Verfahren zur Übergabe eines Behälters hinter einem Tangentialpunkt zweier Sternräder, und Anordnung zweier Sternräder mit Greifern
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übergabe eines Behälters hinter einem Tangentialpunkt eines ersten Sternrads und eines zweiten Sternrads, sowie eine Anordnung eines ersten Sternrads mit einem ersten Greifer und eines zweiten Sternrads mit einem zweiten Greifer. Das erste und/oder zweite Sternrad kann beispielsweise Teil einer Behälterbehandlungsmaschine sein.
Beim Transport von Behältern, z.B. beim Flaschentransport, findet üblicherweise ein Griffwechsel an einem Tangentialpunkt zweier Sternräder statt, bei dem ein von einem ersten Greifer an einer ersten Stelle gehaltener Behälter von einem zweiten Greifer an einer anderen Stelle gegriffen wird. Beispielsweise kann der erste Greifer den Behälter über-Neck bereitstellen, z.B. über einem Sicherungsring einer Flasche, halten, und der zweite Greifer den Behälter unter-Neck, z.B. unter dem Sicherungsring der Flasche, greifen, oder der erste Greifer den Behälter unter-Neck bereitstellen und der zweite Greifer den Behälter über-Neck greifen. Ein derartiger Griffwechsel ist bei bekannten Verfahren und Anordnungen zum Behältertransport nötig, um Kollisionen der Greifer oder Behälter- oder Flaschenführungen möglichst zu vermeiden. Es ergibt sich jedoch ein erhöhter apparativer Aufwand und ein kompliziertes Behälter- oder Flaschenhandling bzw. Neckhandling. Beispielsweise offenbart die DE 10 2005 051 735 A1 einen von einem ersten Greifer unter-Neck und von einem zweiten Greifer über-Neck gegriffenen Behälter.
Alternativ kann durch einen sogenannten Schiebestern der Behälter, z.B. eine Flasche, in Behälterführungen übergeben werden, welche die Behälter nicht greifen, sondern in Führungen fördern, wodurch ein oben beschriebener der Griffwechsel umgangen werden kann. Derartige Schiebesterne verfügen dazu über ringförmige Behälter- oder Flaschenführungen, welche jedoch aufwendig in der Herstellung, Halterung und Justierung sind und zusätzlich unerwünschten Abrieb
bei der Führung der Flaschen, z.B. PET-Flaschen, oder Behälter erzeugen. Solche Verfahren zur Übergabe einer Flasche sind z.B. aus der EP 2 673 222 B1 oder der US 10,407,289 B2 bekannt.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Übergabe eines Behälters die diese Nachteile überwindet und ein sicheres Handling des Behälters ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Anordnung nach Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
Die Erfindung kann zudem den Abrieb des Behälters verringern.. Ebenso wird der Justierungsaufwand reduziert, insbesondere bei einem Wechsel der zu transportierenden Flaschen.
Wie bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Griffwechsel grenzen das erste Sternrad und zweite Sternrad für eine Übergabe des Behälters an dem Tangentialpunkt direkt aneinander an. Erfindungsgemäß ist dabei jedoch eine Zwischenabstützung vorgesehen, so dass sich der zu übergebende Behälter bei der Übergabe zunächst von dem ersten Greifer lösen kann, um dann nachfolgend insbesondere auf der gleichen oder in etwa gleichen Höhe von dem zweiten Greifer gegriffen werden zu können. Durch die Zwischenabstützung können die Greifer bzw. die jeweiligen Greiferelemente auf der gleichen Höhe bzw. mit einer Überlappung bezüglich einer vertikalen Richtung ohne eine Kollision geführt werden.
Die Zwischenabstützung ist dabei nur über einen vergleichsweise kurzen Winkelbereich vorgesehen, der einerseits eine ausreichende Entfernung des ersten Greifers von dem zweiten Greifer und andererseits eine Greifbewegung des zweiten Greifers zur Aufnahme des Behälters an der Greifposition ermöglicht.
Der zweite Greifer ist als aktiver Greifer mit den bewegbaren Greiferelementen ausgestaltet. Die Greiferelemente sind dabei derart bewegbar, dass der Behälter von dem ersten Greifer kollisionsfrei zugeführt werden kann, wobei dann nach der Zwischenabstützung der Behälter durch die aktive Greifbewegung der Greiferelemente von dem zweiten Greifer aufgenommen wird.
Entsprechend müssen die Greiferelemente des zweiten Greifers beispielsweise an dem Tangentialpunkt so angeordnet sein, dass der vorzugsweise als passiver Greifer ausgeführte erste Greifer ohne einen Kontakt entlang seiner vorgegebenen Bahn geführt werden kann.
Hierzu kann vorgesehen sein, dass die Greiferelemente des zweiten Greifers zunächst so weit geöffnet sind, dass in einer Draufsicht ein vorderes Ende des ersten Greifers am Tangentialpunkt zumindest teilweise von den bewegbaren Greiferelementen umschlossen wird. Wenn sich danach der erste Greifer während der Zwischenabstützung von dem Behälter entfernt, kann dieser dann durch eine einfache Greif- bzw. Schließbewegung der Greiferelemente erfasst und aufgenommen werden.
Alternativ oder zusätzlich kann auch vorgesehen sein, dass die Greiferelemente des zweiten Greifers in Radialrichtung des zweiten Sternrads beweglich sind. Dabei können dann die Greiferelemente des zweiten Greifers am Tangentialpunkt in einer ersten, radial zurückverlagerten Radialposition angeordnet sein, wobei die Greiferelemente bei dem Rotieren von dem Tangentialpunkt zu der Greifposition radial nach außen bewegt werden und vorzugsweise bei dem Rotieren von dem Tangentialpunkt zu der Greifposition zusätzlich zu der radialen Bewegung zueinander zumindest eine Schließbewegung vollziehen.
Insbesondere bei einem Greifen von erstem und zweitem Greifer auf gleicher Höhe muss sichergestellt sein, dass durch die aktive Bewegung des zweiten Greifers eine Kollision vermieden wird. Die zuvor beschriebenen Ausgestaltungen des aktiven zweiten Greifers mit einer Schließbewegung der Greiferelemente
und/oder einer radialen Verlagerung stellen dabei geeignete Varianten dar, auf welche die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist.
Zur Verdeutlichung der Erfindung ist in dem erfindungsgemäßen Verfahren die Übergabe eines Behälters erläutert. Dabei versteht sich, dass bei dem Betrieb einer Behälterbehandlungsmaschine kontinuierlich Behälter in der beschriebenen Weise übergeben werden.
Des Weiteren ist dem Fachmann klar, dass das erste Sternrad und das zweite Sternrad, jeweils in einer üblicherweise gleichbleibenden Teilung, eine Vielzahl von ersten Greifern bzw. zweiten Greifern aufweist. Bei einer üblichen Verfahrensführung werden das erste Sternrad und das zweite Sternrad derart synchron zueinander rotiert, dass kontinuierlich aufeinander folgende erste Greifer und zweite Greifer an dem Tangentialpunkt zusammengeführt werden, um die Behälter kontinuierlich zu transportieren.
Die Erfindung erlaubt damit insbesondere ein Greifen des Behälters bei bereits wieder voneinander entfernten Greifern. Dadurch können Kollisionen der Greifer vermieden werden. Zudem ist ein unter-zu-unter-Neck oder über-zu-über-Neck Handling des Behälters ermöglicht. In anderen Worten kann der Behälter von dem ersten Greifer unter-Neck bereitgestellt und von dem zweiten Greifer unter- Neck gegriffen werden, z.B. unterhalb eines Sicherungsrings einer Flasche, oder von dem ersten Greifer über-Neck bereitgestellt und von dem zweiten Greifer über-Neck gegriffen werden, z.B. oberhalb eines Sicherungsrings einer Flasche.
Das erste Sternrad und/oder das zweite Sternrad werden z.B. für die Übergabe zu behandelnder Behälter an eine Behälterbehandlungsmaschine, und/oder zur Ausgabe behandelter Behälter aus einer Behälterbehandlungsmaschine eingesetzt. Das erste und/oder das zweite Sternrad kann z.B. ein Teil der Behälterbehandlungsmaschine sein, oder die Behälterbehandlungsmaschine das erste und/oder das zweite Sternrad aufweisen.
Die Greifposition ist diejenige Position, in der der zweite Greifer den Behälter greift.
Die Rotation des ersten Sternrads und das zweite Sternrad ist üblicherweise synchronisiert.
Der erste Greifer kann ein passiver Greifer oder ein aktiver Greifer sein.
Beim Greifen des Behälters werden die Greiferelemente des zweiten Greifers geschlossen, um eine Halteaufnahme zum Halten des Behälters zu bilden.
Der Behälter kann eine Flasche oder flaschenförmig sein, beispielsweise eine PET-Flasche.
Bei dem Bereitstellen kann der Behälter von dem ersten Greifer über-Neck gehalten werden und der Behälter beim Greifen von dem zweiten Greifer über-Neck gegriffen werden. Bei dem Bereitstellen kann der Behälter von dem ersten Greifer unter-Neck gehalten werden und der Behälter beim Greifen von dem zweiten Greifer unter-Neck gegriffen werden. Damit kann sich ein vorteilhaftes Handling des Behälters und ein reibungsarmes Greifen des Behälters ergeben. Die vorliegende Erfindung kann aber auch z.B. eine unter-Neck/über-Neck- oder über- Neck/unter-Neck-Übergabe umfassen, bei der der erste Greifer und der zweite Greifer den Behälter an unterschiedlichen Stellen halten oder greifen.
Das erste Sternrad kann aus der ersten Position und das zweite Sternrad aus der zweiten Position derart rotiert werden, dass der erste Greifer und der zweite Greifer im Tangentialpunkt in Radialrichtung des ersten Sternrads und des zweiten Sternrads zueinander ausgerichtet sein können. Durch die radiale Ausrichtung kann die Übergabe des Behälters an den zweiten Greifer sowie das Lösen des Behälters aus dem ersten Greifer erleichtert sein oder werden. Der erste Greifer kann an dem ersten Sternrad und der zweite Greifer an dem zweiten Sternrad geeignet angeordnet oder befestigt sein. Es kann vorgesehen sein, dass der
erste Greifer und der zweite Greifer im Tangentialpunkt in Radialrichtung des ersten Sternrads und des zweiten Sternrads diametral einander gegenüberliegend ausgerichtet sein können.
Die Greiferelemente des zweiten Greifers können, wie zum Teil auch zuvor erläutert, bei einer radialen Beweglichkeit beim Verfahren in Radialrichtung des zweiten Sternrads zumindest abschnittsweise geöffnet werden. Die Greiferelemente können am Tangentialpunkt geöffnet sein oder werden.
Die Greiferelemente des zweiten Greifers können beim Rotieren von der zweiten Position in den Tangentialpunkt zumindest abschnittsweise geöffnet und beim Rotieren von dem Tangentialpunkt in die Greifposition zumindest abschnittsweise geschlossen werden. Der zweite Greifer kann in der Greifposition eine Halteaufnahme aufweisen. Die Greiferelemente können in der Greifposition eine Halteaufnahme bilden.
Der erste Greifer kann am Tangentialpunkt in einer Draufsicht zumindest teilweise von dem zweiten Greifer umschlossen sein oder werden. Damit kann vermieden werden, dass sich erster und zweiter Greifer berühren können. Es kann sichergestellt sein, dass sich erster Greifer und zweiter Greifer am Tangentialpunkt nicht kontaktieren. Der erste Greifer kann zumindest teilweise von dem zweiten Greifer zumindest in einer Ebene, in der der Tangentialpunkt und die Greifposition liegt, umschlossen sein oder werden. Bei einer solchen Ausgestaltung müssen die Greiferelemente des zweiten Greifers nicht entlang der Radialrichtung des zweiten Sternrades beweglich sein. Vielmehr kann es ausreichend sein, wenn die Greiferelemente des zweiten Greifers ausgehend von einer einfachen Greifbewegung so weit geöffnet sind, dass der erste Greifer bzw. ein vorderes Ende des ersten Greifers in der beschriebenen Weise durch die Rotation der Sternräder zwischen die Greiferelemente des zweiten Greifers eingeführt werden kann.
In einigen Ausführungsformen können die Greiferelemente des zweiten Greifers bei Rotation des zweiten Sternrads hinter dem Tangentialpunkt derart verfahren
werden, dass bei Rotation des ersten Sternrads über den Tangentialpunkt in die Übergabeposition und des zweiten Sternrads über den Tangentialpunkt in die Greifposition der erste Greifer und der zweite Greifer einander nicht kontaktieren. Die Greiferelemente des zweiten Greifers können hinter dem Tangentialpunkt derart verfahren werden, dass bei Rotation des ersten Greifers über den Tangentialpunkt in die Übergabeposition und des zweiten Greifers über den Tangentialpunkt in die Greifposition der erste Greifer und der zweite Greifer einander nicht kontaktieren. Durch Verfahren der Greiferelemente in Radialrichtung und/oder eine Schließbewegung der Greiferelemente hinter dem Tangentialpunkt kann damit ein Greifen des Behälters hinter dem Tangentialpunkt ermöglicht sein oder werden, ohne dass sich erster Greifer und zweiter Greifer berühren. In Drehrichtung des ersten Sternrads hinter dem Tangentialpunkt entfernt sich der erste Greifer von dem zweiten Sternrad, so dass trotz Verfahren der Greiferelemente des zweiten Greifers in Radialrichtung des zweiten Sternrads eine Kontaktierung des ersten Greifers und des zweiten Greifers vermieden werden kann.
Die Greiferelemente des zweiten Greifers können in der zweiten Position radial nach innen entgegen der Radialrichtung des zweiten Sternrads zurückgezogen sein oder werden, und beim Rotieren von der zweiten Position in den Tangentialpunkt und/oder von dem Tangentialpunkt in die Greifposition in Radialrichtung radial nach außen teleskopiert sein oder werden. Damit kann sichergestellt sein, dass sich erster Greifer und zweiter Greifer in Drehrichtung des ersten Sternrads und/oder des zweiten Sternrads vor dem Tangentialpunkt nicht kontaktieren.
Zwischen dem ersten Sternrad und dem zweiten Sternrad kann für die erfindungsgemäß vorgesehene Zwischenabstützung insbesondere eine Überleitkurve angeordnet sein, an der der der Behälter ausgehend von dem Tangentialpunkt in Drehrichtung des zweiten Sternrads geführt wird. Der Behälter kann ausgehend von dem Tangentialpunkt in Drehrichtung des zweiten Sternrads an der Überleitkurve zwischen Tangentialpunkt und Greifposition geführt werden. Die Überleitkurve kann beim Führen des Behälters den Behälter von dem ersten Greifer lösen. Die Überleitkurve kann beim Führen des Behälters den Behälter von dem ersten Greifer zwischen Tangentialpunkt und Greifposition lösen.
Bei dem Verfahren der Greiferelemente des zweiten Greifers können die Greiferelemente unterbrechungsfrei in Radialrichtung des zweiten Sternrads verfahren werden. Bei dem Verfahren der Greiferelemente können die Greiferelemente kontinuierlich in Radialrichtung des zweiten Sternrads verfahren werden. Damit kann sich ein ruhiger Lauf der Greiferelemente des zweiten Greifers und/oder des zweiten Sternrads ergeben. Zudem kann ein sicheres Greifen des Behälters durch den zweiten Greifer ermöglicht sein.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Anordnung eines ersten Sternrads mit einem ersten Greifer und eines zweiten Sternrads mit einem zweiten Greifer insbesondere zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens, wobei das erste Sternrad und das zweite Sternrad einen gemeinsamen Tangentialpunkt aufweisen, wobei der zweite Greifer ein aktiver Greifer mit bewegbaren Greiferelementen ist, wobei zwischen dem ersten Sternrad und dem zweiten Sternrad eine Überleitkurve angeordnet ist, wobei die Überleitkurve eine bogenförmige Kontur mit einem Winkel kleiner als 45°, bevorzugt kleiner als 30°, umfasst und für eine Zwischenabstützung bei einer Übergabe eines Behälters von dem ersten Greifer zu dem zweiten Greifer eingerichtet ist. Mit der Überleitkurve werden die Behälter nach dem Tangentialpunkt in einem Bogen um das zweite Sternrad geführt, wodurch die Behälter in der beschriebenen Weise von dem jeweils zugeordneten ersten Greifer gelöst und entfernt werden und dann jeweils von dem zugeordneten zweiten Greifer aufgenommen werden können. Der angegebene Winkel, über den sich die Überleitkurve erstreckt, ist entsprechend von der Drehachse des zweiten Sternrades zu bestimmen.
Ein Ende der bogenförmigen Kontur kann an oder bei dem Tangentialpunkt angeordnet sein. Durch die kurze Überleitkurve kann Abrieb des Behälters bei Führung durch die Überleitkurve vermieden oder zumindest verringert sein oder werden.
Der zweite Greifer kann einen Kontaktierungsabschnitt aufweisen, der derart angeordnet sein kann, dass der Kontaktierungsabschnitt im Tangentialpunkt den von dem ersten Greifer bereitgestellten Behälter kontaktieren kann. Durch den
Kontaktierungsabschnitt kann der Behälter von dem zweiten Greifer sicher und reibungsarm gegriffen und/oder gehalten sein oder werden. Die Zwischenabstützung erfolgt dann durch die Überleitkurve und den Kontaktierungsabschnitt. Der Behälter ist dann im Bereich der Überleitkurve von der Kontur der Überleitkurve und dem Kontaktierungsabschnitt geführt. Damit werden eine gute Führung des Behälters und ein sicheres Greifen in der Greifposition ermöglicht.
Die Greiferelemente des zweiten Greifers können in der zweiten Position hinter den Kontaktierungsabschnitt entgegen der Radialrichtung des zweiten Sternrads zurückgezogen sein. Damit kann eine Berührung des ersten Greifers und des zweiten Greifers bei Rotation in den Tangentialpunkt vermieden sein oder werden.
Der erste Greifer und der zweite Greifer können im Tangentialpunkt in radialer Richtung des ersten Sternrads und des zweiten Sternrads zueinander ausgerichtet sein.
Weitere bevorzugte konstruktive Merkmale der Anordnung ergeben sich auch aus den Erläuterungen zu dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Figuren weiter erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 : eine aus dem Stand der Technik bekannte Anordnung zweier Sternräder und zwei Greifer im Tangentialpunkt, wie aus dem Stand der Technik bekannt;
Fig.2: eine erfindungsgemäße Anordnung eines ersten Sternrads mit einem ersten Greifer und eines zweiten Sternrads mit einem zweiten Greifer im Tangentialpunkt;
Fig. 3: die erfindungsgemäße Anordnung der Figur 2, wobei die Greifer hinter dem Tangentialpunkt sind;
Fig. 4: eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung in einer Draufsicht;
Fig. 5: eine schematische Darstellung entsprechend der Fig. 4 für eine alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung.
Figur 1 zeigt eine aus dem Stand der Technik bekannte Anordnung eines ersten Sternrads 2 mit einem ersten Greifer 4 und eines zweiten Sternrads 3 mit einem Abstützelement 5'. Das zweite Sternrad 3 ist ein Schiebestern. Der erste Greifer 4 ist ein passiver Greifer. Der passive Greifer und das Abstützelement 5' sind nicht in Radialrichtung R verfahrbar und vollziehen auch keine aktiv gesteuerte Öffnungs- und Schließbewegung. Insbesondere können Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 nicht aktiv geöffnet werden. Ein Federelement 12 übt eine Rückstellkraft auf die Greiferelemente 10 aus, um eine Halteaufnahme 15 zu bilden. Bei der Übergabe wird ein lediglich in der Figur 1 gezeigter von dem ersten Greifer 4 gehaltener Behälter B, z.B. eine Flasche, gegen die Überleitkurve 7 unter Drehung in Drehrichtung D des ersten Sternrads 2 gedrückt, so dass der Behälter B die Greiferelemente 10 gegen die Federkraft des Federelements 12 auslenkt und der Behälter B aus der Halteaufnahme 15 durch die Überleitkurve 7 herausgedrückt bzw. gelöst wird. Am Tangentialpunkt 1 greift das Abstützelement 5'5' bereits den noch vom ersten Greifer 4 gehaltenen Behälter. Wie in Figur 1 in der unteren Abbildung gezeigt, überlappen sich damit erster Greifer 4 und das Abstützelement 5' am Tangentialpunkt 1 . Der Behälter B wird von dem ersten Greifer 4 unter-Neck, d. h. z.B. unter einem Sicherungsring einer Flasche, gehalten, und von dem Abstützelement 5' über-Neck, d. h. z.B. oberhalb des Sicherungsrings, gegriffen.
Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Ausführungsform einer Anordnung eines ersten Sternrads 2 mit einem ersten Greifer 4 und eines zweiten Sternrads 3 mit einem zweiten Greifer 5. der erste Greifer 4 kann einen nicht in Figur 2 dargestellt Behälter B, z.B. eine Flasche, in eine Halteaufnahme 15 halten. Der erste Greifer
4 kann ein passiver Greifer sein oder aufweisen. Der zweite Greifer 5 kann ein aktiver Greifer sein oder aufweisen. Ein aktiver Greifer 5 und/oder dessen Greiferelemente 9 können in Radialrichtung R teleskopierbar und/oder verfahrbar sein, und/oder telekopiert und/oder verfahren werden. Greiferelemente 9 eines aktiven Greifers 5 und/oder des zweiten Greifers 5 können beim Teleskopieren in Radialrichtung R zumindest abschnittsweise geöffnet und/oder geschlossen sein oder werden. Die Greiferelemente 9 und/oder zweiter Greifer 5 können durch einen Antrieb 13 teleskopierbar sein und/oder teleskopiert werden. Ein Federelement 11 kann eine Rückstellkraft auf die Greiferelemente 9 aufweisen und diese in eine Schließstellung vorspannen. Federelement 12 kann den ersten Greifer 4 bzw. dessen Greiferelemente 10 in eine Schließstellung vorspannen.
Der erste Greifer 4 kann aus einer ersten Position, die in Drehrichtung D des ersten Sternrads 2 vor dem Tangentialpunkt 1 liegt, in den Tangentialpunkt 1 verschwenkt sein oder werden. Der zweite Greifer 5 kann aus einer zweiten Position, die in Drehrichtung D des zweiten Sternrads 3 vor dem Tangentialpunkt 1 liegt, in den Tangentialpunkt verschwenkt sein oder werden. Am Tangentialpunkt 1 können erster Greifer 4 und zweiter Greifer 5 einander am nächsten sein. Der erste Greifer 4 und der zweite Greifer 5 können derart verschwenkt sein oder werden, und/oder das erste Sternrad 2 und das zweite Sternrad 3 derart in Drehrichtung D gedreht sein oder werden, dass im Tangentialpunkt 1 der erste Greifer 4 und der zweite Greifer 5 in Radialrichtung R zueinander ausgerichtet werden oder sein können, vgl. Fig. 2.
Im Tangentialpunkt 1 kann der zweite Greifer 5 derart geöffnet sein und/oder werden, dass er den ersten Greifer 4 zumindest teilweise umschließen kann. Die Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 können derart geöffnet sein oder werden, dass sie die Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 zumindest teilweise umschließen können, vgl. Fig. 2. In der in Figur 2 dargestellten Position können die Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 und/oder zweiter Greifer 5 aus einer zurückgezogenen Position vorgefahren und/oder teleskopiert sein. Wie nachfolgend erläutert, können die Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 auch ledig-
lieh so weit durch eine einfache Öffnungsbewegung geöffnet sein, dass die Greifelemente 10 des ersten Greifers 4 bei der Rotation in einen gebildeten Freiraum einschwenken können. Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 und Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 können sich auf gleicher Höhe befinden, oder zumindest im Wesentlichen auf gleicher Höhe. Durch das Umschließen des ersten Greifers 4 durch den zweiten Greifer 5 kann eine Kollision des ersten Greifers
4 mit dem zweiten Greifer 5 vermieden sein oder werden, insbesondere am Tangentialpunkt 1 .
In der zweiten Position können die Greiferelemente und/oder der zweite Greifer
5 entgegen der Radialrichtung R des zweiten Sternrads 3 zurückgezogen sein oder werden. In der in Figur 2 dargestellten Position des zweiten Greifers 5 kann der zweite Greifer 5 und/oder dessen Greiferelemente 9 verglichen mit der zweiten Position in Radialrichtung R des zweiten Sternrads 3 vorgefahren und/oder teleskopiert sein. Bei Verschwenken des ersten Greifers 4 aus der ersten Position in den Tangentialpunkt 1 nähert sich der erste Greifer 4 dem zweiten Sternrad 3 an. Der zweite Greifer 5 und/oder dessen Greiferelemente 9 kann beim Verschwenken aus der zweiten Position in den Tangentialpunkt 1 derart in Radialrichtung R des zweiten Sternrads 3 verfahren sein oder werden, dass sich der erste Greifer 4 und der zweite Greifer 5 nicht berühren. Es kann vorgesehen sein, dass der zweite Greifer 5 und/oder Greiferelemente 9 beim Verschwenken aus der zweiten Position in den Tangentialpunkt 1 und beim Verfahren des zweiten Greifers 5 und/oder dessen Greiferelementen 9 in Radialrichtung R des zweiten Sternrads 3 derart geöffnet sein oder werden können, dass im Tangentialpunkt 1 der erste Greifer 4 und/oder Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 von dem zweiten Greifer 5 und/oder Greiferelementen 9 des zweiten Greifers 10 zumindest teilweise umschlossen sind oder werden.
Der zweite Greifer 5 kann einen Kontaktierungsabschnitt 8 aufweisen. Der Kontaktierungsabschnitt 8 kann derart angeordnet sein, dass er im Tangentialpunkt 1 einen von dem ersten Greifer 4 in der Halteaufnahme 15 gehaltenen Behälter B kontaktieren kann. Der Kontaktierungsabschnitt 8 kann im Wesentlichen zwischen den Greiferelementen 9 des zweiten Greifers 5 angeordnet sein. In der
zweiten Position können die Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 hinter den Kontaktierungsabschnitt 8 zurückgezogen sein.
In Figur 3 zeigt die in Figur 2 dargestellte erfindungsgemäße Anordnung, wobei das erste Sternrad 2 und das zweite Sternrad 3 verglichen zu Figur 2 in Drehrichtung D weiter rotiert worden sind. Der zweite Greifer 5 befindet sich in einer Greifposition 6. Der erste Greifer 4 kann sich bei der in Figur 3 dargestellten Position in einer Übergabeposition 16 befinden. Beim Verschwenken des zweiten Greifers 5 aus dem Tangentialpunkt 1 in die Greifposition 6 kann der erste Greifer 5 und/oder dessen Greiferelemente 9 weiter in Radialrichtung R verfahren bzw. telekopiert sein oder werden. Beim Rotieren des ersten Sternrads 2 und/oder Verschwenken des ersten Greifers 4 zwischen Tangentialpunkt 1 und Übergabeposition 16 des ersten Greifers 4 und/oder des zweiten Greifers 5 kann ein von dem ersten Greifer 4 in der Halteaufnahme 15 gehaltener, nicht in Figur 3 gezeigter Behälter B, z.B. eine Flasche, aus der Halteaufnahme 15 gelöst sein oder werden. Beispielsweise kann der Behälter durch eine Überleitkurve 7 derart geführt sein oder werden, dass der Behälter zwischen Tangentialpunkt 1 und Greifposition 6 von dem ersten Greifer 4 gelöst ist oder wird. Die Überleitkurve 7 kann eine Kontur zur Kontaktierung und/oder Führung des Behälters B aufweisen. Die Kontur kann bogenförmig, z.B. kreisbogenförmig, sein. Ein Ende der Überleitkurve 7 kann an oder bei dem Tangentialpunkt 1 angeordnet sein.
Beim Verfahren und/oder Teleskopieren des zweiten Greifers 5 zwischen Tangentialpunkt 1 und Greifposition 6 können die Greiferelemente 9 des zweiten Greifers 5 geschlossen sein oder werden, so dass eine Halteaufnahme 14 gebildet sein kann. Beim Schließen der Greifelemente 9 des zweiten Greifers 5 kann der Behälter B gegriffen werden, und/oder in der Halteaufnahme 14 aufgenommen sein oder werden. Greiferelemente 9 und/oder zweiter Greifer 5 können derart verfahren bzw. teleskopiert sein oder werden, dass der zweite Greifer 5 den ersten Greifer 4, der bei Rotation des ersten Sternrads 2 von dem zweiten Sternrad 3 und/oder der Überleitkurve weg rotiert wird, nicht kontaktiert.
Es kann vorgesehen sein, dass der Behälter zwischen der Kontur der Überleitkurve 7 und Kontaktierungsabschnitt 8 des zweiten Greifers 5 geführt ist oder wird, und/oder sowohl Überleitkurve 7 als auch Kontaktierungsabschnitt 8 des zweiten Greifers 5 zumindest abschnittsweise entlang der Überleitkurve 7 berührt. Durch die Führung des Behälters zwischen Überleitkurve 7 und Kontaktierungsabschnitt 8 kann sich ein sicheres, symmetrisches, gleichmäßiges und reibungsarmes Greifen des Behälters durch die Greifelemente 9 bzw. den zweiten Greifer 5 ergeben. Da der Behälter in der Halteaufnahme 14 des zweiten Greifers 5 sicher gehalten sein oder werden kann, kann die Überleitkurve 7 kurz ausgeführt sein. Beispielsweise kann die Überleitkurve 7 und/oder die Kontur der Überleitkurve 5 einen Winkel kleiner als 45° umfassen. In einigen Ausführungsformen kann der Winkel kleiner als 30° sein. Durch die verkürzte Überleitkurve 7 kann Verschließ und Abrieb des Behälters aufgrund Kontaktierung mit der Überleitkurve 7 verringert sein oder werden.
Wie insbesondere aus der Zusammenschau der Figuren 2 und 3 offensichtlich, ermöglicht die Erfindung eine Übergabe eines Behälters zwischen Sternrädern 2, 3, bei der der Behälter von den jeweiligen Greifen 4, 5 jeweils an derselben Griffposition, z.B. über-Neck oder unter-Neck, gehalten und gegriffen werden kann.
Zu den allgemein beschriebenen Bewegungsmöglichkeiten des aktiven zweiten Greifers 5 werden in den Figuren 4 und 5 konkrete Ausführungen wiedergegeben.
Zunächst ist dargestellt, dass die jeweils in einem Ausschnitt dargestellten Sternräder 2, 3 jeweils mehrere erste Greifer 4 bzw. zweite Greifer 5 aufweisen, die ein einer gleichmäßigen Teilung um den Umfang verteilt sein. Die dargestellte Teilung ist lediglich exemplarisch dargestellt. Die aufeinander folgenden Greifer 4, 5 können gegebenenfalls auch einen geringeren Abstand untereinander aufweisen.
Bei der Ausführungsform der Figur 4 vollziehen die Greiferelemente 9 des aktiven zweiten Greifers 5 jeweils nur eine Schwenkbewegung, wobei die Greiferelemente 9 des aktiven zweiten Greifers 5 bei einer Annäherung an den Tangentialpunkt 1 so weit geöffnet werden, dass die Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 ohne eine Berührung zwischen die Greiferelemente 9 des aktiven zweiten Greifers 5 durch die synchrone Rotation der beiden Sternräder 2, 3 einschwenken können.
Im Bereich des Tangentialpunktes 1 sind die Behälter B dann noch von dem jeweils zugeordneten ersten Greifer 4 gehalten, wobei die Behälter B dann jedoch auch einerseits an die Überleitkurve 7 angelegt werden und gegenüberliegend der Überleitkurve 7 von dem Kontaktabschnitt 8 des zweiten Greifers 5 geführt werden.
Bei der weiteren Rotation der Sternräder 2, 3 erfolgt dann eine Zwischenabstützung der Behälter B zwischen der Überleitkurve 7 und dem Kontaktabschnitt 8, wobei der Behälter B während der Zwischenabstützung von den Greiferelementen 10 des ersten Greifers 4 gelöst wird, wobei sich die Greiferelemente 10 des ersten Greifers 4 von dem Behälter B entfernen. Die Behälter B werden dann während der Zwischenabstützung von den Greiferelementen 9 der aktiven zweiten Greifer 5 aufgenommen und werden dann am Ende der Überkurve 7 von dem jeweils zugeordneten zweiten Greifer 5 getragen. Die in der Figur 4 dargestellte Schließbewegung der Greiferelemente 9 der aktiven zweiten Greifer 5 kann beispielsweise durch eine Kurvensteuerung bewirkt werden.
Bei der Ausführungsform der Figur 5 ist ebenfalls eine Übergabe der Behälter B von den ersten Greifern 4 zu den zweiten Greifern 5 mit einer Zwischenabstützung vorgesehen. Allerdings vollziehen die Greiferelemente 9 der aktiven zweiten Greifer 5 auch eine Bewegung in Radialrichtung R des zweiten Sternrades 3. Um nicht mit den vorzugsweise auf der gleichen Höhe oder einer Überlappung in vertikaler Richtung geführten Greiferelementen 10 der ersten Greifer 4 zu kollidieren, sind die Greiferelemente 9 der aktiven zweiten Greifer 5 an dem Tangen-
tialpunkt 1 in Radialrichtung R zurückverlagert. Durch die auch im Zusammenhang mit der Figur 4 beschriebene Zwischenabstützung und das damit verbundene Wegschwenken der ersten Greifer 4 von den Behältern B können diese dann wie exemplarisch dargestellt von den Greiferelementen 9 der aktiven zwei- ten Greifer 5 erfasst werden. Die Greiferelemente 9 der aktiven zweiten Greifer
5 werden dazu entlang der Radialrichtung R nach außen bewegt und vollziehen zusätzlich eine Schließbewegung. Auch eine solche Bewegung kann beispielsweise durch eine geeignete Kurvensteuerung bewirkt werden.
Die in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Figuren offenbarten Merkmale können einzeln oder in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
1 Tangentialpunkt
2 erstes Sternrad
3 zweites Sternrad
4 erster Greifer
5 zweiter Greifer
5' Abstützelement
6 Greifposition
7 Überleitkurve
8 Kontaktierungsabschnitt
9 Greiferelement
10 Greiferelement
11 Federelement
12 Federelement
13 Antrieb
14 Halteaufnahme
15 Halteaufnahme
16 Übergabeposition
R Radialrichtung
D Drehrichtung
B Behälter