Verfahren und Vorrichtung zur Bereitstellung von Information in einem Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung zur Bereitstellung von Information in Bezug auf das Umfeld eines Fahrzeugs für einen Insassen bzw. Nutzer des Fahrzeugs.
Ein Insasse eines Fahrzeugs, insbesondere eines autonom fahrenden Fahrzeugs, kann auf einer Fahrt relativ viel Zeit zur Verfügung haben, die nicht mit der Führung des Fahrzeugs verbracht werden muss. Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, es einem Insassen eines Fahrzeugs zu ermöglichen, die verfügbare Zeit bei einer Fahrt mit dem Fahrzeug möglichst sinnvoll und/oder kurzweilig zu verbringen.
Die Aufgabe wird durch jeden der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen werden u.a. in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Es wird darauf hingewiesen, dass zusätzliche Merkmale eines von einem unabhängigen Patentanspruch abhängigen Patentanspruchs ohne die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs oder nur in Kombination mit einer Teilmenge der Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs eine eigene und von der Kombination sämtlicher Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs unabhängige Erfindung bilden können, die zum Gegenstand eines unabhängigen Anspruchs, einer Teilungsanmeldung oder einer Nachanmeldung gemacht werden kann. Dies gilt in gleicher Weise für in der Beschreibung beschriebene technische Lehren, die eine von den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche unabhängige Erfindung bilden können.
Gemäß einem Aspekt wird eine Vorrichtung zur Bereitstellung von Information in einem Fahrzeug beschrieben (wobei das Fahrzeug in diesem Dokument auch als
Ego-Fahrzeug bezeichnet wird). Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, personenbezogene Daten in Bezug auf einen Insassen eines anderen Fahrzeugs in einem Umfeld des Fahrzeugs und/oder fahrzeugbezogene Daten in Bezug auf das andere Fahrzeug zu ermitteln. Das andere Fahrzeug kann z.B. auf Basis von Umfelddaten von ein oder mehreren Umfeldsensoren (insbesondere von ein oder mehreren Kameras) des (Ego-) Fahrzeugs erkannt werden. Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten über eine Car-to-Car Kommunikationsverbindung von dem anderen Fahrzeug zu empfangen (insbesondere in Reaktion auf eine Anfrage für die Daten von dem (Ego-) Fahrzeug).
Die personenbezogenen Daten können umfassen: Information in Bezug auf eine Eigenschaft (z.B. das Alter, die Nationalität, etc.), in Bezug auf einen Beruf und/oder in Bezug auf eine Qualifikation (z.B. einen Studienabschluss) des Insassen des anderen Fahrzeugs. Alternativ oder ergänzend können die fahrzeugbezogenen Daten umfassen: Information in Bezug auf eine Eigenschaft und/oder in Bezug auf eine Fahrroute des anderen Fahrzeugs. Der Umfang und/oder die Informationstiefe der personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten kann von dem Insassen des anderen Fahrzeugs festgelegt worden sein. Die personenbezogenen Daten können dabei von einem elektronischen Endgerät des Insassen des anderen Fahrzeugs bereitgestellt werden.
Die Vorrichtung ist ferner eingerichtet, die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten an einen Insassen des Fahrzeugs auszugeben. Die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten können dabei insbesondere bildlich ausgegeben werden (auf einem Bildschirm des Fahrzeugs oder auf einem Endgerät des Insassen des Fahrzeugs). Alternativ oder ergänzend können die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten auditiv
und/oder akustisch ausgegeben werden (z.B. über einen Lautsprecher des Fahrzeugs und/oder über einen Kopfhöher eines Insassen des Fahrzeugs).
Insbesondere kann die Vorrichtung eingerichtet sein, die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten in einem Informationsfeld darzustellen, das mit einer bildlichen Darstellung des anderen Fahrzeugs, insbesondere mit einer bildlichen Darstellung der Umfeldsituation im Umfeld des Fahrzeugs (in der auch das andere Fahrzeug angeordnet ist) überlagert ist.
Beispielsweise kann die Vorrichtung eingerichtet sein, das Informationsfeld auf einer Scheibe des Fahrzeugs (z.B. als Augmented Reality) auszugeben, durch die der Insasse des Fahrzeugs das andere Fahrzeug sehen kann. Alternativ oder ergänzend kann die Vorrichtung eingerichtet sein, auf Basis von Bilddaten einer Kamera des Fahrzeugs eine bildliche Darstellung der Umfeldsituation mit dem anderen Fahrzeug auf einem Bildschirm (etwa einem TFT Bildschirm) des Fahrzeugs auszugeben. Das Informationsfeld kann dann innerhalb der bildlichen Darstellung auf dem Bildschirm ausgegeben werden.
Die Vorrichtung ermöglicht es somit personenbezogene und/oder fahrzeugbezogene Daten von ein oder mehreren anderen Verkehrsteilnehmern zu ermittelt und einem Insassen des (Ego-) Fahrzeugs bereitzustellen. So kann der Komfort für den Insassen des (Ego-) Fahrzeugs erhöht werden (insbesondere bei einer autonomen Fahrt).
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, zu ermitteln, ob der Insasse des Fahrzeugs nur das andere Fahrzeug oder auch den Insassen des anderen Fahrzeugs sehen kann. Die personenbezogenen Daten können ggf. nur dann an den Insassen des Fahrzeugs ausgegeben werden, wenn ermittelt wird, dass der Insasse des Fahrzeugs auch den Insassen des anderen Fahrzeugs sehen kann. Es kann somit
eine gezielte Ausgabe von Information erfolgen. So kann der Komfort für den Insassen des (Ego-) Fahrzeugs weiter erhöht werden.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, auf Basis der personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten ein interaktives Spiel, insbesondere ein Rateoder Zuordnungsspiel, für den Insassen des Fahrzeugs bereitzustellen. So kann der Komfort für den Insassen des (Ego-) Fahrzeugs weiter erhöht werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein (Straßen-)Kraftfahrzeug (insbesondere ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen oder ein Bus) beschrieben, das die in diesem Dokument beschriebene Steuereinheit und/oder Vorrichtung umfasst.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zur Bereitstellung von Information in einem Fahrzeug beschrieben. Das Verfahren umfasst das Ermitteln von personenbezogenen Daten in Bezug auf einen Insassen eines anderen Fahrzeugs in einem Umfeld des Fahrzeugs und/oder von fahrzeugbezogenen Daten in Bezug auf das andere Fahrzeug. Außerdem umfasst das Verfahren das Ausgeben der personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten an einen Insassen des Fahrzeugs.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Software (SW) Programm beschrieben. Das SW Programm kann eingerichtet werden, um auf einem Prozessor (z.B. auf einem Steuergerät eines Fahrzeugs) ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem Dokument beschriebene Verfahren auszuführen.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Speichermedium beschrieben. Das Speichermedium kann ein SW Programm umfassen, welches eingerichtet ist, um auf einem Prozessor ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem Dokument beschriebene Verfahren auszuführen.
Es ist zu beachten, dass die in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme sowohl alleine, als auch in Kombination mit anderen in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen verwendet werden können. Des Weiteren können jegliche Aspekte der in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden. Insbesondere können die Merkmale der Ansprüche in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden.
Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen
Figur 1 beispielhafte Komponenten eines Fahrzeugs;
Figuren 2a und 2b beispielhafte Fahrsituationen;
Figur 3 eine beispielhafte bildliche Ausgabe auf einem Bildschirm; und
Figur 4 ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften Verfahrens zur Bereitstellung von Information an einen Fahrzeugnutzer.
Wie eingangs dargelegt, befasst sich das vorliegende Dokument mit der Bereitstellung von Information an einen Nutzer eines Fahrzeugs, insbesondere eines autonom fahrenden Fahrzeugs. In diesem Zusammenhang zeigt Fig. 1 ein beispielhaftes System 150 mit zumindest einem (Ego-) Fahrzeug 100, mit zumindest einem anderen Verkehrsteilnehmer 112 (etwa einem anderen Fahrzeug) und ggf. mit einer Zentraleinheit 111 (z.B. einem Fahrzeug-externen Server).
Das Fahrzeug 100 weist eine Kommunikationseinheit 104 auf, die ausgebildet ist, über eine (drahtlose) Kommunikationsverbindung 114 (z.B. WLAN, 3G, 4G, 5G, etc.) mit der Zentraleinheit 111 und/oder direkt mit ein oder mehreren anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere anderen Fahrzeugen, 112 zu kommunizieren (um Daten auszutauschen).
Das Fahrzeug 100 umfasst ein oder mehrere Umfeldsensoren 102 (z.B. eine Bildkamera, einen Radarsensor, einen Lidarsensor, einen Ultraschall sensor, etc.), die eingerichtet sind, Sensordaten in Bezug auf das Umfeld des Fahrzeugs 100 zu erfassen. Diese Sensordaten werden in diesem Dokument auch als Umfelddaten bezeichnet. Eine Steuereinheit 101 des Fahrzeugs 100 ist eingerichtet, auf Basis der Umfelddaten ein oder mehrere Objekte, insbesondere ein oder mehrere andere Verkehrsteilnehmer (Fahrzeuge) 112, im Umfeld des Fahrzeugs 100 zu detektieren. Des Weiteren kann die Steuereinheit 101 eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten, insbesondere auf Basis eines von den Umfelddaten abhängigen Umfeldmodells, ein oder mehrere Längs- und/oder Querführungsaktoren 103 des Fahrzeugs 100 (etwa eine Lenkung, einen Antrieb und/oder eine Bremsanlage) zu betreiben, um das Fahrzeug 100 zumindest teilweise oder vollständig automatisiert zu führen.
Das Fahrzeug 100 umfasst ferner eine Benutzerschnittstelle 105, die ausgebildet ist, mit einem Nutzer, insbesondere mit einem Insassen und/oder einem Fahrer, des Fahrzeugs 100 zu interagieren. Die Benutzerschnittstelle 105 kann ausgebildet sein, Eingaben des Nutzers entgegenzunehmen, wie z.B. eine Anfrage zur Ausgabe von Information. Des Weiteren kann die Benutzerschnittstelle 105 ausgebildet sein, Information an den Nutzer auszugeben (z.B. über einen Bildschirm der Benutzerschnittstelle 105).
Figuren 2a und 2b zeigen beispielhafte Fahrsituationen, bei der das (Ego-) Fahrzeug 110 auf einer Fahrbahn 200 fährt, auf der sich auch ein oder mehrere andere Verkehrsteilnehmer (insbesondere Fahrzeuge) 112 befinden. Die Steuereinheit 101 kann eingerichtet sein, auf Basis der Umfelddaten Abstandsinformation in Bezug auf den Abstand 201 zwischen dem Fahrzeug 100 und einem anderen Verkehrsteilnehmer 112 zu ermitteln.
Die Steuereinheit 101 kann eingerichtet sein, anhand der Kommunikationseinheit 104 Personen- und/oder Fahrzeug-bezogene Daten für einen anderen Verkehrsteilnehmer 112 im Umfeld des Fahrzeugs 100 anzufragen. Beispielhafte Personen- und/oder Fahrzeug-bezogene Daten sind,
• ein Fahrziel des anderen Verkehrsteilnehmers 112;
• ein Abfahrtsort des anderen Verkehrsteilnehmers 112;
• eine bereits zurückgelegte Fahrstrecke des anderen Verkehrsteilnehmers 112;
• eine Anzahl von Insassen in dem anderen Verkehrsteilnehmer bzw. Fahrzeug 112; und/oder
• persönliche Information in Bezug auf einen Insassen des anderen Verkehrsteilnehmers bzw. Fahrzeugs 112.
Die Daten in Bezug auf den anderen Verkehrsteilnehmer 112 können über die Benutzerschnittstelle 105 des Fahrzeugs 100 von dem Nutzer des Fahrzeugs 100 angefordert werden. In Reaktion darauf kann dann über die Kommunikationsverbindung 114 eine Anfrage an die Zentraleinheit 111 oder direkt an den anderen Verkehrsteilnehmer 112 gesendet werden (z.B. mittels Car- to-X Kommunikation), und die angeforderte Information kann dem Fahrzeug 100 über die Kommunikationsverbindung 114 bereitgestellt werden.
Die Steuereinheit 101 kann ferner eingerichtet sein, die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten in Bezug auf den anderen Verkehrsteilnehmer 112 über die Benutzerschnittstelle 105 an den Nutzer des Fahrzeugs 100 auszugeben. Insbesondere können die Daten auf einem Bildschirm der Benutzerschnittstelle 105 angezeigt werden.
Fig. 3 zeigt einen beispielhafte bildliche Darstellung 300, die auf einem Bildschirm der Benutzerschnittstelle 105 ausgegeben werden kann. In der bildlichen Darstellung 300 kann die von dem Fahrzeug 100 befahrene Fahrbahn
301 bildlich dargestellt werden. Des Weiteren können die ein oder mehreren anderen Verkehrsteilnehmer 312 dargestellt werden. Ferner kann ggf. das Ego- Fahrzeug 310 dargestellt werden. Dabei kann die bildliche Darstellung 300 eine Videowiedergabe des Umfelds des Fahrzeugs 100 umfassen. Alternativ kann die bildliche Darstellung 300 eine graphische Darstellung der aktuellen Umfeldsituation anhand von graphischen Symbolen 301, 310, 312 umfassen.
Die bildliche Darstellung 300 umfasst ferner ein oder mehrere Informationsfelder 313 für ein oder mehrere andere Verkehrsteilnehmer 112, 312. Das Informationsfeld 313 für einen anderen Verkehrsteilnehmer 112, 312 kann dabei in unmittelbarer Nähe zu dem Verkehrsteilnehmer 112 bzw. zu dem Symbole 312 des Verkehrsteilnehmers 112 angezeigt werden. Das Informationsfeld 313 für einen Verkehrsteilnehmer 112 kann die Personen- und/oder Fahrzeug-bezogene Daten für den anderen Verkehrsteilnehmer 112, 312 umfassen.
Es kann somit eine Situation berücksichtigt werden, bei der mindestens zwei Fahrzeuge 100, 112 aneinander vorbeifahren (z.B. im Üb erhol vorgang, beim Passieren auf der Autobahn, etc.) und sich dabei anhand der sich aneinander annähernden GPS-Koordinaten erkennen, welche sie z.B. über Car-to-Car- Kommunikation austauschen, oder sie erkennen sich mittels der Sensorik 102 ihrer Fahrerassistenzsysteme. Dabei können z.B. die Smartphones der ein oder mehreren Insassen als mobile Computer dienen, welche personenbezogene Daten (z.B. Lebenslauf, Interessen, etc.) an die jeweiligen Fahrzeuge 100, 112 (z.B. über Bluetooth) übermitteln. Die personenbezogenen Daten können wiederum über Car-to-Car Kommunikation (z.B. WLAN) von einem Fahrzeug 112 zu einem anderen Fahrzeug 100 übertragen werden. Die personenbezogenen Daten können dabei stufenweise anonymisiert sein. Dabei kann eine Freigabe in Auszügen erfolgen, etwa eingeschränkt nach bestimmten Klassifizierungen z.B. Hobbies, Interessen, Beruf, etc.. Die personenbezogenen Daten können stufenweise anonymisiert sein (z.B. Stufe 0: Person anonymisiert; Stufe 1 : Person
teilanonymisiert, Stufe 2: keine Anonymisierung und somit volles Profil mit Namen, Kontaktdaten, etc.).
Ein Algorithmus in dem Ego-Fahrzeug 100 kann eingerichtet sein, auf die personenbezogenen Daten der ein oder mehreren Insassen der ein oder mehreren umliegenden Verkehrsteilnehmer bzw. Fahrzeuge 112 zuzugreifen. Die ermittelten Daten können auf einen Display und/oder Monitor bzw. auf einer Scheibe des Fahrzeugs 100 (z.B. durch eine Projektion) dargestellt werden, so dass ein vorbeifahrendes Fahrzeug 112 ein Overlay 313 mit Informationen erhält (insbesondere dann, wenn der Insasse des Ego-Fahrzeugs 100 das andere Fahrzeug 112 durch die Scheibe sieht).
Die bereitgestellte Information kann von der Anonymisierungsstufe abhängen, etwa a) „im anderen Fahrzeug sitzt ein Pilot“, b) „im anderen Fahrzeug sitzt ein Pilot der Fluggesellschaft X für einen Flugzeugtyp Y“, c) „im anderen Fahrzeug sitzt Hr. Müller, Pilot der Fluggesellschaft X für einen Flugzeugtyp Y auf dem Weg zur Arbeit“. Ferner kann ergänzende Information per Suchfunktion ausgegeben werden (z.B. von ein oder mehreren Datenbanken aus dem Internet), etwa zu dem Berufsprofil „Pilot“, zu der Fluggesellschaft X, zu einem bestimmten Flughafen oder zu dem Flugzeugtyp Y bzw. weitere denkbare Informationen, welche mit der Person in Frage kommen.
Es wird somit ein System 150 beschrieben, welches Kommunikationstechnologien nutzt, um per Datenverarbeitung (Datenbanken aus dem Internet, personenbezogene Daten der Insassen und/oder fahrzeugbezogene Daten von ein oder mehreren Verkehrsteilnehmern 112 im Umfeld des Fahrzeugs 100) zusätzliche Information für den Insassen eines Ego-Fahrzeugs 100 bereitzustellen, insbesondere während des autonomen Fahrens. Dabei können alternativ oder ergänzend zu personenbezogenen Daten fahrzeugbezogene Daten
der ein oder mehreren Verkehrsteilnehmer 112 erfasst und/oder übermittelt werden.
So können auf einem Bildschirm des Ego-Fahrzeugs 100 (z.B. in einem projizierten Display auf einer Fahrzeugscheibe oder auf einem TFT Bildschirm) Informationen in Bezug auf ein anderes Fahrzeug 112 (wie z.B. Fahrzeugalter, Leistung, Gesamtlaufleistung und/oder Laufleistung pro Jahr, aktuelle Tageskilometer, Abfahrtsort, etc.) dargestellt werden. Beispielsweise kann angezeigt werden „Fahrzeug A ist zum Zeitpunkt T am Startort ZI losgefahren, mit dem Ziel ort Z2“.
Um z.B. während einer autonom geführten Fahrt einen Zeitvertreib anbieten zu können, können ggf. durch die Steuereinheit 101 Zuordnungs- und/oder Ratespiele mit den Fahrzeug- bzw. personenbezogenen Daten der ein oder mehreren anderen Verkehrsteilnehmer 112 durchgeführt werden. Beispielsweise können bei einem Zuordnungsspiel drei Fahrzeuge auf den umliegenden Fahrspuren per Augmented Reality in der Fahrzeugscheibe umkreist werden, mit der Fragestellung: „Welches Auto ist heute schon am längsten auf der Autobahn unterwegs (im Sinne von Fahrtzeit) oder am längsten gefahren (im Sinne von Tageskilometern)? Ordnen Sie die Fahrzeuge in der Reihenfolge der gefahrenen km zu“ oder „Ordnen Sie die Berufe Arzt, Bauer, Richter den drei angezeigten Fahrzeugen korrekt zu“. Beispielsweise kann für ein Ratespiel ausgegeben werden: Welchen Beruf hat der Insasse im Fahrzeug auf der Spur rechts neben Ihnen ,,a) Metzger, b) Bäcker, c) Politiker“; oder „Welches Auto kommt gerade aus dem Urlaub?“
Es kann somit einem Nutzer des Ego-Fahrzeugs 100 ermöglicht werden, dass bei einem Blick nach draußen durch eine Scheibe des Ego-Fahrzeugs 100 zusätzliche Information auf die Scheibe aufgebracht wird, so dass die ein oder mehreren anderen Fahrzeuge 112 des umliegenden Verkehrs gekennzeichnet (z.B. ein
farbiger Kasten, eine Umrandung, etc.) werden und so dass Zusatzinformation eingeblendet werden kann. Die reale Außenwelt kann auch aus ein oder mehreren on-board Kameras 102 des Ego-Fahrzeugs 100 übernommen werden und auf einen Monitor oder Display des Fahrzeugs 100 aufgespielt werden
Die Daten können in unterschiedlicher Form angezeigt bzw. visualisiert werden: in einem Head Up-Display, in einem Monitor z.B. Fondmonitor, Panoramamonitor; in einer Projektion auf eine Scheibe oder auf die Straße; in einer Anzeige auf einem mobilen Endgerät des Fahrzeuginsassen, z.B. Smartphone oder Tablet.
Die in dem Ego-Fahrzeug 100 ausgegebene Information in Bezug auf einen anderen Verkehrsteilnehmer 112 kann von dem Ab stand 201 des Ego-Fahrzeugs 100 zu dem anderen Verkehrsteilnehmer 112 abhängen. Wenn der Insasse des Ego-Fahrzeugs 100 z.B. keinen Blickkontakt zu einem Insassen in dem anderen Fahrzeug 112 hat, so können ggf. primär fahrzeugbezogene Daten verwendet bzw ausgegeben werden (da der Insasse des Ego-Fahrzeugs 100 die ein oder mehreren Insassen des anderen Fahrzeug 112 nicht erkennen kann). Wenn andererseits der Insasse des Ego-Fahrzeugs 100 Blickkontakt zu einem Insassen in dem anderen Fahrzeug 112 hat, so können ggf. personenbezogene und/oder fahrzeugbezogene Daten verwendet und/oder ausgegeben werden.
Wie bereits oben dargelegt, können personenbezogene Daten eines Insassen eines Fahrzeugs 112 von einem elektronischen Endgerät des Insassen an das Fahrzeug 112 und/oder an die Zentraleinheit 111 übermittelt werden (z.B. über Bluetooth oder WLAN). Des Weiteren können fahrzeugbezogene Daten an die Zentraleinheit 111 übermittelt werden. Die personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten können per Car-to-Car-Kommunikation von dem anderen Fahrzeug 112 und/oder von der Zentraleinheit 111 an das Ego-Fahrzeug 100 übertragen werden. Ein Insasse des Ego-Fahrzeugs 100 kann dann die
personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten in einer Informationsübersicht zusammen mit zusätzlicher Hintergrundinformation einsehen.
Fig. 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften (ggf. Computerimplementierten) Verfahrens 400 zur Bereitstellung von Information in einem Fahrzeug 100.
Das Verfahren 400 umfasst das Ermitteln 401 von personenbezogenen Daten in Bezug auf einen Insassen eines anderen Fahrzeugs 112 in einem Umfeld des Fahrzeugs 100 und/oder von fahrzeugbezogenen Daten in Bezug auf das andere Fahrzeug 112. Der Umfang der von dem anderen Fahrzeug 112 bereitgestellten personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten kann dabei von dem Insassen des anderen Fahrzeug 112 festgelegt worden sein.
Das Verfahren 400 umfasst ferner das Ausgeben 402 der personenbezogenen und/oder fahrzeugbezogenen Daten an einen Insassen des Fahrzeugs 100 (z.B. im Rahmen eines Rate- und/oder Zuordnungs spiels). So kann der Komfort für den Insassen des Fahrzeug 100, insbesondere bei einer autonomen Fahrt, erhöht werden.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere ist zu beachten, dass die Beschreibung und die Figuren nur beispielhaft das Prinzip der vorgeschlagenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme veranschaulichen sollen.