Beschreibung
Halbleiterschaltungsanordnung und Verfahren zu deren Herstel¬ lung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Halbleiterschaltungs¬ anordnung sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
Die Erfindung betrifft insbesondere auch eine Methode zur In- tegration organischer Feldeffekttransistoren mit anderen e- lektrischen Bauelementen.
Bei der Weiterentwicklung moderner Halbleiterschaltungstech¬ nologien wird vermehrt auf eine Kombination von Schaltungsbe- reichen mit unterschiedlichen Basistechnologien zurückgegrif¬ fen. Oft ist es z. B. wünschenswert, Schaltungsbereiche auf der Grundlage gängiger Halbleitermaterialien, wie z. B. Sili¬ zium oder Germanium, mit Schaltungsbereichen auf der Grundla¬ ge neuartiger Materialkombinationen miteinander zu kombinie- ren, z. B. mit Schaltungsbereichen auf der Grundlage so ge¬ nannter organischer Halbleiterbauelemente.
Bei derartigen Halbleiterschaltungsanordnungen, bei welchen unterschiedliche Schaltungstechnologien miteinander kombi- niert werden, und insbesondere bei deren Herstellung können Probleme auftreten, wenn z. B. die unterschiedlichen Schal¬ tungsbereiche auf der Grundlage sehr unterschiedlicher Mate¬ rialkombinationen entsprechend auch unterschiedlichen Pro¬ zessbedingungen ausgesetzt werden müssen, die in Bezug auf benachbarte Schaltungsbereiche mit anderen Materialien schäd¬ lich sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Halbleiter¬ schaltungsanordnung sowie ein Verfahren zu deren Herstellung zu schaffen, bei welchen bei der Herstellung und/oder beim Betrieb die wechselseitigen schädlichen Einflüsse unter-
schiedlicher Schaltungsbereiche der Halbleiterschaltungsan¬ ordnung reduziert oder verhindert werden können.
Gelöst wird die Aufgabe bei einer Halbleiterschaltungsanord- nung erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1. Ferner wird die Aufgabe ge¬ löst bei einem Verfahren zum Herstellen einer Halbleiter¬ schaltungsanordnung erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 11. Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Halbleiterschaltungsan¬ ordnung und des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Herstellen einer Halbleiterschaltungsanordnung sind jeweils Gegenstand der abhängigen Unteransprüche.
Bei der erfindungsgemäßen Halbleiterschaltungsanordnung ist es vorgesehen, dass ein erster Schaltungsbereich und ein zweiter Schaltungsbereich ausgebildet sind, dass der erste Schaltungsbereich mit oder aus einem oder mehreren organi¬ schen Halbleiterbauelementen ausgebildet ist, dass ein Schutzmaterialbereich ausgebildet ist, dass durch den Schutz¬ materialbereich der erste Schaltungsbereich und der zweite Schaltungsbereich räumlich und materiell voneinander getrennt ausgebildet sind und dass der Schutzmaterialbereich aus oder mit einem Parylen oder einem PoIy(para-xylen) ausgebildet ist.
Es ist somit eine Kernidee der vorliegenden Erfindung, dass zumindest einer der Schaltungsbereiche mit oder aus einem o- der mehreren organischen Halbleiterbauelementen ausgebildet ist und dass ein zur räumlichen und materiellen Trennung der Schaltungsbereiche vorgesehener Schutzmaterialbereich aus o- der mit einem Parylen ausgebildet ist.
Die organischen Halbleiterbauelemente sind insbesondere Dio- den und/oder Feldeffekttransistoren auf der Grundlage organi¬ scher Halbleitermaterialien.
Es ist bevorzugt, dass der erste Schaltungsbereich und/oder der zweite Schaltungsbereich auf einem gemeinsamen Substrat oder auf der Grundlage eines gemeinsamen Substrats mit einem Oberflächenbereich ausgebildet sind.
Dabei wird insbesondere bevorzugt, dass der erste Schaltungs¬ bereich im Wesentlichen direkt auf dem Oberflächenbereich des Substrats ausgebildet ist.
Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen sein, dass der zweite Schaltungsbereich im Wesentlichen direkt auf dem Ober¬ flächenbereich des Substrats ausgebildet ist.
Bei einer anderen Ausführungsform ist es vorgesehen, dass der Schutzmaterialbereich als Einbettungsbereich für den ersten Schaltungsbereich ausgebildet ist und dass durch den Schutz¬ materialbereich der erste Schaltungsbereich eingebettet aus¬ gebildet ist.
Bei einer anderen alternativen oder zusätzlichen Ausführungs¬ form ist es vorgesehen, dass der Schutzmaterialbereich als Einbettungsbereich für den zweiten Schaltungsbereich ausge¬ bildet ist und dass durch den Schutzmaterialbereich der zwei¬ te Schaltungsbereich eingebettet ausgebildet ist.
Der erste Schaltungsbereich und der zweite Schaltungsbereich können auch stapelartig übereinander liegend ausgebildet sein.
In vorteilhafter Weise kann auch als alternative oder zusätz¬ liche Maßnahme ein Verkapselungsmaterialbereich ausgebildet sein zur Einbettung oder Verkapselung der Halbleiterschal¬ tungsanordnung.
Zur elektrischen Verbindung des ersten Schaltungsbereichs und des zweiten Schaltungsbereichs miteinander können eine Durch- kontaktierung oder eine Mehrzahl Durchkontaktierungen ausge-
bildet sein, insbesondere in den Schutzmaterialbereich durch¬ dringender Art und Weise.
Der Schutzmaterialbereich kann als Schicht mit einer Stärke von etwa 100 nm oder darüber ausgebildet sein, vorzugsweise mit einer Stärke von etwa 200 nm oder darüber und/oder bis zu einer Stärke von etwa 2 μm oder darunter.
Erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zum Herstellen einer Halbleiterschaltungsanordnung bereit gestellt, bei welchem ein erster Schaltungsbereich und ein zweiter Schaltungsbe¬ reich ausgebildet werden, bei welchem der erste Schaltungsbe¬ reich mit oder aus einem oder mehreren organischen Halblei¬ terbauelementen ausgebildet wird, bei welchem ein Schutzmate- rialbereich ausgebildet wird, bei welchem durch den Schutzma¬ terialbereich der erste Schaltungsbereich und der zweite Schaltungsbereich räumlich und materiell voneinander getrennt ausgebildet werden und bei welchem der Schutzmaterialbereich aus oder mit einem Parylen oder einem PoIy(para-xylen) ausge- bildet wird.
Denkbar ist auch eine Vorgehen, bei welchem zusätzlich oder alternativ der erste Schaltungsbereich und/oder der zweite Schaltungsbereich auf einem gemeinsamen Substrat oder auf der Grundlage eines gemeinsamen Substrats mit einem Oberflächen¬ bereich ausgebildet werden.
Dabei ist es auch denkbar, dass der erste Schaltungsbereich im Wesentlichen direkt auf dem Oberflächenbereich des Sub- strats ausgebildet wird.
Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen sein, dass der zweite Schaltungsbereich im Wesentlichen direkt auf dem Ober¬ flächenbereich des Substrats ausgebildet wird.
Bei einer anderen alternativen oder zusätzlichen Ausführungs¬ form des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es vorgesehen, dass
der Schutzmaterialbereich als Einbettungsbereich für den ers¬ ten Schaltungsbereich ausgebildet wird und dass durch den Schutzmaterialbereich der erste Schaltungsbereich eingebettet ausgebildet wird.
Bei einer anderen alternativen oder zusätzlichen Ausführungs¬ form des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es vorgesehen, dass der Schutzmaterialbereich als Einbettungsbereich für den zweiten Schaltungsbereich ausgebildet wird und dass durch den Schutzmaterialbereich der zweite Schaltungsbereich eingebet¬ tet ausgebildet wird.
Alternativ oder zusätzlich können der erste Schaltungsbereich und der zweite Schaltungsbereich auch stapelartig übereinan- der liegend ausgebildet werden.
Es ist auch denkbar, dass ein Verkapselungsmaterialbereich ausgebildet wird zur Einbettung oder Verkapselung der Halb¬ leiterschaltungsanordnung.
Zur elektrischen Verbindung des ersten Schaltungsbereichs und des zweiten Schaltungsbereichs miteinander können eine Durch- kontaktierung oder eine Mehrzahl Durchkontaktierungen ausge¬ bildet werden, insbesondere in den Schutzmaterialbereich durchdringender Art und Weise.
Der Schutzmaterialbereich kann als Schicht mit einer Stärke von etwa 100 nm oder darüber ausgebildet werden, vorzugsweise mit einer Stärke von etwa 200 nm oder darüber und/oder bis zu einer Stärke von etwa 2 μm oder darunter.
Es ist denkbar, dass ein Schutzmaterialbereich aus einem Pa- rylen im Rahmen eines Verdampfungs-Pyrolyse-Polymerisations¬ verfahrens ausgebildet oder abgeschieden wird. Es ist auch eine Ausführungsform des Verfahrens von Vorteil, bei welcher das Substrat auf Raumtemperatur gehalten wird, insbesondere während des Ausbildens des Schutzmaterialbe-
reichs und/oder während des Ausbildens des Verkapselungs- materialbereichs .
Es ist auch eine andere Ausführungsform des Verfahrens vorge- sehen, bei welcher zur Ausbildung der Durchkontaktierungen mittels Fotolithografie mittels einer Ätzmaske, insbesondere aus Fotolack, Ausnehmungen für die auszubildenden Durchkon¬ taktierungen im Schutzmaterialbereich ausgebildet werden und bei welcher dann die gebildeten Ausnehmungen im Schutzmate- rialbereich mit einem leitfähigen Durchkontaktierungsmaterial gefüllt werden, insbesondere unter Verwendung von Metallen und/oder leitfähigen Polymeren.
Diese und weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend weiter erläutert:
Die Erfindung betrifft insbesondere eine Methode zur Integra¬ tion organischer Feldeffekttransistoren mit anderen elektri¬ schen Bauelementen.
Als potentielle Produkte basierend auf organischen Feldef¬ fekt-Transistoren (OFET) und Schaltungen eignen sich sowohl "reine" Schaltungsprodukte wie z.B. "radio frequency idenfi- cation tags" RF-ID Transponder als auch "Kombiprodukte" bei denen organische Schaltungen oder Transistoren in Kombination mit anderen Funktionselementen (Dioden, Leuchtdioden, Photo¬ dioden, Speicherzellen etc.) eine Funktionseinheit ergeben. Dabei übernehmen die organischen Transistoren meist die Steu¬ er- und Auswertefunktion der anderen Bauelemente, wobei eine Integration der verschiedenen Bauelemente mit den OFETs zu einem Device notwendig ist.
Problematisch bei der Integration ist oft die Empfindlichkeit sowohl der OFETs als auch der anderen Funktionselemente ge- genüber Prozessierungsschritten (Verwendung von organischen Lösungsmitteln, wässrigen Ätzlösungen, etc.) der jeweils an¬ deren Technologie, bzw. die generelle Empfindlichkeit eines
der Funktionselemente gegenüber Umwelteinflüssen (Feuchtig¬ keit, Luftsauerstoff, etc.) . Hierbei sind besonders die Emp¬ findlichkeit organischer Halbleiterschichten (z.B. Pentacen, Polythiophen, Oligothiophen, Cu-Phthalocyanin etc.) gegenüber o. g. Einwirkungen zu nennen. Ebenso sind verschiedene Elekt¬ rodenmaterialien (Al, Ca, Mg etc.) empfindlich gegenüber Kon¬ taminationen.
Bei der Herstellung von Kombibauelementen muss daher gewähr- leistet sein, dass die Integration zum einen mit einem tech¬ nologisch vertretbaren Aufwand erfolgt und die Funktionsei¬ genschaften der Einzelfunktionen uneingeschränkt erhalten bleiben bzw. sich durch den Gesamtprozess ggf. verbessern lassen.
Ziel der Erfindung ist die Beschreibung einer Methode zur In¬ tegration verschiedener Funktionselemente mit OFETs zu Kombi¬ bauelementen, wobei der erfindungsgemäße Schritt in der Ein¬ führung einer geeigneten strukturierbaren Zwischenschicht (I- solationsschicht) besteht, welche die einzelnen Funktionsele¬ mente voneinander trennt, ohne diese in ihrer Funktion zu be¬ einflussen, jedoch eine Kontaktierung untereinander ermög¬ licht. Diese Zwischenschicht besteht aus Parylen, welches sich durch hervorragende Barriereeigenschaften gegenüber Was- ser, Luftfeuchtigkeit, organischen Lösungsmitteln und Gasen auszeichnet und durch ein Plasmapyrolyseverfahren abgeschie¬ den wird.
Die Möglichkeiten, organische Halbleiterschichten mit einer Schutzschicht zu versehen, durch die die Halbleiterschichten vor Umwelteinflüssen, insbesondere vor Feuchtigkeit, ge¬ schützt werden, sind limitiert. Grund hierfür ist die Emp¬ findlichkeit der Halbleiterschichten gegenüber organischen Lösungsmitteln, aus denen entsprechende polymeren Schutz- schichten abgeschieden werden könnten, sowie die Empfindlich¬ keit der Halbleiterschichten gegenüber thermischer Beanspru¬ chung, wie sie bei der Abscheidung hochwertiger anorganischer
Schutzschichten aus der Gasphase (z. B. Siliziumoxid, Silizi¬ umnitrid, Aluminiumoxid) notwendigerweise auftritt.
Lediglich eine Variante zum Aufbringen einer polymeren Schutzschicht auf einen organischen Halbleiter ist bisher be¬ schrieben. Dieses System wurde ursprünglich entwickelt und wird verwendet, um organische Halbleiterschichten zu struktu¬ rieren, d. h. Einzeltransistoren in integrierten Schaltungen voneinander zu isolieren, um Leckströme zwischen den Transis- toren zu vermeiden [1] . Diese photostrukturierbare Polymer¬ formulierung beruht auf dem System Polyvinylalkohol / Ammoni- umdichromat (PVA / ADC) und wird aus neutraler wässriger Lö¬ sung appliziert. Die meisten organischen Halbleiter tolerie¬ ren dieses wässrige System dank ihres starken hydrophoben Charakters, d. h. die organischen Transistoren bleiben nach der Behandlung funktionstüchtig, im Gegensatz zur Behandlung mit organischen Lösungsmitteln [2] . Man beobachtet jedoch so¬ fort nach der Behandlung mit diesem System die gleichen Ef¬ fekte (Verschiebung der Schwellspannung, Verschlechterung des Unterschwellenanstiegs ("subthreshold swing"), Verringerung des Ein-/Ausschaltverhältnisses und Vergrößerung der Hystere¬ se der Transistoren) wie sie unter Einwirkung von Feuchtig¬ keit eines vergleichbaren, unbehandelten Substrates im Laufe der Zeit auftreten.
Die Verwendung von Parylen oder Parylenen als Schutzschicht in Verbindung mit klassischen Halbleiterbauelementen (circuit boards, ICs, etc.) ist bekannt, jedoch nicht in Zusammenhang mit einer direkten Integration in Bauelemente bzw. für Anwen- düngen in oder mit OFET-Bauelementen.
Eine Methode oder ein Verfahren zum Schutz einer organischen Halbleiterschichten und zur Integration zu Kombibauelementen, unter Erhalt der ursprünglichen Transistoreigenschaften, ist nach unserem Kenntnisstand bisher nicht bekannt.
Aufgrund der genannten Problematik der Empfindlichkeit vieler organischer funktioneller Materialien und anorganischer E- lektrodenmaterialien gegenüber Lösungsmitteln etc. ist das Aufbringen einer geeigneten Schutzschicht schwierig. Die lö- sungsmittelfreie Abscheidung einer Polymerschicht gelingt mittels Pyrolyse und Polymerisation in der Gasphase von Di- para-xylen zu PoIy(para-xylen) (Fig. 1 - [3]) . PoIy(para- xylene oder auch Parylen ist ein exzellentes Barrierematerial gegenüber Wasser, organischen Lösungsmitteln und diversen Ga- se. Die Deposition auf der Substratoberfläche erfolgt bei Zimmertemperatur. Die realisierbaren Schichtdicken auf dem Substrat reichen von etwa 100 nm bis mehrere Mikrometer, wo¬ bei die gewünschten Barriereeigenschaften ab einer Schichtdi¬ cke von etwa 200 nm gegeben sind
Prinzipiell eignen sich vier Integrationsschemata zur Reali¬ sierung solcher Kombibauelemente, siehe Fig. 2a bis 2d, wobei in allen Fällen sichergestellt werden muss, dass die Einzel¬ funktionen 30, A und 40, B zwar voreinander isoliert (Vermei- düng von störenden Wechselwirkungen) aber dennoch in elektri¬ schem Kontakt stehen müssen (d. h. sie durch Vias miteinander verbunden sein müssen) .
Bei Varianten gemäß Fig. 2a, 2b und 2d sind die jeweiligen Einzelfunktionen 30, A und 40, B übereinander gestapelt, wo¬ bei sie im Falle der Fig. 2a und 2b durch eine Isolations¬ schicht 50 und im Falle der Fig. 2c durch das Substrat 20 voneinander isoliert sind und jeweils durch entsprechende Vi¬ as 70 miteinender verschaltet werden. Bei den Varianten gemäß Fig. 2a und 2b ist eine erfindungsgemäße Schutzschicht 50 zur Integration notwendig. Dieser Aufbau (Stack) stellt die tech¬ nologisch sinnvollste Möglichkeit dar, da eine Prozessierung "Lage für Lage" erfolgen kann und keine Maskierung von Teil¬ bereichen des Substrates und z. B. von 30, A während der Pro- zessierung von 40, B notwendig ist. Dies wäre bei Variante gemäß Fig. 2c notwendig. Des Weiteren stellen die Varianten
gemäß den Fig. 2a und 2b die jeweils flächenoptimierten An¬ ordnungen im Vergleich zu Variante der Fig. 2c dar.
Variante gemäß Fig. 2d verlangt zwar nicht zwingend den Ein- satz einer solchen Schutzschicht 50 wie bei der Variante ge¬ mäß Fig. 2c, da die räumliche Trennung der Einzelfunktionen 30, A und 40, B durch die Anordnung oberhalb und unterhalb des Substrats 20 erfolgt. Nachteilig bei Variante gemäß Fig. 2d ist die schwierige Realisierung der Kontaktierung 70 (De- finition und Füllen von Kontaktlöchern) aufgrund der relati¬ ven Dicke der meisten Substrate (> 10 mm) .
Eine finale Schutzschicht 60 zum Schutz vor Umwelteinflüssen (Verkapselung) ist jedoch in allen Ausführungsvarianten der Fig. 2a - 2d hilfreich
In Fig. 3 ist eine detaillierte und schematische Darstellung eines Ergebnisses der erfindungsgemäßen Methode gezeigt. Nach der Herstellung der OFETs als 30, A, OF auf einem beliebigen Substrat 20 z. B. gemäß [4] wird die erfindungsgemäße Schutz¬ schicht 50 aus Parylen auf der Substratoberfläche 20a abge¬ schieden. Dabei erfolgt eine "Versiegelung" der Oberfläche 20a gegenüber negativ wirkenden Kontaminationen. Neben der Schutzwirkung der Parylenschicht ist diese gleichzeitig Sub- strat für die darauf zu prozessierenden Funktionselemente 40, B. Bevor diese hergestellt werden, kann eine Kontaktierung 70 auf eine Metalllage der OFET-Strukturen erfolgen, indem eine Durchkontaktierung fotolithographisch definiert wird, durch einen Ätzprozess geöffnet wird und mit einem Metall oder leitfähigem Polymer gefüllt wird. Optional kann eine ab¬ schließende Versiegelung des Kombibauelementes mit dem glei¬ chen Parylenprozess erfolgen, um ggf. auch das obenliegende Funktionselement vor Kontaminationen zu schützen.
Eine Kernidee der Erfindung ist die Schaffung einer Methode zur Integration von organischen und anorganischen Bauelemen¬ ten mit organischen Feldeffekttransistoren. Dabei werden die
Einzelkomponenten unter Nutzung von Parylen als Zwischen¬ schicht angeordnet, wobei Parylen als Schutzschicht für das untere Bauelement und isolierendes Substrat für das obere Bauelement fungiert.
Die Herstellung des unteren Bauelementes (OFET) auf einem be¬ liebigen Substrat erfolgt z. B. gemäß der Literatur [4,5] .
Anschließend wird die erfindungsgemäße Parylenschicht (Pary- len N, Parylen C, Parylen D) in einer entsprechenden Ver¬ dampfungs-Pyrolyse-Polymerisationsanlage abgeschieden. Vor¬ teilhafte Schichtdicken der Parylenschutzschicht sind dabei > 200 nm und < 2 mm. Das Substrat wird während der Abschei¬ dung des Parylens auf Raumtemperatur temperiert.
Die Herstellung von Vias in der Parylenschutzschicht erfolgt durch Definition der Viastrukturen mittels Photolithographie, anschließenden Plasmaätzen der Parylenschicht (wobei der Pho¬ tolack als Ätzmaske fungiert) und Auffüllen der Vias mit leitfähigen Materialien (Metalle - Verdampfen, Sputtern; leitfähige Polymere - PDOTrPSS, PANI-) . Dabei kann das Auf¬ füllen der Vias vor oder nach dem Entfernen der Photolackätz- maske erfolgen.
Abschließend wird das nächste Funktionselement (Diode etc.) auf der Parylenoberflache prozessiert. Eine Parylenversiege- lungsschicht kann optional nach dem oben beschriebenen Pro- zess in Schichtdicken > 200 nm bis < 10 mm erfolgen.
Diese und weitere Aspekte der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Figuren erläutert, welche exemplarisch Ausführungsformen der Erfindung zeigen:
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung des so genannten Parylenprozesses, also eines
Herstellungsverfahrens für Parylen.
Fig. 2a bis 2d sind geschnittene Querschnittsansichten verschiedener Ausführungsformen von Halb¬ leiterschaltungsanordnungen gemäß der Er¬ findung bzw. aus dem Stand der Technik.
Fig. 3 zeigt eine besonders bevorzugte Ausfüh¬ rungsform einer erfindungsgemäßen Halb¬ leiterschaltungsanordnung.
Nachfolgend werden strukturell und/oder funktionell ähnliche oder äquivalente Strukturen oder Verfahrensschritte mit den¬ selben Bezugszeichen bezeichnet. Nicht in jedem Fall ihres Auftretens wird eine Detailbeschreibung der strukturellen E- lemente oder Verfahrensschritte wiederholt.
Fig. 1 zeigt in schematischer Form einen Parylenprozess auf der Grundlage einer Verdampfung, einer Pyrolyse sowie einer nachfolgenden Abscheidung.
Die Fig. 2a bis 2d sind geschnittene Seitenansichten, welche in schematischer Form erfindungsgemäße Halbleiterschaltungs¬ anordnungen 10 (Fig. 2a und Fig. 2b) bzw. Halbleiterschal¬ tungsanordnungen 10' aus dem Stand der Technik (Fig. 2c und Fig. 2d) erläutern.
Sämtlichen Ausführungsformen aus den Fig. 2a bis 2d liegt je¬ weils ein Substrat 20 mit einem Oberflächenbereich 20a oder einer Oberseite 20a sowie einer Unterseite 20b zugrunde. Fer¬ ner sind ein erster Schaltungsbereich 30, A mit oder aus ei- nem oder mehreren organischen Halbleiterbauelementen sowie ein zweiter Schaltungsbereich 40, B vorgesehen. Der zweite Schaltungsbereich 40, B kann dieselbe Technologie betreffen, wie sie beim ersten Schaltungsbereich 30, A verwendet wird. Es kann sich bei der dem zweiten Schaltungsbereich 40, B zugrunde liegenden Technologie auch um eine andere Technolo¬ gie handeln, z. B. um eine konventionelle Silizium- oder Ger¬ maniumtechnologie. Für eine elektrische Kontaktierung des
ersten Schaltungsbereichs 30, A mit dem zweiten Schaltungsbe¬ reich 40, B ist jeweils eine Durchkontaktierung 70 oder ein Via 70 aus einem Durchkontaktierungsmaterial 70' vorgesehen. Gegebenenfalls können auch mehrere derartige Durchkontaktie- rungen 70 ausgebildet sein.
Bei der herkömmlichen Schaltungsanordnung 10' aus dem Stand der Technik gemäß der Fig. 2c sind der erste Schaltungsbe¬ reich 30, A und der zweite Schaltungsbereich 40, B auf der Oberfläche 20a des gemeinsamen Substrats 20 ausgebildet. Der erste Schaltungsbereich 30, A und der zweite Schaltungsbe¬ reich 40, B sind voneinander auf dem Oberflächenbereich 20a des Substrats 20 lateral beabstandet, wobei zwischen ihnen ausschließlich die Kontaktierung 70 aus dem Kontaktierungsma- terial 70' vorgesehen ist. Bei dieser herkömmlichen Anordnung haben die Prozessbedingungen für einen der Schaltungsbereiche 30, A oder 40, B jeweils auch direkt Zugriff auf den räumli¬ chen Bereich für den anderen Schaltungsbereich 40, B bzw. 30, A, so dass bei der Anordnung der Fig. 2c die gegenseitige Einflussnahme und insbesondere die schädlichen Wirkungen, die wechselseitig auftreten können, hier nicht verhindert werden.
Bei der Ausführungsform für eine herkömmliche Halbleiter¬ schaltungsanordnung 10' gemäß der Fig. 2d ist der erste Schaltungsbereich 30, A auf der Unterseite 20b des gemeinsa¬ men Substrats 20 vorgesehen, wogegen der zweite Schaltungsbe¬ reich 40, B auf der Oberseite 20a des gemeinsamen Substrats 20 ausgebildet ist. Die Durchkontaktierung 70 aus dem Kontak- tierungsmaterial 70' durchmisst die Stärke des Substrats 20, um den ersten Schaltungsbereich 30, A mit dem zweiten Schal¬ tungsbereich 40, B durch das Substrat 20 hindurch elektrisch zu kontaktieren. Zwar bietet die Ausführungsform der herkömm¬ lichen Halbleiterschaltungsanordnung 10' gemäß der Fig. 2d einen gewissen Schutz, weil der erste Schaltungsbereich 30, A auch materiell vom zweiten Schaltungsbereich 40, B getrennt ist. Jedoch ist in vielen Fällen diese materielle Trennung
der den Schaltungsbereichen 30, A und 40, B zugeordneten Halbräume nicht ausreichend.
Abhilfe schaffen dadurch erfindungsgemäß die Ausführungsfor- men, die in den Fig. 2a und 2b dargestellt sind. Bei der Aus¬ führungsform der Fig. 2a ist auf dem Substrat 20 auf dessen Oberfläche 20a der erste Schaltungsbereich 30, A mit oder auf einem oder mehreren organischen Halbleiterbauelementen ausge¬ bildet. Der erste Schaltungsbereich 30, A ist in einem vorge- sehenen Schutzmaterialbereich 50 aus einem Schutzmaterial 50' mit einem Oberflächenbereich 50a eingebettet. Der zweite Schaltungsbereich 40, B ist direkt auf dem Oberflächenbereich 50a des Schutzmaterialbereichs 50 ausgebildet, so dass eine räumliche und materielle Trennung des ersten Schaltungsbe- reichs 30, A vom zweiten Schaltungsbereich 40, B vorliegt, wobei die materielle Trennung in Form des Schutzmaterialbe¬ reichs 50 aus oder mit einem Parylen ausgebildet ist. Der erste Schaltungsbereich 30, A und der zweite Schaltungsbe¬ reich 40, B sind über eine Durchkontaktierung 70 aus einem Kontaktierungsmaterial 70' miteinander elektrisch kontak¬ tiert, wobei es jedoch nicht zu einer direkten materiellen Kontaktierung zwischen dem ersten Schaltungsbereich 30, A und dem zweiten Schaltungsbereich 40, B kommt.
Die Ausführungsform der Fig. 2b unterscheidet sich von der Ausführungsform für die erfindungsgemäße Halbleiterschal¬ tungsanordnung 10 der Fig. 2a ausschließlich dadurch, dass bei der Fig. 2b der zweite Schaltungsbereich 40, B im Schutz¬ materialbereich 50 aus oder mit einem Parylen eingebettet ist, wogegen der erste Schaltungsbereich 30, A mit oder aus einem oder mehreren organischen Halbleiterbauelementen auf dem Oberflächenbereich 50a des Schutzmaterialbereichs 50 aus¬ gebildet und angeordnet ist.
Die Fig. 3 zeigt in geschnittener Seitenansicht in schemati- scher Form eine andere Ausführungsform für eine erfindungsge¬ mäße Halbleiterschaltungsanordnung 10. Auch hier liegt ein
Substrat 20 mit einem Oberflächenbereich 20a zugrunde. Der erste Schaltungsbereich 30, A wird hier von einem einzelnen organischen Feldeffekttransistor OF gebildet. Dieser organi¬ sche Feldeffekttransistor OF liegt direkt auf dem Oberflä- chenbereich 20a des Substrats auf und ist in den vorgesehen Schutzmaterialbereich 50 aus oder mit einem Parylen eingebet¬ tet. Der organische Feldeffekttransistor OF wird gebildet von einer Gateelektrode G, einem Gateisolationsbereich GOX sowie Source- und Drainbereichen S bzw. D. Als Material für den Ka- nalbereich ist ein organisches Halbleitermaterial 0 vorgese¬ hen. Auf dem Oberflächenbereich 50a des Schutzmaterialbe¬ reichs 50 ist die zweite Schaltungsanordnung 40, B vorgese¬ hen, die hier durch eine Topelektrode TE, eine Bottomelektro¬ de BE und eine dazwischen vorgesehene aktive Schicht A ange- deutet ist. Eine elektrische Kontaktierung zwischen dem orga¬ nischen Feldeffekttransistor OF und dem zweiten Schaltungsbe¬ reich 40, B wird durch die Durchkontaktierung 70 aus dem Durchkontaktierungsmaterial 70' realisiert.
Zitierte Literatur
[1] C. D. Sheraw, L. Zhou, J. R. Huang, D. J. Gundlach, T. N. Jackson, M. G. Kane, I. G. Hill, M. S. Hammond, J. Campi, B. K. Greening, J. Francl, and J. West, "Organic thin- film transistor-driven polymer-dispersed liquid crystal displays on flexible polymeric Substrates," Appl. Phys . Lett., vol. 80, p. 1088 (2002) .
[2] D. J. Gundlach, T. N. Jackson, D. G. Schlom, and S. F. Nelson "Solvent-induced phase transition in thermally evaporated pentacene films," Appl. Phys. Lett., p. 3302 (1999) .
[3] http: //www.paratronix.com/apps/process_us .asp.
[4] H. Klauk, M. Halik, U. Zschieschang, F. Eder, G. Schmid, and C. Dehm, "Pentacene organic transistors and ring os- cillators on glass and on flexible polymeric Substrates," Appl. Phys. Lett., vol. 82, p. 4175 (2003) .
[5] M. Halik, H.Klauk, U. Zschieschang, G.Schmid, W.Radlik, W.Weber "Polymer gate dielectrics and conducting polymer contacts for high-performance organic thin film transis- tors" - Adv. Mater. 14 (2002) 1717 - 1722.
Bezugszeichenliste
10 erfindungsgemäße Halbleiterschaltungsanordnung
10' herkömmliche Halbleiterschaltungsanordnung
20 Substrat
20a Oberflächenbereich, Oberseite
20b Unterseite
30 erster Schaltungsbereich
30a Oberflächenbereich
40 zweiter Schaltungsbereich
40a Oberflächenbereich
50 Schutzmaterialbereich (insbesondere mit oder aus einem Parylen)
50a Oberflächenbereich
60 Einkapselungsbereich, Versiegelungsbereich
70 Durchkontaktierung, Via
70' Kontaktierungsmaterial
A aktive Schicht
A erster Schaltungsbereich
B zweiter Schaltungsbereich
BE Bottomelektrode
D Drainbereich
G Gatelektrode
GOX Gateisolationsbereich
O organisches Halbleitermaterial
OF organischer Feldeffekttransistor
S Sourcebereich
TE Topelektrode