Technisches Gebiet
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Von der Erfindung ist ein Verfahren zum Betreiben eines Zugleitsystems umfasst. Ferner ist von der Erfindung eine streckenseitige Rechenumgebung eines spurgeführten Verkehrsnetzes umfasst. Ferner ist von der Erfindung ein spurgeführtes Fahrzeug mit einer fahrzeugseitigen Rechenumgebung umfasst. Ferner ist von der Erfindung ein Computerprogrammprodukt, enthaltend Programmbefehle, umfasst. Ferner ist von der Erfindung ein Computerlesbares Speichermedium, enthaltend Daten, umfasst.
Technischer Hintergrund
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Die Fahrzeitrechnung basiert in an sich bekannter Weise auf der Lösung von Bewegungsgleichungen durch eine Recheninstanz, die auch als Solver bezeichnet wird, wobei die eingesetzten Parameter im realen Zugbetrieb nur unzureichend genau bekannt sind (Zugwiderstände, Masse, Drehmassen, Windgeschwindigkeit, Windrichtung sind veränderliche Größen und abhängig von Betriebsbedingungen wie Wetter, Verschleiß und Beladungszustand). Die Parameter werden daher mit Näherungsformeln berechnet oder es werden Mittelwerte angenommen.
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Aktuell wird eine Prognose für die Fahrzeit eines Zuges auf einer Strecke von Ort A nach Ort B in einem Zugleitsystem (im Folgenden auch als Train Management System, kurz TMS bezeichnet) durch einen Solver wie folgt berechnet:
- Es wird das aktuelle Geschwindigkeitsprofil für die maximal mögliche Geschwindigkeit ermittelt von A-B.
- Es wird ein Widerstandsprofil für die Strecke berechnet (Gradienten, Kurven, Tunnel)
- Es wird für das Fahrzeug die Kraft-Geschwindigkeits-Kennlinie berücksichtigt.
- Für die Wagen des Fahrzeugs werden Widerstandsparameter angenommen, wobei diese sich um den Faktor 10 unterscheiden können zwischen Gutläufer und Schlechtläufer
- Basierend auf den oberen Parametern wird die Bewegungs-Differentialgleichung gelöst entweder als Integral von a(t)=F/m für den Gesamtverlauf oder als F(v) beim Beschleunigen und getrennt für konstante Fahrt und Bremsvorgang. Damit wird eine minimale technische Fahrzeit ermittelt.
- Es können auch netzweit einheitliche Fahrzeitzuschläge von beispielsweise 2 - 3% dazu gerechnet werden, wobei dies meistens durch die Reduktion der V-max um 2 - 3 % geschieht und daraus folgend Brems- und Beschleunigungsvorgänge vernachlässigt werden.
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Diese Vorgehensweise hat folgende Nachteile.
- Die Fahrzeitrechnung (Prognose) innerhalb des TMS dauert relative lange (Rechenzeiten im Minutenbereich), ist komplex und basiert auf vielen Annahmen. Diese Annahmen müssen auf jeden Anwendungsfalls angepasst werden, um eine Ähnlichkeit mit dem realen Verkehr zu haben.
- Es werden eine Vielzahl von Parametern benötigt (beispielsweise Zug-Kennlinien)
- Viele Parameter müssen geschätzt bzw. gemittelt werden. Für die Jahresplanung wird zum Beispiel ein "mittel"-guter Zug mit bestimmter Formation von Wagen angenommen.
- Es werden Annahmen bezüglich Windrichtung und -geschwindigkeit getroffen.
- Eine Abhängigkeit von Widerstandsparametern von Außentemperatur wird ignoriert.
- Es werden Annahmen bezüglich Zugbeladung getroffen.
- Die Fahrzeitrechnung ist relativ komplex, die Software-Applikation damit verhältnismäßig aufwändig.
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Zur Realisierung von durch TMS vorgegebenen Fahrplänen werden im Zugverkehr in bekannter Weise Verfahren zum automatisierten Zugbetrieb (im Folgenden auch Automated Train Operation oder kurz ATO genannt) eingesetzt und durch Verfahren zur automatischen Zugkontrolle (im Folgenden auch Automatic Train Control oder kurz ATC genannt) abgesichert. Die ATC realisiert hierbei automatische Funktionen im Zugbetrieb, die sicherheitsrelevant sind. Beispielsweise die Zwangsbremsung des Fahrzeugs, wenn ein Sicherheitsrisiko ermittelt wird. Die ATO dient der Optimierung des Zugbetriebs hinsichtlich Fahrzeiten sowie Energieverbrauch des Fahrzeugs. Diese Funktionen sind nicht sicherheitsrelevant, da die Modifikation von Fahrzeiten und Energieverbrauch keine Sicherheitsrisiken auslösen. Sowohl die ATO als auch die ATC bedürfen einer Kooperation von fahrzeugseitigen (im folgenden auch onboard oder kurz OB genannt) Recheninstanzen, bestehend aus Hardwarekomponenten und Softwarekomponenten sowie streckenseitigen (im Folgenden auch trackside oder kurz TS genannt) Recheninstanzen, bestehend aus Hardwarekomponenten und Softwarekomponenten.
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Die Anforderungen an die Zertifizierung sicherheitsrelevanter Anwendungen beispielsweise in der Bahntechnik sind sehr hoch. Gemäß der internationalen Norm IEC 61508 beziehungsweise spezifisch für den Bahnbereich gemäß der europäischen Norm EN 50129 werden für Sicherheitsfunktionen vier Sicherheits-Integritätslevel oder Englisch Safety Integrity Level (SIL) beziehungsweise Sicherheits-Anforderungsstufen für die geforderte funktionale Sicherheit (Safety) unterschieden. Hierbei stellt der Sicherheits-Integritätslevel 4 die höchste und der Sicherheits-Integritätslevel 1 die niedrigste Stufe der Sicherheits-Integrität dar. Der jeweilige Sicherheits-Integritätslevel beeinflusst das Vertrauensintervall eines Messwertes dahingehend, dass das Vertrauensintervall umso kleiner ist, je höher der Sicherheits-Integritätslevel ist, der seitens der jeweiligen Vorrichtung zu erfüllen ist. Die Dimension der funktionalen Sicherheit der verschiedenen Sicherheits-Integritätslevel lässt sich anschaulich mit der zu erwartenden Häufigkeit eines Ausfalls des sicherheitsrelevanten Systems MTBF (Mean Time Between Failures) beschreiben, wobei dies in Jahren (a) angegeben wird. Diese liegt bei SIL-1 im Bereich von 10 ... 100 a, bei SIL-2 im Bereich von 100 ... 1000 a, bei SIL-3 im Bereich von 1000 ... 10000 a, und bei SIL-4 im Bereich von 10000 ... 100000 a.
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Das TMS berechnet mittels eines Solvers ausgehend von einem Regelfahrplan, der die interagierenden Fahrzeuge in einem spurgeführten Verkehrsverbund berücksichtigt, einen individuellen Sollfahrplan für ein beispielsweise von einer Störung betroffenes Fahrzeug. Bei der ATO-OB ist vorgesehen, dass diese für einen übertragenen Sollfahrplan eine Prognose berechnet. Dies erfolgt basierend auf genauer Kenntnis des Fahrzeugs und dessen Umgebung (Widerstände, Masse, Drehmassen, Außentemperatur etc.), wobei die genannten Kennwerte im Fahrzeug beispielsweise durch Sensoren erfasst werden können.
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Da der Solver die aktuellen Kennwerte des Fahrzeugs nicht kennt, sondern lediglich wahrscheinliche Annahmen dieser Kennwerte berücksichtigt, kann es passieren, dass ein durch den Solver berechneter Sollfahrplan durch das Fahrzeug bei Vorliegen unerwartet ungünstiger Bedingungen nicht umgesetzt werden können. Diese Situation kann durch die ATO-OB zurückgemeldet werden, um eine Neuberechnung des betroffenen Sollfahrplans und erforderlichenfalls des aktualisierten Fahrplans vorzunehmen. Dies ist jedoch mit einer weiteren Zeitverzögerung verbunden, welche die Fahrplansituation (beispielsweise entstanden durch Verspätungen) weiter zuspitzt.
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Die Aufgabe der Erfindung liegt darin, dass mit einem TMS möglichst realitätsnahe aktualisierte Fahrpläne erstellt werden sollen - also ein Verfahren Betreiben eines Zugleitsystems, bei dem eine streckenseitige Rechenumgebung und auf einem Fahrzeug eine fahrzeugseitige Rechenumgebung zum Einsatz kommen, derart weiterzubilden, das die Berechnung eines aktualisierten Fahrplans aus einem Regelfahrplan die real verfügbaren Reserven möglichst weitgehend ausschöpfen kann und dabei möglichst schnell ein realisierbares Ergebnis in Form des aktualisierten Fahrplans liefert.
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Aus dem erläuterten Stand der Technik ergibt sich das Problem, dass mit einem TMS möglichst realitätsnahe aktualisierte Fahrpläne in möglichst kurzer Rechenzeit erstellt werden sollen
Zusammenfassung der Erfindung
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die beschriebenen Probleme im Stand der Technik zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe, dass ein Verfahren zum Betreiben eines Zugleitsystems, bei dem eine streckenseitige Rechenumgebung und auf einem Fahrzeug eine fahrzeugseitige Rechenumgebung zum Einsatz kommen, derart weiterzubilden, das die Berechnung eines aktualisierten Fahrplans aus einem Regelfahrplan die real verfügbaren Fahrzeitreserven möglichst weitgehend ausschöpfen kann und dabei möglichst schnell ein realisierbares Ergebnis in Form des aktualisierten Fahrplans liefert. Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, ein Fahrzeug, ein Computerprogrammprodukt und ein computerlesbares Speichermedium anzugeben, mit dem das verbesserte Verfahren durchführbar ist.
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Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben eines Zugleitsystems, bei dem
- a) eine streckenseitige Rechenumgebung und auf einem Fahrzeug eine fahrzeugseitige Rechenumgebung zum Einsatz kommen, wobei die streckenseitige Rechenumgebung und die fahrzeugseitige Rechenumgebung Nachrichten austauschen, wobei
- b) eine erste Recheninstanz in der streckenseitigen Rechenumgebung unter Berücksichtigung von Regelparametern eines Regelfahrplans und von sich aus dem realisierten Istfahrplan im Vergleich zum Regelfahrplan ergebenen Abweichungsparametern einen aktualisierten Fahrplan berechnet (Dabei ermittelt die erste Recheninstanz besonders kritische Züge, die andere Züge behindern. Diese kritischen Züge sollten ihre tatsächlichen Fahrzeitreserven voll ausnutzen, um die Verspätungsausbreitung zu minimieren. Um die tatsächliche minimale Fahrzeit im betreffenden Bereich zu ermitteln, berechnet die erste Instanz für die kritischen Züge solch schnelle Fahrpläne, dass sie nicht fahrbar sind. Diese Fahrpläne werden an die zweite Recheninstanz geschickt),
- c) danach eine zweite Recheninstanz eine Nachricht, die einen den aktualisierten Fahrplan verwirklichenden, für das Fahrzeug individuellen Sollfahrplan betrifft, in die fahrzeugseitige Rechenumgebung sendet,
- d) danach eine dritte Recheninstanz in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung unter Berücksichtigung des Sollfahrplans ein (vorzugsweise das schnellstmögliche) Fahrprofil erzeugt und eine das Fahrprofil betreffende Nachricht an die streckenseitge Rechenumgebung sendet.
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Bei der Durchführung des Merkmals d) werden die Züge u. U. beschleunigt, da sie versuchen die schnellsten Fahrprofile umzusetzen. Sobald der schnellste Fahrprofil die zweite Recheninstanz erreicht hat, schickt diese den vorherigen Fahrplan an die dritte zugseitige Recheninstanz. Die erste Recheninstanz nutzt die schnellsten Fahrprofile, um einen konfliktfreien fahrbaren Soll-Fahrplan zu erzeugen. Dieser wird dann zur Umsetzung an die zweite Recheninstanz geschickt (hierzu im Folgenden noch mehr)
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Die streckenseitge Rechenumgebung und die fahrzeugseitige Rechenumgebung sind getrennt voneinander organisiert, da sich das Fahrzeug in dem spurgeführten Verkehrsnetz bewegen muss. Genau genommen bildet jedes Fahrzeug, welches sich in dem Verkehrsnetz bewegt, eine eigene fahrzeugseitige Rechenumgebung aus. Die streckenseitige Rechenumgebung kann dabei für mehrere Fahrzeuge gleichzeitig eingesetzt werden. Bei der Ausführung des Verfahrens werden sowohl Rechenressourcen der fahrzeugseitigen Rechenumgebung als auch Rechenressourcen der streckenseitigen Rechenumgebung genutzt, wie im folgenden genauer ausgeführt wird. Dabei ist es notwendig, die in den Rechenumgebungen ablaufende Software in Form von geeigneten Programmmodulen auf die fahrzeugtechnikseitige Rechenumgebung und die streckenseitige Rechenumgebung aufzuteilen.
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Rechnergestützt oder computerimplementiert ist eine Vorrichtung, wenn diese eine Rechenumgebung aufweist, oder ein Verfahren, wenn eine Rechenumgebung mindestens einen Verfahrensschritt des Verfahrens ausführt.
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Eine Rechenumgebung ist eine IT-Infrastruktur, bestehend aus Funktionskomponenten wie Prozessoren, Speichereinheiten, Programmen und aus mit den Programmen zu verarbeitenden Daten, die zur Ausführung mindestens einer Applikation, die eine Aufgabe zu erfüllen hat, verwendet werden. Weitere Funktionskomponenten können aus Sensoren und Aktuatoren bestehen, welche eine Interaktion der Rechenumgebung mit der Außenwelt ermöglichen. Die IT-Infrastruktur kann auch als Netzwerk der genannten Funktionskomponenten organisiert sein.
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Recheninstanzen bilden innerhalb einer Rechenumgebung funktionale Einheiten aus, die Applikationen (gegeben beispielsweise durch eine Anzahl von Programmmodulen) zugeordnet werden können und diese ausführen können. Diese funktionalen Einheiten bilden bei der Ausführung der Applikation physikalisch (beispielsweise Computer, Prozessor) und/oder virtuell (beispielsweise Programmmodul) in sich geschlossenes Systeme.
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Computer sind aus mehreren Funktionskomponenten bestehende elektronische Geräte mit Datenverarbeitungseigenschaften. Computer können beispielsweise Clients, Server, Handheld-Computer, Kommunikationsgeräte und andere elektronische Geräte zur Datenverarbeitung sein, die Prozessoren und Speichereinheiten aufweisen können und über Schnittstellen auch zu einem Netzwerk zusammengeschlossen sein können.
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Prozessoren können beispielsweise Wandler, Sensoren zur Erzeugung von Messsignalen oder elektronische Schaltungen sein. Bei einem Prozessor kann es sich um einen Hauptprozessor (engl. Central Processing Unit, CPU), einen Mikroprozessor, einen Mikrocontroller, oder einen digitalen Signalprozessor, möglicherweise in Kombination mit einer Speichereinheit zum Speichern von Programmbefehlen und Daten handeln. Auch kann unter einem Prozessor ein virtualisierter Prozessor oder eine Soft-CPU verstanden werden.
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Speichereinheiten können auf computerlesbaren Speichern in Form von Arbeitsspeichern (engl. Random-Access Memory, RAM) oder Datenspeichern (Festplatte oder Datenträger) ausgeführt sein.
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Programmmodule sind einzelne Software-Funktionseinheiten, die einen erfindungsgemäßen Programmablauf von Verfahrensschritten ermöglichen. Diese Software-Funktionseinheiten können in einem einzigen Computerprogramm
oder in mehreren miteinander kommunizierenden Computerprogrammen verwirklicht sein. Die hierbei realisierten Schnittstellen können softwaretechnisch innerhalb eines einzigen Prozessors umgesetzt sein oder hardwaretechnisch, wenn mehrere Prozessoren zum Einsatz kommen.
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Schnittstellen können hardwaretechnisch, beispielsweise kabelgebunden oder als Funkverbindung, oder softwaretechnisch, beispielsweise als Interaktion zwischen einzelnen Programmmodulen eines oder mehrerer Computerprogramme, realisiert sein und dienen einem Austausch von Daten vorzugsweise in Form von digitalen Datensätzen oder analogen Signalen.
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Zur Vermeidung von Missverständnissen sei an dieser Stelle angemerkt, dass einzelne Anspruchsmerkmale mit kleinen lateinischen Buchstaben durchnummeriert werden, ohne dass dabei Rücksicht auf die Anspruchsnummerierung genommen wird. Dies bedeutet, dass jeder Buchstabe im gesamten Anspruchssatz nur einmal vorkommt, was eine eindeutige Adressierung der betreffenden Anspruchsmerkmale ohne Nennung der Anspruchsnummer ermöglicht. Deswegen kommt der Reihenfolge der Buchstaben jedoch keine Bedeutung zu.
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Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass
in der ersten Recheninstanz eine Abfrageroutine implementiert ist, zu deren Durchführen
- e) die erste Recheninstanz einen simulierten aktualisierten Fahrplan berechnet, für den anstelle der Regelparameter und Abweichungsparameter zumindest zum Teil vorgegebene Testparameter verwendet werden,
- f) danach die zweite Recheninstanz eine Nachricht, die einen den simulierten aktualisierten Fahrplan verwirklichenden, für das Fahrzeug individuellen Sollfahrplan beschreibt, in die fahrzeugseitige Rechenumgebung sendet,
- g) danach die dritte Recheninstanz in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung unter Berücksichtigung des Sollfahrplans ein Fahrprofil erzeugt und eine das Fahrprofil betreffende Nachricht an die streckenseitge Rechenumgebung sendet,
- h) danach die Verfahrensschritte b), c) und d) unter zusätzlicher Berücksichtigung der das Fahrprofil betreffenden Nachricht durchgeführt werden.
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Regelparameter basieren auf dem Regelfahrplan und beschreiben somit die fahrplanmäßig geplanten Zugbewegungen im Streckennetz (beispielsweise Abfahrtszeiten und Ankunftszeiten von Fahrzeugen an Timing Points). Abweichungsparameter beschreiben die Abweichungen von den Regelparametern (beispielsweise eine Verspätungszeit oder Zugausfälle). Testparameter beschreiben unter bestimmten Testbedingungen für den Zugverkehr, vorzugsweise erschwerten Bedingungen. Sie dienen dazu, die Regelparameter derart abzuändern, dass eine Bestimmung von geänderten Parametern eines Fahrprofils für einen geänderten Fahrplan voraussichtlich zumindest erschwert wird. Anders ausgedrückt bleibt weniger Spielraum, um den geänderten Fahrplan bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Sicherheitsanforderungen zu erstellen. Es können sogar Testparameter vorgegeben werden, die die Bestimmung der oben genannten Parameter so weit erschweren, dass die Erstellung eines diese Parameter erfüllenden Fahrprofils unmöglich wird (hierzu im Folgenden noch mehr). Die ATO kann so konfiguriert werden, dass die ATO-OB nur dann eine Nachricht mit einer Prognose an die ATO-TS schickt, wenn die geforderten Zeiten nicht eingehalten werden. D.h. wenn der Zug nichts sendet, geht das TMS davon aus, dass die Zeiten fahrbar sind. Bei der Vorgabe der oben gennannten "unmöglichen" Testparameter wird eine solche Nachricht somit erzwungen.
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Die erfindungsgemäße Lehre besteht darin, dass Rechenressourcen für die Durchführung des Verfahrens auf innovative Weise genutzt werden. Während die streckenseitige Rechenumgebung das TMS umsetzen kann, indem die Funktionalität eines Abgleiches zwischen dem Regelfahrplan und dem Istfahrplan und darauf aufbauend die Erstellung eines aktualisierten Fahrplans unter Berücksichtigung aller im Verkehrsnetz befindlichen Fahrzeuge ausgefüllt wird, kann die fahrzeugseitige Rechenumgebung aktuelle Messwerte berücksichtigen, die in dem Fahrzeug aufgrund der Anforderungen an dessen Funktionalität ohnehin ermittelt werden müssen. Diese Messwerte erlauben auch Rückschlüsse auf limitierende Faktoren für die Umsetzung des für das betreffende Fahrzeug geltenden Sollfahrplans, der aus dem aktualisierten Fahrplan abgeleitet wird.
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In den Fällen, wo der Regelfahrplan modifiziert werden muss und vorhandene Fahrzeitreserven ausgenutzt werden sollen, wird die minimal mögliche Fahrzeit eines Fahrzeugs zu einem interessierenden Timing Point benötigt. Um an dieser Stelle nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu müssen, wird erfindungsgemäß die ATO-Onboard durch einen simulierten (d. h. zum Zwecke der Ermittlung der minimal möglichen Fahrzeit manipulierten/angepassten Sollfahrplan) dazu genutzt, schnell eine genaue Prognose in Form eines Fahrprofils (auch Journey Profile genannt, siehe unten) zu berechnen, ohne größere Auswirkungen auf den Betrieb.
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Bei dem Betrieb der ATO wird auf dem Fahrzeug eine energieoptimierte Trajektorie (hierbei kann es sich um ein Geschwindigkeitsprofil handeln, wobei die Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der verstreichenden Fahrzeit oder dem zurückzulegenden Fahrweg des Fahrzeugs bestimmt ist, im Folgenden allgemein auch als Fahrprofil bezeichnet) berechnet. Diese benötigt ein möglichst genaues Modell des Fahrzeugs und seines Verhaltens (beispielsweise Widerstands-/Antriebskoeffizienten), die außerhalb des Fahrzeugs nur grob geschätzt werden können. Realitätsnahe Modellparameter werden aber üblicherweise während der Fahrt durch die regelungstechnische Beobachtung onboard ermittelt. Sobald diese zur Verfügung stehen, können diese erfindungsgemäß dann auch zur Berechnung einer vergleichsweise genauen und aktuell für das Fahrzeug geltenden Fahrzeit für den simulierten Sollfahrplan verwendet werden. Dazu wird erfindungsgemäß die ATO-OB durch die ATO-TS veranlasst, ein Fahrprofil unter testweise "anspruchsvollen" Bedingungen zu berechnen. Unter "anspruchsvollen" Bedingungen sind Bedingungen zu verstehen, die durch die für die Berechnung des Fahrprofils verwendeten Parameter vorgegeben sind, wobei für die Parameter Werte angenommen werden, die eine Berechnung des Fahrprofils durch die ATO OB erschweren und insbesondere voraussichtlich unter Einhaltung des Istfahrplans unmöglich machen (was bedeutet, dass ein die Vorgaben möglichst weitgehend erfüllendes Fahrprofil berechnet wird). Es handelt sich somit nicht um Parameter, die im Augenblick tatsächlich gelten, sondern um Parameter, die diese "anspruchsvollen" Bedingungen simulieren. Hierbei kann das TMS auf Erfahrungswerte zurückgreifen, die in einer Speichereinheit einer geeigneten Rechenumgebung abgespeichert sind, oder die für den betreffenden Streckenabschnitt üblicherweise geltenden Fahrzeiten (selbst berechnet als Istfahrplan oder laut Regelfahrplan) zur Erzeugung der Testparameter verringern, beispielsweise halbieren.
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Eine erfolgreiche Berechnung eines Fahrprofils bei den genannten "anspruchsvollen Bedingungen" gilt als Bestätigung, dass der Solver und die ATO-TS auf jeden Fall Parametersätze umsetzen können, welche insgesamt ein weniger kritisches Szenario abbilden (bei erschwerten, jedoch nicht unmöglichen Vorgaben). Wenn ein die Vorgaben erfüllendes Fahrprofil nicht erfolgreich berechnet werden kann (bei unmöglichen Vorgaben), wird die ATO-OB allerdings ein Fahrprofil berechnen, was zur Erreichung des mindesten einen Timing Points mit der kürzesten, unter den gegebenen Bedingungen möglichen Fahrzeit führt. Dies gilt als Obergrenze des unter den aktuellen Bedingungen Machbaren. Die Timing Points werden durch die ATO-OB entsprechend angepasst und in der das Fahrprofil betreffenden Nachricht an die Streckenseitige Rechenumgebung, insbesondere das TMS, zurückgemeldet. Daher kann bei der Berechnung des aktualisierten Fahrplans berücksichtigt werden, welche Grenzen für das betroffene Fahrzeug aktuell gelten.
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Das als Test unter den "anspruchsvollen" Bedingungen berechnete Fahrprofil wird allerdings durch die ATO-OB erfindungsgemäß nicht für längere Zeit verwendet, weil es lediglich zur Bestätigung der fahrzeugseitig verfügbaren Reserven berechnet wurde. Es wird abgelöst, indem ein realistisches Szenario für den aktuellen Fahrplan durch den Solver zugrundegelegt und ein daraus berechneter Sollfahrplan an die ATO-OB gesendet wird. Dieser berechnet dadurch sofort einen neues Fahrprofil, welches die tatsächlichen Erfordernisse für den aktualisierten Fahrplan erfüllt.
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Der Vorteil der Einbeziehung der ATO-OB liegt darin, dass diese die augenblicklich geltenden realen Bedingungen für das betreffende Fahrzeug berücksichtigen kann und somit weniger kritische Szenarien mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als Fahrprofil umgesetzt werden können. Anschließend kann der Solver bei erforderlichen Fahrplanänderungen Parametersätze auswählen, die die real vorliegenden Fahrplankonflikte möglichst optimal lösen und durch die ATO-OB zur Berechnung tatsächlich verwendeter Fahrprofile mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich verwendet werden können. Die hierzu erforderlichen Fahrzeitreserven können wegen der besseren Ausnutzung der Streckenkapazitäten gering gewählt werden oder sogar ganz entfallen, wodurch das Verfahren effizienter angewendet werden kann.
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Die ATO-OB und die ATO-TS können durch eine sog. SS126-Schnittstelle verbunden sein (benannt nach UNISIG Standard für ATO over ETCS Subset 126). Die SS126-Schnittstelle beinhaltet einen Rückkanal, in dem die ATO-OB als Antwort auf den Sollfahrplan eine Vorhersage zu den Timing Points, kurz TP, zurücksendet. Als Timing Points werden Orte in dem Streckenprofil bezeichnet, für die eine bestimmter Zeitpunkt spezifiziert ist, zu dem sich das Fahrzeug an dem betreffenden Ort befindet. Der Zeitpunkt kann eine Ankunftszeit (arrival time) oder eine Abfahrtszeit (departure time) sein, dann handelt es sich um einen sogenannten Stopping Point, oder ein Zeitpunkt der Vorbeifahrt (passing time), dann handelt es sich um einen sogenannten Passing Point. Diese Begrifflichkeiten stehen im Einklang mit dem UNISIG Standard für ATO over ETCS, beispielsweise Subset-125.
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Die SS126-Schnittstelle sieht zwar vor, dass die ATO-OB eine Prognose berechnen und an die ATO-TS übertragen kann, aber die Nutzung der ATO-OB seitens des TMS als eine genaue Fahrzeitberechnung vor der Erstellung eines neuen Sollfahrplans für das Fahrzeug ist bisher nicht umgesetzt. Aktuell wird diese Information standardkonform nur (nachträglich) als Rückfallebene eingesetzt, falls das TMS einen nicht realisierbaren Sollfahrplan an das Fahrzeug übergibt. Mit anderen Worten ist es nicht bekannt, während des Betriebs Fahrplansituationen zu simulieren, um die schnellsten tatsächlich fahrbaren Fahrprofile zu ermitteln.
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Beschrieben wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung eine streckenseitige Rechenumgebung eines spurgeführten Verkehrsnetzes, aufweisend mindestens einen Computer. Gemäß diesem Aspekt ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die streckenseitige Rechenumgebung eingerichtet ist, ein Verfahren wie vorstehend beschrieben mit auszuführen, daran also zumindest beteiligt zu sein.
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Beschrieben wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ein spurgeführtes Fahrzeug mit einer fahrzeugseitigen Rechenumgebung, aufweisend mindestens einen Computer. Gemäß diesem Aspekt ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die fahrzeugseitige Rechenumgebung eingerichtet ist, ein Verfahren wie vorstehend beschrieben mit auszuführen, daran also zumindest beteiligt zu sein. Die mit diesen Aspekten der Erfindung verbundenen Vorteile sind vorstehend bereits erläutert worden, wobei auf diese Vorteile verwiesen wird.
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Beschrieben wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ein Computerprogrammprodukt, enthaltend Programmbefehle, die gemeinsam durch eine streckenseitige Rechenumgebung eines spurgebundenen Verkehrsnetzes und eine fahrzeugseitige Rechenumgebung eines in dem Verkehrsnetz betriebenen spurgeführten Fahrzeugs ausführbar sind. Gemäß diesem Aspekt ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Verfahren wie vorstehend beschrieben ausgeführt wird.
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Gemäß der Erfindung wird somit ein Programmmodule enthaltendes Computerprogrammprodukt mit Programmbefehlen beschrieben, wobei die Programmmodule in derselben Recheninstanz oder mehreren Recheninstanzen der beiden Rechenumgebungen laufen können. Mittels des Computerprogrammproduktes, das ein Computerprogramm oder mehrere Computerprogramme umfassen kann, sind jeweils das erfindungsgemäße Verfahren und/oder dessen Ausführungsbeispiele ausführbar und mit der Ausführung werden die vorstehend beschriebenen Vorteile erreicht.
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Beschrieben wird gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ein computerlesbares Speichermedium, enthaltend Daten, welche als Datensätze vom Speichermedium gespeichert werden. Gemäß diesem Aspekt ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Datensätze das vorstehend beschriebene Computerprogrammprodukt nach dem letzten voranstehenden Anspruch ausführbar machen.
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Darüber hinaus wird somit eine Bereitstellungsvorrichtung zum Speichern und/oder Bereitstellen des Computerprogramms in Form eines computerlesbaren Speichermediums beschrieben. Die Bereitstellungsvorrichtung ist beispielsweise eine Speichereinheit, die das Computerprogramm speichert und zum Abruf bereitstellt. Alternativ oder zusätzlich ist die Bereitstellungsvorrichtung ein Netzwerkdienst, ein Computersystem, ein Serversystem, insbesondere ein verteiltes, beispielsweise cloudbasiertes Computersystem oder virtuelles Rechnersystem, welches das Computerprogramm auf einem computerlesbaren Speichermedium speichert und vorzugsweise in Form eines Datenstroms bereitstellt.
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Die Bereitstellung erfolgt in Form von Programmmodule beschreibenden Programmdatensätzen als Datei, insbesondere als Downloaddatei, oder als Datenstrom, insbesondere als Downloaddatenstrom, des Computerprogrammproduktes. Das Computerprogrammprodukt wird beispielsweise unter Verwendung der Bereitstellungsvorrichtung in eine Rechenumgebung übertragen, sodass das erfindungsgemäße Verfahren in einer Recheninstanz oder mehreren Recheninstanzen dieser Rechenumgebung zur Ausführung gebracht werden kann.
Ausgestaltungen der Erfindung
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Weiterbildungen der Erfindung beschreibende Varianten werden nachfolgend ohne Beschränkung des grundlegenden Gedankens der Erfindung erläutert.
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Gemäß einer Variante sind die oben erklärten Aspekte der Erfindung dadurch bestimmt, dass ein erster Testparameter aus einer Fahrzeit besteht, die das Fahrzeug für die Bewältigung einer vorgegebenen Strecke als zweiten Testparameter oder bis zum Erreichen eines Timing Points als dritten Testparameter oder Regelparameter oder Abweichungsparameter benötigen darf.
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Ein Vorteil dieser Variante besteht darin, dass durch Vorgabe einer fiktiven Fahrzeit für eine bestimmte Strecke bzw. durch Vorgabe eines fiktiven Zeitpunktes zur Erreichung eines Timing Points zur Simulation die Reaktion des Fahrzeugs sozusagen getestet werden kann. So kann geprüft werden, ob der testweise erstellte Sollfahrplan zu anspruchsvoll für die real im betreffenden Fahrzeug existierenden Bedingungen ist. In diesem Fall ist die Erstellung eines den Sollfahrplan erfüllenden Fahrprofils nämlich nicht möglich. So gelingt es, zu überprüfen, ob die Zeitreserven für die Erstellung des zunächst simulierten Sollfahrplans ausreichend sind. Lässt sich der simulierte Sollfahrplan umsetzen, gilt folgendes: Wird anschließend der reale Sollfahrplan erzeugt, lässt sich dieser voraussichtlich in eine Fahrprofil umsetzen, wenn die Vorgaben weniger kritisch sind, als die des simulierten Sollfahrplans. Lässt sich der simulierte Sollfahrplan nicht umsetzen, gilt folgendes: Es muss ein weniger anspruchsvoller Sollfahrplan simuliert werden, um zu prüfen, ob sich dieser Sollfahrplan umsetzen lässt. Konkret bedeutet dies, dass eine kürzere Strecke oder ein späterer Zeitpunkt des Erreichens des Timing Points in dem simulierten Sollfahrplan vorgesehen wird.
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Das TMS übergibt "probeweise" vor der Abfahrt oder auch während der Fahrt beispielsweise ein lange dauerndes Fahrprofil (>30 Minuten) mit sehr kurzen geforderten Fahrzeiten. Die ATO-OB reagiert mit der Prognose für alle übertragenen Timing Points. Sobald die Prognose empfangen wurde, wird die ATO-TS neue realistische "fahrplanmäßige" Fahrprofile senden. Damit bekommt das TMS, insbesondere dessen Solver, zur Berechnung der realistischen Fahrprofile eine sehr genaue Fahrzeitrechnung ohne Annahmen zu dynamischen Parametern. Auf dieser Grundlage kann der optimale aktualisierte Fahrplan berechnet werden und an die ATO-OB der von Fahplankonflikten betroffenen Fahrzeuge gesendet werden.
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Gemäß einer Variante sind die oben erklärten Aspekte der Erfindung dadurch bestimmt, dass ein vierter Testparameter aus einem Istfahrplan mit alternativer Streckenführung ist.
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Ein Vorteil dieser Variante besteht darin, dass mit der Simulation auch eine alternative Streckenführung für ein bestimmtes Fahrzeug überprüft werden kann. Der Vorteil ist, dass auch die minimalen Fahrzeiten für eine alternative Streckenführung bestimmt werden können. Dies erhöht die Freiheitsgrade des Solvers beim Optimieren des Fahrplans. Eine andere Streckenführung liegt vor, wenn das betreffende Fahrzeug in dem Verkehrsnetz umgeleitet wird, d. h. eine von der ursprünglichen Route abweichende Route vorgeschrieben bekommt. Dies kann beispielsweise bei einer Streckensperrung erforderlich werden, oder, wenn die ursprünglich geplante Route aufgrund von Verspätungen von vorausfahrenden Fahrzeugen temporär blockiert ist. Lässt sich der simulierte Sollfahrplan umsetzen, gilt folgendes: Die alternative Streckenführung kann ausgewählt werden, um das betreffende Fahrzeug in kürzerer Zeit an sein Ziel (Timing Point) zu bringen. Allerdings werden hierbei die Fahrzeitreserven nicht vollständig ausgeschöpft. Lässt sich der simulierte Sollfahrplan nicht umsetzen gilt folgendes: Es wird seitens der ATO-OB ein Fahrprofil berechnet, welches die kürzest mögliche unter den gegebenen Bedingungen erfüllbar Fahrzeit enthält (auch als minimale technische Fahrzeit bezeichnet) und bei der endgültigen Berechnung des alternativen Fahrplans durch das TMS berücksichtigt werden kann.
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Bei Konfliktlösungen gibt es Fälle, in denen minimale technische Fahrzeiten benötigt werden, um bestimmte Szenarien zu berechnen. Die ATO-OB sendet eine Antwort normalerweise innerhalb von 3 - 5 Sekunden. Falls der Zug dabei steht, kann seine Stehzeit für die Fahrzeit-Ermittlung genutzt werden ohne "Nebenwirkungen", dass das in der Testprozedur erzeugte Fahrprofil durch die ATO-OB umgesetzt wird, obwohl es nicht das reale Problem löst. Falls der Zug fährt, würde der Zug die 3 - 5 Sekunden nach dem Erhalt des im Rahmen der Testprozedur erzeugten Fahrprofils zum Beispiel maximal beschleunigen (falls die V-Max noch nicht erreicht ist) und dabei zusätzliche Energie verbrauchen. Dieser Energieverbrauch wird aber anschließend durch das optimierte "echte" Fahrprofil mehr als kompensiert. Wenn der Zug mit anderen Zügen in Konflikt steht, muss er sowieso möglichst schnell fahren. D.h. in den meisten Fällen würde er ein schnelleres neues Fahrprofil bekommen und die Abwicklung des "falschen" Fahrplans hätte damit kaum Auswirkungen auf den Energieverbrauch.
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Gemäß einer Variante sind die oben erklärten Aspekte der Erfindung dadurch bestimmt, dass
- i) die zweite Recheninstanz (RI2) die Nachricht nach dem oben genannten Merkmal c), die den vorher geltenden Sollfahrplan betrifft, versendet, sobald diese die Nachricht gemäß Merkmal g) empfängt,
- j) danach die dritte Recheninstanz (RI3) eine Umsetzung des nach dem oben genannten Merkmal g) von Anspruch 1 erzeugte Fahrprofils (FP) beendet, sobald diese unter Berücksichtigung des vorher geltenden Sollfahrplans (FPS) ein Fahrprofil (FP) erzeugt hat und mit der Umsetzung dieses Fahrprofils beginnt,
- k) danach die dritte Recheninstanz (RI3) eine Umsetzung dem oben genannten Merkmal j) erzeugte Fahrprofils (FP) beendet, sobald diese gemäß dem oben genannten Merkmal h) ein Fahrprofil (FP) erzeugt hat und mit der Umsetzung dieses Fahrprofils beginnt.
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Ein Vorteil dieser Variante besteht darin, dass verhindert werden kann, dass das Fahrzeug aufgrund eines testweise erzeugten "falschen" Fahrprofils lange gesteuert wird. Als "falsches" Fahrprofil wird ein Fahrprofil verstanden, welches aufgrund eines simulierten Sollfahrplans erstellt wurde und daher nur zu Testzwecken. Dies könnte beispielsweise bedeuten, dass das Fahrzeug zur Einhaltung des simulierten Sollfahrplans stark beschleunigen muss, was in der Realität gar nicht erforderlich ist. Um zu verhindern, dass das Fahrzeug zu lange auf das "falsche" Fahrprofil reagiert, wird zwischenzeitig mit dem "alten" Fahrprofil gefahren.
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Diese Variante der Erfindung kann man mit anderen Worten folgendermaßen zusammenfassen. Während der Fahrt verfügt die dritte Recheninstanz über ein Fahrprofil. Wenn die Abfrageroutine beginnt, bekommt die dritte Recheninstanz Daten bezüglich des testweise berechneten Sollfahrplans und erzeugt ein Fahrprofil, welches lediglich zur Evaluierung der technischen Reserven zur Realisierung kürzerer Fahrzeiten dienen soll (oben bereits erklärt). Damit dieses "falsche" Fahrprofil so kurz wie möglich umgesetzt wird, sendet die zweite Recheninstanz nach Empfang der diesbezüglichen Nachricht sofort eine Nachricht mit dem noch verfügbaren, vormals geltenden Sollfahrplan, der dadurch in der dritten Recheninstanz sofort wieder in ein realistisches, nämlich das "alte" Fahrprofil umgesetzt wird. Die Berücksichtigung des testweise erzeugten Fahrprofils durch das TMS beansprucht Rechenzeiten im Sekundenbereich, die dadurch überbrückt werden. Sobald jedoch ein neuer, nun realistischer Sollfahrplan zur Verfügung steht, wird dieser durch die ATO-TS an die ATO-OB gesendet, und das Fahrprofil wird wieder neu berechnet. Diese letzte Berechnung setzt dann den durch das TMS endgültig berechneten aktualisierten Fahrplan um. Sollten weitere Fahrplanänderungen erforderlich sein, startet das Verfahren von neuem.
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Damit reagiert das Fahrzeug adäquat auf den realistischen Sollfahrplan durch Berechnung eines realistischen Fahrprofils. Selbst, wenn auch dieser erst zeitverzögert zum Einsatz kommt, steht normalerweise immer noch genug Zeit für die Umsetzung des korrigierten ("richtigen") Fahrprofils zur Verfügung. Als Zeitverzögerung kann beispielsweise ein Zeitraum von 5 Sekunden festgelegt werden. Dieser wird für die meisten Fälle ausreichend sein. Sollte die Berechnung des korrigierten Farbprofils einmal länger dauern, stellt dies kein Sicherheitsrisiko dar. Der Zug könnte höchstens in nicht energieoptimierter Weise kurzzeitig "falsch" auf die reale Situation reagieren, da das zum Einsatz kommende simulierte Fahrprofil nicht dem Betriebsoptimum entspricht.
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Gemäß einer Variante sind die oben erklärten Aspekte der Erfindung dadurch bestimmt, dass gemäß Merkmal e) von Anspruch 1 vorgegebene Testparameter verwendet werden, deren Umsetzung bei der Erzeugung des Fahrprofils gemäß Merkmal g) von Anspruch 1 voraussichtlich nicht möglich sein wird.
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Die Testparameter geben die Voraussetzungen vor, innerhalb derer ein Fahrprofil derart simuliert werden soll, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind. Beispielsweise kann eine Fahrzeit vorgegeben werden, innerhalb derer ein real existierender Timing Point zu erreichen ist. Wird diese Fahrzeit absichtlich so vorgegeben, dass sich mit Blick auf die Gegebenheiten wie zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke oder maximales Beschleunigungsvermögen sowie zulässige Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs ein Erreichen des Timing Points in dieser Fahrzeit nicht verwirklichen lässt, so ist die ATO-OB gezwungen, ein Fahrprofil zu berechnen, was den kleinstmöglichen Zeitverlust mit Bezug auf die geforderte Fahrzeit bewirkt. Diese Funktionalität der ATO-OB ist an sich bekannt und erfordert an dieser Stelle keine weitere Erläuterung. Der erfindungsgemäße Effekt liegt darin, dass die Rückmeldung des simulierten Fahrprofils somit einen direkten Rückschluss darauf zulässt, welche minimale Fahrzeit sich bei den gegebenen Umständen, die auf dem Fahrzeug beispielsweise durch Sensoren ermittelt werden kann, verwirklichen lässt. Diese wird anschließend durch das TMS bei der Berechnung des aktualisierten ist Fahrplans dadurch berücksichtigen, dass für das betreffende Fahrzeug ein Timing Point vorgegeben wird, der eine Fahrzeit nicht unterhalb dieser minimalen Fahrzeit erfordert.
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Gemäß einer Variante sind die oben erklärten Aspekte der Erfindung dadurch bestimmt, dass
- i) eine vierte Recheninstanz in der streckenseitigen Rechenumgebung unter Berücksichtigung eines vorgegebenen Sicherheitslevels streckenseitige Steuerbefehle für den Zugbetrieb erzeugt,
- j) eine fünfte Recheninstanz in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung unter Berücksichtigung des vorgegebenen Sicherheitslevels fahrzeugseitige Steuerbefehle für den Zugbetrieb erzeugt,
- wobei die Umsetzung des Fahrprofils durch die Steuerbefehle der vierten Recheninstanz und/oder der fünften Recheninstanz außer Kraft gesetzt werden, wenn die Umsetzung des Fahrprofils durch Steuerbefehle der dritten Recheninstanz zu einer Verletzung des vorgegebenen Sicherheitslevels führen würde oder durch die verfügbare Antriebsleistung oder Bremsleistung nicht gewährleistet werden könnte. Hierdurch werden die erforderlichen Sicherheitslevel immer gewährleistet, indem Steuerbefehle der ATC immer Vorrang vor denjenigen der ATO haben.
Exemplarische Ausführungsbeispiele der Zeichnung
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Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben. Gleiche oder sich entsprechende Zeichnungselemente sind in den einzelnen Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen und werden nur insoweit mehrfach erläutert, wie sich Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren ergeben.
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Bei den im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispielen handelt es sich um bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung. Bei den Ausführungsbeispielen stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsformen jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Varianten der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren sind die beschriebenen Komponenten auch mit den vorstehend beschriebenen Varianten der Erfindung kombinierbar.
- Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtungen mit ihren Wirkzusammenhängen zwischen den zum Einsatz kommenden Funktionskomponenten schematisch.
- Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Rechenumgebung für die Vorrichtung gemäß Figur 1 als Blockschaltbild der einzelnen Funktionskomponenten und der zwischen diesen ausgebildeten Schnittstellen, wobei einzelne Recheninstanzen Programmmodule ausführen, die jeweils in einem oder mehreren der beispielhaft dargestellten Computer ablaufen können und wobei die gezeigten Schnittstellen demgemäß softwaretechnisch in einem Computer oder hardwaretechnisch zwischen verschiedenen Computern ausgeführt sein können.
- Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung des Zusammenwirkens von Programmmodulen bzw. Recheninstanzen jeweils in der streckenseitigen Rechenumgebung und der fahrzeugseitigen Rechenumgebung, wobei die Fahrpläne und das Fahrprofil berechnet bzw. modifiziert werden.
- Figur 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens als Flussdiagramm, wobei die gezeigten Verfahrensschritte einzeln oder in Gruppen durch Programmmodule verwirklicht sein können und wobei die Recheninstanzen und Schnittstellen gemäß Figur 2 beispielhaft angedeutet sind.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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Die Figur 1 zeigt eine exemplarisch dargestellte Umgebung, in der ein Zugbetrieb gesteuert werden und erfolgen kann. Ein Streckennetz ist exemplarisch durch ein Gleis GL dargestellt, auf dem sich ein Fahrzeug FZ befindet. Am Gleis GL sind im Folgenden noch näher erläuterte Streckenelemente STE vorgesehen, die eine streckenseitige Infrastruktur bilden. Das Fahrzeug FZ bildet exemplarisch jeweils eine fahrzeugseitige Einheit (weitere nicht dargestellte Fahrzeuge FZ würden andere fahrzeugseitige Einheiten bilden) und ein Stellwerk STW und eine Leitzentrale LZ jeweils eine streckenseitige Einheit. Mit Blick auf den Ablauf des Verfahrens, der rechnergestützt abläuft, werden diese Einheiten auch als fahrzeugseitige Rechenumgebung RUOB und Streckenseitige Rechenumgebung RUTS bezeichnet.
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Eine Rechenumgebung, in der das erfindungsgemäße Verfahren abläuft, kann einer gemeinsamen Betrachtung von Figur 1 und Figur 2 entnommen werden. Die zum Einsatz kommenden Recheninstanzen und Funktionskomponenten interagieren durch Schnittstellen miteinander. Durch eine erste Schnittstelle S1 sind das Fahrzeug FZ und das Stellwerk STW über Antennen AT miteinander verbunden. Durch eine zweite Schnittstelle S2 sind die Leitzentrale LZ und das Fahrzeug FZ über Antennen AT miteinander verbunden. Durch eine dritte Schnittstelle S3 sind das Fahrzeug FZ und ein Satellit zwecks Ortung mittels eines GNSS (d. h. global navigation satellite system, z. B. GPS) miteinander verbunden. Durch eine vierte Schnittstelle S4 sind die Leitzentrale LZ und das Stellwerk STW miteinander verbunden. Mit anderen Worten sind die Leitzentrale LZ, das Stellwerk STW und das Fahrzeug FZ über Luftschnittstellen miteinander vernetzt und das Fahrzeug FZ kann sich mittels Satellitenunterstützung orten.
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Das Stellwerk STW weist überdies Verbindungen zu diversen Streckenelementen STE auf, um eine Steuerung der streckenseitigen Infrastruktur durchführen zu können. Dies wird exemplarisch durch die folgenden Komponenten angedeutet (reale streckenseitige Infrastrukturen weisen selbstverständlich weitaus mehr Streckenelemente STE und auch zusätzlich andere Streckenelemente STE auf). Durch eine fünfte Schnittstelle S5 sind das Stellwerk STW und ein Achszähler AZ miteinander verbunden. Durch eine sechste Schnittstelle S6 sind das Stellwerk STW und eine Balise BL miteinander verbunden. Durch eine siebente Schnittstelle S7 sind das Stellwerk STW und ein Controller CTL mit einem nicht dargestellten Prozessor eines Lichtsignals SG miteinander verbunden. Durch eine achte Schnittstelle S8 sind das Stellwerk STW und ein Weichenantrieb WA mit einem nicht dargestellten Prozessor für eine Weiche W miteinander verbunden.
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Gemäß Figur 2 sind die jeweils Recheninstanzen bildenden Computer näher dargestellt. Das Fahrzeug FZ, die Leitzentrale LZ, das Stellwerk STW und ein Streckenelement STE, welches beispielsweise der Achszähler AZ, die Balise BL, der Controller CTL oder der Weichenantrieb WA gemäß Figur 1 oder auch ein anderes Streckenelement STE sein kann, sind in Figur 2 jeweils schematisch als Kasten dargestellt, die jeweils mindestens einen Computer enthalten. Selbstverständlich können die Aufgaben in den einzelnen Einheiten auch jeweils durch mehrere interagierende Computer bearbeitet werden. Bei einem ersten Computer CP1 ist ein erster Prozessor PR1 mit einer ersten Speichereinheit SE1 durch eine elfte Schnittstelle S11 verbunden. Überdies ist exemplarisch ein Sensor SN (zum Beispiel ein Tachometer) in dem Fahrzeug FZ dargestellt, der über eine zehnte Schnittstelle S10 mit dem ersten Prozessor PR1 verbunden ist. In gleicher Weise können weitere nicht dargestellte Sensoren zum Einsatz kommen. Bei einem zweiten Computer CP2 ist ein zweiter Prozessor PR2 mit einer zweiten Speichereinheit SE2 durch eine zwölfte Schnittstelle S12 verbunden. Bei einem dritten Computer CP3 ist ein dritter Prozessor PR3 mit einer dritten Speichereinheit SE3 durch eine 13. Schnittstelle S13 verbunden. Bei einem vierten Computer CP4 ist ein vierter Prozessor PR4 mit einer vierten Speichereinheit SE4 durch eine 14. Schnittstelle S14 verbunden. Ist im Rahmen dieser Erfindungsbeschreibung nur von Computern, Prozessoren, Speichereinheiten oder Schnittstellen die Rede, beziehen sich die Angaben allgemein auf alle der vorstehend im Einzelnen benannten Computer, Prozessoren, Speichereinheiten und weiteren Funktionskomponenten, die verbunden durch die Schnittstellen zur Bildung der Rechenumgebungen beitragen.
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In Figur 3 ist das Zusammenwirken einzelner Komponenten eines Zugleitsystems TMS unter Berücksichtigung der geltenden Fahrpläne und Fahrprofile FP dargestellt. Unterschieden wird, wie bereits erläutert, zwischen der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS und der fahrzeugseitigen Rechenumgebung RUOB. Zum Einsatz kommt in einer ersten Recheninstanz RI1 ein Solver SOV, der als Rechenprogramm eine Optimierung von Fahrplänen durchführt. Dieser hat Zugriff auf den Regelfahrplan FPR, der für das Verkehrsnetz gilt, in dem das Fahrzeug FZ, dessen fahrezeugseitige Rechenumgebung dargestellt ist, im Einsatz ist. Außerdem stehen dem Solver SOV Daten über den Istfahrplan FPI zur Verfügung, der den tatsächlichen Ablauf im Verkehrsnetz beschreibt und beispielsweise aufgrund von Verspätungen oder anderen Störungen von dem Regelfahrplan FPR abweicht.
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Der Solver SOV in einer ersten Recheninstanz RI1 kann basierend auf eine Analyse der Abweichungen zwischen dem Regelfahrplan FPR und dem Istfahrplan FPI einen aktualisierten Fahrplan FPA berechnen, der zumindest auf Konflikte reagiert, die sich durch die festgestellten Abweichungen ergeben. Gleichzeitig wird sogar angestrebt, die Störungen zu kompensieren und den aktualisierten Fahrplan FPA möglichst weit wieder an den Regelfahrplan FPR anzunähern.
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Außerdem kann der Solver SOV aus modellhaften Fahrplandaten, die in einer geeigneten, z. B. der ersten Speichereinheit SE1 zur Verfügung gestellt werden, einen simulierten aktualisierten Fahrplan SFPA berechnen, wobei die modellhaften Fahrplandaten gezielt so ausgewählt werden, dass diese eine "anspruchsvolle" Fahrplansituation simulieren. Beispielsweise können zur Korrektur sehr kurze zur Verfügung stehende Fahrzeiten bis zum nächsten Timing Point für das Fahrzeug FZ gewählt werden, welche sich voraussichtlich nicht realisieren lassen.
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Eine zweite Recheninstanz RI2 setzt die ATO-TS um. Hier wird streckenseitig unter Interagieren mit einer dritten Recheninstanz RI3 im Fahrzeug FZ, die die ATO-OB umsetzt, ein Fahrprofil FP umgesetzt. Im Beispiel gemäß Figur 3 erfolgt die Übermittlung des Sollfahrplans FPS durch die ATO-TS und die Erzeugung des Fahrprofils FP in der ATO-OB. Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 gibt die dritte Recheninstanz RI3 das Fahrprofil FP auch an die zweite Recheninstanz RI2 zurück.
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Als vierte Recheninstanz RI4 kommt die ATC-TS und als fünfte Recheninstanz RI5 die ATC-OB zum Einsatz. Im Zusammenspiel der vierten Recheninstanz RI4 mit der fünften Recheninstanz RI5 erfolgt eine sicherheitsrelevante Steuerung des Fahrzeugs FZ im Streckennetz. Dabei überprüft die fünfte Recheninstanz RI5 auch die Steuervorgaben der dritten Recheninstanz R13. Sobald sich eine Verletzung der Sicherheitsvorgaben ergibt, greift die fünfte Recheninstanz RI5 ein, wobei die Steuerfunktionen der fünften Recheninstanz RI5 vor denjenigen der dritten Recheninstanz RI3 Vorrang haben.
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Im Folgenden soll das erfindungsgemäße Verfahren beispielhaft, wie im Flussdiagramm gemäß Figur 4 dargestellt, schrittweise erläutert werden. Rechnergestützte Schritte erfolgen in den nicht näher dargestellten Prozessoren. Das Auslesen und Speichern von Daten in die Speichereinheiten ist beispielhaft dargestellt. Soweit hierbei die Schnittstellen gemäß Figur 1 und 2 genutzt werden, sind diese auch in Figur 4 gekennzeichnet.
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In einem ersten Schritt 1 erfolgt der Start des Verfahrens sowohl in der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS als auch in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung RUOB (kurz: START).
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In einem zweiten Schritt 2 erfolgt eine Abfrage, ob der Istfahrplan FPI dem Regelfahrplan FPR noch entspricht (kurz: FPR=FPI?). Dies ist so lange der Fall, wie der Zugverkehr ungestört abläuft. Dies bedeutet, dass keine Verspätungen oder Zugausfälle auftreten. Andernfalls weicht der Istfahrplan FPI vom Sollfahrplan FPS ab. Wenn noch keine Abweichungen festgestellt werden können, wird die genannte Abfrage rekursiv wiederholt. Wird jedoch eine Abweichung festgestellt, geht es mit dem dritten Schritt 3 weiter.
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Es ist vorteilhaft (nicht dargestellt) wenn durch das TMS eine Analyse erfolgt, welche Fahrzeuge von einer Störung des Regelfahrplans betroffen sind. Dies sind kritische Fahrzeuge. Es handelt sich zunächst Züge, die beispielsweise aufgrund von Verspätungen in Konflikt mit dem Fahrplan geraten. Weiterhin können kritische Fahrzeuge ermittelt werden, für die Folgekonflikte absehbar sind, weil deren Regelfahrplan aufgrund der bereits verspäteten Züge beeinträchtigt wird. Für die ermittelten kritischen Züge wird der folgende dritte Schritt 3 durchgeführt.
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In einem dritten Schritt 3 erfolgt die Simulation eines aktualisierten Fahrplans FPA (kurz: SFPA). Hierbei werden bestimmte Vorgaben berücksichtigt, die beispielsweise in einer Datenbank abgespeichert sein können und insbesondere potenziell kritische Fahrplansituationen enthalten. Auf diese Weise wird das Zugleitsystem TMS sozusagen eine Überlappung des Fahrplans simuliert, dass nämlich das Fahrzeug FZ unter den gegebenen Bedingungen auf eine kritische Fahrplansituation nicht mehr adäquat reagieren kann (in der Erwartung, dass die reale Fahrplansituation weniger kritisch ist).
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In einem vierten Schritt 4 erfolgt die fahrzeugindividuelle Erstellung eines Sollfahrplans (kurz: FPS). Dieser Sollfahrplan FPS gilt für das betreffende Fahrzeug FZ und wird über die zweite Schnittstelle S2 an den Computer des Fahrzeugs FZ übertragen.
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In einem fünften Schritt 5 erfolgt im Fahrzeug FZ die Erstellung eines Fahrprofils, d. h. Geschwindigkeitsverlauf über die noch zurückliegende Wegstrecke oder die noch verbleibende Fahrzeit bis mindestens zum nächsten Timing Point (kurz: FP). Bei der Erstellung des Fahrprofils FP werden in nicht dargestellter Weise sensorische Messwerte, die im Fahrzeug FZ erzeugt wurden, berücksichtigt. Wenn die Erzeugung eines Fahrprofils FP abgeschlossen ist, geht es in dem Fahrzeug FZ (genauer in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung RUOB) weiter mit dem achten Schritt 8. In der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS geht es weiter mit dem siebenten Schritt 7.
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In einem siebenten Schritt 7 erfolgt die Erstellung des eigentlichen aktualisierten Fahrplans FPA (kurz: FPA). Dieser kann nun unter Berücksichtigung des Ergebnisses des simulierten aktualisierten Fahrplans SFPA erzeugt werden. Dies bedeutet, dass innerhalb der Möglichkeiten, die durch die erfolgreiche Erzeugung des simulierten Fahrprofils FP auf Grundlage des simulierten aktualisierten Fahrplans SFPA ausgelotet wurden, der eigentliche aktualisierte Fahrplan FPA erzeugt werden kann und damit unter sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch das Fahrzeug FZ auch umgesetzt werden können wird.
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In einem achten Schritt 8 erfolgt eventuell bereits die Umsetzung des für das Fahrzeug FZ gerade geltenden Fahrplans (kurz: EXE-FP). Dies hängt damit zusammen, dass die fahrzeugseitige Rechenumgebung RUOB nicht zwischen simulierten aktualisierten Fahrplänen SFPA und den eigentlichen aktualisierten Fahrplänen FPA unterscheiden kann.
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In einem neunten Schritt 9 erfolgt in der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS die Erzeugung eines neuen Sollfahrplans FPS für das Fahrzeug FZ, basierend auf dem aktualisierten Fahrplan FPA (kurz: FPA). Dieser Sollfahrplan FPS wird nun an die fahrzeugseitige Rechenumgebung RUOB übertragen, um darauf basierend ein neues Fahrprofil FP zu erzeugen. In einem zehnten Schritt 10 erfolgt die Erzeugung dieses Fahrprofils FP (kurz: FP). Dieses Fahrprofil FP ersetzt nun das geltende Fahrprofil FP, welches noch auf dem simulierten Fahrplan beruhte.
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In einem elften Schritt 11 erfolgt nun die Umsetzung des im letzten Schritt berechneten Fahrprofils FP (kurz: EXE-FP). Hierbei handelt es sich um jenes Fahrprofil FP, mit dem der aktualisierte Fahrplan FPA eingehalten werden kann.
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In einem zwölften Schritt 12 erfolgt während der Abarbeitung des Fahrprofils FP wiederholt die Abfrage, ob ein das Fahrprofil FP vollständig abgearbeitet wurde (kurz: NW-EXE?). Ist dies nicht der Fall, wird mit der Umsetzung des bestehenden Fahrprofils FP (elfter Schritt 11) fortgefahren. Ist dies jedoch der Fall geht es weiter mit dem 13. Schritt 13.
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In einem 13. Schritt 13 erfolgt eine Abfrage, ob das Verfahren in der fahrzeugseitigen Rechenumgebung RUOB gestoppt werden soll, beispielsweise wegen Betriebsende (kurz: STP?). Wenn dies nicht der Fall ist, wird in der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS ein neues Fahrprofil FP angefragt. Anders gesagt wird der siebente Schritt 7 wiederholt. Es wird nach Aktualisierung des Fahrplans im neunten Schritt 9 ein neuer Sollfahrplan FPS für das betreffende Fahrzeug FZ erzeugt.
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In einem 14. Schritt 14 erfolgt parallel zum 13. Schritt 13 eine Abfrage, ob das Verfahren in der streckenseitigen Rechenumgebung RUTS gestoppt werden soll (kurz: STP?). Ist dies der Fall, wird das Verfahren gestoppt. Ist dies jedoch nicht der Fall erfolgt eine Rekursion zum zweiten Schritt 2, um sicherzustellen, dass bei erneuten Fahrplanabweichungen das Verfahren zur Erstellung eines simulierten aktualisierten Fahrplans SFPA und anschließend eines (realen) aktualisierten Fahrplans wiederholt wird.
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In einem 15. Schritt 15 erfolgt ein Beenden des Verfahrens (kurz: STOP).
Bezugszeichenliste
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- AT
- Antenne
- AZ
- Achszähler
- BL
- Balise
- CP1
- ersten Computer
- CP2
- zweiten Computer
- CP3
- dritten Computer
- CP4
- vierter Computer
- CTL
- Controller
- FP
- Fahrprofil
- FPA
- aktualisierter Fahrplan
- FPI
- Istfahrplan
- FPR
- Regelfahrplan
- FPS
- Sollfahrplan
- FZ
- Fahrzeug
- GL
- Gleis
- LZ
- Leitzentrale
- PR1
- erster Prozessor
- PR2
- zweiter Prozessor
- PR3
- dritter Prozessor
- PR4
- vierter Prozessor
- RI1
- erste Recheninstanz
- R12
- zweite Recheninstanz
- RI3
- dritte Recheninstanz
- RI4
- vierte Recheninstanz
- RI5
- fünfte Recheninstanz
- RUOB
- fahrzeugseitige Rechenumgebung
- RUTS
- streckenseitige Rechenumgebung
- S1
- erste Schnittstelle
- S10
- zehnte Schnittstelle
- S11
- elfte Schnittstelle
- S12
- zwölfte Schnittstelle
- S13
- 13. Schnittstelle
- S14
- 14. Schnittstelle
- S2
- zweite Schnittstelle
- S3
- dritte Schnittstelle
- S4
- vierte Schnittstelle
- S5
- fünfte Schnittstelle
- S6
- sechste Schnittstelle
- S7
- siebente Schnittstelle
- S8
- achte Schnittstelle
- SE1
- erste Speichereinheit
- SE2
- zweite Speichereinheit
- SE3
- dritte Speichereinheit
- SE4
- vierte Speichereinheit
- SFPA
- simulierter aktualisierter Fahrplan
- SG
- Lichtsignal
- SN
- Sensor
- SOV
- Solver
- STE
- Streckenelement
- STW
- Stellwerk
- TMS
- Zugleitsystems
- W
- Weiche
- WA
- Weichenantrieb