Beschreibung
Anordnung von Möbeln in einem Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug, ein Verfahren zur Anord- nung eines Möbels in dem Fahrzeug sowie ein Sitzmöbel und ein Gepäckregal.
Aus Sicherheitsgründen sind in einem Fahrzeug angeordnete Mö- bel starr mit dem Fahrzeug verbunden. Im Falle von Brems- oder Beschleunigungsvorgängen kann so sichergestellt werden, dass Fahrgäste nicht durch verrutschende oder herumfliegende Möbel verletzt werden. Zudem kann auf diese Weise einem Van- dalismus sowie Diebstahl vorgebeugt werden. Eine solche star- re Verbindung wird üblicherweise mittels Schraubenverbindun- gen realisiert. Zudem ist ein Verbleib von ungenutzten Möbeln im Fahrzeug in vielerlei Hinsicht unvorteilhaft. Daher werden übrige Möbel zumeist außerhalb des Fahrzeugs gelagert. Dies bringt einen hohen logistischen Aufwand bei einer Veränderung der Anordnung der Möbel mit sich, sobald Möbel ausgesondert oder hinzugenommen werden sollen. Eine Veränderung einer An- ordnung von Möbeln in einem Fahrzeug geht daher mit hohem Personal- und Zeitaufwand einher. Eine Veränderung einer An- ordnung von Möbeln in einem Fahrzeug, um beispielsweise sich rasch verändernde Gesundheitsvorschriften umzusetzen oder um eine schnelle Anpassung an Stoßzeiten mit erhöhtem Fahrgast- aufkommen zu erreichen, wird aus diesen Gründen bisher nur selten praktiziert. Bereits bekannte Möglichkeiten zur Verän- derung der Anordnung von Möbeln in einem Fahrzeug, wie bei- spielsweise ein Verstellen einer Lehne oder ein Verstellen eines Abstands zwischen zwei nebeneinander angeordneten Sitz- möbeln eines Doppelsitzes sind für eine Veränderung der An- ordnung der Möbel zur Erreichung der zuvor genannten Verände- rungen nicht ausreichend.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Fahrzeug mit einer auf- wandsgünstig und flexibel an veränderliche Nutzungsszenarien anpassbaren Innenraumeinrichtung aufzuzeigen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1.
Des Weiteren liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Anordnung eines Möbels in einem erfindungsgemä- ßen Fahrzeug anzugeben.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkma- len des nebengeordneten Verfahrensanspruchs.
Vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung kön- nen jeweils den abhängigen Unteransprüchen entnommen werden.
Das erfindungsgemäße Fahrzeug weist wenigstens ein Möbel auf, welches in einem Innenraum des Fahrzeugs angeordnet ist. Das wenigstens eine Möbel weist eine starre Verbindung mit dem Fahrzeug auf. Zudem ist eine Anordnung des wenigstens einen Möbels im Fahrzeug werkzeuglos veränderbar. Insbesondere han- delt es sich bei dem Fahrzeug um ein schienengebundenes Fahr- zeug. Unter werkzeuglos veränderbar soll im vorliegenden Zu- sammenhang verstanden werden, dass durch Einsatz einer übli- chen Handkraft eines erwachsenen Menschen eine Veränderung realisierbar ist. Eines zusätzlichen Werkzeugs bedarf es dem- nach nicht. Durch die werkzeuglose Veränderung kann ein er- forderlicher Zeitaufwand zur Veränderung einer Anordnung des wenigstens einen Möbels klein gehalten werden. Mittels der starren Verbindung ist vornehmlich das Möbel als Ganzes mit dem Fahrzeug verbunden. So folgt eine Bewegung des Möbels stets einer Bewegung des Fahrzeugs. Im Falle von Brems- oder Beschleunigungsvorgängen des Fahrzeugs hält die starre Ver- bindung das wenigstens eine Möbel an dessen zugeordneten Po- sition im Innenraum des Fahrzeugs.
Dies ermöglicht es, eine Anordnung der Möbel rasch und ein- fach zu verändern. Des Weiteren können dadurch zum Zwecke ei- ner Anpassung an gesetzliche Vorgaben, wie beispielsweise zum Zwecke einer Anpassung an Infektionsschutzmaßnahmen, Abstände
zwischen den Möbeln leicht verändert werden. Zudem kann die Anordnung von Möbeln so mit geringem Aufwand an Stoßzeiten angepasst werden. Hierbei ist denkbar, dass die Möbel zusam- mengerückt werden, um Fahrgäste vermehrt stehend zu transpor- tieren. Auf diese Weise kann eine Fahrgastkapazität erhöht werden. Zudem besteht die Möglichkeit, dass auf einen Ausbau der Möbel verzichtet werden kann. So kann ein logistischer Aufwand verringert werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht eine werkzeuglos betä- tigbare Befestigungsvorrichtung vor. Mittels der werkzeuglos betätigbaren Befestigungsvorrichtung ist die starre Verbin- dung zwischen dem wenigstens einen Möbel und dem Fahrzeug werkzeuglos lösbar und/oder herstellbar. Eine Anordnung des wenigstens einen Möbels ist so mit geringem Zeitaufwand und/oder geringem Personalaufwand schnell veränderbar. Bei der Befestigungsvorrichtung kann es sich beispielsweise um eine Hebelverschlussvorrichtung mit Schließhaken, eine Exzen- ter-Klemmvorrichtung, einen Spannverschluss und/oder eine Bolzen-Splint-Verbindung handeln. Insbesondere kann es sich bei der Befestigungsvorrichtung um eine Kniehebel-Verbindung oder um einen Bajonettverschluss handeln.
Eine vorteilhafte Ausführungsvariante sieht vor, dass eine Position des wenigstens einen Möbels im Innenraum des Fahr- zeugs veränderbar ist. Hierzu ist das wenigstens eine Möbel in einem gelösten Zustand der Befestigungsvorrichtung entlang eines Abschnitts des Innenraums bewegbar gelagert. Dies er- möglicht bereits mit geringem Kraftaufwand die Anordnung des wenigstens einen Möbels einfach zu verändern. Ein Abstand des wenigstens einen Möbels zu einem benachbarten Möbel kann be- darfsgerecht verändert werden. Zudem kann auf einen Ausbau des wenigstens einen Möbels verzichtet werden. Vorzugsweise ist die Befestigungsvorrichtung mittels eines Wälzlagers, wie beispielsweise eines Rollenlagers, bewegbar gelagert.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der zuvor genannten Ausführungsvariante ist eine Laufschiene vorgesehen, entlang
welcher das wenigstens eine Möbel und/oder zumindest ein Teil der Befestigungsvorrichtung bewegbar gelagert ist. Vorzugs- weise ist die Laufschiene in oder an einer Seitenwand des Fahrzeugs angeordnet. Auf diese Weise kann vorgegeben werden, entlang welcher Richtung die Anordnung des wenigstens einen Möbels veränderbar ist. Dies ermöglicht es, eine Veränderung der Anordnung zumindest teilweise zu automatisieren. Ferner ist denkbar, dass eine Einbauhöhe des wenigstens einen Möbels dadurch veränderbar ist, dass das wenigstens eine Möbel ent- lang der Laufschiene bewegbar gelagert ist. Beispielsweise könnten hierzu im Wesentlichen parallel übereinander verlau- fende Abschnitte der Laufschiene vorgesehen sein, welche mit- tels einer Weiche miteinander verbunden sind. Im Falle einer Veränderung der Einbauhöhe könnte hier das wenigstens eine Möbel von einem höheren Abschnitt der Laufschiene mittels der Weiche hin zu einem im Wesentlichen parallel dazu verlaufen- den tieferen Abschnitt der Laufschiene bewegt werden. Ent- sprechend könnte das wenigstens eine Möbel von einem tieferen Abschnitt der Laufschiene mittels der Weiche hin zu dem im Wesentlichen parallel darüber verlaufenden höheren Abschnitt der Laufschiene bewegt werden. Auf diese Weise kann die Ein- bauhöhe aufwandsgünstig und werkzeuglos verändert werden.
In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wird vorgese- hen, dass das wenigstens eine Möbel als ein Sitzmöbel ausge- bildet ist und dessen Ausrichtung veränderbar ist. Zur Verän- derung der Ausrichtung ist die Sitzfläche des Sitzmöbels in einen kompakten Zustand überführbar. Vorzugsweise ist die Sitzfläche des Sitzmöbels in einen kompakten Zustand klappbar oder drehbar. Des Weiteren ist die Sitzfläche des Sitzmöbels derart gelagert, dass eine Flächennormale der Sitzfläche im kompakten Zustand um eine Achse schwenkbar ist. Vorzugsweise ist die Flächennormale der Sitzfläche im kompakten Zustand um zumindest 90° und besonders bevorzugt um zumindest 180° um die Achse schwenkbar. Dies ermöglicht eine kompakte Anordnung von mehreren Sitzmöbeln dicht beieinander. Des Weiteren ist denkbar, dass die Flächennormale der Sitzfläche in dem kom- pakten Zustand um die Achse vollständig drehbar ist. Eine
Ausrichtung des zumindest einen Sitzmöbels kann so flexibel angepasst werden. Benachbarte Sitzmöbel oder Sitzmöbel, die eine gemeinsame Wandanbindung nutzen, können so in verschie- dene Richtungen ausgerichtet werden. Eine Gefahr einer Über- tragung von Krankheitserregern zwischen nebeneinander sitzen- den Fahrgästen kann auf diese Weise reduziert werden. Zudem kann eine Anpassung des wenigstens einen Sitzmöbels an eine Fahrtrichtung ermöglicht werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante wird vorgesehen, dass das Sitzmöbel eine Rückenlehne aufweist. In dem kompak- ten Zustand des Sitzmöbels ist diese Rückenlehne gemeinsam mit der Sitzfläche um die genannte Achse schwenkbar gelagert. Insbesondere ist die Rückenlehne wie im Zusammenhang mit der Flächennormalen der Sitzfläche beschrieben gemeinsam mit der Sitzfläche um die Achse schwenkbar oder drehbar gelagert. Üb- licherweise sind in Fahrzeugen Doppelsitze vorgesehen. Diese weisen zwei nebeneinander angeordnete Sitzmöbel auf. In einer solchen Anordnung kann die Ausrichtung jedes einzelnen Sitz- möbels unabhängig von einem anderen Sitzmöbel leicht werk- zeuglos verändert werden.
Ferner sieht eine vorteilhafte Weiterbildung einen Kragarm vor, an welchem das wenigstens eine Möbel angeordnet ist. Zu- dem ist vorgesehen, dass der Kragarm mittels der Befesti- gungsvorrichtung starr mit dem Fahrzeug verbindbar ist. Ein Kragarm wird in Fachkreisen häufig auch als Cantilever be- zeichnet. Auf eine unmittelbare Verbindung dieses Möbels mit einem Bodenbereich des Fahrzeugs kann so verzichtet werden. Eine Veränderung der Anordnung kann auf diese Weise weiter erleichtert werden.
Zudem ist in einer vorteilhaften Weiterbildung vorgesehen, dass die Anordnung des wenigstens einen Möbels in dem Fahr- zeug derart werkzeuglos veränderbar ist, dass ein Bauraum des wenigstens eines Möbels werkzeuglos veränderbar ist. Dies er- möglicht eine kompakte Anordnung des wenigstens einen Möbels im Fahrzeug. Bevorzugt ist hierbei, dass das wenigstens eine
Möbel in einen kompakten Zustand überführbar ist. So kann es ermöglicht werden, das wenigstens eine Möbel raumsparend an- zuordnen. Ferner ist in diesem Zusammenhang denkbar, dass das wenigstens eine Möbel in einem ersten Zustand als eine Abla- gevorrichtung eingerichtet ist, aus welchem es werkzeuglos in einen weiteren Zustand überführbar ist, in welchem das we- nigstens eine Möbel als ein Sitzmöbel eingerichtet ist. Die- ses Sitzmöbel kann sich zumindest teilweise von dem zuvor be- schriebenen und dem nachstehend beschriebenen Sitzmöbel un- terscheiden. Entsprechend ist es denkbar, dass das wenigstens eine Möbel aus dem weiteren Zustand werkzeuglos in den ersten Zustand zurück überführbar ist. Dies ermöglicht es beispiels- weise, dass ein Tisch oder ein Gepäckregal in eine Sitzvor- richtung überführbar ist oder umgekehrt.
Des Weiteren sind in einer vorteilhaften Weiterbildung mehre- re starr mit dem Fahrzeug verbundene Möbel vorgesehen. Diese mehreren Möbel sind über einen gemeinsamen Gangbereich zu- gänglich. Der Gangbereich ist im Innenraum des Fahrzeugs an- geordnet. Zudem ist eine Anordnung wenigstens eines Teils der mehreren Möbel derart werkzeuglos veränderbar, dass entlang wenigstens eines Abschnitts des Gangbereichs zusätzlich zum Gangbereich eine Ausweichbucht ausbildbar ist oder dass we- nigstens ein Möbel der mehreren Möbel in einer solchen Aus- weichbucht anordenbar ist. Dies ermöglicht es, gesetzlich an- geordnete Mindestabstände von sich begegnenden Personen ins- besondere im Gangbereich einzuhalten. Des Weiteren kann auf diese Weise eine Gefahr eine Übertragung von Infektionskrank- heiten verringert werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsvariante wird vorgeschla- gen, dass zumindest ein Möbel der mehreren Möbel als ein Ge- päckregal ausgebildet ist, welches werkzeuglos in einen kom- pakten Zustand überführbar ist. Ein Bauraum eines Gepäckre- gals kann auf diese Weise rasch verringert werden. Beispiels- weise kann so eine Ausweichbucht realisiert werden. Damit das Gepäckregal in einen kompakten Zustand überführbar ist, kann dieses beispielsweise einen Klappmechanismus, einen Schiebe-
mechanismus und/oder einen Faltmechanismus aufweisen. Denkbar ist des Weiteren, dass das Gepäckregal automatisch in einen kompakten Zustand überführbar ist. Beispielsweise ist das Ge- päckregal mittels Stellmotoren automatisiert in den kompakten Zustand überführbar.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Gepäckregal entlang einer Längserstreckung des Innenraums in einem mitt- leren Drittel angeordnet. In einem kompakten Zustand des Ge- päckregals kann so ein Stau und/oder Begegnungen zwischen Fahrgästen mit zu geringen Abständen zwischen den Fahrgästen in einem üblicherweise engen Gangbereich aufwandsgünstig ver- hindert werden. Zudem kann auf Einbahnstraßenregelungen zur Begehung des Gangbereichs durch Fahrgäste verzichtet werden.
Des Weiteren wird ein erfindungsgemäßes Sitzmöbel vorgeschla- gen. Das Sitzmöbel weist eine Rückenlehne, eine Sitzfläche und einen Kragarm auf. Die Sitzfläche ist hierbei in einen kompakten Zustand überführbar. Insbesondere handelt es sich bei dem Sitzmöbel um das bereits zuvor im Zusammenhang mit der werkzeuglos veränderbaren Ausrichtung des wenigstens ei- nen Möbels beschriebene Sitzmöbel und bei dem Kragarm um den bereits zuvor beschriebenen Kragarm. Des Weiteren sind die Sitzfläche und die Rückenlehne derart an dem Kragarm gela- gert, dass in dem kompakten Zustand der Sitzfläche eine Flä- chennormale der Sitzfläche um eine Achse schwenkbar ist. Die Flächennormale der Sitzfläche ist, wie bereits zuvor be- schrieben, um eine Achse schwenkbar. Dies ermöglicht eine flexibel veränderbare Ausrichtbarkeit eines Sitzmöbels. Das Sitzmöbel kann zudem im kompakten Zustand platzsparend inner- halb eines Fahrzeugs angeordnet werden. Auf eine Entnahme des Sitzmöbels aus dem Fahrzeug aus Platzgründen kann verzichtet werden.
Ferner ist ein erfindungsgemäßes Gepäckregal vorgesehen. Ins- besondere handelt es sich bei dem Gepäckregal um das bereits zuvor beschriebene Gepäckregal. Das Gepäckregal weist mehrere Bauteile auf, welche in einen kompakten Zustand überführbar
sind. Üblicherweise erfordern Gepäckregale einen großen Bau- raum. Dieser kann so, beispielsweise in Abhängigkeit einer Anzahl an Fahrgästen, reduziert werden. In einem kompakten Zustand des Gepäckregals kann auf diese Weise ein Innenraum des Fahrzeugs effizient genutzt werden. Beispielsweise können Ausweichbuchten geschaffen werden oder eine Fahrgastkapazität erhöht werden.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens kann eine Anordnung wenigstens eines Möbels in einem erfindungsgemäßen Fahrzeug verändert werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine Anordnung des wenigstens einen starr mit dem Fahrzeug verbundenen Möbels werkzeuglos verändert. Dies ermöglicht eine schnelle Verände- rung einer Position oder einer Ausrichtung des wenigstens ei- nen Möbels, bei welcher ein Arbeitsaufwand klein gehalten werden kann.
Eine vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass eine starre Verbindung zwischen dem Möbel und dem Fahrzeug mittels einer Befestigungsvorrichtung werkzeuglos gelöst wird. Daraufhin wird eine Position des Möbels verändert, indem die Befesti- gungsvorrichtung entlang eines Abschnitts des Innenraums des Fahrzeugs bewegt wird. Dies ermöglicht es, eine Anordnung von Möbeln rasch zu verändern. Beispielsweise können Abstände zwischen sitzenden Fahrgästen beliebig und schnell an gesetz- liche Vorgaben angepasst werden. Dies ermöglicht es, eine Fahrgastkapazität zu optimieren.
Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass eine Ausrichtung des wenigstens einen Möbels werkzeuglos verändert wird, indem das wenigstens eine Möbel von einem Ausgangszu- stand in einen kompakten Zustand überführt wird. Daraufhin wird das wenigstens eine Möbel in diesem kompakten Zustand um eine Achse geschwenkt und zuletzt wieder in den Ausgangszu- stand zurück überführt. Im Falle von nebeneinander sitzenden Fahrgästen kann es so ermöglicht werden, eine Wahrscheinlich-
keit einer Übertragung von Krankheitserregern zwischen den Fahrgästen zu verringern.
Ferner werden in einer vorteilhaften Weiterbildung mehrere starr mit dem Fahrzeug verbundene Möbel vorgesehen, welche derart angeordnet werden, dass diese über einen gemeinsamen Gangbereich zugänglich sind. Zudem wird in dieser Weiterbil- dung zum Zwecke eines Beseitigens oder Ausbildens einer Aus- weichbucht die Position und/oder eine Ausrichtung und/oder ein Zustand des wenigstens einen Möbels der mehreren Möbel werkzeuglos verändert. Eine enge Begegnungssituation von Fahrgästen in einem gemeinsamen Gangbereich kann so verhin- dert werden. Zudem kann ein Stau von Fahrgästen in dem Gang- bereich verhindert werden.
Die voranstehend beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese er- reicht werden, werden im Zusammenhang mit den Figuren in der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfin- dung näher erläutert. Soweit zweckdienlich, werden in den Fi- guren dieselben Bezugszeichen für dieselben oder einander entsprechende Elemente der Erfindung verwendet. Das Ausfüh- rungsbeispiel dient der Erläuterung der Erfindung und be- schränkt die Erfindung nicht auf die darin angegebenen Kombi- nationen von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Zudem können alle in dem Ausführungsbeispiel ange- gebenen Merkmale isoliert betrachtet und in geeigneter Weise mit den Merkmalen eines beliebigen Anspruchs kombiniert wer- den.
Es zeigen:
FIG 1 ein Beispiel eines ersten Nutzungsszenarios eines erfindungsgemäßen Fahrzeugs in einer schematischen Darstellung und eine Illustration eines Ausfüh- rungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
FIG 2 ein Beispiel eines weiteren Nutzungsszenarios des erfindungsgemäßen Fahrzeugs in einer schematischen Darstellung und eine Illustration des Ausführungs- beispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens;
FIG 3 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemä- ßen Sitzmöbels und eine Illustration des Ausfüh- rungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens;
FIG 4 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Sitzmöbels in einem kompakten Zustand sowie eine Illustration des Ausführungsbeispiels des erfin- dungsgemäßen Verfahrens.
FIG 1 zeigt einen Ausschnitt eines Fahrgastraums 12 eines schienengebundenen Fahrzeugs 10. In diesem Fahrgastraum 12 sind mehrere Möbel 18, 34, 38 angeordnet, welche jeweils eine starre Verbindung mit dem Fahrzeug 10 aufweisen. Die mehreren Möbel 18, 34, 38 sind derart in dem Fahrzeuginnenraum 12 an- geordnet, dass diese über einen gemeinsamen Gangbereich 30 zugänglich sind. Bei den mehreren Möbeln 18, 34, 38 handelt es sich beispielhaft um mehrere Sitzmöbel 18, um ein Gepäck- regal 34 und um einen Tisch 38. Im vorliegenden Ausführungs- beispiel sind jeweils zwei Sitzmöbel 18 nebeneinander zu ei- nem Doppelsitz 40 angeordnet. Des Weiteren ist das Gepäckre- gal 34 etwa in der Mitte einer gesamten Längserstreckung des Fahrgastraums 12 angeordnet. Ferner zeigt FIG 1 ein erstes Nutzungsszenario mit einer üblichen Anordnung von Möbeln 18, 34, 38 in dem Fahrgastraum 12. Um diese Anordnung einfach und flexibel zu verändern, sind die beispielhaft dargestellten Sitzmöbel 18 sowie der beispielhaft dargestellte Tisch 38 mittels einer werkzeuglos betätigbaren Befestigungsvorrich- tung 16 starr mit dem Fahrzeug 10 verbunden. Hierbei handelt es sich bei der werkzeuglos betätigbaren Befestigungsvorrich- tung 16 beispielhaft um eine dem Fachmann bekannte und nicht näher dargestellte Exzenter-Klemmvorrichtung. Denkbar sind hierbei auch andere, dem Fachmann bekannte werkzeuglos betä- tigbare Befestigungsvorrichtungen.
Mittels der werkzeuglos betätigbaren Befestigungsvorrich- tung 16 ist eine starre Verbindung zwischen den als Doppel- sitz 40 angeordneten Sitzmöbeln 18 und dem Fahrzeug 10 sowie zwischen dem Tisch 38 und dem Fahrzeug 10 werkzeuglos lösbar und werkzeuglos herstellbar. In einer alternativen Ausfüh- rungsvariante ist des Weiteren denkbar, dass das Gepäckregal 34 ebenfalls mittels der werkzeuglos betätigbaren Befesti- gungsvorrichtung 16 starr mit dem Fahrzeug 10 verbunden ist. Zudem sind in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel die werk- zeuglos betätigbaren Befestigungsvorrichtungen 16 bewegbar auf einer Laufschiene 36 gelagert. Beispielhaft ist hierbei je eine Laufschiene 36 entlang je einer von zwei Seitenwan- dungen des Fahrgastraums 12 angeordnet. In einem gelösten Zu- stand der Befestigungsvorrichtung 16 können so die als Dop- pelsitz 40 angeordneten Sitzmöbel 18 oder der Tisch 38 ent- lang der Laufschiene 36 bewegt werden. Hierbei ist denkbar, dass die Laufschiene 36 in einer nicht näher dargestellten besonderen Ausführungsform mehrere übereinander angeordnete Abschnitte aufweist. Diese Abschnitte sind auf eine nicht nä- her dargestellte Weise mit wenigstens einer, dem Fachmann be- reits bekannten, Weiche miteinander verbunden. Indem die ge- nannten Möbel 18, 38 in dieser besonderen Ausführungsform be- wegbar entlang der Laufschiene gelagert sind, kann eine Ein- bauhöhe des entsprechenden Möbels 18, 38 aufwandsgünstig ver- ändert werden. Insbesondere ist im Falle einer vorgesehenen Veränderung der Einbauhöhe auf diese Weise wenigstens eines der bewegbar entlang der Laufschiene 36 gelagerten Möbel 18, 38 von einem Abschnitt der Laufschiene 36 mittels der Weiche hin zu einem im Wesentlichen parallel dazu verlaufenden höhe- ren oder tieferen Abschnitt der Laufschiene 36 bewegbar. Um eine gewünschte Position eines jeweiligen Möbels 18, 38 ent- lang der Laufschiene 36 zu fixieren, wird die jeweilige Be- festigungsvorrichtung 16 werkzeuglos betätigt. Auf diese Wei- se wird werkzeuglos die starre Verbindung zwischen dem jewei- ligen Möbel 18, 38 und dem Fahrzeug 10 hergestellt.
FIG 2 zeigt den in FIG 1 beschriebenen Fahrgastraum 12 des schienengebundenen Fahrzeugs 10 in einem weiteren Nutzungs- szenario. In dem weiteren Nutzungsszenario weisen die als Doppelsitz 40 angeordneten Sitzmöbel 18 zum Teil größere Ab- stände und/oder zum Teil veränderte Ausrichtungen im Ver- gleich zu dem in FIG 1 gezeigten Nutzungsszenario auf. Des Weiteren ist in diesem weiteren Nutzungsszenario der Gangbe- reich 30 um Ausweichbuchten 32 erweitert. Zudem wurde die An- zahl an zur Verfügung stehenden Sitzplätzen im Vergleich zu dem in FIG 1 beschriebenen Nutzungsszenario verringert, indem beispielhaft sechs Sitzmöbel 18 von drei Doppelsitzen 40 in einen kompakten Zustand verbracht wurden und daraufhin ent- lang der Laufschiene 36 an ein Ende des Fahrgastraums ver- schoben wurden. Auf diese Weise können die Doppelsitze 40 raumsparend zwischengelagert werden, um in einem anderen Nut- zungsszenario eine Anzahl an Sitzplätzen rasch zu vergrößern. Des Weiteren befindet sich in dem in FIG 2 gezeigten weiteren Nutzungsszenario das Gepäckregal 34 in einem kompakten Zu- stand. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurde das in FIG 1 gezeigte Gepäckregal 34 mittels eines dem Fachmann bekannten und nicht näher dargestellten Schiebemechanismus in den in FIG 2 gezeigten kompakten Zustand überführt. Dies ermöglicht es, einfach eine Ausweichbucht 32 zu realisieren. Alternativ oder zusätzlich ist hierbei denkbar, dass das Gepäckregal 34 mittels eines Klappmechanismus und/oder eines Faltmechanismus in den kompakten Zustand überführbar ist. Ferner ist denkbar, dass das Gepäckregal 34 in dem kompakten Zustand als eine nicht näher dargestellte Sitzbank mit einer Sitzfläche und einer Rückenlehne ausgebildet ist. Zudem ist denkbar, dass das Gepäckregal 34 automatisiert in den kompakten Zustand überführt wird. Dies kann beispielhaft mittels Stellmotoren realisiert werden.
Des Weiteren zeigt ein Vergleich der FIG 1 und der FIG 2, dass in dem weiteren Nutzungsszenario eine Ausrichtung eines Teils der Sitzmöbel 18 gegenüber einer Ausrichtung dieser Sitzmöbel 18 in dem ersten Nutzungsszenario verändert ist. Durch eine Veränderung der Ausrichtung, einer Position
und/oder eines Abstands zwischen den Sitzmöbeln 18 kann werk- zeuglos eine Ausweichbucht 32 ausgebildet oder beseitigt wer- den. Darüber hinaus zeigt FIG 2, dass einzelne Sitzmöbel 18 zu einem Doppelsitz 40 angeordnete Sitzmöbel 18 unterschied- lich ausgerichtet sind.
In FIG 3 und FIG 4 ist jeweils beispielhaft ein Doppelsitz 40 für die in FIG 1 und FIG 2 schematisch dargestellten Doppel- sitze 40 gezeigt. Der gezeigte Doppelsitz 40 weist zwei ne- beneinander auf einem Kragarm 28 angeordnete Sitzmöbel 18 auf. Jedes der beiden Sitzmöbel 18 weist eine Rückenlehne 26 sowie eine Sitzfläche 20 auf. Die zwei Sitzmöbel 18 des ge- zeigten Doppelsitzes 40 sind im vorliegenden Ausführungsbei- spiel auf einem Kragarm 28 drehbar gelagert. Der Kragarm 28 ist mittels einer werkzeuglos betätigbaren Befestigungsvor- richtung 16 und der Laufschiene 36 starr mit dem Fahrzeug 10 verbunden. Indem die Befestigungsvorrichtung 16 gelöst wird, kann der Kragarm 28 mit den beiden darauf angeordneten Sitz- möbeln 18 entlang der Laufschiene 36 bewegt werden. Eine Aus- richtung eines Sitzmöbels 18 der beiden Sitzmöbel 18 des ge- zeigten Doppelsitzes 40 wird verändert, indem dessen Sitzflä- che 20 in einen kompakten Zustand geklappt wird.
FIG 4 zeigt einen kompakten Zustand der beiden Sitzmöbel 18 des Doppelsitzes 40. Die Rückenlehne 26 sowie die Sitzfläche 20 sind in dem kompakten Zustand derart auf dem Kragarm 28 gelagert, dass eine Flächennormale 22 der Sitzfläche 20 um eine vertikale Achse 24 drehbar ist. Auf diese Weise kann ei- ne Ausrichtung jedes Sitzmöbels 18 der beiden Sitzmöbel 18 individuell verändert werden. Dies wird derart realisiert, dass das Sitzmöbel 18 in diesem kompakten Zustand um die ver- tikale Achse 24 bis zu einer gewünschten Ausrichtung ge- schwenkt wird. In der gewünschten Ausrichtung wird dann das Sitzmöbel 18 von dem kompakten Zustand wieder zurück in den Ausgangszustand überführt. Dies ermöglicht es ebenfalls, eine Ausweichbucht 32 zusätzlich zum gemeinsamen Gangbereich 30 auszubilden.
Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausfüh- rungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele einge- schränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.