-
Die Erfindung betrifft eine Antipanikdruckstange zur Betätigung eines Türschlosses einer Fluchttür oder Notausgangstür gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
-
In der Praxis werden solche Antipanikdruckstangen in Fluchtwegen verwendet, um im Falle eines Notfalls sicherzustellen, dass eine Tür geöffnet werden kann.
-
Aus der
DE 10 2016 104 765 A1 ist eine solche Antipanikdruckstange bekannt. Diese Antipanikdruckstange weist ein Grundprofil auf, welches auf einem Türblatt aufliegend montierbar ist. Ein relativ zu dem Grundprofil bewegbares Betätigungsprofil löst bei Druck auf das Betätigungsprofil die Verriegelung der Tür in Form eines Türschlosses. Dadurch ist sichergestellt, dass auch im Falle einer Panik, d.h. wenn viele Menschen in Richtung einer Tür drängen, die Tür nicht verklemmen kann, sondern aufgrund des Drucks geöffnet wird.
-
-
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Antipanikdruckstange für Fluchttüren oder Notausgangstüren zu schaffen, die eine universelle Anwendbarkeit aufweist und dabei kostengünstig herzustellen ist. Insbesondere soll die Antipanikdruckstange eine Vielzahl von Varianten ermöglichen ohne, dass zu jeder Variante ein eigenes Modell entwickelt werden muss.
-
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Antipanikdruckstange mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
-
Ferner wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch ein Herstellungsverfahren einer Antipanikdruckstange mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
-
Erfindungsgemäß wird eine Antipanikdruckstange zur Betätigung eines Türschlosses einer Fluchttür oder Notausgangstür vorgeschlagen, umfassend ein auf einem Türblatt aufliegend montierbares Grundprofil und ein sich parallel zu der Längserstreckung des Grundprofils erstreckendes Betätigungsprofil, welches relativ zu dem Grundprofil beweglich gelagert ist, sowie eine durch das Betätigungsprofil betätigbare Abtriebsnuss zur Betätigung eines Türschlosses, weiter umfassend eine Übertragungsvorrichtung zur Übertragung einer Bewegung des Betätigungsprofils auf die Abtriebsnuss. Wesentlich dabei ist, dass das Grundprofil eine Außenschale und eine Innenschale aufweist dergestalt, dass die Innenschale innerhalb der Außenschale so angeordnet ist, dass die Außenschale die von außen sichtbaren Oberflächen der Innenschale abdeckt.
-
Der erfinderische Gedanke umfasst auch ein Herstellungsverfahren einer Antipanikdruckstange zur Betätigung eines Türschlosses einer Fluchttür oder Notausgangstür, wobei die Antipanikdruckstange Folgendes umfasst: ein auf einem Türblatt aufliegend montierbares Grundprofil und ein sich parallel zu der Längserstreckung des Grundprofils erstreckendes Betätigungsprofil, welches relativ zu dem Grundprofil beweglich gelagert ist, sowie eine durch das Betätigungsprofil betätigbare Abtriebsnuss zur Betätigung eines Türschlosses, weiter umfassend eine Übertragungsvorrichtung zur Übertragung einer Bewegung des Betätigungsprofils auf die Abtriebsnuss. Wesentlich dabei ist, dass eine Innenschale und eine Außenschale getrennt hergestellt werden, und dass anschließend die Innenschale in die Außenschale formschlüssig eingesetzt und/oder mit dieser verbunden wird, um das Grundprofil auszubilden.
-
Insbesondere werden die Außenschale und die Innenschale durch den Formschluss aneinandergehalten. Vorzugsweise liegt die Innenfläche der Außenschale unmittelbar auf der Außenfläche der Innenschale auf und überdeckt diese.
-
Insbesondere wird unter dem Formschluss zwischen Außenschale und Innenschale verstanden, dass die Außenschale auf der Innenschale durch ihre exakte Geometrie und Form gehaltert und positioniert ist. Der Formschluss kann so ausgebildet sein, dass keine zusätzlichen Befestigungselemente wie Schrauben oder Klebstoffe notwendig sind. Es ist ein Prinzip, das auf der positiven Verbindung von Formen beruht. Dennoch können zusätzliche Befestigungselemente wie Schrauben, Nieten oder Klebstoffe vorgesehen werden, um eine mechanisch sichere Verbindung zu realisieren.
-
Ein Formschluss entsteht, wenn zwei Teile so ineinandergreifen, dass sie sich in eine oder mehrere Richtungen nicht mehr relativ zueinander bewegen können. Man kann sich das vorstellen wie ein Puzzleteil, das in ein passendes Loch eingefügt wird.
-
Im Rahmen des Formschlusses kann auch vorgesehen sein, dass die Außenschale über spezielle Konturen, Nuten, oder Aussparungen verfügt, die exakt zu den Gegenstücken auf der Innenschale passen. Dies ermöglicht eine einfache und sichere Montage durch Aufschieben oder Einrasten, was die Herstellung und Wartung vereinfacht. Die Außenschale und die Innenschale werden dadurch nicht nur aneinandergehalten, sondern auch präzise zueinander ausgerichtet.
-
Vorteilhafterweise ergibt sich durch die zweiteilige Ausbildung des Grundprofils mit einer Innenschale und einer Außenschale die Möglichkeit, das Grundprofil entsprechend den Anforderungen individuell anzupassen. Die Innenschale kann als Komponententräger die Komponenten der Antipanikdruckstange aufnehmen und lagern. Die Außenschale kann die Oberfläche der Antipanikdruckstange bestimmen bzw. die mechanische Widerstandsfähigkeit festlegen. Dadurch wird ermöglicht, dass durch eine entsprechende Kombination einer Außenschale mit der Innenschale beispielsweise die Stabilität der Antipanikdruckstange entsprechend eingestellt werden kann, oder dass die Oberfläche der Antipanikdruckstange entsprechend der Oberfläche der Außenschale variierbar ist. So kann auf einfache Art und Weise das Design und/oder auch die mechanischen und/oder korrosiven Anforderungen an eine Antipanikdruckstange entsprechend gewählt bzw. geändert werden.
-
Das Grundprofil kann ein tragendes Gehäuse für die Antipanikdruckstange ausbilden. In dem Gehäuse kann ein Aufnahmeraum zur Aufnahme von Komponenten der Antipanikdruckstange ausgebildet sein. Insbesondere ist das Grundprofil zweiteilig ausgebildet. D. h. das Grundprofil weist eine Wand oder ein Profil auf, welches dergestalt zweiteilig ausgebildet ist, dass es aus der Innenschale und der Außenschale besteht. Die Außenschale bildet zusammen mit der Innenschale das zweiteilige Grundprofil aus.
-
Das Grundprofil kann U-förmig ausgebildet sein. Die Außenschale kann komplementär zu der Innenschale ausgebildet sein. Insbesondere sind die Abmessungen der Außenschale und der Innenschale dergestalt abgestimmt, dass die Außenschale die Innenschale formschlüssig aufnehmen kann und optisch abdeckt. Das bedeutet die Form und die Abmessungen der Außenschale sind auf die Form und Abmessungen derart abgestimmt, dass die Außenschale unmittelbar auf der Innenschale aufliegend angeordnet ist. Insbesondere erstreckt sich die Außenschale über die gesamte Oberfläche der Innenschale, insbesondere erstreckt sich die Außenschale über die gesamte sichtbare Oberfläche der Innenschale. Dadurch wird erzielt, dass die Innenschale durch die Außenschale abgedeckt und optisch kaschiert wird.
-
Vorzugsweise bildet die Innenschale das strukturelle Kernstück des Gehäuses. Ihre primäre Aufgabe ist es, die mechanischen und/oder elektromechanischen Komponenten der Antipanikdruckstange oder Pushbar sicher zu umschließen und die auf die Antipanikdruckstange oder Pushbar ausgeübten Kräfte aufzunehmen. Die mechanischen Komponenten können beispielsweise einen Verriegelungsmechanismus, und/oder Federn, und/oder Schieber oder Gestänge, und/oder Getriebekomponenten umfassen. Die elektromechanischen Komponenten können einen Antrieb, beispielsweise einen Elektromotor oder einen Elektromagnet sowie zugehörige Steuerelektronik oder Sensorik umfassen.
-
Insbesondere wird für die Innenschale ein robustes Material wie Stahl, Aluminium oder ein hochfestes technisches Polymer (z. B. glasfaserverstärkter Kunststoff) verwendet. Diese Materialien gewährleisten die notwendige mechanische Festigkeit und Dauerhaftigkeit.
-
Vorzugsweise wird die Innenschale präzise, d. h. mit geringen Fertigungstoleranzen ausgeformt, um alle internen Bauteile passgenau aufzunehmen. Die Innenschale kann Befestigungspunkte für die Montage an der Tür und für die Aufnahme von mechanischen und/oder elektromechanischen Komponenten der Antipanikdruckstange oder Pushbar, oder zur Verbindung mit der Außenschale aufweisen. Ihre Oberfläche kann unbehandelt sein, da sie nicht sichtbar ist.
-
Insbesondere kann die Innenschale als mechanische Stütze dienen und schützt die inneren Mechanismen vor Schmutz und Beschädigung.
-
Die Außenschale umhüllt die Innenschale und ist der sichtbare Teil der Antipanikdruckstange oder Pushbar. Eine Aufgabe der Außenschale ist es, die gewünschte Ästhetik zu realisieren und die Antipanikdruckstange oder Pushbar visuell an ein Türdesign anzupassen.
-
Für die Außenschale können diverse Materialien zum Einsatz kommen, die optisch ansprechend und haptisch angenehm sind. Beispiele sind Edelstahl, eloxiertes Aluminium, Messing oder auch Kunststoffe mit spezieller Oberflächenbeschichtung. Das Material der Außenschale kann insbesondere witterungs- und korrosionsbeständig sein.
-
Insbesondere ist die Außenschale so konzipiert, dass sie die Innenschale überlappend umhüllt. Insbesondere ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen. Sie kann verschiedene Farben, Texturen oder Oberflächenstrukturen aufweisen.
-
Diese Trennung von tragender und dekorativer Komponente vereinfacht nicht nur die Herstellung, sondern auch die Anpassung an verschiedene Märkte und Designanforderungen, da die Innenschale als universelle Basis für verschiedene Außenschalen-Designs dienen kann.
-
Dieser Aufbau ermöglicht, dass die Innenschale das unsichtbare, tragende Rückgrat bildet, während die Außenschale die sichtbare, anpassbare Oberfläche der Antipanikdruckstange oder Pushbar darstellt. Diese Aufteilung ermöglicht eine effiziente und kostengünstige Herstellung der mechanischen Komponenten und eine flexible Anpassung des Designs.
-
Insbesondere kann vorgesehen sein, dass zu einer Innenschale mehrere Außenschalen, die jeweils unterschiedliche Oberflächen aufweisen, hergestellt werden, und dass aus den mehreren Außenschalen gezielt eine Außenschale mit einer bestimmten Oberfläche selektiert und mit der Innenschale verbunden wird, um ein Grundprofil mit einer bestimmten Oberfläche auszubilden. So kann die Herstellung deutlich vereinfacht werden, indem zu einer Innenschale oder zu einem Typ Innenschale eine Auswahl von verschiedenen Außenschalen vorgefertigt und bereitgelegt wird. Sofern eine Antipanikdruckstange mit entsprechender Oberfläche geordert wird, kann durch Zusammenfügen der Innenschale mit der entsprechenden Außenschale eine Antipanikdruckstange mit einer bestimmten Oberfläche geschaffen und ausgeliefert werden.
-
In analoger Weise kann auch vorgesehen sein, dass das Betätigungsprofil zweiteilig aufgebaut ist. Für das Betätigungsprofil kann eine Betätigungsinnenschale und eine Betätigungsaußenschale getrennt hergestellt werden, wobei anschließend die Betätigungsinnenschale in die Betätigungsaußenschale formschlüssig eingesetzt und/oder mit dieser verbunden wird, um das Betätigungsprofil auszubilden. So ist es möglich, das komplette Gehäuse der Antipanikdruckstange entsprechend dem erfinderischen Gedanken auszubilden, insbesondere das Grundprofil mit einer bestimmten Außenschale und einer Innenschale herzustellen wie auch das Betätigungsprofil mit einer Betätigungsinnenschale und einer bestimmten Betätigungsaußenschale so herzustellen, dass eine bestimmte Oberfläche der Antipanikdruckstange auf einfache Art und Weise hergestellt werden kann. Insbesondere wird dadurch verhindert, dass zu jeder gewünschten Oberfläche das Gehäuse der Antipanikdruckstange neu entworfen werden muss, da es gemäß dem erfinderischen Gedanken ausreicht, lediglich die Außenschalen entsprechend auszubilden.
-
Entsprechend kann vorgesehen sein, dass zu einer Betätigungsinnenschale mehrere Betätigungsaußenschalen, die jeweils unterschiedliche Oberflächen aufweisen, hergestellt werden, und dass aus den mehreren Betätigungsaußenschalen gezielt eine Betätigungsaußenschale mit einer bestimmten Oberfläche selektiert und mit der Betätigungsinnenschale verbunden wird, um ein Betätigungsprofil mit einer bestimmten Oberfläche auszubilden.
-
Um einen mechanisch stabilen Aufbau der Antipanikdruckstange vorzusehen, kann vorgesehen sein, dass die Innenschale formschlüssig in der Außenschale aufgenommen ist, vorzugsweise dass die Innenschale in der Außenschale formschlüssig und/oder kraftschlüssig aufgenommen ist, insbesondere verklebt ist und/oder verschweißt ist, und/oder vernietet ist.
-
Durch den Formschluss bzw. die kraftschlüssige Verbindung zwischen Innenschale und Außenschale wird die mechanische Festigkeit des Gehäuses der Antipanikdruckstange deutlich verbessert, sodass diese auch erhöhten Kräften widerstehen kann.
-
In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Innenschale und die Außenschale einen U-förmigen Querschnitt dergestalt aufweisen, dass zwei einseitig offene Schenkel an ihrer anderen Seite über eine Grundfläche miteinander verbunden sind. Dadurch ist ein typischer Aufbau des Gehäuses der Antipanikdruckstange dergestalt möglich, dass das Grundprofil das Betätigungsprofil lagert, indem beispielsweise die beiden Schenkel des Grundprofils das Bestätigungsprofil aufnehmen, so dass dieses in das Grundprofil hinein, oder auf das Grundprofil zu betätigbar ist.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die beiden Schenkel der Außenschale länger sind als die beiden Schenkel der Innenschale. Dadurch wird bewirkt, dass die Schenkel der Außenschale mit der entsprechend gewünschten Oberfläche die Schenkel der Innenschale vollständig abdecken, sodass von außen lediglich die Oberfläche der Außenschale sichtbar ist.
-
Alternativ oder ergänzend kann vorgesehen sein, dass die oberen Endbereiche der beiden Schenkel der Außenschale nach innen abgekantet sind. Dadurch wird die Optik weiter verbessert, sodass auch bei einem Blick von oben eine Abdeckung der Innenschale gewährleistet ist.
-
Ebenso kann vorgesehen sein, dass die oberen Endbereiche der beiden Schenkel der Außenschale eine nach innen gerichtete verdickte Wandstärke aufweisen, um die beiden Schenkel der Innenschale abzudecken. Durch die Verdickung der Wandstärke der Außenschale ist es ebenfalls möglich, die Innenschale optisch zu kaschieren.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Innenschale aus einem Aluminium oder einer Aluminiumlegierung ausgebildet ist.
-
In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann die Innenschale Aufnahmen und/oder Lager für Komponenten der Übertragungsvorrichtung, insbesondere für Schieber und/oder Hebel und/oder Zahnräder der Übertragungsvorrichtung aufweisen.
-
Um variable Oberflächen auszubilden kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Außenschale eine Oberfläche aus einem Edelstahl oder aus Messing oder aus Nickel oder aus Chrom oder aus Gold oder aus einem eloxierten Aluminium oder aus einem Kunststoff aufweist oder aus einem dieser Materialien besteht.
-
Das Betätigungsprofil kann analog zu dem Grundprofil aufgebaut sein, insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Betätigungsprofil eine Betätigungsinnenschale und eine Betätigungsaußenschale aufweist.
-
Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Betätigungsinnenschale formschlüssig in der Betätigungsaußenschale aufgenommen ist, vorzugsweise dass die Betätigungsinnenschale in der Betätigungsaußenschale formschlüssig und/oder kraftschlüssig aufgenommen ist, insbesondere verklebt ist und/oder verschweißt ist, und/oder vernietet ist.
-
In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Betätigungsinnenschale und die Betätigungsaußenschale einen U-förmigen Querschnitt, insbesondere mit zwei einseitig offenen Schenkeln und einer diese verbindenden Grundfläche aufweisen.
-
In einer einfach herzustellenden Variante kann vorgesehen sein, dass die Betätigungsinnenschale aus einem Aluminium ausgebildet ist, und/oder dass die Betätigungsaußenschale eine Oberfläche aus einem Edelstahl oder aus Messing oder aus Nickel oder aus Chrom oder aus Gold oder aus einem eloxierten Aluminium oder aus einem Kunststoff aufweist oder aus einem dieser Materialien besteht.
-
Eine weitere Verbesserung der Anwendbarkeit der Antipanikdruckstange ergibt sich, indem in einem vorzugsweise Ausführungsbeispiel vorgesehen sein kann, dass das Grundprofil und/oder das Betätigungsprofil ablängbar ausgebildet sind insbesondere, dass die in die Außenschale eingesetzte Innenschale zusammen in einem Arbeitsschritt ablängbar sind, und/oder dass die in die Betätigungsaußenschale eingesetzte Betätigungsinnenschale zusammen in einem Arbeitsschritt ablängbar sind. Durch das Ablängen der Antipanikdruckstange ergibt sich die Möglichkeit, diese an unterschiedliche Türbreiten anzupassen. Dadurch kann die Anzahl der vorzufertigenden Varianten der Antipanikdruckstange weiter reduziert werden.
-
Für den Fachmann ist klar, dass die hierin beschriebenen Merkmale der Vorrichtung auch für das Herstellverfahren gelten und umgekehrt.
-
Eine Anwendung der erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange ist in Flucht- und Rettungswegvorrichtungen für Gebäudetüren vorgesehen. Es kann sich dabei um einflügelige Türen wie auch um zweiflügelige Türen handeln. Alternativ kann die erfindungsgemäße Antipanikdruckstange auch in Fahrzeugen, wie beispielsweise auf Schiffen oder in Bahnfahrzeugen bei entsprechenden Flucht- und/oder Rettungstüren eingesetzt werden.
-
In den Figuren sind weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gezeigt und nachfolgend beschrieben. Dabei zeigen:
- Fig. 1.
- eine Fluchtwegvorrichtung einer erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange;
- Fig. 2:
- eine schematische Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange;
- Fig. 3:
- eine Schnittdarstellung des Grundprofils der erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange;
- Fig. 4:
- eine schematische 3D-Darstellung des Grundprofils;
- Fig. 5:
- eine schematische Schnittdarstellung des Betätigungsprofils einer erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange;
- Fig. 6:
- eine schematische 3D-Darstellung des Betätigungsprofils.
-
Die in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen sind beispielhaft und sollen nicht einschränkend verstanden werden.
-
Merkmale mit gleicher Funktion werden dabei mit denselben Referenzzeichen versehen. Für den Fachmann liegt auf der Hand, dass er im Rahmen seines handwerklichen Könnens und innerhalb des Geltungsbereichs der Patentansprüche die in den Figuren gezeigten Ausgestaltungen untereinander kombinieren kann, ohne den Schutzbereich der Patentansprüche zu verlassen.
-
Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Fluchtwegvorrichtung 1 mit einer erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange 2. Die Antipanikdruckstange 2 ist aufliegend auf einem Türblatt 12 einer Fluchttür 11 oder Notausgangstür 11 montiert. Die Fluchttür 11 umfasst ein über Bänder 131 und 132 schwenkbar gelagertes Türblatt 12, welches an einem Türrahmen 13 befestigt ist. In dem Türblatt 12 ist ein Einsteckschloss 14 angeordnet, welches mit der Antipanikdruckstange 2 zusammenwirkt. Das Einsteckschloss 14 kann beispielsweise als ein selbstverriegelndes Panikschloss ausgebildet sein.
-
Die Antipanikdruckstange 2 kann über eine elektrische Verbindung 17, beispielsweise einen elektrischen Datenbus 17, mit einer Nottaste 15 und einem Alarmgeber 16 verbunden sein. Über die elektrische Verbindung 17 bzw. den Datenbus 17 kann die Antipanikdruckstange 2 elektrisch angesteuert werden, beispielsweise um eine Anzeige oder ein Display an der Antipanikdruckstange 2 zu schalten oder Sensoren anzubinden. Optional kann die Antipanikdruckstange 2 auch als eine rein mechanische Antipanikdruckstange 2 ausgebildet sein, d.h. ohne einen elektrischen Anschluss ausgebildet sein.
-
Die Fluchttür 11 ist über eine Fluchttürverriegelung 18 schaltbar verriegelt. Im Normalfall ist die Fluchttürverriegelung 18 verriegelt und verhindert ein unautorisiertes Öffnen der Fluchttür 11. Die Fluchttürverriegelung 18 kann beispielsweise über eine Zutrittskontrollvorrichtung entriegelt werden, um einer berechtigten Person zu ermöglichen, die Fluchttür 11 zu öffnen. Die Berechtigung der Person kann beispielsweise durch einen Transponder, per RFID oder per Schlüssel nachgewiesen werden.
-
Sofern ein Notfall auftritt, kann durch Drücken der Nottaste 15 ein Alarm ausgelöst und die Fluchttürverriegelung 18 entriegelt werden. Der Alarmgeber 16 generiert dann ein Alarmsignal und die Fluchttür 11 ist zum Öffnen für alle freigeschaltet. Daraufhin kann durch Eindrücken des Betätigungsprofils 21 der Anti-Panik-Druckstange 2 das Türschloss 14 entriegelt und die Fluchttür 11 durch Schwenken des Türblatts 12 geöffnet werden.
-
Es ist auch denkbar, an den elektronischen Bus 17 eine Brandmeldevorrichtung, beispielsweise einen Rauchmelder oder eine Brandmeldezentrale anzuschließen, oder eine Fluchtwegsteuerung anzuschließen oder weitere Komponenten, wie eine Zutrittskontrollvorrichtung anzuschließen, um die Fluchttür 11 elektrisch schaltbar freizugeben und/oder zu blockieren.
-
Die Fig. 2 zeigt eine schematische Schnittdarstellung der erfindungsgemäßen Antipanikdruckstange 2. Antipanikdruckstange 2 weist ein Grundprofil 4 auf, welches aufliegend auf einem Türflügel montierbar ist, beispielsweise durch Verschrauben oder Verkleben. Das Grundprofil 4 bildet sozusagen die Rückseite der Antipanikdruckstange 2. An der Vorderseite der Antipanikdruckstange 2 ist eine Betätigungshandhabe 3 in Form des Betätigungsprofils 3 gebildet. Um die Antipanikdruckstange 2 auszulösen, wird Druck auf das Betätigungsprofil 3 ausgeübt, worauf dieses entlang der dargestellten Betätigungsrichtung 5 auf das Grundprofil 4 zubewegt wird. Die Antipanikdruckstange 2 weist zu beiden Seiten jeweils eine Abdeckkappe 24 und 25 auf, die die Seiten der Antipanikdruckstange 2 abschließen.
-
Mittels einer Übertragungsvorrichtung 21 wird diese Bewegung des Betätigungsprofils 3 auf eine am Boden des Grundprofils 4 angeordnete Schiebervorrichtung 22 übertragen. Die Schiebervorrichtung 22 umfasst wenigstens einen Schieber. Der wenigstens eine Schieber ist innerhalb einer Nut 411 im Bodenbereich des Grundprofils 4 translatorisch verschiebbar geführt. D.h. der Schieber kann entlang der Längsrichtung des Grundprofils 4 verschoben werden. Die Übertragungsvorrichtung 21 weist dazu zwei Hebel 211 und 212 auf, die jeweils über eine Konsole 412 in dem Grundprofil 4 gehaltert sind. An dem Betätigungsprofil 3 sind die Hebel 211 und 212 jeweils in einem Lager 311 verschiebbar gehaltert. Das Lager 311 ist als Nut ausgestaltet, in der die Hebel 211 bzw. 212 mittels eines Zapfens verschiebbar gelagert sind. Die Hebel 211 bzw. 212 werden bei einer Betätigung des Betätigungsprofils 3 um eine in der Konsole 412 angeordnete Drehachse gedreht und übertragen die Bewegung des Betätigungsprofils 3 an den Schieber.
-
Der Schieber ist über ein Nussgetriebe mit einer Abtriebsnuss 23 verbunden. Die translatorische Bewegung des Schiebers wird mittels des Nussgetriebes in eine Drehbewegung umgesetzt, um die Abtriebsnuss 23 anzutreiben. Über einen nicht dargestellten Dorn kann die Abtriebsnuss 23 mit einem Türschloss verbunden werden, um das Türschloss bei Betätigung der Antipanikdruckstange 2 zu öffnen.
-
Sowohl das Grundprofil 4 als auch das Betätigungsprofil 3 sind als im Querschnitt U-förmige Profile ausgebildet. Dabei sind die offenen Seitenwände der beiden Profile einander zugewandt. Das Betätigungsprofil 3 wird dabei innerhalb des Grundprofils 4 geführt. Zusammen bilden das Grundprofil 4 und das Betätigungsprofil 3 einen Bauraum aus, in dem die mechanischen und/oder elektromechanischen und/oder elektrischen und/oder elektronischen Komponenten der Antipanikdruckstange 2 aufgenommen sind.
-
Die Figuren 3 und 4 zeigen das Grundprofil 4 der Antipanikdruckstange 2. Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt des Grundprofils 4. In der Fig. 4 ist eine schematische 3D-Darstellung des Grundprofils gezeigt.
-
Das Grundprofil 4 weist eine Innenschale 41 sowie eine Außenschale 42 auf. Die Innenschale 41 ist aus einem Aluminium, insbesondere einer Aluminiumlegierung ausgebildet. In der Innenschale sind Aufnahmepunkte bzw. Lager für Komponenten der Antipanikdruckstange 2 angeordnet. In den Aufnahmen bzw. Lager können mechanische Komponenten, wie Getriebeelemente und/oder Hebel gelagert sein. Es kann sich jedoch auch um Aufnahmepunkte für elektrische oder elektronische Komponenten der Antipanikdruckstange handeln. In den Zeichnungen sind im Bodenbereich drei Nuten 411 dargestellt, in denen eine Schiebervorrichtung der Antipanikdruckstange 2 aufgenommen ist. Über die Schiebervorrichtung kann eine Betätigung des Betätigungsprofils 3 auf die Abtriebsnuss 23 übertragen werden.
-
Die Innenschale 41 ist formschlüssig in einer Außenschale 42 aufgenommen. Zwischen der Außenschale 42 und der Innenschale 41 kann eine Kleberschicht angeordnet sein, um die beiden Schalen 41 und 42 kraftschlüssig miteinander zu verbinden. Die Innenschale 41 ist im Querschnitt U-förmig ausgebildet, d.h. sie weist zwei nach oben offen angeordnete Schenkel, den ersten Schenkel 413 und den zweiten Schenkel 414 auf. Ebenso ist die Außenschale 42 U-förmig ausgebildet und weist zwei nach oben offene Schenkel, den ersten Schenkel 43 und den zweiten Schenkel 44 auf. An der Unterseite ist das Grundprofil 4 mittels einer Grundfläche 45 geschlossen. Die Grundfläche 45 ist bei einer Montage der Antipanikdruckstange 2 aufliegend auf einem Türblatt angeordnet.
-
Die Außenschale 42 ist aus einem Metall oder einem Kunststoff ausgebildet und weist eine Sichtoberfläche auf. Die Sichtoberfläche kann dabei beispielsweise aus Chrom, aus Nickel, aus Aluminium, aus einem Kunststoff oder aus einer eloxierten Oberfläche bestehen. Die Wandstärke der Außenschale kann im Bereich zwischen 0,1 mm und 0,8 mm, vorzugsweise im Bereich zwischen 0,2 mm und 0,5 mm liegen. Durch Auswahl einer entsprechenden Außenschale 42 kann die Oberfläche der Antipanikdruckstange 2 gezielt festgelegt werden. Vorteil ist, dass dabei keine Neukonstruktion des Grundprofils 4 notwendig ist, da die Innenschale 41 als Funktionsträger für die Komponenten der Antipanikdruckstange 2 dient und nicht ausgetauscht werden muss. Die Außenschale 42 dient lediglich der optischen Kaschierung und der mechanischen Verstärkung der Innenschale 41. An der Außenschale sind keine Komponenten der Antipanikdruckstange 2 gelagert.
-
Um die Innenschale 41 rundherum abzudecken, ist, wie in Fig. 4 dargestellt, der obere Bereich des ersten Schenkels 43 der Außenschale 42 und des zweiten Schenkels 44 der Außenschale 42 nach innen abgekantet. Der abgekantete Bereich ist jeweils mit dem Referenzzeichen 431 und 441 markiert. Dadurch wird gewährleistet, dass auch bei einem Blick von oben die Innenschale 41 allseitig optisch abgedeckt ist. In dem freien Bereich zwischen den abgekanteten Oberkanten 431 und 441 ist das Betätigungsprofil 3 aufgenommen, sodass die Innenschale 41 bei fertig montierter Antipanikdruckstange 2 von außen nicht zu sehen ist.
-
In den Figuren 5 und 6 ist das Betätigungsprofil 3 dargestellt. Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch das Betätigungsprofil 3. Die Fig. 6 zeigt eine schematische dreidimensionale Darstellung des Betätigungsprofils 3.
-
Das Betätigungsprofil 3 weist eine Betätigungsinnenschale 31 sowie eine Betätigungsaußenschale 32 auf. Die Betätigungsinnenschale 31 ist dabei formschlüssig in die Betätigungsaußenschale 32 eingesetzt. Zwischen der Betätigungsinnenschale 31 und der Betätigungsaußenschale 32 kann eine Kleberschicht angeordnet sein, um die beiden Schalen 31 und 32 kraftschlüssig miteinander zu verbinden.
-
Das Betätigungsprofil 3 weist einen U-förmigen Querschnitt auf. Dementsprechend weist die Betätigungsinnenschale 31 einen ersten Schenkel 312 und einen zweiten Schenkel 313 auf. Entsprechend weist die Betätigungsaußenschale 32 einen ersten Schenkel 33 und einen zweiten Schenkel 34 auf. An der Oberseite des Betätigungsprofils 3 sind die Schenkel durch eine Grundfläche 35 bzw. Grundfläche 314 miteinander verbunden.
-
Die Betätigungsinnenschale 31 lagert Funktionskomponenten der Antipanikdruckstange 2. Dazu weist die Bestätigungsinnenschale 31 im Bereich ihrer Grundfläche 314 ein Lager 311 in Form einer Nut auf. In der Nut 311 werden die Hebel 211 und 212 der Übertragungsvorrichtung 21 über Zapfen verschiebbar gelagert. Bei Druck auf das Betätigungsprofil 3 bewegt sich dieses in Betätigungsrichtung 5 auf das Grundprofil 4 zu. Dabei werden die beiden Hebel 211 und 212 gedreht und verschieben sich dabei entlang der Nut 311.
-
Die Betätigungsinnenschale 31 dient zur Aufnahme von Funktionskomponenten der Antipanikdruckstange 2. Die Betätigungsaußenschale 32 dient der optischen Kaschierung der Betätigungsinnenschale 31. Die Betätigungsaußenschale 32 wird mit unterschiedlichen Oberflächen hergestellt. Insbesondere ist es vorgesehen, eine Auswahl an unterschiedlichen Betätigungsaußenschalen 32 herzustellen, die jeweils eine unterschiedliche Oberfläche aufweisen. Als Oberfläche kann beispielsweise eine verchromte Oberfläche und/oder eine Kunststoffoberfläche und/oder eine vernickelte Oberfläche und/oder eine eloxierte Oberfläche und/oder eine lackierte Oberfläche und/oder eine beschichtete Oberfläche vorgesehen sein. Um eine Antipanikdruckstange mit einer bestimmten Oberfläche herzustellen, genügt es daher, ein und dieselbe Betätigungsinnenschale 31 mit der entsprechenden Betätigungsaußenschale 32, welche die entsprechende Oberfläche aufweist, zu versehen.
-
Dabei wird normalerweise eine Betätigungsaußenschale 32 gewählt, welche die gleiche Oberfläche wie die Außenschale 42 des Grundprofils 4 aufweist.
-
Um die Betätigungsinnenschale 31 vollständig zu kaschieren, sind die beiden Schenkel 33 und 34 der Betätigungsaußenschale 32 länger ausgestaltet als die beiden Schenkel 312 und 313 der Betätigungsinnenschale 31. Dadurch ist gewährleistet, dass von außen nur die Oberfläche der Betätigungsaußenschale 32 sichtbar ist. Dadurch gelingt es, auf einfache Art und Weise unterschiedlichste Varianten der Antipanikdruckstange 2 herzustellen, ohne dass für jede Variante ein komplett neues Gehäuse der Antipanikdruckstange 2 entwickelt werden muss.
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Fluchtwegvorrichtung
- 11
- Fluchttür, Notausgangstür
- 12
- Türblatt
- 13
- Türrahmen
- 131
- Türband
- 132
- Türband
- 14
- Türschloss
- 15
- Nottaste
- 16
- Alarmgeber
- 17
- Bus
- 18
- Türverriegelung
- 2
- Antipanikdruckstange
- 21
- Übertragungsvorrichtung, Getriebe
- 211
- erster Hebel
- 212
- zweiter Hebel
- 22
- Schiebervorrichtung
- 23
- Abtriebsnuss
- 24
- Endkappe
- 25
- Endkappe
- 3
- Betätigungsprofil
- 31
- Betätigungsinnenschale
- 311
- Lager
- 312
- erster Schenkel
- 313
- zweiter Schenkel
- 314
- Grundfläche
- 32
- Betätigungsaußenschale
- 33
- erster Schenkel
- 34
- zweiter Schenkel
- 35
- Grundfläche
- 4
- Grundprofil
- 41
- Innenschale
- 411
- Führungsnut
- 412
- Konsole
- 413
- erster Schenkel
- 414
- zweiter Schenkel
- 42
- Außenschale
- 43
- erster Schenkel
- 431
- abgekanteter Bereich
- 44
- zweiter Schenkel
- 441
- abgekanteter Bereich
- 45
- Grundfläche
- 5
- Betätigungsrichtung