-
Die Erfindung betrifft einen Dachaufbau, vorzugsweise Tiefgaragendachaufbau mit einem Bitumenmaterial.
-
Derartige Dachaufbauten sind grundsätzlich bekannt. Dabei werden Bitumenbahnen auf einem Dach befestigt.
-
Nachteilig daran ist, dass diese Dachaufbauten nicht unterlaufsicher sind. Sind die Dachaufbauten nicht unterlaufsicher, so kann sich punktuell eindringendes Wasser unter der Dachabdichtung weiter ausbreiten.
-
Die Ortung einer Leckage gestaltet sich hierbei schwierig, was zu hohen Kosten bei der Sanierung altersbedingter und/oder mechanischer Schäden führt.
-
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, einen Dachaufbau sowie ein Verfahren zum Herstellen eines Dachaufbaus zu schaffen, bei dem eine Unterlaufsicherheit gegeben ist.
-
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch den Gegenstand sowie das Verfahren der unabhängigen Ansprüche.
-
Erfindungsgemäß ist ein Dachaufbau vorgesehen.
-
Der Begriff "Dachaufbau" ist breit zu verstehen und umfasst sämtliche Abdichtungen auf Dächern, vorzugsweise sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau.
-
Vorzugsweise handelt es sich um einen Tiefgaragendachaufbau, welcher auch als Tiefgaragenabdichtung bezeichnet werden kann.
-
Der Dachaufbau weist ein Bitumenmaterial auf. Das Bitumenmaterial kann beispielsweise durch Erhitzen in einen flüssigen Aggregatszustand überführt werden.
-
Der Dachaufbau weist eine innerhalb des Bitumenmaterials angeordnete Kunststoffdachbahn auf. Zusätzlich kann die Kunststoffdachbahn auch oberhalb des Bitumenmaterials angeordnet sein.
-
Die Kunststoffdachbahn kann beispielsweise Poly-Vinyl-Chlorid (PVC), flexible Polyolefine (FPO) und/oder thermoplastisches Polyolefin (TPO) aufweisen oder daraus bestehen.
-
Vorzugsweise ist die Kunststoffdachbahn bitumenbeständig.
-
Dadurch, dass die Kunststoffdachbahn innerhalb des Bitumenmaterials angeordnet wird, ist eine Unterlaufsicherheit gegeben.
-
Es handelt sich somit um keine herkömmliche Abdichtung mit Bitumenbahnen, sondern um einen unterlaufsicheren Dachaufbau. Dieser ist beispielsweise in Bezug auf das Kosten/Nutzen-Verhältnis, die Nachhaltigkeit und/oder die Einfachheit bei der Ausführungsweise vorteilhaft.
-
Sollten beispielsweise mechanische Schäden am Dachaufbau, z.B. der Kunststoffdachbahn, auftreten, ist eine Ortung der Leckage aufgrund des Aufbaus sehr einfach. Da genau festgestellt werden kann, wo sich die Beschädigung befindet, werden die Kosten bei einer Reparatur erheblich verringert.
-
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass selbst Teilflächen einer Tiefgarage dicht ausgearbeitet werden können, da die anliegende, undichte Abdichtung keinerlei Auswirkung auf den Dachaufbau hat, da dieser unterlaufsicher ist.
-
Weiterbildungen der Erfindung sind auch den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den beigefügten Zeichnungen zu entnehmen.
-
Gemäß einer Ausführungsform weist das Bitumenmaterial, vorzugsweise gefülltes, Elastomerbitumen auf oder besteht daraus.
-
Vorzugsweise weist das Bitumenmaterial eine Heißbitumenklebemasse, z.B. aus Destillationsbitumen, auf oder besteht daraus.
-
Beispielsweise kann das Bitumenmaterial auf 200°C erhitzt und dadurch verflüssigt werden.
-
Nach einer weiteren Ausführungsform ist ein Bitumenvoranstrich vorgesehen, der unterhalb des Bitumenmaterials angeordnet ist.
-
Bevorzugt kann zunächst eine Oberseite einer Betondecke, vorzugsweise Stahlbetondecke, aufgeraut, z.B. gestrahlt, werden.
-
Der Bitumenvoranstrich kann auf die aufgeraute Betondecke aufgebracht, z.B. aufgestrichen und/oder aufgespritzt, werden. Beispielsweise dient die Betondecke als tragender Untergrund.
-
Darüber kann dann das verflüssigte Bitumenmaterial aufgetragen, z.B. gegossen, werden.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist eine Dämmung und/oder Schutzlage vorgesehen, die oberhalb der Kunststoffdachbahn angeordnet ist.
-
Auf diese Weise können Energieverluste reduziert werden. Entsprechende energetische und/oder bauliche Vorgaben können durch die Dämmung eingehalten werden.
-
Die Dämmung kann beispielsweise ein Schaumglas-, XPS- und/oder EPS-Material aufweisen oder daraus bestehen. Beispielsweise kann XPS als ein Umkehrdach eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich ein guter Wärmeschutz.
-
Vorzugsweise ist die Dämmung und/oder Schutzlage plattenförmig ausgebildet. Diese kann somit schnell und einfach verlegt werden.
-
Auch kann ein Vlies, z.B. ein Polyestervlies, beispielsweise mit 800 g/m2, als Schutzlage vorgesehen sein.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist ein Verbundblech und/oder ein Folienhochzug als Wandanschluss vorgesehen.
-
Das Verbundblech und/oder der Folienhochzug bilden An- und/oder Abschlüsse des Dachaufbaus.
-
Vorzugsweise wird das Verbundblech und/oder der Folienhochzug dicht mit der Kunststoffdachbahn verbunden, z.B. verschweißt, um ein Eindringen von Flüssigkeiten zu verhindern.
-
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen eines, vorzugsweise erfindungsgemäßen Dachaufbaus.
-
Zunächst wird eine Betondecke, vorzugsweise die Oberseite der Betondecke, aufgeraut, bevorzugt gestrahlt. Dies geschieht vorzugsweise vor Ort auf der Baustelle.
-
Die Haftung des Dachaufbaus auf der Betondecke wird dadurch erhöht.
-
Die Betondecke kann beispielsweise sand- und/oder kugelgestrahlt werden.
-
Ein Bitumenmaterial wird erhitzt, beispielsweise auf 200°C. Dabei verflüssigt sich das Bitumenmaterial.
-
Zum Erhitzen kann beispielsweise ein speziell gefertigter Kocher bzw. Ofen verwendet werden.
-
Anschließend wird das verflüssigte Bitumenmaterial auf die Betondecke aufgetragen, vorzugsweise gegossen.
-
Das Bitumenmaterial wird bevorzugt gleichmäßig verteilt. Beispielsweise kann dafür eine geeignete Kanne verwendet werden, um das flüssige Bitumenmaterial gleichmäßig auf die Betondecke aufzutragen.
-
Nun wird eine Kunststoffdachbahn auf und/oder in das, bevorzugt noch flüssige und/oder heiße, Bitumenmaterial eingebracht, vorzugsweise eingerollt.
-
Dadurch ergibt sich nach dem Ablüften, Abkühlen und/oder Trocknen eine feste Verbindung zwischen der Kunststoffdachbahn und dem Bitumenmaterial und somit eine unterlaufsichere Abdichtung.
-
Beim Einbringen der Kunststoffdachbahn ist vorzugsweise darauf zu achten, dass die Endbereiche benachbarter Kunststoffbahnen frei von Bitumen bleiben.
-
Optional können die Endbereiche benachbarter Kunststoffdachbahnen nämlich miteinander verschweißt werden. So wird eine dichte Verbindung zwischen den Kunststoffdachbahnen ermöglicht.
-
Abhängig vom Material der Kunststoffdachbahnen kann beispielsweise ein Schweißverfahren mit einem Quellschweißmittel oder ein Heißluftverfahren angewandt werden.
-
Gemäß einer Ausführungsform wird nach dem Aufrauen der Betondecke und vor dem Auftragen des erhitzten Bitumenmaterials ein Bitumenvoranstrich auf die Betondecke aufgebracht, vorzugsweise aufgestrichen und/oder aufgespritzt.
-
Der, bevorzugt bindende, Bitumenvoranstrich bildet vorzugsweise eine Haftbrücke, die für eine optimale Haftung des restlichen Dachaufbaus sorgt.
-
Das flüssige Bitumenmaterial wird vorzugsweise gleichmäßig auf die mit dem Bitumenvoranstrich behandelte Betondecke aufgetragen.
-
Nach einer weiteren Ausführungsform wird eine Dämmung und/oder Schutzlage oberhalb der Kunststoffdachbahn angeordnet.
-
Beispielsweise kann als schützende Zusatzmaßnahme ein Polyestervlies auf dem ansonsten fertigen Dachaufbau ausgelegt werden.
-
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird ein Verbundblech und/oder ein Folienhochzug als Wandanschluss montiert.
-
Im Grunde gibt es für die Anschlüsse bzw. Abschlüsse mehrere Varianten:
Bei einer ersten Variante sind dafür geeignete Verbundbleche, z.B. Folienverbundbleche, vorgesehen, welche mit der Kunststoffdachbahn verschweißt werden. Dabei werden diese über die oberste wasserführende Schicht, beispielsweise Erdreich oder Schutzbeton, gezogen, z.B. mindestens 20 cm.
-
Die Endbereiche der Verbundbleche können z.B. mit Hilfe einer homogenen Abdichtungsbahn miteinander thermisch verschweißt werden.
-
Bei einer zweiten Variante kann ein Folienhochzug, z.B. eine geeignete Kunststoffbahn, an einer Wand mechanisch befestigt und bis über die oberste wasserführende Schicht gezogen werden, z.B. mindestens 30 cm. Der Folienhochzug kann am Bauteil beispielsweise mittels einer geeigneten Schiene, z.B. aus Aluminium, befestigt werden. Anschließend kann dies optional verfugt und/oder mit einer Schutzblende versehen werden.
-
Eine dritte Variante kann beispielsweise bei Abschlüssen eingesetzt werden, die kein aufgehendes Bauteil aufweisen. Dabei kann der Abschluss mittels eines Abdichtungsüberhangs ausgebildet werden. Dieser kann vorzugsweise mindestens 40 cm über den Deckensprung ragen und/oder beispielsweise mittels einer geeigneten Klemmschiene, z.B. aus Aluminium, am Bauteil befestigt und anschließend optional zusätzlich verfugt werden.
-
Alle hier beschriebenen Ausführungsformen und Bauteile der Vorrichtung sind vorzugsweise dazu ausgebildet, nach dem hier beschriebenen Verfahren hergestellt zu werden. Ferner können alle hier beschriebenen Ausführungsformen der Vorrichtung sowie alle hier beschriebenen Ausführungsformen des Verfahrens jeweils miteinander kombiniert werden, vorzugsweise auch losgelöst von der konkreten Ausgestaltung, in deren Zusammenhang sie erwähnt werden.
-
Generell wird bemerkt, dass Begriffe wie "ein" bzw. "eine" nicht zwingend "genau ein" bzw. "genau eine" bedeuten, wobei dies ebenso möglich ist. Die Begriffe "ein" bzw. "eine" können daher als "mindestens oder genau ein" bzw. "mindestens oder genau eine" verstanden werden. Die Verwendung des Singulars schließt vorzugsweise das Vorliegen der Bauteile im Plural mit ein und umgekehrt.
-
Es wird festgehalten, dass "vorzugsweise" und "bevorzugt" als "preferably" auf Englische übersetzt werden können. Ein durch "vorzugsweise" oder "bevorzugt" eingeleitetes Merkmal ist rein fakultativ, kann weggelassen werden und stellt keine Einschränkung, beispielsweise der Ansprüche, dar.
-
Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dachaufbaus,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dachaufbaus, und
- Fig. 3
- eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Dachaufbaus.
-
Zunächst ist zu bemerken, dass die dargestellten Ausführungsformen rein beispielhafter Natur sind. So können einzelne Merkmale nicht nur in der gezeigten Kombination, sondern auch in Alleinstellung oder in anderen technisch sinnvollen Kombinationen realisiert sein. Beispielsweise können die Merkmale einer Ausführungsform beliebig mit Merkmalen einer anderen Ausführungsform kombiniert werden.
-
Enthält eine Figur ein Bezugszeichen, welches im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert wird, so wird auf die entsprechenden vorhergehenden bzw. nachfolgenden Ausführungen in der Figurenbeschreibung Bezug genommen. So werden für gleiche bzw. vergleichbare Bauteile in den Figuren dieselben Bezugszeichen verwendet und diese nicht nochmals erläutert.
-
Fig. 1 zeigt einen Dachaufbau, der auf einem Betonbauteil 10, z.B. einer Betondecke, aufgebaut wird.
-
Zunächst kann die Betondecke 10 beispielsweise kugelgestrahlt werden. Darauf wird ein Bitumenvoranstrich 12 als Haftgrund aufgebracht.
-
Erhitztes Bitumenmaterial 14 wird in flüssiger Form auf die Betondecke 10 im Gießverfahren aufgetragen.
-
Nun wird eine Kunststoffdachbahn 16 in das flüssige Bitumenmaterial 14 eingerollt. (Zur besseren Sichtbarkeit ist die Kunststoffdachbahn 16 in den Figuren etwas oberhalb des flüssigen Bitumenmaterials 14 dargestellt.)
-
Optional kann eine Dämmung und/oder Schutzlage 18, beispielsweise ein Vlies, z.B. mit 800 g/m2, oberhalb der Kunststoffdachbahn 16 platziert werden.
-
Insgesamt ergibt sich dadurch ein unterlaufsicherer Dachaufbau.
-
Fig. 2 zeigt einen Dachaufbau mit einem als Verbundblech 20, z.B. Folienverbundblech, ausgebildeten Anschluss an ein aufgehendes Bauteil 22.
-
In Fig. 3 ist ein Dachaufbau mit einem Abdichtungsüberhang an einem abgehenden Bauteil 24 dargestellt.
-
Hierbei ist eine Aluminiumschiene 26 vorgesehen, welche die Kunststoffdachbahn 16 am abgehenden Bauteil 24 befestigt.
Bezugszeichenliste
-
- 10
- Betonbauteil, Betondecke
- 12
- Bitumenvoranstrich
- 14
- Bitumenmaterial
- 16
- Kunststoffdachbahn
- 18
- Dämmung, Schutzlage
- 20
- Verbundblech
- 22
- aufgehendes Bauteil
- 24
- abgehenden Bauteil
- 26
- Aluminiumschiene