Beschreibung
VERFAHREN ZUM ENTFERNEN EINER METALLNITRIDSCHICHT IM KONTAKTBEREICH EINER INTEGRIERTEN SCHALTUNG, UND INTEGRIERTE SCHALTUNGSANORDNUNG
Die Erfindung betrifft ein Verfahren, bei dem die folgenden Schritte ausgeführt werden:
Erzeugen einer Ursprungs-Metallisierungslage, die von einer Zwischenschicht bedeckt ist,
Aufbringen einer Isolationsschicht nach dem Erzeugen der Ursprungs-Metallisierungslage, und
Strukturieren der Isolationsschicht unter Bildung mindestens einer Aussparung mit Hilfe eines Trockenätzprozes- ses.
Eine Metallisierungslage bzw. eine Metallisierungsebene enthält eine Vielzahl von Leiterbahnen, beispielsweise aus Aluminium oder Kupfer. Verschiedene Metallisierungslagen sind durch jeweils eine Isolationsschicht voneinander elektrisch isoliert. Die Isolationsschicht wird von sogenannten Vias durchdrungen, in denen sich Verbindungsabschnitte befinden. In den Verbindungsabschnitten fließt beim Betrieb der integrierten Schaltungsanordnung Strom zwischen verschiedenen Metallisierungslagen.
Die Zwischenschicht ist elektrisch leitend und dient beispielsweise als:
Diffusionsbarriere , - zur Erhöhung der mechanischen Haftung, und/oder als Antireflexionsschicht . Geeignete Materialien für die Zwischenschicht sind beispielsweise Titannitrid oder Tantalnitrid, bzw. Doppel oder Mehrfachschichten mit diesen Materialien, z.B. eine Doppelschicht aus einer Titanschicht und einer Titannitridschicht.
Typische Trockenätzprozesse sind:
physikalisches Trockenätzen, chemisches Trockenätzen, bzw. chemisch-physikalisches Trockenätzen.
Besteht die Isolationsschicht beispielsweise aus Siliziumdioxid, so lassen sich zur Trockenätzung beispielsweise fluorhaltige Chemikalien verwenden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, zur Herstellung einer integ- rierten Schaltungsanordnung ein einfaches Verfahren anzugeben, mit dessen Hilfe insbesondere elektrische Verbindungen mit einem kleinen elektrischen Widerstand herstellbar sind. Außerdem soll eine integrierte Schaltungsanordnung angegeben werden.
Die auf das Verfahren bezogene Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Verfahrensschritten gelöst. Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung geht einerseits von der Überlegung aus, dass die Zwischenschicht oft einen größeren elektrischen Widerstand hat als eine Metallschicht in der Metallisierungslage. Deshalb sollte die Zwischenschicht insbesondere an Stellen mit großem Stromfluss entfernt werden, d.h. insbesondere an den Via-Böden.
Deshalb werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zusätzlich zu den eingangs genannten Verfahrensschritten die folgenden Verfahrensschritte ausgeführt:
Erweitern der Aussparung mit Hilfe eines nass-chemischen Ätzprozesses oder mit Hilfe eines Trockenätzprozesses, wobei Material der Zwischenschicht im Bereich der Aussparung entfernt wird, und - Erzeugen mindestens einer weiteren Metallisierungslage nach dem Erweitern der Aussparung, wobei die Aussparung mit einem Metall oder einer Metalllegierung gefüllt wird.
Ein Trockenätzprozess zum Erweitern der Aussparung ermöglicht es, die Aussparung in einem Ätzvorgang zu ätzen. Ein nasschemischer Ätzprozess ist dagegen einfacher, insbesondere in kürzerer Zeit durchzuführen. So werden bei einem nasschemischen Ätzprozess keine Polymere erzeugt, die den Ätzvorgang erschweren, wie dies bei vielen Trockenätzprozessen der Fall ist.
Durch das Entfernen der Zwischenschicht, die zwar elektrisch leitfähig ist, jedoch einen größeren elektrischen Widerstand als das Material der Metallisierungslagen hat, entsteht eine Verbindung zwischen den Metallisierungslagen, die einen kleineren elektrischen Widerstand hat als dies unter Beibehaltung der Zwischenschicht der Fall wäre. Insbesondere bei Vias mit einem maximalen Durchmesser kleiner als 1 μm (Mikrometer) und/oder bei Vias, durch die höhere Schaltströme fließen, wirkt sich die Verringerung des elektrischen Widerstandes als erhebliche Reduzierung der Verlustleistung aus. Dies führt wiederum zu geringen Anforderungen an die Kühlung der integrierten Schaltungsanordnung.
Bei einer Weiterbildung besteht die Zwischenschicht aus Titannitrid oder die Zwischenschicht enthält Titannitrid. Ti- tannitrid lässt sich auf einfache Art und Weise abscheiden, beispielsweise durch ein CVD-Verfahren (Chemical Vapor Deposition) oder durch Sputtern.
Bei einer Weiterbildung mit einer Zwischenschicht, die Titan- nitrid enthält, wird das Material der Zwischenschicht im
Bereich der Aussparung unter Verwendung einer heißen Alkalilauge entfernt.
So wird Titannitrid bspw . in einem wässrigen, alkalischen peroxidhaltigen System geätzt. In einem ersten Schritt wird Titannitrid in einer alkalischen Lösung zu Titanoxidionen oxidiert :
2 TiN + 4 OH" - > Ti02+ + N2 + H20.
Die Titankationen Ti02+ reagieren weiter zu Titandioxid:
Ti0+ + 2 OH" -> Ti02 + H20.
Titandioxid geht in Lösung, indem es mit Wasserstoffperoxid zu Titanperoxid weiter reagiert :
Ti02 + H202 -> [Ti(02)]2+ + H20.
Beispielsweise hat die Alkalilauge eine Temperatur von 60 °C Grad Celsius. Alternativ lässt sich eine Titannitrid enthaltende Schicht auch mit einer Base oder mit Hilfe einer Lösung entfernen, die eine basische Wirkung hat. Bei einer Ausgestaltung wird Ammoniakwasser als Lösung mit basischer Wirkung verwendet. Das Ammoniakwasser ist bei einer nächsten Ausgestaltung 20 %-ig bis 35 %-ig, vorzugsweise 28 %-ig. 28%-iges Ammoniakwasser ist handelsüblich und wird außerdem bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen häufig eingesetzt. Die Ätzlösung ist bei einer Ausgestaltung wässrig und alka- lisch und enthält ein Oxidationsmittel, z.B. Wasserstoffperoxid H202. Auch Cholin ist als alkalischer Anteil geeignet. Wässrige Lösungen lassen sich einfach entsorgen.
Bei einer nächsten Weiterbildung enthält die Ursprungs- Metallisierungslage eine Metallschicht, die aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung besteht. Beispielsweise besteht die Ursprungs-Metallisierungslage aus einer Aluminium- Silizium-Legierung, einer Aluminium-Silizium-Kupfer-Legierung oder aus einer Aluminium-Kupfer-Legierung. Die Zusatzanteile zum Aluminium liegen üblicherweise unterhalb von 5 Gew.-%
(Gewichtsprozent) . Aluminium hat im Vergleich zu Kupfer zwar einen höheren elektrischen Widerstand, lässt sich jedoch leichter strukturieren. Insbesondere treten bei Aluminium keine Kontaminationsprobleme auf .
Bei einer nächsten Weiterbildung mit einer Aluminium enthal tenden Metallschicht in der Ursprungs -Metallisierungslage
wird einer zum nass-che ischen Ätzen verwendeten Flüssigkeit ein Oxidationsmittel zugesetzt, das die Metallschicht oxi- diert. Bei einer Ausgestaltung ist dieses Oxidationsmittel Wasserstoffperoxid H202 bzw. eine H202-Lösung. Die Oxidations- schicht auf der Metallschicht verhindert, dass die Metallschicht durch das Mittel zum Entfernen der Zwischenschicht angegriffen wird und bringt Oxide der Zwischenschicht in Lösung, z.B. Titandioxid. Bei einer Ausgestaltung ist die Wasserstoffperoxid-Lösung 30 %-ig bis 40 %-ig. Insbesondere ist eine 35%-ige Wasserstoffperoxid-Lösung handelsüblich und wird bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen häufig verwendet. Alternativ zum Wasserstoffperoxid lassen sich andere Oxidationsmittel einsetzen, beispielsweise Ozon 03 enthaltende Flüssigkeiten, wie z.B. Wasser.
Bei einer Weiterbildung mit einem Ätzbad aus Ammoniakwasser und Wasserstoffperoxid-Lösung sind diese Bestandteile im Volumenverhältnis zwischen 10:'l und 30:1 gemischt. Gute Ergebnisse lassen sich mit einem Volumenverhältnis von 20:1 erzielen.
Bei einer nächsten Weiterbildung wird die sich beim nasschemischen Ätzen bildende Oxidschicht von einer Metallschicht der Ursprungs-Metallisierungslage entfernt. Durch diese Maß- nähme wird eine Vergrößerung des elektrischen Widerstandes im Bereich des Vias vermieden.
Bei einer nächsten Weiterbildung wird die Oxidschicht mit Hilfe eines Rücksputterprozesses vor dem Füllen der Ausspa- rung entfernt. Wenn die Aussparung mit Hilfe eines Sputter- verfahrens gefüllt wird, bedeutet das Rücksputtern nur einen kleinen Mehraufwand. Zusätzlich oder alternativ zum Rücksputtern lässt sich die Oxidschicht auch mit Hilfe eines nasschemischen Ätzprozesses entfernen. Eine Aluminiumoxidschicht Al203 läa-st sich beispielsweise sehr gut mit Cholin oder mit einer Cholin-Lösung entfernen. Bei Cholin handelt es sich um eine Base mit der Strukturformel :
H0-CH2-CH2-N+- (CH3) 3 , wobei das Stickstoffato positiv geladen und mit vier Kohlenstoffato en verbunden ist. Die Cholin-Lösung ist bei einer Ausgestaltung 0,05 %-ig bis 0,5 %-ig. Gute Ergebnisse lassen sich mit einer 0,1%-igen Cholin-Lösung erreichen.
Bei einer nächsten Weiterbildung besteht die Zwischenschicht aus Tantalnitrid. Tantalnitrid hat ähnliche Eigenschaften wie Titannitrid und lässt sich auch mit ähnlichen chemischen Verfahren entfernen.
Bei einer nächsten Weiterbildung enthält die Ursprungs- Metalllage eine Metallschicht, die aus Kupfer oder einer Kupferlegierung besteht. Beispielsweise wird zum Herstellen der Ursprungs-Metallisierungslage ein sogenanntes Damaszene- bzw. Dual-Damaszene-Verfahren eingesetzt.
Bei einer anderen Weiterbildung enthält die weitere Metallisierungslage eine Metallschicht aus Aluminium oder eine Alu- miniumlegierung, insbesondere eine Aluminium-Silizium- Legierung, eine Aluminium-Silizium-Kupfer-Legierung oder eine Aluminium-Kupfer-Legierung. Die Zusatzanteile zum Aluminium liegen üblicherweise unterhalb von 5 Gew.-% (Gewichtsprozent) .
Alternativ enthält die weitere Metallisierungslage eine Metallisierungsschicht aus Kupfer oder einer Kupferlegierung.
Bei einer nächsten Weiterbildung enthält die Aussparung Wolf- ram, Aluminium, eine Aluminiumlegierung, Kupfer oder eine
Kupferlegierung. Wolfram lässt sich mit gutem Füllverhältnis einbringen.
Beim Herstellen der Ursprungs-Metallisierungslage bzw. der weiteren}:Metallisierungslage werden bei einer Weiterbildung die folgenden Schritte ausgeführt: Aufbringen einer Metallschicht,
Aufbringen der Zwischenschicht, und
Strukturieren der Metallschicht und der Zwischenschicht, insbesondere mit Hilfe eines lithografischen Verfahrens oder mit Hilfe der Damaszene-Technik.
Bei einer anderen Weiterbildung wird das Verfahren zum Herstellen eines Kontaktes mit einer Kontaktfläche größer als 10 μm2 (Quadratmikrometer) , größer als 100 μm2, größer als 1000 μm2 oder größer- als 5000 μm2 verwendet. Solche großen Kon- taktflächen werden bei sogenannten smart power Schaltkreisen eingesetzt, um sehr große Ströme schalten zu können, z.B. Ströme, die für die Kontaktfläche größer als 1 roA (Milliampere), größer als 10 mA oder auch größer als 100 mA sind. Insbesondere bei den damit verbundenen Schaltleistungen zeigen sich die technischen Wirkungen des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders stark. Beispielsweise werden Motoren mit diesen Schaltkreisen angesteuert.
Alternativ wird dass Verfahren aber auch bei Kontaktflächen mit einer Kontaktfläche kleiner als 10 μm2 oder kleiner als 1 μm2 eingesetzt.
Die Erfindung betrifft außerdem eine integrierte Schaltungs- anordnung, die mehrere Metallisierungslagen enthält. Zwei Metallisierungslagen werden durch mindestens einen elektrisch leitenden Verbindungsabschnitt verbunden, der in einer Aussparung liegt. Die Aussparung erstreckt sich durch eine Isolationsschicht zwischen den Metallisierungslagen und durch eine Zwischenschicht. An der Grenze von Isolationsschicht und Zwischenschicht hat die Aussparung eine vorspringende Kante, die sich z.B. auf Grund einer Unterätzung (undercut) an der Grenze von Zwischenschicht und Metallschicht bildet. Mit anderen Worten erweitert sich die Aussparung an der Grenze sprunghaft im Vergleich zu ihrem übrigen Verlauf. Eine solche Schaltungsanordnung entsteht bei der Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens oder einer seiner Weiterbildungen.
Damit gelten die oben genannten technischen Wirkungen auch für die integrierte Schaltungsanordnung.
Bei einer Weiterbildung ist die Schaltungsanordnung zum Schalten von Leistungen größer als 100 W geeignet, d.h. es handelt sich um eine Leistungs -Schaltungsanordnung, die auch als power-device bezeichnet wird.
Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der beiliegenden Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
Figuren 1A bis IC
Herstellungsstufen bei der Herstellung einer integrierten Sc aItungsanordnung, und Figur 2 Verfahrensschritte eines Verfahrens, bei dem Titannitrid entfernt wird.
Wie in Figur 1A dargestellt, wurde zur Herstellung einer integrierten Schaltungsanordnung 10 zunächst eine Aluminium- schicht 12 auf einen bereits fertiggestellten Teil der integrierten Schaltungsanordnung 10 aufgebracht. Der bereits fertiggestellte Teil enthält aktive Halbleiterbauelemente in einem Siliziumsubstrat. Auf die Aluminiumschicht 12 wurde .eine Titannitridschicht 14 aufgebracht, die beispielsweise eine Dicke von 45 nm (Nanometer) hat und z.B. als Antirefle- xionsschicht dient.
Nach dem Aufbringen der Titannitridschicht 14 wurden die Titannitridschicht 14 und die Aluminiumschicht 12 mit Hilfe eines fotolithografischen Verfahrens einschließlich eines Ätzverfahrens strukturiert, z.B. mit BC13, wobei eine Leitbahn 16 einer Metallisierungslage 18 entstanden ist.
Auf die strukturierte Metallisierungslage 18 wurde dann eine Siliziumdioxidschicht 20 aufgebracht, beispielsweise mit
Hilfe eines Silan-basierten Verfahrens (SiH4) . Oberhalb des
Restes der Titannitridschicht 14 hat die Siliziumdioxidschicht 20 beispielsweise eine Dicke von 0,5 μm bis 1,5 μm.
Auf die Siliziumdioxidschicht 20 wurde anschließend eine Fotolackschicht 22 aufgebracht. Die Fotolackschicht 22 wurde mit Hilfe einer Maske selektiv belichtet, insbesondere oberhalb des Restes der Titannitridschicht 14, siehe Pfeile 24. Anschließend wurde die Fotolackschicht 22 entwickelt, wobei oberhalb der Titannitridschicht 14 in der Fotolackschicht 22 eine Aussparung 26 entstanden ist, deren Boden auf der Siliziumdioxidschicht 20 liegt.
Wie in Figur 1B dargestellt, wurde anschließend ein Trockenätzprozess durchgeführt, bei dem die Aussparung 26 zu einer Aussparung 26a erweitert worden ist, die den gleichen Durchmesser wie die Aussparung 26 hat, jedoch tiefer ist. Der Boden der Aussparung 26a liegt auf der Titannitridschicht 14 oder in der Titannitridschicht 14. Die Trockenätzung wird beispielsweise mit Tetrafluorkohlenstoff CF4 durchgeführt. Der Trockenätzprozess wird entweder mit einer Endpunkterkennung oder zeitgesteuert durchgeführt.
Als Trockenätzverfahren sind Plasmaätzen, reaktives Ionenät- -zen oder Elektronenstrahlätzen geeignet.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird der Trockenätzprozess zeitgesteuert beendet, bevor die Siliziumdioxidschicht 20 durchgeätzt worden ist. Der am Boden der Aussparung verbliebende Teil der Siliziumdioxidschicht wird nasschemisch gemeinsam mit der Zwischenschicht geätzt, d.h. im Ausführungsbeispiel der Titannitridschicht 14.
Wie in Figur IC dargestellt, wird anschließend ein nasschemischer Ätzprozess durchgeführt, um die Titannitridschicht 14 im Bereich der Aussparung 26a zu entfernen. Dabei entsteht aus der Aussparung 26a eine Aussparung 26b, deren Boden etwa an der Grenze der Titannitridschicht 14 und der Aluminium-
schicht 12 liegt. Als nass-chemisches Ätzbad wird eine Mischung aus einer 35%-igen wässrigen Wasserstoffperoxid-Lösung und einer etwa 28%-igen wässrigen Ammoniak-Lösung verwendet. Das Volumenverhältnis von Wasserstoffperoxid-Lösung zu Ammo- niak-Lösung beträgt 20:1. Die nass-chemische Ätzung wird bei Raumtemperatur ausgeführt.
Die nass-chemische Ätzung ist isotrop, so dass es zu einer Unterätzung der Siliziumdioxidschicht 20 kommt. Die Breite B der Unterätzung hat etwa den gleichen Wert, wie die Schichtdicke D der Titannitridschicht 14, d.h. im Ausführungsbeispiel beträgt die Breite B etwa 80 nm. Die Seitenflächen der Aussparung 26b im Bereich der Titannitridschicht 14 sind geneigt, wobei sich der Abstand der Seitenflächen zur Grenze zwischen Titannitridschicht 14 und Siliziumdioxidschicht 20 hin vergrößert. Am Boden der Aussparung 26b hat der Durchmesser im Ausführungsbeispiel wieder seinen ursprünglichen Wert, d.h. er ist etwa gleich dem Durchmesser der Aussparung 26 bzw. 26a. An Stelle von geneigten Seitenflächen treten auch abgerundete Seitenflächen auf.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel, insbesondere mit einer starken Überätzung, ist der Durchmesser am Boden der Ausspa- ,-rung 26b größer als im oberen Bereich der Aussparung 26b.
Je nach der Dicke der Titannitridschicht 14 beträgt die Ätzzeit für das nasschemische Ätzen zwischen 3 min (Minuten) und 20 min.
Bei dem nass-chemischen Ätzprozess bildet sich auf dem Rest der Aluminiumschicht 12 außerdem eine wenige nm dicke Aluminiumoxidschicht 30, die verhindert, dass die Aluminiumschicht 12 durch das Ätzbad angegriffen wird.
Figur 2 zeigt Verfahrensschritte bei der Herstellung der integrierten Schaltungsanordnung 10. Das Verfahren beginnt in einem Verfahrensschritt 100. Ein Verfahrensschritt 102 ent-
spricht der oben an Hand der Figur 1A erläuterten Aufbringung der Fotolackschicht 22 und deren Strukturierung.
Ein Verfahrensschritt 104 wurde oben an Hand der Figur 1B näher erläutert und betrifft das Trockenätzen der Siliziumdioxidschicht 20 mit fluorhaltigen Chemikalien, das bspw. gemäß der folgenden Formel abläuft:
Si + 4 F -> SiF4.
Ein Verfahrensschritt 106 betrifft das nass-chemische Ätzen der Titannitridschicht 14. Der Verfahrensschritt 106 wurde oben bereits an Hand der Figur IC erläutert und läuft bspw. gemäß der folgenden Formeln ab:
2 TiN + 4 OH" -> Ti02+ + N2 + H20 4 AI + 3 H202 -> 2 Al203 + 3 H2.
Beim nasschemischen Ätzen wird auch die Fotolackschicht 22 entfernt .
Nach dem Verfahrensschritt 106 folgt ein Verfahrensschritt
108, in dem die integrierte Schaltungsanordnung 10 mit Wasser gespült und anschließend getrocknet wird.
In einem folgenden Verfahrensschritt 110 wird die Aluminium- dioxidschicht 30 mit Hilfe eines nass-chemischen Verfahrens entfernt. Als Ätzbad wird diesmal eine verdünnte basische wässrige Lösung verwendet, z.B. eine 0,1%-ige Cholin-Lösung. Beispielsweise wird die integrierte Schaltungsanordnung 10 für 30 s (Sekunden) bei Raumtemperatur in die Cholin-Lösung getaucht.
In einem folgenden Verfahrensschritt 112 wird die integrierte Schaltungsanordnung 10 gespült, z.B. in Wasser, und getrocknet .
Nach dem Verf hrensschritt 112 folgt ein Verfahrensschritt 114 , in dem nach dem Entfernen der Reste der Fotolackschicht
22 mit dem Aufsputtern einer nächsten Metallisierungslage begonnen wird. Dabei wird auch die Aussparung 26b mit Aluminium gefüllt.
Das Verfahren wird in einem Verfahrensschritt 116 beendet, nachdem auf der integrierten Schaltungsanordnung 10 Kontakt- flächen für den Anschluss äußerer Verbindungsdrähte oder zum Tragen von Lötkugeln freigelegt worden sind.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird an Stelle der
Verfahrensschritte 110 und 112 nach dem Verfahrensschritt 108 ein Verfahrensschritt 122 ausgeführt, in welchem die Aluminiumoxidschicht 30 durch Rücksputtern in Argon entfernt wird, siehe auch Pfeil 120. Nach dem Rücksputtern folgt wieder der Verfahrensschritt 114, in dem die nächste Aluminiumschicht aufgesputtert wird, die zur Herstellung der nächsten Metallisierungslage dient.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird zusätzlich zu den Verfahrensschritten 110 und 112 der Verfahrensschritt 122 durchgeführt, siehe Pfeil 130. Bei dieser Variante uss die Aluminiumoxidschicht 30 nicht vollständig nass-chemisch entfernt werden. Andererseits wird auch eine sich beim Spülen bzw. Trocknen bildende dünne Oxidschicht auf dem freigelegten Metall wieder entfernt, bspw. falls mit Wasser gespült wird.
Durch das erläuterte Verfahren wird die Partikelbildung einer Plasmaätzanlage beim Entfernen der Titannitridschicht vermieden. Dies hat verlängerte Standzeiten zwischen Kammerreini- gungen zur Folge, so dass der Durchsatz steigt und die Kosten sinken. Außerdem ist die Prozessgeschwindigkeit beim nass- chemischen Entfernen der Titannitridschicht größer als beim Verwenden eines Trockenätzverfahrens. Weiterhin ist die Ätzrate beim nass-chemischen Entfernen des Titannitrids nicht abhängigi-rvon der offenliegenden Fläche des Titannitrids.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird die Fotolackschicht 22 vor dem nasschemischen Ätzen im Verfahrensschritt 106 jedoch nach dem Trockenätzen im Verfahrensschritt 104 entfernt. Dadurch werden die Ätzlösungen nicht unnötig verun- reinigt .
Insbesondere bei einer Kupferschicht an Stelle der Aluminiumschicht 12 kann als nasschemische Ätzlösung auch eine Lösung aus Salpetersäure HN03 und Flusssäure HF im Mischungsbereich zwischen 3:1 bis 1000:1 verwendet werden, z.B. Salpetersäure HN03 mit einer Konzentration c von 10 mol/1 und Flusssäure HF mit einer Konzentration c von 3 mol/1.
Das nasschemische Ätzen wird bspw. mit Tauchätzen, Sprühätzen oder Rotationsätzen durchgeführt.