Beschreibung
Sonnenschutzmittel mit Terephthalylidendicamphersulfonsäure und Glycolen Die vorliegende Erfindung betrifft eine kosmetische Zubereitung enthaltend ein Salz der Terephthalylidendicamphersulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid), ein oder mehrere Glycole und Wasser.
Der Trend weg von der vornehmen Blässe hin zur „gesunden, sportlich braunen Haut“ ist seit Jahren ungebrochen. Um diese zu erzielen, setzen die Menschen ihre Haut der Sonnenstrahlung aus, da diese eine Pigmentbildung im Sinne einer Melaninbildung hervorruft. Die ultraviolette Strahlung des Sonnenlichtes hat jedoch auch eine schädigende Wirkung auf die Haut. Neben der akuten Schädigung (Sonnenbrand) treten Langzeitschäden wie ein erhöhtes Risiko an Hautkrebs zu erkranken bei übermäßiger Bestrahlung mit Licht aus dem UVB-Bereich (Wellenlänge: 280-320 nm) auf. Die übermäßige Einwirkung der UVB- und UVA- Strahlung (Wellenlänge: 320-400 nm) führt darüber hinaus zu einer Schwächung der elastischen und kollagenen Fasern des Bindegewebes. Dies führt zu zahlreichen phototoxischen und photoallergischen Reaktionen und hat eine vorzeitige Hautalterung zur Folge.
Zum Schutz der Haut wurden daher eine Reihe von Lichtschutzfiltersubstanzen entwickelt, die in kosmetischen Zubereitungen eingesetzt werden können. Diese UVA- und UVB-Filter sind in den meisten Industrieländern in Form von Positivlisten wie dem Anlage 7 der Kosmetikverordnung zusammengefasst.
Die Vielzahl an kommerziell erhältlichen Sonnenschutzmitteln darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Zubereitungen des Standes der Technik eine Reihe von Nachteilen aufweisen. Seit vielen Jahren gibt es einen stetig wachsenden Bedarf an UV-A-Filtersubstanzen. Dies ist nicht zuletzt auf zahlreiche staatliche Regularien zurückzuführen, die für Sonnenschutzmittel ein ausgewogenes Verhältnis von UV-A und UV-B Schutz vorschreiben. Die Zahl der in der Kosmetik verwendbaren UV-A-Filter ist jedoch sehr begrenzt. Im Wesentlichen werden
öllösliche Verbindungen wie Butyl Methoxydibenzoylmethane oder Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate eingesetzt.
Um einen besonders hohen UV-Schutz zu erreichen ist es jedoch notwendig, UV-A-Filter auch in die wässrige Phase einzuarbeiten. Für diese Zwecke wurde vor etwa 30 Jahren Terephthalylidendicamphersulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid), als wasserlösliche UV-A-Filtersubstanz entwickelt. Diese Substanz hat jedoch den Nachteil, dass sie nur in begrenzter Menge in die wässrige Phase eines Sonnenschutzmittels eingearbeitet werden kann, da sie bei längerer Lagerung bei kühlen Temperaturen (z.B. im Winter bei Temperaturen unter 10°C) dazu neigt, aus der wässrigen Phase wieder auszukristallisieren.
Es war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine wässrige Phase für eine kosmetische Zubereitung oder eine wässrige kosmetische Zubereitung mit Terephthalyliden- dicamphersulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid) zu entwickeln, bei der die Gefahr des Auskristallisierens auch bei höheren Konzentrationen (d.h. größer 0,4 Gewichts- %), insbesondere in Kälte (d.h. unter 10 °C) dieser UV-Filtersubstanz wirksam unterdrückt wird.
Gelöst wird die Aufgabe durch eine kosmetische Zubereitung enthaltend a) ein Salz der Terephthalylidendicamphersulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid), b) ein oder mehrere Glycole c) Wasser.
Gelöst wird die Aufgabe ferner durch die Verwendung von ein oder mehreren Glycolen zur Erhöhung der Löslichkeit von Salzen der Terephthalylidendicamphersulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid) in der wässrigen Phase kosmetischer Zubereitungen. Dabei werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung als Glycole ausschließlich Verbindungen definiert, die 2 Hydroxylgruppen (OH-Gruppen) aufweisen. Glycerin gehört im Rahmen der vorliegenden Erfindung definitionsgemäß nicht zu den Glycolen.
Darüber hinaus beziehen sich im Rahmen der vorliegenden Offenbarung Kennzeichnungen als „erfindungsgemäß“, „erfindungsgemäß vorteilhaft“ etc. immer auf die erfindungsgemäße Zubereitung, die erfindungsgemäße Verwendung und das erfindungsgemäße Verfahren (siehe unten).
Handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Zubereitung um eine wässrige Zubereitung, so gilt die Konzentrationsangabe „Gesamtgewicht der wässrigen Phase“ für die Gesamtzubereitung.
Es ist erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn als Salz der Terephthalylidendicamphersulfonsäure das T riethanolaminsalz eingesetzt wird.
Ferner ist es Vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, wenn die wässrige Phase von 0,5 bis 3 Gewichts-% Terephthalylidendicamphersulfonsäure, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, enthält. Erfindungsgemäß bevorzugt ist dabei der Konzentrations-bereich von 2 bis 3 Gewichts-% Terephthalylidendicamphersulfonsäure, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase.
Erfindungsgemäß vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind dadurch gekennzeichnet, dass als Glycole eine oder mehrere Verbindungen gewählt werden aus der Gruppe Propan-1 ,2-diol, Propan-1 ,3-diol und Butan-1 ,3-diol. Erfindungsgemäß bevorzugt ist dabei Propan-1 , 2-diol, Propan-1 ,3-diol, wobei das Propan-1 ,3-diol erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist.
Erfindungsgemäß ganz besonders bevorzugt ist es außerdem, wenn die erfindungsgemäß vorteilhaften Glycole zusätzlich mit 1 ,2-Hexandiol kombiniert werden.
Es ist erfindungsgemäß von Vorteil, wenn die Zubereitung die Glycole in einer Gesamtkonzentration von 1 bis 10 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, enthält. Erfindungsgemäß bevorzugt ist dabei der Konzentrationsbereich von 4 bis 8 Gewichts-% an Glycolen, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase.
Enthält die erfindungsgemäße Zubereitung eine Kombination aus erfindungsgemäß vorteilhaften Glycolen mit 1 ,2-Hexandiol, so beträgt die erfindungsgemäß bevorzugte Einsatzkonzentration von 1 ,2, Hexandiol 0,2 von bis 0,5 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase.
Erfindungsgemäß besonders vorteilhafte Ausführungsformen werden dann erhalten, wenn die Zubereitung zusätzlich Glycerin enthält.
In einem solchen Falle sind die erfindungsgemäß vorteilhaften Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass die Zubereitung Glycerin in einer Konzentration von 1 bis 10 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, enthält.
Ferner ist es erfindungsgemäß bevorzugt, wenn das Gewichtsverhältnis der Gesamtmenge an Glycolen zu Glycerin von 1 :1 bis 2:1 beträgt.
Im Hinblick auf das das Gewichtsverhältnis von Terephthalylidendicamphersulfonsäure zur Gesamtmenge an Glycolen ist es erfindungsgemäß von Vorteil, wenn das Gewichts-verhältnis von Terephthalylidendicamphersulfonsäure zur Gesamtmenge an Glycolen von 1 :1 bis 1 :4 beträgt.
Um einen vollwertigen Schutz vor den UV-Strahlen des Sonnenlichts zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass die Zubereitung weitere UV-Filtersubstanzen enthält.
Dabei hat es sich als erfindungsgemäß besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn die Zubereitung ein Salz des Dinatrium-Phenyldibenzimidazoltetrasulfonats (INCI: Disodium Phenyl Dibenzimidazole Tetrasulfonate) und/oder 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäuresalze, enthält.
Enthält die erfindungsgemäße Zubereitung Dinatrium-Phenyldibenzimidazoltetrasulfonat (INCI: Disodium Phenyl Dibenzimidazole Tetrasulfonate), so sind die erfindungsgemäß vorteilhaften Ausführungsformen dadurch gekennzeichnet, dass die Zubereitung Dinatrium- Phenyldibenzimidazoltetrasulfonats (INCI: Disodium Phenyl Dibenzimidazole Tetrasulfonate) in einer Konzentration von 0,5 bis 3 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, enthält.
Darüber hinaus ist es in einem solchen Falle erfindungsgemäß von Vorteil, wenn als Salz des Dinatrium-Phenyldibenzimidazoltetrasulfonats (INCI: Disodium Phenyl Dibenzimidazole Tetrasulfonate) das Triethanolamin-Salz eingesetzt wird.
Enthält die erfindungsgemäße Zubereitung 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäuresalze, so ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, wenn die Zubereitung 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure in einer Konzentration 1 von 5 bis Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, enthält.
Darüber hinaus ist es in einem solchen Falle erfindungsgemäß von Vorteil, wenn als Salz der 2- Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure das Natriumsalz eingesetzt wird.
Weitere erfindungsgemäß vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind dadurch gekennzeichnet, dass die Zubereitung Ethanol enthält.
Enthält die wässrige Phase der Zubereitung Ethanol, so wird dieses erfindungsgemäß bevorzugt in einer Konzentration 2 von 15 bis Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase, eingesetzt.
Darüber hinaus ist es Vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung, wenn die Zubereitung Ethylhexylglycerin enthält.
Die erfindungsgemäß vorteilhafte Einsatzkonzentration für Ethylhexylglycerin beträgt dabei von 0,1 bis 0,3 Gewichts-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der wässrigen Phase.
Vorteilhaft im Sinne der vorliegenden Erfindung ist es ferner, wenn die Zubereitung eine oder mehrere Verbindungen gewählt aus der Gruppe Xanthangummi (INCI: Xanthan Gum), Welangummi (INCI: Welan Gum), Gelangummi (INCI: Gelan Gum) Sclerotiumgummi (INCI: Scerotium Gum) Zellulose und oder Zellulosederivate enthält.
Eine erfindungsgemäß besonders vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung liegt dann vor, wenn die Zubereitung keine lipophile Phase enthält, sondern es sich um eine wässrige Zubereitung handelt. Diese hat erfindungsgemäß bevorzugt einen Lichtschutzfaktor von größer/gleich 15. In einem solchen Falle werden Parfümstoffe nicht zur lipophilen Phase gezählt.
Erfindungsgemäß vorteilhaft enthält die erfindungsgemäße Zubereitung Filmbildner. Filmbildner im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Stoffe unterschiedlicher Zusammensetzung, die durch die folgende Eigenschaft charakterisiert sind: Löst man einen Filmbildner in Wasser oder anderen geeigneten Lösungsmitteln und trägt die Lösung dann auf die Haut auf, so bildet er nach dem Verdunsten des Lösemittels einen Film aus, der im Wesentlichen dazu dient, die Lichtfilter auf der Haut zu fixieren und so die Wasserfestigkeit des Produktes zu steigern.
Es ist erfindungsgemäß von Vorteil, wenn die erfindungsgemäße Zubereitung Maisstärke, Malodextrin und/oder Pullulan enthält. Diese Verbindungen können erfindungsgemäß als Filmbildner wirken.
Erfindungsgemäß ist nicht zuletzt ein Verfahren zur Herstellung einer Zubereitung, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass zunächst Terephthalylidendicampher-sulfonsäure (INCI: Terephthalylidene Dicamphor Sulfonic Acid) und gegebenenfalls Dinatrium- Phenyldibenzimidazoltetrasulfonat (INCI: Disodium Phenyl Dibenzimidazole Tetrasulfonate) unter Rühren in Wasser gegeben und mit Hilfe von Triethanolamin in Lösung gebracht werden, anschließend unter Rühren gegebenenfalls 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure zugefügt und mit Hilfe von NaOH gelöst wird, dann mit Hilfe von NaOH ein pH-Wert von mindestens 6,4 eingestellt wird, und in einem weiteren Schritt unter Rühren das Glycol zugefügt wird und, nach dem Zusatz von Glycol, gegebenenfalls weitere Bestandteile zugesetzt werden.
Verqleichsversuch
Es wurde eine wässrige Lösung aus
3 Gew.-% Terephthalylidendicamphersulfonsäure, (9 Gewichts-% einer 33%igen wässrigen Lösung) 3 Gew.-% 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure und
2 Gew.-% Dinatrium-Phenyldibenzimidazoltetrasulfonsäure hergestellt, die mit 2,5 Gew.-%iger Triethanolamin-Lösung auf pH 7,5 eingestellt wurde.
Von dieser klaren Lösung wurden 4 Varianten hergestellt:
1 ohne weitere Zusätze, mit 10 Gewichts-% Glycerin, mit 10 Gewichts-% Propan-1 ,3-diol und mit einer Mischung aus 5 Gew.-% Glycerin und 5 Gew.-% Propan-1 ,3-diol.
Von allen Varianten wurden Proben bei unterschiedlicher Temperatur (-10 °C, -6 °C, 20 °C) für
5 Tage eingelagert, anschließend die Menge des gebildeten Niederschlages optisch bestimmt und der Niederschlag selbst mikroskopisch analysiert. Bei allen Lagertemperaturen kam es zum folgenden Ergebnis:
Ohne weitere Zusätze: sehr viel Niederschlag. mit 10 Gewichts-% Glycerin: viel Niederschlag. mit 10 Gewichts-% Propan-1 ,3-diol: wenig Niederschlag. mit einer Mischung aus 5 Gew.-% Glycerin und 5 Gew.-% Propan-1 ,3-diol: kein Niederschlag.
Bei den Niederschlägen handelte sich immer um Terephthalylidendicamphersulfonsäure.
Beispiele
Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung verdeutlichen, ohne sie einzuschränken. Alle Mengenangaben, Anteile und Prozentanteile sind, soweit nicht anders angegeben, auf das Gewicht und die Gesamtmenge bzw. auf das Gesamtgewicht der Zubereitungen bezogen.