Vorrichtung zur Zu- oder Abfuhr von Wärme, zur Durchführung von Reaktionen, und zum Mischen und Dispergieren von strömenden Medien
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Zu- oder Abfuhr von Wärme, zur Durchführung von Reaktionen und zum Mischen und Dispergieren von strömenden Medien in einem Gehäuse mit Einbauten nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Vorrichtung besteht aus einem Bündel von Rohren oder anderen länglichen Elementen mit vorzugsweise zur Längsachse des Gehäuses paralleler Ausrichtung und zwischen die Rohre oder die länglichen Elementen eingeschobenen Stege bzw. Steglagen einer ersten Anordnung die gegen die Längsachse des Gehäuses geneigt sind und mindestens einer zweiten Anordnung von Steglagen wobei der Neigungswinkel der Stege der ersten Anordnung ein entgegengesetztes Vorzeichen aufweisen wie die Anordnung der zweiten Steglagen und sich kreuzen aber nicht berühren. Die Stege werden zwischen die Rohre des Rohrbündels eingebaut und berühren sich nicht. Zwischen den sich kreuzenden Stegen der ersten und der zweiten Anordnung liegt vorzugsweise ein Rohr oder eine Rohrreihe. Das strömende Medium (Produkt) fliesst in axialer Hauptströmungsrichtung um die Rohre im Gehäuse. Durch die zu den Rohren bzw. zur Gehäuseachse geneigten, kreuzweise angeordneten Stege wird das strömende Medium zu einer Querströmung um die Rohre gezwungen und gleichzeitig dauernd quervermischt. In den Rohren kann, aber muss nicht, ein Wärmeträgermedium im Gleich- oder Gegenstrom zum Produkt fliessen. Als Gehäuse dient vorzugsweise ein rundes Rohr oder der Mantelraum eines Rohrbündel-Wärmetauschers. Die erfindungsgemässe Vorrichtung eignet sich vorzugsweise für laminar strömende Medien, kann aber auch bei turbulenter Strömung eingesetzt werden. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Durchführung von heterogenen, katalytischen Reaktionen oder zum Stoffaustausch in einem strömenden Medium in einer erfindungsgemässen Vorrichtung.
Stand der Technik
Mit der Patentschrift CH 642 564 wurde eine sehr effiziente statische Mischvorrichtung für laminare Strömung bei hochviskosen Produkten bekannt, bei der die Mischelemente aus Gruppen von 6 - 10 sich kreuzenden Stegen bezogen auf die Projektion der Querschnitts
bestehen die in sich kreuzenden Ebenen angeordnet sind. Dabei sind die Stege bzw. Ebenen um vorzugsweise 45° zur Strömungsrichtung geneigt und die benachbarten Stege berühren sich an den Kreuzungsstellen. Die Mischelemente haben eine Länge von 0.75 bis 1.5D und aufeinander folgende Mischelemente sind um 90° gedreht, in das Gehäuse eingebaut. Speziell für die Verbesserung des Wärmeübergangs in laminar durchströmten Rohren wurde auch eine gestreckte Variante, wie in CH 627 263 beschrieben, mit nur um 30° zur Strömungsrichtung geneigten, sich kreuzenden Stegen die einen geringeren Druckverlustbeiwert, aber natürlich auch eine geringere Misch- und Wärmeaustausch Wirkung hat, bekannt. Diese Mischelemente werden bis heute mit geringen Abweichungen von vielen Anbietern als sogenannte X-Mischer (z.B. SMX, SMXL, KMX, GX, CSE-X, AMX oder UM. Die Aufzählung ist nicht vollständig) angeboten. Sie zeichnen sich aus durch eine sehr gute Mischwirkung, hohe Wärmeübergangs- bzw. Nu-Zahl (Nu = aD/X) und ein sehr enges Verweilzeitspektrum. Dabei bedeuten a die Wärmeübergangszahl auf der Produktseite, D (oder auch d) den Rohrdurchmesser und X die Wärmeleitfähigkeit des Produkts. Die Nu-Zahl ist ausserdem auch bei laminarer Strömung wegen der dauernden Quermischung und Erneuerung der Grenzschicht, im Gegensatz zum leeren Rohr, unabhängig von der Rohrlänge. Die Wärmeübergangszahl a wird bei laminarer Strömung um das 5 - 10- fache gegenüber dem leeren Rohr erhöht. Übliche Wärmedurchgangszahlen k bei hochviskosen Stoffen mit diesen Vorrichtungen liegen im Bereich von 150 - 250 W/(m2K). Statische Mischer mit X-Struktur haben das engste Verweilzeitspektrum aller bekannten statischen Mischer. Die gemessene Bodensteinzahl Bo liegt bei 50 - 100 m'1 oder z.B. bei bis zu 200 bei einem Reaktor von 2m Länge (F. Streiff in Wärmeübertragung bei der Kunststoffaufbereitung, S. 241/275, VDI- Verlag, Düsseldorf 1986). Damit wird praktisch eine ideale Pfropfenströmung erreicht
(Bo = oo). Die Bodensteinzahl ist ein übliches, dimensionsloses Mass für die Breite der Verweilzeitverteilung bzw. der axialen Rückmischung nach dem Dispersionsmodell
(Bo = vL/Dax). Dabei bedeuten v die mittlere, axiale Strömungsgeschwindigkeit, Dax den axialen Dispersionskoeffizienten und L die axiale Länge der Vorrichtung. Verglichen mit dem Verweilzeitspektrum des Kaskadenmodells einer Anzahl j von in Serie geschalteten Rührkesseln entspricht Bo = 2j. Das Verweilzeitverhalten eines derartigen Reaktors mit Bo = 200 ist also vergleichbar mit einer Kaskade von 100 idealen Rührkesseln. Viele Anwendungen für statische Mischer erfordern gleichzeitig eine intensive Quermischung, eine grosse Wärmeübertragungskapazität und eine enges Verweilzeitspektrum. Beispiele sind Reaktoren, insbesondere bei laminarer Strömung wie z. B. Polymerisationsreaktoren. Bei anderen Anwendungen müssen Produkte in kurzer Zeit erhitzt oder gekühlt werden, ohne dass unerwünschte Reaktionen und Produktveränderungen (Polymerisation, Degradation) auftreten. Beim leeren Rohr findet bei laminarer Strömung keine Querströmung zur Wand statt. Das wirkt sich sehr ungünstig auf den Wärmeübergang, die Verweilzeitverteilung und auf die Qualität
der Produkte aus. Bei einigen Anwendungen ist das strömende Medium zusätzlich 2-phasig (gas/flüssig) und die Vorrichtung soll neben dem Wärmeaustausch auch noch eine intensive Vermischung der Phasen und Dispergierung bewirken. Beispiele sind die Erhitzung von Polymerlösungen mit flüchtigen Komponenten oder die Kühlung von Kunststoffschmelzen mit Treibmitteln. Für alle diese Aufgaben ist bei geringen Durchsätzen ein X-Mischer in einem von aussen beheizten oder gekühlten Gehäuse die ideale Lösung. Der Scale-up wird aber bei industriellen Durchsätzen unmöglich weil das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen in einem Rohr mit grösserem Durchmesser sehr rasch abnimmt und die Wärme nicht mehr ausreichend übertragen werden kann. Eine mögliche Lösung dieser Aufgabe ist es, viele Rohre in einem Rohrbündelwärmetauscher parallel zu schalten und Mischelemente in die Rohre einzubauen. Dadurch bleiben die günstigen Eigenschaften der Mischer zwar erhalten aber leider nur in einem Rohr. Von Rohr zu Rohr können sehr grosse Unterschiede des Durchsatzes und der Verweilzeit vorkommen. Diese Gefahr ist besonders hoch, wenn viskose Produkte gekühlt werden sollen oder wenn Polymerlösungen im Wärmetauscher gleichzeitig reagieren und/oder mindestens teilweise entgasen. Durch unterschiedliche Temperaturen und Viskositäten in den einzelnen Rohren kommt es zur sogenannten Maldistribution. Die Maldistribution führt zu einer krassen Ungleichheit der Strömungsgeschwindigkeit, Temperatur und der Viskosität in den einzelnen Rohren. Das Resultat kann ein Versagen der Vorrichtung oder eine Verminderung der Produktqualität sein.
Durch den verhältnismässig hohen Druckverlustbeiwert der X-Mischelemente müssen die Rohrbündel-Wärmeaustauschapparate mit kurzen und vielen Rohren gebaut werden. Dadurch werden sie zusätzlich zu den Kosten der Einbauelemente sehr teuer weil die Rohrplatten dick werden und das Volumen der Köpfe sehr gross wird. Bei Produkterhitzern mit teilweiser Entgasung verhindert der Druckverlust der Mischelemente eine frühzeitige Teilentgasung und das Produkt wird dadurch geschädigt oder die vollständige Entgasung behindert. Ein weiterer Nachteil der X-Struktur ist ihre mechanische Schwäche zur Aufnahme der Strömungskräfte. Besonders auf Zug belastet, verhalten sie sich wie ein Scherengitter und werden leicht auseinander gezogen. Aber auch auf Druck belastet, verhalten sie sich wie eine Feder und sind nicht sehr stabil. Als Folge müssen die Stege sehr dick gebaut werden bei hochviskosen Produkten. Das führt zu einer weiteren, starken Zunahme des Druckverlusts. Durch Verstärkungselemente oder durch äussere Ringe wird versucht die Struktur stabiler zu machen.
Mit der Patentschrift DE 28 39 564 wird ein statischer Mischer-Wärmetauscher bzw. Reaktor vorgeschlagen der die Grundidee der X-Struktur aufnimmt aber die Stege durch Rohre ersetzt in denen ein Heiz- oder Kühlmedium fliesst. Dadurch wurde eine Lösung gefunden um die spezifische Wärmeaustauschfläche pro Volumen beim Scale-up vergleichbar wie bei ei-
nem kleinen Gehäusedurchmesser zu halten und gleichzeitig eine ähnliche Mischwirkung und ein ähnliches Verweilzeitverhalten wie bei einem X-Mischer zu erhalten. Die Struktur wird aus sich kreuzenden, mäanderförmig gebogenen Rohrschlangen gebildet. Die Rohre sind ebenfalls vorzugsweise um 45° zur Strömungsrichtung geneigt und übernehmen die Funktion der Stege. Eine Anzahl solcher, sich kreuzender Schlangen, bilden jeweils ein Mischelement und aufeinanderfolgende Elemente werden um 90° verdreht in ein Gehäuse eingebaut. Jedes Element muss mit einem eigenen Sammler für das Wärmeträgermedium ausgerüstet sein. Die Auslegung und der Bau dieser Apparate ist sehr anspruchsvoll und teuer. Um den Aufwand in Grenzen zu halten wird die Elementlänge möglichst lang gewählt, was natürlich die Mischwirkung durch die geringe Anzahl von 90° Drehungen ungünstig beeinflusst. Der Druckverlust auf der Produkt- wie auch auf der Wärmeträgerseite ist sehr hoch. Die Durchflussmenge in den einzelnen Rohrschlangen kann sehr ungleichmässig sein. Das Problem ist besonders gross wenn das Gehäuse aus praktischen Gründen kreisrund, statt wie ursprünglich gedacht, quadratisch ist. Das führt auf der Produktseite zur Gefahr von zusätzlicher Maldistribution. Durch die Wahl des Durchmessers und der Anzahl der Rohrschlangen können auch sehr grosse Reaktorvolumen mit einem grossen Verhältnis von Wärmeaustauschfläche A zu Volumen V bzw. mit einer hohen spezifischen Wärmeübertagungskapazität (Q/VAT) = (kA/V) > 10 KW/m3K unabhängig vom Reaktorvolumen realisiert werden (vergl. S. 265 der oben zitierten Literaturstelle). In den Formeln bedeutet Q den übertragbaren Wärmestrom, AT mittlere die Temperaturdifferenz zwischen Produkt und Wärmeträgermedium und k die Wärmedurchgangszahl. Dadurch wird der Scale-up vereinfacht und es muss nicht auf parallele Rohre ausgewichen werden. Die Gefahr einer Maldistribution wird dadurch geringer. Die Ausnützung des Volumens mit Wärmeaustauschfläche wird aber begrenzt durch den kleinstmöglichen Biegeradius der Rohrschlangen und den Druckverlust. Auch in diesem Apparat ist die Verweilzeitverteilung vergleichbar eng wie im X-Mischer. Gemessene Bodensteinzahlen liegen ebenfalls bei ca. 60m'1. Die Homogenisierungslänge für die laminare Vermischung ist allerdings bis doppelt so gross wie beim SMX Mischer wegen der runden Form der Stege und wegen den langen Elemente (W. Müller, Chem.- Ing.Tech. 54 1982, Nr. 6). Die Struktur ist ohne zusätzliche Stützelemente nicht einsetzbar für hochviskose Produkte weil sie nicht genügend stabil ist. Gemäss US2004/0125691 wird die Stabilität mit zusätzlichen länglichen Stützelementen verbessert, bleibt aber ein Schwachpunkt und ist aufwändig. Die Apparate haben sich trotz den Mängeln und Schwierigkeiten bewährt und sind bekannt als SMR-Reaktoren und werden häufig eingesetzt als Polymerisationsreaktoren oder Kühler für viskose Produkte z.B. in Faseranlagen oder zur Kühlung von Kunststoffschmelzen.
Mit der Patentschrift EP 1 067 352 wird ein anderer statischer Mischer-Wärmetauscher bzw. Reaktor mit sich kreuzenden Stegen der X-Struktur mit integriertem Rohrbündel vorgeschla-
gen. Die X-Struktur weist nur 4 Stege bezogen auf die Projektion des Querschnitts auf und die Rohre werden durch Bohrungen in den 45° zur Strömungsrichtung geneigten Stegen geführt. Die Stege liegen in sich kreuzenden Ebenenscharen die untereinander einen Winkel von 90° einschliessen. Die Stege berühren sich und sind miteinander und mindestens teilweise mit den Rohren verbunden. Die X-Struktur aus 4 Stegen über den Querschnitt wird zuerst aufgebaut und die Rohre durch die Bohrungen in den Stegen der fertigen Struktur geführt. Der axiale Stegabstand soll 0.2 - 0.4 D sein. Mit der Patenschrift WO 2008/141472 wird eine Modifikation dieser Struktur vorgestellt wobei der axiale Stegabstand zum Durchmesser der Innenrohre < 6 betragen soll. Damit wird eine Verbesserung des Wärmeübergangs erreicht. Wiederum kann durch die Wahl des Durchmessers und der Anzahl der Rohre ein sehr grosses Reaktorvolumen mit einem grossen Verhältnis von Wärmeaustauschfläche zu Volumen, bzw. mit einer hohen spezifischen Wärmeübertagungskapazität wie beim SMR realisiert werden. Der Druckverlust auf der Wärmeträgerseite ist wesentlich geringer als beim SMR und mechanische Limiten durch den Biegeradius entfallen. Das Verweilzeitverhalten dieser Struktur ist gemäss Patentschrift ebenfalls sehr gut und vergleichbar mit den X- Mischern. Die Konstruktion ist allerdings sehr aufwändig und erfordert eine sehr hohe Präzision. Es muss sehr schwer sein alle Bohrungen im Mischer und in der Rohrplatte fluchtend und ohne zu grosse Toleranzen auszurichten. Die mechanische Festigkeit bleibt wie bei der X-Struktur ein Problem.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Zu- und Abfuhr von Wärme, zur Durchführung von Reaktionen oder auch als Reaktor für die Fotosynthese und zum Mischen und Dispergieren von strömenden, flüssigen, gasförmigen oder mehrphasigen Medien in einem rohrartigen Gehäuse ohne Maldistribution und mit einer engen Verweilzeitverteilung, vorzugsweise für viskose Produkte, mit einer X-Struktur zu schaffen, die wesentlich einfacher und kostengünstiger als bisher bekannte Vorrichtungen mit dieser Struktur herzustellen ist und die bei Bedarf auch eine hohe Stabilität gegen die Strömungskräfte und einen geringeren Druckverlust, sowohl auf der Wärmeträger- wie auf der Produktseite aufweist. Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Besonders vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung ist Gegenstand des unabhängigen Verfahrensanspruchs 20.
Unter der "Teilung t" oder der "Rohrteilung t" wird insbesondere der Abstand der Rohrmittelpunkte zweier benachbarter Rohre in einer Rohrreihe quer zur Rohr- bzw. Gehäuseachse
oder der Abstand der Mittelpunkte zweier benachbarter länglicher Elemente in einer Reihe quer zur Achse der länglichen Elemente bzw. Gehäuseachse verstanden.
"Quadratische Teilung" bedeutet insbesondere, die Abstände von benachbarten Rohrmittelpunkten in einer ersten Richtung quer zur Rohr- bzw. Gehäuseachse und in einer zweiten Richtung quer zur Rohr- bzw. Gehäuseachse, wobei die zweite Richtung senkrecht zur ersten Richtung steht, gleich sind. Das Gleiche gilt analog für längliche Elemente. Diese quadratische Teilung wird z.B. im VDI-Wärmeatlas, 6. Auflage, 1991 , Abschnitt Ob6, Bild 9 dargestellt und beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Vorteilhafte Ausführungsvarianten der Erfindung sind in den beigefügten Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Teils einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit 9 Rohren und mit 4 sich kreuzenden Stegen bezogen auf die Projektion des Querschnitts in einem aufgeschnittenen Gehäuse
Fig. 2 eine Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit 9 Rohren und 4 Steglagen in der Projektion des Querschnitts. Die Stege haben die maximale Breite b = t - d und passen zwischen die Rohre.
Fig. 3 eine Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässe Vorrichtung mit 21 Rohren bzw. Stäben und 6 Stegen in der Projektion des Querschnitts wobei die maximale Breite der Stege im Bereich der Rohre b = t - d ist und dazwischen sogar abnimmt. Die Stege passen zwischen die Rohre.
Fig. 4 eine Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit 16 Rohren und 5 Stegen in der Projektion des Querschnitts, wobei die Breite der Stege im Bereich der Rohre Ausschnitte aufweisen, und die Stegbreite b kleiner als die Rohrteilung aber grösser als der Zwischenraum benachbarter Rohre ist. In den Achsen der Querschnitte befinden sich keine Rohre. Diese Anordnung ermöglicht U-Rohr Schlaufen.
Fig. 5 eine Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässe Vorrichtung mit 32 Rohren und 7 Steglagen in der Projektion des Querschnitts
Fig. 6 zeigt die Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung wie in Fig. 5 mit nur teilweise genutzten Plätzen für die Rohre oder länglichen Elemente
Fig. 7 eine Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit 45 Rohren und 8 Steglagen in der Projektion des Querschnitts, wobei das Vorzeichen der Neigung der Stege jeweils für 2 nebeneinander liegende Steglagen gleich ist (angedeutet durch die Schraffur) und gruppenweise wechselt
Fig. 8 zeigt die Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts durch eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung, mit ineinander verwobenen Stegen als 90° gedrehte Kreuze
Fig. 9 Eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit teilweise auf die Länge L der Mischelemente zugeschnittenen Stegen (31 a, 41 b). Die Stege haben eine maximale Breite b > (t - d) und umfassen die Rohre teilweise
Fig. 10 Eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung bei der die Stege in Längsrichtung mindesten teilweise gegeneinander verschoben sind und die Mischelemente axiale Abstände aufweisen
Fig. 11 Eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung bei der die Stege als 90° gedrehte Kreuze gemäss Fig. 8 ineinander verwoben sind
Fig. 12 Eine Darstellung von weiteren, möglichen Formen und Querschnitten für Stege und längliche Elemente oder Rohre. Die Darstellung ist nicht abschliessend
Fig. 13 Perspektivische Darstellung einer möglichen, gitterartigen Verbindung von Stegen zu einer Steglage durch Haltestangen
Fig. 14 Perspektivische Darstellung einer möglichen Variante einer Steglage aus geneigten Stegen die zu einer wellblechartigen Steglage verbunden sind
Fig. 15 Das Resultat eines Mischversuchs mit einer erfindungsgemässen Struktur nach Fig. 9 (RWX) im Vergleich zu einem statischen Mischer nach CH 642 564 mit 8 Stegen in der Projektion des Querschnitts
Ausführungsbeispiele
Nach der Erfindungsidee besteht die Vorrichtung aus einem vorzugsweise kreisrunden Gehäuse 1 mit einem Innendurchmesser D und einem eingebautem Rohrbündel mit zur Längsachse und zur Hauptströmungsrichtung parallelen Rohren 2 mit einem Aussendurchmesser d. An die Stelle der Rohre können auch andere, längliche Elemente treten. Das Rohrbündel hat vorzugsweise eine quadratische Rohrteilung t. Zwischen die Rohre werden um einen Winkel a, vorzugsweise a = 30 - 60°, besonders bevorzugt a = 45° gegen die Längsachse geneigte Stege (31 ,41) oder Steglagen eingebaut. Der Neigungswinkel der sich kreuzenden Stege (31 ,41) hat vorzugsweise ein entgegengesetztes Vorzeichen und die in axialer Richtung aufeinander folgenden Stege einer Steglage zwischen den Rohren, sind vorzugsweise parallel zueinander und weisen vorzugsweise alle den gleichen Abstand m auf. Zwischen den sich kreuzenden Stegen liegt vorzugsweise ein Rohr oder eine Rohrreihe, aber es ist auch möglich, dass der Neigungswinkel der Stege auf beiden Seiten eines Rohres oder einer Rohrreihe das gleiche Vorzeichen hat, und dass der Wechsel des Vorzeichens erst nach mehreren benachbarten Stegen bzw. Steglagen erfolgt. Die Stege der Steglagen liegen in Querrichtung vorzugsweise hintereinander in parallelen, sich kreuzenden Ebenen A, B mit dem Neigungswinkel a zur Längsachse. Alle Stege haben vorzugsweise den gleichen Neigungswinkel a. Es ist aber auch möglich, dass die Stege bzw. die Steglagen gegeneinander axial beliebig versetzt sind und/oder dass die senkrechten Abstände m der Stege oder auch der Neigungswinkel innerhalb einer Steglage, oder von Steglage zu Steglage, verschieden sind. Die Stege liegen dann in Querrichtung nicht mehr in gemeinsamen Ebenen hintereinander. Die Stege haben eine Breite b und diese Breite ist kleiner oder höchstens gleich gross wie die Rohrteilung t. Die Stege stehen mit ihrer Breite b vorzugsweise senkrecht zu den Rohren. Es ist aber auch möglich die Stege mit ihrer Breite mit einer Neigung zu den Rohren einzubauen. Die Stege können, aber müssen nicht, bis ganz an die Gehäusewand reichen oder sie können diese auch nur punktuell berühren. Das strömende Medium (I) bzw. das Produkt fliesst im Gehäuse bzw. im Mantelraum des Rohrbündels um die Rohre bzw. länglichen Elemente und in den Rohren kann, aber muss nicht ein Wärmeträgermedium (II) im Gleich- oder Gegenstrom fliessen. Jeweils eine Anzahl na in axialer Richtung aufeinander folgender Stege bilden eine Steglage und alle Steglagen in einem Querschnitt innerhalb der
Länge L bilden ein Mischelement. Die Steglagen aufeinander folgender Mischelemente werden um 90° gedreht zwischen die Rohre eingeschoben. Die Länge L beträgt vorzugsweise 0.5 bis 4D. Ein auf die Länge zugeschnittenes Mischelement besteht aus Stegen der vollen Länge (31 , 41) und abgeschnittenen Stegen (31a, 41 b). Vorzugsweise haben die Stege für einen niedrigen Druckverlust eine geringere Breite b als die Rohrteilung t, und besonders einfach wird deren Einbau wenn die max. Breite höchstens b = t - d beträgt (Fig. 2 und Fig.3). Breitere Stege haben Aussparungen (Fig. 4) für den Durchtritt der Rohre und können ebenfalls einfach in bestehende Rohrbündel eingebaut werden, wenn sie beim Einbau leicht schräg gestellt werden. Durch breitere Stege wird die Kontaktlinie zu den Rohren vergrös- sert. Dies wirkt sich günstig auf die Festigkeit der Struktur und den Wärmeübergang aus, wenn die Rohre mit den Stegen verbunden sind. Selbstverständlich müssen nicht alle Stege einer Vorrichtung dieselbe Breite und Form haben. Fig. 9 zeigt eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung ohne Gehäuse in perspektivischer Darstellung mit einem Rohrbündel aus 9 Rohren und Mischelementen der Länge L = D mit 4 Stegen im Querschnitt. Die Stege in dieser Ausführungsvariante sind leicht breiter als der freie Zwischenraum zwischen den Rohrreihen und haben eine maximale Breite b > (t - d). Die Stege müssen nicht unbedingt auf die Länge L zugeschnitten sein sondern die Stege der Steglagen können in das folgende Element hineinragen solange kein Konflikt mit den nachfolgenden, 90° gedrehten Stegen erfolgt oder die Mischelemente können abstandsweise eingebaut sein wie Fig. 10 zeigt. An sich wäre eine häufige Drehung 90° der Stegausrichtung erwünscht für die Quermischung und den Wärmeübergang an die Rohre. Bei zu kurzer Länge L wird jedoch der Transport über den ganzen Querschnitt ungenügend und die Konstruktion wird aufwändiger. Bei einer zu geringen Anzahl 90° Drehungen andererseits, vermindert sich die Quermischung.
Überraschend bietet die erfindungsgemässe Vorrichtung noch eine weitere, bisher nicht bekannte Art der Steganordnung an wie in Fig. 8 und Fig. 11 dargestellt. Hier werden die Stege (31 ,41) und die 90° gedrehten Stege (31’,4T) in einem Element ineinander verwoben zwischen die Rohre 2 eingeschoben. Es entsteht so ein Element das gleichzeitig in zwei Querrichtungen mischt. Alle aufeinander folgenden Elemente sind gleich aufgebaut. Die Elemente können abstandsweise oder soweit wie möglich ineinander verschachtelt eingebaut werden. Die typische 90° Drehung von Einzelelementen entfällt und es entsteht eine einheitliche Struktur.
Vorzugsweise sind alle Mischelemente innerhalb einer erfindungsgemässen Vorrichtung gleich und mit gleichen Stegabständen aufgebaut. Für besondere Aufgaben wie z.B. für lokal dispersives Mischen, oder für lokal erhöhten Wärmeübergang oder Stoffaustausch, kann es jedoch erforderlich sein, dass z.B. der axiale Abstand m der Stege, die Stegbreite b oder die
Mischelementlänge L einzelner Mischelemente oder Mischelementgruppen innerhalb einer Vorrichtung enger bzw. kleiner gewählt werden soll. Zur Erzielung einer hohen Stabilität können die Stege an allen oder nur an einem Teil der Kreuzungsstellen mit den Rohren durch Schweissen, Löten oder Kleben verbunden werden. Die Stege müssen aber nicht notwendigerweise mit den Rohren verbunden sein wenn dies aus praktischen Gründen nicht erwünscht ist, und Gruppen von Stegen oder Steglagen können untereinander durch Abstandshalter und zusätzliche Stützen 5 verbunden sein. Schliesslich können die Stege einer Lage auch durch Bleche verbunden werden und geneigt sein. Dann können die Steglagen die Form eines Wellblechs annehmen. In Fig. 2 sind als Variante gerade Stege der Breite b = t dargestellt während in Fig. 4 die Stege in einer weiteren Ausführungsform breiter sind mit Aussparungen für die Rohre. Die Breite der Stege kann über deren Länge variabel sein, und die seitlichen Begrenzungen können eine geschweifte Form aufweisen, wie als weitere Variante die Fig. 3 zeigt. Dabei beträgt die grösste Breite maximal b = t. In den Figuren 2 bis 8 werden die unterschiedlichen Neigungswinkel der sich kreuzenden Stege durch deren unterschiedliche Richtung der Schraffur angezeigt. Aus Gründen der einfacheren Darstellung wird im Folgenden von „Rohren“ oder „Rohrbündeln“ gesprochen in denen vorzugsweise ein Medium zur Zu- oder Abfuhr von Wärme fliesst, wobei an deren Stelle bei Bedarf auch andere, längliche Elemente, auch ohne Wärmeträgermedium, wie Stäbe, Profile, Heizstäbe, stabförmige Leuchtmittel oder Rohre mit einer semipermeablen oder porösen Wand treten können. Die Anwendbarkeit der Erfindung ist ausserdem nicht auf metallische Werkstoffe beschränkt. Die Stege sind vorzugsweise flache, plattenförmige Profile aus Blech oder auch U- oder V-förmige Profile oder Rohre oder Hohlprofile oder Stäbe. Schliesslich kann die Oberfläche der Stege auch strukturiert sein. Fig. 12 zeigt eine Auswahl von möglichen Profilformen die sowohl als Stege, wie auch als längliche Elemente eingesetzt werden können.
Mögliche Herstellverfahren
Die Herstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung für ausbaubare Rohrbündel ist sehr einfach. Die Stege oder Steggruppen können in die fertigen Rohrbündel eingeschoben werden. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Stegbreite überall kleiner als t - d ist und die Stege nur an den von aussen zugänglichen Stellen mit den Rohren verbunden werden. Aber auch breitere Stege bis b = t, können einfach einzeln zwischen die Rohre der fertigen Rohrbündel eingebaut werden durch entsprechende Neigung beim Einbau. Erst wenn die Stege auch an von aussen nicht zugänglichen Stellen mit den Rohren verbunden werden sollen, ist die Einführung der Stege beim Aufbau des Rohrbündels notwendig. Vorzugsweise werden die Stege in U-Rohr Bündel eingebaut weil die Vorrichtung dadurch ausbaubar wird und keine Wärmespannungen auftreten können. In diesem Fall befinden sich keine Rohre in den
Hauptachsen des Gehäusequerschnitts. Nachteil dieser Anordnung ist, dass keine richtige Gegenstromführung zum Wärmeträgermedium möglich ist.
Beim Bau von Wärmetauschern mit festen Rohrböden und Leitblechen ist es üblich die Leitbleche zuerst im Mantel einzubauen und am Schluss die Rohre einzuziehen. Diese Herstellmethode kann auch für die erfindungsgemässen Vorrichtungen angewandt werden. Dazu werden die Stege nur mit einer Anzahl länglicher Elemente verbunden, so dass eine stabile Struktur gebildet wird die dann, wie die üblichen Leitbleche, in den Mantel der Vorrichtung eingebaut werden kann. Die restlichen Rohre werden am Schluss an den vorgesehenen Plätzen durch den Rohrboden und die X-Struktur geschoben. In diesem Fall sind die Rohre, mit Ausnahme der stützenden Elemente, nicht mit den Stegen verbunden. Neben den erwähnten Herstellungsmethoden ist es auch möglich die ganzen Einbauten und Rohre oder länglichen Elemente durch einen 3D-Drucker als monolithisches Bauteil herzustellen, wenn es die Abmessungen und das Material zulassen. In einer weiteren Herstellvariante werden die Einbauten in einem 3D Drucker aus einem leicht schmelzbaren Material hergestellt und mit einer meist keramischen Masse überzogen. Dann wird das Material im Innern der ausgehärteten Form ausgeschmolzen und es bleibt eine Gussform übrig die mit flüssigem Metall (Feinguss) oder einem aushärtenden Harz ausgegossen wird.
Weitere Ausführungsbeispiele
Die Anzahl und Grösse der zur Längsachse parallelen Rohre richtet sich nach dem erforderlichen Verhältnis von Austauschfläche zu Volumen der Vorrichtung bzw. nach der erforderlichen spezifischen Wärmeübertragungskapazität (Q/VAT) = (kA/V), oder wenn keine Wärme übertragen werden soll, nach der erforderlichen Abstützung und Stabilität der Stege und der Struktur. Die spezifische Austauschflächen (A/V) bei erfindungsgemässen Reaktoren liegt bei > 50 m2/m3 und kann bis 400 m2/m3 betragen. Die spezifische Wärmeübergangskapazität der erfindungsgemässen Reaktoren bei hochviskosen Produkten kann über 100 kW/m3K erreichen. Beispielsweise bei stark exothermen Polymerisationsreaktionen kommt es zur Bildung von Hot-spots und zu Runaway Reaktionen wenn die spezifische Wärmeübergangskapazität des Reaktors nicht genügend gross ist. Dadurch können diese Reaktionen nur in Rohrreaktoren mit kleinem Durchmesser beherrscht werden. Die erfindungsgemässen Reaktoren entsprechen bezüglich Wärmeübergangskapazität, Mischverhalten und Verweilzeitverteilung, Rohrreaktoren mit X-Mischelementen mit einem Rohrdurchmesser von 10 mm (A/V = 400 m2/m3) bis 80 mm (A/V = 50 m2/m3). Im Gegensatz zu diesen Rohrreaktoren ist bei den erfindungsgemässen Reaktoren die spezifische Austauschfläche und die spezifische Wärmeübertragungskapazität weitgehend unabhängig vom Reaktor- oder Apparatevolumen wählbar. Dadurch wird der Scale-up besonders leicht. Beispielsweise Polymerisationsreakti-
onen verlaufen stark exotherm und bei höheren Viskositäten. Damit diese sicher beherrscht werden können bei enger Molekulargewichtsverteilung, sind Apparate wie die erfindungsgemässe Vorrichtung notwendig. Durch die sehr hohe spezifische Wärmeübertragungskapazität und das enge Verweilzeitspektrum, können die Polymerisationsreaktionen praktisch isotherm bei geringen Temperaturdifferenzen kontrolliert werden. Da die Reaktion und der Wärmeübergang in einem Gehäuse mit dauernder Quermischung stattfindet, kann sich eine Maldistribution nicht ausbilden. Resultate aus Pilotversuchen mit kleinen Rohrreaktoren mit X-Mischelementen werden mit Hilfe der erfindungsgemässen Vorrichtung mit vergleichbarem Misch- und Verweilzeitverhalten, einfach skalierbar bis zum industriellen Massstab.
Die Rohrteilung wird vorzugsweise gleichmässig über den ganzen Querschnitt gewählt. Bei einer quadratischen Rohrteilung ist der Aufbau besonders einfach, da die Bauteile aller Mischelemente gleich sind. Es ist auch möglich dass die Teilungen in beiden Querrichtungen und die Stegbreiten der um 90° gedrehten Gruppen unterschiedlich sind oder örtlich abweichen. Es ist aber auch möglich die Teilung örtlich verschieden zu wählen, oder einzelne oder Gruppen von Rohren wegzulassen, oder anstelle von Rohren für den Wärmeaustausch ganz oder teilweise Rohre oder längliche Elemente mit anderen Eigenschaften wie Leuchtelemente oder Elemente mit semipermeablen oder porösen Wänden oder einfach Rohre oder Stäbe ohne Wärmeträgermedium oder andere längliche Profile zur Verstärkung der Struktur an den vorgesehenen Rohrplätzen einzusetzen, wenn es die erforderliche Wärmeübertragungskapazität zulässt. Die Anzahl der Stege nb in der Projektion auf die Querschnittsfläche entspricht nb = rm + 1 wobei rm die Anzahl Rohre in der Rohrreihe in oder nahe der Querschnittsachse ist. Im Gegensatz zu den bekannten X-Mischern steigt damit die Anzahl der Stege mit zunehmender Anzahl Rohre und/oder Gehäusedurchmesser an. Überraschend hat sich gezeigt dass die Anzahl der Stege in Querrichtung auf den Druckverlust nur einen geringen Einfluss hat. Auch die Mischwirkung ist sehr gut, sofern die Anzahl der Stege mindestens nb = 4 beträgt und steigt ab nb = 8 kaum noch weiter an. In Fig. 5 wird eine Ansicht in Strömungsrichtung für eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemässen Vorrichtung mit 32 Rohren und 7 Stegen über den Querschnitt gezeigt.
Bei vielen praktischen Anwendungen der erfindungsgemässen Vorrichtungen muss das strömende Medium nur statisch gemischt oder dispergiert werden, ohne dass gleichzeitig Wärme zu- oder abgeführt, oder das Produkt temperiert werden muss. Es können dann Rohrplätze teilweise nicht besetzt werden und/oder die Rohre werden ganz oder teilweise durch volle Profile ersetzt die als Verstärkung für die Struktur dienen. Dadurch entstehen statische Mischer mit sehr hoher Stabilität gegen die Strömungskräfte wie sie z.B. bei der Extrusion oder beim Spritzguss von zähen Kunststoffschmelzen auftreten.
Fig. 6 zeigt eine Variante wie Fig.5 bei der nicht alle möglichen Rohrplätze belegt sind und bei der einige Rohre durch volle Stäbe oder Profile ersetzt werden. Fig. 12 zeigt eine Auswahl möglicher Formen von länglichen Elementen. Die Auswahl ist nicht vollständig. Diese länglichen Elemente können sowohl axial anstelle von Rohren 2, wie auch geneigt dazu als alternative Formen von Stegen (31 ,41), verbaut werden. Axial aufeinander folgende Stege 31 können durch Hilfselemente 5 zu einer Steglage verbunden und zwischen die Rohre eingeschoben werden wie Fig. 13 zeigt. Als Verbindung sind auch Bleche möglich die geneigt sind und die Steglage wird zu einer wellblechartigen Struktur wie in Fig. 14 gezeigt.
Die zur Gehäuseachse geneigten, sich kreuzenden Stege oder Profile sorgen für eine intensive Quermischung und Querströmung und verbessern den Wärme-und Stoffaustausch an die Rohre. Der senkrechte Abstand m der in Strömungsrichtung folgenden Stege ist ein bestimmendes Mass für den Druckverlust der erfindungsgemässen Rohrbündelstruktur weil dadurch die benetzte Oberflächen der Einbauten im Reaktor wesentlich beeinflusst wird. Deshalb soll der Abstand m möglichst gross, vorzugsweise 0.2 bis 0.4D gewählt werden wenn nur eine gute Quervermischung ohne oder mit geringem Wärmeaustausch erforderlich ist. Es wird erwartet, dass für den Wärmeübergang an die Rohre eine häufigere Kreuzung der Rohre mit den Stegen und eine häufige Drehung der Stegrichtung günstig ist. Bei laminarer Strömung wurde gefunden, dass die Wärmeübergangszahl oder der Stoffaustausch an die Rohre stark ansteigt wenn das Verhältnis m/d < 4 beträgt. Mit geringerem Abstand m steigt aber auch der Druckverlust der Vorrichtung. Der optimale Abstand m oder der optimale Durchmesser d der Innenrohre und die optimale Rohrteilung t, hängen deshalb von den spezifischen Erfordernissen der Anwendung ab.
Versuchsresultate
In einem Mischversuch mit aushärtendem Polyesterharz wurde eine erfindungsgemässe Vorrichtung mit einem Bündel von 9 Rohren und jeweils 4 eingeschoben und sich kreuzenden Stegen bezogen auf die Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts gemäss Fig. 9 durchgeführt. Die Elementlänge L bis zu einer 90° Drehung betrug 1 D und die maximale Breite der Stege b betrug 60% der Rohrteilung t. Das Resultat wurde verglichen mit einem X-Mischer nach dem Stand der Technik gemäss CH 642 564 mit 8 Stegen bezogen auf die Projektion in Strömungsrichtung eines Querschnitts und gleichem axialen Stegabstand m der Stege, gleicher Elementlänge und gleichem Neigungswinkel der Stege. Die ausgehärteten Mischerstangen wurden jeweils nach 1 D Länge aufgeschnitten und die maximale Dicke I einer Schicht als Mischgütemass herausgemessen und mit der Anfangsdicke l0 verglichen. Diese Messmethode ist sehr einfach und effizient zum Nachweis des Mischvorgangs und der Mischgüte in statischen Mischern bei laminarer Strömung, besonders im
Anfangsbereich der Vermischung. Das Resultat der Mischversuche zeigt Fig. 15. Überraschend wird in der erfindungsgemässen Vorrichtung mit nur 4 Stegen nahezu dieselbe maximale Schichtdicke (Mischgüte) erreicht wie im statischen Mischer nach dem Stand der Technik mit 8 Stegen! Die benetzte Stegoberfläche der erfindungsgemässen Vorrichtung beträgt nur ca. 60% verglichen mit der Ausführung nach dem Stand der Technik. Deshalb kann erwartet werden, dass der Druckverlust bei laminarer Strömung ebenfalls im nahezu gleichen Verhältnis sinkt da die axial ausgerichteten Rohre kaum zum Druckverlust beitragen. Der Versuch zeigt, dass mit der erfindungsgemässen Vorrichtung auch eine ausgezeichnete Mischwirkung bei geringem Druckverlust erreicht wird, selbst dann wenn die Stegbreite wesentlich kleiner als die Rohrteilung ist oder sogar wenn die Stege ohne Aussparungen zwischen die Rohre geschoben werden (Stegbreite maximal b = t - d).
Zum Nachweis der erwarteten, engen Verweilzeitverteilung der erfindungsgemässen Vorrichtung wurden CFD Strömungsberechnungen zur Simulation der Verweilzeitverteilung mit der vorangehend beschriebenen Vorrichtung durchgeführt und mit dem bekannten X-Mischer verglichen. Durch die Berechnungen wurde bestätigt, dass das Verweilzeitverhalten der erfindungsgemässen Vorrichtungen wie erwartet mit der bekannten X-Struktur vergleichbar ist. Dadurch können mit der erfindungsgemässen Vorrichtung statische Reaktoren mit ausserordentlich grosser Wärmeübertragungskapazität, guter Quermischung und nahezu idealer Pfropfenströmung, dargestellt werden.
Anwendungsbereich
Die Anwendung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist nicht nur auf den laminaren Strömungsbereich beschränkt. Es ist bekannt, dass sich die X-Struktur sehr gut zum Dispergieren von Flüssigkeiten oder Gasen bei turbulenter Strömung in niederviskosen Medien eignet. Somit bietet sich diese Vorrichtung auch an bei niederviskosen Medien für Reaktionen mit grosser Wärmetönung oder auch für Bioreaktoren. Wenn die Rohre durch stabförmige Lichterzeuger oder Leiter ersetzt werden auch zur Fotosynthese. Bei vertikaler Aufstellung lässt sich auch einfach ein Katalysatorträger in das Gehäuse einfüllen für die Durchführung von heterogenen, katalytischen Reaktionen bei höherer Wärmetönung im Festbett oder in der Wirbelschicht.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung wird vorzugsweise eingesetzt als Mischer- Wärmetauscher mit hoher Quer- und geringer axialer Rückmischung für
Allgemein als Wärmetauscher für laminare Strömung
Erhitzen oder kühlen von Polymerlösungen oder -Schmelzen Produkterhitzer mit Teilentgasung vor Entgasungskammern Kühlen von viskosen Produkten
Erhitzen von empfindlichen oder reaktionsfähigen, viskosen Produkten
Reaktoren, insbesondere Polymerisationsreaktor
Gas-Flüssig Reaktor
Bio-Reaktor mit Fotosynthese
Reaktor für heterogene Katalyse mit Festbett oder Wirbelschicht
Oder auch ohne ein Wärmeträgermedium als statischer Mischer mit stabiler Struktur und niedrigem Druckverlust, vorzugsweise bei viskosen Produkten. Statische Mischer für Kunststoffschmelzen müssen sehr hohe Strömungskräfte aushalten und benötigen immer eine Temperierung um die Betriebstemperatur im gewünschten Bereich zu halten. Daher sind diese Mischer mit einem beheizbaren Doppelmantelrohr ausgerüstet. Die Mischelemente müssen häufig an der Gehäusewand abgestützt werden damit sie die Strömungskräfte aushalten können. Die Mischelemente können dann nicht mehr ausgebaut werden und auch die nach der Druckbehälter Vorschrift nötigen Schweissnahtprüfungen sind nicht immer möglich. Mit der erfindungsgemässen Vorrichtung wird ein X-Mischer für diese und ähnliche Anwendungen bereitgestellt der einfach beheizbar, sehr stabil und ausbaubar ist. Ein sehr teures Doppelmantelrohr entfällt und wird durch U-Rohrschlangen durch die ein Wärmeträgermedium fliesst ersetzt. Weitere längliche Profile an den Rohrplätzen übernehmen bei Bedarf die
notwendige Verstärkung der Struktur. Der erfindungsgemässe Mischer kann auch rasch auf Betriebstemperatur erhitzt werden, da keine hohen Spannungen im Gehäuse wie bei einem Doppelmantelrohr zu erwarten sind.