Beutel aus Papier sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Beutels aus Papier
Die Erfindung betrifft einen Beutel aus Papier nach Anspruch 1 sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Beutels aus Papier nach den Ansprüchen 7 beziehungsweise 8.
Beutel aus Papier sind seit Jahrzehnten bekannt und werden zum Transport verschiedenster Produkte eingesetzt, beispielsweise zum Transport von im Einzelhandel gekaufter Waren.
Ausgangspunkt der vorliegenden Erfindung sind solche Beutel, die eine erste Lage und eine zweite Lage aus Papier umfassen, welche an ihren Seitenkanten jeweils miteinander verbunden sind. Diese beiden Lagen bilden einen Füllraum, in den Produkte transportiert werden können. Ein Ende dieser Beutel ist ein mit einem Boden verschlossenes Ende. Über das zweite, offene Ende ist dann das Produkt einfüllbar.
Nachteilig bei dieser Art von Beuteln ist es jedoch, dass die zu transportierenden Waren oft voluminös sind, so dass das offene Ende nach dem Einfüllen der Produkte häufig weit offensteht, so dass die Produkte nicht nur der Witterung, sondern auch neugierigen Blicken von Passanten ausgesetzt sind, insbesondere wenn die Produkte aus dem Bekleidungseinzelhandel stammen. Will man das offene Ende jedoch nach der Art einer Brötchentüte zusammenrollen, so ist zusätzliches Papiermaterial nötig. Zudem könnten die Produkte beschädigt werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Beutel, ein Herstellungsverfahren und eine Herstellungsvorrichtung vorzuschlagen, die diese Nachteile zumindest teilweise ausräumen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch sämtliche Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind mögliche Ausgestaltungen der Erfindung angegeben. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Beutel aus Papier mit einer ersten Lage und einer zweiten Lage, welche an ihren Seitenkanten jeweils miteinander verbunden sind und einen Füllraum bilden, wobei der Beutel an seinem geschlossenen Ende einen Kreuzboden umfasst und an seinem offenen Ende, über das der Füllraum befüllbar ist, die Querränder der ersten und der zweiten Lagen auf gleicher Höhe enden, wobei mit der ersten Lage ein Zettel verbunden ist, welcher sich über die Querränder der ersten und der zweiten Lage hinaus erstreckt, wobei der Zettel insbesondere auf der dem Füllraum abgewandten Seite der ersten Lage angeordnet ist. Demnach betrifft die Erfindung insbesondere Beutel mit einem Kreuzboden, die aus einem Schlauchstück gebildet werden, die in einer Transportrichtung, welche parallel zu den Seitenkanten verläuft, gefördert werden, wobei die erste Lage und die zweite Lage sowohl an einem ersten Ende als auch an einem zweiten Ende an dem gleichen Punkt enden, und bei denen an einem Ende ein Kreuzboden angeformt wird. Dieses Ende ist vorzugsweise das im Herstellverfahren vordere Ende. Die Transportrichtung der Beutel bei der Herstellung ist gleichzeitig die Längsrichtung oder Hauptrichtung der Beutel, die demnach zwischen seinen beiden Enden verläuft. Unter dem Begriff Kreuzboden werden solche Böden verstanden, die durch Aufziehen eines Endes des Schlauchstücks unter Bildung von Seitenlaschen und Seitentaschen und durch Zurückfalten von Teilen der Seitenlaschen entstanden sind.
Die Seitenkanten zwischen der ersten und der zweiten Lage können dabei als einfache Falzkanten ausgebildet sein oder als Seitenfalten, bei denen
insbesondere zwischen den beiden Lagen an jeder Seite ein nach innen gefalteter Papierstreifen vorgesehen ist. Hat ein Beutel Seitenfalten, wird der gefaltete Boden insbesondere als Blockboden ausgebildet. Hat der Beutel hingegen keine Seitenfalten, wird der Boden oft als Kreuzboden bezeichnet. In beiden Fällen bildet sich der Boden eines befüllten Beutels im Wesentlichen quaderförmig aus.
Mit der ersten Seite ist nun erfindungsgemäß ein Zettel verbunden, welcher sich über den Querrand der ersten und der zweiten Lage hinaus erstreckt, wobei der Zettel insbesondere auf der dem Füllraum abgewandten Seite der ersten Lage angeordnet ist. Es ist nun möglich, diesen Zettel umzufalten, um so das offene Ende des Beutels abzudecken. Der Zettel liegt also vor der Benutzung des Beutels im Wesentlichen in der Ebene der ersten Lage. Bevor der Füllraum befüllt wird, wird in der Regel der Beutel geöffnet, wobei der Boden, welcher sich oft ebenfalls im Wesentlichen in der Ebene der ersten Lage befindet, ausgefaltet wird. Nach dem Befüllen des Beutels kann nun der Zettel beispielsweise um 90 Grad, aber auch weitergehend umgefaltet werden. Auf diese Weise ist der Füllraum nun besser beispielsweise vor Witterungseinflüssen geschützt. Die Faltkante, um welche der Zettel umgefaltet ist, kann mittels einer Vorprägung definiert sein.
Vorteilhaft ist es, wenn der Zettel ein separates Werkstück ist, welches mittels einer Verbindung, insbesondere mittels einer Klebeverbindung mit der ersten Lage verbunden ist. Damit kann der Zettel beispielsweise nach der vollständigen Herstellung des Beutels auf die erste Lage aufgebracht und dort befestigt werden. Bevorzugt ist es jedoch, diesen vor dem Ende der Herstellung und insbesondere vor dem Anformen des Bodens aufzubringen. Eine Klebeverbindung kann beispielsweise durch einen Kaltleim, einen wärmeaktivierbaren Kleber (Hot-Melt-Kleber) oder durch das Aufbringen eines Extrudats erfolgten. Eine Klebeverbindung kann auch mittels eines beidseitig klebenden Materialstücks hergestellt werden, beispielsweise mit doppelseitig klebenden Etiketten. Jedoch kann der separate Zettel auch auf andere Weise mit der ersten Lage verbunden werden, beispielsweise mittels Heftklammer, die oft auch als Tackernadeln bezeichnet werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind Griffstreifen vorgesehen, welche sich über die Querränder der ersten und der zweiten Lage hinaus erstrecken, wobei der Zettel im Bereich der Griffstreifen Aussparungen aufweist. In dieser Weiterbildung dienen die Griffstreifen dem einfacheren Transport des befüllten Beutels. Die Griffstreifen können beispielsweise Kordelgriffstreifen sein, welche aus zusammengezwirnten Garnen bestehen. Auch Flachgriffstreifen sind denkbar, die in der Regel aus mehrfach übereinander gefalteten Papierstreifen bestehen. Vorteilhaft ist es, wenn die Griffstreifen auf den dem Füllraum zugewandten Flächen der ersten und der zweiten Lage befestigt sind. Um nun den Füllraum zumindest teilweise abdecken zu können, ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Zettel im Bereich der Griffstreifen Aussparungen umfasst, so dass der Zettel auch durch die Griffstreifen hindurch umgefaltet werden können. Der Begriff „Aussparungen“ soll dabei auch vollständige Trennungen umfassen, das heißt, dass der Zettel mehrteilig sein und Zettelabschnitte umfassen kann, die jeweils mit einem anderen Zettelabschnitt unverbunden sind.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Zettel auf die zweite Lage umfaltbar ist, um das offene Ende zumindest teilweise zu verschließen. Hierbei wird also nicht nur das offene Ende abgedeckt, sondern im Bereich des offenen Endes die beiden Lagen wieder aneinander angenähert, so dass das offene Ende dadurch verkleinert wird, dass der Zettel das erste und das zweite Ende aneinanderdrückt. Dazu wird der Zettel um einen Winkel von mehr als 90 Grad, jedoch weniger als 180 Grad um eine Faltkante umgefaltet.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn auf der zweiten Lage wenigstens ein Haftelement befestigt ist, mit welchem der Zettel in einem auf die zweite Lage umgefalteten Zustand auf der zweiten Lage befestigbar ist, wobei das Haftelement insbesondere auf der dem Füllraum abgewandten Seite der zweiten Lage angeordnet ist. Damit ist das Haftelement vorzugsweise, genau wie der Zettel, auf der Außenseite des Beutels angeordnet. Mit der Nutzung eines Haftelements ist es nun möglich, das offene Ende wieder nahezu zu verschließen. Das Haftelement kann wiederum ein doppelseitig klebendes
Klebeband sein. Auch kann ein verflüssigtes Extrudat oder ein verflüssigter Haftkleber aufgetragen werden, welche im wieder erkalteten Zustand eine Haftkraft für den Zettel bereitstellen. Um zu vermeiden, dass die Haftwirkung des Haftelements nachlässt oder dass andere Gegenstände am Haftelement anhaften, ist vorteilhafterweise ein Schutzelement vorgesehen, mit welchem das Haftelement bedeckbar ist, bevor dieses seinen vorgesehenen Nutzungszweck erfüllt. Das Schutzelement kann später vom Nutzer vor dem Umfalten des Zettels vom Haftelement abgezogen werden, so dass die klebrige Außenseite des Haftelements frei liegt. Danach kann der Zettel auf das Haftelement umgefaltet werden.
Die oben genannte Aufgabe wird zusätzlich gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung eines Beutels aus Papier, wobei eine Papierbahn zur Verfügung gestellt wird, welche umgeschlagen und an ihren Seitenkanten zur Bildung eines Schlauches mit sich selbst verbunden wird, wobei von dem Schlauch ein Schlauchstück abgetrennt wird, mit einer ersten Lage und einer zweiten Lage, welche an ihren Seitenkanten jeweils miteinander verbunden sind und einen Füllraum bilden, wobei an dem Schlauchstück ein Block- oder Kreuzboden angeformt wird, um ein geschlossenes Ende zu bilden, und wobei ein offenes Ende belassen wird, über das der Füllraum befüllbar ist, wobei an dem offenen Ende die Querränder der ersten und der zweiten Lagen auf gleicher Höhe enden, wobei mit der ersten Lage ein Zettel verbunden wird, welcher sich über die Querränder der ersten und der zweiten Lage hinaus erstreckt, wobei der Zettel insbesondere auf der dem Füllraum abgewandten Seite der ersten Lage angeordnet ist.
Damit werden die gleichen Vorteile erzielt, wie sie bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Einrichtung beschrieben worden sind.
Die oben genannte Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Vorrichtung zur Herstellung eines Beutels aus Papier, mit einer Abwickeleinrichtung zum Abwickeln einer Papierbahn von einem Wickel,
mit einer Schlauchbildungseinrichtung, mit welcher Teile der Papierbahn umschlagbar und an ihren Seitenkanten zur Bildung eines Schlauches mit sich selbst verbindbar sind, mit einer Trenneinrichtung, mit welcher von dem Schlauch sukzessive jeweils ein Schlauchstück mit einer ersten Lage und einer zweiten Lage, welche an ihren Seitenkanten jeweils miteinander verbunden sind und einen Füllraum bilden, abtrennbar ist, mit einer Bodenbildungseinrichtung zum Anformen eines Block- oder Kreuzbodens an jeweils ein Schlauchstück, um ein geschlossenes Ende zu bilden, wobei ein offenes Ende am Schlauchstück verbleibt zum Befüllen des Füllraums, wobei an dem offenen Ende die Querränder der ersten und der zweiten Lagen auf gleicher Höhe enden, mit einem Zettelapparat, mit welchem ein Zettel auf die erste Lage des Schlauchstücks auftragbar und mit der ersten Lage verbindbar ist, wobei sich der Zettel über die Querränder der ersten und der zweiten Lage hinaus erstreckt, wobei der Zettel insbesondere auf der dem Füllraum abgewandten Seite der ersten Lage anordenbar ist.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor, in der unter Bezugnahme auf die Figuren verschiedene Ausführungsbeispiele im Einzelnen erläutert sind. Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder beliebige Kombinationen erwähnter Merkmale erfindungswesentlich sein. Im Rahmen der gesamten Offenbarung gelten Merkmale und Einzelheiten, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und jeweils umgekehrt, so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten der Erfindung stets wechselseitig Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann. Gleiches gilt in Bezug auf die Merkmale, die im Zusammenhang mit einem erfindungsgemäßen Beutel beschrieben sind. Auch diese Merkmale gelten im Zusammenhang mit einem erfindungsgemäßen Verfahren und einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Die einzelnen Figuren zeigen:
Fig. 1 Ansicht eines erfindungsgemäßen Beutels
Fig. 2 Rückwärtige Ansicht des Beutels aus Fig. 1
Fig. 3 Bodenschließstation mit mehreren erfindungsgemäßen
Einrichtungen
Fig. 4 Darstellung von Verfahrensschritten zur Fierstellung eines erfindungsgemäßen Beutels
Fig. 5 Beutel nach Durchführung der Verfahrensschritte gemäß der Figur 4
Fig. 6 Fertiggestellter Beutel
Fig. 7 Vorrichtung zur Fierstellung erfindungsgemäßer Beutel
Die Figuren 1 und 2 zeigen perspektivische Ansichten eines erfindungsgemäßen Beutels 100, welcher eine erste Lage 101 und eine zweite Lage 102 umfasst. Diese Lagen 101 und 102 sind miteinander verbunden, beispielsweise über Seitenfalten 103 und 104, wie sie in den genannten Figuren dargestellt sind. Am unteren Ende des Beutels 100 ist ein nicht sichtbarer Boden 105 angeformt, welcher im gezeigten, ausgefalteten Zustand im Wesentlichen eine Rechteckform aufweist. Der Beutel 100 umfasst ein offenes Ende 106, über das der Beutel befüllt werden kann. An diesem offenen Ende 106 weisen die beiden Lagen 101 und 102 jeweils einen Querrand 107 und 108 auf, welche in Flauptrichtung des Beutels gesehen auf derselben Flöhe enden, was also bedeutet, dass die Ränder im zusammengelegten Zustand des Beutels direkt aufeinander liegen. Mit der ersten Lage 101 ist ein Zettel 110 verbunden, wobei der Zettel sich bevorzugt auf der Außenoberfläche der Lage 101 befindet. Dieser Zettel 110 erstreckt sich über den Querrand 107 hinaus. Bevorzugt erstreckt sich der Zettel 110 über mindestens 60 % der Breite des Beutels, insbesondere über mindestens 80 % der Breite des Beutels. Im Bereich der Fläche, in welcher sich die erste Lage und der Zettel überdecken, befindet sich die Verbindungsfläche 111 für den Zettel an der ersten Lage, wobei die Verbindungsfläche mit einem Verbindungsmaterial belegt ist, welches beispielsweise ein Kaltleim, ein Flot- Melt-Klebstoff oder ein doppelseitig klebendes Material sein kann.
Auf der zweiten Lage 102 sind vorzugsweise eine oder mehrere Klebeflächen 112 angeordnet. Diese Klebeflächen 112 sind mit einem Schutzmaterial 113, beispielsweise mit einem mit Silikon beschichteten Papier belegt, so dass die Klebeflächen zunächst inaktiv bleiben.
Ferner umfasst der Beutel 100 Griffelemente 120, auf welche jedoch auch verzichtet werden kann. Bevorzugt ist je ein Griffelement 120 auf den dem Innenraum zugewandten Oberflächen der Lagen 101 und 102 angeordnet und dort befestigt. Um die Befestigung haltbarer zu machen, können Verstärkungszettel 121 vorgesehen sein, welche auf die genannten Oberflächen der Lagen 101 und 102 geklebt sind und mit einem Teil der Griffelemente 120 verbunden sind.
Sind Griffelemente 120 vorhanden, ist es vorteilhaft, wenn der Zettel 110 im Bereich der Griffelemente 120 Aussparungen 122 umfasst, um ein von den Griffelementen 120 ungestörtes Umschlagen zu ermöglichen.
Die Figur 3 zeigt nun den Beutel gemäß den Figuren 1 und 2, bei dem jedoch die Lagen 101 und 102 im Bereich der offenen Endes 106 zusammengedrückt sind, das Schutzmaterial 113 von den Klebeflächen 112 entfernt worden ist und die Bestandteile des Zettels 110 auf die Außenfläche der Lage 102 umgeschlagen und dort mittels der Klebeflächen 112 befestigt worden sind.
Die Figur 4 verdeutlicht nun wesentliche Verfahrensschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Beutels 100. Im Schritt a) ist zunächst ein Ausschnitt aus einer Papierbahn 200 erkennbar, welcher die Grundlage für den späteren Beutel darstellt. Die Papierbahn wird in der Transportrichtung T transportiert, welche gleichzeitig die Richtung der Längsachse des späteren Beutels ist. Erkennbar sind bereits die späteren Quertrennlinien 201, entlang welcher der spätere Schlauch in Schlauchabschnitte getrennt wird. Diese Quertrennlinien verlaufen vollständig orthogonal zur Transportrichtung T und sind als gerade Linien ausgebildet. Die unterbrochenen Linien, welche parallel zur Transportrichtung verlaufen, stellen Falzkanten 202 zur Bildung der späteren Seitenfalten dar. Rückseitig der Papierbahn 200, also auf der dem Betrachter
abgewandten Seite, werden in einem ersten Verfahrensschritt auf jedem späteren Schlauchabschnitt Klebeflächen 112 und Schutzmaterial 113 aufgetragen. In einem weiteren Schritt b), der vor, nach oder sogar zeitgleich mit dem voranstehend beschriebenen Schritt durchgeführt werden kann, werden auf der sichtbaren Seite der Papierbahn 200 Griffelemente 120 und optional Verstärkungszettel 121 aufgetragen und befestigt. Nachfolgend wird in einem nicht dargestellten Verfahrensschritt aus der Papierbahn 200 ein Schlauch gebildet, indem die Ränder der Papierbahn in Richtung des Betrachters umgeschlagen und miteinander verbunden werden. Dabei oder kurz danach werden die Seitenfalten eingelegt. Anschließend erfolgt ein Schritt, in dem der Schlauch in Schlauchstücke vereinzelt wird. Dies kann durch ein Schneidwerkzeug erfolgen, welches Schnitte entlang der Linien 201 durchführt. Auch kann alternativ oder zusätzlich vor dem Aufbringen der Griffelemente eine Perforation der Linien 201 erfolgen. Im Schritt des Vereinzeins kann dann ein Abreißen eines Schlauchstücks vom Schlauch erfolgen. In einem weiteren Schritt, der nicht notwendigerweise vor den im Zusammenhang mit den Figuren 5 und 6beschriebenen Schritten erfolgt, wird ein Boden, insbesondere ein Blockboden geformt.
Die Figur 5 zeigt einen Beutel, wie er sich nach den im Zusammenhang mit der Figur 4 beschriebenen Verfahrensschritten darstellt. In dieser Darstellung ist nun der Boden 105 zu erkennen.
In einem letzten Verfahrensschritt wird nun ein Zettel 110 auf den Beutel 100 appliziert. Dazu kann ein Zettel von einer nicht gezeigten Zettelbahn abgetrennt und mit optionalen Aussparungen 122 versehen werden. Zur Durchführung dieses Schrittes können ein oder mehrere Stanz- und/oder Schneidwerkzeuges vorgesehen sein, welche wiederum nicht gezeigt sind. Anschließend kann ein Klebstoff auf den Zettel 122 und/oder auf den Bereich der ersten Lage 101 aufgetragen werden, auf den der Zettel aufgeklebt werden soll. Als nächster Schritt erfolgt das Auflegen und damit das Befestigen des Zettel auf der ersten Lage 101. Diese Situation ist in der Figur 6 dargestellt.
Die Figur 7 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Herstellung von Beuteln 100. In dieser Figur sind die wesentlichen Bestandteile dieser Vorrichtung schematisch gezeigt. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Abwickeleinrichtung 2, welcher die Papierbahn 200 in Form eines Wickels 4 zugeführt wird. Von diesem Wickel 4 ausgehend wird die Materialbahn 100 über Leitwalzen 5 einer optionalen Querschneidestation 6 beziehungsweise Perforierstation 6 zugeführt. Diese Station 6 kann ein oder mehrere nicht näher dargestellte Querschneid- oder Querperforiermesser umfassen, welches auf einer Walze 7 umläuft. Insbesondere können in dieser Station Bereiche der Linien 201 vorperforiert oder vorgeschnitten werden, in denen später die Griffelement 120 kreuzen. Anstelle von Messern können in dieser Station auch kontaktlose Schneidvorrichtungen, etwa eine Laserschneidvorrichtung, eingesetzt werden. Die Materialbahn 200 kann in dieser Station 6 über eine Gegendruckwalze 8 laufen, die vor allem den Zweck hat, den für den Schneid- oder Perforiervorgang notwendigen Gegendruck bereitzustellen. Bei diesem Schneid- oder Perforiervorgang wird die Bahn nicht durchtrennt. Im weiteren Verlauf ist nun eine optionale Griffapplikationsstation 30 vorgesehen, mit welcher Griffelemente 120 und Verstärkungszettel 121 gemäß den Verfahrensschritten, die im Zusammenhang mit den Figuren 4 bis 6 beschrieben worden sind, auf die Papierbahn 200 befestigbar sind. Stromabwärts der Station 6 ist auch eine Klebeflächenapplikationsstation 31 vorgesehen, mit welcher die Klebeflächen 112 und das Schutzmaterial 113 auf der den Griffelement abgewandten Oberfläche der Papierbahn 200 auf diese auftragbar sind. Die Station 31 kann auch stromaufwärts der Station 6 angeordnet sein.
Anschließend durchläuft die Materialbahn 200 einen Walzenspalt, der von einer weiteren Leitwalze 5 und einer als Längsleimung 26 ausgebildeten Walze. Diese trägt Leim auf einen Seitenbereich der Materialbahn 3 auf, damit beide
Seitenbereiche nach der Schlauchbildung, die im Folgenden beschrieben wird, dauerhaft miteinander verbunden sind.
In der nachfolgenden Schlauchbildungsstation 9 wird aus der Materialbahn 200 ein Schlauch 10 gebildet, indem die Materialbahn 200 mittels Führungselementen, wie beispielsweise Führungsblechen, seitlich eingeschlagen wird, so dass sich die Ränder der Materialbahn anschließend überlappen. Die sich anschließend überlappenden Bereiche wurden bereits mittels der Längsleimung 26 mit einem geeigneten Klebstoff versehen. Während des Einschlagens der Papierbahn können auch Seitenfalten eingelegt werden. Das Einlegen der Seitenfalten kann aber grundsätzlich auch nach der Schlauchbildung erfolgen. Der Schlauch 10 wird nun im Wesentlichen in der Transportrichtung T weitergeführt. Nachdem der Schlauch 10 erzeugt wurde, wird dieser in der
Vereinzelungsstation 11 zu Schlauchstücken 12 vereinzelt. Dazu wird der Schlauch 10 durch den Walzenspalt eines Walzenpaares 13 geführt. Eine der Walzen des Walzenpaares 13 ist als Schneidwalze ausgebildet. Diese umfasst dazu vorzugsweise wenigstens ein quer zur Transportrichtung T verlaufende Schneidmesser, welches insbesondere im Bereich der Griffelemente Aussparungen aufweist, um diese nicht zu durchtrennen. Selbstverständlich können auch mehreren Einzelmesser vorgesehen sein, die voneinander beabstandet sind im Bereich der Griffelemente. Die Einzelmesser liegen dennoch auf einer einzigen Schneidlinie und können relativ zur Schneidwalze verschiebbar sein.
Während des weiteren Vorschubs des Schlauches gelangt dieser in den Walzenspalt eines optionalen zweiten Walzenpaares 14. Die Walzen des zweiten Walzenpaares können ständig oder zumindest temporär eine größere Umfangsgeschwindigkeit als die Walzen des ersten Walzenpaares 13 aufweisen, um einen Abstand zwischen dem zuletzt abgetrennten Schlauchstück und dem neu entstandenen vorlaufenden Ende des Schlauches zu generieren.
Das vom Schlauch abgerissene Schlauchstück gelangt nun in die Bodenfaltstation 15, auf deren genauer Aufbau nicht weiter eingegangen wird. Im Zusammenhang mit der Erfindung ist jedoch die Applikationsstation 17 für Zettel 110 wichtig, mit welcher die Zettel auf den Beutel 110 applizierbar sind. Diese Applikation wurde bereits im Zusammenhang mit den Figuren 4 bis 6 genauer beschrieben.
Nach der Fertigstellung des Beutels wird dieser mittels des Bodenmacherzylinders 16 auf einen Tisch 18 abgestellt. Dabei werden die Beutel in der Regel senkrecht stehend angeordnet. Von diesem Tisch 18 können die Beutel dann stapelweise auf eine geeignete Weise entnommen werden.