ATR-Sensoreleτnent
Die vorliegende Erfindung betrifft ein ATR- Sensorelement (ATR = Attenuated Total Internal Re- flectance - abgeschwächte Totalreflexion) . Derartige ATR-Sensorelemente finden in einem weiten Bereich der Analytik, Prozesskontrolle, Spektroskopie und der¬ gleichen Anwendung. Sie werden u.a. verwendet, um in Verbindung mit einem Spektrometer Absorptionsmessun- gen in Materialien durchzuführen, um Inhaltsstoffe in diesen Materialien qualitativ und quantitativ nachzu¬ weisen.
Grundlegendes Prinzip von ATR-Sensorelementen ist die Führung eines Lichtstrahls innerhalb eines für dieses Licht transparenten Materials durch Totalreflexion an den Wänden des Iichtführenden Materials. An diesen Wänden erstreckt sich nun ein evaneszentes Feld in das benachbarte Material, beispielsweise einen Fest- Stoff, eine Flüssigkeit oder ein Gas. Wird das Licht
des evaneszenten Feldes dort absorbiert, so ergibt sich eine Abschwächung des total reflektierten, in¬ tern in dem Sensor geleiteten Lichts, die erfasst werden kann. Vorteilhaft daran ist insbesondere, dass das evaneszente Feld nur eine geringe Eindringtiefe in das zu untersuchende Material aufweist.
Derzeit in der Spektroskopie eingesetzte ATR-Elemente bestehen aus einem einheitlichen optischen Material. Bedingt durch Fertigungsprozesse haben derzeitige
ATR-Elemente Dicken von 2 mm und mehr. Durch die Di¬ cke wird die Anzahl der Reflexionsstellen pro Länge des Elementes in Durchstrahlungsrichtung vorgegeben. Da eine minimale Zahl von Reflexionsstelle zur effek- tiven Erzeugung des evaneszenten Feldes erforderlich ist, kann aufgrund der herstellungsbedingten minima¬ len Dicke die Baulänge des Sensors nicht weiter ver¬ kürzt werden. Durch eine geringere Dicke würde sich jedoch die Zahl der Reflexionsstellen erhöhen und die Länge des Sensorelementes könnte verkürzt werden. Ei¬ ne geringere Dicke führt darüberhinaus zu einer höhe¬ ren Empfindlichkeit des Sensorelementes.
Weiterer Nachteil bei den herkömmlichen ATR- Sensorelementen ist, dass das eingespeiste Licht sich aufgrund der großen Dicke des Sensorelementes über eine relativ große Austrittsfläche verteilt. Dieses kann nicht vollständig in den Eintrittsspalt eines Spektrometers eingekoppelt werden, so dass ein großer Teil der Strahlung verloren geht. Somit entstehen ho¬ he Strahlungsverluste.
Die vorliegende Erfindung macht es sich daher zur Aufgabe, ein ATR-Element zur Verfügung zu stellen, mit dem Licht effizienter in das ATR-Element einge¬ koppelt werden kann, eine höhere Nachweisempfindlich-
keit erzielt wird und der Lichtverlust an der Aus- trittsapertur minimiert wird.
Diese Aufgabe wird durch das ATR-Sensorelement nach Anspruch 1 gelöst . Vorteilhafte Weiterbildungen des ATR-Sensorelementes werden in den abhängigen Ansprü¬ chen gegeben.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird auf der Ober- seite und ggf. auf der Unterseite einer Schicht aus einem für das Messlicht transparenten Material mit einer bestimmten Brechzahl eine hδherbrechende, transparente Schicht aufgebracht. Dies kann bei¬ spielsweise durch Abscheiden, Diffusion oder mechani- sches Fügen erfolgen. Die aufgebrachten Schichten be¬ sitzen dabei vorteilhafterweise eine geringere Dichte als das Substratmaterial. Die niedrig brechende, deutlich dickere Substratschicht dient der Einkopp- lung von Licht, beispielsweise Infrarotlicht, aus ei- ner Strahlungsquelle in das ATR-Element. An der
Grenzfläche zwischen dieser Substratschicht und der höher brechenden Schicht wird das Licht von der Sub¬ stratschicht in die höher brechende Schicht eingekop¬ pelt und dann dort durch Totalreflexion in dieser dünnen transparenten und höher brechenden Schicht ge¬ führt. Diese dient also der konzentrierten Lichtfüh¬ rung und bildet auf ihrer Austrittsseite einen sehr dünnen Eingangsspalt für das Spektrometer. Dadurch kann ein erheblich größerer Anteil, ggf. sogar die gesamte eingekoppelte Strahlung in der Schicht ge¬ führt und in das Spektrometer eingespeist werden. Ei¬ ne optionale zweite, höher brechende Schicht auf der gegenüberliegenden Seite der Substratschicht kann als Referenzschicht genutzt werden, da in diese der bei der erstmaligen Reflexion des Strahles beim Übertritt von der Substratschicht in die auf der Oberseite auf-
gebrachte Schicht reflektierte Anteil des Lichts ein¬ gekoppelt wird. Da diese auf der Unterseite ange¬ brachte Schicht nicht mit dem zu messenden Material in Kontakt gebracht wird, kann diese auf der Unter- seite angebrachte Schicht als Referenzschicht verwen¬ det werden, um einen gleich bleibenden Referenzstrahl zu erzeugen.
Gegenüber dem Stand der Technik verbessert die vor- liegende Erfindung die Einkopplung von Strahlung in das ATR-Sensorelement. Durch Führung der Strahlung in einer dünnen, beispielsweise .abgeschiedenen lichtlei¬ tenden höher brechenden Schicht wird die Anzahl der Reflexion pro Länge erhöht und dadurch entweder die Sensitivität des Sensors erhöht oder es kann die Län¬ ge des Sensors verkürzt werden. Vorteilhafterweise wird hier dann auch das gesamte bzw. nahezu das ge¬ samte eingekoppelte Licht (bis auf die Reflexionsver¬ luste) über eine schmale Austrittsfläche ausgekop- pelt, die gleichzeitig als Eintrittsspalt in ein
Spektrometer dienen kann. Dadurch werden Einspeise¬ verluste in das Spektrometer vermieden. Die Erfindung ermöglicht weiterhin eine optimale, effiziente Licht¬ einkopplung in das ATR-Sensorelement, da die niedrig brechende Schicht eine große Dicke aufweisen kann, so dass die Einkoppelflache groß gestaltet und damit die Strahlung eines Glühstrahlers optimal in das Sensor¬ element eingekoppelt werden kann.
Im folgenden werden zwei Beispiele erfindungsgemäßer ATR-Sensorelemente beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 ein ATR-Sensorelement und
Fig. 2 ein weiteres ATR-Sensorelement.
Im folgenden werden für gleiche oder ähnliche Elemen¬ te gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet.
Figur 1 zeigt eine erste Schicht 1 als Substrat¬ schicht, die einen bestimmten Brechungsindex aufweist und für Licht 4 transparent ist. Sie weist an ihrer einen Stirnseite eine Eintrittsfläche 5 auf, über die in sie das Licht eingekoppelt werden kann. Dazu kann diese Eintrittsfläche 5 derart angeschrägt sein, dass das Licht 4 senkrecht auf die Eintrittsfläche 5 auf¬ trifft und anschließend die erste Schicht 1 als Sub¬ stratschicht durchläuft.
Auf der Substratschicht 1 ist eine sensorische Schicht 2 aufgebracht, die einen höheren Brechungsin¬ dex als die Substratschicht 1 aufweist. Die sensori¬ sche Schicht 2 ist ebenfalls für das Licht 4 bzw. für Licht mit einer vorbestimmten Wellenlänge transpa¬ rent. Die sensorische Schicht 2 ist dünner als die Substratschicht 1, wobei hier Schichtdicken für die Substratschicht 1 zwischen 0,5 mm und 5 mm und zwi¬ schen 0,1 mm und 5 mm für die sensorische Schicht bzw. die zweite Schicht bevorzugt verwendet werden.
Das Licht 4 trifft nun auf die Grenzfläche zwischen den Schichten 1 und 2 und koppelt in die sensorische Schicht 2 ein. Dort wird es aufgrund von interner To- talreflexion bis zu der Austrittsfläche 6 der senso¬ rischen Schicht 2 geleitet . Diese Austrittsfläche 6 bildet zugleich den Eintrittsspalt für ein nachfol¬ gendes, hier nicht dargestelltes Spektrometer.
Die sensorische Schicht 2 weist eine der Substrat¬ schicht 1 gegenüberliegende Oberfläche 8 auf, an der
das Licht 4 ebenfalls total reflektiert wird. Die Oberfläche 8 wird nun mit dem zu vermessenden Materi¬ al in Kontakt gebracht . In dieses Material tritt an jeder Stelle der Totalreflexion ein evaneszentes Feld ein und wird ggf. abgeschwächt. Auf diese Weise wird auch der in Totalreflexion geführte Lichtstrahl 4 in¬ nerhalb der Schicht 2 abgeschwächt. Diese Abschwä¬ chung kann dann im Spektrometer erfasst und ausgewer¬ tet werden.
Figur 2 zeigt ein ähnliches Sensorelement wie Figur 1. Allerdings ist auf der der Schicht 2 gegenüberlie¬ genden Oberfläche der Substratschicht 1 eine weitere Referenzschicht 3 aufgebracht, die ebenfalls für das Licht 4 transparent ist. Der Lichtstrahl 4 wird nun beim Übertritt von der Schicht 1 in die Schicht 2 zu einem geringen Prozentsatz auch reflektiert. Dieser reflektierte Lichtstrahl 4b tritt nun in die Refe¬ renzschicht 3 über, in der er aufgrund des höheren BrechungsIndexes der Schicht 3 durch Totalreflexion geführt wird. Da die Oberfläche der Schicht 3 nicht dem zu vermessenden Material ausgesetzt ist, dient das Licht 4b, das in der Schicht 3 geführt wird, als Referenzlicht. Es tritt an der Endfläche 7 aus der Schicht 3 aus. Diese Endfläche 7 kann ebenfalls den Eintrittsspalt eines Spektrometers bilden.
Aufgrund der sehr dünnen transparenten, lichtleiten¬ den Schichten 2 und 3 können die Endflächen bzw. Spalte 6 und 7 ausreichend klein bzw. schmal gemacht werden, um Einkoppelverluste in das Spektrometer zu verringern bzw. vollständig zu vermeiden. Das gesamte eingekoppelte Licht (bis auf Reflexionsverluste) wird über die beiden Austrittsflächen 6 und 7 ohne Verlust in das Spektrometer bzw. in die Spektrometer einge¬ speist.