Transmittergehäuse eines Feldgeräts
Die Erfindung betrifft ein Transmittergehäuse eines Feldgeräts der Automatisierungstechnik.
In der Automatisierungstechnik, insb. in der Prozessautomatisierungstechnik, werden vielfach Feldgeräte eingesetzt, die der Bestimmung, Überwachung Optimierung und/oder Beeinflussung von insb. variablen Prozessgrößen dienen. Zur Erfassung der Prozessgrößen dienen Sensoren, die Prozessgrößen wie Füllstand, Durchfluss, Druck, Temperatur bzw. Leitfähigkeit erfassen. Zur Beeinflussung von Prozessgrößen dienen Aktoren, wie zum Beispiel Ventile oder Pumpen, über die der Durchfluss einer Flüssigkeit in einem Rohrleitungsabschnitt bzw. der Füllstand in einem Behälter geändert werden kann. Als Feldgeräte werden im Prinzip alle Geräte bezeichnet, die prozessnah eingesetzt werden, die prozessrelevante Informationen liefern oder verarbeiten. Im Zusammenhang mit der Erfindung werden unter Feldgeräten also auch Remote I/Os, Funkadapter bzw. allgemein Geräte verstanden, die auf der Feldebene angeordnet sind. Eine Vielzahl solcher Feldgeräte wird von der Anmelderin hergestellt und vertrieben.
Feldgeräte weisen oftmals eine, insbesondere zumindest zeitweise und/oder zumindest abschnittsweise mit einem Prozessmedium in Kontakt stehende Sensoreinheit auf, welche der Erzeugung eines von der Prozessgröße abhängigen Signals dient. Ferner weisen Feldgeräte oftmals eine in einem Transmittergehäuse angeordnete Anschluss- /Elektron i kei n h eit auf. Das T ransmittergehäuse ist bspw. mit der Sensoreinheit fest verbunden. Die Anschluss-ZEIektronikeinheit dient der Verarbeitung und/oder Weiterleitung von den der Sensoreinheit erzeugten insb. elektronischen Signalen. Typischerweise umfasst die Anschluss-ZEIektronikeinheit zumindest eine Leiterplatte mit darauf angeordneten Bauelementen. An die Anschluss-ZEIektronikeinheit sind Kabel anschließbar, zur Übermittlung der weitergeleiteten Signale an eine übergeordnete Einheit und/oder zur Versorgung des Feldgeräts mit der für seinen Betrieb erforderlichen elektrischen Energie.
Oftmals ist eine räumliche Trennung verschiedener Bereiche der Anschluss- ZEIektronikeinheit gewünscht, in einen zugänglichen Anschlussbereich und einen unzugänglichen Elektronikbereich. Auf diese Art ist der Elektronikbereich bei Arbeiten an dem Anschlussbereich geschützt.
Diese räumliche Trennung wird im Stand der Technik bspw. durch die Verwendung eines Mehrkammer-Gehäuses erreicht, bei der der Elektronikbereich und der Anschlussbereich in voneinander räumlich getrennten Kammern mit separaten Öffnungen untergebracht
sind. Für manche der Feldgeräte ist dies nicht immer möglich bzw. es ist in gewissen Fällen bevorzugt, ein Einkammer-Gehäuse zu verwenden. Dieses ist kostengünstiger und es muss ggf. nur eine Öffnung mit einem Deckel verwendet werden. Dies ist zum Beispiel vorteilhaft für den Einsatz in Bereichen mit strengen Hygieneanforderungen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, für ein Einkammer-Gehäuse eine einfache Möglichkeit der räumlichen Trennung unterschiedlicher Bereiche der Anschluss- ZEIektronikeinheit anzugeben.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Transmittergehäuse eines Feldgeräts der Automatisierungstechnik, wobei es sich bei dem Transmittergehäuse um ein Einkammer- Gehäuse mit einer Öffnung handelt, wobei das Feldgerät eine in dem Transmittergehäuse angeordnete Leiterplatte umfasst, welche Leiterplatte aufweist: einen ersten starren und ebenen Abschnitt und einen zweiten starren und ebenen Abschnitt; zumindest einen flexiblen und gebogenen Abschnitt; wobei die beiden starren Abschnitte nur über den zumindest einen flexiblen, gebogenen Abschnitt miteinander verbunden sind, wobei der erste starre Abschnitt von der Öffnung her zugänglich ist und einen Anschlussbereich bildet, welcher zumindest ein Anschlusselement zum Anschluss zumindest eines Kabels aufweist, und wobei der erste starre Abschnitt und der zweite starre Abschnitt mit einem ersten Winkel zwischen 60° und 120°, insbesondere zwischen 80° und 100°, zueinander angeordnet sind.
Bei einem Winkel zwischen 80° und 100° sind die beiden starren Abschnitte senkrechtähnlich oder sogar im Wesentlichen senkrecht zueinander angeordnet.
Das Feldgerät der Automatisierungstechnik umfasst die in dem Transmittergehäuse des Feldgeräts angeordnete Leiterplatte. Der zweite Abschnitt der Leiterplatte bildet einen Elektronikbereich. Er ist durch die abgewinkelte Anordnung in Bezug zu dem ersten Abschnitt von der Öffnung her unzugänglich und bei geöffneter Öffnung vor Zugriff geschützt.
Das zumindest eine Kabel dient bspw. der Versorgung des Feldgeräts mit elektrischer Energie und/oder zur Übertragung von Information zwischen dem Feldgerät und/oder einer daran angeschlossenen übergeordneten Einheit.
Leiterplatten, die mehrere starre Leiterplattenbereiche aufweisen, die über einen flexiblen Leiterplattenbereich verbunden sind, sind aus dem Stand der Technik bekannt. Hierbei wird zwischen Starrflex- und Semiflex-Leiterplatten unterschieden. Starrflex Leiterplatten weisen über einen flexiblen Abschnitt miteinander verbundene starre Abschnitte auf, welche im Wesentlichen beliebig zueinander anordenbar sind.
Bei Semiflex-Leiterplatten wird dagegen ein semiflexibler Bereich durch definiertes Tiefenfräsen eines Zwischenbereich aus einer einheitlichen Ausgangs-Leiterplatte erzeugt. Anschließend können die in der Ebene der Ausgangs-Leiterplatte liegenden, starre Abschnitte durch Biegen des semiflexiblen Bereichs mit einem quasi beliebigen Winkel zueinander angeordnet werden. Semiflex-Leiterplatten bieten deutliche Kostenvorteile in der Fertigung gegenüber der klassischen Starr-Flex Leiterplatte auf Polyimidbasis auf. So ist bspw. für die Semiflex-Leiterplatte durch deren üblicherweise polyimidfreien Aufbau beim Löten keine spezielle thermische Vorbehandlung mehr vonnöten.
Die Semiflex Technologie ist insb. für Anwendungen geeignet, bei denen keine dynamische Belastung des gebogenen, flexiblen Abschnitts auftritt. Dies ist hier der Fall, da ein Biegen des gebogenen, flexiblen Abschnitts der Leiterplatte in der Regel nur einmal erfolgt, nämlich vor der Montage der Leiterplatte in das Transmittergehäuse. Bevorzugt handelt es sich daher bei der Leiterplatte daher um eine derartige Semiflex- Leiterplatte.
In einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Transmittergehäuse einen abnehmbaren Deckel auf, mittels dessen die Öffnung verschließbar ist. Der Deckel ist insb. mit einem zum Deckel korrespondierenden Gehäuseteil verschraubbar.
In einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Einkammer-Gehäuse genau eine Öffnung auf.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Ebene der Öffnung im Wesentlichen parallel zu der Ebene des ersten starren Abschnitts. Dadurch ist der erste Abschnitt über die Öffnung optimal zugänglich
In einer Ausgestaltung der Erfindung weist das Transmittergehäuse zumindest zwei flexible, gebogene Abschnitte auf.
Es sind insb. die zumindest zwei gebogenen flexiblen Abschnitte im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet.
In einer Ausgestaltung der Erfindung weisen die flexiblen Abschnitte in einer Querrichtung, welche Querrichtung im Wesentlichen senkrecht zu einer Verbindungsrichtung, entlang welcher Verbindungsrichtung die Abschnitte der Leiterplatte, nämlich der erste starre Abschnitt, die flexiblen Abschnitte und der zweite starre Abschnitt, miteinander verbunden sind, verläuft, eine Breite kleiner als die Breite des ersten starre Abschnitts und/oder des zweiten starren Abschnitts auf, und insbesondere in der Querrichtung höchstens 0,5, bevorzugt höchstens 0,3, mal so breit ist wie der erste starre Abschnitt und/oder der zweite starre Abschnitt.
In einer Weiterbildung einer der beiden letztgenannten Ausgestaltungen, weist die Leiterplatte genau zwei flexible Abschnitte auf, die jeweils zwei außenliegende Randbereiche der beiden starren Abschnitte miteinander verbinden.
In einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Leiterplatte eine Aussparung auf, welche Aussparung sich erstreckt
- zwischen dem zumindest einen flexiblen Abschnitt und dem zweiten Abschnitt und,
- für den Fall, dass die Leiterplatte zumindest zwei flexible Abschnitte aufweist, zwischen miteinander unverbundenen Bereichen des ersten starren Abschnitts und des zweiten starren Abschnitts.
Die Aussparung ist bspw. in die Leiterplatte gefräst. Das Fräsen der Aussparung in die Leiterplatte wird bevorzugt im Rahmen des Tiefenfräsens zur Erzeugung des flexiblen Abschnitts im Falle der vorstehend erwähnten Semiflex-Leiterplatte durchgeführt.
Für den Fall, dass die Leiterplatte genau einen flexiblen Abschnitt aufweist, erstreckt sich die Aussparung nur zwischen dem flexiblen Abschnitt und dem zweiten Abschnitt.
In einer Weiterbildung der letztgenannten Ausgestaltung weist der zweite starre Abschnitt einen durch die Aussparung begrenzten Vorsprung auf, wobei der Vorsprung an seinem ersten Ende eine dem ersten Abschnitt zugewandte Vorderkante aufweist, die den Vorsprung abschließt, an seinem zweiten, dem ersten Ende gegenüberliegenden Ende eine Basis aufweist, an welcher Basis der Vorsprung an den restlichen Bereich des zweiten starren Abschnitts ohne Vorsprung anschließt, wobei die Basis an die Verbindung zwischen dem zweiten starren Abschnitt und dem zumindest einen flexiblen Abschnitt angrenzt, und wobei die Vorderkante außerhalb der
Kontur des flexiblen Abschnitts liegt und der Öffnung zugewandt ist, so dass der Vorsprung von der Öffnung her zugänglich ist.
Der Begriff „Vorderkante“ bezeichnet im Rahmen der Anmeldung lediglich den vorderen Abschluss des Vorsprungs, welcher dem ersten Abschnitt zugewandt ist. Er impliziert nicht, dass dieser Abschluss zwingend gerade sein muss; die Vorderkante kann z.B. auch gebogen sein.
Der Vorsprung liegt außerhalb der Kontur des flexiblen Abschluss und erstreckt sich daher in einem Raum oberhalb der gekrümmten Fläche mit positiver Krümmung des gebogenen flexiblen Abschnitts. Der Vorsprung steht derart hervor, dass er von der Öffnung her zugänglich ist. Dadurch können auch auf dem Vorsprung des zweiten Abschnitts zusätzliche, von dort zugängliche Bauelemente untergerbacht werden, etwa weitere Anschlusselemente.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist der zumindest eine flexible gebogene Abschnitt im Wesentlichen mit einer anhand eines Krümmungsradius beschreibbaren konstanten Krümmung gebogen, so dass er in Bezug auf einen gedachten Kreismittelpunkt kreissegmentförmig ist.
Der von dem kreissegmentförmigen, flexiblen gebogenen Abschnitt überstrichene Winkel entspricht dem vorstehend genannten ersten Winkel zwischen dem ersten und zweiten starren Abschnitt. Er liegt daher auch zwischen 60° und 120°, insbesondere zwischen 80° und 100°.
In einer Weiterbildung der letztgenannten Ausgestaltung ist die Länge des Vorsprungs von der Basis bis zu der Vorderkante in Abhängigkeit von dem Krümmungsradius derart bemessen, dass ein zweiter Winkel zwischen einem von dem Kreismittelpunkt zu der Basis zeigenden Vektor und einem von dem Kreismittelpunkt zu der Vorderkante zeigenden Vektor zwischen 10° und 80°, insbesondere zwischen 15° und 50°, beträgt.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist auf dem Vorsprung ein Anschlusselement angeordnet.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist auf dem ersten Abschnitt und/oder dem Vorsprung des zweiten Abschnitts zumindest ein bedienbares Schaltelement angeordnet.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist das Transmittergehäuse zumindest teilweise elektrisch leitend und weist einen sich in das Gehäuseinnere erstreckenden, elektrisch leitenden Steg auf, wobei auf dem ersten Abschnitt ein Anschlusselement umfassend ein elektrisch leitendes Befestigungsmittel angeordnet ist, zur Befestigung der Leiterplatte an dem Steg, wobei an das Anschlusselement ein Erdungskabel derart an das Transmittergehäuse anschließbar ist, dass das Erdungskabel mittels des
Befestigungsmittels bei der Befestigung an dem Steg mit dem Steg elektrisch leitend verbunden ist, zur Abschirmung des Transmittergehäuses.
Das Befestigungsmittel ist bspw. als eine metallische Schraube oder Klemme ausgebildet. Es dient der gleichzeitigen Befestigung der Leiterplatte an dem Steg und der elektrischen Abschirmung des Transmittergehäuses; letzteres unter Verwendung eines mittels des Befestigungsmittels angeschlossenen Erdungskabels.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein Bereich der Leiterplatte im Wesentlichen vollständig verkapselt, welcher vollständig verkapselte Bereich den zweiten starren Abschnitt der Leiterplatte ohne den Vorsprung umfasst.
Der verkapselte Bereich ist bspw. mittels eines Gehäusekörpers, und ggf. auch mit einem zusätzlichen Verguss, verkapselt.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Leiterplatte im Wesentlichen vollständig verkapselt ist, bis auf das/die Anschlusselement/e und, falls vorhanden, bis auf das/die Schaltelemente.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden, nicht maßstabsgetreuen Figuren näher erläutert, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche Merkmale bezeichnen. Wenn es die Übersichtlichkeit erfordert oder es anderweitig sinnvoll erscheint, wird auf bereits erwähnte Bezugszeichen in nachfolgenden Figuren verzichtet.
Es zeigen:
Fig 1a, 1 b, 1c: Eine Draufsicht auf die Leiterplatte vor dem Biegen des flexiblen, gebogenen Abschnitts, in jeweils unterschiedlichen Ausgestaltungen der Leiterplatte;
Fig. 2: Eine perspektivische Ansicht des Transmittergehäuses mit der darin angeordneten Leiterplatte, in einer Ausgestaltung der Erfindung;
Fig. 3a, 3b: Eine perspektivische Ansicht der Leiterplatte und eine Seitenansicht der Leiterplatte, in einer Ausgestaltung der Erfindung; und
Fig. 4. Eine perspektivische Ansicht auf eine in einem Gehäuse verkapselte Leiterplatte, in einer Ausgestaltung der Erfindung.
Fig 1a bis 1 c zeigen Draufsichten einer Leiterplatte 2 in unterschiedlichen Ausgestaltungen, die in der erfindungsgemäßen Lösung eingesetzt werden.
Der Übersichtlichkeit halber sind die Leiterplatten 2 in den Draufsichten aus Fig. 1a bis 1 c mit einem noch nicht gebogenen, flexiblen Abschnitt 20a;20b dargestellt, so dass alle Abschnitte 21 ,22,20a;20b der Leiterplatte 2 in einer Ebene liegen. Wie vorstehend erwähnt ist die Leiterplatte 2 mit dem zumindest einem flexiblen biegbaren (bzw. im Rahmen der Erfindung dann gebogenen) Abschnitten 20a;20b bevorzugt als eine Semiflex-Leiterplatte ausgestaltet. Bei letzterer ist ein flexibler Abschnitt 20a;20b,... durch Tiefenfräsen des Abschnitts 20a;20b, aus einer einheitlichen Ausgangsleiterplatte erhalten. Die beiden starren Abschnitte 21 ,22 sind ausschließlich über den/die flexiblen/ Abschnitt 20a;20b,... miteinander verbunden.
In Fig. 1 a umfasst die Leiterplatte 2 genau einen flexiblen Abschnitt 20a.
In Fig. 1 b umfasst die Leiterplatte 2 genau zwei flexible Abschnitt 20a, 20b, welche Randbereiche der beiden starren Abschnitte 21 ,22 miteinander verbinden. Zwischen den beiden starren Abschnitten 21 ,22 ist eine Aussparung 6 angeordnet. Die Aussparung 6 erstreckt sich zwischen unverbunden Bereichen der beiden starren Abschnitte 21 , 22 und zwischen jeweils den flexiblen Abschnitten 20a, 20a.
Bevorzugt sind in der Querrichtung QR, welche senkrecht zu einer Verbindungsrichtung VR der Abschnitte 21 ,20a, 20b, 22 der Leiterplatte 2 ist, die flexiblen Abschnitte 20a, 20b schmaler als die starren Abschnitte 21 ,22. Bspw. ist der flexible Abschnitte nur 0,3 mal so breit in der Querrichtung QR wie jeder der starren Abschnitte 21 ,22. Die starren Abschnitte 21 ,22 sind hier jeweils gleich breit in der Querrichtung QR. Bei mehreren flexiblen Abschnitten 20a, 20b,... sind die flexiblen Abschnitten 20a, 20b,... bevorzugt im Wesentlichen zueinander parallel angeordnet.
In Fig. 1 c entspricht die Leiterplatte 2 im Wesentlichen der in Fig. 1 b gezeigten Ausgestaltung der Leiterplatte, nur dass die Aussparung 6 einen Vorsprung 7 des zweiten starren Abschnitts 22 begrenzt. Die Aussparung 6 erstreckt sich daher in Fig. 1c zwischen dem zweiten starren Abschnitt 22 und jeweils den beiden flexiblen Abschnitten 20a, 20b. Der Vorsprung geht an einer Basis 72 an den restlichen Bereich des zweiten starren Abschnitts 22 über und schließt an einem dem ersten starren Abschnitt 21 zugewandten Ende mit einer Vorderkante 71 ab. Die Vorderkante 71 muss dabei nicht wie hier gezeigt unbedingt gerade sein. Die Aussparung 6 ist hier im Wesentlichen C-förmig.
In Fig. 3a ist eine derartige Leiterplatte 2 mit einem durch eine Aussparung 6 begrenzten Vorsprung 71 des zweiten starren Abschnitts 22, bei der die flexiblen Abschnitte 20a, 20b gebogen sind, in einer perspektivischen Ansicht gezeigt. Der erste starre Abschnitt 21 und der zweite starre Abschnitt 22 sind im Wesentlichen senkrecht zueinander, d.h. mit einem ersten Winkel alpha von 90°, zueinander angeordnet. Auf dem ersten Abschnitt 21 sind unterschiedliche Anschlusselemente 4, 42, 43, 44 angeordnet, darunter bspw. ein vierpoliges Anschlusselement 43.
Eines der Anschlusselemente 42 umfasst eine Befestigungsmittel 9 (hier eine metallische Schraube) zum Anschluss eines Erdungskabels. Auf dem Vorsprung 7 ist ein weiteres Anschlusselement 41 angeordnet.
Fig. 2 zeigt eine Anordnung einer Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Leiterplatte 2 innerhalb eines Einkammer-Transmittergehäuses 1. In der in Fig. 2 gezeigten Variante der Leiterplatte umfasst die Leiterplatte 2 der Übersichtlichkeit halber keinen Vorsprung 7. Die Leiterplatte 2 ist derart in dem Transmittergehäuse 1 angeordnet, dass der erste starre Abschnitt 21 mit den Anschlusselementen 4, 42, 43, 44 von einer Öffnung 3 des Transmittergehäuses 1 her gut zugänglich ist, bspw. indem die Ebene der Öffnung 3 parallel zu der Ebene des ersten starren Abschnitts 21 ist. Wird der Deckel 5 des Transmittergehäuses 1 abgeschraubt, können Anschlussarbeiten an den Anschlusselementen 4, 42, 43, 44 verrichtet werden, wobei durch die im Wesentlichen rechtwinklige Anordnung auf dem zweiten starren Abschnitt 22 angeordnete Bauelemente vor einem Zugriff geschützt sind.
Fig. 2 zeigt außerdem die Befestigung des Befestigungsmittels 9 des Anschlusselements 42 an einem elektrisch leitendem Steg 12 des Transmittergehäuse 1 , der sich in das Gehäuseinnere erstreckt. Bei Anschluss eines Erdungskabels an das Anschlusselement 42 und einem zumindest teilweise elektrisch leitenden Transmittergehäuse 1 wird eine Abschirmung des Transmittergehäuses 1 geschaffen. Bevorzugt wird also gleichzeitig eine Abschirmung und eine zusätzliche Befestigung der Leiterplatte 2 an dem Steg 12 ermöglicht - wobei zur Sicherheit selbstverständlich weitere, nur der mechanischen Befestigung der Leiterplatte 2 in dem Transmittergehäuse 1 dienende Befestigungsmittel vorgesehen sein können.
Umfasst der zweite starre Abschnitt 22 wie in Fig. 3a gezeigt auch den Vorsprung 7, sind die darauf angeordneten Bauelemente weiterhin zugänglich. Da die Vorderkante 71 außerhalb der Kontur des flexiblen Abschnitts 20a liegt, kann dadurch der Platz optimal ausgenutzt werden. In Fig. 3a ist bspw. auf dem Vorsprung 7 ein zusätzliches Anschlusssteckelement 41 angeordnet, welches selbst abgewinkelt ist. Derartige Anschlusssteckelement sind hervorragend auf dem Vorsprung 7 anordenbar. Unabhängig von der jeweiligen Ausgestaltung sind in der erfindungsgemäßen Lösung alle auf dem weiteren Bereich des zweiten Abschnitts 22 (d.h. außerhalb des Vorsprungs 7) angeordneten Bauelemente bei Anschlussarbeiten an dem Anschlussbereich weiterhin vor einem Zugriff geschützt.
Fig. 3b zeigt noch einmal eine Seitenansicht der Leiterplatte 2 mit dem gebogenen flexiblen Abschnitten 20a, 20b. Hier ist der flexible Abschnitt kreissegmentförmig, wobei seine Form anhand eines Krümmungsradius KR einer konstanten Krümmung in Bezug auf einen gedachten Kreismittelpunkt MP beschreibbar ist. Der überstrichene Winkel des
Kreissegments entspricht dem vorstehend genannten ersten Winkel alpha. Die Vorderkante 71 des Vorsprungs 7 kann dabei derart aus der Kontur herausragen, dass sie die Ebene des ersten starren Abschnitts 21 durchstößt, wie in Fig. 3a der Fall. Ein kürzerer Vorsprung 7 kann auch mit seiner Vorderkante 71 vor der Ebene des zweiten starren Abschnitts 21 enden.
Die Länge des Vorsprung 7 von der Basis 72 bis zur Vorderkante 71 ist dabei mittels eines zweiten Winkels beta beschreibbar, welcher zwischen dem Vektor vom Mittelpunkt MP zur Vorderkante 71 und dem Vektor vom Mittelpunkt MP zur Basis 72 liegt. Bevorzugt liegt der zweite Winkel beta zwischen 15° und 50° und beträgt bspw. 30°. Die Länge des Vektors Mittelpunkt MP -Basis 72 entspricht dabei dem Krümmungsradius KR der vorgegebenen, konstanten Krümmung der flexiblen Abschnitte 20a, 20b, wobei bei mehreren flexiblen Abschnitten 20a, 20b, welche parallel zueinander sind, die Krümmung immer gleich ist. Bei gegebenem Krümmungsradius KR und Mittelpunkt MP ist die Länge des Vorsprungs 7 daher anhand des zweiten Winkels beta beschreibbar.
Die in den Fig. 2, 3a, 3b gezeigte, im Wesentlichen rechtwinklige Anordnung der beiden starren Abschnitte 21 , 22 zueinander eignet sich im Rahmen der Erfindung vor allem für den in Fig. 2 gezeigten Typ eines Transmittergehäuses 1 . Je nach Einsatz des Feldgeräts (bspw. aufgrund von Hygieneanforderungen) werden auch Transmittergehäuse 1 verwendet, die selbst angewinkelt sind, bei denen z.B. die Ebene der Öffnung 3 leicht schräg in Bezug auf ein ansonsten zylinderförmiges Transmittergehäuse 1 verläuft. In diesem Fall ist auch eine Anordnung der beiden starren Abschnitte 21 , 22 an die Form des Transmittergehäuses 1 angepasst und der erste Winkel alpha ist entsprechend größer und beträgt bspw. 100°.
Fig. 4 zeigt schließlich die Verkapselung der Leiterplatte 2 in einen Gehäusekörper 13. In dieser Ausgestaltung weist der zweite starre Abschnitt 22 der Übersichtlichkeit halber wieder keinen Vorsprung 7 auf, wobei die Erfindung auch die Kombination der Ausgestaltung mit dem Vorsprung 7 und dem Gehäusekörper 13 umfasst. Ferner umfasst der erste Abschnitt 21 ein Schaltelement 8. Selbstverständlich kann auch - bei Verwendung eines Vorsprungs 7 - ein Schaltelement auf dem Vorsprung angeordnet werden.
Mittels des Gehäusekörpers 13 ist die Leiterplatte 2 im Wesentlichen vollständig verkapselt. Nur die Anschlusselemente 4,42,43,44 und das Schaltelement 8 auf dem ersten Abschnitt 21 bleiben frei von der Verkapselung. In den Gehäusekörper 13 kann zusätzlich noch Vergussmasse eingefüllt sein. Der Gehäusekörper 13 ist anschließend vollständig in dem Einkammer-Transmittergehäuse 1 derart angeordnet, dass der erste Abschnitt 21 der Leiterplatte 2 von der Öffnung 3 des Transmittergehäuses 1 zugänglich ist.
Bezugszeichen und Symbole
1 T ransmittergehäuse
2 Leiterplatte
21 , 22 erster, zweiter starrer Abschnitt
20a,20b,... flexibler Abschnitt
3 Öffnung
4, 41 , 42, 43, 44... Anschlusselemente
5 Deckel
6 Aussparung
7 Vorsprung
71 Vorderkante
72 Basis
8 Schaltelement
9 Befestigungsmittel
12 Steg
13 Gehäusekörper alpha erster Winkel beta zweiter Winkel KR Krümmungsradius MP Mittelpunkt