Mahlanlage
Die Erfindung betrifft eine Mahlanlage zum Zerkleinern von Mahlgut, die zumindest eine Rührwerkskugelmühle und ein Trennaggregat aufweist.
Als Mahlgüter kommen beispielsweise Kalkstein, Dolomit, Erze, Klinker, Flugasche, Schlacke oder andere Zementklinkersatzstoffe zum Einsatz. Aus der DE 10 2014 015 549 Al ist beispielsweise eine Mahlanlage für derartige Mahlgüter bekannt. Um den Klinkerfaktor in der Zementindustrie zu reduzieren und so die CCE-Emissionen zu reduzieren, ist man bestrebt Zementklinkerersatzstoffe (beispielsweise kalzinierte Tone oder Schlacke) oder reaktivere Klinker für Zementprodukte zu verwenden. Eine Möglichkeit die Reaktivität von Klinker und Zementklinkerersatzstoffen zu erhöhen, ist die Feinstmahlung dieser Mahlgüter, wobei die industrielle Umsetzung für eine Feinstmahlung beispielsweise mittels einer trocken betriebenen Rührwerkskugelmühle erfolgt.
Zementklinkerersatzstoffe enthalten oft schwer mahlbare Komponenten, die bei der konventionellen Mahlung in Vertikalrollenmühlen und/oder Kugelmühlen nicht effizient vermahlen werden können, da sich der schwer mahlbare Anteil des Materials, der sich weniger leicht zerkleinern lässt, im Umlauf der Mühle anreichert und somit vorwiegend über die Grieße des Sichters zurück zur Mühle befördert wird. Das führt wiederum dazu, dass das leichter mahlbare Material „übermahlen“ wird. Dadurch steigt der spezifische Energieeintrag und der Durchsatz der Anlage sinkt. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass das Endprodukt nicht nur eine gewünschte Feinheit, sondern auch eine vorgegebene Partikelgrößenverteilung aufweisen soll.
Aus der US 2020/261920 Al ist ein mehrstufiger Mahlreislaufbekannt.
Aus der EP 3 665 133 Bl ist ein Verfahren und eine Anlage zur Herstellung von Zement bekannt.
Aus der CN 113 976 277 B ist eine vertikale Mühle mit externer Zirkulation für Zement, kombiniert mit einem Hochleistungs-Mahlprozesssystem bekannt.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, den Betrieb der Mahlanlage mit einer Rührwerkskugelmühle effizienter zu gestalten.
Erfmdungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Mahlanlage gemäß dem Anspruch 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Mahlanlage weist eine Rührwerkskugelmühle mit einem Einlass für zu zerkleinerndes Mahlgut und einem Auslass für zerkleinertes Mahlgut sowie ein separat von der Rührwerkskugelmühle angeordnetes erstes Trennaggregat auf, wobei erste Trennaggregat mit dem Auslass für zerkleinertes Mahlgut in Verbindung steht und einen Auslass für ein erstes Feingut und einen Auslass für ein erstes Grobgut aufweist. Weiterhin ist ein separat von der Rührwerkskugelmühle angeordnetes zweites Trennaggregat vorgesehen, das direkt oder indirekt mit dem Auslass für zerkleinertes Mahlgut der Rührwerkskugelmühle in Verbindung steht und einen Auslass für ein zweites Feingut und einen Auslass für ein zweites Grob gut aufweist.
Erfmdungsgemäß kann somit das zerkleinerte Mahlgut auf zwei verschiedene oder zwei baugleiche Trennaggregate, die parallel oder in Reihe geschaltet sind, aufgegeben werden. Bei einer Parallelschaltung kann der Produktstrom dabei variabel aufgeteilt werden, beispielsweise 50/50, 80/20, etc., sodass die Beladung des einzelnen Trennaggregats gezielt eingestellt werden kann. Erfmdungsgemäß können aber auch mehr als zwei Trennaggregate zum Einsatz kommen.
Außerdem besteht die Möglichkeit einer variablen Einsteilbarkeit der beiden Trennaggregate, sodass sich Feingüter mit unterschiedlicher Partikelgrößenverteilung erzeugen lassen, die dann ggf. gezielt miteinander gemischt werden, um ein Fertigprodukt mit einer vorgegebenen Feinheit, Partikelgrößenverteilung und Verteilungsbreite zu erhalten. Dadurch besteht die Möglichkeit gezielt Einfluss auf die späteren Qualitätseigenschaften des Zements (wie Wasseranspruch, Ausbreitmaß, etc.) zu nehmen.
Durch unabhängig voneinander einstellbare Trennaggregate ist es außerdem möglich, schwer mahlbare Komponenten gezielt abzureichem. Dies gelingt zum Beispiel,
indem auf einem der Trennaggregate eine vergleichsweise grobe und breite Partikelgrößenverteilung eingestellt wird, die es ermöglicht, dass grobe, schwer mahlbare Partikel den Mahlkreislauf verlassen. Um die gewünschte Zielfeinheit zu erreichen, wird der/die verbleibende(n) Trennaggregate entsprechend fein eingestellt.
Die zum Einsatz kommende Rührwerkskugelmühle weist vorzugsweise ein um eine Achse rotierendes Rührwerk auf, wobei der Einlass für das zu zerkleinerndes Mahlgut an einem axialen Ende des Rührwerks und der Auslass für das zerkleinerte Mahlgut am gegenüberliegenden axialen Ende des Rührwerks angeordnet ist. Weiterhin kann der Einlass der Rührwerkskugelmühle zum Aufgeben des zu zerkleinernden Mahlguts mit und ohne Luft ausgebildet sein, während der Auslass der Rührwerkskugelmühle eine pneumatische Austragsöffnung zum pneumatischen Austrag eines ersten Teils des zerkleinerten Mahlguts zusammen mit Luft aufweist und der Auslass weiterhin ein Schwerkraftaustragsöffnung zum Austrag eines zweiten Teils des zerkleinerten Mahlguts mittels Schwerkraft vorsieht, wobei das erste Trennaggregat an die pneumatische Austragsöffnung und das zweite Trennaggregat an die Schwerkraftaustragsöffnung angeschlossen werden können. Weiterhin können das erste Trennaggregat und das zweite Trennaggregat jeweils einen Grobgutauslass aufweisen, die mit dem Einlass der Rührwerkskugelmühle und/oder einem anderen Prozessaggregat (z.B. peripheres Mahlaggregat in anderem Mahlkreislauf; Mischer; Bunker/Silo, um Material für andere Produkte zu nutzen) in Verbindung stehen. Es besteht auch die Möglichkeit ein oder beide Grobgüter (komplett oder teilweise) einem anderen Prozessschritt (z.B. Lagerung, Mischen, Zerkleinern in anderem Mahlkreislauf, thermische Prozesse) zuzuführen.
Das erste Trennaggregat und das zweite Trennaggregat können insbesondere durch Siebe, statische Sichter, elektrostatische Stichter oder dynamische Sichter gebildet werden. Erfindungsgemäß kommen aber für beide Trennaggregate Luftstromsichter, insbesondere Querstrom-Drehkorbsichter zum Einsatz, welche für mittlere Partikelgrößen im Bereich von 0,5 pm bis 30 pm besonders effizient sind. Die Trenngrenze dieses Sichtertyps wird wesentlich durch die Zentrifugalbeschleunigung am äußeren Rotordurchmesser eingestellt. Zur Erzielung sehr feiner Produkte (mittlere
Partikel große < 10 pm, ggf. < 5 - 7 pm) werden demnach sehr hohe Zentrifugalbeschleunigungen benötigt. Weiterhin gilt, dass für eine konstante Zentrifugalbeschleunigung mit zunehmendem Rotordurchmesser höhere Umfangsgeschwindigkeiten benötigt werden (azF = u2/rROtor). Aufgrund dieses Zusammenhangs und konstruktiver Randbedingungen sollten Sichter für die Feinstmahlung eine bestimmte Baugröße nicht überschreiten. Nachdem vorzugsweise wenigstens zwei Luftstromsichter vorgesehen sind, kann die Mahlanlage mit entsprechend höheren Durchsätzen realisieren realisiert werden. Werden die eingesetzten Luftstromsichter zudem noch unabhängig voneinander betrieben, indem beispielsweise deren Sichtluftvolumenströme unabhängig voneinander eingestellt werden, können beide entstehenden Feingüter gezielt beeinflusst werden.
Werden die Trennaggregate als Luftstromsichter ausgebildet, werden an den ersten Feingutauslass des ersten Trennaggregats ein erster Abscheider zur Trennung des ersten Feinguts von Sichtluft und an den zweiten Feingutauslass des zweiten Trennaggregats ein zweiter Abscheider zur Trennung des zweiten Feinguts von Sichtluft angeschlossen. Auf diese Weise lassen sich zwei unterschiedliche Feingüter erzeugen.
Die beiden entstehenden Feingüter können beispielsweise separaten oder auch einem gemeinsamen Feingutsilo zugeführt werden. Weiterhin kann es sinnvoll sein, eines oder beide Feingüter einem weiteren Prozessaggreagat (z.B. einer separaten Aufmahlung) zuzuführen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eine Mischeinrichtung zum Mischen des ersten Feinguts mit dem zweiten Feingut vorgesehen. Hierdurch kann gezielt ein Fertiggut mit einer gewünschten Partikelgrößenverteilung eingestellt werden.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele und der Zeichnung erläutert.
In der Zeichnung zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Rührwerkskugelmühle,
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel,
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel und
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Mahlanlage gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel.
Die in Fig.l dargestellte Mahlanlage weist eine Rührwerkskugelmühle 1, ein als Luftstromsichter ausgebildetes erstes Trennaggregat 2 und ein ebenfalls als Luftstromsichter ausgebildetes zweites Trennaggregat 3 auf. Die Rührwerkskugelmühle 1 sieht einen Einlass 1.1 für zu zerkleinerndes Mahlgut 4 und einen Auslass 1.2 für zerkleinertes Mahlgut 4' vor. Das zu zerkleinernde Mahlgut 4 setzt sich aus ein oder mehreren in Vorratssilos 5, 6 bereitgehalten Komponenten 4.1, 4.2 sowie rückgeführtem Grobgut zusammen und wird über wenigstens ein Förderorgan 7 dem Einlass 1.1 der Rührwerkskugelmühle 1 aufgegeben.
Die zum Einsatz kommende Rührwerkskugelmühle 1 weist ein um eine Achse rotierendes Rührwerk 1.3 auf, wobei der Einlass 1.1 für das zu zerkleinernde Mahlgut 4 an einem axialen Ende des Rührwerks 1.3 und der Auslass 1.2 für das zerkleinerte Mahlgut 4'an dem gegenüberliegenden axialen Ende des Rührwerks 1.3 angeordnet ist. Weiterhin kann der Einlass 1.1 der Rührwerkskugelmühle 1 zum Aufgeben des zu
zerkleinernden Mahlguts 4 mit oder ohne Förderluft ausgebildet sein. Die Zerkleinerungsarbeit erfolgt durch das Rührwerk 1.3 in Verbindung mit Mahlkugeln
1.4 innerhalb der Mahlkammer 1.5. Am dem Auslass zugewandten Ende der Mahlkammer 1.5 ist eine Trenneinrichtung 1.6 vorgesehen, die das genügend zerkleinerte Mahlgut 4' passieren lässt und die Mahlkugeln 1.4 in der Mahlkammer
1.5 zurückhält. Über ein Förderorgan 1.7, beispielsweise eine Förderschnecke, gelangt das zerkleinerte Mahlgut 4' in den Auslass 1.2, von wo es entweder pneumatisch und/oder mechanisch zu den beiden Trennaggregaten 2, 3 transportiert wird.
Das in der Rührwerkskugelmühle 1 zerkleinerte Mahlgut 4' wird im ersten Ausführungsbeispiel in zwei Teilströme 4.1 ' und 4.2'aufgeteilt, wobei der eine Teilstrom 4.1 ' dem ersten Trennaggregat 2 und der zweite Teilstrom 4.2'dem zweiten Trennaggregat 3 zugeführt wird. Beide Trennaggregate 2, 3 stehen somit mit dem Auslass 1.2 der Rührwerkskugelmühle 1 in direkter Verbindung.
Das erste Trennaggregat 2 weist einen Auslass 2.1 für ein erstes Feingut 8 und einen Auslass 2.2 für ein erstes Grobgut 9 auf. In entsprechender Weise sieht das zweite Trennaggregat 3 einen Auslass 3.1 für ein zweites Feingut 10 und einen Auslass 3.2 für ein zweites Grobgut 11 vor. Während die beiden Grobgüter 9, 11 zur erneuten Zerkleinerung zum Einlass 1.1 der Rührwerkskugelmühle zurückgefördert werden, gelangen die beiden Feingüter 8 und 10 zusammen mit der Sichtluft in einen Abscheider 12 bzw. 13, wo die Feingüter 8 und 10 aus der Sichtluft abgeschieden werden. Die Einstellung des Sichtluftvolumenstroms der beiden Trennaggregate 2, 3 erfolgt über jeweils einen dem jeweiligen Abscheider 12, 13 nachgeordneten Lüfter 14, 15. Es ist prinzipiell auch vorstellbar, dass lediglich ein gemeinsamer Lüfter vorgesehen ist, wobei, sofern erforderlich, die Volumenstromregelung der Sichtluft in den beiden Trennaggregate 2, 3 beispielsweise über Klappen erfolgen kann.
Die maximale Baugröße eines Luftstromsichters für die gewünschte Feinheit von insbesondere < 6 pm ist begrenzt, während die Rührwerkskugelmühle 1 durchaus für größere Durchsätze ausgelegt werden kann. Mit dem Vorsehen von zwei Trennaggregaten 2, 3 und der damit möglichen Aufteilung des zerkleinerten Mahlguts
4' auf die beiden Trennaggregat, lässt sich somit eine Mahlanlage mit höheren Durchsätzen realisieren. Außerdem besteht die Möglichkeit zwei unterschiedliche Feingüter 8, 10 zu erzeugen, die einzeln oder miteinander vermischt genutzt werden können.
Bei der Beschreibung der folgenden Ausführungsbeispiele werden für gleiche Bauteile dieselben Bezugszeichen verwendet.
Während die beiden Trennaggregate 2, 3 des ersten Ausführungsbeispiels parallel zueinander angeordnet sind, zeigt Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einer Serienschaltung der beiden Trennaggregate 2, 3. Hierbei wird das gesamte in der Rührwerkskugelmühle 1 zerkleinerte Mahlgut 4' dem ersten, wiederum als Luftstromsichter ausgebildeten Trennaggregat 2 zugeführt. Dort wird wiederum in Kombination mit dem Abscheider 12 das erste Feingut 8 abgeschieden. Das gesamte Grobgut 9 des ersten Trennaggregats 2 wird dem zweiten Trennaggregat 3 aufgegeben, das in Kombination mit dem Abscheider 13 das zweite Feingut 10 erzeugt. Das Grobut 11 des zweiten Trennaggregats 3 wird zum Einlass 1.1 der Rührwerkskugelmühle 1 zurückgeführt und zusammen mit dem frischen Mahlgut aus den Vorratssilos 5, 6 aufgegeben.
Mit dieser Mahlanlage lassen sich die Feinanteile im zerkleinerten Mahlgut 4' durch die doppelte Sichtung effizient ausschleusen, sodass eine Übermahlung von Feinanteilen weitgehend vermieden werden kann. Außerdem können verschieden mahlbare Materialien gezielt ausgeschleust werden. Des Weiteren kann der Umlauffaktor des Mahlsystems hinsichtlich eines energieeffizienten Betriebs optimiert werden.
Die in den nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen (Fig. 4 bis 7) zum Einsatz kommende Rührwerkskugelmühle 1 ist in Fig. 3 dargestellt und unterscheidet sich lediglich in der Ausgestaltung des Auslasses 1.2 von der in den Fig. 1 und 2 eingesetzten Rührwerkskugelmühle 1. Diese Ausführungsbeispiele könnte aber prinzipiell auch mit einer Rührwerkskugelmühle 1 gemäß Fig. 1 ausgeführt werden.
Für alle Ausführungsbeispiele besteht zudem die Möglichkeit zerkleinertes Mahlgut in definiertem Verhältnis auszuschleusen oder rückzuführen.
Der Auslass 1.2 weist ein Austragsgehäuse 1.2.1 mit einer pneumatische Austragsöffnung 1.2.2 zum pneumatischen Austrag eines ersten Teilstroms 4.1 ' des zerkleinerten Mahlguts 4'zusammen mit einer entweder in das Austragsgehäuse 1.2.1 eingeführten Luft 16 oder einer über den Einlass 1.1 der Rührwerkskugelmühle zugeführten Luft. Weiterhin ist ein Schwerkraftaustragsöffnung 1.2.3 zum Austrag eines zweiten Teilstroms 4.2' des zerkleinernden Mahlguts 4' mittels Schwerkraft vorgesehen. Im Austragsgehäuse 1.2.1 findet somit bereits eine Vorklassierung des zerkleinerten Mahlguts 4' statt, indem sich im pneumatische ausgetragenen Teilstrom 4.1 ' eher eine feinere Komponente und in dem mittels Schwerkraft ausgetragen Teilstrom 4.2' eher eine gröbere Komponente befindet. Dies hat den Vorteil, dass die beiden Trennaggregate 2, 3 zielgerichteter eingestellt werden können und dadurch eine effizientere Sichtung möglich wird. Es ist auch eine optimale Abstimmung des Mühlenprodukts und der beiden Sichtkreisläufe möglich.
Das dritte Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 entspricht im Wesentlichen dem ersten Ausführungsbeispiel, wobei jedoch die Aufteilung des in der Rührwerkskugelmühle 1 (gemäß Fig. 3) zerkleinerten Mahlguts 4' nicht mengenmäßig, sondern mittels pneumatischem Austrag für den Teilstrom 4.1 ' und Schwerkraftaustrag für den Teilstrom 4.2' erfolgt, wobei der Teilstrom 4.1 ' dem ersten Trennaggregat 2 und der Teilstrom 4.2' dem zweiten Trennaggregat 3 zugeführt werden. Außerdem findet im Austragsgehäuse 1.2.1 der Rührwerkskugelmühle 1 bereits eine Vorklassierung des zerkleinerten Mahlguts 4' statt. Auch hier ist eine optimale Abstimmung des Mühlenprodukts und der beiden Sichtkreisläufe möglich.
Fig. 5 zeigt eine optionale Variante zum dritten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4, indem das Feingut 10 des zweiten Trennaggregats 3 ganz oder teilweise dem ersten Trennaggregat 2 aufgeben wird. Außerdem kommt hier für beide Trennaggregate 2, 3 lediglich ein Lüfter 14 zum Einsatz. Separate Lüfter für beide Trennaggregate wären aber auch denkbar.
Bei dieser Mahlanlage bietet es sich in besonderem Maße an, das erste Trennaggregat 2 als Ultrafeinsichter zur Abscheidung einer mittleren Partikelgröße von kleiner 6 pm auszubilden, während das zweite Trennaggregat 3 als herkömmlicher Sichter zur Abscheidung einer mittleren Partikelgröße von größer 6 pm ausgebildet sein kann.
Diese Schaltung eignet sich insbesondere für die Erzeugung einer möglichst großen Menge an Feingut mit einer mittleren Partikelgröße kleiner 6 gm. Außerdem ermöglicht sie eine bezügliche des Materialaustrags der Mühle optimierte Sichterauswahl.
Das fünfte Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 zeigt wiederum eine Reihenschaltung der beiden Trennaggregate 2, 3, wobei das gesamte zerkleinerte Mahlgut 4' (Teilströme 4.1 'und 4.2') dem ersten Trennaggregat 2 aufgegeben wird. Wenngleich hier eine Rührwerkskugelmühle 1 gemäß Fig. 3 zum Einsatz kommt, kann ebenso eine Rührwerkskugelmühle gemäß den Fig. 1 und 2 vorgesehen werden. Das Feingut 8 des ersten Trennaggregats 2 wird ganz oder teilweise dem zweiten Trennaggregat 3 zugeführt. Das Grobgut 9 des ersten Trennaggregats 2 gelangt in ein drittes Trennaggregat 17, das beispielsweise durch ein Sieb oder einen statischen Sichter gebildet wird, wobei das Feingut des dritten Trennaggregats 17 ebenfalls dem zweiten Trennaggregat 3 zugeführt wird, während das Grobgut 18 des dritten Trennaggregats 17 ausgeschleust oder zusammen mit dem Grobgut 11 des zweiten Trennaggregats 3 erneut der Rührwerkskugelmühle 1 aufgegeben wird.
In dieser Schaltung wird zweckmäßigerweise das zweite Trennaggregat 2 als Ultrafeinsichter zur Abscheidung einer mittleren Patrikelgröße von kleiner 6 pm ausgebildet. Das erste Trennaggregat kann als herkömmlicher Luftstromsichter oder auch als Ultrafeinsichter zur Abscheidung einer mittleren Partikelgröße von kleiner 6 pm vorgesehen werden. Des Weiteren ist eine effizientere Beladung des Ultrafeinsichters möglich. Die entstehenden Zwischenprodukte können für diverse Zementarten verwendet werden (Klinkerreduzierung/CCE-Reduktion/Zemente der Zukunft).
Die Mahlanlage gemäß Fig. 7 entspricht im Wesentlichen der Mahlanlage gemäß Fig. 4, wobei lediglich noch eine Mischeinrichtung 19 zum Mischen des ersten Feinguts 8
mit dem zweiten Feingut 10 zur Herstellung eines Fertigguts 20 vorgesehen ist. Durch das Mischungsverhältnis lässt sich eine gewünschte Partikelgrößenverteilung im Fertiggut 20 einstellen.
Mit dieser Mahlanlage lässt sich die Partikelgrößenverteilung des Fertigguts 20 (Mischung der beiden Feingüter 8, 10) sehr gezielt hinsichtlich Feinheit,
Partikelgrößenverteilung und Verteilungsbreite einstellen, wodurch die Möglichkeit besteht auf die späteren Qualitätseigenschaften des Zements (Wasseranspruch, Ausbreitmaß, etc.) Einfluss zu nehmen.