mit der zweiten Metallbahn verbinden.
In einer bevorzugten Ausführungsform verbindet genau ein einziger Bonddraht, nämlich der erste Bonddraht, die erste Anschlussfläche mit der ersten Metallbahn. Dementsprechend sind auch die weiteren Anschlussflächen mittels jeweils genau ei- nes einzigen Bonddrahts kontaktiert.
Alternativ können Bondkugeln, englisch bond balls, auf den Anschlussflächen vorgesehen sein, die zur Verbindung mit den Metallbahnen ausgebildet sind. Die Bondkugeln können auch als Lötkugeln oder Metallerhebungen, englisch bumps, bezeichnet werden. Zum Herstellen der Verbindung kann der Halbleiterkörper in einer Flip-Chip-Technik auf die Metallbahnen aufgesetzt werden.
Nach dem vorgeschlagenen Prinzip umfasst eine Messanordnung zum Testen des Halbleiterkörpers ein Widerstandsmesssystem, das über eine erste und eine zweite Verbindung mit der ersten beziehungsweise zweiten Anschlussfläche verbunden ist. In einer Weiterbildung ist das Widerstandsmesssystem mit der drit- ten und der vierten Anschlussfläche über eine dritte beziehungsweise eine vierte Verbindung gekoppelt.
Das Widerstandsmesssystem kann einen Impedanzanalysator, welcher zur 4-Draht-Messung ausgelegt ist, umfassen. Alternativ kann das Widerstandsmesssystem eine Widerstandsmessbrücke, die zur 4-Draht-Messung ausgebildet ist, umfassen.
In einer weiteren alternativen Ausführungsform weist das Widerstandsmesssystem eine Spannungsquelle, ein Strommessgerät und ein Spannungsmessgerät auf. Die Spannungsquelle ist mit der ersten Anschlussfläche verbunden. Das Strommessgerät ist an einem Anschluss mit der dritten Anschlussfläche und an einem weiteren Anschluss mit einem Bezugspotentialanschluss
verbunden. Das Spannungsmessgerät ist zwischen die zweite Anschlussfläche und die vierte Anschlussfläche geschaltet.
In einer weiteren Ausführungsform weist das Widerstandsmess- System eine Stromquelle und ein Spannungsmessgerät auf. Dabei ist die Stromquelle über die erste Verbindung mit der ersten Anschlussfläche verbunden. Die dritte Anschlussfläche ist mittels der dritten Verbindung an einen Bezugspotentialan- schluss angeschlossen. Das Spannungsmessgerät ist mittels der zweiten und der vierten Verbindung mit der zweiten und der vierten Anschlussfläche verbunden.
Eine der vier Verbindungen kann eine Leitung in Form eines Kabels und eine Leiterbahn auf einer Probecard sowie eine Prüfnadel, auch als Testnadel bezeichnet, umfassen. Alternativ kann die Verbindung auch eine Prüfnadel umfassen, die mechanisch derart mit einem Waferprober verbunden ist, dass die Position der Prüfnadel in Bezug auf die Position einer weiteren Prüfnadel mechanisch einstellbar ist. Der Halbleiterkör- per wird dann derart unter der Probecard oder der Anordnung der einzelnen Prüfnadeln positioniert, dass die Prüfnadeln einen mechanischen und damit auch einen elektrischen Kontakt zu den jeweiligen Anschlussflächen aufweisen.
Der Halbleiterkörper kann in einem Schaltspannungswandler, einem Linearspannungsregler oder einem Analogschalter eingesetzt werden. Der Halbleiterkörper kann auch in einer Ladungspumpe oder einem Verstärker, insbesondere einem Leistungsverstärker, verwendet werden.
Erfindungsgemäß sieht ein Verfahren zum Testen eine Halbleiterkörpers folgende Schritte vor: Ein Widerstandsmesssystem wird mit einem ersten und einem zweiten Anschluss eines ers-
ten Halbleiterbauelementes und mit einem ersten und einem zweiten Anschluss eines zweiten Halbleiterbauelementes verbunden. Das erste und das zweite Halbleiterbauelement werden von einem Halbleiterkörper umfasst. Das erste Halbleiterbau- element wird aktiviert und das zweite Halbleiterbauelement wird deaktiviert. Ein erster Strom Il wird in das erste Halbleiterbauelement eingespeist. Zwischen den beiden Anschlüssen des ersten Halbleiterbauelementes wird eine erste Spannung Ul abgegriffen. Ein erster Einschaltwiderstand Ronl wird ermit- telt gemäß der Formel
RonX=≡ n
wobei Il der Wert des ersten Stromes und Ul der Wert der ers- ten Spannung ist.
In einer Weiterbildung fließt der erste Strom durch das erste Halbleiterbauelement zu einem Bezugspotentialanschluss .
In einer Ausführungsform wird zur Kopplung mit den ersten Anschlüssen des ersten und des zweiten Halbleiterbauelementes das Widerstandsmesssystem mit einer ersten Anschlussfläche, die mit dem ersten Anschluss des ersten Halbleiterbauelementes verbunden ist, und mit einer zweiten Anschlussfläche, die mit dem ersten Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes verbunden ist, gekoppelt. Weiter wird zur Kopplung mit den zweiten Anschlüssen des ersten und des zweiten Halbleiterbauelementes das Widerstandsmesssystem mit einer dritten Anschlussfläche, die mit dem zweiten Anschluss des ersten HaIb- leiterbauelementes verbunden ist, und mit einer vierten Anschlussfläche, die mit dem zweiten Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes verbunden ist, gekoppelt. Zur Kopplung
der ersten Anschlüsse des ersten und des zweiten Halbleiterbauelementes kann die erste Anschlussfläche über einen ersten Widerstand des Halbleiterkörpers an die zweite Anschlussfläche angeschlossen sein. Zur Kopplung der zweiten Anschlüsse des ersten und des zweiten Halbleiterbauelementes kann entsprechend die dritte Anschlussfläche über einen zweiten Widerstand des Halbleiterkörpers an die vierte Anschlussfläche angeschlossen sein. Das Abgreifen der ersten Spannung zwischen dem ersten und dem zweiten Anschluss des ersten HaIb- leiterbauelementes kann durch Abgreifen einer Spannung zwischen der ersten und der zweiten Anschlussfläche erfolgen.
In einer Weiterbildung wird überprüft, ob der erste Einschaltwiderstand Ronl größer oder kleiner als ein einstellba- rer Vorgabewert ist. Der Halbleiterkörper wird als defekt erkannt, falls der erste Einschaltwiderstand höher als der einstellbare Vorgabewert ist. In einer Ausführungsform kann der Vorgabewert kleiner als ein Widerstandswert des ersten Widerstandes sein.
Ein Verfahren zum Testen eines gehäusten Halbleiterkörpers sieht folgende Schritte vor: Ein Widerstandsmesssystem wird mit einer ersten und einer zweiten Metallbahn eines Gehäuses verbunden. Dabei ist die erste Metallbahn mit einem ersten Anschluss eines ersten Halbleiterbauelementes und einem ersten Anschluss eines zweiten Halbleiterbauelementes verbunden. Die zweite Metallbahn ist entsprechend mit einem zweiten Anschluss des ersten Halbleiterbauelementes und einem zweiten Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes verbunden. Dabei ist der erste Anschluss des ersten Halbleiterbauelementes mittels eines ersten Widerstandes mit dem ersten Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes gekoppelt. Ebenso ist der zweite Anschluss des ersten Halbleiterbauelementes mittels
eines zweiten Widerstandes mit dem zweiten Anschluss des zweiten Halbleiterbauelementes gekoppelt. Der Halbleiterkörper umfasst den ersten und den zweiten Widerstand sowie das erste und das zweite Halbleiterbauelement. Das zweite HaIb- leiterbauelement wird deaktiviert und das erste Halbleiterbauelement wird aktiviert. Ein erster Strom Il wird in den Halbleiterkörper, insbesondere in das erste Halbleiterbauelement eingespeist. Eine erste Spannung Ul zwischen der ersten und der zweiten Metallbahn wird bestimmt. Ein erster Ein- schaltwiderstand Ronl ' wird gemäß folgender Gleichung ermittelt:
RonV=≡ ,
wobei Il der Wert des ersten Stromes und Ul der Wert der ersten Spannung ist.
In einer Ausführungsform wird ein Defekt des gehäusten Halbleiterkörpers bestimmt. Dabei wird überprüft, ob der erste Einschaltwiderstand Ronl' kleiner als ein einstellbarer Vorgabewert ist. In einer Weiterbildung wird der gehäuste Halbleiterkörper als nicht-defekt definiert, wenn der Einschaltwiderstand kleiner als der Vorgabewert ist.
Die Erfindung wird nachfolgend an mehreren Ausführungsbeispielen anhand der Figuren näher erläutert. Funktions- beziehungsweise wirkungsgleiche Bauelemente und Strukturen tragen gleiche Bezugszeichen. Insoweit sich die Bauelemente oder Strukturen in ihrer Funktion entsprechen, wird deren Be- Schreibung nicht in jeder der folgenden Figuren wiederholt.
Figur 1 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines Halbleiterkörpers nach dem vorgeschlagenen Prinzip,
Figur 2 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines Halbleiterkörpers und einer Messanordnung nach dem vorgeschlagenen Prinzip,
Figur 3 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines gehäusten Halbleiterkörpers und einer
Messanordnung nach dem vorgeschlagenen Prinzip,
Figuren 4A bis 4F zeigen schematisch eine beispielhafte Aus- führungsform eines Halbleiterkörpers nach dem vorgeschlagenen Prinzip mit und ohne Bonddraht-Fehler,
Figur 5 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines weiteren gehäusten Halbleiterbauelementes nach dem vorgeschlagenen Prinzip und
Figuren 6A und 6B zeigen eine beispielhafte Ausführungsform eines ersten Widerstandes.
Figur 1 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines Halbleiterkörpers 1 nach dem vorgeschlagenen Prinzip. Der Halbleiterkörper 1 umfasst ein erstes und ein zweites Halbleiterbauelement 10, 20. Das erste Halbleiterbauelement 10 weist einen Steueranschluss 11, einen ersten Anschluss 12 und einen zweiten Anschluss 13 auf. Entsprechend umfasst das zweite Halbleiterbauelement 20 einen Steueranschluss 21, einen ersten Anschluss 22 und einen zweiten Anschluss 23. Das erste
und das zweite Halbleiterbauelement 10, 20 sind jeweils als ein p-Kanal Metall-Oxid-Halbleiter Feldeffekttransistor, abgekürzt p-MOSFET ausgebildet. Das erste Halbleiterbauelement
10 weist eine erste Weite Wl und eine erste Länge Ll des Ka- nals auf. Entsprechend weist das zweite Halbleiterbauelement
20 eine zweite Weite W2 und eine zweite Länge L2 des Kanals auf .
Der Halbleiterkörper 1 umfasst darüber hinaus vier Anschluss- flächen 14, 15, 24, 25, englisch pads . Die erste Anschlussfläche 14 ist mit dem ersten Anschluss 12 des ersten Halbleiterbauelements 10 verbunden. Die zweite Anschlussfläche 24 ist mit dem ersten Anschluss 22 des zweiten Halbleiterbauelementes 20 verbunden. Die dritte Anschlussfläche 15 ist am zweiten Anschluss 13 des ersten Halbleiterbauelementes 10 angeschlossen. Entsprechend ist die vierte Anschlussfläche 25 am zweiten Anschluss 23 des zweiten Halbleiterbauelementes 20 angeschlossen. Darüber hinaus umfasst der Halbleiterkörper 1 einen ersten und zweiten Treiber 16, 26 sowie eine fünfte und eine sechste Anschlussfläche 18, 28. Die fünfte Anschlussfläche 18 ist über den ersten Treiber 16 mit dem Steueranschluss
11 des ersten Halbleiterbauelementes 10 gekoppelt. In analoger Weise ist die sechste Anschlussfläche 28 über den zweiten Treiber 26 mit dem Steueranschluss 21 des zweiten Halbleiter- bauelementes 20 verbunden. In Figur 1 sind vier Bonddrähte 32 bis 35 angedeutet, mit denen die vier Anschlussflächen 14, 15, 24, 25 angeschlossen werden können.
Der Halbleiterkörper 1 umfasst darüber hinaus einen ersten und einen zweiten Widerstand 17, 27. Der erste Widerstand 17 verbindet die erste Anschlussfläche 14 mit der zweiten Anschlussfläche 24. Der zweite Widerstand 27 verbindet die dritte Anschlussfläche 15 mit der vierten Anschlussfläche 25.
Mit Vorteil ist ein Verhältnis der ersten Weite Wl zu der ersten Länge Ll näherungsweise gleich einem Verhältnis der zweiten Weite W2 zu der zweiten Länge L2, da damit die beiden Halbleiterbauelemente 10, 20 näherungsweise den gleichen Einschaltwiderstand Ronl beziehungsweise Ron2 und die gleiche Stromtragefähigkeit aufweisen. Ein Gesamtstrom kann somit gleichmäßig auf die beiden Halbleiterbauelemente 10, 20 verteilt werden. Der erste Widerstand 17 kann einen Widerstands- wert R aufweisen. Der zweite Widerstand 27 kann näherungsweise den gleichen Widerstandswert R aufweisen.
In einer alternativen Ausführungsform kann der zweite Widerstand 27 einen Widerstandswert R' aufweisen, der unterschied- lieh zum Widerstandswert R des ersten Widerstandes 17 ist.
In einer alternativen Ausführungsform werden das erste und das zweite Halbleiterbauelement 10, 20 als n-Kanal Metall- Oxid-Halbleiter Feldeffekttransistoren, abgekürzt n-MOSFETs realisiert.
In einer alternativen Ausführungsform umfasst der Halbleiterkörper 1 mindestens ein weiteres Halbleiterbauelement und zwei weitere Anschlussflächen, die mit einem ersten und einem zweiten Anschluss des weiteren Halbleiterbauelementes verbunden sind. Die beiden weiteren Anschlussflächen sind über jeweils einen weiteren Widerstand mit den Anschlussflächen 14, 15, 24, 25 gekoppelt.
Figur 2 zeigt den Halbleiterkörper 1 gemäß Figur 1 sowie eine Messanordnung. Die Messanordnung umfasst eine Spannungsquelle 50, ein Strommessgerät 51 und ein Spannungsmessgerät 52. Die Spannungsquelle 50 ist über eine erste Verbindung 45 mit der
ersten Anschlussfläche 14 gekoppelt. Das Strommessgerät 51 ist über eine dritte Verbindung 46 mit der dritten Anschlussfläche 15 verbunden. Das Strommessgerät 51 ist zwischen der dritten Anschlussfläche 15 und einem Bezugspotentialanschluss 8 geschaltet. Das Spannungsmessgerät 52 ist über eine zweite Verbindung 47 mit der zweiten Anschlussfläche 24 und über eine vierte Verbindung 48 mit der vierten Anschlussfläche 25 verbunden. Die vier Verbindungen 45 bis 48 umfassen jeweils eine Prüfnadel 40 bis 43.
Für einen Test wird über nicht gezeigte Verbindungen zu der fünften und/oder der sechsten Anschlussfläche 18, 28 das erste Halbleiterbauelement 10 aktiviert und das zweite Halbleiterbauelement 20 deaktiviert. Mittels der Spannungsquelle 50 und der ersten Verbindung 45 wird die erste Anschlussfläche 14 mit einer Spannung UO beaufschlagt. Da ausschließlich das erste Halbleiterbauelement 10 aktiviert ist, kann ein Strom Il ausschließlich durch das erste Halbleiterbauelement 10 und nicht durch das zweite Halbleiterbauelement 20 fließen. Der fließende Strom Il wird mittels des Strommessgerätes 51, das einen Messwert IMESS bereitstellt, gemessen. Mit dem Spannungsmessgerät 52 wird eine Spannung Ul zwischen der zweiten und der vierten Anschlussfläche 24, 25 abgegriffen. Da das Spannungsmessgerät 52 hochohmig ist, fließt nur ein vernach- lässigbarer Strom durch die zweite Verbindung 47 mit der Prüfnadel 42 und durch den ersten Widerstand 17. Ebenso fließt nur ein vernachlässigbarer Strom durch die vierte Verbindung 48 und den zweiten Widerstand 27. Daher entspricht der von dem Spannungsmessgerät 52 bereitgestellte Messwert UMESS einer Spannung zwischen der ersten und der dritten Anschlussfläche 14, 15. Der Quotient aus der ersten Spannung Ul beziehungsweise UMESS und dem ersten Strom Il beziehungsweise
IMESS ist somit ein Einschaltwiderstand Ronl des ersten Halbleiterbauelements 10.
Die hierzu verwendete Messtechnik wird auch als 4-Leiter- Messtechnik oder 4-Draht-Messtechnik bezeichnet und erlaubt eine genaue Bestimmung des ersten Einschaltwiderstands Ronl auch bei niedrigen Werten des Einschaltwiderstandes.
Zum Testen des zweiten Halbleiterbauelementes 20 werden die Verbindung zwischen der Messanordnung und den vier Anschlussflächen 14, 24, 15, 25 verändert. Dieser Test ist in Figur 2 nicht gezeigt. Zum Testen des zweiten Halbleiterbauelementes 20 wird die zweite Anschlussfläche 24 mit der Spannungsquelle 50, die vierte Anschlussfläche 25 mit dem Strommessgerät 51 und die erste und die dritte Anschlussfläche 14, 15 mit dem Spannungsmessgerät 52 verbunden. Diese Verbindungen sind in Figur 2 nicht gezeigt.
Das zweite Halbleiterbauelement 20 wird aktiviert und das erste Halbleiterbauelement 10 wird deaktiviert, so dass ein Stromfluss eines zweiten Stroms 12 ausschließlich durch das zweite Halbleiterbauelement 20 und nicht durch das erste Halbleiterbauelement 10 erfolgt. Eine zweite Spannung U2 wird mittels des Spannungsmessgerätes 52 ermittelt. Ein zweiter Einschaltwiderstand Ron2 wird aus dem Quotienten der Spannung U2 beziehungsweise UMESS und dem Strom 12 beziehungsweise I- MESS gebildet. Sind der erste oder der zweite Einschaltwiderstand Ronl, Ron2 größer als ein Vorgabewert, so ist das jeweilige Halbleiterbauelement 10, 20 und somit der Halbleiter- körper 1 defekt. Sind beide Einschaltwiderstände Ronl, Ron2 unter einem Vorgabewert, so können beide Halbleiterbauelemente 10, 20 und damit der Halbleiterkörper 1 als funktionsfähig bezeichnet werden.
Mit Vorteil ist mittels des ersten und des zweiten Widerstandes 17, 27 eine elektrische Kopplung zwischen der ersten und der zweiten Anschlussfläche 14, 24 und zwischen der dritten und der vierten Anschlussfläche 15, 25 erreicht. Über diese Kopplung ist ein Abgriff der über dem ersten Halbleiterbauelement 10 abfallenden Spannung Ul möglich, da bei einem hochohmigen Spannungsmessgerät 52 ein Stromfluss über die beiden Abgriffe, umfassend die zweite und die vierte Verbin- düng 47, 48, vernachlässigbar ist. Mit Vorteil sind für den
Abgriff keine zusätzlichen Anschlussstellen notwendig, da die für das Bonden vorgesehene zweite und vierte Anschlussflächen 24, 25 einsetzbar sind. Mit Vorteil können vier Prüfnadeln 40 bis 43 aufgesetzt werden. Die 4-Draht-Messtechnik ist zur Be- Stimmung der Einschaltwiderstände Ronl, Ron2 verwendbar.
Durch die Verwendung zweier Halbleiterbauelemente 10, 20 ist der jeweilige Einschaltwiderstand Ronl, Ron2 eines einzelnen Halbleiterbauelementes höher als bei einem Halbleiterkörper, bei dem anstelle der beiden Halbleiterbauelemente 10, 20 ein einziges Halbleiterbauelement vorhanden ist. Somit ist vorliegend mit Vorteil eine genauere Bestimmung des Einschaltwiderstandes der Parallelschaltung aus den beiden Halbleiterbauelementen 10, 20 möglich. Der resultierende Einschaltwi- derstand Ron ist vorliegend aufgrund der Parallelschaltung gering.
In einer alternativen, nicht gezeigten Ausführungsform weist das Widerstandsmesssystem eine Stromquelle auf, die anstelle der Spannungsquelle 50 eingesetzt wird. Ist der von der
Stromquelle bereitgestellte Strom bekannt, so kann auf die Messung des fließenden Stroms mittels des Strommessgerätes 51 verzichtet und in Figur 2 die dritte Anschlussfläche 15 über
die dritte Verbindung 46 direkt mit dem Bezugspotentialan- schluss 8 verbunden werden.
Figur 3 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines ge- hausten Halbleiterkörpers 2. Der gehäuste Halbleiterkörper 2 weist den Halbleiterkörper 1 gemäß Figur 1 oder 2 auf sowie eine erste und eine zweite Metallbahn 30, 31, welche auch als Leadfinger bezeichnet werden. Die erste Metallbahn 30 ist über einen ersten Bonddraht 32 mit der ersten Anschlussfläche 14 und über einen zweiten Bonddraht 34 mit der zweiten Anschlussfläche 24 verbunden. Analog ist die dritte Anschlussfläche 15 über einen dritten Bonddraht 33 und die vierte Anschlussfläche 25 über einen vierten Bonddraht 35 mit der zweiten Metallbahn 31 verbunden. In Figur 3 ist zusätzlich auch eine Messanordnung gezeigt, welche die Spannungsquelle 50, das Strommessgerät 51 und das Spannungsmessgerät 52 um- fasst. Die erste Metallbahn 30 ist mit der Spannungsquelle 50 und einem ersten Anschluss des Spannungsmessgerätes 52 verbunden. Die zweite Metallbahn 31 ist mit dem Strommessgerät 51 und einem zweiten Anschluss des Spannungsmessgerätes 52 verbunden. Das Strommessgerät 51 ist zwischen die zweite Metallbahn 31 und den Bezugspotentialanschluss 8 geschaltet. Die Verbindungen können einen nicht gezeigten Testsockel umfassen, in den das gehäuste Halbleiterbauelement 2 eingesetzt ist.
Der Test des gehäusten Halbleiterkörpers 2 erfolgt weitgehend analog zum Test des ungehäusten Halbleiterkörpers 1 gemäß Figur 2. Zum Test des gehäusten Halbleiterkörpers 2 wird über nicht gezeigte Verbindungen mittels des ersten Treibers 16 das erste Halbleiterbauelement 10 aktiviert und mittels des zweiten Treibers 26 das zweite Halbleiterbauelement 20 deaktiviert. Daher ist ausschließlich ein Stromfluss Il durch das
erste Halbleiterbauelement 10 und kein Stromdurchfluss durch das zweite Halbleiterbauelement 20 möglich. Mittels der Spannungsquelle 50 wird eine Spannung UO zwischen der ersten und der zweiten Metallbahn 30, 31 angelegt. Der durch die beiden Metallbahnen 30, 31 fließende Strom Il wird mittels des
Strommessgerätes 51 bestimmt. Die zwischen den beiden Metallbahnen 30, 31 anliegende Spannung Ul wird mittels des Spannungsmessgerätes 52 ermittelt. Ist das erste Halbleiterbauelement 10 in einem eingeschalteten Betriebszustand, so gibt ein Quotient aus der gemessenen Spannung UMESS beziehungsweise Ul und dem gemessenen Strom IMESS beziehungsweise Il den ersten Einschaltwiderstand Ronl ' wieder. Dieser setzt sich näherungsweise aus dem Einschaltwiderstand Ronl des ersten Halbleiterbauelementes 10 und einem Wert des Widerstand der Kopplungen der ersten Metallbahn 30 mit der ersten Anschlussfläche 14 sowie einem Wert des Widerstand der Kopplungen der zweiten Metallbahn 31 mit der dritten Anschlussfläche 15 zusammen. Ist der erste Einschaltwiderstand Ronl' über einem Vorgabewert, so wird der gehäuste Halbleiterkörper 2 als de- fekt bezeichnet. Ist der erste Einschaltwiderstand Ronl' unter dem Vorgabewert, wo wird der gehäuste Halbleiterkörper 1 als funktionsfähig bezeichnet.
Fehlt beispielsweise der erste Bonddraht 32, so fließt zwar ein Strom Il von der ersten Metallbahn 30 über den zweiten Bonddraht 34, die zweite Anschlussfläche 24, den ersten Widerstand 17 und die erste Anschlussfläche 14 zu dem ersten Halbleiterbauelement 10 und von dem ersten Halbleiterbauelement 10 über die dritte Anschlussfläche 15 und den dritten Bonddraht 33 zu der zweiten Metallbahn 31, jedoch ist der gemessene Einschaltwiderstand Ronl ' die Summe aus dem Widerstandswert des ersten Widerstands 17 und dem Einschaltwiderstand Ronl des ersten Halbleiterbauelementes 10 sowie des Wi-
derstands des zweiten und des dritten Bonddrahtes 33, 34. Da der Vorgabewert so eingestellt wird, dass der gemessene Einschaltwiderstand Ronl ' über dem Vorgabewert liegt, wird erkannt, dass ein Defekt bei einem der Bonddrähte 32, 33, näm- lieh dem ersten Bonddraht 32 und/oder dem dritten Bonddraht 33, vorliegt. Der Defekt kann wie oben aufgeführt von einem Fehlen des ersten Bonddrahtes 32 oder des dritten Bonddrahtes 33 oder von einem nicht leitenden Kontakt des ersten Bonddrahtes 32 zu der ersten Metallbahn 30 oder zu der ersten An- schlussfläche 14 oder einem schlechten Kontakt des dritten
Bonddrahtes 33 zu der zweiten Metallbahn 31 oder der dritten Anschlussfläche 15 verursacht sein. Der Defekt kann auch durch einen Defekt des ersten Halbleiterbauelementes 10 verursacht sein.
Zum Testen des zweiten Halbleiterbauelementes 20 wird das zweite Halbleiterbauelement 20 aktiviert und das erste Halbleiterbauelement 10 deaktiviert. Die Verbindungen der Messanordnung werden zum Testen des zweiten Halbleiterbauelementes 20 nicht verändert. In analoger Weise wird ein zweiter Einschaltwiderstand Ron2 ' ermittelt und mit einem Vorgabewert verglichen. Ist der zweite Einschaltwiderstand Ron2 ' größer als der Vorgabewert, so liegt ein Defekt im gehäusten Halbleiterkörper 2 vor. Nur wenn der erste und der zweite Ein- schaltwiderstand Ronl', Ron2 ' niedriger als die jeweiligen Vorgabewerte sind, kann der gehäuste Halbleiterkörper 2 als funktionsfähig bezeichnet werden.
Mit Vorteil wird ein Fehlen eines Bonddrahtes oder ein nicht leitender Kontakt eines Bonddrahtes zu den Metallbahnen 30, 31 oder zu den Anschlussflächen 14, 15, 24, 25 nachgewiesen. Ein gehäuster Halbleiterkörper 2 wird nur dann als funktions-
fähig bezeichnet, wenn alle Bonddrähte vorhanden und leitend angeschlossen sind.
Figuren 4A bis 4F zeigen schematisch den gehäusten Halblei- terkörper 2 gemäß Figur 3 nach dem vorgeschlagenen Prinzip mit und ohne Bonddrahtfehler. Figur 4A zeigt den gehäusten Halbleiterkörper 2 mit vier Bonddrähten 32 bis 35. Es werden zwei Einschaltwiderstände Ronl ' und Ron2 ' ermittelt, die niedriger als die Vorgabewerte sind, so dass der gehäuste Halbleiterkörper 2 als funktionsfähig definiert ist. Somit sind alle vier Bonddrähte 32 bis 35 vorhanden und leitend angeschlossen. Weiter sind das erste und das zweite Halbleiterbauelement 10, 20 funktionsfähig.
Figur 4B zeigt den gehäusten Halbleiterkörper 2, bei dem der zweite Bonddraht 34 fehlt. Mittels des Widerstandsmesssystems wird ermittelt, dass der erste Einschaltwiderstand Ronl unter dem Vorgabewert, der zweite Einschaltwiderstand Ron2 jedoch über dem Vorgabewert ist. Somit wird der gehäuste Halbleiter- körper 2 als defekt definiert.
Figur 4C zeigt den gehäusten Halbleiterkörper 2, bei dem der zweite und der vierte Bonddraht 34, 35 fehlen sowie der erste und der dritte Bonddraht 32, 33 vorhanden sind. Der erste Einschaltwiderstand Ronl' liegt unterhalb des Vorgabewertes, während der zweite Einschaltwiderstand Ron2 ' deutlich über dem Vorgabewert liegt. Der zweite Einschaltwiderstand Ron2 ' hat als Wert die Summe der Widerstandswerte des ersten und des zweiten Widerstands 17, 27, des Einschaltwiderstandes Ron2 des zweiten Halbleiterbauelementes 20 sowie des ersten und des dritten Bonddrahtes 32, 33.
Figur 4D zeigt den genausten Halbleiterkörper 2, bei dem der erste und der zweite Bonddraht 32, 34 fehlen sowie der dritte und der vierte Bonddraht 33, 35 vorhanden sind. Der gemessene Strom IMESS ist somit näherungsweise Null. Daher sind die Einschaltwiderstände Ronl ' , Ron2 ' sehr hoch und größer als die beiden Vorgabewerte. Daher wird der gehäuste Halbleiterkörper 2 als defekt definiert.
Figur 4E zeigt den gehäusten Halbleiterkörper 2, bei dem drei Bonddrähte 32, 34, 35 fehlen und der dritte Bonddraht 33 vorhanden ist. Auch hier ist der gemessene Strom IMESS näherungsweise Null und somit die beiden Einschaltwiderstände Ronl', Ron2 ' sehr hoch und damit größer als die Vorgabewerte.
Figur 4F zeigt den gehäusten Halbleiterkörper 2, bei dem die vier Bonddrähte 32 bis 35 fehlen. Da auch hier der gemessene Strom IMESS näherungsweise Null ist und die beiden Einschaltwiderstände Ronl ' , Ron2 ' größer als die Vorgabewerte sind, wird der gehäuste Halbleiterkörper 2 als defekt erkannt.
Mit Vorteil ist ein Fehlen bereits eines Bonddrahtes 32 bis 35 oder ein Vorhandensein eines nichtleitenden Übergangs eines Bonddrahts 32 bis 35 zu der jeweiligen Anschlussfläche
14, 15, 24, 25 oder der jeweiligen Metallbahn 30, 31 ermit- telbar. Dies ist aufgrund der Aufteilung in die zwei Halbleiterbauelemente 10, 20 und in die vier Anschlussflächen 14,
15, 24, 25, die jeweils nur mit jeweils einem Bonddraht 32 bis 35 angeschlossen sind, möglich. Weiter ist dies aufgrund der elektrischen Kopplung der ersten und der zweiten An- schlussfläche 14, 24 über den ersten Widerstand 17 sowie der dritten und der vierten Anschlussfläche 15, 25 über den zweiten Widerstand 27 erreicht.
Figur 5 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines genausten Halbleiterkörpers 2 nach dem vorgeschlagenen Prinzip. Das Gehäuse 3 ist als THIN DUAL FLAT NO-LEAD-Gehäuse, abgekürzt TDFN, realisiert und weist zehn Metallbahnen 30, 31, 60 bis 67 auf. In dem Gehäuse 3 ist der Halbleiterkörper 1 eingesetzt. Der Halbleiterkörper 1 umfasst sechs Halbleiterbauelemente 10, 20, 70 bis 73. Dabei sind drei Halbleiterbauelemente 10, 20, 70 als p-Kanal MOSFETs und drei Halbleiterbauelemente 71 bis 73 als n-Kanal MOSFETs realisiert. Das erste Halbleiterbauelement 10 ist am ersten Anschluss 12 über die erste Anschlussfläche 14 mittels des ersten Bonddrahtes 32 mit der ersten Metallbahn 30 verbunden. Ebenso ist das erste Halbleiterbauelement 10 am zweiten Anschluss 13 über die dritte Anschlussfläche 15 mittels des dritten Bonddrahtes 33 mit der zweiten Metallbahn 31 verbunden. In analoger Weise sind die Halbleiterbauelemente 20, 70 am jeweils ersten Anschluss über die zweite beziehungsweise weitere Anschlussfläche 24, 80 mittels des zweiten und des fünften Bonddrahtes 34, 36 mit der ersten Metallbahn 30 sowie an dem jeweiligen zweiten Anschluss über die vierte Anschlussfläche 25 beziehungsweise eine weitere Anschlussfläche 81 mittels des vierten und des sechsten Bonddrahtes 35, 37 mit der zweiten Metallbahn 31 verbunden.
In analoger Weise sind die Halbleiterbauelemente 71, 72, 73 an den ersten Anschlüssen über die drei Anschlussflächen 15, 25, 81 mittels des dritten, des vierten und des sechsten Bonddrahtes 33, 35, 37 mit der zweiten Metallbahn 31 und an den zweiten Anschlüssen über die Anschlussflächen 82 bis 84 mittels eines siebten, achten und neunten Bonddrahtes 38, 39, 94 mit der Metallbahn 61 verbunden. Die drei Anschlussflächen 15, 25, 81 werden somit von den p-MOSFETS 10, 20, 70 und den n-MOSFETS 71, 72, 73 genutzt. Die Anschlussflächen 14, 24,
80, die Anschlussflächen 15, 25, 81 und die Anschlussflächen 82, 83, 84 sind auf dem Halbleiterkörper 1 mittels nicht eingezeichneter Widerstände miteinander verbunden.
Der gehäuste Halbleiterkörper 2 wird mit dem in Figur 3 gezeigten Widerstandsmesssystem verbunden. Der gehäuste Halbleiterkörper 2 wird über ein Signal an der Metallbahn 66 in einen Testmodus versetzt. Mittels entsprechender Signale an den Metallbahnen 60, 62, 63 werden die sechs Halbleiterbau- elemente 10, 20, 70 bis 73 nacheinander aktiviert. Dabei wird zu einer Zeit jeweils genau ein Halbleiterbauelement 10, 20, 70 bis 73 aktiviert, während die weiteren Halbleiterbauelemente deaktiviert werden, so dass sechs Einschaltwiderstände Ronl ' bis Ron6' ermittelbar sind. Somit wird am gehäusten Halbleiterkörper 2 ermittelt, ob der erste bis neunte Bonddraht 32 bis 39, 94 fehlt oder einen nichtleitenden Anschluss zu den Metallbahnen 30, 31, 61 oder den Anschlussflächen 14, 15, 24, 25, 80 bis 84 aufweist.
Für einen Betrieb werden die drei p-Kanal-MOSFETs 10, 20, 70 parallel angesteuert. Ebenso werden die drei n-Kanal-MOSFETs 71, 72, 73 parallel mit Treibersignalen beaufschlagt. Die Stromlasten werden somit jeweils auf drei MOSFETS verteilt. Die Signale an den Metallbahnen 60, 62, 63, 66 haben dabei eine andere Funktion als im Testmodus.
Ein derartiger Halbleiterkörper 2 ist beispielsweise in einem Schaltspannungswandler, der als Aufwärtswandler realisiert ist, einsetzbar.
Figur 6A zeigt eine beispielhafte Ausführungsform eines ersten Widerstandes, wie er in einem der Halbleiterkörper gemäß den Figuren 1 bis 5 realisiert werden kann. Der erste Wider-
stand 17 umfasst einen Transistor 95. Ein erster Anschluss des Transistors 95 ist mit der ersten Anschlussfläche 14 und ein zweiter Anschluss des Transistors 95 ist mit der zweiten Anschlussfläche 24 verbunden. Der Transistor 95 ist als FeId- effekttransistor ausgebildet. Der Transistor 95 ist als n- Kanal Metall-Oxid-Halbleiter Feldeffekttransistor, abgekürzt n-Kanal MOSFET, realisiert.
Einem Steueranschluss des Transistors 95 wird eine Ansteuer- Spannung USl zugeleitet. Die Ansteuerspannung USl hat einen niedrigen Wert. Ein Potential an dem Steueranschluss ist niedriger als ein Potential an der ersten und an der zweiten Anschlussfläche 14, 24, so dass der Transistor 95 in Durch- lass geschaltet ist. Der Transistor 95 weist einen Einschalt- widerstand auf, der somit den Widerstandwert R des ersten Widerstandes 17 bildet.
Der zweite Widerstand 27 kann wie der in Figur 6A gezeigte erste Widerstand 17 realisiert sein.
Figur 6B zeigt eine weitere beispielhafte Ausführungsform eines ersten Widerstandes, wie er in einen der Halbleiterkörper gemäß den Figuren 1 bis 5 eingesetzt werden kann. Der Transistor 95' ist als p-Kanal Metall-Oxid-Halbleiter Feldeffekt- transistor, abgekürzt p-Kanal MOSFET, realisiert.
Einem Steueranschluss des Transistors 95' wird eine weitere Ansteuerspannung US2 zugeleitet. Die Ansteuerspannung US2 hat einen von 0 Volt verschiedenen Wert. Der Wert der Ansteuer- Spannung US2 kann ein Wert nahe einer Versorgungsspannung des Halbleiterkörpers 1 sein. Ein Potential an dem Steueranschluss ist höher als ein Potential an der ersten und an der zweiten Anschlussfläche 14, 24, so dass der Transistor 95' in
Durchlass geschaltet ist. Der Transistor 95' weist einen Einschaltwiderstand auf, der somit den Widerstandswert R des ersten Widerstandes 17 bildet.
Der zweite Widerstand 27 kann wie der in Figur 6B gezeigte erste Widerstand 17 realisiert sein.
Bezugszeichenliste
1 Halbleiterkörper
2 genauster Halbleiterkörper 3 Gehäuse
8 Bezugspotentialanschluss
10 erstes Halbleiterbauelement
11 Steueranschluss
12 erster Anschluss 13 zweiter Anschluss
14 erste Anschlussfläche
15 dritte Anschlussfläche
16 Treiber
17 erster Widerstand 18 fünfte Anschlussfläche
20 zweites Halbleiterbauelement
21 Steueranschluss
22 erster Anschluss
23 zweiter Anschluss 24 zweite Anschlussfläche
25 vierte Anschlussfläche
26 zweiter Treiber
27 zweiter Widerstand
28 sechste Anschlussfläche 30 erste Metallbahn
31 zweite Metallbahn
32 erster Bonddraht
33 dritter Bonddraht
34 zweiter Bonddraht 35 vierter Bonddraht
36 fünfter Bonddraht
37 sechster Bonddraht
38 siebter Bonddraht
39 achter Bonddraht
40 - 43 Prüfnadel
45 erste Verbindung
46 dritte Verbindung 47 zweite Verbindung
48 vierte Verbindung
50 Spannungsquelle
51 Strommessgerät
52 Spannungsmessgerät 60 -67 Metallbahn
70 - 73 drittes Halbleiterbauelement
80 - 84 Anschlussfläche
94 neunter Bonddraht
95, 95' Transistor Il erster Strom
12 zweiter Strom
IMESS Messwert
Ronl, Ronl' erster Einschaltwiderstand
Ron2, Ron2 ' zweiter Einschaltwiderstand UO Spannung
Ul erste Spannung
U2 zweite Spannung
USl AnsteuerSpannung
US2 weitere Ansteuerspannung UMESS Messspannung