Fußbodenlaminat
Die Erfindung betrifft ein Fußbodenlaminat , mit einer unterseitigen Trägerplatte, die an zumindest einem Paar gegenüberliegender Kanten entsprechende Ausgestaltungen für eine Nut-/Federverbindung aufweist, und mit einer oberseitigen Nutz- und Verschleißschicht, an die unterseitig eine zwischen der Trägerplatte und der Nutz- und Verschleißschicht vorgesehene Dekorschicht angrenzt.
Derartige aus der Praxis bekannte Fußbodenlaminate sind rechteckig ausgebildet und weisen eine bedruckte Dekorschicht auf. Die Dekorschicht kann unterschiedliche Deko- re, wie z. B. ein Stein- oder Steinbodendekor, ein Fantasiedekor oder ein Dekor einer bei Böden nicht real existierender Gestaltung, aufweisen. Ein Steindekor kann beispielsweise die Simulation eines Marmorbodens darstellen. Bei einem Steinbodendekor kann es sich um die Abbildung eines Fliesenbodens handeln. Als Fantasiedekor können beispielsweise farbige Quadrate oder andere geometrische Formen zur Auflockerung einer Fläche vorgesehen sein. Andere Dekore, wie z. B. Wellenlinien oder ein Schachbrettmuster, sind selbstverständlich möglich. Bei einem bei Böden nicht real existierenden Dekor kann es sich beispielsweise um die Abbildung von Sand oder Wasser handeln. Die Nutz- und
Verschleißschicht ist zumindest partiell durchsichtig ausgebildet, damit die darunter befindliche Dekorschicht sichtbar ist.
Sofern ein Laminatboden mit einer Dielenoptik gewünscht ist, wird ein Fußbodenlaminat verwendet, bei dem die Randbereiche von zumindest einem Paar gegenüberliegender Kanten abgerundet oder abgeschrägt sind. Als nachteilig erweist sich, dass die hierdurch erzielte Dielenoptik von der Breite und/oder von der Lange des Fußbodenlaminats abhangig ist. Dieser Nachteil tritt insbesondere bei der Verlegung von Fußbodenlaminaten in kleinen Räumen auf, in denen eine feinere Dielenoptik erwünscht wäre, was aber aufgrund der sich durchgesetzten Standardabmessung herkömmlicher Fußbodenlaminate von etwa 118 x 18 cm nicht möglich ist. Zwar bestünde die theoretische Möglichkeit, Fußbodenlaminate hinsichtlich der Lange und Breite abgestimmt auf den jeweiligen Einbauort anzufertigen. Dies ist jedoch u.a. im Hinblick auf die hohen Produktionskosten und den hohen Aufwand an Lagerhaltung nicht praktikabel. Daruberhinaus hat sich das Verhältnis zwischen den Abmessungen herkömmlicher Fußbodenlaminate zu der Ausgestaltung der Nut- und Federverbindung als besonders gunstig herausgestellt, da hierdurch dem einzelnen Fußbodenlaminat sowie dem spater verlegten Fußboden die gewünschte Qualitatsei- genschaften, insbesondere eine hinreichende Trittfestigkeit, zukommen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden und ein Fußbodenlaminat der eingangs genannten Art anzugeben, mittels dessen eine Dielenoptik unabhängig von der Breite bzw. der Lange des Fußbodenlaminates erzielt werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelost, dass das Fußbodenlaminat oberseitig zumindest eine sich zwischen zwei gegenüberliegenden Kanten erstreckende und vorzugsweise parallel zu einem Paar gegenüberliegender Kanten ausgerichtete Vertiefung aufweist und sich sowohl die Dekorschicht als auch die Nutz- und Verschleißschicht über die gesamte Oberflache einschließlich der Vertiefung (en) erstrecken. Durch die Vertiefung, die selbstverständlich eine beliebige Kontur aufweisen kann, wird eine Fuge auf der Oberseite des Fußbodens simuliert, ohne dass hierdurch die gewünschten Qualitatseigenschaften' des Laminatbodens beeinflusst werden .
Dabei kann lediglich nur eine Vertiefung zwischen zwei benachbarten Kanten vorgesehen sein. Es ist selbstverständlich auch möglich, dass mehrere im Wesentlichen parallel verlaufende Vertiefungen vorgesehen sind.
Sofern ein Fußbodenlaminat verwendet wird, das in seinem Kantenbereich über die ganze Hohe mit dem benachbarten Fußbodenlaminat in Verbindung ist, ist - sofern nur eine Vertiefung vorgesehen ist - diese in etwa mittig angeordnet, um eine einheitliche Dielenoptik des Laminatbodens in verlegten Zustand zu erzielen. Sofern bei entsprechenden Fußbodenlaminaten in der Oberflache eines Fußbodenlaminates mehrere Vertiefungen vorgesehen sind, entspricht der Abstand zwischen der Seitenkante und der benachbarten Vertiefung in etwa der Hälfte des Abstandes zwischen zwei benachbarten Vertiefungen dieses Fußbodenlaminates, so dass auch bei einer solchen Ausfuhrungsform eine regelmäßige Dielenoptik gewährleistet ist. Durch die Veränderung der Anzahl an Vertiefungen kann die Feinheit der Dielenoptik beliebig eingestellt werden.
Selbstverständlich ist es auch möglich, zwei mit Vertiefungen versehene Fußbodenlaminate über ein Fußbodenlaminat ohne entsprechende Vertiefungen zu verbinden. Hierdurch kann die Anzahl an Vertiefungen bezogen auf den mit dem Laminatboden ausgelegten Raum beliebig eingestellt werden.
Bei einer anderen Ausgestaltung eines Fußbodenlaminats können die Randbereiche des Fußbodenlaminates von zumindest einem Paar gegenüberliegender Seitenkanten abgerundet oder abgeschrägt ausgebildet sein. Je nach gewählter Geometrie der Randbereiche und abhangig von den erzielten Farbanderungen in den entsprechenden Randbereichen kann das Dekor noch verstärkt werden.
Dabei kann die Kontur der Vertiefung nach Art einer simulierten Fuge entsprechend dem Fugenbereich zwischen den abgerundeten oder abgeschrägten Randbereichen zweier miteinander verbundener Fußbodenlaminate ausgebildet sein. Bei dieser Ausfuhrungsform wird die Dielenoptik sowohl durch die simulierten Fugen (Vertiefungen) als auch durch die realen, zwischen zwei abgerundeten bzw. abgeschrägten Randbereichen benachbarter Fußbodenlaminate gebildeten Fugen erzielt. Da die realen und die simulierten Fugen die gleiche Kontur aufweisen, ist für den Betrachter und Benutzer aufgrund des identischen Fugenbildes nicht ohne weiteres erkennbar, um was es sich für eine Fuge handelt.
Dabei kann zumindest eine Vertiefung im Wesentlichen parallel zur Längserstreckung und zumindest eine Vertiefung im wesentlichen parallel zur Quererstreckung des Fußbodenlaminates ausgebildet sein.
Die durch die Vertiefung (en) unterteilten Bereiche des Fußbodenlaminates können unterschiedliche Dekore aufwei-
sen. Unter einem unterschiedlichen Dekor werden verschiedene Bereiche eines Grundmusters, z. B. einer Holzmaserung oder Bereiche mit einer anderen Form- oder Farbgestaltung, verstanden. Es ist aber auch durchaus möglich, dass das Dekor über die Vertiefung hinweg durchgangig weiterverlauft, so dass das Dekor zweier benachbarter, durch diese Vertiefung unterteilter Bereiche durchgangig ausgebildet ist. Eine solche Ausgestaltung bietet sich an, wenn z. B. die simulierte Fuge nicht derart betont werden soll.
Dabei kann die Nutz- und Verschleißschicht eine hochglanzende Oberflache aufweisen. Unter einer hochglanzenden Oberflache wird dabei eine solche Oberflache verstanden, die einen Glanzgrad (Glanzvermogen) von etwa 80% bei einem Einfallwinkel von 20° bezogen auf ein auf die Oberflache des Fußbodenlaminats gefälltes Lot aufweist, d.h. 80% eines auf das Fußbodenlaminat gerichteten Lichtstrahls reflektiert werden. Eine Methode zur Bestimmung des Glanzgrades ist in der DIN 67 530 beschrieben. Bei der Messung wird ein Lichtstrahl unter einem Einfallwinkel von 20° auf die Oberflache des Fußbodenlaminates gerichtet. Der Einfallwinkel von 20° bezieht sich dabei auf das Lot, das auf die Oberflache des Fußbodenlaminates fallt. Das Verhältnis des reflektierenden Anteils zu der auf die Oberflache auftreffenden Gesamtheit stellt dann den Glanzgrad dar. Mit dem in der DIN 67 530 beschriebenen Verfahren wird ein Re- flektometerwert bestimmt, der eine optische Kenngroße für die Oberflache eines Prüfkörpers darstellt. Diese optische Kenngroße steht mit dem Glanz der untersuchten Oberflache im Zusammenhang. Da der Glanz einer Oberflache auch eine physiologische und psychologisch bedingte Große ist, ist eine unmittelbare Messung des Glanzes nicht möglich. Jedoch läßt sich auf diese Weise das Glanzvermogen (Glanzgrad) , nämlich der Anteil, den die Oberflache aufgrund
ihrer Reflektionseigenschaften zur Entstehung des Glanzeindruckes beitragt, messen.
Ein Fußbodenlaminat mit einem hohen Glanzgrad zeichnet sich neben hohen Abriebwerten, einer hohen Kratz- und Stoßfestigkeit, einer Unempfindlichkeit gegen Flecken, einer weitestgehenden Resistenz gegen Zigarettenglut und Lichtechtheit durch eine einfache Pflege auf, da die Oberflache völlig eben ist und insoweit aufgrund der einfacheren Pflege im Allgemeinen hygienischer ist.
Die Nutz- und Verschleißschicht kann einteilig oder mehrteilig ausgebildet sein. Bei einer mehrteiligen Ausbildung müssen die Nutz- und Verschleißschicht als separate Schichten auf die Dekorschicht aufgebracht werden.
Die Nutz- und/oder Verschleißschicht kann (können) aus einem strahlengeharteten, insbesondere aus einem elektronen- strahlgeharteten, Material, insbesondere Polyester und/oder Acrylat, bestehen. Besonders geeignet sind dabei losungsmittelfreie Acrylatharze, die durch Strahlenhar- tung, insbesondere Elektronenstrahlhartung, gehartet sind. Das ausgehartete Acrylatharz besitzt eine sehr ebene Oberflache und einen sehr hohen Lichtbrechungsquotienten. Hierdurch kommt der Oberflache ein sehr hoher Glanzgrad zu. Zudem sind selbst Feinheiten eines Dekors für den Betrachter gut sichtbar. Ferner erscheinen die Farben des Dekors in einem besonderen Licht. Auch wird dem Benutzer und Betrachter ein besonders angenehmes Gefühl vermittelt. So erweisen sich Acrylatharzoberflachen bei Berührung als warm und griffsympathisch und strahlen ein angenehmes War- meempfinden aus. Zudem begünstigen die antistatischen Eigenschaften die Pflege, da anhaftender Staub leicht entfernt werden kann.
Als Dekorschicht kann ein mit dem Dekor versehenes Papier oder eine Folie vorgesehen sein.
Als Tragerplatte kann eine HDF-Platte (Hochdichtefaserplatte) oder eine Spanplatte vorgesehen sein. Selbstverständlich sind auch andere Materialien möglich.
Vorteilhafterweise ist die Tragerplatte feuchtigkeitsre- sistent, insbesondere imprägniert.
Die Dekorschicht kann dabei auch die abgerundeten oder abgeschrägten Bereiche (Randbereiche) mit umfassen. Sofern das Fußbodenlaminat ein einheitliches Dekor aufweisen soll, ist auf den abgerundeten oder abgeschrägten Bereichen das gleiche Dekor wie auf der restlichen Oberflache des Fußbodenlaminats vorgesehen. Selbstverständlich können die Randbereiche auch ein anderes Dekor aufweisen, um beispielsweise die durch die abgerundeten oder abgeschrägten Randbereiche erzielten realen Fugen optisch zu betonen.
Dabei bietet sich an, wenn die Nutz- und Verschleißschicht die abgerundeten oder abgeschrägten Bereiche mit umfasst, damit auch diese Bereiche hinreichend geschützt sind.
Zweckmaßigerweise ist die Nut-/Federverbmdung für eine leimlose Verlegung mit zumindest einem Rastvorsprung und mit zumindest einer dem Rastvorsprung entsprechenden Aussparung versehen.
Im Folgenden werden in den Zeichnungen dargestellte Ausfuhrungsbeispiele der Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch ein Fußbodenlaminat mit abgerundeten Randbereichen und mit einer mittigen Vertiefung und
Fig. 2 einen Schnitt durch zwei miteinander fixierte Fußbodenlaminate anderer Ausgestaltung, bei denen die Randbereiche nicht abgerundet ausgebildet sind und in der Oberfläche mehrere Vertiefungen vorgesehen sind.
In allen Figuren werden für gleiche bzw. gleichartige Bauteile übereinstimmende Bezugszeichen verwendet.
In Fig. 1 ist ein Fußbodenlaminat 1 dargestellt, das eine unterseitige Trägerplatte 2 aufweist. Auf die Trägerplatte 2 ist eine Dekorschicht 3 aufgebracht. Auf der Dekorschicht 3 wiederum ist oberseitig eine Nutz- und Verschleißschicht 4 vorgesehen, die in dem dargestellten Ausführungsbeispiel einteilig ausgebildet und zumindest partiell durchsichtig ist. Aus Gründen der besseren Verdeutlichung sind die Dekorschicht 3 und die Nutz- und Verschleißschicht 4 dicker dargestellt, als sie in der Praxis tatsächlich aufgebracht sind.
Bei dem in dieser Figur dargestellten Fußbodenlaminat 1 ist die Oberfläche an den Seitenkanten abgerundet ausgebildet. Dabei werden die abgerundeten Bereiche sowohl von der Dekorschicht 3 als auch von der Nutz- und Verschleißschicht 4 mit umfasst.
In der einen Kante des Fußbodenlaminats 1 ist eine Nut 5 vorgesehen. An der gegenüberliegenden Kante ist eine Feder 6 vorgesehen, wobei die Feder 6 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel zweit'eilig mit der Trägerplatte 2 ausge-
bildet ist. Es ist selbstverständlich möglich, dass die Tragerplatte 2 und die Feder 6 einstuckig ausgebildet sind.
Oberseitig weist das Fußbodenlammat 1 eine sich zwischen zwei gegenüberliegenden Kanten erstreckende und parallel zu einem Paar gegenüberliegender Kanten ausgerichtete Vertiefung 7 auf. Die Kontur der Vertiefung 7 entspricht dabei dem Fugenbereich zwischen den abgerundeten Randbereichen zweier miteinander verbundener Fußbodenlammate, wobei in Fig. 1 nur ein Fußbodenlammat 1 dargestellt ist. Die Vertiefung 7 simuliert dabei eine Fuge.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, erstreckt sich die Dekorschicht 3 und die Nutz- und Verschleißschicht 4 über die gesamte Oberflache einschließlich der Vertiefung 7.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausfuhrungsbeispiel sind die Randbereiche der Oberflache der Fußbodenlammate 1, la nicht abgerundet, so dass beim Verbinden zweier Fußbodenlammate 1, la im Kontaktbereich eine durchgehende Oberflache ohne eine oberseitige Fuge erzeugt wird. Dabei sind oberseitig in jedem Fußbodenlammat 1, la mehrere Vertiefungen 7a, b bzw. 7c, d vorgesehen. Der Abstand zwischen der Vertiefung 7b bzw. 7c zu der jeweiligen benachbarten Kante des Fußbodenlaminats 1 bzw. la entspricht dabei in etwa der Hälfte des Abstandes zwischen den Vertiefungen 7a und 7b bzw. 7c und 7d, so dass oberseitig ein einheitliches Fugenbild entsteht.
Im Gegensatz zu dem in Fig. 1 dargestellten Ausfuhrungsbeispiel ist bei dem Fußbodenlammat 1 bzw. la gemäß Fig. 2 eine leimlose Verlegung möglich. Hierzu ist der rückseitige Kantenabschnitt 8 zwischen der Feder 6 und der Ruck-
seite 9 des Fußbodenlaminats 1 gegenüber dem vorderen Kantenabschnitt 10 zwischen der Feder 6 und der Dekorschicht 3 zurückversetzt. Zusätzlich weist die Feder 6 einen unterseitigen Rastvorsprung 11 auf.
Der rückseitige Kantenabschnitt 12 des Fußbodenlaminates la ist dabei gegenüber dem vorderseitigen Kantenabschnitt 13 vorstehend ausgebildet, wobei auf der der Dekorschicht 3 zugewandten Seite des rückseitigen Kantenabschnittes 12 eine dem Rastvorsprung 11 entsprechende Aussparung 14 vorgesehen ist.
Die Fußbodenlaminate .1, la können beispielsweise durch Verschwenken oder durch horizontales Verschieben gegeneinander fixiert werden, wobei im letzteren Fall beispielsweise der rückseitige Kantenabschnitt 12 des Fußbodenlaminates la eine gewisse Elastizität aufweist.
Selbstverständlich ist es möglich, dass die in Fig. 2 dargestellte Klickverbindung auch bei dem Fußbodenlaminat 1 nach Fig. 1 vorgesehen ist. Auch sind andere Ausgestaltungen der Klickverbindung nach Fig. 2 möglich. Es bedarf keiner Erläuterung, dass die Anzahl an Vertiefungen 7, 7a- d variieren kann. Auch können in einem Winkel, vorzugsweise in einem rechten Winkel, zu den Vertiefungen 7, 7a-d weitere Vertiefungen vorgesehen sein, die in den Darstellungen gemäß der Figuren 1 und 2 nicht gezeigt sind.